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E_1940_Zeitung_Nr.041

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TC AUTOMOBIL-REVUE

TC AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 8. OKTOBER 1940 — N° 41 Motorfahrzeughalter Sollten Sie daran denken, Ihren Benzinmotor auf den nichtrationiexten einheimischen Brennsprit, auf Petrol oder Dieselöl umbauen zu lassen, dann nur durch die einzige schweizerische Vergaserfabrik mit jahrzehntelanger Erfahrung. Lieferung von sparsamen Benzinvergasern und Drehzahlregulatoren für alle Motorenarten ab Lager. OBA-TECHNIK, BERN, Stöckackerstrasse 62. Telephon 4 62 89. Liegensch af ts-Ma r kt Ohne Baranzahlung Liegenschaft 4-Familienhaus, mit Bad, Terrassen, 2- und 1 3-Zimmerwohnungen, an guter Wohnlage, in Basel, zu verkaufen. Bauarbeiten od. Automobile, neu oder gute Occasionen, werden als Anzahlg. entgegengenommen. Geregelte Hypotheken. Offert, unt. Chiffre 17328 an die Automobil-Revue, Bern. zu verkaufen in sehr gutem Zustande, 6fach bereift (2 Winterpneus). (40,41)21824 J. Fischer, Garage, Roggwil (Thurg.). Tel. 29. Zu verkaufen Saurer Diesel 6-Zyl-Motor BLD, 4% bis 5 Tonnen Nutzlast, m. Anhänger. Anfragen unter Chiffre Z6927 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Zu verkaufen Rcsengart 10 PS, Super Traction, eehr schönes Cabriolet mit CITROEN-Motor, wie neu. Offerten unter Chiffre 21831 an die (40-42 Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen 3y 2 -Tonnen- Lastwagen MARTINI 1931, fahrbereit, revidiert. Wird verkauft wegen Anschaffung eines grösseren Wagens, daher äusserst günstig. Preis Fr. 3500.-. Neumühle Bern in Zolllkofen. (40,41)21845 IW" Zu verkaufen "TPC Lastwagen SAURER 3 T., Typ 2BR, steht zu Probefahrt in Basel z. Verfügung. — Off. unt. Chiff. Z 6926 an die Automobil- Revue, Bureau Zürich. Chevrolet Limousine 4-5 PL, 6 Zyl., 16 PS, 1932, blau/schwarz, gut erhalten, vollst, revidiert. W. Friedli, Aarbergergasse 42, Bern. Telephon 3 47 48. (41,42)21802 D*f Zu verkaufen *^PC PEUGEOT 402 10 PS, 2/3-PIätzer, Graber-Cabriolet, in erstklassigem Zustand, aus erster sachverständiger Hand gegen Kassa. Tausch mit Sport-Cabriolet B. M. W. od. dgl. nicht ausgeschlossen. Offerten unt. Chiffre 21854 an die (41 Automobil-Revue, Bern. Verlag, Druck und Cliches: HALLWAG A.-G, Bern. Sofort zu vermieten an günstiger, verkehrsreichster Hauptstrasse m THUN (Militärplatz), modern und) besteingerichtete Auto Rep. Werkstätte CWerkstätte, Halle, Waschraum m. Lift und Schmierservice-Anlage), 8 Einzelboxen, mit einwandfreier Zufahrt und Wasseranschluss sowie elektr. Licht und Zentralheizung. — Offerten unter Chiffre Pc Z. 8337 T. an Publicltas, Thun. 77101 DIE-NSUE; PARIS fCH KCNNEDtm Hotels, Villen, Garagen sind schon vielfach durch die «Automobil-Revue» verkauft und gekauft worden, denn unter unseren Lesern, die in rund 2000 Ortschaften der Schweiz verteilt sind, finden sich immer zahlungsfähige Interessenten. Machen Sie eine „Kleine Anzeige" in der Automobil-Revue MEKKA i;|'lttigf'v^i; : rt;i wählen 1 WOWÖÖ MotomgenfafiriUemaAG., Ölten LANCIA AUGUSTA 6 PS, dunkelblau, Limousine, mit Freilauf, sparsam im Gebrauch, Fr. 2500 zu verkaufen Postfach 173, Zürich- Enge. Zu verkaufen z. Vorkriegspreis ein neuer X—i T. Nutzlast, mit pat. hydr. Dreiseiten-Wirz- Kippvorrichtung vollendeter Konstruktion u. sorgfältigster Ausführung. E. Wirz, Kipperfabrik, Uetikon a. See. Telephon Nr. 92 93 31. Einachs- Anhänger Willys- Six 16 PS, 4 PL, Limousine, 45000 km gefahren, in sehr gutem Zustand. Preis Fr. 700.— E. Scheidegger, Oberhofen, Thunersee. (4-1 Zu verkaufen "VC CHRYSLER- LASTWAGEN 1H T., 14,6 PS, 1930, in la. Zustand, Brücke 1,80 X2.55 m lang. (41,42 CHEVROIiET 2 T, 16—17 PS, Rückwärtskipper, in einwandfreiem Zustand, Brücke 2X2,30 lang, hinten doppelt bereift Anfragen erbeten wnt«r Chiffre 21866 an die Automobil-Revue, Bern. Zu verkaufen PLYMOUTH mit Hintertür©, 12 PS, 4 Zyi., geräumiger, starker Wagen, eignet sich sehr für Marktfahrer, eventuell Tausch an Passendes. Jul. Siöckli, Mühle, St. Peterzeil. (41 FORD Cabrio-Limous. 4 Zyl., 4 Plätze, 6 PS, Modell 1938, sofort zu verkaufen Robert Hürhmann, Gentral-Garage, Thusis. Zu verkaufen 1 Saurer-Chassis 2BH, 2M—3 Tonnen, 2' PS, durchrevidiert. 1 Citroen »plätzig, Jahrgang 33, billigst. (P 446—13 Gi Garage Enz, TeL 7 70, Glarus. Für wirkungsvolle Inserate: Hallwae-Cliches)

BERN, Bienstag, 8. Oktober 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 41 / Ane^ot e „ Es begann damit, dass es kalt wurde. Es wird immer mal wieder kalt. Auf den glühendsten Sommer folgt der Herbst — unweigerlich. Wir können ihm und seinem Bruder aus dem polarischen Norden nicht einfach wie unangenehmen Gesellen die Türe weisen, und Sommergluten auf Flaschen oder Batterien aufzuziehen, mit allem Drum und Dran, mit Hummelgebrumm und Waldmeisteraromen und mit dem nahrhaften Duft von Bienenhonig — wir sind vorläufig noch nicht so weit. Dafür wird, mit dem prompten Eintritt des Herbstes, immer wieder ein eigenartiges Interesse für schwarzpolierte Oefen, für Heizungsröhren, Schüttelrostsysteme und Brennmaterialien lebendig. In den behaglich gepolsterten Vierzimmerwohnungen unserer pensionierten Oberp'ostsekretäre treten natürlich die tadellos funktionierenden Anthrazitdauerbrenner in Funktion. Sie mögen im Anfang ja auch einmal ärgerlich aufhusten, aber dann brennen sie, artig und sittiglich, wie es sich für ihresgleichen geziemt. In den modernen Zweizimmer-Appartements an der Peripherie füllen sich die Zentralheizungskörper mit Dampf. Das geht ganz geräuschlos. Sie hauchen nur, und man wohnt weiter wie vordem. Sie hauchen, und die junge Madame kann sich im Pyjama ans Fenster setzen, Bonbons knacken und in Anny von Panhuys «Bekenntnissen» blättern. Anders bei uns Altstädtern. Wir leben zwar auch im zwanzigsten Jahrhundert, aber unsere Oefen stammen noch aus der Rokoko- oder Biedermeierzeit. Oefen in Majolika und verblassten Delfter Kacheln oder tückische, winzige Kanonenröhrchen aus der Zeit Friedrichs des Grossen. Manchmal sind es auch wahre Ungetüme, die mehreren Stilepochen zugleich angehören. Das sind die schlimmsten. Mein Freund, der von Natur kurzgewachsene Kunstmaler Kniehüsli, verschwand einmal in den Irr- und Wandelgängen eines solchen «Ofens». Seine Klopfzeichen wurden nicht gehört oder als spiritistische Phänomene gewertet. Erst nach zwei Tagen zog man ihn, schwärzer als die Nacht, erschöpft und fast verdurstet, im Keller des Hauses von nebenan aus einem mysteriösen Loch. Wie er dort'hingekommen, vermochte er nicht zu sagen. Jedenfalls war sein Respekt ungeheuer gewachsen vor diesem Labyrinth. Er hat es später mit Taschenlampen und Erkennungsmarken gründlich erforscht. Da er geizig und zudem misstrauisch gegen seine Mitmenschen geworden ist, hat er sich in einem der dunklen Stollen seine Kriegsvorräte angelegt. Doch ich will auf meinen Ofen zurückkommen. Gestern lief der erste Ostwind Sturm auf meine Bude. Die Fenster klapperten, und die Gardinen tanzten im Zug wie lebende Wesen auf und ab. Zuerst beschloss ich, das ganze zu ignorieren. Aber das Wetter brüllte draussen, winzige kleine Eisnadeln sprühten mir ins Gesicht, es war eine scheussliche Situation, der man mit einer kalten Ignoranz nicht beikommt. Schliesslich kam ich zu einem bescheidenen Entschluss. Ich erhob mich, fischte nach Unterhose und Regenmantel und setzte Teewasser auf dem Spirituskocher an. Dabei lief ich hin und her und sang und pfiff in einer Neue, unzählige Flämmchen kringelten sich nacheinander hoch und erloschen auf die gleiche allerliebste Weise. Als alles dies nichts nützte, nahm trotzigen Weise kleine neapolitanische Lieder. Doch ich einen Handgriff vor, der den Namen «Einrenalles nützte nichts, die. Kälte drang mir bis unter ken» in der Altstadt bekommen hat und manchmal die Fussnägel. Ich schielte nach meinem Ofen in in der Tat mit Erfolg angewandt wird, der Ecke. Er stand unbeteiligt in kalter Würde Ich umfasste den Leib des Ofens zärtlich wie und glänzend geschmirgelt da. Zwar gedachte ich einen Bruder und wollte ihn ein bisschen auf- und mit Grausen meiner letztjährigen Ofenerlebnisse, abbiegen. Wollte, aber dabei blieb es, denn unaber ich war nun bereit, den Kampf erneut auf- Versehens sauste das Barockstück von oben herzunehmen. Denn schliesslich ist Kälte in Perma- unter, «Aha, soso, dazu bist du da!» konnte ich nenz ein ulierträglicher Zustand. noch denken, dann fiel ich in eine zwei Stunden Ich nahm nun die Handlungen vor, die jeder währende Ohnmacht. Altstädter, mehr oder weniger zeremoniell, bei der Die Beule war blau und gross, aber schliesslich winterlichen Inbetriebsetzung des Ofens vorzuneh- war ich noch gut davongekommen. Ich kenne ganz men pflegt: Wechseln der Kleider, das Schliessen, andere Fälle. Es gab nun keinen Zweifel mehr für wenn möglich Abdichten der Schränke und Schub- mich: Der lange, dunkle Rumpf des schwarzen laden, das Herbeirufen aller guten Geister der .Widersachers musste in der Mitte verstopft sein. Lüfte. In meinem speziellen Fall kam hinzu, das 4 Es-galt, die obere Klappe unter der Decke zu öffvorsichtige Einwickeln blütenweisser Manuskriptej^Sneif und mutig in das schwarze Ungewisse hineirimit himmelwärts gerichtetem Blick. So, nun war 'f zügreifen. Eine Leiter war bald herbeigeschafft, alles vorbereitet. Ich näherte mich Sr. Majestät. und. unter der Assistenz meiner schwerhörigen Er war gross, rund und ging bis an die Decke. Wirtin stieg ich in die Höhe. Ich war fast oben Stilistisch war er, trotz eines einwandfreien güsseisernen Aufsatzes aus der Barockzeit, nicht ein- ein wildgewordenes Ponny vom schwarzen, gefetund freute mich — da sauste das Leiterchen wie zuordnen. Nachdem ich das gesamte Hebelwerk teten Bauch des Ofens ab. Ich sass wieder unten auf «Frei Wind» gestellt hatte,, wagte ich, das — Gottseidank — nur mit einer Verrenkung des Papier unter dem sorgsam geschichteten Holz zu linken Fusses und einem zerschlagenen Brillenglas, entzünden. Ein bläuliches Flämmchen ringelte sich Der Mensch ist zäh. Ich stand endlich oben. Doch hoch und erlosch mit einem allerliebsten «Puff», die Platte schien festgefroren. Unter gemeinsamen «Ho-Rucks» (meine Wirtin übernahm die zweite Stimme) gelang es mir, sie zu lösen. Wir Hessen nun eine Pause eintreten. Denn inzwischen war's Abend geworden. Danach entzog ich dem unergründlichen Schlünde folgende Gegenstände: einen dreissig Zentimeter dicken Wälzer von französischem Sittenroman, einen Posten beblümter Scherben, einen Regenschirm, in dessen Falten liebevoll zahlreiche entleerte Büchsen Kondensmilch eingelassen waren, einen Zylinder, schwarz vor Würde, aus der Zeit Balzacs, eine Sammlung höchst mysteriöser Fläschchen und Salben, und zum Schluss den Torso einer hässlichen Lederpuppe. «Endlich», keuchte ich. Es war inzwischen tief© Nacht geworden. Die Beule war zu einem Tirolerhütchen angewachsen, der Fuss schmerzte wahnsinnig, als würde er von eisernen Nadeln durchzogen, doch ich pfiff und trällerte, konnte ich doch endlich die Flamme in den verruchten Schwarzbauch legen! Es gab jetzt wahrhaftig Feuer. Meine Wirtin Hess es sich nicht nehmen, dieses Wunder im Nachthemd anzustarren. Es war ein reizendes Feuerchen, mit «hui» und «pfiff», es flog durch den Ofen wie ein flüchtiger Traum. Doch von Wärme, jener göttlichen Wärme, in der die häuslichen Tugenden reifen, habe ich bis nachts um zwei Uhr nichts verspürt. Und danach war mein Vorrat an Stuhlbeinen und Bilderrahmen aufgebrannt. Edouard H. Steenken. 5a ist das £eße#t < Der eine geht bei einem Konkurs ins Wasser, der andere ins — Bad. > Dieser Ausspruch ist eine geschrumpfte Wiedergabe einer alten, aber immer aktuellen Erzählung von zwei Kaufleuten. Als der eine Konkurs machte, jagte er sich eine- Kugel durch den Kopf. Der andere dagegen lief mit bekümmerter Miene im Städtchen herum und jammerte immer: «Gott, jetzt muss ich noch einmal Konkurs machen — sonst langt's mir nimmer zum Privatisieren... > Für manchen Mann bedeutet die •« bessere Hälfte > die schlimmere seines Lebens. Wenn einer bei deinem guten Herzen anklopft, so sieh dich vor, ob er nicht deinen schwachen Verstand meint. Denn gar zu oft wird Güte mit Dummheit verwechselt; ja, in dieser Sache gibt es sogar Spezialisten: Die Pumpgenies und Heiratsschwindler zum Beispiel. Es ist ehrenwert, in seinem Berufe aufzugehen; abfr es ist philisterhaft, in ihm unterzugehen. Das dürften sich einige verknöcherte Beamtenseelen hinter die Ohren schreiben. Lass' dich nie täuschen — und du wirst nie enttäuscht sein. Enttäuschungen sind nämlich nur dort möglich, wo Täuschungen vorangegangen sind. Wer seine Freunde kennenlernen will, muss in Not geraten. Nur dann zeigt sich wahre Treue. Eigene und fremde Not macht Edle edler und Gemeine gemeiner. Mit Leuten, die heruntergekommen und solchen, die emporgekommen sind, lasse dich nicht ein: Jene sind empfindlich, diese rücksichtslos. Mancher hält sich für angesehen, weil er angeschaut wird. Man sieht oft erst dann, wie schmutzig einer ist, wenn er sich nobel zeigen will. Es kommt nicht darauf an, was man hat, sondern darauf, womit man zufrieden ist