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E_1940_Zeitung_Nr.039

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lich undurchdringlich

lich undurchdringlich sind von oben her nach Mastodonten, elefantenähnlichen Tieren der Urzeit, abzusuchen. Einem Forscher, der Afrika erst im Auto und dann im Motorboot durchquerte, ist es gelungen, das afrikanische Sumpfmärchen zu entschleiern. Er drang nämlich mit seinem Motorboot in die ungeheuren Sumpfgebiete des Banguelosees ein, wo nach den Erwähnungen der Ein- m AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24. SEPTEMBER 1940 — N° 39 gegnet, wenn man Glück hat, denn er gehört auch dort zu den grössten Seltenheiten. geborenen noch Vorweltungeheuer leben sollten. Ueber den Ausgang der Expedition schreibt der Beteiligte folgendes: «Im Banguelosee haust im ZJe* (Hegende 9udländec» spukt inwtec nach Gespensterschiffe, die ohne Mannschaft oder nur mit Toten an Bord als «fliegende Holländer » die Schiffahrt stören, werden immer wieder von Kreuzern gesucht, die ausgesandt werden, um die gefährlichen Wracks zu beseitigen. Kurz vor dem Kriege hatte ein grosser Ueberseedampfer eine Begegnung mit einem solchen Gespensterschiff in Gestalt eines Dreimasters, der anscheinend in gutem Zustande war, nur etwas tief ging und auf gut Glück dahinschwamm. Es war Nacht und niemand an Bord. Die elektrischen Scheinwerfer Hessen jedoch trotz des Nebelsl noch rechtzeitig die fürchterliche Gefahr erkennen. Der Vorfall steht nicht vereinzelt da. Im Zeitlauf der letzten fünf Jahre sah man nach einem Bericht des Army and Navy- Register der Vereinigten Staaten 625 verlassene Fahrzeuge, über deren Schiffbruch nichts bekannt geworden war. 139 von ihnen wurden nur einmal erblickt und dann, zweifellos durch Unwetter gänzlich zerstört. Aber 16 durchliefen die grosse Strasse des Ozeans in beiden Richtungen, je nachdem Wind und Strömung sie trieben. Wohl wurden auf Konferenzen die Jagd auf solche Schiffe beschlossen, aber, die Gefahr der Gespensterschiffe besteht gleichwohl weiter. Dass aber selbst im Aermelkanal ein Gespensterschiff sich herumtreiben konnte, bewies ein Vorfall im November vor drei Jahren. Allerdings war das Schiff erst auf dem Wege, ein « fliegender Holländer » zu werden, denn an Bord befand sich, als es angetroffen wurde, noch der Kapitän, der von seiner Mannschaft im Stich gelassen worden war und vier Tage allein im Sturm mit seinem Schiff im Aermelmeer trieb, bis er von einem Dampfer gerettet wurde. Auf der Ausreise nach Südamerika traf der kleine englische Schleppdampfer « Mana » gleich nach seiner Abfahrt von Dover sehr schlechtes Wetter im Kanal an. Der Kapitän hatte von Anfang an über Unbotmässigkeit seiner Leute zu klagen, und als er ihnen den Befehl gab, die Takelage des Rettungsbootes in Ordnung zu bringen, Hessen die Leute zu seinem Entsetzen das Boot hinab und stiessen vom Dampfer ab, ohne ihn mitzunehmen. Bald darauf gingen die Kesselfeuer aus. Der Unglückliche blieb vier Tage und Nächte ununterbrochen auf den Beinen, ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Viele Schiffe kamen vorbei, ohne seine Notsignale zu beachten. Auf der Höhe von Guernsey nahm sich endlich ein Dampfer des treibenden Fahrzeuges und seines aufs äusserste erschöpften Kapitäns an und schleppte die « Mana » nach Falmouth. Vor ungefähr sechs Jahren war der Dampfer « Continental » von Japan nach San Franzisko in See gegangen und seit dieser Zeit verschollen. Man nahm an, das Schiff sei mit Mann und Maus untergegangen. Jetzt hab.en Mitglieder einer russischen Expedition, die Sibiriens Küste bereisen, in der Nähe der Insel Sachalin den Dampfer im Ochotskischen Meer, von Packeis vollständig umschlossen, entdeckt. Das Schiff sebst befand sich noch in vollkommen gutem Zustand, doch von der Besatzung fand sich keine Spur. Einige Expeditionsmitglieder gingen an Bord und stellten fest, dass nicht nur alle Rettungsboote fehlten, sondern dass die Mannschaft beim Verlassen des Schiffes auch die Bordbücher mitgenommen hatte. Die Besatzung von dreissig Mann hatte das Schiff aufgegeben, wahrscheinlich, um die Insel Sachalin zu erreichen. Es ist aber kaum zu zweifeln, dass die Seeleute in der Eiswüste des Ochotskischen Meeres den Tod gefunden haben. Furchtbar muss der Anblick eines seit zwanzig Jahren vermissten Seglers gewesen sein, der an der feuerländischen Küste aufgebracht wurde. Man fand an Bord ziebzehn Leichen, die bei Berührung in Staub zerfielen. Morast das von den Eingeborenen gefürchtete Nsanga, ein entarteter Saurier, dem Krokodil zum Verwechseln ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass die Haut keine Schuppen trägt und die Zehen mit Krallen bewehrt sind. Es gelang mir nicht, ein Nsanga zu erlegen, doch erwarb ich auf der Insel Mbawala Bruchteile einer Haut. » Auch in Südamerika sind in den letzten Jahren wiederholt Jagdexpeditionen unternommen worden mit dem besonderen Zweck, vorweltliche Tiere in den Urwäldern noch lebend zu erspähen. Besonders die Tatsache, dass man in Chile die noch ziemlich gut erhaltene Haut eines Vorweltriesentieres fand, hat mancherlei Hoffnungen in den Köpfen phantastischer Jäger geweckt. Das vielumstrittene tote Tier wurde in Südchile am Meerbusen von Ultima Esperanza von einem Kapitän in einer Höhle gefunden. Man entdeckte in seiner Nachbarschaft auch Menschenknochen und schloss dar-* aus, dass der Mensch und dieses Urtier gleichzeitig gelebt haben. Das Fell des sogenannten Mylodon ist ganz eigenartig und gleicht keinem der heute lebenden Tiere. Es ist 15 Millimeter dick und hat unzählige Knorpelkugeln, die innen eingelagert sind. Das Britische und auch das Berliner Museum haben Teile dieser Mylodonhaut erworben. Dem ganzen Befunde nach soll aber nichts darauf hindeuten, dass man noch heute ein solches Riesenrätseltier in Chile lebend vorfinden wird. Die Frage, ob es noch lebende gigantische Tiere auf der Erde gibt, ist ferner dadurch aktuell geworden, dass eine Jagdexpedition in südbrasilianisehen Wäldern Spuren eines riesenhaften Urweltreptils entdeckte. Eine Reihe von brasilianischen Zoologen verbürgt sich für das Vorhandensein solcher Riesen, die aber noch keines Menschen Auge recht gesehen hat. Im Staate Paranä wurden bereits vor einigen Jahrzehnten die Fußstapfen eines solchen Riesenpärchens entdeckt. Ein ganzes Feld war von den unbekannten Wesen zerwühlt worden, und die Spuren wiesen auf Tiere von 2 bis 3 Meter Dicke hin. Andere Zeugen sahen später in derselben Provinz ein Ungetüm von Häusergrösse (!}, das gewaltige Araukarien umriss und eine Länge von 25 Meter haben sollte. Die Brasilianer nennen das rätselhafte Geschöpf Minhocao, das wie der Teufel zwei grosse Hörner besitzt. Zweifler behaupten jedoch, dass es sich bei diesem seltsamen Wesen nur um ein grösseres Gürteltier handeln könne, das dank seiner unterirdischen Lebensweise bisher allen Angriffen entgangen sei. Die meisten Sachverständigen halten es zudem für ganz ausgeschlossen, dass in dem reichbevölkerten Südbrasilien trotz seiner Urwälder noch unbekannte Riesentiere vorhanden sind. Hingegen dürfte es wohl möglich sein, dass wir im völlig unerforschten grossen Waldgebiet des Orinoko noch zoologische Ueberraschungen erleben. Selbst Friedrich Gerstäcker, der bekannte Reiseschriftsteller, soll als letzte und gefahrvollste Reise seines Lebens einen abenteuerlichen Zug am Murrayfluss in Australien unternommen haben, um ein Vorwelttier, das Bunyip (Devil-Devil), aufzuspüren. Es lebte angeblich im Viktoriasee, einem der grossen Sümpfe, an dessen Rand die Eingeborenen 'nur mit grosser Vorsicht jagten und fischten, hielt sich tagsüber im Sumpf verborgen und ging nachts an Land auf Raub aus. Gerstäcker untersuchte mehrere Tage lang eingehend die ganze Umgebung nach dem geheimnisvollen Tier, bekam es aber nicht zu Gesicht und fand auch nirgends Spuren von dem Fabelwesen. Eine englische Expedition endlich will, so hiess es kurz vor dem Kriege, den Gerüchten auf den Grund gehen, die hartnäckig behaupten, dass sich in den grossen, für Menschen völlig undurchdringlichen Sümpfen des Sambesi ein « Wasserelefant » von ungeheurer Grosse aufhalte, der seinem ganzen Aussehen nach Formen vergangener Zeiten angehöre, also ein noch lebender, uns unbekannter Vertreter der Urzeit sei. Wie man sieht, hat die Nüchternheit des zwanzigsten Jahrhunderts die Romantik noch nicht ganz zur Strecke gebracht. Das Pferd ist ein Mittel zur Fortbewegung, dts gegenwärtig eine ziemliche Aktualität für sich beansprucht, da es mit im Lande selbst zu findenden Stoffen betrieben werden kann. Daher dürfte es interessieren, einiges über seine Bauart und Verwendung zu hören. Das Pferd ist ein liebes, sanftmütiges Wesen. Es besteht aus einem Rumpf, vier Beinen, dem Kopf und einem Schwanz. Zwischen Kopf und Rumpf ist der Hals, weil es sonst hässlich aussehen würde. Man benützt ihn, um sich während der Fahrt daran festzuhalten. Denn das Fahren, fachmännisch « Reiten » genannt, ist eine der Hauptverwendungsarten des Pferdes. Manche nennen es ein Vergnügen. Näheres darüber siehe unten. Um das Pferd in Bewegung zu setzen, sagt man « hüh ». Manchmal wirkt es. Der Automobilist wird hingegen besser die sonderbarerweise an den Absätzen anzubringenden «Sporen», eine Art Anlasser, benützen, da ihm das vertrauter ist. Auf eine Bremse hat man bei der Konstruktion des Pferdes geglaubt, verzichten zu können. Dies war, wie man bald festzustellen in der Lage sein wird, ein Missgriff. Um auf dem Pferd zu reiten (siehe oben) stellt man sich in Fahrtrichtung links neben ihm auf, versucht, einen Fuss in den verbrecherisch hoch angebrachten «Steigbügel» zu setzen und stellt, wenn es einem dann geglückt ist, fest, dass man den verkehrten Fuss erwischt hat. Nach längerer Mühe wird es dem sportgestählten Automobilisten gelingen, richtig Fuss zu fassen. Darauf lässt man sich von zwei beherzten Männern durch rückwärtige Unterstützung auf den Sitz heben, der allen Komforts bar ist und den völlig unangebrachten Namen « Sattel » trägt. Jeder Motorradfahrer wird lächeln ob dieser entlehnten Bezeichnung. Nicht einmal gefedert ist der « Sattel »1 Ein kräftiger Mann, der in Fahrtrichtung rechts neben dem Pferd steht, verhindert, dass man auf der andern Seite sofort wieder herunterfällt. Darauf verwickelt man Hände und Arme in ein kompliziert verschlungenes System von Riemen und Schlaufen, die « Zügel », offenbar als primitive Steuerung gedacht, drückt heftig auf beide Anlasser — und fliegt in hohem Bogen wieder hinunter. Diesen Vorgang nennt man « Aufsitzen ». Das Pferd Eine erläuternde Abhandlung für Automobilisten. Nach mehrmaligem Probieren kann es vorkommen, dass man sich an den Ruck beim Anfahren gewöhnt und im Sattel bleibt. Die eigentlich scheusslichen Eigenschaften des Pferdes lernt man aber erst jetzt kennen. Da es nämlich mangelhafterweise nicht mit Rädern ausgestattet ist, bewegt es sich durch fortgesetztes Voreinanderstellen der Beine vorwärts, und das wiederum ist mit Erschütterungen verbunden. Den mindesten Grad nennt man «Schritt». Er gleicht dem langsamen Fahren mit schlechtgepumpten Pneus über frisch' gepflügtes Ackerland. Wenn das Pferd gereizt wird, oder wenn der Reiter unvorsichtigerweiso während der Fahrt auf den Anlasser drückt, versucht es, seiner Bürde mittels «Trab» ledig zu werden. Das ist der Grund, weshalb Anfänger im-i mer dazu angehalten werden sollten, vor Gebrauch des Pferdes ihre Knochen sorgfältig zu numerieren und einen Lageplan dazu anzufertigen. In dien sem Stadium auch erfährt man, dass der Erfinder des Pferdes vergessen hat, an dessen Hals ein paar solide Handgriffe anzubringen. Nichts auf der Welt ist eben vollkommen. Das nächsthöhere Tempo, das man «Galopp > nennt, wird vom Pferd meist allein ausgeübt, da der Reiter nach den ersten Metern an Frau und Kind gedacht und sich durch mehr oder minder eleganten Absprung in Sicherheit gebracht haben wird. Dieses war das Reiten. Das Pferd verbraucht Hafer, Heu und Wasser, da es sich rechtzeitig auf Ersatzbrennstoffe umgestellt hat. Oelen muss man es nicht. An technischen Daten seien die wichtigsten erwähnt: das Pferd ist gegen unsachgemässe Behandlung sehr empfindlich. Es ist durchaus unstatthaft, Einzelteile abzuschrauben — und sei es auch nur zur Reinigung. Demontierbar sind einzig die Lenkvorrichtung, die erschreckend rückständig mit Schnurzug arbeitet, und der « Sattel » (siehe oben). Das Pferd ist auch darum schon eine bemerkenswert wenig durchdachte Konstruktion, weil es ausschliesslich einsitzig und nur mit 1 PS geliefert wird. Dass es in vielen Farben und Dessins auf den Markt kommt, kann über diese Mängel nicht hinwegtäuschen. Auch kann von einer Normierung der Bestandteile keine Rede sein. Ferner hat man (aus Ersparnisgründen?) auf die Armaturen verzichtet, so dass weder Kilometerstand noch Betriebsstoffmenge irgendwo abgelesen werden können. Daneben ist auf jede elektrische Anlage verzichtet worden. Trotzdem ist das Pferd in der Lage, empfindliche Schläge auszuteilen. Dazu benützt es die Beine, deren untere Enden mit magnetförmigen Hufeisen ausgerüstet sind. Ob sich dahinter nicht doch eine elektrische Apparatur verbirgt? Natürlich fehlen Zigarettenanzünder und Bordradio. Eine Hupe ist irgendwo versteckt eingebaut, wird aber vom Pferd recht selbstherrlich verwendet. Aus all diesen Erläuterungen ist zu schliessen, dass das Pferd ein für den gebildeten und Standesbewusten Automobilisten völlig indiskutables Vehikel ist. Hanns U. Christen. 3uq.d ftadi tCtwaUliexen 4$$ Viele Reisen in die Ferne haben der Frage gegolten, ob es noch heute lebende Urwelttiere gibt. Ja, es wurde sogar schon einmal die Möglichkeit erörtert, eine Luftschifferexpedition auszurüsten, um gewisse afrikanische Sumpfgebiete, die angeb- Goldene Regeln für natürliche Schönheitspflege «Ja — wenn ich auch jede Woche zum Friseur und zum Schönheitsinstitut gehen könnte .. .> — Wie oft hört man einen solchen Ausspruch aus Frauenmund beim Anblick einer gutaussehenden Geschlechtsgenossin! Aber warum verspricht man sich alles Heil der Erde immer nur von den künstlichen Schönheitsmitteln, warum müssen es absolut die teuren Cremen und Hautwässer machen? Gewiss, eine gute Creme und etwas Puder wirken manchmal Wunder, aber sie können immer nur nachhelfen, verbessern und eventuelle Schäden überdecken, die durch eine falsche und ungesunde Lebensweise entstanden sind. Also — fassen wir doch das Problem des «Gut- Aussehens> von der anderen Seite an. Da ist zunächst einmal als sehr wichtiger Faktor der gute und gesunde Schlaf. Viele wirklich schöne Frauen antworten ganz einfach, nach dem Geheimnis ihrer Schönheit befragt: «Ich schlafe viel 1> Und wenn man genauer nachfragt, erfährt man, dass sie nicht pur viel schlafen, sondern vor allem gut, das heisst in einem vollkommen abgedunkelten Zimmer, ungestört durch Lärrri oder Geräusche und bei offenem Fenster. Und damit haben wir auch gleich einen weiteren bedeutungsvollen Punkt: den guten Einfluss frischer Luft nämlich. Nichts ist so schädlich für die Haut und das a\U ri gemeine Wohlbefinden als der ständige Aufenthalt in schlechter und verbrauchter Luft. Regelmässige Atemübungen, morgens und abends am offenen Fenster, werden auch der farblosesten, grauen Haut bald eine gesunde Frische verleihen, zumal wenn die Durchblutung der Gewebe durch geeignete Körperübungen unterstützt wird. Sehr nüfzlich ist in dieser Hinsicht auch ein regelmässiger lebhafter Spaziergang (worunter nicht etwa ein geruhsames Dahinschlendern vor den Schaufenstern der Stadt zu verstehen istl). Während des ganzen Spazierganges bemühe^ man sich wiederum gründlich und tief zu atmen. Ein- und Ausatmen sollen sich im Anfang, ohne Zwischenpause, über je vier Schritte erstrecken, später kann dieser Zeitraum dann bis an die Grenze des Möglichen ausgedehnt werden. Schlechtes Wetter ist übrigens kein Grund und keine Entschuldigung, den täglichen Spaziergang ausfallen zu lassen, im Gegenteil — nichts wirkt so anregend auf die Gesichtshaut wie Wind und Regen. Ein besonderes Augenmerk ist weiterhin auf die Ernährung zu richten. Man verringere den Anteil an süssen und stärkehaltigen Nahrungsmitteln und schränke den Fleischverbrauch zugunsten von Gemüsen und Salat ein. An die Stelle des Fleisches können häufig Fischgerichte treten. Gemüse sollte man nach Möglichkeit roh, also in Salatform, zu sich nehmen oder doch wenigstens nur gedämpft anstatt gekocht, um die Vitamine zu erhalten. Aus dem gleichen Grunde ist frisches Obst den Konservenfrüchten vorzuziehen. Den Apfel vor dem Schlafengehen empfahlen bereits unsere Grossmütter, er hat auch heute nichts von seiner Wirksamkeit verloren und ist im Verein mit den obigen Faktoren ein wertvoller Helfer im Streben nach der gesunden und natürlichen Schönheit.

39 — DIENSTAG, 24. SEPTEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE III Hfl! I Tli FRT HFHF IV Wer heute einen Auslandsbrief erhält, ganz gleich in welchem Land er wohnt, aus welchem Land dieser Brief kommt, der kann gewiss sein, dass dieser Brief unterwegs schon von irgendwein gelesen worden ist. Natürlich strahlt der Briefumschlag in jungfräulicher Unberührtheit. Aber man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ausser der offiziellen Briefzensur, die mit aufgeklebten Kontrollstreifen arbeitet, eine andere heimliche Briefzensur gibt, von der wir alle nichts merken oder wenigstens nichts merken sollen. Ueber die modernen Methoden dieser diskreten Briefzensur können wir aus besonderer Quelle — nämlich aus der in London erscheinenden Zeitschrift «Men only» aus der Feder von Louis Katin — einige interessante Einzelheiten verraten. Mit Metternich fing es an Man kann zwar mit Sicherheit annehmen, dass schon zur Zeit der Babylonier Briefe in Ton geöffnet und heimlich gelesen wurden. Man weiss auch, dass die politischen Dokumente der Aegypter nicht immer ungelesen die Grenzen passierten. Aber zu einer regelrechten Wissenschaft des Geheimdienstes wurde die Oeffnung von Briefen erst unter Metternich vor 100 Jahren, als der alte Staatsmann des österreichischen Kaiserreiches es für notwendig hielt, mit diesen Mitteln seine Herrschaft zu sichern. Damals arbeitete man allerdings recht primitiv. Wenn man heute einem offiziellen «Brieföffner» etwas von Wasserdampf erzählt, dann lächelt dieser und weiss, dass man mit viel schöneren und besseren Mitteln arbeiten kann, die auch im Innern des Briefes den Text nicht verschmieren und auch sonst keine Verbrennungsspuren oder leicht gewellte Umschläge zurücklassen. Man arbeitet heute vielmehr so, dass an der Seite ganz schmal der Brief aufgeschnitten wird. Man nimmt den Inhalt heraus, photographiert ihn und steckt dann den Brief wieder zurück, um den Umschlag an der aufgeschnittenen Seite mit einer Papiermasse zu verkleben. Nur mit einem sehr guten Mikroskop kann man die Spuren dieser Klebearbeit wahrnehmen. Das ist der eine Weg, der heute ganz gross und geschäftsmässig durchgeführt wird, den man aber bei der Behandlung von Briefen an gerissene Leute nicht anwendet. Für diese «besseren Leute» hat man die folgenden Methoden entwickelt: Man hebt erst einmal die Briefmarke ab und schneidet ein Loch in das Kuvert. Dann schiebt man durch diese gewonnene Oeffnung einen runden Gegenstand in das Kuvert und rollt den Brief darauf auf. Dann kann man den Brief aufgerollt herausnehmen. Man liest ihn, photographiert ihn und schiebt ihn wieder zurück. Das Loch unter der Briefmarke wird so aufgefüllt, dass es durch die Marke vollkommen natürlich gedeckt ist und auch auf den ersten Blick keine Spur hinterlässt. Aber auch hier weiss natürlich der Fachmann — auch der betroffene —, wo er nach den Spuren derartiger Kontrollen zu suchen hat. schützen sich vor Autound Eisenbahnkrankheit durch Erhfiltllch In allenApoth«k«n oder Zensur Unter der Briefmarke - ein Loch CentraleHomeopathique Romande Genf Das versiegelte Dokument Schwieriger ist es noch, ein versiegeltes Dokument, eingeschriebene Briefe mit Siegel, Wertbriefe, vertrauliche diplomatische Korrespondenz mit Amtssiegel, zu öffnen, zu lesen und wieder zu verschliessen. Früher war es sehr schwer, man musste den Siegellack vorsichtig mit einem Messer abheben, den möglichen Unfällen bei, dieser Arbeit vorbeugen, indem man einen Wachsabdruck nahm. Und dann geht natürlich die Oeffnung des Briefes normal vor sich. Heute hat man auch für derartige Siegel-Geschäfte bequemere Methoden. Ein gut eingerichtetes «schwarzes Büro» einer Regierung hat die nötigen Stempel und Siegel auf Vorrat zur Hand. Auch gibt es heute in diesen Büros Experten für zahlreiche Fremdsprachen. Kopien brauchen nicht mehr mit der Hand gemacht zu werden, sondern gehen sicherer photographisch vor sich. Es ist heute gewissermassen (NR) Geheimdienste aller Arten spielen heute wieder eine grosse Rolle. Aber sie sind doch meist nur ein «Rad am Wagen» einer politischen Idee oder einer dunklen Absicht. Um so Seien wir nur nicht so stolz auf unsere Fortschritte und Erkenntnisse. Sie haben alles schon vor uns gewusst, auch wenn es nicht an die grosse Glocke gehängt wurde — wohl aus der Befürchtung heraus, das Volk zu sehr aufzuklären und Verwirrung in den Gemütern zu erzeugen. Heute weiss man, dass schon im alten Griechenland und in Rom die wirklich gebildeten Leute ganz einig darüber waren, dass die Erde die Gestalt einer Kugel hatte. Sogar die Zentralstellung der Sonne für unser System scheint bekannt gewesen zu sein. Kannte man aber die Kugelgestalt der Erde, dann lag der Schluss nahe, um sie herumzufahren, um auf der anderen Seite wieder heraufzukommen: Arabische Mathematiker scheinen die nötigen Berechnungen aufgestellt zu haben. Freilich hatten inzwischen andere Waghälse — ohne Berechnungen den Sprung über den Ozean gewagt. Diese ersten Waghälse scheinen die Wikinger gewesen zu sein, die via Island und Grönland die amerikanische Küste herunterfuhren. Ausserdem scheint von Island aus eine irische Expedition nach Amerika gelangt zu sein. Aber bis jetzt hatte man wenigstens angenommen, Kolumbus, der entthronte Amerika-Entdecker, sei wenigstens auf der Südroute zuerst nach Mittel-Amerika gekommen. Auch das erweist sich nun als unrichtig. Folgt man den Archivakten, die man in Lissabon entdeckte, dann sind die Araber schon « ein Vergnügen», amtlicher Brieföffner zu sein. Auch sogenannte unsichtbare Briefe, Briefe mit Text zwischen den Zeilen, kann man heute sehr geschickt behandeln. Die chemische Fertigkeit geht soweit, dass man einen Brief mit Geheimschrift sichtbar machen kann und nach Kenntnisnahme diese Schrift wieder verschwinden lässt, so dass der Empfänger keine Ahnung hat, dass man ihm in die Karten gesehen hat. Jedenfalls kann er unter normalen Umständen keinen Verdacht schöpfen. Mindestens aber soll er keinen Verdacht schöpfen. Wir entnehmen aus diesen kurzen Andeutungen schon, dass es* sich heute bei der amtlichen Brieföffnung — vor allem bei der unsichtbaren, diskreten und verheimlichten Oeffnung von Briefen — um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, die natürlich mit mehr oder weniger Geschick ausgeführt werden kann. Es gibt Länder, in denen derartige Geschicklichkeit angeboren ist, und andere, in denen die damit beauftragten Beamten es nie lernen. Früher wurde die Wissenschaft der Brieföffnung innerhalb von Familien weitergegeben, Diese Familien standen im Staatsdienst und blieben auch im Staatsdienst, vom Vater auf den Sohn, wobei allerdings das Privatleben dieser Leute streng überwacht wurde und ihnen kaum eine Möglichkeit der freien Bewegung oder der Fühlungnahme mit anderen Menschen gegeben war. Schliesslich blickten sie in zu viele Geheimnisse hinein, als dass man ihren Mund ungehemmt hätte sprechen lassen können. Heute werden die Beamten vereidigt und halten natürlich den Mund — besonders dann, wenn es sich um die unsichtbare Kontrolle handelt, von der niemand etwas wissen soll. sehr früh nach Süd- bzw. Mittelamerika vorgesfossen. Von ihnen jedenfalls haben die Portugiesen die nötigen Fingerzeige übernommen, um sich auf die Fahrt nach Westen zu machen. grösser ist die Leistung des portugiesischen ^Däbei war man sich anscheinend genau m Geheimdienstes zu bewerten, der es vor 450 klaren, dass man auf diesem Weg nicht nach Jahren fertigbrachte (durch eine gute Spionageabwehr) einen ganzen Erdteil vor der sondern auf einen ganz anderen Erdteil stos- Indien kam, wie Kolumbus viel später meinte, Welt zu verheimlichen. sen müsse. Route Andermatt - Oberalp - Sedrun - Disentis. Günstige Mittags- und Uebernachtstation. Zimmer mit fliessendem Kalt- und Warmwasser. Cafe- Restaurant, Bündnerstube. Forellen, Tavetscher Schinken, Bindenfleisch, Geisskäse. Ia. Veltlinerweine. Grosse Garage, auch für Gesellschaften. Telephon 1. H. Decurtins-Agosti. Bes. Gelesen - wieder verschwanden Geheimdienst vor 450 Jahren Viel heller als man dachte. Kolumbus, der Verspätete. Sedrun 1450 m Hotel Kurhaus Oberalp Es lässt sich nachprüfen, dass schon um das Jahr 1341 erfolgreiche Versuche unternommen worden sind, um über die kanarischen Inseln hinaus vorzustossen. Aber alles wurde sehr streng vertraulich behandelt. Als Kolumbus später mit seiner grossen «Entdeckung» herauskam, konnten die Portugiesen lachen; denn ihnen erzählte man nichts Neues. Aber eben deshalb hatten sie ja auch alles getan, um*die Ausreise des Kolumbus zu verhindern — deshalb hatten sie jede Subvention abgelehnt. Ihnen konnte man aus dem Westen keine Enthüllungen mehr bescheren. Keiner durfte darüber reden. Doch mit der Kolumbus-Reise ändert sich eines: die Entdeckung Amerikas wurde offiziell und weltbekannt. Denn bis dahin hatten die Portugiesen ihr Geheimnis vortrefflich gehütet. Sie hatten in Lissabon und für die ganze Iberische Halbinsel einen Geheimdienst organisiert, der darauf sah, dass die von den portugiesischen Seefahrern heimgebrachten Berichte und Seekarten nicht in fremde Hände gerieten. Man wollte erst festen Fuss fassen drüben, um dann mit fertigen und vollendeten Tatsachen der Welt entgegenzutreten. Aus Kastilien wurden die besten Geheimagenten des spanischen Hofs eingesetzt, um die Geheimkarten, von denen man hatte läuten hören, zu besorgen. Geheimdienst stand gegen Geheimdienst. Man lieferte sich böse Schlachten im Dunkeln — Kämpfe, wie sie sich auch heute noch abwickeln, wenn eine Spionageorganisation mit einer Abwehrorgani- T.c.s. Inserieren bringt Gewinn sation zweier feindlicher Länder ins «Handgemenge> kommen. Vor allem achtete man auch peinlichst darauf, dass von spanischen Schiffen keine portugiesischen Steuerleute und Seeleute anderer Grade angeheuert wurden. Liess sich jemand dennoch anheuern, dann konnte or sicher sein, dass man ihm in irgendeiner Hafenkneipe \n Spanien das Lebenslicht ausblies. Und scheinbar wusste keiner — warum ... Nur die Männer hinter den Kulissen wussten, dass der geheimzuhaltende Seeweg nach Amerika (dem man allerdings noch keinen Namen gegeben hatte) wieder einmal gerettet worden war. Eine Anzahl Beweise dafür, dass die Portugiesen nicht nur die Küsten berührten, sondern mit den Eingeborenen in Beziehung traten, sind später von den Spaniern entdeckt, aber freilich der Welt nie bekanntgegeben worden, um nicht das «Erstgeburtsrecht> zu verlieren. Ein interessantes Beweisstück sind die Perlen, die man an der nordbrasilianischen Küste in den Händen von Eingeborenen fand und die diese von Portugiesen erhalten haben mussten. Denn die Perlen wurden damals in Europa nur in Murano bei Genua nach einem Geheimverfahren hergestellt. Mit Genua aber stand Portugal in guten geschäftlichen Beziehungen. Es ist also heute erwiesen, dass nicht einmal Mittel-Amerika von Kolumbus entdeckt wurde, sondern die Portugiesen Süd- und Zentral- Amerika vor ihm kannten. Sie kamen jedoch um den Ruhm, weil sie mit ihrer Kenntnis zu lange hinter dem Berg gehalten hatten.. * lÜahec kommt dee «£euUuwt»? Die Bezeichnung «Leutnant» kommt aus dem Französischen — von «Lieu tenant» = Stellvertreter. Das weiss jedermann. Aber auch das französische Wort ist noch nicht gar zu alt: bis zum Jahr 1500 etwa kannte man nur das lateinische «Locum Tenens» oder «Lokotenent », was im Mittelalter die Bezeichnung für ddh Stellvertreter des Hauptmanns eines Fähnleins war. Damals also war der Leutnant schon das, was er heute ist: die unterste Rangstufe auf der Offizierslaufbahn. Im Laufe der kommenden Jahrhunderte än-> derte sich das gründlich: in der französischen Armee wurde allmählich «Le Lieutenant du Roi» oder oft auch kurz nur «Le Lieutenant» als Vertreter des Königs der tatsächliche Oberkommandierende der Armee, dem auch die Generäle zu gehorchen hatten. Dann wieder begann seine militärische Kommandogewalt, die manchmal zu einer bedenklichen Doppelspurigkeit geführt hatte, zu schwinden und er wurde allmählich etwa das, was man heute in militärisch besetzten Gebieten als « Chef der Zivilgewalt » oder so ähnlich zu bezeichnen pflegt. Hier wäre die beste Uebersetzung zweifellos « Statthalter ». Die bekannteste Figur in diesem Sinne dürfte der durch Goethes « Dichtung und Wahrheit» und später Gutzkows Schauspiel berühmt gewordene «Königsleutnant» Graf Thorane gewesen sein. Von jener Zeit her haben sich nach und nach in den verschiedenen Heeren Titel wie « General-Leutnant » und «Oberst-Leutnant » entwickelt, die jeweils den dem betreffenden Kommandeur nächststehenden Offizier kennzeichnen. (Irreführend war jedoch der österreichische Titel « Feldmarschall-Leutnant », der lediglich dem eines General-Leutnants in anderen Armeen entsprach.) Vom Jahr 1672 an erst erscheint im französischen Heer wieder der Titel «Lieutenant» ganz unten auf der Offiziers-Rangleiter: er ist wieder in seine usprüngliche Stellung als Vertreter des Kompagnieführers eingerückt. Es gibt dann noch eine neue Komplikation, die sich auch in den anderen Armeen einführt: der Leutnant erhält seinerseits einen Stellvertreter, der als « Second-Lieutenant» bezeichnet wird, wodurch logischerweise der höhere Rang den Titel « Premier-Lieutenant » bekommt. In den deutschsprachigen Heeren wird dann schliesslich gegen Anfang unseres Jahrhunderts für den « Premier* die Bezeichnung « Oberleutnant » eingeführt — und von diesem Moment an ist Titel und Stellung des « Leutnants » in seiner heutigen Bedeutung festgelegt. O. Pr. Gstaad Perlen aus Genua. Hotel Viktoria Fliessendes Wasser. Zimmer Fr. 3.50 Gute Küche. Garage. Telephon 31 A. Wantx-Stelnegger; Inh. wasserdicht, stoBtlcher, antimagn.ete. Fr.59.- automet.Aufzug Fr.80.- FISCHER Seefeldstraße 47, Zürich 8