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E_1940_Zeitung_Nr.048

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Um die Bundesratswahlen

Um die Bundesratswahlen Eine Nomination, die nicht übersehen werden sollte. Der Kampf um die beiden frei werdenden Bundesratssitze ist in vollem Gang. Drei Kandidaten stehen heute dafür im Vordergrund, erkoren werden können jedoch nur zwei. Bei dieser Sachlage erhebt sich vor allem in der welschen Schweiz, deren Aussichten als am meisten gefährdet erscheinen, die Frage, ob es nicht besser wäre, zwei der Kandidaturen in eine einzige zu verschmelzen. Als Bürger — und nicht nur als Strassenverkehrsinteressenten — haben wir es deshalb nicht ohne Genugtuung vermerkt, dass in der Presse der Name Oberst Primaults auftaucht, eines Jurassiers, der Berner und Welscher zugleich ist. Abgesehen davon, dass diese Kandidatur den Vorteil der Ausserparteilichkeit besitzt, sprechen zu deren Gunsten allein der Charakter und die Fähigkeiten des Mannes, ein Umstand, der ganz in der Richtung der im Volk herrschenden Auffassungen und Wünsche liegt. So schreibt z. B. der «Toggenburgef Anzeiger»: «Wenn sich Bern und Welschland auf eine Person einigen können, wenn... der Ruf neue Zeit, neue Männer, unbeschwert von allerlei Konvenienzen gehört wird, dann sollte u. E. an dieser Nomination nicht vorübergegangen werden.» Direktor Primault wurde 1893 in Courtelary (Berner Jura) geboren, studierte Rechtsund Handelswissenschaften an den Universitäten von Bern und Neuenburg und wurde nach Auslandsaufenthalten Sekretär und Rechtsberater beim eidg. Luftamt. Während 7 Jahren bekleidete er den Posten eines Cheffluglehrers der Fliegertruppen; seit 12 Jahren ist er Generaldirektor des Automobil-Clubs der Schweiz. Als Fliegeroffizier gehört er bereits seit 1922 dem Generalstab an und wurde mit 45 Jahren zum Fliegeroberst ernannt. Der intelligente, arbeitsfreudige .und :klarblikkende Mann kennt sich in der Bundesverwaltung aus, ist ein ausgezeichneten Debatter und mit den Bedürfnissen von Staat; Wirtschaft und Volk eng vertraut. Namentlich bei den Jungen hat sejn Name einen ausgezeichneten Klang. Unnötig übrigens, seine umfassenden Kenntnisse auf dem Gebiete des Verkehrswesens, auf dem er sich spezialisiert hat, noch besonders zu unterstreichen. Nicht nur präsidiert er die Schweiz. Strassenverkehrsliga und die nationale Luftverkehrskonferenz, er hat auch entscheidenden Anteil an der Gründung der Via Vita und zählt zu' den Gründermitgliedern des Fremdenverkehrsverbandes wie der Schweiz. Verkehrszentrale, ganz abgesehen von seiner Zugehörigkeit zu zahlreichen Körperschaften und Kommissionen des internationalen Strassenverkehrs und den vielen Beziehungen, die er sich hier geschaffen. Kein Zweifel, dass dem Bundesrat mit diesem im besten Sinne des Wortes «neuen Mann» eine hervorragende Kraft zugeführt und dass eine solche Kandidatur auch den interregionalen Konflikt aufs glücklichste lösen würde. Die Armee konkurrenziert das private Autotransportgewerbe. Man schreibt uns: Heber die Notlage des Autotransportgewerbes und die prekäre Situation aller Motorfahrzeugbesitzer, hervorgerufen durch die katastrophale Brennstoffknappheit, ist kein ^ Wort weiter zu verlieren. Um so ungehaltener registriert man in den heutigen Zeiten Massnahmen des Staates, die diese Nöte noch verschärfen. Oder rufen die nachstehend geschilderten Vorkommnisse, die sich kürzlich ereigneten, nicht etwa berechtigter Kritik? Die Zürcher Banken hatten anfangs November angeordnet, dass die seinerzeit ins Landeeinnere evakuierten Wertschriften wieder nach Zürich verbracht werden, um sie in die früheren Depots einzulagern. Man hätte erwarten dürfen, dass mit dieser umfangreichen Spedition die privaten Transportunternehmen beauftragt werden, deren Geschäftelage sich seit Monaten verschlechtert hat, die daher für jeden Transport dankbar sind, mit denen sie ihre Fahrzeuge und, was ebenso wichtig ist, ihre zahlreichen Berufschauffeure beschäftigen können. Leider schlugen diese Hoffnungen fehl; die Transporte wurden vielmehr durch das Militär mit zahlreichen Personen- und Lastwagen durchgeführt, das private Transportgewerbe aber konnte zusehen, wie ihm der Bund eine willkommene Arbeitsgelegenheit vor der Türe wegschnappte. Nicht genug mit dieser Konkurrenzierung des privaten Transportgewerbes wurde die Truppe auf ihrem Rückweg auch noch von einer Papierfabrik zur Beförderung von Holz in Dienst gestellt. Aehnliche Klagen erheben sich auch aus dem Waadtland, soll es dort doch vorgekommen sein, das3 Holzhändler und der waadtländische Waldwirtschaftsverband ihre Holztransporte ebenfalls durch das Militär bewerkstelligen lassen. Solche Geschehnisse konnten die Lastwagenbesitzer natürlich nicht stillschweigend hinnehmen. Tatsächlich ist denn auch die Aspa sofort bei der zuständigen Armeeinstanz vorstellig geworden, wobei sie unter Hinweis auf die prekäre Lage des Transportgewerbes feststellte, dass derartige Militärtransporte nbht nur den Vorschriften des Armeebefehls über die Ausführung von privaten Fuhrungen, sondern ausserrlem auch den Massnahmen zur Sicherstelluns und Rationalisierung -der kriegswirtschaftlich wichtigen Transporte widersprechen. Gerade die auf Befehl des Generals erfolgte Schaffung der Arbeitsgemeinschaften im Autotransportgewerbe wolle ja u. a. mithelfen, diesem unter die Arme zu greifen und ihm an Aufträgen zu sichern, was davon noch bleibt. Deshalb könne und dürfe die Konkurrenzierung der privaten Lastwagenunternehmer durch, das Militär nicht gebilligt werden. In der nämlichen Angelegenheit hat, wie man erfährt, auch der Zentralverhand der Möbeltransporteure bei den militärischen Instanzen Schritte unternommen, wobei er ähnliche Argumente ins Treffen führt wie die Aspa. Versicherungsprämien werden der Rationierung angepasst. Die Forderungen von A.C.S. und T.C.S. von den Versicherungsgesellschaften angenommen. Am vergangenen Donnerstag vereinigten sich die Vertreter von A.C.S. und T.C.S. und die Versicherungsdirektoren zu einer Konferenz in Bern, um die in Zürich aufgenommenen Besprechungen über die Vorschläge der beiden Verbände, wovon an dieser Stelle bereits die Rede war, fortzusetzen. Soviel bisher in Erfahruung zu bringen war, glauben wir mitteilen zu können, dass die Versicherungsdirektoren, bei denen zuerst wenig Neigung zur Annahme der neuen Vorschläge bestand, diesen schliesslich doch zustimmten. Die Versicherungsprämie für 1941 wird somit in Raten erhoben, deren erste die Monate Januar und Februar umfasst. Verglichen mit der gegenwärtigen Prämie erfährt sie, nach Massgabe der Rationierungskategorie, folgende Reduktionen: Kat. A 1, 2 und 3 2O°/o Kai. A 4, 5 und B 1 (die wichtigste Gruppe) 3O°/o Kat. A 6, 7 und B 2 und 3 40 °/o Kat. A 8, C 1 und 2 und D 50 V. Es mag vielleicht auf den ersten Blick überraschen, dass für Kategorien, welche gar keine Zuteilung mehr erhalten, überhaupt Prämien in Aussicht genommen sind. Das geschah jedoch im Hinblick auf die Eventualität, dass sich die Lage im Laufe des Jahres 1941 bessert und dass diese Kategorien den Die „Automobil-Parlamente" sind zusammengetreten Unter dem Vorsitz von Zentralpräsident Dr. Mende hielt letzten Samstag in der « Schmiedstube » in Bern der AGS eine Zentralvorstandssitzung und die Budget-Delegiertenversammlung ab. .Der Zentralvorstand genehmigte zuerst eine Reihe von Protokollen, um hernach das Budget für 1941 in Beratung zu ziehen, das sozusagen* einmütige Zustimmung fand. Für das nächste Jahr bleibt der Zentralbeitrag unverändert. Im weiteren bewilligte der Vorstand mit starker Mehrheit den Kredit für die Herausgabe des neuen Informationsblattes, da« in den Mitgliederkreisen guten Anklang gefunden hat. Einer ausgiebigen Diskussion rief die Frage der Schildervermietung für 1941, wobei die verschiedenen Landesgegenden, ja selbst die Hotellerie zum Worte kamen. Für die Garagen wird der Club im nächsten Jahr auf die Erhebung der Schildermiete verzichten. Nach einer zweistündigen Mittagspause traten die Delegierten zur Nachmittagssitzung zusammen, die sich über annähernd drei Stunden erstreckte und Gelegenheit zur Entgegennahme einer umfassenden Orientierung über die gegenwärtige Lage des Am 23. November hielt der Verwaltungsrat des T. G. S. in Genf seine ordentliche Herbstsitzung ab. Die besorgniserregende Lage des Motorfahrzeugverkehrs und die schweren "Folgen der Benzinrationierung waren Gegenstand einer eingehenden Beratung. Zu ,den einzelnen Problemen, die heute die Motorfahrzeugbesitzer und die Strassenbenützer lebhaft beschäftigen, nahm der Verwaltungsrat wie folgt Stellung: Der Rückgang und die unsichere Entwicklung der Benzineinfuhr erfordern dringend eine energische Förderung der Ersatztreibstoffwirtschaft. Wenn man auch die Schwierigkeiten der Umstellung auf Ersatztreibstoffe nicht verkennen darf, so ist eine zielbewusste Aktion zur Ausnützung aller Ersatzmittel, deren Verwendung für den Motorfahrzeugverkehr nach vernünftigen wirtschaftlichen Grundsätzen in Frage kommt, unbedingt notwendig. Der Verwaltungsrat gab der Hoffnung Ausdruck, dass die vom T. C. S. seit Monaten in verschiedenen Eingaben aufgestellte Forderung auf eine planmässige Produktion von Ersatztreibstoffen bald zu greifbaren Ergebnissen führe und beschloss, die bisherigen Anstrengungen auf diesem Gebiet weiterzuführen. Der Verwaltungsrat zeigte Verständnis dafür, dass bei einer Stockung des Benzinimportes mit den vorhandenen Treibstoffvorräten haushälterisch umgegangen werden muss. Sollte sich eine noch weitere Herabsetzung der Rationierung als unvermeidlich erweisen, ist sorgfältig darauf Bedacht zu nehmen, dass bei der Verteilung der vorhandenen Treibstoffmengen nicht willkürlich vorgegangen wird, sondern ganz bestimmte einheitliche Grundsätze angewendet werden, die geeignet sind. Ungleichheiten zu vermeiden. Der Verwaltungsrat billigte die von der Direktion des T. C. S. in diese- H ; n=icM gemnehten Vorschläge an die Sektion für Kraft und Wärme Die Notwendigkeit der Anpassung der Motorfahrzeugsteuern an die beschränkten Fahrmoghchkeiten wurde erneut betont. Wenn auch die kantonale Steuerhoheit auf diesem Gebiet gewahrt werden soll, so ist eine AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 2fi 1940 — 48 Es ist ein Trugschluss, wenn eine bekannte Schweiz. Konstruktionsfirma behauptet, sie hätte das Geheimnis mit dem Leistungsabfall herausdividiert, indem sie zu einer Ausbohrung der Zylinder griff, um dann gegenüber dem Kunden zu behaupten, er hätte jetzt die gleiche Leistung wie mit Benzin. Bereits ist es vorgekommen, dass solche abgeänderte Zylinder nachher unter der forcierten Beanspruchung gesprungen sind. — Eine andere Firma hat sich durch Hereinschweissen von Einlagen in die Zylinderköpfe geholfen, wodurch sich neben anderen Nachteilen sofort Fehlzündungen einstellten. Gar so einfach geht eben die Sache nicht. Zudem braucht es bei gewissen Typen andere Zündkerzen, einen anderen Zündapparat, stärkere Batterien usw. Vielfach hat es Erstaunen erregt, dass der Bundesrat kürzlich für den Umbau von 1000 Wagen einen Kredit von 8 Millionen Franken — also Fr. 8000 per Wagen — eröffnet hat. Es hat sich jedoch ergeben, dass der Generatoreinbau zwischen Fr. 3000—5000 zu stehen kommt, wozu sich noch die zusätzlichen Abänderungen hinzugesellen, die ebenfalls rund Fr. 2000 erfordern. Allerdings besteht Aussicht, bei einer Serienfabrikation diese Kosten vielleicht um Fr. 1000—1500 senken zu können; was aber immerhin' eine Materialfrage bleibt. Jedenfalls muss, wenn die Umbauaktion von Erfolg begleitet sein soll, eine sorgfältige Auswahl der Umbaufirmen getroffen werden, um Fehlkonstruktionen wie die bereits Geschilderten, zu vermeiden. Bei verschiedenen Typen sind Auswechslungen der Zylinderköpfe notwendig, welche nur von den betreffenden Motorenfirmen geliefert werden können, wenn etwas Brauchbares herausschauen soll. Der eigentliche Einbau kann dann durch ein Netz In Bern tagten Zentralvorstand und Budget-Delegiertenversammlung des ACS schweizerischen Automobilwesens und insbesondere über den Stand der Verhandlungen zwischen der Clubleitung und den Versicherungsgesellschaften in der Angelegenheit der Anpassung der Versicherungsprämien .auf das kommende Jahr hin bot. Dabei erklärte sich die Versammlung mit den bisher erreichten Resultaten einverstanden. Nach einem Expose von Direktor Primault über dieses Problem sowie über die künftige Besteuerung der Motorfahrzeuge schloss sich die Versammlung dem von der Via Vita dem Bundesrat unterbreiteten Vorschlägen an; sie stellen das Maximum dessen dar, was heute von den Motorfahrzeugbesitzern verlangt werden kann. Die Zentralverwaltung hatte über dieses Problem ein Memorandum vorgelegt, das die Grundlage für die Diskussion lieferte. Zum Schluss warteten Dir. Primault und Hr. Vuilleumier mit ergänzenden Mitteilungen über die Efnfuhrverhälinisse bei den Treibstoffen sowie über das Problem der Ersatzbrennstoffe auf. Automobilistische Tagesfragen vor dem Verwaltungsrat des TGS Vereinheitlichung der Grundsätze, nach denen die Herabsetzung der Steuer erfolgt, anzustreben. Es wurde den kantonalen Sektionen empfohlen, sich für die Vorschläge der Via Vita, die unter tätiger Mitarbeit des T. C. S. aufgestellt wurden, in den einzelnen Kantonen einzusetzen. Der Verwaltungsrat nahm von den Besprechungen mit den Versicherungsgesellschaften über die Herabsetzung der naftpfhehtversicherungsprämien Kenntnis. Er bedauerte, dass die vom T. C. S. und A. G. S. gemeinsam eingereichten Vorschläge durch die Versicherungsgesellschaften nur teilweise angenommen wurden. Die Gegenvorschläge der Haftpflichtversicherungsgesellschaften, die eine Herabsetzung der Prämien je nach Rationierungskategorie von 20—5O°/o sowie die Möglichkeit zweimonatlicher Ratenzahlung vorsehen, wurden jedoch als ein Entgegenkommen betrachtet, dessen Ablehnung sich kaum rechtfertigt. Die wachsende Lockerung der Verkehrsdisziplin war Gegenstand eingehender Erörterung. Der Ruckgang des Automobilverkehrs verleitete die Strassenbenützer zur Sorglosigkeit und zur Missachtung der Verkehrsregeln. Die Erfahrung der letzten Monate hat gezeigt, dass die Verkehrsunfälle nicht in dein erwarteten Masse abgenommen haben. Der T. G. S. wird im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mittel der Lockerung der Verkehrsdisziplin entgegentreten. Es wurde beschlossen, abgesehen von der Schliessung der Grenzposten, _ alle Hilfsdienste des Verbandes, insbesondere die unentgeltliche Pannenhilfe ohne Einschränkung aufrechtzuerhalten und auch die Anstrengungen zugunsten der Mobilisierten weiterzufahren. Um eine .zusammenhängende Aktion aller am Mot"rfahrzeu?verkehr interessierten Kreise, die bei der heutigen Lnge dringend notwendig ist, zu förriern. wird der T. C. S. als weitaus grösster Verband der Motorfabrüeugbp'jiteer weiterhin in engster Verbindung mit der Via Vita täti? sein und diese Spit7pnnrganisation tatkräftig unterstützen. Schliesslich wurde mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, dass trotz der ungünstigen Verhältnisse über 45 OOO Mitglieder des Verbandes ihren Verpflichtungen nachgekommen sind. Fahrbetrieb wieder aufnehmen könnten. Deshalb hat man für sie Prämien in Aussicht genommen, doch besteht eine Pflicht zu deren Entrichtung selbstverständlich nur entsprechend der Zeitdauer, während deren der Wagen sich im Verkehr befindet Rationierung und ErsatsfeenaastoSfe Fortsetzung von Seite 1. von seriösen Garagen vorgenommen werden, die aber ebenfalls einer Aufsicht unterstellt werden sollen. Es ist wohl überflüssig, zu bemerken, dass der Bund nur die effektiven Umbaukosten subventioniert. Er wird den Herstellerfirmen gegenüber als Auftraggeber auftreten und mit diesen direkt abrechnen. Eine weitere Schwierigkeit besteht, wie bereits angetönt, in der Materialbeschaffung. Die Versuche der schweizerischen Studiengesellschaft haben ergeben, dass nur mit Apparaten gefahren werden kann, deren Herd aus Chrom- Nickelstahl hergestellt ist. Dieses Material beziehen wir jedoch aus Schweden; bei der grossen Nachfrage ist es äusserst schwer erhältlich. Zudem müssen wir erst Chrom ausführen und dabei 10 %> einbüssen, bis uns aus dem Ausland Chrom-Nickelblech geliefert wird. Man ersieht auch daraus, dass die Dinge nicht so einfach liegen, wie man sich vielleicht vorstellt. Bei der Umbauaktion musste aus militärischen Gründen darauf gedrungen werden, dass wir nicht ein Sammelsurium von verschiedenen Konstruktionen zulassen; darum entschied man sich dafür, einzig die Imbertkonstruktion zu subventionieren. Trotz der bisherigen Bundessubvention des Umbaues der armeetauglichen Wagen auf einheimische Brennstoffe und trotz Befreiung während 5 Jahren von den Steuern ist von dieser Vergünstigung nur in 21 Fällen Gebrauch gemacht worden. Jetzt fallen diese Vergünstigungen dahin, genauer gesagt: sie gelten nur noch für neue Wagen. Die Befürchtung lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dadurch das Interesse an einem Umbau bedeutend herabgemindert wird. Die für den Umbau angemeldeten Wagen sollen von technischen Experten auf ihre Umbaueignung geprüft werden; erst nach Eingang der Bewilligung darf der Umbau erfolgen. Was nun die Holzversorgung anbetrifft, so lässt sie sich im Grunde genommen noch am einfachsten lösen. Es fehlt uns nicht an der Holzmenge, aber an. der Menge genügend getrockneten Holzes, und zwar vornehmlich Buchenholz. Bei zahlreichen Versuchsfahrten in unserem Gelände hat es sich herausgestellt, dass nur mit einer Mischung von mindestens Vz Buche und Yi Tanne gefahren werden kann, wobei aber der 100°/oigen Buchenfüllung der Vorzug zu geben ist. Diese relativ teure Holzqualität sollte aus Abfallholz geliefert werden können, wie schliesslich auch Tannenholz, aber die gegenwärtige Sammelaktion, von Kantonen und Gemeinden für die Brennholzversorgung der ärmeren Bevölkerung, wozu jetzt noch eine solche des Militärs und der Internierten hinzukommt, steht der Verwirklichung dieses Vorhabens entgegen. Bis heute laufen in der Schweiz rund 220 Holzgaswagen, wozu gegenwärtig aus der Fabrikation der Holzgas-Generatoren A.-O. per Tag je ein weiterer Wagen hinzukommt. Wenn innert Jahresfrist rund 1200—1400 Wagen in Betrieb stehen sollen — der vorläufig in Aussicht genommenen Dauer der Umbauaktion — sind für diese Einführungszeit 30000 Tonnen oder 60000 Ster Holz erforderlich, das folgende Jahr erfordert dann bereits das Doppelte. Für die natürliche Trocknung muss man mit 6—9 Monaten, für gewisse Holzsortimente sogar imit einem ganzen Jahr und mehr rechnen. Die künstliche Trocknung kommt nur sehr bedingt in Frage, da Kiedurch das Material stark verteuert wird, so dass eventuell nur mit einer Bundeshilfe nach dieser Richtung etwas erreichbar ist. Jedenfalls dient sie höchstens für eine gewisse Ueberbrückungszeit. Auf anderem Wege kann eine genügende Holzmenge erst ab August 1941 sichergestellt werden. Für eine vermehrte Gasholzproduktion, die gewisse Manipulationen in der Herstellung bedingt, war ein Preis von 8 Rp. nicht mehr zu halten. Er ist daher mit Genehmigung der Preiskontrolle vom 14. Oktober nunmehr auf 11 Rp. en gros, resp. 13 Rp. Tankstellenpreis erhöht worden, mit einem weiteren maximalen Zuschlag von 10 %> für Buchenholz. Bei künstlicher Trocknung lässt sich aber auch dieser Preis nicht halten, oder es muss, wie gesagt, ein staatlicher Zuschuss einspringen, um den Gasholzpreis nicht ungebührlich zu belasten. Ausserdem bedarf es einer erweiterten Organisation des Tankstellennetzes, wobei man in der Auswahl ebenfalls Vorsicht walten lassen muss, weil sich lange nicht jeder Raum für die Einlagerung von trockenem Holz eignet. Das heutige Tankstellennetz genügt bei der gewaltigen Verbrauchssteigenmg nicht mehr. Bis anhin bestanden 25 solcher Stellen auf rund 100 Wagen, so dass bereits auf 4 Wagen eine Tankstelle entfiel. Das hat bis anhin vollständig ausgereicht. Wenn wir die Holzversorgung sicherstellen wollen, muss eine Rationierung eintreten, weil der Staat nicht allein einen Umbau ankurbeln kann, vielmehr ist gleich von Anbeginn verlangt worden, dass er dann auch für den Treibstoff sorgen müsse, um nicht eines Tages in die gleichen Schwierigkeiten hineinzurutschea wie mit den importierten Brennstoffen. Aus diesem Grunde schreibt denn auch die Verfügung von 17. Oktober 1940 vor, dass die Belieferung mit Ersatztreibstoffen nach der jeweiligen Versorgungslage erfolgt Die Erteilung einer Bewilligung gibt keinen Anspruch auf beliebige Belieferung mit Ersatztreibstoffen. Nochmals sei betont, dass der Holzgasantrieb für den Motorlastwaren reserviert bleiben soll, wogegen dann die anderen Ersatzmöglichkeiten für die übrigen Fahrzeugarten in Betracht fallen. (Schluss folgt)

— DIENSTAG, 26. NOVEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE SOLDATEN-WEIHNACHT 1940 HaxihaÜec lassen sich £csat Kantone dann ungefähr folgendermassen aus; Gebühr für das ganze Jahr Fr. 5.—, für das erste oder zweite Halbjahr je Fr. 2.50. Es liegt im eigenen Interesse der beteiligten Kantone, hier Entgegenkommen zu zeigen. Schweizerbürger, gedenke deiner Beschützer im Feld! . Was bringt uns die Zukunft? Wir wissen es nicht. Doch eines sind wir absolut eicher: An den Toren unserer Heimat wacht ein starkes und entschlossenes Heer, stets bereit, mit blanker Waffi unsere Freiheit und Unabhängigkeit zu verteidigen. Mann für Mann, vom obersten Chef bis hinab zum Füsilier, bilden sie einen festen Block. Unsere Armee ist nicht nur materiell gerüstet, sondern sie .ist auch geistig mobilisiert. Jeder weiss, warum er nun schon seit Monaten das Ehrenkleid trägt: Ee Seht um die Wahrung alter, Ton unsern Vorfahren mit Zähigkeit errungener Rechte. Diese Rechte sind jedem Schweizersoldaten teuer und heilig! Schweizerbürger hinter der Front, mehr denn je fordert die Gegenwart und die Zukunft von uns straffe Disziplin. Für uns ißt ee vor allem die Disziplin de» Geistes. Ein fester Abwehrwille gegen alles Unschweizerische richte unsere Gedanken! Die Disziplin des Geistes verlangt Entbehrungen und Opfer. Wir sind verpflichtet, der Armee für ihren treuen und grossen Dienst zu danken. Wir sind verpflichtet, da zu helfen, wo Not am Mann ist. So werden wir jene Einigkeit und Festigkeit erreichen, die den Eidgenossen yon 1291 die Kraft gab, auf Gott und auf sich selber zu vertrauen. So werden wir zwischen Volk und Heer die Verbundenheit herstellen, die uns die Kraft gibt, mit gesundem Optimismus die Aufgabe unseres Lebens zu erfüllen. Schweizervolk, wir wollen unser« Pflicht auf Weihnachten tun! Helft die Mittel zusammenzutragen, damit wir gemeinsam unsere Feldgrauen beschenken können! Ohne die Ueberraachung vorwegzunehmen, darf bekanntgegeben werden, daes alle gegenwärtig im Dienst weilenden Soldaten ein reichhaltiges Päcklein erhalten. Zusätzlich aber ist für hilfebedürftige Wehrmänner und Wehrmannsfamilien eine besondere Bescherung (warme Unterwäsche, Kleider usw.) vorgesehen. Viele Schweizerfrauen, die in Fürsorgerinnenzüge zusammengefasst wurden, haben bereits das ganze Jahr hindurch im Dienste der Soldatenfürsorge auf dieses Weihnachtsfeet hin gearbeitet. Auch di« Jugend will, wie vergangenes Jahr, den Soldaten ihre Liebe und Verbundenheit bezeugen; diesmal nicht mit einem Briefchen, sondern durch aktive Mitarbeit an der Aktion selbst. Das Jungvolk wird zu Stadt und Land die Soldatenplakette verkaufen. Diese prachtvolle Plakette in Wedssmeta'H stellt den Kopf eines markanten Schweizersoldaten im Stahlhelm dar. Sie hat nicht nur als Abzeichen Gültigkeit, sondern eignet sich ausgezeichnet als Zierstück. Eidgenossen, wenn euch nächsthin unsere Kinder diese Plakette zum Preise von Fr. 1.— entgegenstrecken, nehmt sie und trägt sie mit Stolz. Es ist das Zeichen der Verbundenheit von Volk und Heer! Die Soldaten im Feld werden freudiger ausharren, wenn sie 6ehen, daes das Volk in seiner Gesamtheit aufsteht, ihnen seinen Dank zu beweisen. Schmückt euch mit der Soldatenplaiette, kauft die historische Karte « Wehrhafte Schweiz »! Freiwillige Beiträge auf das Konto der historischen Karte III/7017. Soll ich den Führerausweis erneuern? Heute zählt jeder Franken, und zwar auch für die Automobilisten und Motorradfahrer. Das durch die Umstände erzwungene Anziehen der Rationierungsschraube hat in beinahe allen Kantonen der weitgehenden Anpassung der Verkehrssteuern an die monatliche Benzinzuteilung gerufen. Doch genügte diese Steuerreduktion, zusammen mit der 20prozentigen Senkung der Haftpflichtversicherungsprämien nicht, um abgesehen von den C- und D-Fahrern, die keine Benzinbons mehr erhalten, auch viele andere, noch benzinbezugsberechtigte Motorfahrzeughalter der Kategorien A und B vor der Stilliegung ihres Fahrzeuges zurückzuhalten. So sind allein int Kanton Zürich in der Zelt vom 25. August bis 5. November nicht weniger als 3900 Kontrollschilder für Automobile und 2900 für Motorräder zurückgegeben worden. Wesentlich grösser ist die Zahl der Inhaber von Führerausweisen, die infolge dieser Betriebsstillegungen auf das Fahren verzichten müssen. Für sie stellt sich mit Jahresende die Frage, ob sie ihren Führerausweis pro 1941 erneuern oder damit zuwarten sollen, weil es für sie ziemlich ungewiss ist, wann sie sich wieder ans Lenkrad setzen können. Man wird zwar einwenden, dass es sich hiebei nur um eine kleine Ausgabe handle. Was aber nicht zutrifft, wie nachstehende Zusammenstellung zeigt. Es betragen nämlich die jährlichen Erneuerungsgebühren für Führerausweise für Automobile: Fr. 2.— in den Kantonen Neuenburg und Nidwalden. Fr. 3.— in den Kantonen Freiburg und Waadt. Fr. 4.— im Kanton Glärus. Fr. 5.— in den Kantonen Aargau, Appenzell I.-Rh., Baselland, Baselstadt, Genf, Uri und Wallis. Fr. 5.50 im Kanton Appenzell A.-Rh. Fr. 10.— in den Kantonen Bern, Graubünden, Luzern, Obwalden, St. Gallen, Solothurn, Tessin, Thurgau, Zug und Zürich. Bei den Motorrädern ist die Situation folgende: Fr. 2:— in den Kantonen Neuenburg und Nidwalden. Fr. 3.— in den Kantonen Baselstadt, Freiburg und Waadt. Fr. 4.— im Kanton Glarus. Fr. 5.— in den Kantonen Aargau, Appenzell I.-Rh., Baselland, Bern, Genf, Thurgau, Uri, Wallis, Zug und Zürich. Fr. 5.50 im Kanton Appenzell A.-Rh. Fr. 10.— in den Kantonen Graubünden, Luzern, Obwalden, St. Gallen, Solothurn -und Tessin, Der schweizerische Taxihalterverband veranstaltete am letzten Freitag in der Bundesstadt einen « technischen Tag », wozu nicht nur zahlreiche Mitglieder aus allen Gauen des Landes, sondern auch über ein halbes Dutzend verschiedener Generatorenmodelle erschienen (Holz, Holzgas und Azetylen). Der Vormittag stand im Zeichen einer Orientierung, am Nachmittag folgten die Vorführung der Wagen auf dem Bundesplatz, die ein zahlreiches Publikum anlockten, und Probefahrten in der Stadt herum. Zum Abschluss fanden sich die Verbandsangehörigen nochmals im « Bristol» zusammen, wo sich alsbald ein ebenso interessantes wie aufschlussreiches Frage- und Antwortspiel über das entwickelte, was die « Demonstration > gebracht. Besonders in den < zehnfränkigen» Kantonen ist schon wiederholt gegen die Höhe dieser « Schreibgebühr » Sturm gelaufen worden und man erinnert sich noch, dass die Sektion Zürich des; A.CJS. mit einer Beschwerde bis ans Bundesgericht gelangt ist, allerdings ohne dort zum Recht zu kommen. Stellt man fest, dass z.B. gerade dieser Kanton im Jahre 1938 nicht weniger als 448.055 Franken und im Jahre 1939 sogar 459.780 Fr. aus dieser Schreibgebühr eingesteckt hat, so ist es auch zu verstehen, dass der Staatsfiskus nicht gern auf eine derart ergiebige Einnaomenquelle verzichten will. Immerhin stellt sich nun für 1941 die Sache etwas anders. Weder der Automobilist mmm& Oasen Kbha tM stanniert Wttm