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E_1940_Zeitung_Nr.045

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 5. NOVEMBER 1940 — N° 45 Genossenschaft für die Versorgung mit flüssigen Kraft- und Brennstoffen in Zürich) auf Grund der Meldungen, über Import und Abschlüsse, gestützt auf die Uebersicht über Anfall und Verbrauch im Inland und, soweit die technische Verwertbarkeit in Frage steht, nach Rücksprache mit der Eidg. Materialpiüfungsanstalt die importierte Ware von den Importeuren ab Grenze. Erscheint ihr der verlangte Preis zu hoch, so unterbreitet sie den Fall mit ihrem Antrag der Sektion für Kraft und Wärme. Im weiteren wird die Petrola verpflichtet, die Errichtung eines oder mehrerer Lager in der Nähe der Importwege vorzubereiten. Ausserdem hat sie der Sektion für Kraft und Wärme Vorschläge für die Regelung der Beimischung und der Verwertung, sowie der Abnahme im Inland anfallender flüssiger Ersatztreibstoffe und Streckungsmittel zu unterbreiten und jeweils bis zum 7. des folgenden Monats Bericht über die getätigten Käufe, den Umfang der Import- und der Abschlussmeldunsren zu erstatten. Die Petrola hat unverzüglich sämtliche wirtschaftlichen Gruppen, Interessenten und die ihr bekannten "Wiederverkäufer über die Verfügung des Kriegsindustrie- und Arbeitsamtes vom 17. Oktober und die Weisungen der Sektion für Kraft und Wärme unterrichtet und hofft, damit alle Kreise erfasst zu haben, die sich bisher mit dem Import, der Beimischung und dem Vertrieb von flüssigen Ersatztreibstoffen befasst haben oder bei denen Vorräte liegen könnten. Anhand der eingehenden Meldungen wird sie das ganze Problem systematisch bearbeiten, um daraus für Interessenten und Volkswirtschaft den grösstmöglichen Nutzen ziehen zu können. Eine Konferenz bei der Sektion für Kraft und Wärme Am 31. Oktober fand, zum erstenmal in Anwesenheit des neuen Chefs der Abteilung für Ersatzbrennstoffe, Herrn Treyer, eine unter dem Vorsitz von Oberst Renggli, Chef des Kriegsindustrie- und Arbeitsamtes stehende Konferenz statt, woran sich auch die Herren Nat.-Rat Grimm und Ziipfel (Sektion für Kraft und Wärme), Fürsprech Hauser (Zentralstelle für Kriegswirtschaft), Dechevrens (Via Vita), Primault (A.C.S.) und Britschgi (T.C.S.) beteiligten. Die Sitzung war der Prüfung der zwei Verfügungen gewidmet, die wir in unserer vorletzten Nummer veröffentlicht haben. Ueber die den beiden Erlassen zugrunde liegenden Erwägungen herrschte Einigkeit auf der ganzen Linie. Was die praktischen Fragen anbelangt, so bildeten sie nachher den Gegenstand von Beratungen durch die Experten. Noch offen bleiben die durch die Verfügungen aufgerollen Fragen juristischer Natur, -doch bildet in dieser kriegswirtschaftlichen Angelegenheit der Umstand die Hauptsache, dass man zu greifbaren Ergebnissen gelangt. Im Zeichen der Umstellung von Lastwagen auf Holzgasbetrieb Das Gasholz wird teurer! Am 11. Oktober vernahm die Oeffentlichkeit die Kunde von den Massnahmen, welche die Behörden planen, um den Umbau von ca. 1000 Lastwagen auf Holzgasbetrieb zu verwirklichen. Seither ist es darum wieder um ein Beträchtliches stiller geworden; der Aufruf, den man damals als nächsten Schritt im Gange dieser Aktion in Aussicht stellte, lässt auch heute noch auf sich warten und wer sich etwa um Formulare für die Einreichung von Anmeldungen bemühen •wollte, kann dabei Dinge erleben, die zu allerhand mehr oder weniger ketzerischen Betrachtungen über die Art und das Tempo Anlass geben, womit diese dringliche und lebenswichtige Frage behandelt wird. Dafür erliess die eidg. Preiskontrolle drei Tage später, am 14. Oktober, eine Verfügung, wonach ab 16. Oktober auf den Höchstpreisen für Gasholz eine Steigerung eintrat. Erfolgte die Massnahme sozusagen unter Ausscbluss des Publikums? Betrachtete man dabei wieder einmal Diskretion als Ehrensache? Dank einer unzureichenden Informierung gelangt nämlich dieser «Fall» von Preispolitik erst später und auf Umwegen zur Kenntnis weiterer Kreise, auch wenn sie auf eine solche Botschaft vorbereitet waren, denn schon in der Konferenz vom 4. Oktober, welche die Behörden mit den am Automobilwesen interessierten Verbänden zusammengeführt hatte, wies der Vertreter der Sektion für Holz darauf hin, dass sich die Preise nicht mehr halten lassen. Standen sie damals noch auf 8, resp. 9 Rappen pro Kilo, so setzt die Verfügung die neuen Engrospreise auf 11 Rp. für Würfel- und 10 Rp. für Hackholz fest, währenddem die Tankstellenpreise 13 bzw. 12 Rappen betragen. Wohlverstanden: sie gelten für gemischtes Holz; besteht aber das Gasholz zu 100% aus Buchenholz, dann darf noch ein Zuschlag bis zu 10% erhoben werden. Beschlagnahme der privaten Benzinreserven? Ein Gerücht? Oder eine Tatsache? Auf jeden Fall munkelt man davon, immer deutlicher und präziser. Es heisst auch£die Weisungen an die Kantone seien dieser Tage abgegangen. Dazu steht fest, dass die Kantonsvertreter auf Montag nach Bern einberufen worden sind, um die zu ergreifenden Massnahmen zu besprechen. Die Sektion für Kraft und Wärme dagegen erklärt, von allem nichts zu wissen. Steuerrückvergütung für requirierte Motorfahrzeuge hat pro rata temporis zu erfolgen Welche Stellung nehmen die Kantone zu diesem Urteil des Bundesgerichts ein? Der Entscheid des Bundesgerichts in der Frage der Steuerrückvergütung für requirierte Motorfahrzeuge, veröffentlicht in Nr. 41 der «A.-R.», stellt grundsätzlich fest, dass die Kantone gehalten sind, die Rückerstattung dieser Steuern pro rata temporis, d. h. genau nach Tagen der Requisitionsdauer zu gewähren. Im Anschluss an dieses Urteil, dessen Dispositiv zur Zeit zwar noch aussteht, richtete die Aspa eine Rundfrage an die Kantonsregierungen, um sich zu erkundigen, welche Stellung sie dazu einnehmen und welche Folge sie ihm zu geben gedenken. Als Triebfeder wirkte dabei der Wunsch, die Absichten der Kantone kennenzulernen, soweit es sich um die ihnen durch den bundesgerichtlichen Wahrspruch auferlegte Rückerstattungspflicht handelt. Dass nämlich jetzt dem cSchachbrett der 25 Kantone» wenigstens in dieser Hinsicht sein Stündchen geschlagen hat, sollte ausser Z Die Waadt möchte vorsichtshalber erst einmal das Urteilsdispositiv abwarten, ebenso die Behörden des Kantons Zürich, denen daran liegt, sich zu vergewissern, ob die Rückvergütung wirklich auf den Tag genau berechnet werden muss. Schaffbausen und Obwalden erachten eine Stellungnahme für überflüssig, zumal sie schon von Anfang an die Methode der Rückerstattung nach Tagen angewendet hätten und auch Nidwaiden siebt keinen Anlass, auf die Sache näher einzutreten, sintemalen bisher keine Anstände eingetreten seien. Am elegantesten hielt sich bislang St. Gallen, dessen Regierung schrieb, sie werde zu der Anfrage noch Stellung beziehen, begrüsse es jedoch im übrigen, wenn die Verbände an ihre Mitglieder ein Zirkular erlassen, um den Kantonen einen Teil der mit den Rückerstattungsgesuchen verbundenen Arbeit abzunehmen. Wieder andere lassen es bei einer simplen, farblosen, unverbindlichen Empfangsbestätigung bewenden. Was die Aspa nun zu unternehmen vorhat? Den Kantonen eine Abschrift des vollständigen Urteils zu überreichen, sobald sie in dessen Besitz ist, was voraussichtlich schon in naher Zeit der Fall sein wird. Ob man sich (siehe Graubünden) auch dann noch aufs hohe Ross setzen oder ob man nicht Auch Sie jqiit dec Appdt dec Ae&eUsqenteitisdiaftm im Autatcanspoxitaesut! Schluss mit der Benzinvergeudung! Rationalisierung der Autotransporte muss oberstes Gebot sein Wir Automobilisten haben weiss Gott nichts mehr zu lachen. Das Benzin wird knapper, noch und noch, magere Zeiten sind für uns angebrochen und wer überhaupt noch fahren kann, weil er fahren muss, für den gibt es nur einen Imperativ: Benzin sparen, wo immer und solange er noch kann! Allein das ist es eben: mit dem Sparwillen, mit der Einsicht in diese absolute Notwendigkeit haperts noch da und dort, zum Schaden der Gesamtheit. Wenn deshalb kürzlich Direktor W. Ed. Huber, der die kantonal-bernische Arbeitsgemeinschaft im Autotransportwesen präsidiert, einer « vom Bau» also, sich in einem Radiovortrag mit diesen Herrschaften, vorerst einmal väterlich mahnend, beschäftigte und dabei Mittel und Wege aufdeckte, wie es die in den Arbeitsgemeinschaften zusammengefassten Liefer-, Lastwagen- und Traktorenbesitzer anzustellen haben, um die Benzinvorräte wirklich zu schonen, weniger durch technische Kniffe als vielmehr durch betriebliche Rationalisierung, dann war diese aufschlussreiche und eindringliche Lektion durchaus am Platz. Was für ein Bewenden es mit den Arbeitsgemeinschaften hat? Auf Anordnung des Bundesrats ins Leben gerufen (weil der freiwillige Zusammenschluss versagte), sollen sie der Aufgabe dienen, im Interesse der Landesversorgung und der Wirtschaft mit den uns heute noch zur Verfügung stehenden Treibstoffmengen solange ab möglich ein Minimum von lebenswichtigem Motorfahrzeugverkehr aufrechtzuerhalten. Auf einen andern Nenner gebracht heisst das: Ueberwachung und Rationalisierung des Verkehrs mit Nutzfahrzeugen, wozu nötigenfalls zum Mittel des Zwangs gegriffen werden kann. Um bei der herrschenden Benzinnot, von der niemand zu sagen weiss, ob sie sich nicht verschärft, die lebenswichtigen Transporte auch für das Morgen zu sichern, müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, damit wir mit einem Mindestverbrauch an Treibstoffen auskommen. In der Region Bern hat man nun damit angefangen, die zirkulierenden Lastwagen zu kontrollieren, wobei die Meinung die ist, dass sich durch eine solche Prozedur die Grundlagen für die geplante Rationalisierung schaffen Messen. Und die Ergebnisse? Nicht gerade erhebend, muss man schon sagen, so dass nicht darum herumzukommen sein wird, die Polizei mit der Weiterführung der Kontrollen zu betreuen. Zur Illustration eine Handvoll Beispiele: ein 2H-Tonnen-Wagen fyhrt eine Person auf die nächstgelegene Bahnstation (Kommentar überflüssig!), oder ein 5-T-Lastwagen mit Anhänger fährt 115 km, und dieselbe Strecke wieder, zurück zu einer Bremsreparatur, beide Male leer (weshalb nicht einen Monteur kommen lassen?), oder ein besser beraten sein wird, sein «peccavi» zu sprechen und das gutwillig zurückzugeben, was man an Steuern von requirierten Motorfahrzeugen zuviel einkassiert hat? Weil kneifenwollen doch nichts abträgt? Landwirtschaftstraktor gondelt mit 2 Sack Kartoffeln und 4 Sack Holz in die Stadt (zweimal 17 km = 34 km). Die Kontrollen hahen es aber auch an den Tag gebracht, dass bei unzulässig vielen, weiten Fahrten die Wagen nur auf dem Hinoder Rückweg belastet waren. Wenn sich so etwas nicht Benzinverschwendung nenntl Und das zu einer Zeit, da dieses Nass ständig kostbarer und rarer wird. Haushälterisch damit umgehen — denn wir kämpfen um nicht mehr und nicht weniger als um die Sicherung unserer wirtschaftlichen Selbständigkeit — muss also die selbstverständliche Parole lauten. Und Dir. Huber geizte nicht mit Winken, wie das Sparen zu bewerkstelligen ist. Bei gutem Willen lässt sich da noch mancherlei machen, weshalb seine Ratschläge zuhanden aller, die es angeht, aber auch zu Nutz und Frommen der gesamten Wirtschaft nochmals kurz skizziert seien: 1. Motorfahrzeughalter gleicher oder ähnlicher Branchen sollten sich zu gemeinschaftlicher Abwicklung ihrer Werktransporte zusammenschliessen, um die volle Auslastung der Wagen zu erreichen. Dürfen wir es uns noch leisten, dass jeder Metzger sein Fleisch im Schlachthaus selbst abholt? Warum nicht eine Sammelfuhre, die ihre Tour ja wechseln könnte, auf dass keiner zu kurz komme? 2. Um die vielen Einzelfarten zu ersparen, sollten sich auch die Landmetzger, welche den Wochenmarkt besuchen, zur Organisation von Gemeinschaftstransporten für Ware und Personal entschliessen, ebenso die Landwirte, Gärtner, die jetzt, ein jeder auf eigene Faust, mit kleinen Camionetten zu Markt fahren. Gelänge die Verwirklichung dieses Gedankens, dann Hessen sich für ca. 75 Landmetzger, welche zweimal wöchentlich den Berner Markt besuchen, im Jahr rund 30 000 Liter Benzin einbringen. Und solche Fälle gibt es zu Hunderten in der Schweiz, wenn man die Sache ernsthaft anpacken will. 3. Bessere Auslastung der über den Ortsbezirk hinausreichenden Lebensmittel- und anderen Transporte, für welche die Benützung eines Lastwagens noch verantwortet werden darf, tut not. Leerfahrten auf dem Hin- oder Rückweg gehören ins Kapitel der Benzinverschwendung. 4. Nicht länger zu umgehen ist eine starke Einschränkung des Hauszustelldienstes, bei dem nur noch ganz schwere Stücke per Wagen befördert werden dürfen, wenns für die Hausfrauen auch schwer fällt. 5. Auch bei den Domizillieferungen drängen sich Eingriffe auf. Die Kundschaft, d. h. der Detaillist, ist verwöhnt worden. Weshalb solche Lieferungen lediglich noch für Wiederverkäufer in Betracht kommen sollen, die in Gegenden ohne eigene Bahnverbindung wohnen oder dann in Fällen, da es sich um leicht verderbliche Waren handelt. Auch hier heisst es, sich von gewissen Bequemlichkeiten lossagen und das Wohlergehen des ganzen Volkes den eigenen Interessen voranstellen. 6. Soweit Transporte nicht aus zwingenden Gründen weiterhin per Lastwagen besorgt werden müssen, sind sie den öffentlichen Transportanstalten zu übergeben. Wobei es sich indessen von selbst verstehen sollte, dass man auch hier durch weitestgehende Berücksichtigung der Bedürfnisse von Industrie, Handel und Gewerbe Gemeinschaftssinn an den Tag legt. 7. Im Verteilersystem von festen und flüssigen Brennstoffen wären ebenfalls noch Vereinfachungen möglich. (Fortsetzung Seite 3.) Die Sektion für Kraft und Wärme konzentriert ihre Lokale. Um den Unzulänglichkeiten ein Ende zu machen, die sich daraus ergaben, dass die Bureaus der Sektion für Kraft und Wärme in der Bundesstadt bisher teilweise weit auseinander lagen, werden sie dieser Tage, zum Teil wenigstens, zusammengelegt. Im Hotel «Schweizerhof > am Bahnhof platz hat die Sektion eine ganze Etage gemietet, so daas nun eine gewisse lokale Konzentration der Bureaus erfolgen kann. Auch der Chef der Abteilung für Ersatzbrennstoffe, Herr Ing. Treyer, wird sich im «Schweizerhof» etablieren. Bereits liegen auch von einzelnen Verbänden die Vorschläge für die Experten vor, mit denen Herr Treyer die sich erhebenden, ebenso dringenden wie schwierigen Probleme bearbeiten wird. Die Kapele spielt die Zwischenaktmusik. Henri Rene kommt an Molignon vorbei, ohne ihn zu beachten. Er legt die Requisiten, die ihm auf ein bestimmtes Stichwort nach seinem Auftritt nachgeworfen werden, auf die Planken, mit denen der Wiesenboden im Auftrittsgang bedeckt ist. Stani&l schneit vor: < 'ran wie Blücher!» Molignon reisst ihn am Aermel zurück : « Noch nicht! Viel zu früh ! Wir müssen warten, bis er eingeschaltet ist... richtig eingeschaltet auf seine Nummer ! Sie werden's selbst sehen !... Nach den ersten Takten des Sambre-et-Meuse-Marsches ... beim neunten Takt springt er ein ! Also zwischen dem ersten und neunten Takt 'ran ! » Madame Molignon ist in den Gang getreten, schickt ein Stossgebet zum Himmel. Merini schiebt sich heran : «Ist das wahr, Madame, dass der schwarze Herr drüben ein Varietidirektor ist ? » « Ja. Nein. Gar nichts ist er. Lassen Sie mich zufrieden.» Merini beschliesst, sich auf eigene Faust an den .Direktor' heranzumachen. Die Zwischenaktmusik verstummt. Näher rollt der Donner. Nun prasselt es wie Erbsen auf das Zeltdach. « Füllfederhalter aufdrehen ...! Vertrag entfalten ! » kommandiert Molignon. Staniols Finger versagen den Dienst. Beide Herren schrauben abwechselnd am Füllfederhalter, beflecken sich die Hände. Die Kapelle schmettert den ersten Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches in die unruhig erwartungsvolle Menge. Henri Rene pflanzt sich hinter den rot befrackten Stallmeistern auf. Seine Augen werden glasig. Abgestellt ist er gegen alle Eindrücke von aussen. Zweiter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches: Ren© steigt auf das Sprungbrett. Dritter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches : Renes Oberkörper beugt sich vor. Seine Muskeln spannen sich. Vierter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches: Renes Ferse hebt sich vom Boden. Fünfter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches : Alle Luft scheint Renes Körper entwichen — ein Wurfgeschoss ist er nur noch. Abflugbereit. « Los ! » befiehlt Molignon. Mit einem Satz schnellen beide Männer auf den Clown zu. « Henri Rene" ! Augenblick ! > Der Clown wirft sich herum. Doch er sieht sie nicht. Er fühlt nur irgend einen Gestalt gewordenen Willen, der ihm den Weg versperrt zum Sprung, zur Entladung der in ihm bis zur Schmerzhaftigkeit angesammelten Energien, die ihn auseinandersprengen müssen, wenn er sich nicht zum doppelten Salto mortale in die Höhe schwingen kann : « Platz ! ! Platz ! ! » Er keucht. Er schlägt mit den Fäusten um sich. Seine Augen quellen aus 'den Höhlen angesichts des Unbegreiflichen, das ihm den Weg versperrt. Molignon entreisst Staniol den Füllfederhalter. Schiebt den Vertrag dem Henri Rene" beinahe unters Kinn. Drückt ihm den Halter in die Hand : « Unterschreiben Sie! Unterschreiben...! » Siebenter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches : Renes Augen unter den buschigen roten Brauen glotzen in fahrigem, hilflosem Lodern. Achter Takt des Sambre-et-Meuse-Marsches: « Los, Rene" !... Setzen Sie Ihren Namen hin !... Los, Ihr Auftritt ! » Renes um den Federhalter gekrampfte Hand fährt über das Papier... dann schlägt er den Vertrag aus seiner Brustnähe, wirft den Federhalter im Bogen von sich und schnellt mit einem Pfiff in doppeltem Salto mortale über Köpfe und rote Rücken hinweg in die Manege, in knatternden Beifall und Jubel rufe. Den beiden Herren klebt der Anzug am Körper. Nassgeschwitzt sind sie und erschöpft wie von einem schweren Ritt: «Uff! Na...!> Sie schütteln einander die Hand. Sie beglückwünschen einander : « Das war auch eine artistische Leistung ! Und keine üble !» Das unbeschäftigte Zirkuspersonal steht um Merini und tuschelt. Madame Juliette schiebt sich heran : « In Ordnung ? > « All right! > Beide wie aus einem Mund. « Dann ist's gut! Dann hält er den Vertrag auch ein !» sagt Madame Molignon und entreisst ihrem Mann das noch krampfhaft von seiner Hand umschlossene Papier. « Er ist gewissenhafter als die ganze andere Gesellschaft zusammen !... Wie hoch ist seine Gage ?... Wieviel Prozent haben wir ? > Und plötzlich wird die Frau mit dem krebsroten, vor Hitze feuchten Gesicht weiss wie ein Linnen und greift in die Luft. Staniol und Molignon springen hinzu, schleppen sie zu einem Stuhl. Dann entwinden sie ihren vor Schreck festgeklammerten Fingern den eben von Henri Ren6 unterschriebenen Vertrag und beugen sich über den Namenszug : Heinrich Römer. (Fortsetzung folgt.)

N°45 — DIENSTAG, 5. NOVEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE 8. "Wenn auf dem Lande Bäcker, Metzger, Händler usw. alle zugleich und nebeneinander ihre Kunden mit dem Wagen aufsuchen, dann ist das ein Luxus, der sich mit dem Benzinmangel und dem Zwang zum Sparen schlecht zusammenreimt. Wächst uns etwa «ein Kornfeld in der flachen Hand? » Sammeltransporte, von den Behörden organisiert, vermögen diesen Dienst nach abgelegenen Höfen ebenfalls zu versehen. 9. Wie wärs, wenn in Gegenden ohne Bahnverbindung Sammelstellen und Sammelfahrten zur nächsten Bahn- oder Schiffstation eingerichtet würden? Nichts hinderte dabei, dass auch periodisch durchfahrende Lastwagen Frachtgüter mitnähmen. 10. Auch der Chauffeur hat es in der Hand, den Brennstoffverbrauch auf ein Minimum zu senken. Es gibt so etwas wie eine Fahrweise, die eine optimale Ausnützung des Benzins gestattet: ein massiges und gleichmässiges Tempo. Erhöhung der Geschwindigkeit steigert den Benzindurst des Motors. Verständigung und Zusammenarbeit sind in erster Linie die Grundlagen, auf welchen die Arbeitsgemeinschaften die ihnen gestellte Aufgabe zu erfüllen trachten. Auf Zwangsmittel möchten sie verzichten, solange sich ein jeder in die durch die Umstände nun einmal gebotene besondere Regelung des Motorfahrzeugverkehrs verständnisvoll einordert. Den zivilen Autoverkehr zu hemmen oder gar zu unterdrücken, daran denken sie nicht im Entferntesten. Und dafür, dass sie bei ihren Massnahmen nieht weiter gehen als es die heutigen Verhältnisse erfordern, bietet die Tatsache eine Garantie, dass die Mitglieder der Arbeitsausschüsse selbst alle dem Handel und der Industrie angehören. Vorsorge zu treffen ist jedoch die oberste Pflicht, der sie bei ihrer Arbeit zu genügen haben; allein unter diesem Gesichtspunkt soll daher ihr Wirken beurteilt werden. Wenn Besserwisser daherreden, es sei gar nicht so schlimm bestellt mit unserer Treibstoffversorgung, wenn sich der und jener Autobesitzer damit brüstet, er habe es nicht nötig, seinen Fährbetrieb zu reduzieren, weil er eine feine Nase gehabt und sich rechtzeitig eingedeckt habe, so ändert das alles kein Jota an der absoluten Pflicht eines jeden Personen- und Lastwagenbesitzers, mit jedem Tropfen Treibstoff haushälterisch umzugehen. Mit dem Sparen verhält slchs wie mit dem Rationieren: es nützt nur solange, als noch etwas vorhanden ist. Konsequentes Benzinsparen auf der ganzen Linie bedingt aber, dass sich auch die Behörden und öffentlichen Betriebe, die den Arbeitsgemeinschaften nicht zwangsweise unterstellt sind, dieser Notwendigkeit ständig bewusst bleiben. Das Land erwartet, dass ein jeder seine Pflicht tue. Ohne die Bereitschaft zu Einschränkungen, Opfern und Verzichten überwinden, wir die Arglist der Zeit nicht. An den Motorfahrzeugbesitzern sowohl als auch an der Bevölkerung überhaupt liegt es, durch guten Willen und durch Bezeugung von Einsicht in die Gebote der Stunde die Arbeitsgemeinschaften beim Streben nach den Zielen, die sie sich gesetzt und unter dem Druck und Drang der Verhältnisse haben setzen müssen, wirksam zu unterstützen. d«e>m Kantonen Endlich ein Anlauf für Steuerermässigungen im Kanton Bern Ein Antrag der Polizeidirektion... Auf der Traktandenliste der am 11. November beginnenden Wintersession des bernischen Grossen Rates figuriert folgender Antrag der kant. Polizeidirektion: Der Grosse Rat des Kantons Bern, gestützt auf Art. 7 des Gesetzes vom 6. Oktober 1940 über die Strassenpolizei und die Besteuerung der Motorfahrzeuge, auf den Antrag des Regierungsrates, heschliesst: 1. Für die Zeitdauer' der Treibstoffrationierung werden die in § 6 des Dekretes vom 4. Juni 1940 über die Besteuerung der Motorfahrzeuge vorgesehenen Steueransätze für Fahrzeuge, die mit rationierten flüssigen Treibstoffen .betrieben werden, wie folgt herabgesetzt: a) für Personenwagen, Personenwagen mit auswechselbarer Ladebrücke, dreirädrige Motorfahrzeuge zum Personen- oder Gütertransport, Lastwagen mit einer Nutzlast von weniger als 1 Tonne und Motorräder, um 50 Prozent; h) für Händlerschilder und Fahrzeuge, deren Hal- I ter von der Berechtigung zum Bezug von Rationierungsscheinen ausgeschlossen werden, um 30 Prozent; c) für Geseilschaf tswagen, Lastwagen mit einer Nutzlast von einer Tonne und mehr, sowie für gewerbliche und gemischtwirtschaftliche Traktoren, um 20 Prozent. 2. Für Motorfahrzeuge, die mit festen oder nicht rationierten flüssigen Treibstoffen betrieben werden, ist die dekretegemässe Steuer zu entrichten. Der Regierungsrat ist jedoch befugt, Steuervergünstigungen bis zu den in Ziff. 1 festgesetzten Ansätzen zu gewähren, falls auch die mit festen Treibstoffen betriebenen Motorfahrzeuge den Rationierungsvorschriften unterstellt werden. 3. Der Regierungsrat wird ferner ermächtigt, auf einen von ihm zu bestimmenden Zeitpunkt die gewährten Vergünstigungen ganz oder teilweise aufzuheben, sofern die Treibstoffzuteilungen erhöht werden. 4. Aenderungen des Motors auf einen andern Betriebsstoff sind binnen 14 Tagen dem Strassenverkehrsamt zu melden. Der Halter, der diese Meldung unterlässt und infolgedessen nicht die tatelchlich geschuldete Steuer bezahlt, verfällt in eine Steuerbusse im doppelten Betrag der hinterzogenen Steuer. 5. Dieser Beschluss tritt auf den 1. Januar 1941 in Kraft. ... und was die Automobilisten daran auszusetzen haben. Mit diesem Antrag hat die kantonale Polizeidirektion die Zusicherung gehalten, die sie vor der | Abstimmung vom 6. Oktober den Strassenverkehrsverbänden erteilt. Ob jedoch der Berner Automobilist über die Vorschläge der Polizeidirektion restlos beglückt sein wird, steht auf einem anderen Blatt, denn diese bieten der Kritik immerhin etliche Angriffsflächen. Venn z. B. für Personenwagen, Lieferwagen, Erste Fühlungnahme mit Herrn Treyer dem Chef der neuen Abteilung für Ersatztreibstoffe. Es ist uns gelungen, einen ersten Kontakt mit dem Chef der kürzlich errichteten Abteilung für Ersatztreibstoffe, Ing. J. Treyer, herzustellen. Ob es Bescheidenheit oder Zurückhaltung war, von einem Interview wollte er auf jeden Fall nichts wissen. SA £&~wM}fA « Sie werden das sicher verstehen » — entgegnete er, übrigens in durchaus liebenswürdigem Ton — «denn ich bin erst seit ein paar Stunden im Amt. Lassen Sie mir bitte Zeit, mein Tätigkeitsfeld vorerst zu überblicken oder besser noch die ersten Schritte darin zu tun. Soviel ich bisher habe feststellen können, harrt meiner eine höchst delikate Aufgabe. Was für Massnahmen wir auch treffen, sie werden, dessen bin ich gewiss, in bestimmte Interessensphären eingreifen, was nicht eben zu deren Popularität beiträgt... ein Grund Motorräder ttaw. «ine einheitliche Steuerreduktion um 50 "/« ins Auge gefasst .wird, ohne Rücksicht auf die Quantitätskategorien, so mutet ein derartiges Prozedere, wobei derjenige, der noch 10 Liter Benzin zugeteilt erhält, genau gleichviel Steuern berappen muss wie jener, dem die Rationierungsbehörden eine Menge von 50 Litern bewilligen, unbegreiflich an. Unter «Anpassung der Steuern an die gegenwärtigen Verhältnisse» sollte man vernünftigerweise auch eine Abstufung der Reduktionen nach Massgabe der Rationen, d. h. der Gebrauchsmöglich-' keit des Fahrzeugs, erwarten dürfen. Kopfschütteln muss sodann auch die Absicht mehr, solange Zurückhaltung zu beobachten, bis die Ergebnisse unserer Arbeit vorliegen ». Wir werden uns genötigt sehen, in der Presse eine Erklärung zu veröffentlichen, welche dazu bestimmt ist, die Interessenten über die Notwendigkeit zu orientieren, Ordnung in das gegenwärtige Chaos zu bringen. Ohne auch nur im entferntesten daran zu denken, irgendeinem System oder einem Apparat eine Monopolstellung einzuräumen und bei aller Respektierung der Privatinitiative, deren wir bedürfen, müssen wir diesen Unternehmungsgeist kanalisieren und der gegenwärtigen Unordnung im Bau von Generatoren und Apparaten, wenn irgend möglich, ein Ende machen. Vorerst heisst es, sich Klarheit darüber zu verschaffen, welche Brennstoffmengen den vorhandenen Apparaten zugeteilt werden können. Lediglich nach der Erstellung eines vollständigen Ueberblicks über unsere Versorgungsmöglichkeiten mit festen und flüssigen Brennstoffen können wir in der Frage der Fabrikation der Apparate die geeigneten Massnahmen ergreifen. Denn allerdings nützt es uns nichts, über einen Haufen von Apparaten zu verfügen, für die uns der Betriebsstoff fehlt Wenn wir den Konstrukteuren heute Einhalt gebieten, so erweisen wir ihnen einen Dienst, denn dabei werden sie weniger Kapital investieren und geringere Verluste riskieren, als wenn wir sie weiterhin gewähren lassen. — «Wie sind sie eigentlich in die Schweiz gelangt?» — «Auf der Strasse natürlich. Und das nicht ohne Beschwer. Vorerst schlug ich mich mit meinem Wagen, worin meine ganze Familie Platz genommen hatte, bis Bordeaux durch. Als auch diese Gegend bedroht wurde, stiess ich bis zu den Pyrenäen vor und dort erreichte mich die Kunde vom Waffenstillstand. Unter grössten Schwierigkeiten, hervorgerufen durch den Benzinmangel, glückte es mir Toulouse zu erreichen, aber dort hiess es wieder umkehren und 17 km zurückfahren. Zufällig entdeckte ich eine Präfektur, wo man mir Benzinbons für 300 km aushändigte. Zusammen mit der mir noch TeTbliebenen Reserve konnte ich noch ein Stück meiner Route absolvieren. Im übrigen stand mir der schweizerische Konsul hilfreich zur Seite und schliesslich trug zu der glücklichen Beendigung meiner Heimreise auch der Umstand bei, dass ich Familienvater mit vier Kindern bin.» erregen, jenen Fahrzeughaltern, denen kein Anspruch auf Benzingutscheine mehr zusteht, nur eine Ermässigung von 30 V» zu gewähren. Dadurch werden die in Kategorie C und D Eingeteilten getroffen, die von ihren sorgsam angelegten Vorräten zehren. Für ihre Vorsorglichkeit und ihre Sparsamkeit, die ihnen ermöglicht, auch heute nooh zu fahren •*— und jeder im Verkehr stehende Wagen bedeutet Arbeit und Verdienst! — bestraft man sie ^ewissermassen mit einem steuerlichen Entgegenkommen minderen Grades. •"Zu Aussetzungen fordert im weiteren Punkt 2 heraus, wonach Motorfahrzeuge, welche mit festen der gute Gleitschutz durch Eis und Schnee UNION AG. SCHNEEKETTENFABRIK BIEL Generalvertreter: Henri Bachmann Biel, Spitalstrasse 12 b, Telephon 48.42 Genf, Rue de Fribourg 3, Telephon 26.343 Zürich, Löwenstrasse 31, Telephon 58.824 ~ Schneeketten Die ächten Union-Schneeketten sind in allen Garagen und Fachgeschäften erhältlich. Verlangen Sie aber ausdrücklich Original-Union-Schneeketten mit der Armbrustplombe. » WOTHNICH oder nicht rationierten flüssigen Treibstoffen betneben werden, die Steuer nach Dekret zu entrichten haben. Anstatt die Umstellung auf einheimische Treibstoffe zu fördern und einen Anreiz dafür zu schaffen, legt man ihr Erschwerungen in, den Weg. Angesichts der Opfer, welche der Halter beim Umbau auf Ersatztreibstoffe bringt — er erfordert beträchtliche Auslagen, er bringt Amortisationsschwierigkeiten und einen umständlicheren Fahrbetrieb mit sich — ist eine Aufmunterung dadurch, dass ihm der Staat Erleichterungen einräumt, unbedingtes Gebot. An Vorbildern dazu fehlt es nicht: Basel- Stadt erlässt den mit Ersatzbrennstoffen betriebenen Fahrzeugen die Steuer und gibt sich mit einer sehr geringen Verkehrsgebühr zufrieden! Es bedarf keiner prophetischen Gaben, um vorauszusehen, dass mit der Durchführung der von der Polizeidirektion vorgesehenen Bestimmung der «Abwanderung» vom Holzgas- und der Rückkehr zum Benzinbetrieb Vorschub geleistet würde, weil der Halter hier immerhin mit geringeren Steuerlasten zu rechnen hat. Ein gewisses Misstrauen löst es im übrigen auch aus, ,wenn der Entscheid darüber, in welchem Zeitpunkt die Vergünstigungen ganz oder teilweise wieder aufgehoben werden, sofern eine Erhöhung der Rationen erfolgt, dem Regierungsrat überlassen bleiben soll Hat der Grosse Rat über die Gewährung der Steuerreduktionen zu beschliessen, dann ist es nur richtig, dass auch er und nicht die Regierung über deren Ausserkraftsetzung entscheidet. Darin läge zudem ein gewisses Sicherheitsventil für den Motorfahrzeugverkehr. Bereits haben sich die Organisationen der Personenwagenbesitzer, ACS und TCS, mit dem Antrag der Polizeidirektion befasst. Voraussichtlich werden sie ihre Einwendungen und Abänderungswünsche in einer Eingabe formulieren, welche unverzüglich dem Regierungsrat unterbreitet und in Kopie den Mitgliedern des Grossen Rates zugestellt wird. Die Vorlage über die bernischen Fahrradweg! Auf der Traktandenliste der am 11. November beginnenden Wintersession des bernischen Grossen:- Rates erscheint u. a. auch die Vorlage über die Erstellung von Fahrradwegen. Niemand wird, namentlich bei der gegenwärtigen, geradezu stürmischen Entwicklung des Fahrradverkehrs — der auch beim Wiedereintritt normaler Verhältnisse kaum in nennenswertem Masse abflauen dürfte — den Wert solcher Anlagen anzweifeln, bringen sie doch nicht nur eine Entlastung der Strassen, sondern auah eine Erhöhung der Verkehrssicherheit mit sich. Immerhin, die motorisierten Strassenbenützer tragen schon heute gerade genug und übergenug Lasten für Bau und Unterhalt der Strassen. Sollen sie für jede Verbesserung noch einen Extra-Tribut entrichten, wie es ihnen z. B. bei diesem Gesetz widerfährt, dann allerdings riskieren die Behörden, beim Automobilvolk auf Widerstand zu stossen. Nach dem Entwurf des Regierungsrates soll der Bau von Fahrradwegen und -Streifen schrittweise, entsprechend den zur Verfügung stehenden Mitteln erfolgen. Für die Finanzierung greift der Staat auf die Strassenbenützer: von jed£m im Kanton stehenden Fahrrad wird eine ausschliesslich für diesen Zweck reservierte Steuer von 2 Fr., von den Motorrädern von 5 Fr. und von den Automobilen von 10 Fr. erhoben. Dabei liegt der Entscheid über die Verwendung der Steuer und die Ausführung der Radfahrwege beim Grossen Rat und der Regierung. Für den Automobilisten wirlt die Vorlage immerhin etliche Fragen auf, die er keineswegs auf die leichte Schulter nehmen kann, weil sie ihm unmittelbar an den Geldbeutel gehen. «Und kein Fühlender wird ihn verdammen», wenn er auf deren Abklärung dringt, ehe es zu spät ist, denn schliesslich zieht ihn der Staat ja mit zur Finanzierung der Fahrradwege heran. Also darf er zum mindesten über die Wie der ihm zugemuteten Beitragsleistung Aufschluss verlangen. Beispielsweise: kann die Bezahlung der 10 Franken pro Jahr in Raten, entsprechend der Benzinzuteilung, erfolgen? Was wird dabei als Grundlage angenommen: die Zahl der ausgestellten Führersoheine oder jene der Verkehrsbewilligungen? Und könnte man in jenem Fall nicht auf 5 Fr. heruntergehen, denn schon 1939 besassen im Kt. Betrn 28 651 Automobilisten den Führerschein, währenddem die Zahl der Fahrzeugausweise für Autos mit 17 447 beträchtlich tiefer lag. Entrichten auch die Ueberlandbahnen, die ja teilweise den Strassenkörper ebenfalls beanspruchen, ihren Obolus an die Fahrradwege? Und schliesslich noch der Kardinalpunkt: soll das dem Automobilisten zugedachte Opfer schon jetzt erhoben werden, zu einer Zeit, da ein Teil von ihnen auf die Benützung des Wagens überhaupt verzichten muss, dieweil die andern, relativ «Glücklicheren», den Gürtel zusehends enger schnallen und sich darauf gefasst machen müssen, dass auch sie eines Tages überhaupt kein Benzin mehr kriegen? Das sind dabei nicht etwa alle Fragen, aber schon diese Auslese sollte genügen, um darzutun, dass der Automobilist immerhin mit gutem Recht noch einiges abgeklärt wissen möchte, bevor er zu diesem Gesetz ja und amen sagt. Zürcher Neuigkeiten Die kantonalen Strassenverkehrsinteressentenverbände habfn sich durch die Organe der Verkehrsliga bereits der wichtigen Frage der Neuregelung der Verkehrssteuern pro 1941 angenommen und sind gegenwärtig damit beschäftigt, den Regierungsbehörden einen bezüglichen Vorschlag zu unterbreiten, der auf die neue Lage in der reduzierten Brennstoffzuteilung entsprechend Rücksicht nimmt. Im Hinblick darauf, dass die Frage der Verwertung der sog. Faulgase der städtischen Kläranlage Zürich durch die von Dr. Bruppacher im Gemeinderat der Stadt Zürich eingereichte Interpellation aktuell geworden ist und die Verwertung des daraus zu erzielenden Methangases für den Motorfahrzeugverkehr dringend wünschbar wäre, hat sich die kantonale Strassenverkehrsliga in einer Eingabe an die städtischen Behörden für die Ausführung dieses Projektes verwendet. Die Kantonale Strassenverkehrsliga hat ferner dem Kantonsrat in einer Eingabe verschiedene Vorschläge für Abänderung des Einführungsgesetzes zum Eidg. Strafgesetzbuch zur Berücksichtigung unterbreitet. Diese befassen sich mit den Gesetzesbestimmungen betreffend Anwendung der Blutprobe bei Strassenverkehrsunfällen, sowie mit der gerichtlichen Beurteilung von Uebertretungen, wo die geplante raschere Erledigung der bezüglichen Gerichtsfälle durch Erhöhung der Kompetenzen des Einzelrichters gewisse Korrekturen des Gesetzestextes erfordert. V