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E_1940_Zeitung_Nr.042

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BERN, Dienstag, 15. Oktober 1940 Automobil-Revue - II. Blatt, Nr. 42 Hand Sie Most? Wenn sich heute zwei Automobilisten treffen, dann begrüssen sie sich nicht mehr mit «Wie geht es Ihnen?», sondern mit «Hand Sie Most?» Most für den Wagen, also Benzin. Es ist wirklich zum Weinen, Mein Freund, der so gerne seinen violetten Luxusdragoner spazieren führte, meist in Begleitung einer rotgestifteten Dame, die nur für Autofahrten zu begeistern ist, der jammert mir alle Abende vor, dass ihm mit dieser himmeltraurigen Rationierung noch sein ganzes Liebesglück davonschwimmt. Wer hätte nicht Mitleid mit dem armen Jungen? Weil die Liebe hier nicht durch den Magen, sondern durch den Wagen geht, der zum Unglück noch in die Kategorie D eingereiht wurde, sucht und sucht mein Freund immer nach einem Hintertürchen. Er wird zum Schwarzkäufer, er weiss es, dass er die Vorschriften umgeht und er würde auch ohne mit der Wimper zu zucken eine Busse einsacken, nur um sein lippengefärbtes Glück zu halten. Daher nur nicht wagenverliebt sein in dieser grossen Zeit! Denn es gibt doch keine Regierung in der ganzen Schweiz, die Verständnis für Liebesglück hätte. Aber alles Beschnuppern, alles Versuchen, auf Schleichwegen zu einigen Litern «Most» zu gelangen, nützt dem armen Jungen nichts. Der Violette steht glanzgeputzt in der luftigen Garage, kalt, interesselos, es ist wirklich zum Heulen. Martin ist verzweifelt. Ich soll ihm raten! Er könne doch Hulda — seine Hulda — das liebe Täubchen, nicht davonfliegen lassen! Ich habe zwar eine andere Meinung in dieser Hinsicht. Aber mit der kann ich Martin nicht kommen, ich würde ihn tödlich beleidigen. «Warum tust du keinen Holzvergaser zu?» rate ich ihm schliesslich in meiner Verzweiflung, «Holzvergaser? Hallo, du hast recht! 0 ich Tor, dass ich dieses Gas vergass! Holz habe ich ja genug vor meiner Hütte!» Martin ist plötzlich wieder lebensfroh. Nein, er ist sogar begeistert von meiner Idee, die Plaaderei von Febo. zwar nicht die meine und zudem gar nicht mehr neu ist. «Ich werde diesen Herren von der Regierung einen tüchtigen Strick- drehen», ereifert sich Martin, «die sollen mir zum letztenmal mein Glück zerstört haben. Die sollen ihren Most nur behalten und ihn in Bern verfüttern! Wir werden auch ohne diese Spielverderber fertig!» «Aber Martin», werfe ich begütigend ein, «die Leute tun doch nur ihre Pflicht, Wir haben eben einfach zu wenig Most!» «Sie hätten ja besser Vorsorgen können!» Martin ist wieder erbittert; «man lässt doch einen Autofahrer, der immer pünktlich seine Steuern bezahlt, nicht einfach im Stich! Spielverderber sind sie, basta! Es gibt gar keine Widerrede!» Martin läuft ans. Telefon. Er will sofort seinen «Most» holzvefgasen lassen. Er redet fast eine Stunde aufgeregt mit seinem lieben Täubchen. Er hat ihr sicher Hoffnung gemacht und ist überzeugt davon, dass ihm nun nichts mehr «wegschwimme». Am andern Tag lässt er bereits einen Fachmann kommen, der Holzvergaser muss so rasch als möglich her. Er hat sich mit der Firma auch bereits geeinigt, doch von einer Stunde zur andern ist der Umbau des Violetten nicht zu machen. Immerhin wird alles vorgekehrt, es geht drei Tage, da treffe ich Martin wiederum. Sein Gesichtsausdruck verheisst mir nichts Gutes, «Was ist denn, Martin, dein Gesicht —» «Schweig!» pfaucht er mich an, «du bist schuld an meinem Holzvergaser, nur du!» «Ja, und nun? Funktioniert er denn nicht?» «Der Vergaser schon, aber gestern abend sah ich Hulda mit einem B-Kategorierer davongasenf Wer ist schuld? Nur du und die Regierung!» Ich und die Regierung! Herr Regierungsrat, ich schüttle Ihnen kollegial die Beileidshand. Vielleicht haben Sie an Martin doch ein gutes Werk getan! Und das beruhigt mich .,. Welche ^/ahre c/er Ghe sind die glücklichsten) Nur der flüchtige Beobachter, jemand, der nicht gewohnt ist, sich mit den zartesten Regungen der Seele vertraut zu machen, kann annehmen, dass die allererste Zeit des Ehestandes die glücklichste sei. Gewiss: man ist in dieser Zeit nicht kritisch eingestellt und erlebt — selbst unter den heute so sehr erschwerten Voraussetzungen eines zufriedenen Daseins — Flitterwochen, die nicht Wochen, sondern Monate dauern. Und doch ist die erste Leidenschaft durchaus kein Prüfstein für künftiges Glück. Nicht zu Unrecht wird immer wieder behauptet, dass das zweite Jahr der Ehe das komplizierteste sei; in diesem Jahre scheint es sich nämlich zu erweisen, ob man auch wirklich zueinander gehöre, ob man starke, gemeinsame Interessen habe rund .bereit sei, einander sogar Fehler und unvermeidliche menschliche Schwächen nachzusehen. Ist dies der Fall, darf der Zukunft der Ehe getrost entgegengesehen werden. Wehe aber, wenn sich das Leben in diesem Jahre nicht zu einem Orchester der Empfindungen, sondern zu einer Dissonanz gestaltet! Dann ist guter Rat teuer und mitunter der allerbeste Wille umsonst. Die Eheleute «passen nicht zueinander», wie das banale Schlagwort lautet. Das dritte Jahr der ehelichen Gemeinschaft ist vielfach wie ein Film der beiden vorhergehenden, eine Zusammenfassung des gemeinsam Erlebten. Waren die beiden Jahre geglückt, so ist dies auch von den künftigen aller Wahrscheinlichkeiten nach anzunehmen. Die Zahl «3» ist im übrigen eine Schicksalszahl, ebenso wie die Ziffer «7». Darum Achtung vor diesem siebenten Jahre der Ehe. In sieben Jahren, heisst es, verwandelt sich jeder Mensch an Körper und Geist, und nichts wäre tragischer, als wenn diese Verwandlung nicht in gleicher Linie, in demselben Sinne, in übereinstimmendem Rhythmus erfolgen würde. Die Umwelt steht dann oft vor einem Rätsel und fragt sich vergeblich, warum es in dieser oder jener Ehe, die bisher vorbildlich schien, mit einem Male so ganz und gar nicht klappen wolle... De Antwort ist einfach: die Eheleute haben vergessen, dass sie zueinander gehören, sie haben begonnen «aneinander vorbeizuleben». Gute Freunde, von schönem Geist, vornehmer Selbstlosigkeit und feinem Verständnis könnten einem irrenden Paare im richtigen Augenblicke hilfreich beispringen, so dass aus einer solchen Ehe, die nach diesen sieben Jahren zerrüttet schien, noch die allerbeste Gemeinschaft werden kann, schöner und aufrichtiger als früher. Vom zehnten bis zum zwanzigsten Jahre des Zusammenlebens gehören die Eheleute nicht nur einander, sondern vor allen Dingen ihren in der Entwicklungszeit stehenden Kindern, denen sie Vorbild und Stütze sein müssen; und schon aus diesem Grunde wird man mitunter, wenn es nottut — alle fünf gerade sein lassen und einander manche Schwächen nachsehen. Solches Verständnis, solch rückhaltloses Bekenntnis zueinander aber schweisst ein neues Glück, eines, das nichts mehr mit dem Rausche der ersten Jugend gemein hat, sondern jene schöne Sicherheit bietet, die mehr als Leidenschaft, die wahre Zuneigung, die grosse Liebe ist. Nach dem zwanzigsten Jahre der Ehe (wir sprechen von jener Zeit, die man das «gefährliche Alter» zu nennen pflegt) kann es vorkommen, dass sich mit einem Male, ohne dass man wüsste, warum und wieso arge Missverständnisse auftürmen. Die Erklärung dafür ist einfach: die Kinder sind den Eltern entwachsen, denen damit eine grosse Aufgabe entwunden wurde, die sie so viele Jahre lang unentwegt beschäftigte und ihr Leben ausfüllte. Dazu kommt, dass man sich nach so langem Ehestand gelegentlich «gehen lässt» — der unverzeihlichste Fehler, der je begangen werden kann. Das Entgleiten einer Interessensphäre (beendete Erziehung der nun erwachsenen Kinder) verbunden mit einer bedauerlichen «Gewohnheits-Einstellung» zueinander, der es manchmal an Rücksicht und Takt gebricht, könnte das Schifflein der früher harmonischen Ehe noch einmal der bewegten See der Zerwürfnisse preisgeben. Würde man diesen Eheleuten im richtigen Moment die Augen öffnen, sie liebevoll und freundschaftlich vor dem Irrtum warnen, den sie begehen, sie daran erinnern, welche Zeit des Glücks sie miteinander verlebten, wieviele unvergessliche Erinnerungen, in Freund und Leid gesammelt, sie verbinden ... sie würden gewiss merken, wie bitter unrecht sie einander tun. Und dann erst, wenn auch diese Kampfzeit überwunden ist, wenn die beiden Menschen, reif und klug geworden, erkennen, wie wichtig, wie unentbehrlich, wie unersetzlich sie einander seien... dann erst ist die Zeit des wahren Glückes gekommen! ICH BIN DAME... Wenn Ich das Herz auf dem rechten Fleck habe. Wenn ich einer Seele Saitenspiel besitze. Wenn ich Stil habe, sei es im Denken, sei es im Handeln, im Sprechen, Schweigen, Mich-Kleiden, Essen, Trinken. Wenn ich zu geben, wenn ich zu nehmen verstehe. Wenn ich zuhorchen kann einem fremden Menschen und darob mich selbst vergesse. ISHW Wenn ich nicht nur an mich — vielmehr an andere denke. Wenn ich glaube und nicht misstraue. Wenn ich mich ständig seelisch und geistig bereichere, anstatt mich durch ein egoistisches, schwatzhaftes, unholdes Wesen stündlich ärmer und niedriger mache.». Gertrud Bürgt,