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E_1940_Zeitung_Nr.040

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n? AUTOMOBIU-REVUB

n? AUTOMOBIU-REVUB DüENSTJüG, 1. OKTOBER 1940 — N° 40 Amerikas schwere Sorgen Wenn die Lifts nicht gehen Das müssten'Sie erlebt haben: die City von New York sehen, wenn die Liftboys streiken und die Aufzüge in den Wolkenkratzer nicht verkehren. An diesem Tage kommen die meisten New Yorker darauf, dass auch die Wolkenkratzer Stiegen haben — das wussten sie nämlich nicht, und viele haben wirklich Mühe, die Stiegenaufgänge zu finden. Vor allem bemerkt man, dass die Stiegen eng und schmal sind — vollkommen ungenügend für die vielen tausend Leute, welche in dem Wolkenkratzer zu tun haben. Wenn heute ein Feuer ausbricht... Nicht auszudenken! Aber man darf den Baumeistern keine Vorwürfe machen. Sie konnten wirklich nicht daran denken, dass die Aufzüge picht gehen würden. Ein Wolkenkratzer ohne Lift ist genau so unmöglich wie eine Frau ohne rote Fingernägel. (New Yorker Sprichwort.) Wenn die Aufzüge nicht gehen, entstehen tumultartige Versammlungen im Erdgeschoss. Einige faule Büromenschen drehen sich um und gehen nach Hause. Die Europäer wundern sich: Sie haben doch Büros! Ja, aber da müsste man einen echten New Yorker nicht kennen. Ein ungeschriebenes Gesetz sagt, dass Angestellte eines Büros oberhalb des 20. Stockwerks nicht ins Büro kommen müssen, wenn die Lifts nicht verkehren. Bis zum 19. Stockwerk geht man in die Arbeit — aber wie! Lachend und Tangsam und « gemütlich », sogar sehr gemütlich, obwohl die New Yorker immer behaupten, dass sie dieses Wort nicht kennen. Sie kennen es sehr gut, sie richten sich auch danach. Mag der Chef oben toben und auf die Uhr schauen. Er soll froh sein, wenn er (dank einem komplizierten Weiterreich-System) wenigstens die Post hinaufgesendet bekommt. Der dreiundachtzigjährige Leitartikler Mr. Harnson Robertson ist der Stolz der amerikanischen Zeitungswelt. Er ist klein, grauhaarig, seit 61 Jahren Redakteur des LouisviTle Courier Journal und 83 Jahre alt. Mr. Robertson schreibt noch immer den täglichen Leitartikel seines Blattes und lässt es sich nicht nehmen, die erste Seite zu « umbrechen», wie der Fachausdruck lautet. Mit seinen 83 Jahren ist er der lebendigste Beweis dafür, dass auch Zeitungsarbeit in der Nacht nicht so ungesund ist wie alle Leute sagen. Mr. Robertson gehört zu den wenigen Menschen, welche der Vergangenheit keine Träne nachweinen und nicht immer von der «guten alten Zeit» reden. Im Gegenteil, meint der alte Leitartikler, es ist heute schöner mit den grossen Rotationsmaschinen als wie vor 61 Jahren, als man das Blatt mit der Hand schrieb und vervielfältigte. Damals schaute man bei einem Redakteur nur darauf, dass er eine schöne Handschrift hatte — wie und was er schrieb, war weniger wichtig. «Früher war die Zeitung nur für ihre Besitzer da, welche sich bemühten, ihre Gegner zu verhöhnen und sich selbst damit zu helfen,» sagte er. «Heute ist die Zeitung für- die Oeffentlichkeit. Nein, es ist heute viel schöner als es damals war — trotz der dummen Menschen, welche so gern Krieg machen.» Ein Pferd in Wallstreet Heute früh war grosse Sensation in Wallstreet. Nein, weder Hausse noch Baisse, weder Skandal bei Morgan noch Zusammenbruch einer Brokerfirma. Die Landleute werden lachen — aber es ist keine Uebertreibung: das Pferdchen, das vor dem Gehäuse eines vornehmen Trusts stand, war wirklich eine Sensation. Alte Wallstreetler erinnern sich nicht, in dieser goldgepflasterten Strasse jemals einen Vierfüssler gesehen zu haben. Was der Brotwagen mit seinem Zugpferd in Wallstreet machte, ist ungeklärt geblieben. Aber der Kutscher war in ein Haus gegangen, und das Pferd blieb sich selbst überlassen. Anscheinend tat ihm der spekulationslustige Boden gut. Es trottete übers Trottoir, zum Vergnügen der Börsenjobber und Beinahe-Millionäre, die in weitem Schwärm nachliefen. Vergessen waren die Aktien, die Kunden, die wichtigen Verabredungen, die Gewinne und Verluste. Das Pferd ging, allmählich unruhig gemacht, über das Pflaster, über das sonst die reichsten Leute der Welt fahren und die ganze Gemeinde lief im Hailoh hinterher. J.W. Der Ohrenkhps neuester Art. « Zwanzig Franken Belohnung demjenigen, welcher mir den Namen jenes Rohlings mitteilt, der meinen Hund dermassen prügelte, dass er einging. J. P., Blumengasse 4, 1. St.» Drei Tage meldete sich niemand. Am vierten kam ein Mitglied vom Tierschutzverein. Erst am fünften Tage zeigte sich jemand der mit sachdienlichen Mitteilungen ausrücken konnte. «Ich bin da wegen den zwanzig Franken», eröffnete der Unbekannte das Gespräch. « So, Sie kennen also den Bösewicht, der meinen Hund erschlug?» fragte gespannt J.P. « Jawohl.» «Wie heisst er?» « Mein Herr, ich denunziere nur gegen Vorausbezahlung!» «Kommt nicht in Frage. Zuerst den Namen?» «Gut, — dann auf Wiedersehen...» erwiderte gelassen der Mann vor der Türe, schob seinen Hut ins Genick und wollte gehen. «Nein, warten Sie... also hier ist das Geld, wer war es? » «Wer es war, Moment mal, ich muss zuerst nachzählen!» Umständlich zählte er die Frankenstücke, Hess sie dann maliziös lächelnd in die Hosentasche gleiten und räusperte sich. « Ja, also, wenn Sie es unbedingt wissen wollen: Ich war's...» «Wasss?» « Ich.» «So eine Frechheit... da holen Sie noch das Geld...» « Natürlich. Das ist mein Recht. Ich weiss doch den Namen des Uebeltäters!» _ « Das wird Ihnen teuer zu stehen kommen. Also wie heissen Sie? » «Warum? » «... Warum ... weil ich Sie einklagen will.» « Das hat keinen Wert. Ich habe nämlich schon Klage eingereicht gegen Sie.» «Natürlich. Ihr Hund hat meinem Jungen die Kleider zerrissen. Der Schaden beläuft sich auf mindestens vierzig Franken, ohne Schmerzensgeld.» « Der Junge wird ihn geneckt haben. Mein Hund hat poch niemanden ein Haar gekrümmt. Also, ich verzichte auf die Klage. Hier sind noch zwanzig Franken, dann sind wir quitt. Einverstanden?» «Lächerlich. Der Schaden beträgt vierzig Kleine Wichtigkeiten für die Frau Wir haben hier einen jener harmlosen kleinen Mode-Effekte vor uns, der den Frauen viel Freude bereitet, weil er immer kleidsam ist. Auf diesem Gebiete sind in künstlerischem Belang nicht zu unterschätzende Fortschritte zu verzeichnen, denn man zeigt durchaus nicht nur Phamasiemodelle ornamentaler Art, sondern vielfach auch sehr originelle Entwürfe figuralen Stils. Ein an seinen Flügeln mit bunten Steinen besetzter Schmetterling, ein vielfarbiger Vogel oder ein schillerndes Fischlein dürfen wir als Anregungen einer entzückenden Mode betrachten. Nehmt den Ehemann bei der Eitelkeit! Kein Mann ist ein geborener Ehemann. Die besten Ehemännner werden «zu Hause » gemacht. Für jene scheinbar hoffnungslosen Fälle, in denen die Gattin es seufzend aufgegeben hat, den Gatten so zu formen, wie er nach ihrer Auffassung sein müsste, fügen wir einige Ratschläge an, die sich in der Lebenspraxis recht häufig bewährt haben. Wenn eine Ehefrau bei ihrem Mann eine schlechte Gewohnheit beobachtet, so braucht sie sich keineswegs zu scheuen, ihn zu bitten, diese Gewohnheit aufzugeben — sofern sie es auf folgende diplomatische Weise tut: Sie bietet ihm an, selbst irgendeine Angewohnheit aufzugeben, die ihm nicht passt. Es handelt sich also gewissermassen um einen Austausch, um einen Kompromiss, mit dem beiden Teilen gedient ist. Wichtiger aber ist noch, den Gatten ein wenig bei der Eitelkeit zu nehmen — vor allem dann, wenn er an einem Minderwertigkeitskomplex leidet. Man muss ihm seine starken Seiten in den positiven Möglichkeiten lobend naherückep, nicht ohne auf die dringende Notwendigkeit hinzuweisen, diese oder jene Schwäche aufzugeben. Diese Umformungen können sich natürlich nicht von heute auf morgen erledigen, manchmal braucht man Jahre dazu. Aber beschäftigen wir uns auch einmal mit den praktischen Möglichkeiten, die in einem Ehemann liegen. Weshalb soll eine Ehefrau, die kein Dienstmädchen hat, den Gatten, besonders dann, wenn Gäste erwartet werden, nicht zu irgendwelchen Hilfeleistungen heranziehen? Wenn Männer kochen können, dann können sie es meist ganz gut. Aber man braucht nicht mit sensationellen Leistungen anzufangen, sondern lässt ihn vielleicht den Geschäft *.. Franken. Das erste Geld war doch für die Auskunft. » «... Sie Erpresser... also da ist der Rest. Hauen Sie ab.» «Keineswegs. Ich muss noch zehn Franken Schmerzensgeld kassieren. Der Arzt meinte zwar, ich dürfte zwanzig verlangen. Aber ich bin ein Christ...» « Ein ganz gemeiner Hund sind Sie, ein Erpresser, ein Lump...» Mit diesen Worten schmiss er ihm die zehn Franken hin und drauffolgend die Wohnungstüre zu. Keine Minute später läutet es wieder. Erneut steht der Unbekannte da. J. P. schäumt vor Wut. «•Was wollen Sie noch, Sie...Sie unverschämter Mensch?» « Unsere Angelegenheit ist noch nicht fertig », erwiderte ruhig der Mann unter der Türe. «Sie haben noch eine Busse zu gewärtigen, weil der Hund ohne Maulkorb und nicht an der Leine lief. Der Fürsprecher glaubt, dass es Sie zwanzig Franken kosten wird. Für die Hälfte erspare ich Ihnen den Aergef einer Anzeige.» J. P. rang nach Atem. So eine impertinente Frechheit. « Gehen Sie », hauchte er, « oder es gibt einen Mord.» «Aber, aber», beruhigte der Mann, der nicht aus der Fassung zu bringen war, « wer wollte sich einen Gerichtsnandel aufladen wegen lumpigen zehn Franken? Zahlen Sie, und die Sache ist all right.» J. P. zahlte. Nicht nur mit seinem letzten Geld. Auch mit Aufwendung seiner letzten Kraft. Er war einer Ohnmacht nahe. Sorgfältig strich der Mann sein Geld ein. Dann lüftete er höflich seinen Hut und wandte sich zum Gehen. Er war schon einige Tritte abwärts gestiegen, als er plötzlich stehen blieb, sich umkehrte und teuflisch lächelnd nach dem verdutzten J. P. sah. « Uebrigens, was ich noch sagen wollte », begann er, « meinen herzlichsten Dank noch für die Annonce in der Zeitung. Ich hätte nämlich sonst nicht gewusst, wem der Hund gehörte...» Der nachgeschmissene Stiefel traf leider nicht das traurige Subjekt, sondern eine völlig harmlose Korridorlampe, die, wie eben immer im leben, dafür büssen musste, was andere verbrochen. Walter Klebsattel. Salat fertigmachen oder die Aufsicht führen, wenn das Steak langsam schmort. Kein vernünftiger Ehemann — der sich seiner Kochkünste bewusst ist — wird nein sagen, wenn die Ehefrau ihm vorschlägt: «Für heute abend — für das Essen — machst du wohl am besten die Pommes frites und den Salat. Und ich mache das Fleisch und das Dessert...» Nach einigen kleinen Fehlschlägen geht es meist ausgezeichnet. Der Ehemann, der auch in der Küche ernstgenommen wird, fühlt sich ganz anders, sofern er nicht nur spülen und abtrocknen muss... Wiegenlied Mondgold rinnt auf Busch und Dach, träumend singt der Weidenbach, Bäumchen weht am Hange, Stieglitz schläft schon lange. Häschen träumt im weichen Sand, Känguruh im fernen Land. Hoch am Himmelsbogen kommt ein Storch geflogen, flattert seinem Neste zu. Schlafe, Liebchen, schlafe du. Katharina Waldisberg. Schietende Auqen ~ schnwt&tos kwüvtt (NR) Die moderne Heükunst befasst sich auch mit jenem Uebel, das man bis vor einigen Jahren nicht für reparierbar hielt, sondern für welches man Brillen und ähnliche Hilfsmittel zur vorübergehenden Ausgleichung besorgte. Wir sprechen von den Augen mit mehr oder weniger starken Fehlern. Es tat sich der modernen Heilkunst offenbar, dass Augenfehler in fast allen Fällen die Folgeerscheinungen von allgemeinen gesundheitlichen Störungen sind, sofern nicht ein Mangel in der Betätigungsmöglichkeit eines Augenmuskels vorliegt. Dieser letztere Punkt soll uns hier ganz besonders interessieren. Denn es scheint neuerdings gelungen zu sein, auch schielende Augen in vielen Fällen auch ohne Operation durch geschicktes Training wieder gesund zu machen. Denn schielende Augen sind ein krankhafter Zustand, wenn sich diese Krankhaftigkeit auch nur auf die Augenmuskeln bezieht. Mit einer Idee begann es. Heute gibt es in Europa vermutlich 4 bis 5 Millionen Menschen, die schielen. Man muss nun unterscheiden zwischen denjenigen Leuten, die ganz in die Ecke gucken und den anderen, deren Auge nur schwach von der Achse abweicht. Man hat durch die neue Technik der Orthoptik erreicht, dass von den schweren Fällen des Schielens 40 bis 60% glatt geheilt werden konnten. Der Weg bis zu dieser Heilung, bis zur einwandfreien Feststellung der Möglichkeiten schielende Augen zum Gesunden zu bringen, war umständlich und begann vor rund 40 Jahren, als die ersten Stereoskope geschaffen wurden. Es handelt sich bei einem Stereoskop bekanntlich um ein Gerät, das zwei getrennte Sichtmöglichkeiten, für das Auge bietet Also für jedes Auge ein Fenster und für jedes Fenster ein Bild, das auf einer Schiene verschoben werden kann. Bei einem normalen Auge gleicht sich die Sicht der beiden Augen auf die beiden Bilder so aus, dass nur ein einziges Bild im Gehirn des Menschen empfangen wird, ein Bild, das aus der Zusammenziehung der beiden Augeneindrücke entsteht. Wenn aber bei einem Menschen ein Augenfehler vorliegt, sieht er ganz getrennte Bilder, es ist also nicht möglich, für ihn eine einheitliche Aufnahme zu erzielen. Die Augen erblicken getrennt ganz verschiedene Bilder und haben alle Mühe, diese verschiedenen Bilder zu verarbeiten. Ein Kind - ein Vogel - ein Käfig. •Die moderne Methode, schielende Augen wieder in die gleiche Richtung zu bringen, arbeitet nun auf folgende Art und Weise: ein Kind mit schielenden Augen wird vor ein Gerät gesetzt, das eine grossartige Ausarbeitung der ursprünglichen Idee des Stereoskopes darstellt. Auf der Laufschiene werden auch Bilder aufgebaut. Aber wenn man bei schielenden Augen getrennte Bilder bringt, dann nimmt das rechte Auge das eine Bild auf und das linke Auge ein anderes Bild, wobei sich dann meist eine Ermüdungserscheinung entwickelt, die dazu zwingt, nur mit dem einen Auge zu sehen. Das andere Auge wird vernachlässigt und langsam schwächer. Nun zwingt man die Augen auf folgende Weise sich den vorgesetzten Bildern anzupassen: auf dem einen Bild ist ein Käfig, auf dem anderen Bild ein Vogel. Im ersten Augenblick sieht das schielende Kind mit dem einen Auge einen Käfig und mit dem anderen Auge einen Vogel. Nun werden die Bilder auf der Achse verschoben und näher aneinander gebracht oder auseinandergezogen. Man ersucht das Kind unter allen Umständen Vogel und Käfig im Auge zu behalten. Und auf einmal ruft das Kind aus: «Jetzt ist der Vogel im Käfig.» Damit ist der erste Erfolg erzielt. Man hat die beiden Augen gezwungen ein einheitliches Bild aus zwei verschiedenen Eindrücken zu formen. Lange hält es niemand ans. Die Fortsetzung der Experimente besteht darin, dass man das Kind veranlasst, den Vogel unbedingt im Käfig zu lassen und zu behalten. Denn man beginnt nun langsam die Bilder so zurecht zu rücken, dass zum Schluss die Augen ganz normal stehen. Das ist im ersten Gang vielleicht nicht möglich. Aber nach und nach passen sich die Augen an. Das Resultat ist erstaunlich. Aber derartiges Augentraining, wobei die Muskeln zu ungewöhnlich hohen Leistungen herangezogen werden, sind sehr ermüdend. Selbst ein starker Mann ist nach einigen Minuten vollkommen «erschossen». Seine Augen, seine Augenmuskeln, seine Kopfnerven machen nicht mehr mit. Wird aber ein solches Training über einige Monate fortgesetzt und finden in jeder Woche zwei Sitzungen statt, dann erzielt man in der Regel zum Schluss dieser Experimental-Serie einen glänzenden Erfolg. Um das inzwischen schwächer gewordene Auge, das durch die Ueberlastung des anderen Auges ausser Funktion gesetzt war, wieder zu stärken, schicken zahlreiche Augenärzte die Patienten ins Kino, wobei das stärkere Auge mit einer schwarzen Binde verschlossen wird und der Film nur mit dem schwachen Auge verfolgt werden darf. Die Aerzte sind der Ansicht, dass man die Kinder oft dadurch zum Schielen bringt, dass man ihnen bei längerer Krankheit zuviel Bücher und andere Dinge gibt, deren Verfolgung die Augen zu stark anstrengt. Kranke Kinder sollten lieber mit Grammcphonplatten oder Radio unterhalten werden, also mit Dingen, die keine Augenbelastung darstellen.

40 DIENSTAG, 1. OKTOBER 1940 AUTOMOBIL-REVUP III WE LTGESt IIIIHI N Englische Langstreckenbomber Die militärischen Operationen im Westen Europas haben die Bombenflugzeuge, die täglich in feindliches Gebiet eindringen, besonders stark ins Rampenlicht der Oeffentlichkeit treten lassen. Doch die beiden gegnerischen Waffen kämpfen nicht unter denselben Verhältnissen um die Zerstörung der Kriegsindustrie: Während Deutschland seine Flugzeuge in Belgien und am Aermelkanal aufsteigen lassen kann und nach 100 oder 200 km bereits die Ziele erreicht, muss die Royal Air Force zum mindesten die Nordsee überfliegen. Diese Tatsache erklärt sofort, warum die deutsche Luftwaffe unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht jenes Gewicht auf die Langstreckenbomber zu legen braucht wie Albion. Die Bombenmaschine macht keine Ausnahme von der Regel, dass jedes Flug- und Fahrzeug in seinem konstruktiven Aufbau einen Kompromiss zwischen verschiedenartigen Anforderungen darstellt, im Falle des Langstreckenbombers: Grosse Reichweite, höchste Nutz- (d. h. Bomben-) last, hohe Geschwindigkeit und starke Defensivkraft. Der erste Faktor entscheidet abschliessend darüber, welche Objekte im feindlichen Gebiet erreicht und dadurch aus dem Produktionsprozess ausgeschaltet werden können, der zweite ist massgebend für die «Tiefenwirkung» der Bombenabwürfe, vom dritten und vierten hängt ab, wie weit die Bombenflugzeuge überhaupt eingesetzt werden können. Da diese Maschinen stündlich einen Brennstoffverbrauch von 150 bis 200 Liter aufweisen, soll die Bauweise eines Apparates, der beispielsweise für einen zehnstündigen Dauerflug berechnet ist, im weiteren die Aufnahme von bis 2000 kg Benzin ermöglichen. Das Gewicht der Bombenlast moderner zweimotoriger Flugzeuge beträgt 1500 bis 3000 kg; der viermotorige amerikanische Boeing 299 kann bis zu 4000 kg aufnehmen. Es lässt sich aus diesen Gründen nicht umgehen, dass die Langstreckenbomber bedeutend grösser und stärker dimensioniert werden müssen als beispielsweise die Jagdflug- Die Heckkanzel eines «Whitleyn-Bombers. Der Schütze sitzt beim Feuern in einen mit dem Boden fest verbundenen Stuhl; dagegen ist der Boden vermittelst hydraulischen Antriebs drehbar, 80 dass ein bewegliches Ziel leichter in der Schussrichtung behalten werden kann. Die Feuergeschwindigkeit dieser MG. beträgt 1200 Schuss pro Minute, diejenige einer yierläufigen Kanzel rund 5000 Schuss. Der Armstrong-Witworth «Whitley» wird durch zwei Motoren Rolls-Royce cMerlin X» angetrieben, die ihm eine Maximalleistung von 2290 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von rund 400 km/St, geben. Die maximale Flugdietanz beträgt 2200 km; die Bewaffnung besteht aus 5 Maschinengewehren. Der Viokers-Armstrong «Wellington» weist eine Motorenleistung von 2060 PS auf (mit 2 Bristol- Hercules-Motoren 2600 PS), erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 425 km/St., ist mit 5 Maschinengewehren bestückt und soll im Non-Stop-Flug über 5000 km zurücklegen können. zeuge, deren Hauptvorzüge in höchster Geschwindigkeit, grosser Wendigkeit und starker Feuerkraft liegen sollen. Sie werden «ungelenkiger» und langsamer; doch kann dieser Nachteil zum Teil dadurch aufgehoben werden, dass der grosse Tragflächeninhalt ein hohes Flugniveau erlaubt und dass die Armierung entsprechend stark gewählt wird. In Bezug auf diesen letzteren Punkt unterscheidet sich die englische Konstruktion prinzipiell von der deutschen: Während diese durch die Schnittigkeit, ja man möchte sagen Eleganz der Linienführung besticht (man denke an die beiden Dornier Do 17 und Do 215 mit dem bezeichnenden Namen «Fliegende Bleistifte»), sind die englischen Modelle massiver gehalten, was ermöglicht, am Schwanzende einen nach allen Seiten drehbaren Geschützturm aufzunehmen. Interessant ist, dass nach Angaben von drüben die kompetenten Stellen bei gewissen Modellen einen Geschwindigkeitsverlust von rund 80 km/St, in Kauf genommen haben, um den Einbau eines solches Geschützturms zu ermöglichen. Als Kraftquelle dienen meistens zwei gekuppelte Motoren von je 850 bis 1300 PS. Diese zweimotorige Bauart findet einen grossen Anklang, weil sie einerseits ermöglicht, auch beim Aussetzen des einen Motors die Ausgangsbasis dennoch zu erreichen, anderseits, weil die Leistung auch für grosse Ansprüche erfahrungsgemäss genügt und jede weitere Vermehrung der Antriebsaggregate nicht nur eine Vermehrung des Totgewichts, sondern auch des Brennstoffverbrauchs bedeutet. Mit einer Flügelspannweite von 26 Metern, wie sie beispielsweise der «Wellington» aufweist, ist die Dimensionierung ohnehin gross genug. Die bekanntesten Modelle der Royal Air Force sind der bereits genannte «Wellington» des Rüstungskonzerns Vickers-Armstrong, der «Whitley» der Firma Armstrong-Witworth und der «Hampden» der seit Jahren bekannten Verkehrsflugzeugfabrik Handley-Page. Selbstredend existieren daneben noch weitere Modelle von Bombenmaschinen wie der Vickers «Wellesley» (einmotorig), der Bristol «Blenheim» (mit einer Nutzlast von 800 kg, daneben aber auch mit den Eigenschaften einer Jagdmaschine), der Handley-Page «Hereford», der Bristol «Beaufort» usw. Sie sind aber für andere Zwecke als Langstreckenflüge bestimmt und in ihrem Aufbau ihren Aufgaben angepasst, weshalb sie an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden sollen. Die Montage eines «Whitley»-Flügels. Die Besatzung dieser Flugzeugtypen besteht aus 4 bis 5 Mann: dem Piloten, dem Navigatoren, der gleichzeitig entweder Bombenschütze oder Radio-Telegraphist ist, sowie Der unverschalte Rumpf des «Wellingtons, der nach dem geodätischen Prinzip gebaut wird, d. h. er besteht ausechliesslich aus Spanten, die in Querschnitt und Formung so berechnet sind, dass sie die grösste Widerstandskraft gegen die verschiedenen Arten von Beanspruchung aufweisen. zwei Maschinengewehrschützen in den Bugund Heckkanzeln. Einzig beim «Whitley» sind die Funktionen von Bombenschütze und Radio- Telegraphist getrennt. 0 A BASE DE FINE CHAMPAGNE Wenn Bern, dann Casino v --e^Ä^- Der Handley-Page «Hampden» ist kleiner und wiegt etwa, 3000 kg weniger als die beiden andern Langstreckenbomber. Der «Hampden» hat darum auch keine Hecfckanzel; dagegen ist eine solche hinter dem Pilotensitz angebracht. Die Maximalgeschwindigkeit bertägt 425 km/St., die maximale Flugdistanz 3000 km, die Bombenlast rund 1500 kg. Die Bewaffnung besteht aus Tier Maschinengewehren, (Klischee Motorschau.) Gstaad Fliessendes Wasser. Zimmer Fr. 3.50 Gute Küche. Garage. Telephon 31 A. Wantz-Steinegger: Inh. Muri (Aargau) Hotel Viktoria Rest, zum Alpenzeiger T. C. S. Auf der Anhöhe gelegen, b. d. Kirche. Neue, gr. heizbare Terrasse. Prachtvolle Aussicht. Grosser Parkpl. Sitzungszimmer. Butterküche, leb. Forellen, ff. Weine. Treffpunkt f. Automobilisten. Garage. Tel. 67. A. Stäubll. St. Gallen Hotel Walhalla-Terminus T. 0.8. A.C. S. Bahnhofplatz. Grösstes Haus am Platze, (80 B.). Mod. Komf. App. m. Bad. Z.-Telephon. Garage. Z. ab Fr. 4.50. Menüs zu Fr. 2.30,3.- u. 4.-. Tel. 2 29 22.