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E_1940_Zeitung_Nr.051

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'%'! AUTOMOBIL-REVUE

'%'! AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, J7. DEZEMBER 1M0 •— Nr. Gräflin, Walzenhausen; Frau Dr. J. Hopf, Bern; Frau G. Jacob, Winterthur; Frl. Emmy Köstli, Kreuzungen; W. Kühnis, Oberriet; G. Laepple, Basel; Frau E. Lienhard, Töss; Frau E. Marioff, Buch«; Frau Marti, Ölten; Frl. Müller, Morges; Raoul Räz, Biel; Frau Lisette Rock, Basel; Frl. M. Ruf, Winterthur; Frau Else Steinbömer-Feix, Schaan; Frl. Margot Thomann, Zürich; Fritz Wenger, Bern; FrL E. Winteler, Glarus. Der Haupttreffer der 13. SEVA-Lotterie. Die Seva-Lotteriegenossenschaft teilt mit: Auf verschiedene Anfragen hin teilen wir mit, dass das Gewinnlos des Haupttreffers unserer 13. Emission durch die Kantonalbank von Bern zur Auslösung gelangte, und zwar im Auftrage eines nicht genannt sein wollenden Gewinners. Es dürfte jetzt schon interessieren, dass die am 21. Dezember, das heisst nächste Woche stattfindende Ziehung der 14. Emission wieder in Bern durchgeführt wird und ebenfalls einen Haupttreffer von Fr. 60000 ermittelt. FRANZ ROSENFELD Chnmm mit i d 5 Winterterie! IAHNHOFPUTZ 1 ZOKICH TELEPHON 32212 Neuenburg - Handelsschule Kurse : Handelsfächer, moderne Sprachen ; Post-, Eisenbahn- und Zollwesen — Drogistenklasse Spezialklassen für Mädchen Diplom- und Handels-Matura Vorbereitungskurs : 17. April bis 11. Juli. Ferienkurse: 14. Juli bis 2. Aug., 25. Aug. bis 13. Sept. Anfangd.Schuljahres 1941/42: Dienstag, 16. Sept. 1941 Für Auskünfte und Prospekte wende man sich an die Direktion Wir stellen vor: Familie Bern An der Familienkonierenz. Saraus hervor geht der Beschlags Zum Wintert eriengenuss. Die Tochter der Famffie Benx. Uebt auf die Skisprongkonkurrens. Bier lernt sie erst vor allen Dingen Bas Bein so richtig hochzuschwingen. I« Haine hingen Hebelschwaden Bei ziemlich vielen Kältegraden, Doch hier macht sich die Sonne breit, Und auch ein Gasthans ist nicht weit. Und wie's so geht im'SUgellnde, (dies Bild für sich allein spricht Bande Und ghört nun mal so in die Landschaft) Manmachtim Handumdrehn Bekanntschaft. Hier kann man sich die Zeit verkfirxen: Der Sohn sowie der Papa stürzen (als hatten sie auf einmal Flflgel) Sich spornstreichs auf den UebungshügeL Die Kutter unterdessen sitzt Im Liegestuhl, und liest und schwitzt Sie lieht die Ruh; der Mann indessen Ist mehr auf Rebenblut versessen. ein Christian Rubi (Wengen) hat der Schweizerische Sldcchulverband einen technischen Leiter, der von der Picke auf im Skiunterricht gewirkt hat. Seine skitechnischen und methodischen Fähigkeiten sind ja schon oftmals gewürdigt worden.,..» (Saisonbeüage der Neuen Zürcher Zeitung). Die praktische, im Taschenformat erschienene Da sieht man wen auf seinen Brettern Voll Kühnheit eine Leistung schmettern, Und Benzens finden diesen Flug Fast gar nicht lobenswert genug. Wenn man nichts BSses denkt, todean Trifft man gar oft Bekannte an. Die fehlten noch, Familie Wenger? Run bleibt man gleich acht Tage Unser. Diewefl dem Sport die Jungen frönen, Voss sich Herr Benz an Ruhe gwShnen, Er geht spazieren in der Stille; — Das scheint so seiner Gattin Wille. SKIFIBEL von Christian Rubi zeigt in Hnematographischer Folge die einzelnen Phasen jedes Schwunges; auf der gegenüberliegenden Seite erklärt Chr. Rubi in der ihm eigenen, leichtverständlichen Sprache, auf was es besonders ankommt. Die Skifibel ist nicht nur für Anfänger, sondern vor allem auch für jene, denen der letzte Schliff noch fehlt, der Leitfaden, den sie brauchen, um sich, frei von «Krampf» und Übermüdung, den stilsicheren und leichtbeschwingten Skilauf anzueignen. Preis Fr. Tu—, In jeder Buchhandlung erhältlich. Verlag Hallwag Bern. Ein Slrihas tanzt bekanntlich gern Mit einem neu entdeckten Stern. Vorerst tut man ganz ungezwungen, Doch führt's vielleicht zu Folgerungen. Das Hers schllgt höher, wenn man sieht, Wie die hier ihre Kreise'zieht, Und insbesondere Fran Bens Denkt an den eignen Jngendle In den bequemen Liegestühlen Gibt man sich hin den Frohgefühlen Und denkt, wie wir die Welt doch mies, So ohne Winterparadies! Winterferien sind doppelte Ferien. Die Hotellerie bietet Ihnen den Aufenthalt diesen Winter immer noch zu Vorkriegspreisen. Das Sonntagsbillett ist gültig Ton Freitag 17 Uhr an und auch das beliebte, für Familien besonders vorteilhafte Ferienabonnement ist wieder erhältlich. Die Skischulen sind überall im Betrieb. Die Wintersportgebiete: Berner Oberland, Graubünden, Wallis, Westich weiz, Zentralschweiz, Nordostschweix, Jura, Teisin erwarten Sie! Auskünfte erhalten Sie durch Hotels, Verkehrsvereine und Reisebüros. NEU: „Chumm mit i d'Winterferie" als Schallplatte und Muiümoten in allen Musikgecchiften.

51 oder die Abenteuer Jerome Tippy's Wir hatten dieser abenteuerlichen Geschichte verschiedene Namen gegeben, aber Jerome Tippy war mit keinem zufrieden. Er wollte, dass die Geschichte einfach « Jerome Tippy » heisse, was ein ungerechtes Verlangen war, da noch Maad Harvey oder Ralph Moore zum mindesten ebensoviel Bedeutung für den Gang der Handlung haben. Schliesslich blieb nichts übrig, als wenigstens im Nebentitel Tippys Erwähnung zu tun; denn er hatte gedroht, mein Werk in Jacksonville, im «Florida-Leuchtturm », erbarmungslos zu zerreissen, wenn ich ihn, Jerome Tippy, den grossen Feuilletonredaktor genannten Blattes im Titel überginge. «Zumal», wie er sagte, *Du ohnehin alles meinen Berichten entnommen hast, und somit Dankbarkeit mir schuldest.* — Da blieb nun also nichts anderes übrig. Ich hoffe, dass die Berichte Tippys, die ich verwendet habe, richtig sind und der Wahrheit entsprechen. Beginnen wir, um in Jacksonville im schönen Florida nicht Anstoss zu erregen, mit einem Kapitel, das wir einfach überschreiben: Jerome Tippy. Jerome Tippy war ein gottbegnadeter Journalist. Darüber sind sich die massgebenden Personen in Jacksonville einig. Und das hatte etwas zu bedeuten; denn Jacksonville ist ein grosser Eisenbahnknotenpunkt im Norden des Staates Florida, und in den Villen am St. Johns River wohnt viel Geld und erfolgreiche Betriebsamkeit. Jerome Tippy beherrschte schon seit Jahren die Presse von Jacksonville. Er war Kalifornier von Geburt und betrachtete die Einwohner von Florida im allgemeinen und die von Jacksonville im besonderen etwas von oben herab. « Sie ermangeln des grossen Zuges in ihrem Wesen» pflegte er zu sagen und begründete diese Ansicht damit, dass Florida einst vom französischen Louisiana her kolonisiert worden wäre und von dieser Zeit her noch eine gewisse Geziertheit im Wesen der Bewohner und eine gewisse Kleinlichkeit in der Beurteilung aller möglichen Dinge herrsche. Jerome Tippy hatte in seiner Jugend eines Tages das Elternhaus in San Franzisko verlassen, und war, angewidert vom kleinbürgerlichen Betriebe — sein Vater soll Schneider gewesen sein — seinen Idealen vollkommenster Freiheit nachgewandert. Das heisst, er trieb sich als Trapper jahrelang in Texas herum, raufte sich mit Indianern und mit anderen Trap-- pern, vertilgte ungeheure Mengen von Alkohol, gründete Farmen, die sehr bald wieder ihren Betrieb einstellten, entdeckte Goldfelder, die solange aussichtsreiche Zukunft boten, bis man begann, auf ihnen wirklich nach Gold zu suchen. Was sage ich? Jerome Tippy gründete alles! Wanderbühnen und Enthaltsamkeitsvereine, Clubs von Edelmenschen und bessere Räuberbanden, Banken und Farmbetriebsgesellschaften, Baugenossenschaften und musikalische Vereine. Bis er dazu kam, Zeitungen zu gründen. Da hatte Jerome Tippy seinen richtigen Boden gefunden. Zwar die Redaktionstätigkeit war nicht ohne alle Gefahren. Unzufriedene Abonnen- Zürich Empfehlenswerte Unterhaltungsstätten Stadttheater Abe^s io* m.r, Sonntag nachmittags 14 % Uhr. Theaterlasse Tel. 2 69 22 und 4 67 00, 10—12.30 und 15 30—19 Uhr. Kuoni Tel. 3 36 13, 8—18.30 Uhr. Mi. abend 18. Dez. Die vier Füsiliere (Mi.-Ab. 8). DO. abend 1 S.Dez. 18 ühr: Voret - f - stödt Schulen: Die Zauberflöte. Ff. abend 20. Dez. 18 ^^r: Vorst. f. städt. Schulen: Zar und Zimmermann. Sa nachm. 21 Dez Weihnachtsmärchen: Der gestiefelte Kater. Sa. abend 21.Dez. Romeo und Julia > °P er von H - Sutermeister. So. nachm. 22. Dez. Der fegende Holländer, Oper v. Rieh. Wagner. So abend 22 Dez. D ' e v ' er Füsiliere, Soldatenstück von F. H. Schell. Militär in Uniform bezahlt auf allen Plätzen die Hälfte. Schauspielhaus Abends 20 m« tag nachm. 15 Uhr. Abendkasse ah 18 Uhr (2 1111) Mi abend 18 Dez Figaros Hochzeit oder Der tolle Tag. Do. abend 19. Dez. Heinrich Vlll. und seine sechste Frau. Fr. abend 20. Dez. D ' e lustigen Weiber von Wlndsor, Komödie von W Shakespeare. Sa abend 21 Dez Figaros Hochzeit oder Der tolle ' Tag. So. vorm. 22. Dez. 10 45 Uhr: - Matinee der Bewegungsschulen Elsberth Kern u. Heidi Brücher: «Prinz Habenichts», Tanzmärchen nach Andersen. So. nachm. 22. Dez. Figaros Hochzeit oder Der tolle Tag. So. abend 22. Dez. Frymann (geschloss. Vorstellung der Schauspiel-Union). Militär auf allen Plätzen halbe Preise. ten pflegten den Chefredakteur (Jerome Tippy war bei einer Auflage von 20 Stück Verleger, Chefredakteur, Setzer, Metteur und Austräger gleichzeitig) zu besuchen, zur Einleitung des Gesprächs einen schweren sechsläufigen Revolver auf den Tisch des Hauses zu legen, und dann, verdächtig mit dem Zeigefinger am Abzug spielend, ihre « Wünsche » vorzubringen. Tippy entzog sich, wenn keinerlei Aussicht sich zeigte, den Streit mit geistigen Waffen allein auszufechten, meist rasch der unsympatischen Fortsetzung solcher Gespräche durch die Flucht, was dann aber leider stets zur Aufgabe des Zeitungsunternehmens und zum Verlassen des Ortes führte. Nachdem es jedoch in den Staaten Texas, Louisiana, Missisippi und Alabama viele kleine Orte gibt, in denen eine Zeitung als geistiges Bedürfnis erachtet wird, so folgte Bis zum Spucken war Jerome Tippy auch schon im Gespräch mit Ralph Moore, das er auf einer der belebtesten Strassen von Jacksonville führte, gekommen. Aber weder die Beruhigung noch die Erschöpfung traten ein, sondern der auf seinem Sattel einigermassen wieder befestigte Zwicker stürzte erneut, und wieder polterte Jerome Tippy los. Derartige Unregelmässigkeiten deuteten auf ganz aussergewöhnliche Erregungen hin. Das schien auch Ralph Moore einzusehen, denn er klopfte dem dicken Journalisten auf die Schultern und sagte: < Was Sie mir da alles erzählt haben, habe ich nur zur Hälfte verstanden. Wollen Sie nicht ein Glas Whisky bei mir trinken, hier auf der Strasse scheint doch nicht der rechte Ort zu sein, so wichder Aufgabe einer Redaktion sehr rasch die Gründung einer neuen. Als Tippy endlich, schon rundeten sich ihm die ersten 40 Lebensjahre ebenso zweifellos wie sein Buch, auf seinen Wanderzügen den Staat Florida erreichte und in Jacksonville die Feuilletonredaktion des «Florida-Leuchtturms > erhielt, nahm er offiziell und äusserlich Abschied von seiner Jugend und wurde sesshaft, so weit er das eben zu werden vermochte. Wir haben noch reichlich Gelegenheit, ihn kennenzulernen und können daher auf eine nähere Charakterisierung seiner persönlichen Vorzüge verzichten. Wir beschränken uns darauf, zu betonen, dass Jerome Tippy stets mit den Beinen wippte, mochte er nun stehen, gehen oder sitzen, was bei dem kleinen, dicken, von ferne einem wandelnden Knödel ähnlich sehenden Mann, der auf einer klobigen Nase einen blauen Zwicker zu balancieren pflegte, sehr komisch aussah. Dafür aber war bekannt, dass Tippy in seinem Trapperleben es gelernt hatte, mit dem Revolver auf 20 Meter eine Ass aus einer Spielkarte herauszuschiessen und auf fünf Meter eine brennende Kerze auszuspucken. Ueber einen solchen Mann zu lachen, erschien den Jacksonvillern ebenso unrichtig wie gefährlich. Man nahm ihn, wie er war und fuhr dabei ganz gut. Denn Tippy war ein ehrenwerter Mann, und sein Wort war so gültig, wie ein Vertrag vor dem besten Friedensrichter der Stadt. Tippy war mit der Zeit sogar unentbehrlich geworden. Ein Nationalfeiertag ohne Tippys Festrede war nicht zu denken, ein grosses sportliches Ereignis ohne Tippys Mithilfe war unmöglich. Wehe dem Frevler, den Tippy persönlich oder journalistisch verfolgte; er bekam einen harten Stand in Jacksonville. Und Jerome Tippy witterte überall verfolgte Unschuld, gebrochenes Recht, beeinträchtigte Freiheit. Da konnte er sehr böse werden. Das Aufziehen solcher Seelengewitter kündigte sich dadurch an, dass Tippys Zwicker von der Nase fiel und trotz heftigster Bewegungen wurstähnlicher Finger nicht mehr auf dem Sattel der Empörten sitzen wollte. Diesem Wetterleuchten folgten die Wolken blutrot werdende Wangen, und dann entlud sich der Blitzstrahl heiligen Zornes in einem Gussregen von furchtbaren Worten und erschreckenden Gestikulationen. Das Unwetter dauerte an, bis ein schnalzendes Spucken die Zusammenfassung der Verachtung dartat, worauf eine erschöpfte Beruhigung von der Seele des Streiters für Recht und Gerechtigkeit Besitz zu ergreifen pflegte. General Guisan sagt: «... Eine Armee, die jeden Fuss breit ihres Heimatbodens verteidigen will, muss auch für die Bewährungsprobe eines Winterfeldzuges ausgebildet sein. Das hat uns der finnische Krieg gezeigt. Diese Ausbildung kann man nicht improvisieren. Sie muss in der Kindheit beginnen, und während der ganzen Jugendzeit muss sie unentwegt gefördert werden. Nicht nur die Jugend, sondern unser ganzes Volk, Männer und Frauen, die Städter und die Landbevölkerung, alle, die im Augenblick der Gefahr dem Vaterland auf dem Posten dienen müssen, auf den es sie stellt, sollten im alpinen Sport bei den kältesten Temperaturen und in jeder Höhenlage Kraft und Ausdauer üben. Roman von Franz Cari Endres tige und wie Sie sagen, schreckliche Dinge zu besprechen. » Jerome Tippy nickte heftig mit dem Kopfe und spuckte einem vorbeilaufenden Foxterrier auf das rechte Auge. « Angenommen, Moore, wenngleich ... obschon ... die Angelegenheit erfordert augenblickliches Handeln, sofortiges Einschreiten, Vernichtung des Verbrechers, Rettung der edlen Jungfraul Beim Sternenbanner, Moore, da muss furchtbare Vergeltung, ein ganz entsetzliches, katastrophales Gericht ... Ha! Gott verdamm ihn, ich würge ihn mit eigenen Fäusten.... » «Tun Sie das, Tippy, aber verschonen Sie mich », sagte Moore, der sich vor den fuchtelnden und nach seinem Halse greifenden Händen des Wütenden kaum mehr retten konnte. Moore war schlank und bedeutend grösser als der Kalifornier. Jetzt, als er, um den neugierigen Blicken der Bevölkerung zu entgehen, weit ausschritt, konnte Tippy nicht Schritt halten, sondern hüpfte neben ihm einher, unaufhörlich Verwünschungen und gewaltige Drohungen ausstossend. Auf einmal blieb Jerome Tippy stehen und winkte ein Auto herbei. Moore solle eine Viertelstunde auf ihn warten, er müsse noch Erkundigungen einziehen. «In dieser Angelegenheit? > fragte Moore, dem es gar nicht unangenehm war, seinen grotesken Begleiter zu verlieren. «In dieser Angelegenheit, Moore! > antwortete der Journalist, warf sich rasch in das Auto, « ich bin in einer halben Stunde bei Ihnen ». Ralph Moore erreichte seine elegante Junggesellenwohnung in der grössten Avenue von Jacksonville. Sein übergrosses, trotz schweren eichenen Bücherschränken, ledernen Clubsesseln und einem mächtigen Schreibtisch fast leer aussehendes Studierzimmer lag gegen Westen, und die letzten Strahlen der untergehenden Sonne spielten noch auf den satten Farben des Perserteppichs, der in der Mitte des Raumes lag. Es passte wenig zu der vornehmen Einrichtung, dass an einer hohen Flügeltüre eine grosse Landkarte des Heiligen Landes befestigt war. Moore trat an diese Karte, verfolgte eine Strasse, die von Jaffa nach Jerusalem führte, schüttelte den Kopf und warf sich dann mit einem Seufzer in einen der Clubsessel, die um einen runden polierten Tisch gruppiert waren. Eine alte, einfach, aber sehr sorgfältig gekleidete Dame betrat das Zimmer. « Reisen Sie ? > fragte die Dame. « Natürlich! Maud ist ja nicht von dem Gedan* Unsere Schweiz gibt uns nicht nur die Möglichkeit zu diesem Training, sie verpflichtet uns dazu. Wir haben die Pflicht zur körperlichen Ertüchtigung in einem Lande, wo jeder als Soldat geboren wird und Herz und Muskeln auf die Anforderungen des Militärdienstes vorbereiten muss. Wir haben aber auch die Pflicht, Sport zu treiben, weil der Sport die Anspannung des Willens verlangt, weil er recht eigentlich den Charakter schult. Für diese Schulung bieten die Alpen und der Jura ein unermessliches und grossartiges Tummelfeld. Gleichzeitig mit dem Körpertraining und der Charaktererziehung erhebt die Schule des Sportes unsere Seele und entflammt' in uns die üebe zur Heimat. ken abzubringen. Ich versuchte heute wieder vergeblich ihr klarzumachen, dass solche Studienreisen nur dann Zweck haben und Erfolg versprechen, wenn man gründlichst sich vorbereitet hat. Man muss ein fremdes Land kennen, bevor man es zum ersten Male betritt.» « Sie sind zu bescheiden, Ralph », sagte die alte Dame und setzte sich ihm gegenüber in einen Sessel. « Wenn einer Palästina und diese ganzen Gegenden kennt, dann sind Sie es. Sie sprechen fast alle orientalischen Sprachen und kennen Sitten, Gebräuche und die Geschichte des Orients besser als die meisten Jacksonviller die von Florida. Ist es nicht so? Und dann, Ralph, Maud geht doch nicht nur der Wissenschaft wegen nach Palästina. Lassen Sie ihr diesen Trauml Sie weiss ohnedies nicht, was sie seit dem Tode ihres Vaters mit ihrem Geld anfangen soll, und da ist es doch besser, dies Geld komm| der Wissenschaft zugute, als dass sie es vertändelt und verstreut. Sie liebt nun einmal die Orientalistik, namentlich wenn diese von einem gewissen Ralph Moore doziert wird. » Ein feines Lächeln huschte unter den silberweissen Haaren von Miss Ernestine über ihr freundliches, trotz Falten und Runzeln noch hübsches Gesicht. « Lassen Sie nur das Schicksal seinen Weg gehen », fuhr sie fort als Ralph erwidern wollte, «glauben Sie der alten Ernestine, die Ihnen eine zweite Mutter war, so lange Sie nun leben und die mit mütterlicher Liebe an Ihnen hängt. Man darf nicht gegen das Schicksal anrennen, das führt zu nichts. Und Mauds Liebe ist Ihr Schicksal, Ralph! » < Ich fürchte, dass Mauds Geld mein Schicksal ist », antwortete Ralph bitter. « Ich kann mich vor dem Gedanken nicht retten, dass ich Maud nur wegen ihres Geldes liebe, und das will ich nicht. Das wäre mir für immer ein Vorwurf, ich käme aus dem Michschämen gar nie heraus. > < Aber es ist doch nicht so >, warf die alte Dame ein, « Sie lieben doch Maud, wie Sie mir oft gestanden, ihres scharfen, klaren Geistes und ihrer wirklich bezaubernden Schönheit wegen. Wie kann man sich da so selbstquälerischen Gedanken hingeben? Denken Sie sich, Maud wäre ein armes Mädchen! » « Ja, dann », seufzte Ralph, «ich würde sie sofort heiraten, aber so! Ich kann mir schon denken, dass sie arm wäre. Aber dieser Gedanke ist doch nur Selbstbetrug. Sie ist eben die reichste Frau von Florida. Ich komme nicht darüber hinweg.» Ernestine stand auf und strich mit ihrer schönen, zarten Hand über den Scheitel Ralphs. « Es geht alles wie Gott es will », sagte sie, und dann erkundigte sie sich ganz nüchtern und sachgemäss, zu welcher Stunde Ralph das Souper wünsche und ob Gäste zu erwarten seien. «Ja, beste Mutter», antwortete Ralph, «es kommt dieser ganz verrückte Jerome Tippy, der mir eine Schauergeschichte erzählen will. Er hat schon auf der Strasse davon angefangen, war aber so erregt, dass ich eigentlich immer noch nicht weiss, um was es sich handelt. Er wird wohl nichts dagegen haben, wenn ich ihn bitten werde, zum Abendessen da zu bleiben. » Moore sah Miss Ernestine nach, die das Zimmer verliess, « Treue Alte », sagte er vor sich hin, « was wäre aus dem Mutterlosen ohne dich geworden! » Moores Erinnerungen wanderten auf die grosse, weite Farm in Alabama, wo der Vater ein wildes Leben geführt hatte, bis er im Streit mit einem Nachbarn erschossen wurde. Miss Ernestine, die einst als Stütze der Hausfrau auf die Farm gekommen war, hatte nach dem frühen Tod der Mutter den ganzen Haushalt geleitet. Nun besorgte sie nach des Vaters Tode den Verkauf der Farm und zog mit dem kleinen Ralph nach Jacksonville. Ihr verdankte er seine Erziehung und sein allem Geschäftssinn fernes Wesen, ihr seine still ernste Weltauffassung, die ihn von den meisten seiner Altersgenossen in Jacksonville unterschied. Miss Ernestine war ihm heute mit seinen 30 Jahren in vielem noch eine unbedingte Autorität, obwohl er für den gelehrtesten Mann von Jacksonville galt. Er bot ihr willig den Respekt, den eine Mutter beanspruchen darf, und sie vergalt ihm seine kindliche Anhänglichkeit durch treueste Fürsorge. Hastiges Klopfen unterbrach die Gedankengänge Ralphs. Jerome Tippy kugelte, schon gestikulierend, bevor er noch zu sprechen begann, in das Zimmer herein. « Bande », rief er, Hess sich in einen Clubsessel fallen und wiederholte atemlos « Bande, miserable, heuchlerische Gesellschaft, unkultivierte Halbwilde, Schande für ganz Amerika...» Fortsetzung des Romans auf Seite 15. BERNE RESTAURANT DU THfiÄTRE Französisches Restaurant im 1. Stock Im Parterre - Restaurant Orchester Lore Durant