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E_1940_Zeitung_Nr.046

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\Üi AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 12. NOVEMBER 1940 — N° 46 aM~ Oper von H. Sutermeister. DO abend 14 NOV Volksvorstellung: Der fliegende Holländer. Fr abend 15 NOV. Der vergessene Kuss, Operette von H. Barth (Fr-Ab. 5). Sa. abend IB. HOV. Premiere: Margarethe (Faust), Oper von Ch. Gounod. So. nachm. 17.NOV. Aida, Oper von G. Verdi. So. abend 17. NOV. Friederike, Operette von Franz Lehär. Militär in Uniform bezahlt auf allen Platzen die Hälfte. Schauspielhaus Mi. abend Abends 20 Uhr, Sonntag nachm. 15 Uhr. Abendkasse ab 18 Uhr (2 11 11) 13. Nov. Der Soldat Tanaka. DO abend 14 NOV. Premiere: Feine Leute, ein amerikanisches Stück von Irwin Shaw. Fr. abend 15. NOV. D' e Ratten, Tragikomödie von Gerhart Hauptmann. Sa. abend 16. NOV. Feine Leute. So. nachm. 17.NOV. Maria Stuart, Schauspiel von Friedrich Schiller. So. abend 17. NOV. Die lustigen Weiber von Windsor. Hurrah! Gewonnen! Mit einem einzigen Fünfliber! Gewonnen! Wieviel? Fr. 60000.—, 20000—, 10000.—? Was tut's? Die Hauptsache: Es können gewisse Wunschträume in Erfüllung gehen. Welches sind die Ihrigen? Doch vor allem Ihren Lieben und Ihnen selbst auch heuer eine recht fröhliche Festzeit zu bereiten. Bedenken Sie, welch eine Freude man gerade Kindern schon mit einem ganz kleinen SevatTreffer machen kann! Und es sind derer — grosse und kleine — nicht weniger als 21 37O im Werte von Fr. 525 OOO.—, die alle schon anfangs Dezember zur Ziehung gelangen! Ä^ Denken Sie aber auch an die Kinder anderer, an jene der minderbemittelten Wehrmänner und der Arbeitslosen. Der ^ Reinertrag der Seva kommt nämlich ihnen direkt oder indirekt zugut! Ä Nehmen Sie gerade eine 10-Los-Serie, denn sie enthält J| mindestens 1 Treffer und 9 übrige Chancen. 1 Los Fr. 5.— (10-Los-Serie Fr. 50.—) plus 40 Cts. Porto auf Postcheck III 10026. Adresse: SEVA-Lotterie, Marktgasse 28, Bern. (Bei Vorbestellung der Ziehungs- ^ i liste 30 Cts. mehr.) Lose auch bei den bernischen BankenjPl ^m^ft sowie Privatbahnstationen erhältlich. wä0\ «WS? IX Militär auf allen Plätzen halbe Preise.

N0 46 — DIENSTAG, 12. NOVEMBER 1940 GEFÄLSCHTE UND GEBORGTE KRONEN Nachdem in der Nacht vom 3. zum 4. Oktober 1910 König Manuel von Portugal aus Lissabon vor den Revolutionären geflohen war und diese am Tage darauf die Republik erklärt hatten, war es eine Hauptsorge der neuen Machthaber, schnellstens eine genaue Uebersicht über die Finanzverhältnisse des Landes zu gewinnen, die infolge der jahrelangen Schuldenwirtschaft in schlimmster Weise zerrüttet sein mussten. Bei der Inventarisierung des Staatseigentums wurde auch die aus dem 17. Jahrhundert stammende portugiesische Königskrone, ein reich mit Edelsteinen besetztes Kleinod, herangezogen und mit einem Wert von etwa einer Million in das Verzeichnis eingesetzt, eine Summe, auf die einmal vor Jahren ein Sachverständiger sie abgeschätzt hatte. Im April 1911 versuchte dann die republikanische Regierung die Krone zu Geld zu machen. Man liess daher den Pariser Juwelier Solange nach Lissabon kommen. Dieser erklärte nach kurzer Untersuchung, dass das auf eine Million taxierte Kleinod kaum einen Wert von 10000 Franken habe, da nicht einmal mehr der Stirnreif, geschweige denn die Steine echt seien. Darob grosse Bestürzung. Als dann auch andere Fachleute ihr Urteil dahin abgaben, das Gold der Königskrone sei nur plattiertes Silber und die Brillanten Simili, konnte es keinem Zweifel unterliegen, dass einer der letzten Herrscher Portugals, die ja sämtliche an chronischem Geldmangel litten, die echte Krone veräussert und dafür eine genaue Imitation hatte herstellen lassen. Diese unechte portugiesische Krone lagert noch heute in den Gewölben der Lissaboner Banca Republicana. Ein Käufer für sie hat sich bisher nicht gefunden. Bietet die Geschichte Portugals ein Beispiel dafür, dass auch gekrönte Häupter in bedrängter Lage ihre Zuflucht zu nicht ganz sauberen Geschäften nehmen, so kann man wieder von einem englischen König berichten, der sich eine Krone zu seiner feierlichen Krönung regelrecht leihen musste. Der nachmalige König Georg IV. war als Prinz ein sehr verschwenderischer Lebemann. Trotz seiner hohen Einkünfte häufte sich seine Schuldenlast von Jahr zu Jahr mehr an. In einem der vornehmsten Londoner Klubs verlor er am Spieltisch in einer Nacht allein 50000 Pfund Sterling. Als er 1820 zur Regierung kam, borgte ihm niemand mehr einen Schilling. Trotzdem bestellte er zu seiner Krönung bei dem Juwelier Rundell in London eine Krone, die sieben Pfund wog und fast 3 Millionen Franken kostete. Sie bestand aus reinem Golde und war dicht mit Edelsteinen besetzt. 1821 war dieses Prunkstück fertig, und nunmehr wurde der Tag der Krönung festgesetzt. Aber der vorsichtige Juwelier wollte das Kleinod nicht ohne Bezahlung hergeben. Nach längeren Verhandlungen wurde dann, da Georg IV. die nötige Summe nirgends auftreiben konnte, ein schriftlicher Vertrag geschlossen, nach dem Rundell dem König die Krone für den Tag der Krönung gegen eine Leihgebühr von 200000 Franken überlassen wollte. So kam es, dass der Vorgänger der Königin Viktoria mit einer geborgten Krone gekrönt wurde. Diese wurde tatsächlich gleich nach dem feierlichen Akt von Angestellten des Juweliers wieder abgeholt. Sehr bald drang das Gerücht von diesem merkwürdigen Leihgeschäft in die Oeffentlichkeit. Doch niemand dachte daran, Rundell wegen diesen Vorsichtsmassregeln, unter denen er seine kostbare Ware hergegeben hatte, zu verurteilen. Dazu sind die Engländer viel zu sehr Geschäftsleute. Man wollte sich aber trotzdem nicht vor dem Ausland noch mehr blamieren und eröffnete daher eine allgemeine Sammlung, angeblich zu dem Zweck, dem König aus Anlass seiner Krönung ein hohes Geldgeschenk zu machen. Es kamen auch wirklich in einem halben Jahre nicht weniger als 4 Millionen Franken zusammen. Das Komitee, das die Sammlung eingeleitet hatte, bezahlte davon zunächst die Krone und überwies den Rest dem Herrscher. Niemand war froher als Rundell, denn dass er ohne diese nationale Hilfe noch jahrelang auf sein Geld hätte warten können, wusste er nur zu genau. Im Jahre 1831 wurde die Krone dann für die Krönung der Königin Viktoria vollständig umgearbeitet, da diese sich weigerte, den sieben Pfund schweren Herrscherschmuck zu tragen. In dieser neuen Gestalt befindet sich das denkwürdige Kleinod noch heute im englischen Kronschatz im Tower. AUTOMOBIL-REVUE In einem Theaterstück trat Napoleon mit seinen Marschällen auf. Marschall Berthier hatte Napoleon mit devoter Verbeugung eine Proklamation zu reichen, die dieser dann herunterdeklamierte. Aber Napoleon war faul: er kannte die Proklamation nicht auswendig, er las sie immer bequem vom Blatte ab. Bei der 6. Vorstellung begann der Kaiser wiederum: «Offiziere und SoldatenI — (jetzt bemerkte er, dass Berthier ihm aus Perfidie ein leeres weisses Blatt gegeben hatte) — Offiziere und Soldaten!» fährt Napoleon fort, «hier steht Berthier vor euch. Ich habe ihn zum Fürsten von Wagram, zum Fürsten von Neuchätel, zum Marschall von Frankreich gemacht! Heute erwartet ihn die allergrösste Ehre: er selber wird zu den Truppen im Namen des Kaisers sprechen.» Und er reichte das B'ait Berthier: «Marschall von Frankreich, lesen Sie!» Berthier bekam einen Nervenschock. Dann verbeugte er sich tief vor dem Kaiser: «Sire», sagte er, «ich bin verwirrt von dieser Ehre, aber ich bin ihrer nicht würdig! Ich bin ein einfacher Soldat — ich habe leider nie lesen gelernt!» Und mit einer energischen und zugleich resignierenden Geste reichte er dem erschütterten Kaiser das Blatt zurück... Relativität. Bei seinem letzten Besuch in New York wurde Professor Einstein öfter denn je von Leuten auf offener Strasse, angehalten und neugierig gefragt: «Sagen Sie mal, sind Sie nicht Professor Einstein?» In Amerika darf man über eine so harmlose Neugier weder erstaunt noch gar entrüstet sein. Der Professor aber erfand dennoch einen Weg, sich den Fragern rasch zu entziehen. Auf die stereotype Frage gibt er eine ebenso stereotype Antwort: «Ach, entschuldigen Sie, aber ich werde immer für Professor Einstein gehalten.» Spricht's, verschwindet und lässt einen verblüfften Menschen hinter sich, der jetzt genau so klug ist wie zuvor. Der richtige Wahlspruch. Ein reichgewordener Installateur in Boston beschloss, sich ein Wappen zuzulegen und wandte sich zu diesem Behuf an einen Heraldiker. Der Wappensachverständige stellte ihm ein wunderschönes Ensemble zusammen, mit dem sich der neugebackene Dollarmillionär durchaus einverstanden erklärte. Zuletzt handelte es sich nur noch um die Wahl einer passenden Devise; schliesslich einigte man sich auf den zweifellos ungemein passenden Spruch: «Apres moi le deluge!» Je nach der Rolle. Auf seiner Vergnügungsreise nach Südamerika hatte der New Yorker Filmschauspieler Manfred Kyler in einer Stadt das Pech, in einen Autounfall verwickelt zu werden und infolgedessen als Zeuge sich einem stundenlangen Verhör ausgesetzt zu sehen. Am Schluss der Vernehmung beanspruchte er Zeugengebühr. «Wieviel verdienen Sie denn in der Stunde?» fragte der Untersuchungsrichter. «Das lässt sich nicht so einfach beantworten», entgegnete Kyler. «Ich werde pauschal für jede Rolle bezahlt, die ich zu spielen habe.» «Na gut - und wieviel bekommen Sie für so eine Rolle?» «Das kommt wieder ganz auf die Rolle an, die ich spiele.» Der Richter wurde ungeduldig: «Aber schliesslich werden Sie ja wissen, was Ihnen so im Durchschnitt ein Tag einbringt?» «Im Durchschnitt - also sagen wir mal fünfhundert Dollar.» «Fünfhundert Dollar!» schrie der Beamte. «Aber soviel verdient ja unser Justizminister nicht einmal im Monat!» «Na ja», lächelte Kyler. «Euer Justizminister - der spielt ja auch keine Rolle...» Die Lektion. Als eines Tages im Jahre 1859 Alexander Dumas in seinem Arbeitszimmer sass, wurde ihm gemeldet, dass der Direktor eines der grössten Pariser Theater ihn zu sprechen wünsche. «Ich ersuche ihn, einzutreten », sagte Dumas. Der Direktor erschien. Er nahm sich jedoch nicht die Mühe, den Hut abzunehmen, sondern schrie nur aufgeregt: «Ich habe gehört, mein lieber Dumas, dass Sie Ihr neues Stück an das Ambigut- Theater verkauft haben.» « Ganz richtig », antwortete Dumas. «Ist der Verkauf bereits abgeschlossen?» « Ja, völlig abgeschlossen.» « Auch wenn ich Ihnen dafür sechstausend Franken biete ? » «Das ändert durchaus nichts mehr an der Sache.» « Zehntausend », fuhr der Direktor fort. « Ich würde sie nicht nehmen.» « Fünfzehntausend? » « Lassen Sie uns nicht weiter darüber sprechenI» Der Direktor geriet in Verzweiflung. « Sie schlagen fünfzehnfausend Franken aus», rief er. «Also muss Ihnen der Direktor des Ambigut-Theaters wohl zwanzigtausend Franken geboten haben.» « Nein, Herr Direktor. Die Summe ( die ich von der Konkurrenz erhalte, ist weit geringer als die von Ihnen genannte.» «Aber was kann er denn Ihnen sonst noch geboten haben, dass Sie so hartnäckig bleiben?» «Wünschen Sie wirklich zu wissen, aus welchem Grunde der Direktor des Ambigut-Theaters mein Stück bekommt?» «Ja, selbstverständlich!» «Nun wohl», fuhr Dumas fort, «so will ich's Ihnen nicht vorenthalten. Der Direktor vom Ambigut bediente sich eines sehr einfachen Mittels, meine Sympathie zu erlangen.» «Welches Mittel?» «Er nahm den Hut ab, als er die Ehre hatte, mit mir zu sprechen.» Damit drehte er sich um und liess den Besucher stehen. JSfene Wege in xUt ^Bekämpfung, xles Vet&tedietts DIE EHE Einer der namhaftesten amerikanischen Psychiater hat der Oeffentlichkeit das Resultat der Gehirnforschungen unterbreitet, mit denen er sich in den letzten Jahren beschäftigt hat. Nach seiner Ueberzeugung muss es möglich sein, dass die Wissenschaft, und zwar eben die Gehirnforschung, des Verbrechens vollkommen Herr wird, dass der Verbrecher eines Tages nicht mehr dem Richter, sondern dem Arzt überantwortet wird, der durch einen einfachen Eingriff aus ihm einen anständigen Bürger machen wird. Noch ist es freilich nicht so weit, aber die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse weisen immerhin eindeutig auf diesen Weg hin. Jeder normale Mensch besitzt zwei Arme, von denen der eine stärker ist als der andere, zwei Augen, von denen das eine schärfer ist als das zweite, zwei Ohren, zwei Lungenflügel — kurz, eine ganze Reihe paariger Organe, bei denen jeweils die eine Seite mehr oder weniger deutlich der anderen überlegen ist. Auch aas Gehirn hat zwei Lappen, und auch hier ist die Stärke der beiden Seiten kaum jemals vollständig gleich. Der stärkere Lappen dominiert den anderen, er schreibt ihm die Reaktionen auf gegebene Reize vor und bestimmt das Leben und die Handlungen des betreffenden Menschen. Durch irgend einen Zufall aber oder auch durch einen äusseren Eingriff kann es geschehen, dass die bisher schwächere Gehirnhälfte die Herrschaft in die Hand nimmt — und in diesem Moment wechselt der Mensch vollkommen seinen Charakter. Der Forscher glaubt nun beweisen zu können, dass in fast allen Fällen die kriminelle Veranlagung eines Menschen nur in der einen Hälfte des Gehirns vorhanden ist. Es handelt sich nun zunächst darum, im gegebenen Falle festzustellen, welcher Hirnlappen der «normale> und welcher der verbrecherisch veranlagte ist, in zweiter Linie, durch einen geeigneten chirurgischen Eingriff den Einfluss der normalen Hälfte derart zu stärken, dqss ihr die Herrschaft über das Gehirn zufällt. Besonders wichtig dürfte diese Methode in Fällen sog. «Doppelexistenzen» sein, bei denen die betreffende Person zeitweise ein Leben als geachteter Bürger führt, zu anderen Zeiten verbrecherischen Instinkten folgt. Es handelt sich hier nicht etwa um rein phantastische Zukunftsprojekte, sondern es sind an diversen amerikanischen Universitäten bereits zahlreiche Versuche durchgeführt worden, die sich in dieser Richtung bewegen. Der klassischste Fall dürfte der eines jungen Mannes sein, dem auf der Jagd eine Schrotkugel oberhalb des Auges in die Stirn gedrungen war. Man woljte zuerst von der gefährlich scheinenden Operation absehen, zumal kein lebenswichtiges Organ betroffen schien. Aber der bis dahin unbescholtene Mann veränderte innert kürzester Zeit seinen ganzen Charakter, wurde arbeitsunlusfig, streitsüchtig und verlogen, begann seine Freunde zu bestehlen und wurde schliesslich bei einem Einbruch in eine Nachbarvilla ertappt. Da die medizinischen Sachverständigen auf die Verletzung als Ursache zu dem Verbrechen hinwiesen, wurde der jugendliche Einbrecher einer Operation unterworfen; das Schrotkorn konnte erfolgreich aus einem Teil des Gehirns entfernt werden — und heute ist der junge Mann wieder ein einwandfreies Mitglied der Gesellschaft. Dramatische Lösung von Eheproblemen. Ein bekannter amerikanischer Psychiater hat eine höchst eigentümliche Methode zur Behandlung ehelicher Differenzen ausgearbeitet: er veranlasst die streitenden Ehegatten, ihre grossen «Krache» zu wiederholen, sie sozusagen dramatisch zu verwerten. Kommt zu Dr. Moreno ein Ehepaar, das glaubt, nicht mehr zusammen leben zu Können, aber auch nicht voneinander getrennt leben zu können, das sich also mit anderen Worten nicht klar darüber ist, ob es sich scheiden lassen soll oder nicht, so hört sich der Arzt zunächst einmal an, was die Gattin über den letzten stattgehabten Streit zu berichten hat. Dieser Bericht wird mitstenographiert und daraus ein richtiger Einakter mit zwei handelnden Personen fabriziert. Einer der Assistenten des Doktors studiert die Rolle des Ehemanns, und nun hat die Gattin mit ihm zusammen die grosse Szene aufzuführen. Während des Spiels bemerkt die Dame — die ja nicht nur Schauspielerin, sondern zugleich auch Autorin des Stückes ist — eine Reihe von kleineren und grösseren Unrichtigkeiten, die sich in die Darstellung eingeschlichen haben, und schon die Autoreneitelkeit, wenn nicht die Wahrheitsliebe, veranlasst sie zur Richtigstellung. — Am nächsten Tag wird die gleiche Komödie mit dem Herrn des Hauses und einer Assistentin des Doktors aufgeführt: auch der Mann gibt zunächst seine Darstellung der Streitszene und wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach während des Spiels in diversen Punkten rektifizieren. Immerhin ist noch eine Reihe von Divergenzen zwischen den beiden Versionen bestehen geblieben, die nun in eifriger Zusammenarbeit des Arztes und der beiden «Autoren» nach Möglichkeit beseitigt werden. Uebrig bleibt schliesslich eine recht objektive Darstellung des Falles, die gewöhnlich zeigt, dass beide Teile ziemlich gleichmässig sich im Unrecht befunden haben. Manchmal erweist sich eine dritte Aufführung als notwendig, in welcher die Frau die Rolle der Frau und der Mann die Rolle des Mannes übernimmt; unter der ärztlichen Regie führt diese Szene dann mit Bestimmtheit zu einer befriedigenden Lösung, die allerdings keineswegs immer darin besteht, dass sich am Schluss Mann und Frau in den Armen liegen, sondern unter Umständen in der klaren Erkenntnis, dass eine Trennung besser ist als das Zusammenbleiben. Aber auch eine solche Lösung kann natürlich gegebenenfalls ein «happy end» seinl Wo Frauen nicht als Menschen gelten. In der Inneren Mongolei liegt das Land der Taiuts. Russische Forscher, die von dort zurückkamen, berichten, dass nirgends in der Welt die Frau einen ähnlich tiefen Stand in der Gesellschaft einnimmt. Die Verachtung für das weibliche Geschlecht geht so weit, dass die Frauen nicht einmal die Sprache der Männer erlernen dürfen und eine aus ^geschiedenen Hexspeküveti ganz andere, wesentlich primitivere Sprache anzuwenden gezwungen sind. Wird eine Frau bei dem Verbrechen ertappt, einen Versuch zur Erlernung der Männersprache zu unternehmen, so verfällt sie der Todesstrafe. Nun gibt es ja immerhin Fälle, in denen ein Mann einer Frau eine Mitteilung zu machen hat. Da aber ein Mann der Taiuts, der sich soweit vergessen sollte, das Wort an eine Frau zu richten, sofort aus dem Stamm ausgegossen wird, muss er sich eines Umwegs bedienen: er teilt einem anderen Mann in Zeichensprache seinen Wunsch mit, und die Frau, für die die Botschaft bestimmt ist, muss sie aus dem Augenwinkel beobachten und auffassen. Dass eine Frau versuchen sollte, sich an einen Mann zu wenden, ist so undenkbar, dass für diesen Fall überhaupt keine Strafbestimmungen vorgesehen sind. Nur wegen der Fruchtbarkeit... Die verschiedenen Regierungen Afrikas bemühen sich, den Eingeborenen beizubringen, dass auch der Mann irgend etwas auf der Erde arbeiten muss und nicht nur die Frau in der Gluthitze des Tages schuften soll. Aber die Eingeborenen, d. h. die Männer, sträuben sich gegen den Gedanken, selbst die Felder zu bearbeiten. Sie betonen vielmehr, die Frauen bekämen ja auch die Kinder und seien offenbar doch mit den Göttern der Fruchtbarkeit in naher Beziehung. Schon deshalb sei es besser, wenn man ihnen die Feldarbeit überlasse. Liebe und Ehe im Humor. «Du bist heute allein ausgegangen, Erich?» «Ja, meine Frau hatte schlechte Laune!» «Und warum hatte deine Frau schlechte Laune? » «Weil ich allein ausgehen wollte!» Schwiegervater: < Ich will ehrlich sein, junger Mann. Meine Antwort, ob Sie meine Tochter heiraten dürfen, hängt vollkommen von Ihrer finanziellen Lage ab!» «Merkwürdig, und die wieder hängt vollkommen von Ihrer Antwort ab.» « Sie kennen mich erst zwei Tage und machen mir schon einen Antrag?» «Nein, mein Fräulein, ich kenne Sie seit langem! Ich bin der Angestellte, der Ihr Konto auf der Bank führt.» « Sind Sie der junge Mann, der meine Tochter ohne Mitgift heiraten will?» «Jawohl!» « Dann machen Sie, dass Sie weiterkommen, Ich will keinen Dummkopf in meiner Familie haben!» Das Interessante in Kürze Das Auge des Menschen ist mit 20 Jahren gegen die Einwirkungen des Lichts am empfindlichsten. Später sinkt diese Empfindlichkeit stark. Ein südamerikanischer Forscher glaubt ermittelt zu haben, dass in einem Gramm Staub aus einem Haushalt rund eine Milliarde Mikroben aller Art Platz finden können. In einem holländischen Laboratorium ist ein Gerät konstruiert worden, um jede aufgenommene Stimme für jede Stimmlage verzerren zu können. Die gleiche Stimme kann also in Tenor oder in Alt durchgespielt werden. Aus rund 4000 Grabinschriften des alten Griechenlands glaubt man den Schluss ziehen zu können, dass die Griechen im Durchschnitt nur 30 Jahre alt wurden. In Italien ist ein neues Verfahren entwickelt worden, um mit Hilfe von ultravioletten Strahlen alten Marmor von frischgeschnittenem Marmor zu unterscheiden. Man kann also in Zukunft keine nachgemachten Kunstwerke als alte Originale verkaufen. Eine Bienenkönigin wird nur in seltenen Fällen 4 Jahre alt. Aber in den ersten zwei bis drei Jahren ihres Lebens legt sie pro Tag rund 6000 Eier. Die umständlichste Blumenzucht muss den Orchideen gewidmet werden. Hier dauert es oft IS Jahre, ehe aus einem Blumensamen eine Pflanze hervorgeht. Seitdem in Amerika die Zahl der grossen Männer dauernd im Zunehmen begriffen ist, haben Männer mit Riesenwuchs einen Bund gegründet und verlangen für sich grössere Türen und in den Hotels längere Betten. In Zukunft brauchen auch die Zahnärzte in Japan bei der Behandlung des Kaisers von Japan keine Handschuhe mehr anzuziehen, wie dies bis vor einigen Jahren erforderlich war. Grosse Gebiete der Sahara, die heute Wüste sind, waren vor 2000 Jahren gewissermassen die Kornkammern Roms und des Römischen Reichs. Gewisse astronomische Rechenaufgaben, deren Lösung früher in frühestens 30 Jahren möglich gewesen wäre, sind nun mit 6 Rechenmaschinen ah der Kolumbia-Universität (USA) in 2 Jahren zu Ende geführt worden. * Der Geruch von Zwiebeln setzt sich bei Kühen selbst dann noch auf die Milch um, wenn die Kühe die Zwiebel erst 3 Minuten vor der Melkperiode frassen. * Im indischen Staat Mandi werden noch heute die Mädchen nach dem Gewicht bei der Heirat verkauft. Ein Pfund Gattin kostet ein Rupee.