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E_1940_Zeitung_Nr.045

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gj AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 5. NOVEMBER 1940 — N° 45 Ratsei* EcLe Auflösung des Kreuzworträtsels. Waagrecht: 1. Kap, 4. Atom, 8. un, 9. Gide, 10. Met, 11. Oper, 12. Aster, 14. Radom, 18. Beta, 21. Ufa, 22. Etat, 23. sei, 24. lago, 25. Enz. Senkrecht: 1. Kuma, 2. Ares, 3. Pitt, 4. Agora, 5. Tip, 6. Ode, 7. mir, 13. Erato, 16. Düse, 16. Ofen, 17. Malz, 18. Bei, 19. Eta, 20. Tag. FÜR3EDERMÄNN DEN GEEIGNEJEN MIETWAGEN /UfUEOfRMAkN DtK GEEIGNETEN MIETWA6CN Kreuzworträtsel H U Das mijde Herz. — Ein kleiner Junge kommt zu seinem Vater und bettelt: «Papa — gib mir 10 Rappen für eine alte Frau!» «Schön, mein Kind, hier ist das Geld. Aber weshalb interessierst du dich denn so für diese alte Frau?» «Ach, die verkauft drüben in dem Geschäft die Bonbons I» Kein Interesse! — Ein Kassierer war wegen Unterschlagung zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eines Tages wird Besuch angemeldet. Der Wärter erscheint und ruft: «Für Nr. 789 — ein Besuch I» «Wie sieht denn der Besuch aus?» «Eine kleine Dame, blond, mit einem Hundl» «Danke sehr, kein Interesse, sagen Sit, ich wäre nicht zu Hausei» waagrecht: 1. Alpenübergang in der Schweiz, 9. HUBS im Stromgebiet des Kongo, 10. hölzerner Behälter, 11; bibliaches Land, 13. Ur-Teüchen, 14. Gewässer, 15. biblischer Stammvater, 17. Beklemmung, 18. Betäubungsmittel, 20. langsame Tonstücke, 22. europäische Hauptstadt, 24. hebräischer Buchstabe, 26. Ort im Kanton Zug, 28. Unkundiger, 29. Weg, den ein Maschinenkolben zurücklegt, 30. Städtchen in Niederösterreich, 32. Negerstamm, 33. gedrehter Faden (Mehrzahl), 35. arabischer Wttstenbewohner, 36. Vergeltungsmassregel. Senkrecht: 1. Bewohner eines Ortes am Vierwaldstättersee, 2. Tierprodukt, 3. tropische Pflanze, 4. deutsche Donaustadt, 5. weiblicher Vorname, 6. weiblicher Vorname, 7. moralischer Begriff, 8. See in der Schweiz, 12. Kuchenbestandteil, 15. Holzsplitter, 16. indische Frauengottheit (j - i). 18. Atem, 19. verrückt, wütend, 20, biblischer König, 21. Pelzart, 23. Stadt im Kanton Bern, 25. Papstname, 27. römischer Feldherr, 30. Schubfach, 31. Gewürz, 33. primitive Waffe, 34. europäische Exkönigin. 4 punkte. Einsendetermin: 14. November 1940. Richtige Lösungen des Kreuzworträtsels (Nr. 43). 3 Punkte. A. Backofen, Glarus; E. Benz jun., Goldach; Max Bertschmann, Base!; H. Boiler, Zürich; Frl. Margrit Bossert, Lenzburg; Frl. M. Epple, St. Gallen; Frau G. Favri, Rapperswäl; Frau Dr. Gräflin, Walzenhausen; Frl. Heidi Hürsch, St. Gallen; G. Laepple, Basel; Josef Leimer, Bettlach; Frau E. Lienhard, Töss; Frau E. Markoff, Buchs; Frau Marti, Ölten; Frau Lisette Rock, Basel; Frau E. Steinbömer-Feix, Sohaan; Fritz Wenger, Bern; Frl. E. Winteler, Glarus; Gotthard Zemp, Rain. 2 Punkte. Frau Dr. J. Hopf, Bern. O R Herr Murks benutzt einen Mietwagen. Amerika. Das kann nur in Amerika vorkommen: Männer tranken bis zum Morgengrauen. Auch ein Ehemann war darunter. Charly hiess er. Charly rief: «Noch drei Whisky, Barman!» «Was wirst du deiner Frau sagen, Charly?» «Meiner Frau?» «Ja. Wenn du so spat heimkommst?» Charly lachte: «Das werdet ihr gleich sehen, was ich sagen werde!» Er ging zum ^Telephon. Und telephonierte: «Hallo? Bist du es Dorothy? - Hier spricht Charly! Wenn Gangster kommen und verlangen Lösegeld, zahle nichts I Ich bin ihnen eben entkommen!» Seine Auffassung von der Freiheit der Handlung. Der Fall war ernst. Die Gerichtsverhandlung spitzte sich zu: «Herr V., waren Sie im Augenblick, als sich diese Dinge ereigneten, Herr Ihrer eigenen Entschlüsse?» «Nein, Herr Gerichtspräsident, ich war doch mit meiner Frau unterwegs I» Aus einer kleinen Anzeige. «Wir suchen per sofort einen tüchtigen Mann aufs Land, der ein Auto fahren und melken kann. » Das Kennzeichen. «Woran wollen Sie es denn erkennen, dass der Hund einmal einer Dame gehört hat? » — « Vor jedem Schaufenster bleibt doch der Köter immer stehen! » * Das Geschenk, «Ich schenke Amanda so viel Aufmerksamkeit, aber sie beachtet mich überhaupt nicht! » — « Schenk ihr doch mal was anderesl » Morgens gegen 3 Uhr Morgens gegen drei Uhr gab mir meine Frau einen Stoss und sagte: «Ich habe Kopfschmerzen!» Ich sprang aus dem Bett, warf den Morgenrock um und eilte ins Badezimmer. Dort hängt unsere Hausapotheke, worin meine Frau allerlei der Gesundheit mehr oder wenigfer zuträgliche Mittelchen aufbewahrt. Ich öffnete sie. Zuvorderst stand eine Bierflasche, auf der eine Etikette «Salzsäure! Nur äusserlich!» klebte. Das war das Fleckenwasser. Daneben in einer kleinen Parfumflasche, Aufschrift «Rizinusöl», bewahrten wir die essigsaure Tonerde auf. Ganz in der Ecke, neben dem Heftpflaster, fand ich eine kleine, runde Schachtel, mit arabischen Schriftzeichen bedeckt: das Kopfwehmittel, das echt ägyptische Kopfwehmittel; mein Freund, der als indischer Fakir im Variet6 auftritt, hat es uns in goldenen Friedenszeiten einmal mitgebracht. Ich nahm ein Pulver heraus, löste es in einem Glas Wasser und brachte es meiner Frau. Dann legte ich mich ins Bett, gähnte herzhaft und schlief ein. Nicht viel später weckte mich meine Frau und sagte, ich solle das Krokodil von ihrem Bett verscheuchen. Wir haben kein Krokodil, schon gar nicht im Schlafzimmer. Daher machte ich Licht. Meine Frau hatte grüne Haare und war ganz in Leinwandstreifen gewickelt. Das schien mir bemerkenswert. Von einem Krokodil war nichts zu sehen. Hingegen lief eine grosse Schildkröte über die Bettdecke und pfiff einen amerikanischen Schlager, den wir auch auf dem Grammophon haben. Ich setzte mich besorgt im Bett auf und dachte über die jähe Verwandlung nach. Meine Frau hatte inzwischen blaue Haare bekommen und versuchte ergebnislos, sich aus den Leinwandstreifen zu befreien. Es sah kläglich aus. Ich konnte das nicht länger mit ansehen, trug sie ins Wohnzimmer und spannte sie in die Nähmaschine, um die Streifen abzuspulen. Ich trat und trat aufs Pedal, meine Frau hatte inzwischen gelbe Haare, aber der Mechanismus musste kaputt sein. Plötzlich kroch eine mlttelgrosse Spinne mit langen Beinen aus der Nähmaschine und sagte, ich solle ihr ein Glas Maschinenöl geben, sie habe Kopfschmerzen. Kopfschmerzen.., hatte nicht meine Frau ein echt ägyptisches Pulver genommen? Ich witterte jählings Zusammenhänge. Vielleicht hatte man sich bei der Zusammensetzung des Mittels ein bisschen geirrt? Ich telephonierte daher sofort einem namhaften Orientalisten und bat ihn, die Aufschrift auf der Schachtel zu übersetzen. Er hiess mich den Deckel ans Mikrophon halten und las dann vor: «Mittel, um binnen acht Stunden zur , Mumie zu werden. Garantiert wirksam, be! Nichtgefallen Geld zurück. Erhältlich in allen besseren Grabkammern, sonst aber direkt bei der Tut-Ench- Amon-Pharmacie, Tal der Könige 18». Mir schauderte, mit zitternden Händen hängte ich den Hörer ein. Meine Frau trug nun violette Haare und sah COUDVOISIFD Zürich Empfehlenswert! UnterbaltungsstÜtten Stadttheater Abends 19 H Uhr, Sonnt« nachmittags 14 M Uhr. Theaterkasse Tel. 2 69 22 und 4 87 00, 10—12.30 und 16.30—19 Uhr. .. Kuoni Tel. 3 36 13, 8—18.30 Uhr. Mi. abend 6. NOV. Der vergessene Kuss (Mi-Ab. 6). Fr. itmnd B. Nov. Romeo und Julia, Oper v. Heinrich Sutermeister. St. abend 9. NOV. Der vergessene Kuss. So.nactim. 10. Not. Romeo und Julia. SO. abend 10. NOV. Friederike, Operette von Franz Lehar. Militär in Uniform bezahlt auf allen Plätzen die Hälfte. Eine reichlich groteske Angelegenheit. Hanns U. Christen. etwas mitgenommen aus. Ich schraubte sie aus def Nähmaschine, legte sie aufs Bett und beschloss, einen Arzt zu bestellen. Ich wollte telephonieren, allein der Hörer entwand sich meinem Griff, ging zum Kleiderschrank, setzte sich meinen braunen Hut auf und sprang durchs Fenster auf die Strasse. Ich schrieb daher eine Postkarte an den Arzt, band sie unserem Dackel um den Hals und warf ihn hinterher. Meine Frau, deren Haare inzwischen karmesinrot geworden waren, lag auf dem Bett, las in einer Papyrusrolle und sang den Triumphmarsch aui «Aida». Es klang schon sehr ägyptisch. Das be J ängstigte mich. Daher hielt ich es für besser, den Arzt gleich abzuholen. Ich sprang die Treppe hinunter, setzte mich in mein Auto, Kategorie D, und fuhr los. Bei der nächsten Tankstelle hielt ich. Ein freundlicher Herr kam auf mich zu, öffnete meinen Tank und fragte dann: «Möchten Sie 50 oder 100 Liter von Ihrer Monatsration?» Da merkte ich natürlich sofort, dass ich träumte, und wachte auf. Es war heller Tag, meine Frau stand vor dem Spiegel und kämmte ihr braunes Haar. «Weisst du», sagte sie, «das ägyptische Kopfwehpulver wirkt schon Wunder. Ich habe ganz herrlich geschlafen!» Ich konnte dem nicht in allen Punkten zustimmen. riatinaoder Rotfuchs bilden zum dunklen Jackenkostüm oder Mantel die vollendete Zusammenstellung BahfltioMf.St Zürich wasserdicht, stoualeh« «ntlm»gn.«te. Fr. St «utom»t.Aufzug Ff.80 FISCH ER S«(fsldstraB«47,20rieh« Abends 20 Uhr, Sonntag nachm. 15 Uhr. Abendkasse ab 18 Uhr (21111) Mi. abend 8. NOV. Der Schatten, v. Hans Reinhart. DO. abend 7. NOV. Der Soldat Tanaka, Schauspiel von Georg Kaiser. Fr. abend 1. Nov. Die Ratten. Sa. tbend 9. NOV. D> * lustigen Weiber v. Wlndsor, Komödie von Shakespeare. $0. vorm. 10. NOV. 10^ Uhr: Matinee: Albert Steffen liest aus eigenen Werken, So. nachm. 10.NOV. Die lustigen Weiber v. Wlndsor. So. abend 10. NOV. Der Soldat Tanaka. Militär auf allen Plätean halbe Preise. Jezler Echtsilber C/ECHTSIIBE«. fflauchorartOiel Bahnhofstr.id.Zurich Kj6fer

N° 45 ^ DIENSTAG, 9. NOVEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE III IflETAXJHS und die Die < Theraki» war ein kleiner erbärmlicher Kutter von etlichen hundert Tonnen, die ihre alten Tage im Abstellhafen von Saloniki verbrachte und nur hin und wieder, wenn die See ruhig war und viele Passagiere die Reisebüros rund um das Hotel Mediteraneanu-Palace belagerten, frisch aufgetakelt wurde. Man setzte die alten Kessel unter Dampf und die Schaluppe tänzelte am See entlang. Wir waren gegen Abend an Bord gegangen und verbrachten eine zauberhafte Nacht, während welcher wir durch das zerklüftete und wilde Inselgewirr im Aegäischen Meer hindurchlotsten. In Volos bestiegen wir andern Tags eine Miniatureisenbahn, welche im Tempo eines Eselkarrens durch das ganze langgestreckte Dorf fuhr, wobei der Heizer auf der Lokomotive — sie hatte einen Kamin wie eine Zigarettenspitze — immerfort bimmelte, um die Hunde und räudigen Katzen von den Schienen zu vertreiben. Von der Endstation Kaläbaku ging es zuerst mit Autos und dann auf Mauleseln über die engen Pässe des Pindargebirges zum Golf von Arta hinunter, von wo man den Archipel im Ionischen Meer überblicken konnte. Langgestreckt lag Kephalonia, die grösste der Inseln, weit am Horizont. Der junge griechische Kaufmann, Georges Christodulan aus Saloniki, der, wie es sich herausstellen sollte, über die Geschichte seiner Heimat besser orientiert war als sein Stand vermuten Hess, machte die kleine Reisegesellschaft darauf aufmerksam, dass auf jenem felsigen Eiland der derzeitige Diktator und Ministerpräsident, General Joannis Metaxas, geboren sei. Griechenland kannte bereits Diktatoren als man in Mitteleuropa mit diesem Begriff noch nichts anzufangen wusste. Das Land mit seinen 6 Millionen 300 000 Einwohnern wird formell wohl von König Georg II. aus der dänischen Dynastie von Schleswig-Holstein-Glücksburg-Sonderburg regiert. Aber General Metaxas ist, ähnlich wie sein Kollege Antonescu in Rumänien, mit allen Vollmachten ausgestattet, die ihm eine beinahe unbeschränkte Herrschergewalt über das Volk der Hellenen einräumen. Der Lebenslauf dieses ausserordentlichen Mannes lässt sich nur in Verbindung mit der an Revolutionen reichen griechischen Geschichte seit dem missglückten Feldzug nach Kleinasien und' der vollständigen Aufreibung des griechischen Heeres verfolgen. Jene missglückte Anabasis, die in der Weltgeschichte kaum ihresgleichen aufweisen kann, hat die griechische Innenpolitik derart durcheinander gebracht und das griechische Leben von einer Zuckung in die andere geworfen, dass dadurch ein goldenes Zeitalter für allerhand übles Gesindel, für Waffenschieber und Verbrecher, aber auch für grosse Politiker und Vorkämpfer des Einigkeitsgedankens anbrach. Konstantin, der nach dem zweiten Balkankrieg von Venizelos vom Thron gestossen worden war, kam im Jahre 1920 wieder zurück und versuchte in einem Krieg gegen die Türkei die von Griechen bewohnten Gegenden Kleinasiens zu erobern. Das Resultat war die bereits kurz skizzierte Niederlage, welche so namenloses Elend über viele Millionen Menschen gebracht hat. Bereits 1922 musste Konstantin abermals abdanken. Da jedoch das türkische Abenteuer das Prestige der Monarchie vollständig zerstört hatte, war auch sein Sohn, Georg II., gezwungen, ein Jahr darauf auf den Thron zu verzichten. In Griechenland wurde die Republik ausgerufen. Es folgten Jahre, während welchen eine Revolution die andere ablöste, wo man behauptete, die griechische Armee habe mehr Generäle als Soldaten, wo Meutereien an der Tagesordnung waren und ein hoher Offizier verachtet wurde, wenn er nicht mindestens einen Staatsstreich versucht hatte. Die Namen Kondylis, Pangallos, Streit sind während dieser Jahre bekannt und wieder vergessen worden. Zu jener Zeit beteiligte sich auch Metaxas äusserst intensiv an den Parteistreitigkeiten in Athen. Dieser ehrgeizige Offizier hatte im Gegensatz zu vielen andern griechischen Revolutionären, welche aus der Armee hervorgegangen waren, sein Handwerk wirklich gelernt. Er war als junger Mann in der Kadettenanstalt zu Potsdam gewesen, im Jahre 1905 in diplomatische Dienste getreten und nach Wien, London, Paris und Warschau geschickt worden. Seit dem Januar 1931 vertrat er sein Land als Gesandter in Rom. Schon in den Balkankriegen der Jahre 1912 und 1913 hatte er bewiesen, dass er von der Kriegsführung etwas verstand. Als 40jähriger wurde er III III \ griechische Armee Generalstabschef und eroberte die Nordküste des Aegäischen Meeres. Als die Republik ausgerufen wurde, gärte es auch in seinem Kopf und obwohl als treuer Anhänger Konstantins bekannt, beschäftigte er sich äusserst intensiv mit der für sein Land neuen Ideologie. 1923 versucht er einen ersten Staatsstreich gegen die Regierung Pangallos. Das Unternehmen misslang und Metaxas reiste in das Mekka (Her politischen Flüchtlinge, nach Paris, wo es ihm jedoch nicht gelang, einen Kreis um sich zu sammeln, weil die dort lebenden Griechen ebensowenig wussten, welche ideellen Ziele Metaxas verfolgte, wie der General wohl selbst keine näheren Auskünfte darüber hätte geben können. Als ihm eine Amnestie die Rückkehr nach Athen ermöglichte, nahm er seine Tätigkeit zuerst als Journalist und Parteiversammlungsredner, schliesslich als Abgeordneter in der Deputiertenkammer auf. Venizelos unterlag bei den Wahlen 1932—33 (während welchen Metaxas den Vulkan Griechenland von der sicheren römischen Zuschauertribüne aus betrachtete) und wurde auf seine alten Tage hin noch ausser Landes gejagt. Er starb 1935 in Paris. Zu dieser Zeit propagierten die Monarchisten unter Führung von General Kondylis die Idee einer Restaurierung des Königreiches, veranstalteten eine Volksabstimmung, deren Resultat die Rückkehr König Georg II. auf den Thron seiner Väter im April 1935 darstellte. Kaum war ihr Werk vollendet, als Kondylis und Tsaldaris, ein anderer Royalistenführer, starben. Von der alten Garde blieb nur noch Metaxas übrig, welcher vom Monarchen protegiert wurde. Als dieser den General einmal in Audienz empfing, fragte er ihn, welches Kord-Griechenland wohl seine erste Regierungshandlung wäre, wenn ihm die Ministerpräsidentschaft angeboten würde. Metaxas zögerte ein wenig und erwiderte dann: «Ich würde ein paar hundert Leute auf die Inseln im Meer schicken, die Deputiertenkammer auflösen und dann versuchen, mit den Italienern einen Handelsvertrag abzuschliessen. * Georg soll daraufhin gesagt haben, dass er Metaxas nicht zum Ministerpräsidenten machen könne, aber er wolle ihm einen Rat geben, nämlich einen Staatsstreich zu machen und sich auf diese Weise zu verschaffen, was legal nicht erreicht werden könne. Am 4. August 1936 war Metaxas tatsächlich Ministerpräsident geworden. Wenn auch der Ausspruch, welchen wir oben zitierten, nicht verbürgt ist, so steht es jedenfalls fest, dass der General seinem Sinn gemäss gehandelt hat. Er löste nämlich die Kammer auf, deportierte seine Gegner und schloss Handelsverträge mit Italien, Jugoslawien, Bulgarien und Russland. Hartnäckige Gerüchte wollen wissen, dass Metaxas der Vorsehung beim Tode von Kondylis und Tsaldaris ein wenig nachgeholfen habe. Es gab eine Zeit, wo der Beruf eines griechischen Politikers gefährlicher war als der Beruf eines Stierkämpfers in Spanien. Seit jedoch Metaxas, « der kleine Moltke », ein lOOprozentiger Militär, das Land diktatorisch regiert, haben andere Hitzköpfe keine Gelegenheit mehr ein Tänzlein zu wagen. Der Aufbau der griechischen Armee ist einzig und allein sein Werk. Was sich in langen Wochen wie ein schwälendes Feuer rund um die Grenzen des Balkans herum ausgebreitet hat, ist plötzlich hoch aufgeflackert. Italienische Truppen haben sich auf den Marsch über die steinigen und steilen Bergkämme Albaniens und Griechenlands gemacht. Präsident Metaxas hat am 28. Oktober in den frühen Morgenstunden die Generalmobilmachung proklamiert und das Volk der Hellenen unter die Waffen gerufen. Es hat sich herausgestellt, dass das Ziel, welches die deutschen Truppen in Rumänien zu verfolgen haben, tatsächlich nicht über das hinausgeht, was das offizielle Deutsche Nachrichten-Büro bekanntgab. Der Schuss ging an anderer Stelle los. Aber noch ist es unklar, wie sich das Zusammenspiel der Achsenpartner entwickeln wird und welches Land oder welcher Kontinent am Ende des Weges steht, der durch die Schluchten des Pindar und durch die Ebenen Thessaliens führt. Für uns ist heute lediglich von Bedeutung, zu wissen, welche Kräfte Griechenland der Invasionsarmee entgegenzustellen hat, ohne dass wir uns auf naheliegende oder weithergeholte Hypothesen einzulassen hätten. Griechenland, dem jetzt plötzlich so erhöhte und tragische Bedeutung zukommt, hat sich, trotz aller abschreckender Beispiele, weiterhin auf die englische Hilfe verlassen und wird sie wohl auch in Form einer Unterstützung durch die Flotte erhalten, dies allerdings nicht nur, weil die Königshäuser der Insel und der Halbinsel miteinander verwandt sind. Griechenland ist nämlich der Hüter der Aegäis und kann als Flottenstützpunkt zum Schutz und zur Abriegelung der Strasse von Otranto zu überragender Wichtigkeit aufsteigen. Es ist daher notwendig, zu wissen, welchen Wert die griechische Armee hat und was für Anstrengungen auf dem Gebiete der Neuorganisation des Heeres gemacht wurden. Bei der Betrachtung des hellenischen Heeres sind zwei Perioden zu unterscheiden, nämlich die Zeiträume 1923—35 und 1935—40. Die erste dieser Perioden, die vom Unglück des anatolischen Feldzuges an und der völligen Aufreibung der Maritzaarmee eingeleitet wird, ist heute nur insoweit von Bedeutung, als man sich daraus ein Bild machen kann, in welch skrupelloser Form die öffentlichen Geldmittel unterschlagen wurden. Die Reste der Bewaffnung, welche nach der Niederlage noch übriggeblieben waren, wurden an aufständische Generale verkauft oder verschrottet. In dieser Epoche war es auch unmöglich, ein fähiges Offizierskorps heranzubilden, da sich die in erster Linie berufenen Männer der höheren Stände um den Militärdienst herumdrückten und lieber in den Kaffeehäusern Athens politisierten. Man war daher gezwungen, mazedonische Bauern heranzuziehen, die in den meisten Fällen weder lesen noch schreiben konnten und von Strategie, Taktik oder Aeronautik nie etwas gehört hatten. Mit der beginnenden Faszisierung des Landes ging die Remilitarisierung des Landes Hand in Hand, da sich eine autoritäre Regierung in erster Linie auf eine ihr völlig ergebene und hochgerüstete Armee verlassen können muss, wie die Beispiele in Japan, Deutschland und Italien zeigen. Aber Griechenland war arm, hatte keinerlei Kriegsindustrie und keinen Kredit. Die Depots waren leer. Im Jahre 1935 gab es eine Flugabwehrbatterie, 4 Tanks und 4000 Gasmasken. Grenzbefestigungen existierten beinahe nicht. Vom Ausrüstungskredit von 350 Millionen Drachmen wurden 43 Prozent für das I. Armeekorps aufgewendet, währenddem für das III. und IV. Armeekorps zusammen nur die Hälfte des vom L Armeekorps gebrauchten Geldes zur Verfügung standen. Das IV. Armeekorps, das heisst jenes, welches in den wichtigen mazedonischen Grenzgebieten stationiert ist, bekam nur drei Millionen. Der Regierung Metaxas stellte sich ein politisches, wirtschaftliches und strategisches Problem. Ausserdem brauchte sie ungeheure Summen Geldes, das internationalen Wert besass. Man teilte die Aufgabe derart ein, dass in erster Linie ein Sofort-Programm aufgestellt und durchgeführt wurde, welches die dringendsten Bedürfnisse der Aufrüstung zu befriedigen hatte. Dazu gehörte die Organisation" Und Verlängerung der Rekrutenschulen, zuerst auf 18, dann auf 21 und schliesslich auf 24 Monate. Es wurden die Klassen 1917—22 einberufen, die, bevor sie an die eigentliche militärische Ausbildung herangezogen wurden, Kasernen und Trainingsfelder errichten mussten. Die Zahl der Zöglinge, welche zur Militärschule von Evelpides zugelassen wurden, verdreifachte sich. Bereits 1937 fanden griechische Manöver statt, denen der König, der Diadoche (Thronfolger), • die Prinzen Andre and Pierre und Präsident Metaxas beiwohnten. Der zweite Teil umfasste die Arbeit, zu deren Ausführung es längere Zeit bedurfte. Hierzu gehören die Befestigungsarbeiten, welche im Sommer 1936 begonnen wurden und die Errichtung von Fabriken für dt» Herstellung von Kriegsmaterial. Zur Finanzierung wurde in den Jahren 1936—40 das ordentliche Kriegsbudget des Kriegsministeriums um insgesamt 6616 Millionen Drachmen oder 1554 Millionen Drachmen jährlich, nicht inbegriffen die Ausgaben für die Erweiterung' des Strassennetzes, der Telephonverbindungen, der telegraphischen und radiotelegraphischen Anlagen, überschritten. Dies sind die Ziffern der Ausgäben der letzten vier Jahre, währenddem die Ausgaben der 13 vorhergehenden Jahre 3000 Millionen Drachmen kaum überstiegen. Von den 6616 Millionen Drachmen der Jahre 1936—40 wurden 1052 Millionen für Befestigungsarbeiten gebraucht. Ueber diese astronomische Ziffer hinaus verbrauchte man weitere 800 Millionen für Strassen, 180 Millionen für Eisenbahnen und 50 Millionen für Hafenanlagen. Das Resultat dieser Aufwendung besteht darin, dass die heutige griechische Armee mit ihrem Mannschaftsbestand von rund 600 000 vorzüglich ausgerüstet und trainiert ist. Man sagt, dass sie der Schweizer Armee an Kampfgeist ebenbürtig sei. Sie verfügt heute über 200 Flugabwehrgeschütze verschiedenster Kaliber mit allem Zubehör, wie Projektoren, Horchgeräte und Traktoren, 300 weitere leichte Flugabwehrgeschütze sind bestellt. Ausserdem verfügt die Armee über mehrere Dutzende grosskalibriger Antitankkanonen, 200 000 modernster Gewehre sind bereits an Griechenland mit der zugehörigen Munition geliefert worden, weitere 100 000 sind bestellt. Zur Unterbringung der Mannschaften wurden 30 neue Kasernen gebaut. Das sogenannte IV. Büro, das im Oktober 1935 gegründet wurde, befasst sich mit der Koordinierung der gesamten Wirtschaft, sie der Armee und ihren Zwecken dienlich zu machen. Demselben Zweck dient das Gesetz 378/1936, welches die Organisation des Landes zu studieren hat. Weitgehend in das Privatleben einschneidend waren jedoch die Gesetze vom September 1937 und vom Sommer 1939, welche der Regierung das Recht gaben, über die Person und das Vermögen jedes Griechen zu verfügen. Man war lange Zeit geneigt, mit den Achseln zu zucken, wenn man von Griechenland sprach. Erwähnte man seine Armee, dann dachte man automatisch an die mazedonischen Truppen in ihren kleidsamen, weissen Röcken und den grossen Ponpons auf den Schuhen, die sich so gut für die Dekoration von Volksfesten eigneten. Das hat sich geändert. Griechenland konnte, im Vertrauen auf seine Armee, in welche ein grosser Teil des Volksvermögens gesteckt wurde, das Kapitulationsanheischen brüsk zurückweisen. Dr. B. W. Die Mönchsrepublik Athos Die auf dem Berge Athos befindliche Mönchsrepublik umfasst 20 Klöster mit etwa 5000 Mönchen. Der Art. 9 der griechischen Verfassung billigte diesem Mönchsstaat eine fast völlige Selbstverwaltung. Die Verfassung der Mönchsrepublik vom 10. Mai 1940 wurde vom ökumenischen Patriarchat in Konstantinopel und vom griechischen Parlament ratifiziert. Die Verwaltung wird von den 20 Vertretern der Klöster ausgeübt, die als Heilige Gemeinschaft die oberste Verwaltungsbehörde darstellen. Ein ständiger Ausschuss dieser Gemeinschaft, bestehend aus 4 Mönchen, erledigt die laufenden Geschäfte. Dem griechischen Staat obliegt lediglich die Sorge für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Ein Präfekt hat als Beauftragter des Staats seinen Sitz auf dem Berge Athos. 0. Vorberg Ü-ÄT- Zürich erstklassig u. preiswert - Sonntags geöffnet Passende Weihnachtsgeschenke. — umändern. — Modernisieren.