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E_1940_Zeitung_Nr.038

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Geld regiert heutzutage die Welt — der Jüngsten einer sind Sie auch nicht mehr !... Sie lieben den Wein... Das Rumzigeunern, wenn man die Gicht hat, ist auch kein Vergnügen !... Ich werde unsern Konzern veranlassen, dass Sie zu unserem Vertrauensmann für Südfrankreich ernannt werden ... das bringt Ihnen ein schönes Stück Geld... können Ihren^ganzen Zirkuskram an den Nagel hängen... Na und ... grossen künstlerischen Ehrgeiz hat man ja auch nicht mehr in Ihrem Alter... Na also!... Sehen Sie zu, dass Sie Ihren verrückten Clown zur Unterschrift eines ganzjährigen Vertrages mit uns bringen... und ich zahle Ihnen als Vorschuss auf Ihre künftige Tätigkeit einen Betrag auf den Tisch, der prozentual im Verhältnis zu der phantastischen Gage steht, die ich dem Rene anzubieten berechtigt bin ! » Molignon starrt auf die gelb beleuchteten Linden — Das ist Rettung !... Die Rettung in letzter Stunde l... Das ist Geld... das ist eine Position ... ,Directeur Molignon, Vertreter des Apollokonzerns für Südfrankreich' ...das ist Stabilität und die seinen weisseu Haaren angemessene Bürgerlichkeit! «Also: sobald ich Renös Unterschrift unter meinem Vertrag habe, ziehe ich mein Scheckbuch !» Staniol klopft sich auf die Brusttasche. « Und wenn Rene den Vertrag bricht ? » Staniol schüttelt den Kopf, lächelt überlegen : < Den Vertrag mein Lieber — bricht keiner !... Also ?... Einverstanden ! > Molignon schlägt in die dargebotene Hand: « Einverstanden ! » « Sie führen mich also jetzt zu Rene ? > « Nein. Ich führe Sie jetzt nicht zu Rene! ... Wir bleiben noch sechs Tage in Grasse. Sie kommen — nein, morgen noch nicht... übermorgen... wieder in die Vorstellung... der Mann war heute wieder ganz unerträglich ... gar nicht zu behandeln, wie mir meine Frau vorhin eben telephonierte !... Sie werden ja noch sehen, was Sie für Eiertänze mit ihm' haben werden ... Es gibt überhaupt nur einen einzigen Augenblick, in dem Sie Henri. Rene zur Unterschrift bewegen können...» «Und der wäre ? » drängt Staniol ungeduldig. « .. .der Augenblick, in dem er nicht weiss, was er tut... in dem er wie fanatisiert ist ... wie ein Besessener... der Augenblick : zwei Minuten vor seinem Auftritt! Wenn Sie es da verstehen, sich so vor ihm aufzupflanzen, dass Sie ihm den Weg zum Sprung in die Manege versperren ... wenn Sie mit aufgedrehtem Füllfederhalter vor ihm stehen — dann haben Sie's geschafft! Dann schreibt er Henri Rene unter Ihren Vertrag.» Staniol erhebt sich. «Ich wäre nicht Staniol, wenn ich das Ding nicht drehen sollte ! » Dann stehen sie beide auf dem Boulevard — der kleine Molignon etwas schwankend auf seinen Beinen. Sie trennen sich. « Also sagen wir : übermorgen! Mehr Zeit hab ich nicht! Melde mich also eine halbe Stunde vor Re"nes Auftritt bei Ihnen an der Kasse. Werden Sie ihn vorher benachrichtigen, dass ich komme ? » « Nein. Aber — es klappt! > Sie schütteln einander die Hände. Pfeifend verschwindet Staniol um die Ecke : — der Mann, der Rene, war ein Schlager für alle Kontinente, und die Propagandamöglichkeiten für den Pressechef ungeheuerlich !... Schon allein die Ueberschrift des ersten Artikels : Wie Henri Rene in der Parfümstadt Grasse seine Unterschrift unter den Apollo-Vertrag setzte ! »... Molignon stolpert, trunken vom Wein und und den neuen Zukunftsbildern in den Wohnwagen. Madame Juliette, die kein Auge zugetan hat, fährt aus den Kissen : « Molignon — du ? » « Ja, Molignon — ich ! » « Was soll nun werden, Molignon ? » Der Direktor des Cirque d'ete wirft seine Stiefel gegen die Holzwand des Wagens, dann gibt er seiner Alten einen Kuss auf die Wange : « Schlaf, mein Kind !... Mit deinem Mann bist du nicht verloren !... Ich habe den Henri Rene verkauft ! > Eine halbe Stunde vor der Ankunft in Grasse. Gerda Manz ist wie gerädert von der langen Bahnfahrt, vom Umsteigen, von den drei Zoll- und Grenzformalitäten und den vielen neuen Eindrücken. Mit blassem Lächeln sieht sie zu Hans Römer hinüber. Der neigt sich vor, schiebt ihr die gerollte Reisedecke ins Kreuz : « Besser so ? > Die stundenlange Zweisamkeit mit Hans Römer, die Entgegennahme seiner selbstverständlicher Ritterlichkeit entspringenden kleinen Dienste hat Gerda ein ihr völlig neues Gefühl fraulicher Sicherheit gegeben. Hans Römer gesteht sich ein, dass ein neuer, feiner Reiz von Gerda ausstrahlt. Gerda und Hans haben viel gesprochen miteinander während der langen Reise. Haben versucht, einander die beiden Welten näher zu bringen, aus denen sie stammen. Haben gelacht manchmal — übermütig wie Kinder, als käme nicht er aus einem Trauerhause, sie aus der bedrückenden Einsamkeit der Gemeinschaft mit ihrer Mutter. Nun aber überkommt sie beide die gleiche Unruhe. Gerda hebt den Kopf: < Ob er mich abholt ... ? Hans Römer legt seine Füsse schräg auf die gegenüberliegende Bank : « Klar, dass er Sie abholt. Er liebt Sie doch !... Er ist doch nicht bloss verliebt! ... Ich mache mir Vorwürfe, dass ich in der Eile dem Telegramm an ihn nicht eine andere Fassung gab. Er wird glauben, dass Sie's nicht abwarten können, sich in seine Arme zu stürzen ! » «Ich habe so schrecklich Angst vor dem Wiedersehn ! » « Es wird besser gehen als Sie glauben, Gerda !» sagt Hans Römer und schärft ihr zum drittenmal ein : « Nirr nicht wieder vor lauter gutem Willen und Vehemenz alles verpatzen ! Den Kopf klar behalten ! ... Der Mann ist irrsinnig eifersüchtig. Wenn er mich in Ihrer Nähe wittert, verweigert er Ihnen jede Auskunft über meinen Vater !... Sobald der Zug in Grasse einfährt, nehmen Sie Ihr Necessaire. Ihren grossen Koffer lasse ich gleich in mein Hotel schaffen. Sie — werden sich nicht nach mir umsehen !... Ich steige als einer der Letzten aus dem Zug. Sie lassen sich von Becker ruhig in sein Hotel führen, essen mit ihm, plaudern mit ihm, bringen das Gespräch unauffällig auf meinen Vater... Sobald Sie heraushaben, wo und wann ich seiner am besten habhaft werden kann, ohne dass ich bei meinem plötzlichen Auftauchen ein peinliches Gefühl in Vater auslöse — denn das würde er mir ... das würde er vor allem sich selbst nie verzeihen... ich kenne meinen Vater und sein ungeheures Selbstgefühl — dann läuten Sie mich im Hotel de la Gare an. Morgen früh, im klaren Tageslicht, setzen Sie sich dann endgültig und in aller Ruhe Ihretwegen mit Becker auseinander. » Gerdas Blässe fällt Hans Römer auf. Er sagt sachlich, während er aus dem Fenster auf die immer zahlreicher werdenden Schienenstränge blickt : « Wenn Sie dem Becker verzeihen können ... er ist vielleicht nicht so übel im Grunde ... dann ...» « Dann ?... Was dann, Herr Römer... ? » fragt Gerda und sieht ihn an. « Dann soll Sie der Teufel holen ...! » Mehr wird über diese Angelegenheit nicht gesprochen. Aber von diesem Augenblick an liegt eine grosse Selbstverständlichkeit über ihren Beziehungen zueinander. Und als sie auf irgend eine belanglose Frage rasch und einfach antwortet : « Aber natürlich, Hans... >, ohne dass die Welt einstürzt, da fühlt sie, dass es im Leben sehr schöne Dinge gibt, die sie nicht geahnt hat! — Mit hochgeschlagenem Rockkragen geht Alfred Becker auf dem noch dunklen Bahnsteig von Grasse auf und ab. Zehn Minuten — noch lange, bange zehn Minuten ! Er hat sich den ganzen Tag nicht aus seinem Gasthof hinausgetraut, aus Furcht, Direktor Römer zu begegnen, dem er das Ehrenwort gegeben hatte, die Stadt zu verlassen. Erst die Dunkelheit der Abendstunde schützt ihn vor unerwünschtem Zusammentreffen. Becker ist in einem Zustand beispielloser Erregung : — dass nun Gerda doch zur Erkenntnis gekommen war, dass sie zu ihm gehörte ? !... Wie lange sie wohl bleiben würde ? Nur, um ihm Verzeihung zu bringen? (Fortsetzung folgt.)

N° 38 — DIENSTAG, 17. SEPTEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE 15 Nach der Inkraftsetzung der Autotransport-Ordnung Der Instruktorenkurs des TAG in Bern Nach der auf den 15. August erfolgten Inkraftsetzung der Autotransport-Ordnung schritt das Eidg. Amt für Verkehr zum Versand der Formulare für die Einreichimg der Konzessionsgesuche. In der Folge sah sich diese Behördestelle, sahen sich aber die am Straßentransport interessierten Verbände von einer wahren Flut von Anfragen über die Ausfüllung der Formulare überschüttet. Um die dringend notwendige Aufklärung vorzunehmen, wurden •im Laufe der vergangenen Woche in Basel, Zürich und Lausanne Versammlungen abgehalten.. Dazu veranstaltete der TAG {Treuhandgesellschaft dee Autotransportgewerbes) Donnerstag, den 12. September,, im Bürgerhaus Bern einen richtigsehenden Instruktorenkurs, wozu sich über 200 Personen einfanden, darunter auch Frauen. Was sich die Tagung zum Ziel setzte? Die Teilnehmer, hei denen es sich in der Hauptsache um Vertreter sämtlicher dem TAG angeschlossenen Organisationen und der Aspa-Gruppen handelte, im Rahmen des Möglichen über all das zu unterrichten, worauf bei der Ausfüllung der Fragebogen Bedacht zu nehmen ist und auf diese Weise ein «Instruktionskorps» heranzubilden, dessen Angehörige sich, ein jeder an seinem Platz, zur Verfügung stellen, um sowohl den Mitgliedern ihrer Verbände als auch weiteren Interessenten hilfreich und beratend an die Hand zu gehen, wenn sie sich in dem nun anhebenden Papierkrieg nicht mehr zurechtfinden. Der Begrüssung durch Dr. Brögger, dem Präsidenten des TAG, folgte ein einleitendes Referat Herrn Ing. Hohls, Sektionechef beim Eidg. Amt für Verkehr, worin er einen Rückblick auf die bisherige Entwicklung der Treibstoffrationierung warf. Schon vor der ersten Mobilmachung wurden Rationierungsvorschriften erlassen. Trotzdem die Vorräte verhältnismässig gering waren, konnte man damals noch relativ groese Mengen bewilligen. In der Folge zeigte sich die Möglichkeit einer Steigerung der Importe, so dass bei der Einführung der definitiven Rationierung am 15. Dezember eine Erhöhung der Zuteilungen erfolgen und jenen Haltern erheblich grössere Mengen zugestanden werden konnten, deren Betriebe von kriegswirtschaftlicher Bedeutung sind oder deren wirtschaftliche Existenz vom Motorfahrzeug abhängt. Bis Ende Juni Hess sich der Zweck der Rationierung: Verminderung des Verbrauchs bei gleichzeitiger Speisung der Lager, erreichen, die Zufuhr gestaltete sich befriedigend und erlaubte die Abgabe relativ angemessener Quantitäten. Mit dem Eintritt Italiens in den Krieg begannen die Importe zu stokken, mit der Folge, dass die Rationierung erstmals im Juli, dann aber namentlich im August und September eine erhebliche Verschärfung erfuhr. Heute betragen die Zuteilungen noch einen Viertel des normalen Verbrauchs. Dieser Abbau traf in erster Linie die Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder; bei den Lastwagen und industriellen Traktoren Hess sie sich etwas mildern. Besondere Wichtigkeit kommt indessen angesichts der vitalen Notwendigkeit der Hebung, des Ackerbaus der Gruppe der landwirtschaftlichen Traktoren zu, deren Bedarf nach Möglichkeit voll gedeckt werden muss. Angesichts der sehr unsicheren Importaussichten — die Zufuhren von Uebersee sind infolge der Blockade versiegt und was Rumänien anbetrifft, das uns für die Treibstoffversorgung einzig noch verblieben ist, so erheben sich hier aus transporttechnischen Gründen Schwierigkeiten in der Einfuhr — darf die Rationierung nur auf die tatsächlich eingeführten Mengen und vorhandenen Vorräte abstellen. Die Kreise der Verbraucher flüssiger Brennstoffe sind die ersten, welche die Auswirkungen des Krieges in aller Schärfe zu spüren bekommen. Für die Behörden hält es ausserordentlich schwer, den einander oft entgegenstehenden Interessen, den unzähligen Eingaben und Spezialwün- 6chen auch nur einigermassen Rechnung zu tragen. Etwelche Lichtblicke eröffnen sich zwar auf dem Gebiet der Ersatzbrennstoffe. Als Mittel zur Streckung der Vorräte lassen sich insbesondere Holz, Holzkohlengas und Karbid verwenden, wobei immerhin daran zu erinnern ist, dass zur Erzeugung des letzteren die Bereitstellung einer gewissen Menge Koks erforderlich ist. Holzgas durfte in erster Linie für die grossen «Benzin- und Dieselölfresser», die schweren Lastwagen, in Betracht fallen, Holzkohle in beschränktem Umfang für die mittleren und kleinen Typen, währenddem für Personenwagen, namentlich bei ortsgebundenen Betrieben, wie Taxi-Unternehmen usw., auf das Azetylen gegriffen werden könnte. Vom Karbid abgesehen, steht indessen auch das Holz nicht in unbegrenzten Mengen zur Verfügung; es muss deshalb ebenfalls so eingesetzt werden, dass unter Berücksichtigung der Existenz von Betrieben und einzelnen für die Kriegswirtschaft und Landesversorgung die grössten Vorteile herausschauen. Zum eigentlichen Thema des Tages übergehend, bot Herr Dr. Maurer einige, Erläuterungen über die Transportarten. Den gewerbsmässigen Verkehr umschreibt Art. 3 der ATO, die nicht ein Verkehrsteilungsgesetz ist. Der gewerbsmässige Verkehr untersteht in allen Fällen der Konzessionspflicht. In bezug auf den gemischten Verkehr wird der Ratschlag erteilt, die Betriebsinhaber sollen- sich um die Bewilligung für die gewerbsmässigen Transporte bewerben, sofern diese, gemessen am Total der Transporte, einen breiten Raum einnehmen. Der WerkverkehT (Art. 4 des Bundesbeschlusses vom 30. September 1938) untersteht der Konzessionspflicht nicht, wohl aber muss er sich Aufklärung über die Ausfüllung der Formulare ins Werkverkehrs-Register eintragen lassen. Die behördliche Aufforderung dazu ergeht zu gegebener Zeit. Auch der private Personenwagenverkehr bleibt frei, soweit er nicht gewerbsmässig erfolgt. Wenn also ein Personenwagenhalter mehrmals Transporte ausführt, jemanden mit sich nimmt und sich dafür z. B. das Benzin bezahlen lässt, dann liegt noch kein gewerhetnässiger Verkehr vor. Inseriert er jedoch, dass er mehr als einmal wöchentlich während einer gewissen Zeit Fahrten ausführe, wobei die Erwerbsabsicht zumeist gegeben ist, dann dürften die Voraussetzungen für die Bewilligungspflicht erfüllt sein, welche in diesem Falle dem Schutz der Taxi-Unternehmer dient. Der Vollzug der ATO (Autotransportordnung) geht etappenweise vor sich, wobei die Erstellung des provisorischen Verzeichnisses der Transportbetriebe den ersten Abschnitt verkörperte. Als weitere Etappe wurde am 15. August in Inkraftsetzung der ATO mit dem Konzessionsverfahren für gewerbsmässigen Saohentransport und Lastwagenspediteure in Angriff genommen; parallel dazu setzte am letzten Mittwoch das Bewilligungsverfahren für den gewerbsmässigen Personentransport ein. Für Betriebe mit gemischtem Verkehr besteht kein Zwang, ein Konzessionsgesuch einzureichen. Hat aber ein solches Unternehmen bei der Anmeldung angegeben, dass es in erheblichem Umfang gewerbsmässige Transporte ausführe oder ergibt sich dies aus anderen Indizien, dann erhält ein solcher Betrieb ebenfalls ein Bewilligungsformular zugestellt. Und die Werkverkehrshetriebe? Sie haben vorläufig überhaupt nichts zu unternehmen. Auf welchen Zeitpunkt hin weitere Etappen im Vollzug der ATO folgen werden, darüber kann sich das Amt für Verkehr derzeit nicht äussern. Im übrigen sollen Anfragen um Auskünfte wenn irgend angängig an die Verbände gerichtet werden, welche zur Mitarbeit an der neuen Ordnung massgebend herangezogen werden. Allgemeines über die Ausfüllung der Bewilligungsgesuchsformulare. Jeder Unternehmer hat diese Formulare in zwei Exemplaren zugestellt erhalten, unter Ansetzung einer Frist von -45 Tagen. Genügt sie nicht, dann soll sich der Unternehmer mit einem Gesuch um Erstreckung ans Amt für Verkehr wenden, das sie ohne weiteres gewährt, allerdings natürlich nicht auf Jahre. Zweckmässig wäre es, wenn dabei der nachgesuchte neue Einreichungstermin direkt genannt würde. Im weiteren betonte der Referent nochmals, dass die in den Formularen enthaltenen Angäben, welche Gegenstand des Geschäftsgeheimnisses bilden, in keinem Fall einem Unberufenen zu Gesicht gelangen. Das gilt selbstredend auch für die vorgeschriebene Veröffentlichung des Konzessionsgesuchs. Erspriessliches aus der ATO ist ( wie der Referent darlegte, nur dann zu erwarten, wenn das Verhältnis zwischen Behörden und Verbänden auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Man vergesse nicht, dass das Amt für Verkehr lediglich als vollziehendes Organ fungiert, damit beauftragt, eine von der Bundesversammlung beschlossene Ordnung zum Sohutze des Gewerbes durchzuführen. Gewisse Schärfen werden dabei unvermeidlich sein, doch das « Amt» ist kein Vampyr und die Befürchtung durchaus fehl am PJatz, dass nun alles in Scherben geht Sehr eingehend zählte Herr Dr. Maurer sodann die Bestimmungen der ATO selbst, der Verfügungen 3 und 4 und der Verordnung Nr. 1 auf, deren Kenntnis die Ausfüllung der Formulare erleichtern hilft. Bereitet es einem Betriebsinhaber Schwierigkeiten, die nach dem Gebührentarif geschuldeten Der € campionissimo » Nuvolari ist nach Deutschland eingeladen worden, um Probegalopps mit dem Beträge im voraus zu entrichten, dann soll er sich ans Amt wenden, das versuchen wird, ihm entgegenzukommen, denn die Verwirklichung führen, von dessen Bau man in eingeweihten Krei- neuen 1500-ccm-Auto-Union-Rennwagen durchzu- der ATO ist keineswegs von der Absicht beherrscht, die Leute ins Un-Bestätigung nie aufzutreiben war, dass sich der sen zwar hartnäckig munkelte, obwohl eine offizielle glück zu stossen. Wagen in Entstehung befinde. Nuvolari hält sich An diese Erläuterungen allgemeiner Natur bereits in Berlin auf und ist dort von den Leitern schloss sich eine minutiöse der Zwickauer Werke empfangen worden. Aufklärung über alle in den Gesuchsformularen 2 und 4 gestellten Fragen, wobei sich die Wissbegier der «Kursteilnehmer» kräftig entfaltete. Geduldig und unermüdlich stand der Referent Red' und Antwort, auch dann, wenn Aufschluss über heikle Grenzfälle geheischt wurde. Natürlich ist es ausgeschlossen, den Film der stundenlangen Diskussion hier abzurollen. Festgehalten sei immerhin, dass es Fragen gibt, die sich nicht generell beantworten lassen. In diesem Fall benütze man die Rubrik tBemenkungen», die zur Schilderung und Begründung besonderer Verhältnisse geschaffen ist. Alles in allem nahm man aus der Tagung den Eindruck mit, dass es die Behörden nicht darauf angelegt halben, dem Autotransportunternehmen das Leben säuer zu machen oder gar dessen Existenz zu unterminieren, sondern dass sie eine verständnisvolle, konziliante Haltung einnehmen. Von einem Befehlsfon auf Seiten des Amtes war nichts zu verspüren und es wirkte beruhigend, wenn dessen Vertreter wiederholt erklärten, sie seien sich der schwierigen gegenwärtigen Lage der Autofransport-Unternehmer bewusst und auch gewillt, Ihr Rechnung zu tragen. Beim guten Willen zu vernünftiger Zusammenarbeit, wie er sich an dieser Versammlung hüben wie drüben offenbarte, wird und muss es gelingen, das Werk der Sanierung im Strassentransportgewerbe ohne nennenswerte Reibungen in die Tat umzusetzen. i*^t7zA^ i?lelduii^eii Ausländischer Motorfahrzeugverkehr nach der Schweiz. Im August 1940 verzeichnete der ausländische Motorfahrzeugverkehr nach der Schweiz, gemessen an den Ziffern für den Juli, einen neuerlichen Rückgang, wurden doch nur noch 568 Eintritte registriert (gegen 693 im Vormonat). Was für ein kümmerlicher Rest vom Strom der Autotouristik normaler Zeiten noch •übriggeblieben ist, erhellt aus einem Vergleich mit den Einreiseziffern früherer Jahre, paesieTten doch im August 1939 insgesamt 87.096 und im gleichen Monat 1938 sogar 103.467 fremde Motorfahrzeuge unsere Grenzen. Vom Januar bis Ende August 1939 stellt sich das Total der zu vorübergehendem Aufenthalt bei uns eingetroffenen ausländischen Motorfahrzeuge auf 9877, •worunter 8498 Personenwagen. Dabei wartet der August mit den bisher niedrigsten Einreisozahlen auf. Schwelzerische Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege. Die SJL.w. hielt ihre Generalversammlung, die in Luzern zusammentrat, erst in der Septembermitte ab, weil durch die Mobilisation Vorstandsmitglieder und übrige Mitarbeiter stark in Anspruch genommen waren. Dasselbe Hindernis machte sich natürlich für die meisten Arbeiten geltend. Zwar konnte im Juli 1939 ein dreitägiger Instruktionskurs in Burgdorf bei starker Beteiligung aus einem Dutzend Kantonen erfolgreich durchgeführt werden, der eine grössere Einheitlichkeit in der Markierung sichert. Aber die einen Monat später erfolgte Mobilisation rief die meisten kantonalen Leiter unter die Waffen und richtete das Augenmerk auf andere dringende Aufgaben. Zudem verfügten die militärischen Kommandostellen aus Gründen der Sicherheit teilweise schon im September, in verstärktem Masse im Mai 1940, die Entfernung und Magazinierung auch der gelben Wanderwegweiser, womit die praktische Arbeit fast völlig zum Stillstand kam. Von Anfang an bestand aber bei den leitenden Organen des Verbandes die Auffassung, die «stille Zeit» zu benützen für die Vorbereitung von Aufgaben auf die Rückkehr normaler Verhältnisse. So wurde durch den schweizerischen Vorstand die Markierung je einer Musterroute in der Leventina, im Bündner Oberland und am Vierwal dstättersee eingeleitet Weitere Pläne betreffen den Solothurner und Basler Jura, sowie das Säntisgebiet. Die Sektion Bern hat im Einverständnis mit dem Militärdepartement den Ausbau des alten Grimselweges baureif vorbereitet. Erfreulicherweise hat auch die Eidgenössische Kommission für Arbeitsbeschaffung die Erstellung von Wanderwegen in ihr Programm aufgenommen. r..-. .. * E. Verkehrsunfälle im abgedrosselten Motorfahrzeugverkehr. In dem unter diesem Titel in der letzten Nummer der «Automobil-Revue» veröffentlichten Artikel, der die Strassenverkehrsunfälle in der Stadt Zürich während des 1. Quartals 1940 behandelt, wurde die Abnahme der Körperschäden infolge eines Druckfehlers mit 43 anstatt mit 34% angegeben, was hiermit richtiggestellt sei. Sp> «k« Nuvolarl probiert den l^-Liter-Auto-Union- Rennwagen aus» Akuss den Verbänden Eine neue T. C. ».-Ortsgruppe im Seeland. Der bisherigen Sektion Seeland des T. C. S. mit Sitz in Lyss war seit Jahren die Ortsgruppe Biel als Untersektion angeschlossen. Diese ist zahlenmässig stark gewachsen, hat die Sektionsmitglieder der Landschaft an Zahl überflügelt und konnte in der Folge die Wahlgeschäfte nach ihrem Belieben beeinflussen. Das Resultat war die völlige Verlagerung der Sektionsleitung vom Land in die Stadt. Und im Gefolge stellten sich all' die Unstimmigkeiten ein, die sich aus derartigen internen Auseinandersetzungen etwa ergeben können. Die eigentlichen Gründer der bisherigen Sektion Seeland haben nun die Konsequenzen gezogen. Unter dem Vorsitz von Direktor H. Strehler (Lyss) fand dieser Tage im Hotel «Bahnhof» in Lyss eine Versammlung vieler Mitglieder der bisherigen Sektion Seeland statt, welche einstimmig die Gründung einer neuen Ortsgruppe der T.GJS.-Sektion Kanton Bern beschloss, der bereits gegen 100 Mitglieder beigetreten sind. Der Vorstand wurde vorläufig bestellt mit den Herren Hans Strehler, Fabrikdirektor, als Präsident, Dr. L. Daum, Zahnarzt, Ernst Joss, Versicherungsinspektor, Robert Meier, Prokurist (alle in Lyss) und Karl Weissbrodt, Lehrer in Walperswil. Was ist damit gemeint? Im Abschnitt 3 der «Autotransport- Ordnung»