Aufrufe
vor 7 Monaten

E_1940_Zeitung_Nr.045

E_1940_Zeitung_Nr.045

LÖ AUTOMOBIL-REVUE

LÖ AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 5. NOVEMBER 1940 — N° 45 EUHEITBUf ACS DER PELZMODE Elegantes Abendcape aus Indisch Lamm. Modell F. Rosenfeld, Zürich. Schmeichelnd umhüllt herrliches Pelzwerk die Frauen. Gäbe es heute noch Möglichkeiten, Kleidermandäte gegen den Luxus zu erlassen, die Gesetzgeber müssten sich in ein weitschichtiges Studium der Pelze vertiefen. Aber ernsthaft gesprochen: sind Pelze wirklich reiner Luxus? Wohl kaum, denn in den nordischen Gebieten sind Pelze für jedermann unerlässlich. Heute spielen sie im Gebirgskrieg wie in der winterlichen Ausrüstung der Schweizer Gebirgsfruppen eine wichtige Rolle. Pelze kommen uns diesen kohlenknappen Winter besonders zu gute. Wenn wir von draussen nicht halb durchfroren, sondern warm gekleidet in die nur massig erwärmte Wohnung kommen, so erkälten wir uns viel weniger. Pelzmäntel erlauben auch das Austragen einfacher Wollkleider; selbst die seidenen Toiletten werden im Winter erst durch die wärmende Pelzhülle möglich. An Auswahl sind wir nicht verlegen. Was uns heute vom modeschöpferisch tätigen Kürschner gezeigt wird, besitzt eine grosszügige, modisch nicht auf Eintagswirkung gerichtete Fasson. Aber es braucht das grosse Können des sich nicht bloss auf die Fellarten, sondern auch auf den guten Schnitt verstehenden Kürschners, um wirklich befriedigende Fassonen herausbekommen. Pelze verwischen im allgemeinen die Umrisse der Figur etwas; darum müssen sie sehr weich verarbeitet sein und in richtigen Proportionen geschnitten werden, soll die Trägerin nicht kleiner, ja oft sogar etwas plump erscheinen. Ein Blick auf unsere Bilder erweist die Richtigkeit dieser Beobachtungen. Ihnen ist ein sehr guter Schnitt gemeinsam, sowie erlesen schönes Material. Es ist off keine Kleinigkeit, zu einem Mante'l die schön zusammenpassenden Stücke aus den vielen, meist kleinen Fellen zusammenzubringen, die so verschieden untereinander sind. Fertig verarbeitet, müssen sie als gleichmässig schön gezeichnete Flächen wirken, in der Farbe zusammenstimmen, bei glatten Pelzen dürfen keinesfalls ungleich dichte Felle zusammenkommen. Diese Anforderungen zu erfüllen, ist gar nicht so einfach. Das Material variiert beispielsweise schon ats Sommer- und Winterfell, die Grosse der Tiere innerhalb einer Pelzart ist ebeso verschieden wie deren Haardichte, und was noch andere Einzelheiten sind. Damit hängen die Preise für Pelzwerk eng zusammen, was oft nicht genügend bedacht wird. Persianer entfalten ihre reichen Zeichnungen; ihnen ähnlich und doch wieder im Charakter verschieden ist Indisch Lam. Es wirkt oft wie reich ge'- 1 presstes Material, dann wieder erscheint es als Toquerand und Mantel aus braunem Solongoyhermelin; ilantel aus Sealbisam in Schwarz, aktuell sind grosse iMetallschliessen. Modell F. Rosenfeld, Zürich. reich gekräuselter Pelz mit halb offenen Löckchen. Eine echte Vliesswirkung geht davon aus. Astrachan, Caracul Kid und nicht zuletzt die verschiedenen Arten von Breitschwanz gehören in diesen Kreis. Heute wird viel Oppossum getragen, in langen Streifen reiht sich Tier an Tier. Dann haben wir oft braungefärbten Silberbisam vor uns, sowie samtartig zarte Sealbisam und dichten aber nichtsdestoweniger geschmeidigen Biber. Sehr elegant sind die neuen Hermelinmäntel aus Winterfellen, dies beispielsweise schwarz gefärbt werden und sich, in Querstreifen verarbeitet, sehr malerisch ausnehmen. Als Neuheit taucht nun Solongoyhermelin auf, der in feinen Querstreifen geschnitten und zu losen, leicht glockig fallenden Mänteln verarbeitet wird. Der Sinn der Mode geht immer wieder auf Ensembles. Zum Silberfuchskragen tritt der gleiche Muff in weicher, runder Form, während Persianer und andere eher kurzhaarige Felle für Mufftaschen genommen werden, die mit gleichartigen Pelzhüten und Garnituren von Stoffmänteln und Stoffkostümen übereinstimmen. Silberfuchs zieht sich an hochstrebenden Toques in die Höhe,- Biber-, Sealund Hermelinstreifen vervollständigen reizvolle Hutmodelle mit weichen Rändern. E. S. Vielleicht hast du Jahre hindurch nicht mehr an den Schöpfer des Himmels und der Erden der Reblaus und des Oleanderfalters gedacht. Bedenke nun einmal dieses. Du darfst gleichwohl, obwohl du nicht den Samen sätest und keinen Spatenstich getan hast, die Frucht, die köstliche, in den Händen halten. Bedenke — dies darfst du. In diesem leisen Danke, stelle ich mir vor, soll sich der Glanz und der Duft der ungeheuren Früchtetafel des Landes widerspiegeln. Nur einen Moment widerspiegeln. Willst du? Die Stelle in einer Erzählung eines modernen Russen kommt mir in den Sinn wo der Mann an Nein, ich verlange durchaus nicht, dass du fromm einem späten Abend in einem kleinen Mansardenzimmer hoch über Leningrad sitzt und eine Frucht, die Hände faltest. Dergleichen schöne Gesten haben wir ja im allgemeinen aus der Liste gestrichen. sich, ein Mann, der sonst technische Mammutpläne ich glaube einen Apfel, betrachtet. Man denke Aber um ein anderes Kleines bitte ich dich. wälzt

JJO 45 — DIENSTAG, 5. NOVEMBER 1940 Synthetisches Benzin aus den Erdgasen des Rheintales? Man schreibt urfs: Die Versuche zur Gewinnung von flüssigen Treibstoffen aus schweizerischen Erdgasen, worüber die Presse berichtet hat, sollen im nachstehenden einer kurzen kritischen Beleuchtung unterzogen werden. Bevor sich über den Wert dieser Erdgase etwas aussagen lässt, sollte eine gründliche Durchschnittanalyse vorliegen. Ich lege meinen Betrachtungen eine Durchschnittanalyse zugrunde, die Erdgasquellen in Deutschland,, Frankreich, Italien und dem ehemaligen Oesterreioh entsprechen. Es wird so möglich sein, eins ganz grobe Ueberprüfung der bekannt gewordenen Versuchsergebnisse zu erlangen. Der durchschnittliche Kohlenwasserstoffgehalt europäischer Erdgase beträgt danach: 90°/o Methan, 3,3% Aethan und 0,7% schwere Kohlenwasserstoffe. a) Schwere Kohlenwasserstoffe: Sie Bind entweder sofort als Benzin zu gebrauchen oder leicht in Benzin überzuführen. Aus den Erdgasen können sie durch aktive Kohle oder Schweröl entfernt werden. Die Trennung der schweren Kohlenwasserstoffe von Methan und Aethan ist daher sehr leicht möglich. Leider dürfte der Gehalt an schweren Kohlenwasserstoffen in unseren Erdgasen unter 1 Vo liegen. Wären täglich 100 000 m s Erdgas zu gewinnen, so könnten wir bei einem durchschnittlichen Gehalt von 0,7°/» schweren Kohlenwasserstoffen jährlich ca. 1000 Tonnen Benzin gewinnen. Für die Anlagen zur Gewinnung dieser Benzinmenge müsste wohl im günstigsten Fall mit einer Aufwendung von 1 Mill. Franken gerechnet werden. b) Methan und Aethan: Diese beiden gasförmigen Kohlenwasserstoffe in flüssige -Treibstoffe umzuwandeln, erfordert ungeheure chemische Anlagen. Das allgemein in grossen Mengen zur Verfügung stehende Methan konnte bis jetzt, trotz sehr vieler Arbeiten auf diesem Gebiet, wirtschaftlich weder in Formaldehyd, Methylalkohol, Benzol noch in leichte Kohlenwasserstoffe (Benzin) verarbeitet werden. Am aussichtsreichsten dürfte ein Verfahren sein, das Methan in Azetylen verwandelt und dieses weiter in Aethylalkohol, Paraldehyd etc. überführt. Bis es jedoch gelänge, auf dem Wege dieser chemisch komplizierten, teilweise durch Patente geschützten Verfahren, grosse Mengen von Treibstoff zu gewinnen, würden Jahre vergehen und die Anlagen müssten wahrscheinlich nach dem Krieg wegen Unwirtschaftlichkeit wieder stillgelegt werden. Nach dieser Analysenannahme gehören die Antaben über die Gewinnung von 800 com flüssigen, sofort verwendbaren, benzinähnlichen Motortreibstoffs aus 1 m 3 Erdgas wohl, eher ins Reich der Wünschträume. Falls das Erdgas des Rheintales grössere Mengen schwerer Kohlenwasserstoffe enthalten sollte, dürfte durch die Grackung dieser Oele auf wirtschaftliche Weise Benzin zu gewinnen sein. «Nasses Erdgas>, d. h. höhere Kohlenwasserstoffe enthaltendes, tritt jedoch meistens nur in Zusammenhang mit Erdöl auf. Sofern also aus den Erdgasen des Rheintales Benzin ohne Schwierigkeiten zu gewinnen ist, könnte daraus auch auf die Anwesenheit von Erdöl geschlossen werden. Auf jeden Fall wäre es die Mühe wert, wenn sich Faohleute intensiv mit den Erdgasen im Rheintal beschäftigen würden. Wirtschaftlich und technisch ist es gut möglich, die leichten Erdgase, Methan und Aethan, als Motortreibstoff zu verwenden. In Stahl- oder Aluminiumflaschen verdichtet, werden sie in andern Staaten schon längst für Lastwagen und Omnibusse verwendet. Der Wert von 1 m* Methangas entspricht demjenigen von 1 kg Benzin. Dabei sind an den Motoren keine Aenderungen notwendig, nur eine Spezialdüse muss eingebaut werden. Die Erdgase des Rheintales bedürfen eines sofortigen Studiums. Auf Grund der Analysenergebnisse wird sich der Weg, den es einzuschlagen gilt, um diese Rohstoffquelle zu ersehliessen, sofort erkennen lassen. Dipl. Ing.-chem. G. Meyer. S«> ^MTÜlEjULIEjB ch^difen Dreyfus und Le Begue, die beiden französischen Rennfahrer, die sich zur Teilnahme am diesjährigen Grossen Preis von Indianapolis nach den USA eingeschifft hatten, befinden sich, nach Meldungen aus französischer Quelle, noch immer drüben. Etancelin widmet sich Geschäft und Familie... Während Raymond Sommer sich mit dem Gedanken trägt, dem Rundenrekord von Montlhery den Garaus zu machen, während sich Jean-Pierre Wimille in Paris befindet und Louis Chiron seine Zelte an der C6te d'Azur aufgeschlagen hat, während endlich Dreyfus und Lebegue es vorgezogen haben, noch einige Zeit jenseits des grossen Wassers zu verweilen, ist Philipp Etancelin in der Nähe von Rouen aufgetaucht. Seine Aktivität soll jener vor dem Kriege in keiner Weise nachstehen, mit dem Unterschied allerdings, dass sie sich ganz auf Geschäft und Familie beschränkt, wo sie ehedem vor allem dem Sport galt. «Die Zeiten sind vorbei», so erklärte er einem Mitarbeiter des «Auto», «wo man ständig unterwegs war. in Frankreich wie in ganz Europa oder gar in Afrika und Amerika, um an diesem oder jenem Grand Prix teilzunehmen. Das sind tempi passati, man lebt nur noch von den Erinnerungen. Automobilsport? Davon ist keine Rede mehr. Wenigstens für den Moment nicht, und so widme ich mich ganz meinen Geschäften und gehe in der Familie auf.» Nuvolari erwirbt das Fliegerbrevet. Auf dem Flugplatz von Boscomantieo bei Verona hat Tazio Nuvolari mit seinen nahezu 50 Jahren das Fliegerbrevet erworben. Wenn er keine Rennen fahren kann, muss er fliegen, aber untätig zu bleiben, nein, das liegt ihm nicht. Bei einem Flugunglück — wie es im « Motor > heisat — hat der Engländer R. 0. Shuttleworth den Tod gefunden, der vor einigen Jahren, vorerst auf einem 2-Liter-Bugatti, dann auf einem 1934er- Alfa-Romeo-Monoposto, an zahlreichen Rennen in Grossbritannien und auf dem Kontinent an den Start ging. Im 3-Stunden-Kampf um den Grossen Preis von Dieppe 1934 belegte er hinter Dreyfus, Chiron und Wimille und vor dem Schweizer Rüeseh den vierten Platz. Weitere Erfolge auf dem Festlande blieben ihm versagt, waa jedoch seine Begeisterung für den Automobilrennsport nicht abzukühlen vermochte. Eine Zeitlang war er Inhaber des Rundenrekordes auf der Bergrundstrecke der Brookland-Bahn. In den letzten Jahren galt sein besonderes Interesse den Frühkonstruktionsn des Automobilbaues, von denen er eine stattliche Sammlung sein eigen nannte. Ein Bündel neuer Weltrekorde in der Salzwüste von Bonnevllle. Von Ab Jenkiiis auf Mormon Meteor III Ende Juli 1940 gefahren. Mit rund dreimonatiger Verspätung vernehmen wir durch die englische Fachpresse von einem Ende Juli erfolgten, glückhaften. Versuch des Amerikaners Ab Jenkins, mit seinem schon mehrfach erfolgreichen «Mormon Meteor III» dem Weltrekord über 24 Stunden, den er im, September 1937 zusammen mit Lou Meyer aufgestellt hajtte, den Garaus zu machen. Das genaue Datum ,der'TRekordfahrt ist aus dem uns vorliegenden Beripiit nicht ersichtlich, ebenfalls nicht, ob Jenkins sein Vorhaben, wie dies früher gelegentlich der Fall War, allein ausführte oder ob er darin von einem zweiten Piloten unterstützt wurde. Fest steht hingegen, dass der Wurf Ende Juli auf den bekannten Rekordpisten im Staate Utah glückte, und jswar bei ausserordentlich heissem Wetter, wobei Jenkins nach den ersten sechs Stunden von der ovalen 12K-Meilen-Rundstrecke auf den kreisrunden 11- Meilen-Circuit hinüberwechselte. Auf diesem gelang es ihm auch, die bisherige Rundenbestzeit zu verbessern und deren Durchschnitt auf 304,101 km/St, hinaufzuschrauben. Mit dem 24-Stunden-Weltrekord, den er um rund 6 km/St, auf 250,339 km/St, verbesserte, indem er 6224 km 127 zurücklegte, mussten 19 weitere Distanz- und Zeit-Rekorde dran glauben, so dass die Ernte dieser neuerlichen Fahrt des Mormon Meteor III, dessen Motor rund 750 PS entwickelt, sehr ertragreich ausgefallen ist, wie unsere Aufstellung zeigt. In diesem Zusammenhang dürfte es unsere Leser interessieren, zu erfahren, dass Ab Jenkins, ••— der in einem geräumigen Vorstadthaus als pensionierter Unternehmer ein beschauliches Leben fristet, weder dem Alkohol frönt, noch dem Rauchen huldigt und im übrigen ein eifriger Anhänger der in Salt Lake City beheimateten Mormonen-Kirche ist —, den grössten Teil seiner ihm zur Verfügung stehenden Zeit daran verwendet, an den amerikanischen Colleges Vorträge über die Sicherheit im Strassenverkehr zu halten, die er mit ausgezeichneten selbst gedrehten Filmen illustriert. Ueiber dieses Kapitel zu referieren, dazu dürfte allerdings kaum jemand so berufen sein wie gerade Ab Jenkins, der nicht nur ein immer wieder erfolgreicher Recordman par excellence ist, sondern sich auch rühmen kann, In den letzten fünfzehn Jahren durchschnittlich 85 000 Meilen (ca. 135 000 km) pro Jahr im Privatwagen ohne den geringsten Unfall zurückgelegt zu haben, eine Leistung, die ihm so leicht nicht mancher nachmachen wird. Hier nun Seine neuen Weltrekorde, vorbehaltlich der Homolog.ierung durch die A.I.A.C.R. (in Klammer die frühern Rekorde): AUTOMOBIL-REVUE 11 Nuvolari am Steuer eines Fiugaeugs als neugebackener Pilot. R. O. Shuttleworth t. 50 Kilometer: 278,220 km/St. (273,81 km/St.) 50 Meilen; 285,205 km/St. (280,29 km/St.) 100 Kilometer: 287,438 km/St. (281,47 km/St.) 100 Meilen: 290,677 km/St. (281,81 km/St.) 200 Kilometer: 291,853 km/St. (283,13 km/St.) 200 Meilen: 293,882 km/St. (285,54 km/St.) 500 Kilometer: 294,513 km/St. (285,03 km/St.) 500 Meilen: 285,163 km/St. (275,70 km/St.) 1000 Kilometer': 285,363 km/St. (277,35 km/St.) 1000 Meilen; 278,042 km/St. (274,83 km/St.) 2000 Kilometer: 277,359 km/St. (272,61 km/St) 2000 Meilen: 274,463 km/St. (271,88 km/St.) 3000 Kilometer; 273,997 km/St. (271,49 km/St.) 4000 Kilometer: 270,558 km/St. (266,67 km/St.) 3000 Meilen: 266,788 km/St. (254,88 km/St.) 1 Stunde: 293,663 km/St. (284,93 km/St.) 3 Stunden: 285,308 km/St, (275,93 km/St.) 6 Stunden: 277,359 km/St. (274,96 km/St.) 12 Stunden: 273,86« km/St. (271,97 km/St.) 24 Stunden: 259,339 km/St (253,10 km/St) Auslancl Autos aus ilnem Stück In einer Versammlung der Gesellschaft amerikanischer Automobil-Ingenieure hat deren Alt- Präsiden, David Beecroft, ungemein interessante Ausführungen über die Zukunft des Automobilbaues gemacht. Er hat erklärt, die Forschungsergebnisse der allerjüngsten Zeit hätten klar bewiesen, dass wir wieder kurz vor einem vollständigen Umsturz auf dem Gebiete dar Prinzipien der Autokonstruktion stünden. Das Automobil der nahen Zukunft werde einen Heckmotor besitzen; der ganze Wagen werde aus einem einzigen Stück bestehen, indem der Oberbau als Teil des Chassis fabriziert würde: die Kompression erfahre eine wesentliche Verstärkung, lim dem Motor mehr Leben und dem Wagen mehr Geschwindigkeit zu verleihen. Die Reifen -würden aus synthetischem Gummi und Kunstfasern hergestellt, wobei man allerdings berücksichtigen müsse, dass die Verwendung eines Zelluloseprodukts an Stelle der Baumwolle ein grundsätzliches Aufforstungsprogramm für das ganze Land zur Voraussetzung habe. Auch in der Federung erscheine der Kunstgummi als berufen, nach und nach das Metall grpssenteils zu verdrängen. Der Betriebsstoff der Zukunft werde tu 90% einen höheren Oktangrad besitzen als der augenblicklich gebräuchliche und vollkommen klopffrei sein. Gerade auf diesem Gebiete habe die Forschung in den letzten Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. X. C. S_ SEKTION BERN. Wen»* auch der sportliche und touristische Betrieb innerhalb der Sektion unter dem Zwang der Verhältnisse ruhen muss, so lässt sich's der Vorstand dafür angelegen sein, dass das gesellschaftliche Leben nicht zu kurz kommt. Den Anfang der Vortragsabend», womit die Wintersaison jeweilen aufwartet, machte am vergangenen Montag Prof. Dr. Arnold Heim mit seinem Reisebericht « Von der Chilenischen Schweiz nach Patagonien ». Au» Niederlandisch-Indien kommend, unternahm der Zürcher Gelehrte im letzten und zu Anfang dieses Jahres eine Forschungsfahrt, die ihn vom mittleren Chile aus, jenem zwischen der Küstenkordillere und der Ostkordillere sich ausbreitenden flachen, fruchtbaren Landstrich, dessen Charakter stark an das schweizerische Mittelland gemahnt und der deshalb auch den Namen « chilenische Schweiz » trägt, weiter südwärts nach den Fjorden und vergletscherten ^Regionen Patagoniens führte. Seine fesselnde Schilderung dieses Unternehmens, das im Versuch der Durchquerung des patagonischen Inlandeises gipfelte, steigerte der Vortragende durch über hundert Lichtbilder zu packend-anschaulicher Wirkung. So erstand in prachtvollen Aufnahmen da« abgerundete Bild einer von kühnem Forschergeist getragenen Expedition, angefangen in der Lieblichkeit der von Vulkanen überragten chilenischen Schweiz, weiter über die von Urwald umsäumten Seen und durch die Pampa nach dem riesigen, 130 km langen Lago Buenos Aires und endend in der wilden, eisgepanzerten Berglandschaft Patagonieüs, genauer gesagt am Lago Leon. Obwohl nur 700 rn hoch gelegen, nimmt dieser See einen gewaltigen Gletscherstrom auf. Wochenlang den Stürmen und dem Regen trotzend, warteten Prof. Heim und seine Begleiter auf eine Gelegenheit, von hier aus einen Vorstoss über das zusammenhängende Inlandeis nach Westen zu wägen. Und wenn ihr Vorhaben auch an der Scheusslichkeit der Witterung scheiterte, so hat der Zürcher Geologe von .seiner Reise als Ausbeute doch eine Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse und ein selten schönes photographisches Material mit nach Hause gebracht. Keiner unter den zahlreichen Gästen des Abends vermochte sich dem Bann zu entziehen, den die Bilder dieser grandiosen Hochgebirgslandsohaft ausströmen. SEKTION BERN. Tätlgkeitsprogramm für die nächsten Wochen: 8. November: Clubäbend. 15. November: Clübabend. 22. November: Vorbereitungen für den Klausabend. 29. November: Clubabend mit Vorstandssitzuns. 6. Dezember: Klausabend. Wir laden ein zur Monate« Versammlung auf Mittwoch, den 9. November, 80.30 tJhr, ins «Du Pont», die wieder vom Präsidenten feleltet wird. Zugleich erinnern wir an den Unterhältungsabend vom Sonntag, den 10. November, im Theatersaal der «Kaufleuten», der punkt 17 Uhr beginnt und bii 34 Uhr dauert. Es ist dafür ein sehr schönes Programm zusammengestellt, das gewiss jedermann befriedigen wird. Ueber die Eintrittspreise orientiert da8 Zirkular. Mitglieder, die vom Militärdienst auf Urlaub sind, geniessen freien Eintritt. Sie können sich an der Kasse melden. Alle Ehren-, Frei-, Aktivund Passivmitglleder sowie Angehörige und Bekannte sind herzlich eingeladen. Der Vorstand. Viele Chauffeurversammlungen Bind schlecht besucht. Diese Feststellung machen, heilst auch dia Ursachen suchen. Gewiss: Das schlechte Wetter, def weite Weg, die Mobilmachung, der spät« Feierabend usw. usw. Aber nicht immer «ind es dies« Dinge, die am schlechten Besuch der Versammlungen die Schuld tragen. Sehr oft, viel zu oft, ist es die Eintönigkeit des Versammlungsbetriebes, die viele Kollegen vom Besuche der Zusammenkünfte abhält. Die Muster-Traktandenllste unserer Versammlungen lautet gewöhnlich: 1. Appell, 2. Protokoll, 3. Ein- und Austritte, 4. Korrespondenzen, Berichte und Mitteilungen und 5. Verschiedenes. Eine Traktandenliste, die natürlich nichts sagt und vollständig uninteressant ist. Wiederholt sich da* gleiche während 12 Monaten, dann werden nur noch die allersenkrechtesten Kollegen und diese manchmal nur aus Pietät die Versammlungen besuchen. Warum nicht einmal gerade jetzt — einen Lichtbildervortrag über das aktuelle Thema Holzgasantrieb durchführen? Warum nicht den Chef der Schweizerischen Beratungsstelle für Unfällverhütung zu einem Lichtbildervortrag einladen? War« um nicht einmal im Winter einen Fümvörtrag *ur Durchführung gelangen lassen? Das Zentralsekretariat ist im Besitze eines guten Schmältonfllmapparates, der überall gute Dienste leistet und willkommene Abwechslung bietet. Schreibt jetzt — Kollegen in den Vorstanden — dem Zentralsekrotariat und verlangt Programmvorschläge. Wir werden, indem wir die Eintönigkeit bekämpfen, dt* Interesee am Verbandsgeschehen wecken, und vielt Kollegin werden uns dafür dankbar sein. BADEN. Am Donnerstag, den 7. November, findet um 20 Uhr im Restaurant « Dynamo» unsere Monatsversammlung statt. Daran müssen wir wieder vollzählig erscheinen. Zur Behandlung Hebt die Exkursion vom 24. November nach der Holzgas- Zentralvorstandssitzung und Budget-General- ••.o ~- i ,.. Versammlung. Am 23. November vereinigt sich in Bern der generatorenfabrik. Alle Detailfragen dieses Anlasses werden an def Versammlung besprochen. Eben- Zentralvorstand des A.C.S. zu einer Sitzung. Im Ansehluss daran wird er sich als Budget-Dele- falls liegt der Bericht über die Verhandlungen mit »iertenversammlung konstituieren, um den Voranschlag für das Geschäftsjahr 1941 zu beraten. statten wird. dem Fuhrhaltergewerbe vor, den Unser Sekretär er- Allerdings bildet diesmal das Budget nicht den einzigen Verhandlungigegenstand, steht doch daneben auch die Frage zur Diskussion, ob versucht BERN. An der Versammlung vom nächsten Samstag, den 9. November, im «Victoriahall» wird werden solid, die auf dem Automobil lastenden Fiskalabgaben während der Dauer der Rationierung Herr Husistein, Chef der Einbauwerkstätte der Garage Grosspeter A.-G. in Basel, seinen Vortrag durch eine Reduktion der Hubraumsteuer oder auf über Holzgasgeneratoren, den er in Basel bereits dem Wege einer Treibstoffverbrauchssteuer zu mildern. mit grossem Erfolg gehalten, im Kreise unserer Kollegen wiederholen. Bei dieser Gelegenheit gelangt ein Holzgaswagen im Betrieb zur Vorführung. BRUGG. Wir machen an dieser Stelle unsere Chauffeurkoliegen auf die wichtige Versammlung vom Samstag, den 9. November, 20 Uhr, Im reno- s. o. In den V