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E_1940_Zeitung_Nr.048

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a-j AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 26. NOVEMBER 1940 — N° 2. August 338 v. Chr. In der Ebene von Chäronea stehen sich zwei für jene Zeitbegriffe gewaltige Heere gegenüber: 50 000 Mann griechischer Bundestruppen gegen 32 000 unter dem Befehl des Makedonierkönigs Philipp. Die Erfolgsaussichten sind ziemlich gleich; was die Armee des Städtebundes ihrem Gegner aus dem rauhen Norden an Zahl voraus hat, wird durch die einheitliche Führung Philipps und eine grössere Kriegserfahrung aufgewogen. Längere Zeit wogt der Kampf hin und her; schon macht es den Anschein, als ob der linke Flügel der Griechen seine Feinde zurückzudrängen vermöchte. Da stürzt sich plötzlich am andern Ende des Schlachtfeldes eine blinkende Rüstung an der Spitze einer zweitausendköpfigen makedonischen Reiterschar auf den Feind, schlägt mit wilder Wucht eine Bahn durch die gegnerischen Reihen, steht bald in deren Rücken und zwingt sie zu einer wilden, regellosen Flucht. Der Träger der Rüstung war der damals kaum 18jährige Alexander, der Sohn des Makedonierkönigs. Seit frühester Jugend als eine geniale Begabung erkannt, hatte er fünf Jahre vorher den chalkidischen Philosophen Aristoteles als Lehrer und Freund erhalten, der den glühenden Ehrgeiz und die heldische Tatkraft des Jünglings den hohen Aufgaben dienstbar machen sollte, die zu erfüllen er berufen war. Die Vereinigung aller griechischen Länder unter einem Szepter hatte nämlich keineswegs als letztes Ziel gegolten; sie war, Der Löwe von Chäronea, zum Gedenken an die Schlacht, die die Einigung aller Griechen unter dem Szepter des Makedonierkönigs Philipps nach sich zog. wie aus dem einige Monate später in Korinth geschlossenen Bündnis hervorgeht, nur die unentbehrliche Voraussetzung viel gewaltigerer Pläne gewesen: Die Unterwerfung Persiens, Schon seit den mythischen Zeiten der Götter und Heroen hatte der «Drang nach Osten» die oft geheime, oft zugestandene Sehnsucht der griechischen Literatur und Politik gebildet. Durch die Einbrüche der Perser in Griechenland (worunter einer im Jahre 490 v. Chr. bei Marathon zurückgeschlagen wurde) hatten diese Bestrebungen einen vermehrten Auftrieb erhalten; die Reibereien im täglichen Handelsverkehr mit den kleinasiatischen Inseln und Küsten waren ebenfalls nicht geeignet; zu beruhigen. Dazu gesellte sich mit der Entwicklung der hellenischen Kultur seitens der Griechen die Ueberzeugung, dass ihr Volk berufen wäre, die Welt aus Unwissenheit und Barbarentum in die Sphäre der Kultur zu heben. Als 356 v. Chr. die makedonische Königin Olympias aus dem Lande Epirus ihrem Gemahl einen Sohn schenkte, war ihm dessen Lebensaufgabe in ihren grossen Zügen bereits vorgezeichnet. Die ganze Verantwortung für Staatsführung und Waffendienst sollte sich gar bald auf die jugendlichen Schultern des Königssohns legen. Bereits zwei Jahre nach der Schlacht von Chäronea wurde Philipp, der unterdessen seine erste Gattin verstossen und die jugendliche Kleopatra an ihre Stelle gesetzt hatte, auf dem Weg ins Theater ermordet. 20jährig übernahm Alexander die Herrschaft. Die Unabhängigkeitsgelüste, die sich angesichts der Jugendlichkeit des Herrschers hier und dort regten, wurden mit starker Hand unterdrückt; ein Zug, der ihm für den Perserkrieg den Rücken decken sollte, führte ihn nach Norden bis über na BII \ %)&% Atejcaad&tzug, Ein JCStüqssahn de&ütiext r*"•' "" - frmmmrm, '*^::.Yf« «afr;> M'tiMn^ü Mi .fea&JSbaEÄ-.JSä die Donau hinaus; das revoltierende Theben wurde erobert und als warnendes Beispiel dem Erdboden gleichgemacht. 3)ex Ahxand&tauq. beginnt Im Frühjahr 334 bricht endlich der Tag an, den die Griechen seit so mancher Generation ersehnt haben: Der Weg nach dem verheissenen Lande wird unter die Füsse genommen. Während die Heimat unter der Aufsicht des bewährten Antipater verbleibt, setzt Alexander an der Spitze von 30 000 Mann Fussvolk verschiedener Art und 5000 Reitern bei den heutigen Dardanellen auf asiatischen Boden über. Die persischen Satrapen, über denen damals der milde und gutherzige Darius als Schahinschah in der Metropole Susa — im Winter in Ekbatana — herrschte, wollten die, an ihren eigenen Verhältnissen gemessen, kleine Streitmacht nicht ernst nehmen und sandten ihm eine aus 20 000 Reitern und ebensovielen griechischen Söldnern bestehende Heermacht entgegen. Am Granikos, in der Nähe des Marmarameeres, wurde sie jedoch bereits im Mai geschlagen, teils dank der neuartigen Taktik des Makedoniers, die erstmals eine aus verschiedenen Waffengattungen gemischte Angriffsfront verwendete, teils weil Alexander auch hier, wie später noch so manches Mal, seine Truppen durch das eigene Beispiel mitriss. Strategische Erwägungen brachten es mit sich, dass der Weitermarsch nicht sogleich in östlicher Richtung fortgesetzt wurde. Wichtiger noch als die schnellstmögliche Eroberung Vorderasiens war die Sicherung der Ostküste des Mittelländischen Meeres. Die Festen Sardes, Ephesos und Milet waren die nächsten Stationen, die sich teils freiwillig, teils nach kurzer Belagerung ergaben. Als letzte Bastion blieb den Persern noch Halikarnass, dessen Eroberung, wenigstens in der Einleitung, eher einem Melodrama gleicht. Zwei makedonische Phalahgiten (schwer bewaffnetes Fussvolk) hatten eines Nachmittags etwas über den Durst getrunken und grossmäulig geschworen, die ganze persische Gegnerschaft auf die Lanzenspitze zu nehmen. Herausfordernd stellten sie sich unter die Stadtmauer, aus der sich auch gleich ein paar Gegner zum Kampf stellten. Als die beiden Makedonier trotzdem nicht zurückwichen, kamen nach und nach auf beiden Seiten Verstärkungen herbei; schliesslich entwickelte sich daraus eine Feldschlacht, die sich zugunsten der Griechen entschied. Wenige Tage später war auch die Stadt genommen. Eigentlich hätten die grossen Linien des Feldzugplans das Heer nunmehr nach Süden führen müssen; doch befand sich in Kleinasien immer noch eine ansehnliche Streitmacht, die Alexander und seine Verbindung mit der Heimat ständig hätte gefährden können. Der Makedonier wandte sich infolgedessen gegen Norden nach Gordium, um zu überwintern (hier war es, dass er den sogenannten gordischen Knoten durchhieb, der in der Ueberlieferung als unlöslich gegolten hatte). Nachdem die Gesamtstärke der Armee durch Zuzug aus der Heimat auf 26000 Mann erhöht worden war, erfolgte der Aufbruch, der Kleinasien vollständig vom Feinde säubern sollte. Dies gelang um so leichter, als im Laufe des Sommers der Hauptgegner Alexanders in diesen Ländern, der in persischem Dienst stehende Grieche Memnon, durch das Fieber dahingerafft worden war. Die ununterbrochenen Erfolge des makedonischen Königs hatten das Lager der Perser nun doch endlich aufzurütteln vermocht, nachdem die erreichten dagegen kaum diejenige einer modernen Division. Trotzdem sollte die taktische Ueberlegenheit auch diesmal wieder den Sieg erringen. In Erwartung der Griechen hatten die Perser in der Nähe des heutigen Alexandrette auf einem weiten Feld gelagert. Durch das Ausbleiben des griechischen Angriffs gereizt, beging der Schahinschah den Fehler, sein ganzes Heer, dessen volle Kampfkraft nur bei freier Entfaltung zur Geltung kommen konnte, auf der weniger als 3 km breiten Strandebene bei Issos zusammenzupressen. Durch geschickte Manöver, die mit einer bis dahin unbekannten Präzision ausgeführt wurden, gelang es Alexander, sich dem Standort seines Gegners Darius zu nähern. Als dieser, seit langem dem Waffenhandwerk entfremdet, seines Gegners ansichtig wurde, wollte er sich hinter die Linie seiner Kerntruppen zurückziehen; diese Wendung wurde jedoch durch seine Mitkämpfer allgemein als Zeichen zur Flucht gedeutet, die bald auf das ganze Heer übergriff. Unter der ungeheuren Beute, die dem Sieger in die Hände fiel, befand, sich auch die Gemahlin Darius', Statira, die den Ruhm der schönsten Frau ihres Landes genoss, mit ihren Kindern und der Königin-Mutter. In diesem Augenblick zeigte sich nun schlaglichtartig die Denkweise des an platonischen und aristotelischen Grundsätzen geschulten Makedoniers. Wohl war der Alexander-Zug durch die historische Entwicklung mehrerer Jahrhunderte und den unerklärlichen, doch immer vorhandenen menschlichen « Drang in die Ferne » bedingt; trotzdem wollte Alexander in erster Linie der Bringer und Künder einer neuen höheren Kultur sein, unter deren Aegide ein Ausgleich griechischen und persischen Wesens stattfinden sollte. Statt nach Barbarenart alles Erbeutete als Eigentum zu betrachten, hat Alexander in zahllosen Fällen die Feinde von gestern zu Verbündeten ge- macht, indem er ihnen ihre Freiheit schenkte. Statt die königliche Familie nach altem Brauch hinzumorden oder sie auf dem Sklavenmarkt verschachern zu lassen, Hess er ihr auch weiterhin jene Würde und Behandlung angedeihen, die ihrem bisherigen Rang entsprachen. Zwar hat Alexander in manchen Fällen mit eiserner Hand durchgegriffen, als ob die aus den Urzeiten ererbten Raubtierinstinkte hie und da zum Durchbruch kämen; nichtsdestoweniger war seine Einstellung, als ganzes gesehen, der seiner Zeitgenossen weit überlegen und hat nicht wenig dazu beigetragen, dass ihm die Geschichte den Ehrentitel des «Grossen* verliehen hat. Darius zog sich bis hinter den Euphrat zurück; ein neuer Angriff seinerseits war nach den Erfahrungen bei Issos kaum zu erwarten. So konnte sich denn Alexander in aller Ruhe daran machen, die Ostküste des Mittelmeeres in seine Gewalt zu bekommen. Das nächste Ziel war nun die Satrapie Aegypten, die seit langem unter der despotischen Herrschaft der Perser gelitten hatte. v Im Juli 332 stand das makedonische Heer vor dem phönikischen Tyros, einem der wichtigsten Stützpunkte, den Alexander unbedingt in seine Gewalt bekommen musste, trotzdem die Stadt in der Auseinandersetzung zwischen Ost und West neutral bleiben wollte. Angesichts der Weigerung der Einwohner, ihm die Tore zu öffnen, brach er die Verhandlungen ab und begann mit der Belagerung der wasserumspülten und daher als uneinnehmbar geltenden Stadt. Mit Hilfe eines rund tausend Meter langen und für die Aufnahme der Brechmaschinen bestimmten Dammes gelang es ihm, die Stadt, trotz Gegenwehr durch die tyrische Die durch Alexander den Grossen zurückgelegte Route. SUSA Antike Städtenamen. KABUL Gegenwärtige Städtenamen. \\ran\ Gegenwätige Staaten. aufsteigende Gefahr allzulange negiert worden war. Darius zog darum in der Ebene zwischen Euphrat und Tigris eine Armee zusammen, deren Stärke nicht genau bekannt ist, aber nicht viel weniger als eine halbe Million Mann betrug. Die Alexander zur Verfügung stehenden Streitkräfte tt ZDas «Qxandson» dex Jtexse* l ---':- .'-'"*. OsiA / - Griechenland zur Zeit Alexander des Grossen. Flotte und verlustbringender Ausfälle der Verteidiger, nach sechs Monaten einzuschliessen und zur Uebergabe zu zwingen. Im November desselben Jahres fiel auch die Feste Gaza, ebenfalls nach langem und hartnäckigem Widerstand. Damit war der Zugang nach Aegypten frei. Die persischen Satrapen hatten durch Misswirtschaft und blutigen Despotismus dem Eroberungsplan Alexanders gründliche Vorarbeit geleistet, so dass sich alle Stadttore nicht nur freiwillig, sondern sogar mit Freuden öffneten. In Gedanken der Völkerverbindung, die auf die Achtung der fremden Sitten, Gebräuche und Auffassungen fusst, begab sich Alexander anfangs 331 nach Ammonium, in die heutige Oase Siwah, um dort dem ägyptischen Sonnengott Ammon zu opfern (wie er übrigens auch in Jerusalem im Tempel Jehova ein feierliches Opfer dargebracht hatte) und sich zum Göttersohn erheben zu lassen. Es spricht für den weiten Blick Alexanders, wenn er aus den bestehenden wirtschaftspolitischen Verhältnissen die Notwendigkeit ersah, an einem Seitenarm des Nils eine Hafenstadt als Bindeglied zwischen Meer und Hinterland zu gründen; so entstand das heutige Alexandrien. * Inzwischen hatte sich Darius von seinem Schreck über die Niederlage bei Issos erholt und ging daran, aus seinen weiten Ländern, die vom Euphrat bis zum Aralsee und bis an den Indus reichte, ein neues, noch gewaltigeres Heer zusammenzustellen. Es sollte in allen seinen Teilen aus dem besten bestehen, was das ungeheure Reich zu bieten vermochte: Streitbare Indo-Kaukasier, turkestanische Reiter, wilde Skythen, Sogdianer, Perser, Baktrianer, Meder, Kadusier, Uxier und viele andere. Im Stromland zwischen Euphrat und Tigris erfolgte die Sammlung im Frühjahr und Sommer 331. Die Gesamtstärke soll nach den niedrigsten Schätzungen 400 000 Fussvolk und 100 000 Reiter, nach den höchsten das Doppelte, im ganzen also eine Million betragen haben. Die alexandrinische Armee war, als sie aus dem Winterquartier in Tyros aufbrach, durch Zuzug aus Griechenland und den unterworfenen Ländern auf 40 000 Mann Fussvolk und 7000 Reiter verstärkt worden. Um die Wüsten längs den Ufern des Euphrats zu vermeiden, überquerte Alexander ihn sowie den Tigris Alexander greift bei Issos den Perserkönig Darius an. Ausschnitt aus einem pompejianischen Mosaik, das angeblich nach einem um 800 v. Chr. entstandenen Gemälde angefertigt •worden sein soll. ziemlich hoch im Norden, und zog dann auf dem linken Ufer dieses Flusses dem Feind entgegen. Das petsische Am 24. September stösst er in der Nähe von Gaugamela auf die persische Vorhut. Nach ein paar Tagen Rast stellt sich am 30. September früh die gesamte makedonische Heeresmasse in voller Schlachtordnung dem Feind gegenüber auf, der neben seiner gewaltigen numerischen Uebermacht auch über Hunderte der gefürchteten Sensenwagen und eine grössere Anzahl von Kampfelefanten verfügt. Am andern Morgen rücken die Makedonier zum Angriff vor, der zur eigentlichen Entscheidung über das Schicksal des ganzen Alexander-Zuges wird. Seiner Gewohnheit gemäss, steht der makedonische König an der Spitze seiner heimatlichen, schweren Reiterei dem Zentrum der persischen Macht gegenüber. Da sein rechter Flügel entblösst ist, lässt er die ganze Armee in schräger Richtung vorrücken. — Mit einem Angriff der skythischen Reiter seitens der Perser werden die Feindseligkeiten eröffnet, ohne dass, trotz hin- und herwogendem Kampf, eine Seite einen Erfolg erzielen konnte. Da spielt der Perserkönig seinen grossen Trumpf aus: er lässt die Sensenwagen im Zentrum vorfahren. Doch, durch den Vormarsch des griechischen Heeres nach rechts, stehen nun in der für diesen Angriff vorbereiteten Ebene nicht mehr die Lanzenträger, sondern die Bogenschützen und Schleuderer, die die feindlichen Angriffsreihen in Verwirrung bringen, bevor sie überhaupt mit ihnen ins Handgemenge kommen. Alexander ist unterdessen am äussersten rechten Flügel angekommen. Wie der feindliche Druck eine bedenkliche Stärke erreicht, lässt Alexander zum Generalangriff blasen. «Er (so beschreibt der Historiker Droysen die Ereignisse) wirft sich auf den Bukephalus (sein wildes Streitpferd) und führt die Kolonne der Ritterschaft in voller Karriere zu dem Keilangriff, auf den die Entscheidung des Tages berechnet ist. In die Lücke des linken Flügels, die durch das Vorbrechen des letzten Reiterhaufens entstanden war, wirft sich der König an der Spitze seiner makedonischen Ritter; im Sturmschritt folgen die Hypaspisten (leichtbewaffnetes Fussvolk), und während die Schützen, Agrianer (Speerschützen) und Schleuderer die nächsten Haufen beschäftigen, wüten die Makedonier in den Reihen der Feinde. Schon stürmen auch die nächsten Phalangen (schweres Fussvolk) mit vorstarrenden Lanzen auf die Schlachthaufen der Susianer, der Kadusier, auf die Scharen, die den Wagen des Königs Darius decken; nun ist kein Halten, kein Widerstand mehr, Darius, den wütenden Feind vor Augen, inmitten der plötzlichsten, wildesten, lärmendsten Verwirrung, sieht sich selbst gefährdet, gibt alles verloren, wendet sich verzweifelnd zur Flucht; nach der tapfersten Gegenwehr folgen die Perser, ihres Königs Flucht zu schirmen; die Flucht, die Verwirrung reisst die Schlachthaufen der zweiten Linie mit sich, das Zentrum ist vernichtet. — Zugleich hat die ungeheure Heftigkeit, mit der Aretas (ein makedonischer Führer) in die feindlichen Haufen einbrach, das Gefecht im Rücken der Linie entschieden; die skythischen, baktrischen, persischen Reiter suchen, von den griechischen und päonischen Reitern auf das heftigste verfolgt, das Weite. Der linke Flügel der Feinde ist vernichtet.» Damit war der stärkste Widerstand gebrochen. Zwar hatte sich der rechte Flügel der Perser in den Rücken der Makedonier einhauen können; als aber die nun frei gewordene alexandrinische Reiterei zur Unterstützung herbeieilte, war auch hier die Entscheidung bald erzwungen. Die Kraft des persischen Weltreiches ond seine«

PJ0 48 w_ DIENSTAG, 26. NOVEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE Alexander auf seinem wilden Reitpferd Bukephalus, das angeblich ausser ihm niemand zu reiten vermochte. Bronzestatue im Nationalmuseum in Neapel. Schahinschah Darius war gebrochen. Dieser, von panischem Schrecken getrieben, floh in der Richtung nach Ekbatana, wo er hoffte, bei den nordpersischen Grossen Zuflucht und Unterstützung zu finden. So gerne Alexander ihm nachgesetzt hätte, geboten höhere Interessen, zuerst gegen die mesopotamischen Städte vorzugehen. Babylon fiel ohne Widerstand, wobei er eine ungeheure Beute einheimste. Hier tat nun Alexander den ersten bedeutenden Schritt in seinem grossangelegten Versuch, die Gegensätze zwischen Ost und West auszugleichen. Er sammelte die Grossen Persiens um sich, versöhnte sich mit ihnen und stellte sie dein makedonischen Adel gleich. Indem er sich das Diadem Persiens aufs Haupt setzt, bezeugte er symbolisch, dass er fürderhin Makedonien und Asiat« zugleich wäre. Nachdem das Heer durch neuen Zuzug um rund 7000 Köpfe verstärkt war, ging es dem Kern des persischen Susa und Persepolis entgegen. — Die Hauptstadt Susa hatte sich bereits während Alexanders Aufenthalt in Babylon gütlich unterworfen; doch war nachher ein schweres Hindernis zu überwinden: Die sogenannten persischen Tore, eine wilde Bergkette im Norden des Persischen Golfes. Eine kühne Umgehung über schwierige, verschneite Gebirgspfade führten die Angreifer während einer Nacht in den Rücken der Verteidiger, die, durch das Manöver überrascht, ihr Heil nur noch in der Flucht suchen konnten. Da zu befürchten stand, dass auf die Nachricht vom makedonischen Vorrücken hin die in Persepolis liegenden ungeheuren Schätze in Sicherheit gebracht würden, stürmte Alexander an der Spitze seiner Reiter bis vor die Stadt. Die Ueberraschung gelang; ohne Widerstand drang Alexander in die Mauern ein. Doch hier denkt er in erster Linie an die Verwüstungen, welche die Perser unter Xerxes rund 150 Jahre vorher in seinem Vaterlande angerichtet haben. Alexander ist hier Rächer; der an Reichtum alle Vorstellungen überschattende Königspalast wird niedergebrannt. ... und „ TUutcg." Der flüchtige Darius hatte unterdessen in Ekbatana die Reste seines Heeres gesammelt und etwa 30 000 Mann zusammengebracht; trotzdem wagte er es nicht, dem Verfolger die Stirne zu bie- Zürich EmpfehlinswerU Unterhaltlingsstätten Stadttheater Abe ? ds i„ 19 * *te ? T ?, nnta s nachmittags 14H Uhr. Theaterkasse Tel. 2 69 22 und 4 67 00, 10—12.30 und 15.30—19 Uhr. Kuoni Tel. 3 3618, fr—18.30 Uhr. Mi ahenrl 27. Nn». Die vier Füsilier«, Soldatenstürik von F. H. Schell, Musik von TiboT Kasics. DO. ablud 28. NOV. Volksvorstellung: Friederike. Fr. abend 29. NOV. Marflarethe, Oper von Charles Gounod. Sa. abend 30. NOV. Geschlossene Vorstellung. ( Zwei Gastspiele des Theitre du Jorat mit dem Walliser VolksstQck: La servante d'Evolene, von Rene Morax, Musik von Gustave Doret Militär in Uniform bezahlt auf allen Plätzen die Hälfte. ten. Er zog sich weiter gegen Osten zurück, wo er bei den sogenannten kaspischen Toren eine bessere Verteidigungsmöglichkeit zu finden hoffte. In Tara erreichte ihn endlich das Geschick, indem ihn sein Satrape Bessus gefangen setzte und später, als Alexander die flüchtigen Perser einholte, ermordete. Nachdem verschiedene Aufstände niedergeschlagen waren, ging der Zug mit vermehrter Geschwindigkeit weiter. Schon im Herbst 330 erreichte das makedonische Heer Prophtasia, die Hauptstadt des Draganier-Landes. Im Dezember 330 gründete er Alexandraia-Arachoton, das heutige Kandahar; im Januar 329 stand er in Kabura (Kabul) und überschritt kurz nachher, trotz strengster Winterkälte den rund 3000 Meter hohen Hindukusch, eine Tat, wie sie in der ganzen Weltgeschichte nur noch wenige Parallelen findet. Die turanischen Herrscher, voran Bessus, der inzwischen den Namen Artaxerxes angenommen hatte, wähnten sich hinter den Gebirgswellen so sicher, dass sie die Organisation der Verteidigung als überflüssig abgelehnt hatten und wurden dann durch die plötzliche Ankunft Alexanders überrascht. — Da das Land keine Garantie für Ruhe bot, solange Bessus frei war, nahm Alexander seine Verfolgung schnellmöglichst auf. Die Perser kamen ihm dabei zu Hilfe; der Sogdianer erfuhr dasselbe Schicksal wie Darius: Er wurde von seinen Untergebenen gefesselt, im Gegensatz zu jenem aber, dem Feind lebend ausgeliefert, der ihn in Baktra hinrichten Hess. Das nächste Jahr war durch wechselvolle Kämpfe gegen die streitbaren Skythen ausgefüllt; sie brachten einem Teil des alexandrinischen Heeres die erste Niederlage bei. In diese Zeit fällt auch die Gründung von Alexandreia eschale, dem heutigen Chodschent, das zugleich den nördlichsten, durch Alexander in Persien erreichten Punkt darstellt. Auf dem Rückweg eroberte er die Burg des Häuptlings Oxyartes, dessen Familie ihm in die Hände fiel. Unter ihnen befand sich auch die Tochter Roxane, «die Perle des Morgenlandes*», die er sich — auch hier kommt das Bestreben nach Ausgleich zwischen Ost und West zum Ausdruck — zur Gemahlin erkor. Wieder lockte ein neues Ziel: Das Sagenland Indien. Nach wechselvollen Kreuz- und Querzügen überschritt er im Winter 327—26 den Indus und stiess am Hydaspes auf die Streitmacht des Indier- •waMUaaffijr^r*v\.-i »*». ~ .Vm/Ät-j isu..'»"' «Verbeugung in den Staub» bemerkbar machte. Dennoch scheint er von seinen Kämpfereigenschaften nichts verloren zu haben; denn gerade in dieser Periode vollbrachte er beim Sturm auf die befestigte Hauptstadt der Mallier seine wohl mutigste Tat, um derentwillen er schon verdienen würde, in die Weltgeschichte einzugehen. Droysen erzählt darüber: «Alexander Hess sofort die Stadt von der Reiterei umzingeln; doch wurde es später Abend, ehe das Fussvolk herankam, zugleich waren alle, die Reiterei von dem Flussübergang und der heftigen Verfolgung, das Fussvolk von dem weiten und schweren Marsche, so erschöpft, dass für diesen Tag nichts weiter unternommen werden konnte; so wurde das Lager rings um die Stadt her aufgeschlagen. Aber mit dem ersten Morgen begann Alexander mit der einen, Perdikkas mit der zweiten Hälfte des Heeres von allen Seiten das Stürmen gegen die Mauern; die Indier vermochten nicht, sie zu behaupten, sie zogen sich von allen Seiten auf die stark befestigte Burg zurück. Alexander Hess auf seiner Seite ein Tor der Stadtmauer erbrechen, und drang an der Spitze seiner Leute, ohne Widerstand zu finden, in die Stadt und durch die Strassen zur Burg; sie war mit starken Mauern versehen, die Türme wohlbemannt, die Belagerungsarbeit unter den Geschossen der Feinde gefährlich. Dennoch begannen die Makedonier sofort zu untergraben, andere brachten ein paar Sturmleitern heran und versuchten sie anzulegen; aber der ununterbrochene Pfeilregen von den Türmen machte selbst die Mutigsten stutzen. Da ergriff Alexander eine Leiter; in der Linken den Schild, in der Rechten sein Schwert, stieg er empor, ihm nach Peukestas und Leonnatus auf derselben, ein alter Kriegshauptmann Abreas auf einer zweiten Leiter. Und schon ist der König bis an die Zinne; den Schild vor sich aufgestützt, zugleich kämpfend und sich wehrend, stürzt er die Indier, die auf ihn hinabschlagen, rücklings von der Mauer hinab, und braucht sein kurzes Schwert gegen ihre Füsse; endlich ist die Stelle vor ihm einen Augenblick frei, er schwingt sich auf die Zinne, ihm folgt Perdikkas, Leonnatus, Abreas, schon dringen die Hypaspisten mit lautem Geschrei auf den Leitern nach, überfüllt brechen diese zusammen, und der König auf der Zinne ist abgeschnitten. In seiner glänzenden Rüstung und seinem Helmbusch erkennen ihn die Indier; zu nahen wagt ihm niemand, aber Pfeile, Speere, Steine Ruinen des Danuspalastes in Persepolis, den Alexander der Grosse als Rache für die 150 Jahre vorher erfolgte Verwüstung Griechenlands einäschern liess. Fürsten Porös mit 30 000 Mann, 4000 Pferden, 300 Sensenwagen und 200 Kriegselefanten. Trotzdem Alexander nur 5000 Reiter und 7000 Fussvolk entgegenzusetzen hatte, da er nur einen Teil seines Heeres mitgenommen hatte, wurde auch der Inder in einem blutigen, unter dem Namen «Elefantenschlacht» bekannten Treffen geschlagen. Sollte der Einbruch nach Indien versucht werden? Nach der Ueberlieferung hätte dieser Plan in Alexanders Absicht gelegen, doch scheint es, dass ihm hier sein Heer die Gefolgschaft verweigerte — zum erstenmal, seit er acht Jahre vorher von Pella weggezogen war. Wohl oder übel musste Alexander nachgeben. Mit einer selbstgebauten Flotte wurde die Reise der Indusmündung entgegen angetreten. Jmmet noch d&t exste JCämpfex. Hatte sich der Charakter Alexanders unter dem Eindruck des Erlebten und dem Einfluss des Orients geändert? Sicher ist, dass der Makedonierkönig nicht nur seine griechische Gesinnung durch eine persische hatte teilweise verdrängen lassen; er nahm auch seinen Untergebenen gegenüber je länger je mehr die Haltung eines persischen Despoten an, die sich übrigens später in der Forderung nach der Proskynesis, das heisst der unterwürfigen Wtihnacfils-Qeschznke zu äusserst massigen Fabrikpreisen werden aus den Türmen herab, aus der Burg herauf gegen ihn geschleudert; seine Getreuen rufen ihm zu, zurückzuspringen und sein Leben zu schonen; er aber misst mit einem Blick die Mauerhöhe zur Burg hinein, und schon ist der kühne Sprung getan, er steht allein innerhalb der feindlichen Mauer; mit dem Rücken an sie gelehnt, erwartet er die Feinde. Schon wagen sie zu nahen, schon dringt ihr Führer auf ihn los, mit einem Schwertstoss durchbohrt ihn Alexander, einen zweiten zerschmettert er durch einen Steinwurf, ein dritter, ein vierter sinkt unter des Königs Schwert; die Indier weichen zurück, sie beginnen von allen Seiten her mit ihren Pfeilen auf ihn zu zielen; noch schützt ihn sein Schild, dann ermüdet sein Arm; aber jetzt treten Peukestas, Leonnatus, Abreas an seine Seite, und schon sinkt dieser von einem Pfeil durchbohrt nieder; jauchzend sehen das die Indier. Mit doppeltem Eifer schiessen sie. Ein Pfeil trifft des Königs Brust, der Panzer ist durchbohrt, ein Blutstrahl spricht hervor, mit ihm der Atem der Lunge; Alexander merkt es in der Wut des Kampfes nicht, er will noch kämpfen; da beginnt das Blut zu stocken, zu erkalten, die Knie schwanken, der Atem röchelt, das Auge bricht, er sinkt nieder auf seinen Schild. Wilder dringen die Indier vor, Peukestas deckt den Gefallenen mit dem Heiligen Schilde von Ilions, Leonnatus beschirmt ihn von der anderen Seite; und schon trifft sie Pfeil auf Pfeil, sie halten sich kaum noch aufrecht, der König verblutet. Indes ist vor den Mauern die wildeste Bewegung; die Makedonier haben ihren König in die Stadt hinabspringen sehen; es ist nicht möglich, Der sterbende Alexander. Statue m den Uffizien in Florenz. dass er sich rettet, und sie vermögen ihm nicht zu folgen; man will Sturmleitern, Maschinen, Bäume anlegen, alles verzögert, jeder Augenblick Säumnis kann sein Tod sein; sie müssen ihm nach; die einen treiben Pflöcke in die Mauer und klimmen empor, andere steigen auf den Schultern der Kameraden zu den Zinnen hinan; da sehen sie den König am Boden, Feinde dicht umher, schon sinkt Peukestas. Vor Wut und Jammer schreiend, stürzen sie sich hinab; sie scharen sich schnell um den Gefallenen, dicht verschildet rücken sie vor und drängen die Barbaren hinweg; andere werfen sich auf das Tor, reissen es auf, heben die Torflügel aus den Angeln, und mit wildem Geschrei stürzen die Kolonnen hinein in die Burg. Nun geht es mit doppelter Macht auf den Feind, sie schlagen alles tot. Weiber, Kinder werden durchbohrt, das Blut soll ihre Rache kühlen. Andere tragen den König auf seinem Schilde hinaus; noch ist der Pfeil in seiner Brust; man versuchte ihn hinauszuziehen, ein Widerhaken hält ihn zurück; der Schmerz lässt den König aus seiner Ohnmacht erwachen; seufzend bittet er, den Pfeil aus der Wunde zu lösen, die Wunde mit seinem Schwert zu erweitern. So geschieht es, reichlich rieselt das Blut hervor, eine neue Ohnmacht überfällt ihn; Leben und Tod scheint über ihn zu ringen. Weinend stehen die Freunde um sein Bett, die Makedonier vor dem Zelt. So vergeht der Abend und die Nacht.> Doch Alexander war nicht tot, er erholte sich im Verlaufe der Fahrt auf seinem Boot und langte im August 325 in Patala an. Hier trennte er nun sein Heer in zwei Teile. Während sein General Nearch mit einer Flotte den Seeweg nach der Euphrat- und Tigris-Mündung suchen sollte, wählte Alexander für sich den Landweg. Unter ungeheuren Entbehrungen, die rund drei Vierteln seiner Mannschaft das Leben kosteten, durchzog er im Herbst und Winter 325 die Felswüsten, die ihn vom eigentlichen Persien trennten und traf endlich im Februar 324 in Susa ein. Hier nun wurde die Verbindung zwischen Griechenland und Persien durch eine Riesenhochzeit besiegelt, durch die sich 92 griechische Adlige, an ihrer Spitze Alexander, mit Töchtern des Landes vermählten. Alexande* sthU 33iätvdg. Noch bewegten grosse Pläne den Makedonier. Arabien sollte unterworfen werden; die mesopotamische Ebene bedurfte einer grossangelegten Bewässerung; Handel und Schiffahrt waren im Aufblühen und stellten täglich neue Probleme. Doch die Zeit Alexanders war um. Als er Anfang Juni 324 von einem heftigen Fieber befallen wurde, besass der durch viele Verwundungen und wahrscheinlich auch eine immer opulentere Lebensführung geschwächte Körper nicht mehr genug Widerstand. Am 11. Juni 324 verschied er, erst 33jährig. Wohl zerfiel das alexandrische Riesenreich unter der Herrschaft der Diadochen innert kurzer Zeit; doch hatte der Gedanke eines Ausgleichs zwischen Ost und West Fuss gefasst und. damit dem einige Jahrhunderte später aufblühenden Christentum den Weg geebnet. 0 „ BASE DE FINE CHAMPAGNE Schauspielhaus f tag nachm. 15 Uhr. Abendkasse ab 18 Uhr (2 1111) Mi. abend 27. Nov. Felne Leute ( Th . e s en " 6 P e °P |e ), ein amerikanisches Stück von Irwin Shaw. DO. abend 28. NOV. Frymann. Fr abend 29 NOV. 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