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E_1940_Zeitung_Nr.048

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VI AUTOMOBIL-REVUE

VI AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 26. NOVEMBER 1940 — N° 48 Sitten diVätizungsiätseC 1. jes 2. wei 3. pei 4. 5. bo stu 6. jaf 7. rei 8. le 9. pi 10. pau 11. ei 12. man le me mo mek wun P» zie sei tau tal ki Rätsel* Ecrlte pit rab säu won • co kaa ma pa • mor • par • son — se lan ehe ge se ma mu bö kom stö haa Einsendetermin: 5. Dezember Durch das Einsetzen je einer zweiten Silbe an Stelle der Striche entstehen in jeder Waagrechten vier zweisilbige Hauptwörter. Die zweiten Silben nennen aneinandergereiht jeweils ein viersilbiges Hauptwort folgender Bedeutung: 1. Kleine Sonate. 2. Italienischer Komponist. 3. Feldherr im Alten Testament. 4. Künstler-Hochschule. 5. Boxer-Klasse. 6. Fasanengehege. 7. Vorherrschaft. 8. Gipsart. 9. Sowjetrepublik in Zentralasien. 10. Sagenhafte assyrische Königin. 11. Antwort, Gegenrede. 12. Säugetier-Gattung. Die Anfangsbuchstaben der Viersübenwörter nennen einen Schweizer Kanton. 4 Punkte. "Welche Pflichten hat der Gastgeber seinen Gästen gegenüber? Ein Gast darf sich in dem Heim, in das ihn eine Einladung führt, niemals fremd fühlen, denn nichts ist peinlicher, als eine «steife Gesellschaft» und jene «kühle Stimmung», die jede Geselligkeit ertötet. Der Eindruck des «Geborgenseins» ist jene Atmosphäre, in die der Gast gestellt werden muss, wenn die Einladung in guter Erinnerung bleiben soll. Kennt man den Gast genau, so ist es nicht schwer, seinen Eigenheiten und Wünschen Rechnung zu tragen. Der «angestammte Tischplatz» wird ihn ehren und freuen, das Servieren einer Lieblingsspeise wird ihm beweisen, dass keine Mühe gescheut wurde, um zu zeigen, dass man seiner gedachte. Die Einladung von Menschen, die der Gast schätzt und denen er gerne begegnet, deutet auf eine feine Einführungsgabe hin, die letzten Endes auch hier entscheidend sein wird. Handelt es sich jedoch um einen Gast, der ein «Fast-Fremder» ist, sei er nur von guten Bekannten eingeführt oder ein Geschäftsfreund — also ein «Pflicht-Besuch» —, muss der Gastgeber alles daransetzen, ihm sein Heim sympathisch, den Aufenthalt angenehm und ungezwungen zu gestalten. Dies alles muss aber mit Leichtigkeit und Grazie geschehen, ohne «Krampf»; das Räderwerk der Maschine darf nicht knirschen... Menschlicher Instinkt wird es einem ermöglichen, die Interessensphäre des Gastes rasch zu erfassen und das Gespräch in eine Bahn zu lenken, die ihn anregt, kurzum: Brücken zu schlagen, die schliesslich zu einer schönen Kameradschaft und in weiterer Folge zu einer verständnisvollen Freundschaft führen können. Handelt es sich um weibliche Gäste, wird die Hausfrau gewiss nicht in den Fehler verfallen, selbst Mittelpunkt sein und selbst wirken zu wollen. Sie wird — ganz im Gegenteil — alles daransetzen, ihre Gäste in den Brennpunkt des Gespräches zu stellen. In diesem Zusammenhange dürfen auch Aeusserlichkeiten, die bedeutungslos erscheinen, es aber durchaus nicht sind, niemals unterschätzt werden: die Hausfrau darf nun einmal weder «die Schönste» noch auch «die Bestangezogene» sein wollen und muss diese Rolle — als Gastgeberin von Geschmack und Takt — den Eingeladenen überlassen. In den besten englischen Kreisen, die uns so oft für gute Erziehung und Gastsitten als vorbildlich geschildert werden, ist es üblich, dass die Hausfrau sogar in ihrer modischen Ausstattung denselben Stil wahrt, wie ihre Gäste. Es besteht in diesem Sinne sogar eine ganz eigentümliche Gepflogenheit, die — als ungeschriebenes Gesetz des Anstandes — fordert, dass,die Hausfrau ganz so wirke, als wäre sie einer ihrer Gäste... Wir beobachten also bei vorbildlichen englischen Damen-Tees etwa, dass auch die Hausfrau Hut und Handschuhe trägt, ganz wie die Eingeladenen. Dies scheint auf den ersten Blick spassig, ja sogar übertrieben. Und doch ist es alles andere als das: es ist der feinste Ausdruck der Gleichstellung, sozusagen ein Symbol für die Anpassungspflicht einer vorbildlichen Gastgeberin. Nur Gastfreunde, die so etwas wie «Demut der Unterordnung» besitzen, werden sich einen schönen Kreis schaffen können, der sich gerne einladen lässt und der seinerseits gerne einlädt. Auftosunq, des ZaMencätsels a) Maroquinschuh; b) Exuberanüus; c) Indifferenz; d) Neolithikum; e) Relativität; f) Aufführung; g) Di visionär; h) Leopoldvüle; i) Innenfläche; k) Extrawurst; 1) Neapolitaner; m) Envoyes; n) Riesenjungfrau; o) Tölpeleien. Meinrad Lienert - Rudolf von Tavel. Richtige Lösungen des Zahlenrätsels (Nr. 46). 4 Punkte: A, Bachofen, Glarus; E. Benz jun., Goldach; Max Bertschmann, Baeel; Frau E. Delb, Bern, Max Hum< «Für zehn Rappen Briefbogen möchte ich!» « Grob oder fein? > «Grob! Der Meister will Mahnbriefe schreiben!» Je nachdem. «Ich würde Sie von der Bank Geld holen lassen, wenn ich bestimmt wüsste, ob ich mich auf Sie verlassen kann.» «Wie hoch ist der Betrag?» «Welche Garantie habe ich aber, dass dieses Haarwasser wirklich meine Glatze verschwinden lässt? » «Welche Garantie? Sie bekommen einen Kamm als Zugabe!» «Junge! Du gehst schon zwei Jahre zur Schule und kannst nicht weiter als bis zehn zählen! Was willst du denn mal werden?!» «Schiedsrichter bei Boxkämpfen!» WORINGER IU/ 6 Egh, Zürich; Frau Dr. Gräfjin, Walzenhansen; Frau Dr. J. Hopf, Bern; G. Laepple, Basel; Josef Leimer, Bettlach; Frau E. Lienhard, Töss; Frau E. Marioff, Buchs; Frau Marti, Ölten; Frau Lisette Rock, Basel; Frl. M. Ruf, Winterthur; Frau E. Steinbömer-Feix, Schaaa; Fritz Wenger, Bern; Frl. E. Winteler, Glarus. 3 Punkte: H. Boiler, Zürich; Frl. Margrit Bossert, Lenzburg; Frau G. Fravi, Rapperewil; Frau Jacob, Winterthur. 2 Punkte: Frl. Heidi Hürsch. St Gallen. Bticfaevtisch Im Widerstreit der Meinungen über die zukünftige Entwicklung unserer Volkswirtschaft werden die vorhandenen Probleme allzu oft aus einem beschränkten, durch die persönliche Einstellung bedingten Gesichtswinkel betrachtet. Dieser Irrtum rührt in vielen Fällen daher, dass die Gesetze, die die Volkswirtschaft seit Urzeiten unabänderlich regieren, nicht die ihnen gebührende Beachtung finden. «Die kleine Volkswirtschaft», die der Verlag des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins kürzlich herausgegeben hat, dürfte für manchen Praktiker bei der Entwicklung und Kontrolle seiner eigenen Gedanken und Einfälle ein nützliches Hilfsmittel bilden. Der Verfasser, Prof. Walter Baumgartner, hat es verstanden, die verschiedenartigen Aspekte der Volkswirtschaftslehre in klarer und einfacher Sprache gründlich zu behandeln und dem Leser ein übersichtliches Bild über die vielfältigen Erscheinungsformen und die sie beherrschenden Grundsätze zu geben. 0" Woran sie scheiterten Zwei amerikanische Journalisten haben an den Die Stadtväter von Kearny in Nebraska haben ärmlichsten und verrufensten Orten New Yorks je offenbar einen plötzlichen Anfall von Moralins erlitten: in der 43 000 Einwohner umfassenden Stadt hundert arme Teufel beiderlei Geschlechts, sämtlich im Alter über 60 Jahre, über die Gründe ausgefragt, sind auf einmal Verordnungen in Kraft gesetzt an denen ihre Existenz scheiterte. Nur 5 Männer worden, die vielleicht zur Zeit unserer Urgrossväter und 3 Frauen wollten oder konnten darüber keinen als zeitgemäss betrachtet worden wären. Das heisst, Bescheid geben. Die verhängnisvollste Rolle hat existiert hatten die fraglichen Verordnungen schon in grossem Abstand die Liebe gespielt; ihr sind zuvor; sie waren aber bisher mit einer Höchststrafe 54 Frauen und 35 Männer zum Opfer gefallen. Und von 10 Dollar «ausgezeichnet» gewesen, so dass wie schon im Sprichwort die Liebe und der Suff die meisten Polizeirichter Verstösse gegen diese zusammengekoppelt sind: an zweiter Stelle steht der Verordnungen als unerheblich überhaupt nicht abgeurteilt hatten. Um diesem Uebelstand abzuhelfen, Teufel Alkohol, der 11 Männer und 16 Frauen ruinierte. Durch eine Krankheit wurden 13 Männer hat der Stadtrat jetzt die Maximalstrafe auf 200 Dollar und 11 Frauen aus der Bahn geworfen, durch die erhöht, wobei nach Wahl des Richters ersatzweise Politik 17 Männer. 6 Männer und 3 Frauen gaben auch Gefängnis bis zu 90 Tagen verhängt werden der falschen Erziehung durch die Eltern die Schuld, kann. während umgekehrt 5 Männer und 11 Frauen die Um was für schreckliche Vergehen handelt es Undankbarkeit der Kinder anklagten. 5 Männer und sich hier nun eigentlich? Verboten ist künftig in 2 Frauen erklärten, sie hätten einfach kein Glück gehabt, und 3 Männer beschuldigten die Gesellschaftskunststücken, Kunststücke, die eine ungewöhnliche Kearny: Karussellfahren, Vorführung von Zirkusordnung, sie in den Abgrund gestossen zu haben. körperliche Geschicklichkeit voraussetzen, nackt Während nun 142 unter allen Befragten erklärten, Baden zwischen Sonnenaufgang und 8 Uhr abends sie würden, wenn es in ihrer Macht stünde, nochmals von vorn anzufangen, alles ganz anders machen, anderen Geschlechts, Hundegebell nach 9 Uhr (nachts darf man also?), das Tragen von Kleidern des wollten 47 nur «gewisse Aenderungen» zugestehen, abends, Kaminfegen, Gassenkehren und Lumpensammeln zwischen 7 Uhr abends und 7 Uhr früh, die während 11 erwiderten, sie würden nichts bereuen und wären gegebenenfalls bereit, ihr verpfuschtes Benützung einer Maschine oder eines Fahrzeugs, Leben nochmals in allen Einzelheiten zu wiederholen 1 weises Spazierengehen nach dessen Lärm irgend jemand stören könnte, paar- Sonnenuntergang. Wenn Bern, dann Casino Kearny wird sittenrein Kleine Maschine froheWeihnacht. Knappheit und Teuerung! / Brot r- . , B höhere Geschenksorgen! Das ist's wohl, was unser harrt. Und doch — ist unser Los etwa nicht höchst beneidenswert, wenn wir es mit anderen rings um uns herum vergleichen? Seya 14 hilft auch in dieser Lage:. - Mit der. Rechten wird sie am 21. Dezember wieder 21370Tr schütten Weihnach 0. Vorberg ÜTÄtf? Zürich erstklassig u. preiswert - Sonntags geöffnet Passende Weihnachtsgeschenke. — Umändern. — Modernisieren. grosse Sache unverwüstliche Schreibmaschine für das ganze Leben. 5 Modelle schon ab Fr. 220.-. Verlangen Sie ausfuhrl. Gratis - Prospekt durch d. Generalvertreter: W. Häusler -Zepf, Ölten schaffen und sich vor allem auch der Soldatenfürsorge Die TO-Los-Serie ist wieder sehr interessant, denn sie enthält^; mindestens einen Treffer übrige Chancen: —•^••••^—•••••••••••••••i •'" (Bei Vorbestellung der Ziehungsliste 30 Cts. mehr.) 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JJO 48 _ DIENSTAG, 26. NOVEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE 15 Im Zeichen der Rationierung Alkohol aus der Holzverzuckerungsanlage in Graubünden Aber erst in zwei Jahren! Und mit einem « Amortisationsrappen » als Gegenleistung des Automobilisten. Ohne Zutun der Automobilisten ist als Folge des katastrophalen Treibstoffmangels die Frage der Streckung des Benzins durch Spritbeimischung wieder akut geworden (was nebenbei bemerkt nicht nur den sich in sturer Autofeindlichkeit gefallenden Kreisen um die Litra, sondern auch hohen und höchsten Mitgliedern der Behörden Anlass bot, unter Zuhilfenahme einer Geschichtsfälschung den Strassenverkehrsinteressenten die Schuld daran zu unterschieben, dass heute kein Alkohol zu Beimischungsawecken aufzutreiben sei. Was es in Tat und Wahrheit damit auf sich hat, ist dann allerdings durch die Erklärung der Via Vita, veröffentlicht in Nr. 46 der A. R., enthüllt worden. Die Behauptungen der Behörden, der Alkoholeinfuhr stellen sich unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen, erschienen jedenfalls in einem eigentümlichen Licht, wenn man weiss, dass ee dem Autogewerbe und der Garagen- Industrie gelungen ist, gewisse Mengen Ton Methylalkohol zu importieren.) Unter den gegenwärtigen Umständen, gekennzeichnet dadurch, dass wir mit Treibstoffälkohol auf dem Trocknen sitzen, gewinnen deshalb die Perspektiven für die in Graubünden in Entstehung begriffene Holzverzuckerungsanlage für den Automobilisten ein gewisses Interesse. Vor voreiligen Hoffnungen muss man sich dabei immerhin hüten, denn es handelt sich hier um ein Projekt auf lange Sicht. Vor Ablauf von zwei Jah- Ten ist nämlich nicht mit der Fertigstellung des Werkes zu rechnen, und auch dann vermag es nur einen Teilbetrag an die Lösung unseres Ersatztreibstoffproblems zu leisten, einer Lösung, die heute mit grösster Beschleunigung und Energie an die Hand genommen werden muss. An der kürzlich, in Chur abgehaltenen Generalversammlung der c Selva » entrollte nun Dr. Oswald ein Bild der wirtschaftlichen Aufgaben, welche die Holzverzuckerungsanlage zu übernehmen hat, für welche übrigens die Konzession des Bundes bereits erteilt ist. Die Anlagekosten des Werkes belaufen sich auf rund 5 Millionen. Da aber der zu erzeugende Sprit dadurch nicht dauernd zu stark belastet werden darf, hat der Bundesrat die Finanzierung durch Gewährung einer zusätzlichen Subvention von einer Million unterstützt und ausserdem. eine Abnahmeund Preisgarantie für den Sprit übernommen. Hinzu kommt noch ein Beitrag des Kantons Graubünden in der Höhe von ungefähr einer halben Million. Bereits befindet sich ein Projekt für die Herstellung von Alkohol-Keton, der als flüssiger Ersatztreibstoff Verwendung finden kann, im Studium. Ungefähr 10000 T. könnte die Anlage jährlich hervorbringen (währenddem sich allein unser normaler Benzinbedarf vor dem Krieg auf 200000 T. pro Jahr belief). Nach der Auffassung Dr. Oswalds würde diese einheimische Produktion von Ersatztreibstoffen eine Erhöhung des Benzin-Tankstellenpreises um 1 Rappen pro Liter bedingen, die gewissermassen als «Risikoprämie» für das Autogewerbe zu betrachten wäre. Auch in normalen Zeiten würde es, so gab der Redner zu verstehen, keinen Luxus für unser Land bedeuten, wenn es etwa 10%, das heisst 20000 Tonnen, seiner normalen Benzinimporte selbst herstellt. Damit Hesse sich die Existenzgrundlage für die 50000 im Auogewerbe Beschäftigten festigen (was sich ja ganz gut anhört, aber der Hauptzweck der Uebung liegt wohl darin, dem Automobilisten einen* Teil der Amortisation der Anlage aufzuhalsen). Eine Ersatzstoff-Interpellation. Im Zürcher Kantonsrat hat W. Rissle folgende, von 28 weiteren Ratsmitgliedern unterzeichnete Interpellation eingereicht: t Welche Massnahmen gedenkt der Regierungerat zu treffen, um bei zunehmender Verknappung der wichtigsten Rohmaterialien, wie Eisen, Kupfer, Baumwolle, Wolle, Gummi, Benzin usw. die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel sicherzustellen? Ist der Regierungsrat insbesondere bereit: 1. Die Gründung von privaten Ersatzstoff - Industrien im Kanton Zürich weitgehend zu fördern? 2. Die in den Gemeinden nun durchzuführende Altmaterial-Sammlung durch eine intensive und zentral geleitete Propaganda zu unterstützen? 8. Die Bundesbehörden um die beschleunigte Förderung von Ersatzstoff-Industrien zu ersuchen, damit Bund und Kantone innert kürzester Zeit von der Vorratskriegswirtechaft zur Kreislaufkriegswirtschaft übergehen können und unser Land von der Arbeitslosigkeit infolge Materialmangel verschont bleibt? » AKTUELLES Ein neuer Anschluss an Via Vita. Zwischen den leitenden Persönlichkeiten der Via Vita und den Vertretern des T.A.G. (Treuhandfesellschaft für das Autotransportgewerbe) fand am letzten Freitag in Bern eine Besprechung .statt, deren Gegenstand die Frage des Anschlusses des T.A.G. an die Via Vita bildete. Im Prinzip kam dmbei eine Einigung zustande. Steuerrückvergütung für requirierte Fahrzeuge Der Kanton Aargau lenkt als erster ein. Unmittelbar nachdem sie in den Besitz des Wortlautes des bundesgerichtlichen Entscheides gelangt war, der die Kantone verpflichtet, die Steuerrückvergütung für requirierte Fahrzeuge nach der tät- sächlichen Dauer der militärischen Beanspruchung, d. h. nach Tagen genau zu berechnen, hatte die Aspa den zuständigen Instanzen der Kantone eine Abschrift des Urteils zugehen lassen. Daraufhin ist nun vom argauischen Regierungsrat die Mitteilung eingetroffen, er werde seinen früher gefassten Beschluss, worin die Steuerrückerstattung für requirierte Motorfahrzeuge ihre Regelung gefunden, dem Urteil des Bundesgeriohts anpassen, d. h. die Rüek» Vergütung nach Tagen berechnet vornehmen... nachdem sich der gleiche Kanton kürzlich noch dagegen gesträubt und erklärt hatte, er könne es nicht dulden, dass ihm die Aspa Befehle erteile. Nach der Lektüre des Urteils scheint er sich jedoch eines anderen, besseren besonnen zu haben. Nun, da das Eis gebrochen ist, sieht man mit um so grösserer Spannung der Stellungnahme der übrigen Kantone entgegen. Kneifen zu wollen, wäre angesichts der grundsätzlichen Bedeutung des bundesgerichtlichen Spruchs ein aussichtsloses Unterfangen und die grossen Verbände des Strassenverkehrs (Aspa, ACS und TOS) sind auch nicht gewillt, untätig zuzusehen, sofern der eine oder andere Kanton versuchen sollte, aus der Reihe zu tanzen. Subventionen für auf Holzgas umgebaute Lastwagen. Wie von den Behörden bereits mitgeteilt, werden inskünftig die nach dem Bundesbeschluss vom 5. April 1939 gewährten Bundesbeiträge für den Umbau alter Lastwagen auf Holzgas nicht mehr ausgerichtet, wohl aber für neue Fahrzeuge schweizerischen Fabrikats. Es muss nun darauf aufmerksam gemacht werden, dass beispielsweise der « Opel Blitz » nicht den schweizerischen Lastwagen zugezählt wird. Wenn im übrigen das Kriegsindustrie- tind Arbeitsamt in seinem Aufruf an die Lastwagenbesitzer zum Umbau ihrer Fahrzeuge auf Holzgas darauf hinweist, dass sich dadurch eine jährliche Ersparnis von 5000 Fr. erzielen lasse, so ist eine gewisse Reserve dieser Behauptung gegenüber nicht unangebracht. Die Preise für Gasholz haben nämlich in den letzten Monaten eine saftige Erhöhung erfahren und stehen heute bereits auf 12—14 Rp. gegenüber 8 Rp. pro Kilo noch vor einiger Zeit. Daraus aber fliesst als zwangsläufige Folge eine Erschwerung der Amortisation der Umbaukosten. War der Aufmunterung des Bundes zum Umbau schon früher, trotz der niedrigeren Holzpreise, nur ein armseliger Erfolg beschieden, dann verwundert es nicht, wenn die Lastwagenbesitzer heute noch weniger Lust zum Anbeissen verspüren. Bei der Behandlung des Einführungsgesetzes zum Eidg. Strafgesetz durch den Zürcher Kantonsrat wurden am 16. November auch die Bestimmungen von Art. 156, der sich mit dem wichtigen Problem der Blutprobe befasst, diskutiert. Die Kantonale Strassenverkehrsliga hatte hiezu in einer Eingabe Stellung genommen und beantragte, die Vornahme von Blutproben nur bei Strassenverkehrsvergehen vorzusehen, nicht aber allgemein schlechthin. Dr. Guhl machte alsdann den Vermittlungsvorschlag, Art. 156 wie folgt neu zu fassen: Der Angeschuldigte darf einer körperlichen Untersuchung oder Durchsuchung unterzogen werden. Besteht begründeter Verdacht, dass an einem Verkehrsunfall angetrunkene Personen als Führer eines Motorfahrzeuges oder in anderer Weise beteiligt sind, so können diese nötigenfalls auch der ärztlichen Entnahme einer Blutprobe unterzogen werden. Dr. Guhl machte hiebei auf die Bedeutung dieses Scbicksalsparagraphen aufmerksam, der eventuell dem Einführungsgesetz in der Volksabstimmung zum Verhängnis werden könnte. Es sei daher angezeigt, eine Lösung zu finden, der auch die Kantonale Strassenverkehrsliga beistimmen könne. Die negative Behandlung der Interpellation Dr. H. Pruppacher über die Verwendung der Abfallgase der städtischen Kläranlage als Methangas für den Motorfahrzeugverkehr durch den Stadtrat hat bei den Verkehrsinteressenten einen unbefriedigenden Eindruck hinterlassen. v A. C. SS. SEKTION AARGAU. Auszeichnung für Berufschauffeure. Unsere Sektion wird auch dieses Jahr wieder auf Weihnachten die Auszeichnung für Beruf schauff eure verleihen. Anspruch darauf haben Berufschauffeure, die mindestens fünf Dienstjahre absolviert haben Die Auszeichnung besteht in einer Urkunde, einer Legitimationskarte und einem bronzenen (5—9 Dienstjahre), eilbemen (10—19) oder einem goldenen (20 und mehr Dienstjahre) Knopflochabzeichen. Der Anmeldetermin geht am 5. Dezember 1940 zu Ende. Reglement und Anmeldebogen könneD bei unserem Sekretariat in Aarau kostenlos bezogen werden. Die Kosten der Auszeichnung werden durch die Sektion getragen. SEKTION BERN. Clubball. Es sei nochmals an den Clubball erinnert, der am nächsten Samstag im « Bellevue-Palace > stattfindet und dessen Hauptattraktion das in voller Besetzung antretende Orchester « Teddy Stauffer » bildet. An Stelle des Mitternachtssoupers tritt ein reichhaltiges kaltes Büfett. Tischbestellungen nimmt, soweit sie noch berücksichtigt werden können, das Sektionssekretariat (Waisenhausplatz 2, Bern, Tel. 23.813) entgegen. Eintritt inkl. Steuer Fr. 5.45. SEKTION ZÜRICH. Winter-Generalversammlung. Die diesjährige Winter-Generalversammlung der Zürcher Sektion des A. C. S. geht in die Annalen des Clubs ohne Geschichte ein, da angesichts der umsichtigen und eifrigen Tätigkeit von Vorstand und Sekretariat sämtliche Traktanden diskussionslos genehmigt und den Club-Organen spontan der Dank für die mühevolle Tätigkeit ausgesprochen wurde. Bei einer Ausgabensumme von Fr. 120850. sieht das Budget 1941 ein Defizit von Fr. 9810.— vor, das durch eine Entnahme aus dem Sekretariats- Fonds gedeckt wird. Besonderem Interesse begegnete der Bericht von Präsident Gassmann-Hanimann über die zahlreichen Bemühungen des Vorstandes in der abgelaufenen Berichtsperiode, mit den Behörden ein befriedigendes Uebereinkommen hinsichtlich der Anpassung der Steuern an die reduzierten Fahrmöglichkeiten zu erzielen, die leider in den meisten Fällen von geringem Erfolg begleitet waren, nachdem der Fiskus in den Automobilbesitzern nach wie vor in erster Linie ein Steuerobjekt erblickt. Wobei allerdings zu vermuten ist, dass dem Steuervogt am 1. Januar die gequetschte Zitrone aus den Händen gleiten wird. Anschliessend an die Versammlung setzte man sich im grossen Konzertsaal des Restaurants Kaufleuten zum Martini-Mahl, das unter Rückkehr zur Tradition wieder als Herrenabend gefeiert wurde. Präsident Gassmann und Stadtrat Hefti fanden in ihren Begrüssungsanspraohen zündende Worte des Einstehens für die Heimat und damit reichen Widerhall in den Herzen ihrer Zuhörer. Nebenbei legten sie auch den Grund zu der nachherigen fröhlichen Stimmung, als der Präsident sich die ominöse Frage nicht verkniff, wie wohl die Behördemitglieder den Heimweg bewerkstelligen würden und Stadtrat Hefti ihm prompt tumegab», indem er seine Freude nicht verschwieg, auch Herrn Gassmann jetzt zu Fusse sehen zu dürfen. Wie üblich hatte die Vergnügungskommission ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm zusammengestellt, das die Erschienenen bis in den frühen Morgen zusammenhielt. Neben Perlen choreographischer Kunst und den staunenswerten Darbietungen des durch eine Kinderlähmung behinderten Bodenakrobaten Jack Diethelm stand im Mittelpunkt des Interesses eine Schnitzelbank über die Tätigkeit der Sektion iKraft und Wärme», wodurch wir jetzt wissen, welcher «Kategorie lebensunwichtiger Eidgenossen« wir die heutige Benzinmisere zuschreiben dürfen. Auch die bemoosten Häupter des Vorstandes mussten Haare lassen, soweit noch vorhanden, und Conferencier Baggenstos entfesselte Stürme der Heiterkeit, als er respektlos erzählte, wie Dr. Schmidlin den Stadtpolizisten am Seil herunterzulassen gedachte, als er bei verdunkeltem Zürich «einpackte aber nicht aufhörte». b-r. Aus den Verbänden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Protokoll der Monatsversammlung vom 6. November 1940. Nach halbjähriger Abwesenheit infolge Militärdienstes konnte unser Präsident E. Griesser die von 27 Mitgliedern besuchte Monatsversammlung um 21 Uhr eröffnen. Er verdankte aufs herzlichste die vom Vorstand in dieser Zeit geleistete Arbeit, er spendete aber auch den Mitgliedern Lob für deren guten Willen, der sich trotz der schweren Zeit nicht hat unterkriegen lassen. Das Oktober-Protoll wurde einstimmig genehmigt und verdankt. Um Missverständnisse zu verhüten, "wurde der Kegelabend im Restaurant Viktoria, Zweierstrasse, auf jeden 2. Donnerstag nach der Monatsversammlung festgelegt. Die diesjährige Weihnachtsfeier wird wieder im gleichen Rahmen durchgeführt wie letztes Jahr. Für Mitglieder, die sich schriftlich und rechtzeitig als im Dienst befindend anmelden, ist eine kleine Soldatengabe vorgesehen. Nach dem Vorschlag zur Veranstaltung einer Exkursion in eine Firma für die Herstellung von Holzvergasern schloss die Versammlung um 22.50 Uhr. Der Protokollführer i. V.: 0. Schuler. Es geht vorwärts. >!•• III. An der Sitzung des Treuhandverbandes des Äutotransportgewerbes vom 5. Juli 1940, über die bereits an dieser Stelle berichtet wurde, warf Kollege Leuenberger in seinem Referat die Frage auf, ob es nicht zweckdienlich wäre, eine Erhebung über die heute geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen im Autotransportgewerbe durchzuführen, wobei der Verwaltungsrat des T.A.G. zu entscheiden hätte, ob der T.A.G. selbst oder die Berufsverbände der Arbeitnehmer diese Erhebung durchführen sollen. Die Arbeitnehmer haben jedenfalls die Absicht, eine derartige Erhebung zu veranlassen. Eine bereits früher Von den Arbeitnehmern durchgeführte Erhebung hat ergeben, dass die Unterschiede der Lohn- und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Betrieben (mit Ausnahme der Vertragsfirmen) in keinem Gewerbe und in keiner Industrie unseres Landes so gross sind BUdietliidi DIE «SCHWEIZERGESCHICHTE», von Ernst Feuz, worüber in Nr. 46 eine Besprechung erschien, ist im Verlag Schweizerspiegel (Zürich) herausgekommen. REBECCA, Roman von Daphne du M a u r i e r. (Fretz & Wasmuth, Verlag. Zürich.) Was dem eigenartigen Roman von Daphne du Maurier vor allem zu seinem grossen Erfolg in England und Amerika verholfen hat, ist seine innere Spannung, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in Atem hält. « REBECCA » ist ein Liebesroman, aber durchaus nicht von der herkömmlichen Art. Die eigentümliche, von mancherlei Geheimnissen umwitterte Titelheldin tritt in den Roman nicht auf; sie weilt bereits nicht mehr unter den Lebenden, wenn die Erzählung einsetzt. Es ist ihr Schatten allein, der weiterlebt, und der ihrem einstigen Mann und dessen zweiter Frau zum Verhängnis wird. Es ist bewundernswert, mit welcher erzählerischen Kunst und welch tiefer Seelenkenntnis Daphne du Maurier den inneren und äusseren Kampf zu gestalten wie im Autotransportgewerbe. Die Löhne schwankten zwischen Fr. 135.— und 450.— pro Monat. Jener Erhebung hafteten allerdings viele Mängel an, so dass das Resultat nicht Anspruch auf Vollständigkeit und Genauigkeit erheben kann. Es wäre darum sehr zu begrüssen, wenn der T.A.G. eine neue Erhebung durchführen würde. , Kollege Leuenberger stellte ferner die Frage, ob man sich über den Inhalt der Gesamtarbeitsverträge, d. h. über die Lohnhöhe, die Summe der Soziallasten, die ein Gesamtarbeitsvertrag jedem Unternehmer vorschreiben würde, verständigen müsse, bevor die Tariffrage im Autotransportgewerbe durch die A.T.O. geregelt wird. Soll also der Abschluss von Gesamtarbeitsverträgen vor, mit oder nach der Regelung der Tariffragen getätigt werden? Diese Frage ist wichtig, weil man sich fragen muss, was als Grundlage für die Verhandlungen über den Abschluss von Gesamtarbeitsverträgen Geltung haben soll. Kollege Leuenberger ist persönlich der Meinung, dass eine Verständigung über den Inhalt der Gesamtarbeitsverträge rasch erfolgen sollte, weil der Kostenfaktor Arbeitskraft bei der Aufstellung der Tariffrage wesentlich ist. Dabei ist die Lohnfrage beim Abschluss der Gesamtarbeitsverträge für das ganze Gewerbe nicht allein ausschlaggebend. Eincgrosse Bedeutung kommt auch der Regelung der übrigen Anstellungsbedingungen zu. Die kommenden Gesamtarbeitsverträge oder ein einziger umfassender Vertrag werden neben der Lohnfrage eine Reihe anderer. Anstellungsbedingungen zu regeln haben, wie z.B. die Lohnzahlung bei Unfall, bei Krankheit, bei Militärdienst, ferner die Arbeitszeit, der bezahlte Ferienurlaub, die Spesenentschädigung etc. Im Hinblick auf die Ueberalterung der Arbeitnehmer im gesamten Transportgewerbe stellt sich auch die Frage, ob in den zu schaffenden Vertragswerken dieser Tatsache nicht erhöhte Beachtung zu schenken sei und eventuell eine Altersversicherung ins Auge gefasst werden könnte. Kollege Leuenberger verweist auf bereits gemachte Vorschläge, die Lohnersatzordnung für die Arbeitnehmer im Aktivdienst in eine Lohnersatzordnung für die infolge Alters oder Arbeitsmangels aus dem Produktionsprozess ausscheidenden Arbeitnehmer auszubauen. Ferner muss man sich grundsätzlich darüber verständigen, ob ein kommendes Vertragswerk nur minimale Lohn- tind Arbeitsbedingungen festlegen soll oder ob ein Vertragswerk von viel umfassenderem Ausmass geschaffen werden kann. Kollege Leuenberger tritt dafür ein, dass, um die Anfänge eines Gesamtarbeitsvertragswerkes nicht allzusehr zu komplizieren, nur die Mindestbedingungen für das Lohn- und Arbeitsverhältnis der Arbeitnehmer geregelt werden sollten. Es soll also eine unterste Grenze der Lohn- und Arbeitsbedingungen, unter denen keine Arbeitnehmer beschäftigt werden dürfen, festgelegt werden. Kollege Leuenberger will sich aber auch in dieser Frage nicht absolut binden, es liegt ihm mehr daran, die Frage zur Diskussion zu stellen und den Entscheid hierüber den kommenden Verhandlungen zu überlassen. (Schluss folgt.) ST. GALLEN. Chauffeure und Transportarbeiter. Monatsversammlung, Sonntag, 1. Dezember 1940, vormittags punkt 10 Uhr, im Restaurant «Volkshaus», St. Gallen. An dieser Versammlung wird voraussichtlich Unser Zentralsekretär Kollege Leuenberger über aktuelle Fragen innerhalb unseres Verbandes sprechen. Wir erwarten deshalb einen flotten Aufmarsch unserer Chauffeurkollegen. ZÜRICH. Berufs-Chauffeure. Unsere Monatsversammlung, die letzte dieses Jahres, findet am kommenden Samstag, den 30. November 1940, 20 Uhr, im Restaurant zum «Colosseum», 1. Stock, Zweierstrasse 134, statt. Wichtige Geschäfte stehen auf der Traktandenliste, so unter anderem ein Kreditbegehren für eine Kinderfeier. BREMGARTEN. Trotz nebligem, nasskaltem Wetter war unsere Versammlung vom 27. Oktober in Bowil gut besucht. Zur Diskussion standen wichtige Fragen des Autogewerbes. Die einschneidende Benzinrationierung hat tiefe Spuren im Autotransport hinterlassen. Die Fälle von Entlassungen und Betriebseinschränkungen mehren sich täglich. Kollege Lauffenburger berichtete über den Verlauf der Kundgebung des Autogewerbes vom 14 September in Bern, wobei Kollege Leuenberger zugunsten unserer Chauffeure seinen Standpunkt auseinandersetzte. — Die Autotransportordnung, die nun in Kraft getreten ist, lässt die Frage der Schaffung von Gesamtarbeitsverträgen in den Vordergrund treten. Der Verwaltungsrat des TAG hat bereits eine viergliedrige Vertragskommission eingesetzt, der auch Kollege Leuenberger angehört. — Die weitere Diskussion drehte sich um die zunehmende Teuerung. Das berechtigte Begehren, die Löhne den Verhältnissen anzupassen, war das Grundmotiv der interessanten Aussprache. — Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die Besichtigung der Gasgeneratorenfabrik Imbert in Zürich-Affoltern, vom 24. November, vormittags 9.30 Uhr, aufmerksam. versteht, den Lord de Winters zweite Frau, ein einfaches, feinfühliges und charaktervolles Naturgeschöpf, zu führen hat, gegen die Erinnerung an die glanzvolle und faszinierende Vorgängerin. Bei einem grossen Ball auf dem Schlosse Manderley erreicht dieser Kampf mit dem Schatten seinen Höhepunkt. Die zweite Frau glaubt dem Erinnerungsbild an die erste endgültig weichen zu müssen. Aber nun beginnt die Vergangenheit ihr wahres Antlitz zu zeigen, das ganz andere Züge aufweist, als die Liebende wähnte. Die tragische Geschichte der ersten Ehe tritt Zug um Zug aus dem Zwielicht der Vergangenheit hervor bis zu ihrem dunklen Ende. Das Geheimnis um die Tote beginnt sich zu lichten. Zuvor aber erhebt sioh ein letztes Mal der unheimliche Schatten, bis sein Bannkreis endgültig durchbrochen und der Gewissenskonflikt gelöst wird, der den Liebenden auf Schloss Manderley den Weg ins Leben zu verschliessen drohte. Nicht nur stofflich ist Daphne du Mauriers Roman ungemein faszinierend. Mit psychologischer Einfühlungsgabe weiss die Schriftstellerin die frauliche Gefühlswelt meisterlich darzustellen. Aus kleinen und kleinsten Zügen formt sie ein lebensvolles Bild der Heldin und der sie umgebenden Frauenund Männergestalten.