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E_1940_Zeitung_Nr.050

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Konkurrenziert die Armee

Konkurrenziert die Armee tatsächlich das private Auto-Transportgewerbe? In der «Automobilrevue» ist ein Artikel unter dem Titel «Die Armee konkurrenziert das Auto- Transportgewerbe» erschienen. Wir sind von verschiedenen Seiten telephonisch oder durch Briefe über das Zutreffen der im genannten Artikel erhobenen Anklagen befragt worden. In grundsätzlicher und abschliessender Erledigung des dadurch aufgeworfenen Fragenkomplexes geben wir bekannt was folgt- Die Transporte sind ausgeführt worden unter der Zuständigkeit und der Verantwortlichkeit der Abteilung fü>' leichte Truppen, die für die Ausbildung der Mot. Trsp. Trp. verantwortlich ist. Im Einverständnis mit dem für die Ausbildung verantwortlichen Waffenchef der leichten Truppen geben wir dazu folgende Erklärung ab: Es gehört zur Ausbildung der Mot. Trsp. Trp., dass sie in der letzten Periode ihrer Ausbildung in den Belangen des praktischen Felddienstes allseitig ausgebildet werden. Dazu gehören insbesondere Uebungsfahrten aller Art, Organisation von Verladeplätzen, Durchführung von Transporten aller Art, damit sowohl die Organisation des Verlades wie auch dn Fahrt mit belasteten Fahrzeugen unter den verschiedensten Weg- und Witterungsverhältnissen praktisch ausgeführt werden können. Seit Jahren versucht die Abteilung für leichte Truppen diese Uebungsfahrten zu kombinieren mit effektiven Materialtransporten, einmal um diesen eine tatsächlich vorliegende Notwendigkeit zu verleihen und um die Truppe mit belasteten Fahrzeugen diese Uebungsfahrten durchführen zu lassen. Dieser alten Uebung gemäss wurden auch in den vergangenen Rekrutenschulen derartige Transporte ausgeführt, mit um so grösserer Rechtfertigung, als die Benzinvorräte des Landes Leerfahrten als nicht verantwortbar hätten erscheinen lassen. In der Sorge, keinerlei wirtschaftliche Interessen zu schmälern, sind in der Vergangenheit fast ausschliesslich Transporte für die Militärverwaltung durchgeführt worden. Vor Beginn der Ausführung der Transporte, die zum eingangs erwähnten Artikel Veranlassung gaben f haben sich die Schul-Kdt. im Auftrag des Waffenchefs mit dem Amt für Verkehr in Verbindung gesetzt, um der genannten Institution ihre Transportkapazität zur Verfügung zu stellen. Von der vorerwähnten Institution, Amt für Verkehr, wurde der Rat erteilt, sich mit dem Armeekommando, Sektion für Güterevakuation ins Benehmen ÜTI setzen zwecks Zuweisung von im Rahmen der beabsichtigten felddienstlichen Uebungen liegenden Transporten. Lediglich die Absicht, bei der heutigen Benzinlage nicht zu verantwortende Leerfahrten zu vermeiden, hat in Ermangelung von Transporten für die Militärverwaltung veranlasse Transporte auch für andere Institutionen auszuführen. Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch ausdrücklieh hervorgehoben, dass nichts der Abteilung für Heeresmotorisierung ferner liegt, als das Autotransportgewerbe zu konkurrenzieren und ihm dadurch in seiner derzeitigen sowieso schweren Lage die Existenz noch mehr zu erschweren. Diese Erklärung darf um so ruhiger abgegeben werden, als von der Abteilung für Heeresmotorisierung seit ihrem Bestehen die grössten Anstrengungen gemacht werden, alle militärisch notwandigen Anordnungen im Sinne grössten Verständnisses und weitgehendsten Entgegenkommens für Industrie, Handel und Gewerbe, für das Autotransportgewerbe im besondern, zu treffen. ABT ARMEEKOMMANDO HEERESMOTORISIERUNG. Erleichterungen der Haftpflichtversicherung Die Prämie für 1941 kann in Zweimonatsraten bezahlt werden. - Einführung eines Benzinrabatts nach Massgabe der Rationierungskategorien. - Zusätzliche Rückvergütungen auf den Prämien für 1940 Nach Abschluss der Verhandlungen zwischen den Automobilverbänden und der Unfalldirektoren-Konferenz — deren Ergebnis zwar nicht in jeder Hinsicht den Wünschen der Motorfahrzeughalter entspricht — orientieren die Versicherungsgesellschaften ihre Motorfahrzeug-Haftpflicht-Kundschaft , durch ein Zirkular über die Neugestaltung der Haftpflichtversicherung für das kömmende; Jahr. Danach sind die zwischen den Versicherungsgesellschaften und Motorfahrzeugclubs vereinbarten Bedingungen für das Jahr 1941 folgende : I. Raten- oder Jahreszahlung. Neben der bisher üblichen Bezahlung der Jahresprämie auf einmal oder in zwei Halbiahresraten, wird die Zahlung der Prämie für je zweimonatige Perioden neu eingeführt. Der Versicherungsnehmer hat die Wahl. Dabei gilt folgendes : Zahlung von Zweimonatsprämien. a) Die Zweimonatsprämien betragen : je 20 % der Jahresprämie für die ersten vier Zweimonatsperioden, während welcher die Versicherung pro 1941 in Kraft gesetzt ist; je 10 % der Jahresprämie für die 5. und 6. Zweimonatsperiode, während welcher die Versicherung pro 1941 in Kraft gesetzt ist. b) Diese Zweimonatsprämien sind Minimalprämien. Sistierungsrabatte werden nicht mehr gewährt. Wird das Fahrzeug dagegen innerhalb der Zweimonatsperiode militärisch requiriert und bleibt es mindestens für die Dauer eines Monats im Dienst, so wird die Zweimonatsprämie pro rata temporis zurückerstattet. c) Bei wesentlicher Erhöhung der Benzinzuteilung für alle oder einzelne Benzinzumessungskategorien im Laufe des Jahres 1941 werden die unter Ziffer II vorgesehenen Benzinrabatte angemessen gekürzt. In diesem Sinne sind die Zweimonatsprämien also variabel. Die Rabattreduktion wird von den Gesellschaften jeweils nach Fühlungnahme mit den Motorfahrzeug-Clubs festgesetzt. d) Der Versicherungsnehmer kann bestimmen, wann « Der Herr war 50 freundlich, mir zu helfen. » «Und Staniol wird auch weiter helfen! Ich weiss doch, mit wem ich's zu tun habe!... Ich wohnte eine Zeitlang schräg-vis-ä-vis von Ihrer Fabrik. Verflucht habe ich Ihre "Sirene jeden Morgen, kann ich Ihnen sagen! Verflucht!» Er holt"die Brieftasche heraus: « Mit wieviel ist Ihnen gedient? » - « Danke. Ich rufe jetzt die Fabrik an.» « Bei Ihnen arbeiten die Prokuristen noch abends um acht? ... Machen Sie keine Geschichtchen. Ich hab' schon mehr Geld in Ihre Sache hier gesteckt: die Vorschüsse an die beiden Anwälte und meine ganze Existenz! » «Nehmen Sie's, Hans. Nehmen Sie's ruhig! » drängt Gerda. Hans Römer beisst Sich auf die Lippe — die Demütigungen der letzten Stunden — na!... die Zweimonatsperiode beginnen soll. Dabei wird aber ein angefangener Kalendermonat voll gerechnet. II. Benzinrabatt. Um den durch die Rationierung der Brennstoffe geschaffenen besonderen Verhältnissen Rechnung zu tragen, gewähren die Gesellschaften im Sinne einer einmaligen ausserordentlichen Massnahme, die an der vertraglichen Prämie für die folgenden Jahre nichts ändert, auch pro 1941 einen sog. «Benzinrabatt». Dieser wird zunächst unter Zugrundelegung der gegenwärtigen Benzinrationierungskategorien berechnet und beträgt zur Zeit: Rabatt bei Bezahlung der 2-Monats- Jahres- 1. Personenwagen: prämien prämie Kat. A 1—3 20 % 15 % » A 4—5, B 1 30 % 20 % » A 6—7, B 2 40 % 30 % » A 8, B 3, C, D 50 % 40 % 2. Lieferungswagen: C 1 • A 5, B 3, G 2 40% 30% » A 6—7, B 4—5, G 3—4 50 % 40 % Kat. A 1—2 » A 3—4, B 1—2, 20 % 30 % 15 % 20 % 10! 15! 20 1 25 .TH.« 10! 15 ! 20! 7 Vermietwagen an fremde Selbstfahrer — — Elektromobile — — Wenn sich die Versicherungsgesellschaften genötigt sahen, bei der Berechnung jedenfalls der ersten Zweimonatsprämie 1941 auf die gegenwärtige Benzinrationierung abzustellen, dann liegt der Grund hiefür •darin, dass die Vorbereitungsarbeiten für das Prämieninkasso nicht weiter aufgeschoben werden konnten und die genauen Pläne der Behörden für das Jahr 1941 im Zeitpunkt der Beschlussfassung im einzelnen noch nicht bekannt waren. III. Gemeinsame Bestimmungen. 1. Die Rückvergütung bei schadenfreiem Verlauf, wie sie in der Police vorgesehen ist, bleibt aufrecht erhalten. 2. Die Umteilung in eine andere Dringlichkeits- oder Quantitäts-Kategorie, sowie der Umbau oder die Aenderung von Benzin- oder Rohölmotoren auf Ersatztreibstoffe oder elektrischen Antrieb sind der Versicherung ohne Verzug zu melden. Von diesem Zeitpunkt weg gelten alsdann die entsprechenden Rabattsätze. 3. Sollte im Laufe des nächsten Jahres ein neues Benzinzuteilungs-System eingeführt oder die Rationierung aufgehoben Werden, behalten sich die Gesellschaften vor, die vorstehend dargelegten Bestimmungen den neuen Verhältnissen entsprechend anzupassen. Rabatte) ein. Sie betragen für Personenwagen der Kat. C: 10% und D: 20% der pro 1940 bezahlten Prämie. Lieferungswagen der Kat. C: 10 % der pro 1940 bezahlten Prämie. Für die übrigen Fahrzeugarten kommt ein Benzin-Zusatzrabatt wegen des ungünstigen Verlaufs der Versicherungen nicht in Betracht. Voraussetzung für den Betfzin-Zusatzrabätt ist, dass a) die Versicherung -während mindestens 4 Monaten des Versicherungsjahres 1840 in Kraft war, b) die pro 1940 bezahlte Prämie nicht durch Zahlungen oder Rückstellungen für Schäden des gleichen Jahres aufgebraucht ist. Die Versicherungsnehmer, für die nach dem Gesagten ein Benzin-Zusatzrabatt in Betracht kommt, haben, sofern sie auf den Zusatzrabatt glauben Anspruch erheben zu können, den Nachweis ihrer Zugehörigkeit zu einer der anspruchsberechtigten B«nzinzuteilungskategorien nachzuweisen. Der Nachweis hat durch Einsendung der Benzinbezugs-Legitimationskarte oder einer Bescheinigung der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle bsw. des kantonalen Kriegswirtschaftsamtes an die Versicherungsgesellschaft zu erfolgen. Weniger prüfen und „erdauern " — mehr und rascher handeln ! Keine geringere Bedeutung darf der zweite Punkt beanspruchen, auf den wir hinweisen möchten. Unser Land hat bisher die kapitalistische Wirtschaft der Friedenszeit aufrechterhalten, währenddem praktisch sozusagen sämtliche Staaten der Erde diese Auffassung preisgeben mussten und überall das Einzelinteresse vor Er nimmt das Geld aus Staniols Händen. Gerda quittiert unaufgefordert. Hans Römer verbeugt sich steif: «Ich weiss nicht, wie ich mich- Ihnen erkenntlich ...» «Lassen Sie, Herr Römer. Staniol hat's noch immer verstanden, sich für Dienste bezahlt zu machen. Braucht )a nicht mit Geld zu sein... kann eine Empfehlung sein an eine anständige Firma. Die Amüsier-Industrie steht mir sowieso schon bis zum Hals... ! » «Haben Sie einen Arzt zu Vater geholt, Gerda?» unterbricht Hans Römer ungeduldig. «Wann können wir mit ihm nach Hause?» «Er ist schon abgereist... allein, Hans. Ueber Genua!» « In dem Zustand?!... Aber Gerda!...» Staniol greift ein. « Da gibt's kein ,aber Gerda'... Fahren Sie so rasch als möglich, junger Mann!... Vielleicht werden Sie Ihren alten Herrn in AUTOMC"-" PrZVUE DIENSTAG, 10. DEZEMBER r"~ — N° 50 (Schluss von Seite 1.) 3. Motorräder: Kat A 1—2 » A S, B 1 » A 4—5, B 2—3 » A 6, B 4, C. D 4. Händler-u.Versuchsschllder, Taxameter, Krankentransport- und Leichenwagen 20% 15% 5. Gesellschaftswagen, Postautokurse und dergl., Rabatt nur auf die Grundbzw. Minimalprämie 20% 15% 6. Lastwagen und Traktoren mit Benzin- oder Rohölantrieb 10% 10% mit Ersatzbrennstoffantrieb — —• Zusatzrabatt für 1940. Auf der Prämie für das Jahr 1940, die im Hinblick auf die beschränkte Benzinzuteilung um 20% für Personenwagen, Lieferwagen und Motorräder und um 15% für Lastwagen und Traktoren reduziert worden war, räumen die Versicherungsgesellschaften nunmehr für einzelne Fahrzeugkategorien noch zusätzliche Rückvergütungen (Benzinzusatz- demjenigen der Allgemeinheit zurückzutreten hatte. Was uns anbelangt, so sind wir noch weit entfernt vom Verständnis für die Notwendigkeit einer solchen Massnahme. Unentwegt heischt ein jeder für «ich einen Nutzen, wenn er etwas für die Gemeinschaft tun soll. Dabei bilden sich unwahrscheinlich widerspruchsvolle Situationen heraus. Wir haben kein Blech, um Kesselwagen zu bauen, heisst es beispielsweise. Dieweil aber erklären Industrielle, die noch solches Material hesjtzen: « Ich bin bereit, aus meinem Blech Kesselwagen herzustellen, vorausgesetzt, dass ich Benzin für mich einführen darf oder dass man mir wenigstens einen hesorideren persönlichen Vorteil zugesteht. > Heute können wir es uns indessen nicht mehr leisten, Hinz und Kunz ein «Vörtelchen» zuzuschanzen, auf dass er sich dazu herbeilasse, sein Kapital, seine Vorräte oder ändere Güter für die Laadesversorguag bereitzustellen. Man weigert sich, ein Sanatorium schaffen müssen... ich bleibe noch einen Tag hier und vertrete Ihre Interessen. Sonst ziehen sie Ihnen das Fell über die Ohren!... Ich melde mich dann bei Ihnen. Portier!» brüllt er in einem Atem. «Das Gepäck der Herrschaften zum Zuge nach Nizza!» Staniol bringt das junge Paar an den Zug, kauft Zeitungen für Hans Römer, Orangen für Gerda Manz, verstaut selbst das Handgepäck, winkt dem Zug nach. Geht dann zur Bahnpost und gibt ein Telegramm auf nach der Villa Römer: «Römer und Manz eintreffen morgen Nachtexpress. Staniol.» Else Römer liegt auf der Couch und wartet auf Karsten. Er hatte sich für acht zum Essen angesagt, wollte dann nachts mit ihr auf die Bahn fahren, um Gerda und... ja — und wen abzuholen? Warum war das Telegramm so entsetzlich unklar? (Schluss folgt.) zu begreifen, dass alles, was zur Verbesesrung der Rationierung geschieht, vornehmlich auf dem Gebiete der Treibstoffe, schliesslich jedem zugute kommt, ganz besonders den Kreisen von Industrie und Handel,- überhaupt allen, die noch Vorräte besitzen, sich jedoch nicht dazu durchringen können, die andern daran teilhaben zu lassen. Wenn man mit solcher Leichtigkeit Mann und Rcss und Wagen requiriert, weshalb nicht auch ein Gleiches mit jenen Stoffen, die für die Allgemeinheit von Interesse sind? Von allen Seiten hört man sagen, wir hätten Mengen von Zisternenwagen, womit sich die Benzinzufuhr bewerkstelligen Hesse. Warum sie also nicht requirieren und in den Dienst des Landes stellen? dass es doch endlich tage: . Die Zeit ist vorbei, da aus jeder Verhandlung mit dem Staat ein Vorteil herausgeschlagen werden konnte. Allzuhäufig verwechselt man Privatinitiative mit Privatinteresse, man jongliert in gefährlicher Art und Weise mit diesen,beiden durchaus nicht identischen Begriffen. * Um unsere Gedanken noch auf einen anderen Punkt hinzulenken: An der Spitze der verschiedenen Sektionen unserer, Kriegswirtschaft stehen fähige Leute, die z. B. aus der Privatindustrie kommen oder während des- letzten Krieges schon solche Funktionen versahen. Es lässt sich aber nicht leugnen, dass diese Männer, ehrlich bemüht, sich von den Interessen zu lösen, die sie vertreten, bei ihrer Tätigkeit einer andauernden « Bremsung > durch Bgriffe unterliegen, die ihnen tief im Blute stecken. Durch jenen des Gewinns beispielshalber. Gewiss, in normalen Zeiten wäre es ein lächerliches Unterfangen, irgendeinen Zweig fabrikatorischer Tätigkeit aufzunehmen, der nicht von allem Anfang an schon rentierte. Ganz anders im Krieg. Aus der Pflicht heraus, die Landesversorgung mit wichtigen Erzeugnissen um jeden Preis sicherzustellen, erwächst sehr oft die Notwendigkeit, die Rentabilität eines Unternehmens oder den Profit einer geschäftlichen Transaktion hintanzustellen. Selbst unter dem Zwang, ohne Aussicht auf Gewinn zu arbeiten, sollte man nicht immer davor zurücksebeuen. die finanziell vielleicht zwar wenig interessante Herstellung eines Artikels .aufzunehmen, wenn ihm, kriegswirtschaftlich betrachtet, entscheidende Bedeutung beigemessen werden muss. Ja sogar fal's bei einer solchen Operation etwas Kapital draufgehen sollte, so verkörpern die Arbeitsmöglichkeiten, die ein solcher Betrieb für alle jene Industrien und Gewerbe schafft, welche seine Produkte weiter verarbeiten, mehr als eine Entschädigung für allenfalls eingetretene Verluste. Schliesslich noch et"was: Wir lieben es, der Begeisterung Hemmschuhe anzulegen, wir malen gerne jenen, die etwas zu wagen gewillt sind, all die Schwierigkeiten aus, welche ihrer harren, wir verlegen uns dermassen auf die Suche nach dem «Dagegen », dass wir schliesslich das «Dafür» nicht mehr gewahr werden. • Mit einer Treffsicherheit, die uns klein, hfisslich und bescheiden werden lässt, hat kürzlich eine neu in die kriegswirtschaftliche Organisation eingetretene Persönlichkeit den Ausspruch getan, eine jede Sitzung beginne damit, dem Enthusiasmus der Teilnehmer eine kalte Dusche zu verabreichen. Hat man ihnen sodann die Katze den fBuckel hinaufgejagt und zu verstehen gegeben, dass es quasi unmöglich sei, etwas zu machen, dann folgt ein Appell an ihren .. Enthusiasmus, um sie anzuspornen, auf diesem Gebiete doch Vorwärts zu schreiten. ^Natürlich, würde immer und überall das Pro und das Konira bis zur äussersten Grenze gegeneinander abgewogen, dann stände mit hundert zu eins zu weiten, dass überhaupt nichts geschähe. Kriegszeiten aber — das ist unsere Meinung — bieten für solche minutiösen Mediationen keinen Raum; jetzt oder nie ist der Augenblick, die positive Saite der Dinge ins Auge zu fassen und Taten zu vollbringen, selbst um den Preis eines allfälligen bitteren Nachgeschmacks. Vergessen wir eines nicht: Was uns der Krieg an Mitteln und Möglichkeiten noch übriglässt, ist Von solcher Art, dass wir rnit zäher Ausdauer und unbeugsamem Willen eine' Sache zu gutem Ende führen können, die uns in normalen Zeiten keineswegs gelänge. Letzte ITB^Icflungen Die offiziellen Prüfungen von Ersatztreibstoff- Wagen haben begonnen Durch Zirkularschreiben sind die Fabrikanten von Ersatztreibstoff-Anlagen für Motorfahrzeuge nunmehr aufgefordert worden, ilrre zur Vorführung bestimmten Fahrzeuge für die offiziellen Prüfungen bereitzuhalten und gleichzeitig auch ein für eine Fahrt von ca. 1000 km ausreichendes Brennstoffquantum bereitzustellen. Schon Ende der letzten Woche konnten die Fahrprüfungen unter der bewährten Leitung von Herrn Dr Tobler (Empa) aufgenommen werden. Angesichts der zur Organisation verfügbaren, ausserst kurzen Zeitspanne gebührt ihm für. die bis in alle Einzelheiten klappende Organisation der Prüfungen ganz besondere Anerkennung. Obwohl es leider des Drängens der Zeit halber nicht möglich ist, die Fahrten über mehr als 1000 Fahrkilometer auszudehnen, -wird es auf Grund des Prüfprogramms zweifellos gelingen, unfertige Konstruktionen auszuscheiden. -ivr- Neue Geschäftsleitung der Via Vita In seiner Sitzung' vom 6. Dezember 1940 hat der leitende Ausschuss der'Via Vita ausser einer allgemeinen Prüfung der _ gegenwärtigen Lage des Strassenverkehrs und Besprechung der vorzunehmenden Mässnahmen den neu ernannten Sekretär, Herrn Dr. Raaflaub, eingeführt. Dieser hat seine Funktionen am 1. Dezember 1940 angetreten. Herr Dr.'Raaflaub, der bisher die Geschäftsführung des Treuhandverbandes des Autotransportgewerbes (TAG) inne hatte, wurde anlässlich einer Reorganisation der Geschäftsleitung der Via Vita im Hinblick auf die bevorstehende grosse Aufgabe der Neuordnung unserer Verkehrswirtschaft zum neuen Leiter des Sekretariates der Via Vita berufen. Auf Grund einer besonderen Abmachung und der Beitrittserklärung des- TAG in die Via Vita T wird Herr Dr, Raaflaub auch -weiterhin bis zur Abklärung seiner Nachfolge im TAG die wichtigsten Geschäfte des TAG im Zusammenhang mit der Einführung der Auiotransportordnung bearbeiten.

NO 50 DIENSTAG, 10. DEZEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE S"O*>S für das Von einem Mitglied des Zentralvorstandes des Autogewerbeverbandes der Schweiz wurde uns ein Expose zugestellt, das sich eingehend mit der Notlage, in die das schweizerische Automobil- und Autotransportgewerbe durch die Benzinknappheit geraten ist, befasst. Es wird darauf hingewiesen, dass sich bei genügender Vorsorge in der Anlegung von Benzinreserven durch die kriegswirtschaftlichen Organe vor dem Kriege, wozu ausreichend Zeit vorhanden gewesen wäre, heute das Autogewerbe nicht in dieser katastrophalen Lage befände. Daran schliessen sich die Hinweise auf die Erklärungen, die der heutige Chef der Sektion für Kraft und Wärme, Herr Nationalrat Grimm, den Vertretern des Autogewerbes gegeben habe, nämlich, dass er •eine Verantwortung für alle eventuellen Unterlassungen für die Zeit vor Beginn der Mobilmachung im September 1939 ablehne. Das Expose führt jedoch aus, dass die kriegswirtschaftliche Organisation des eidg. Volkswirtschaftsdepartementes schon im Dezember 1938 die Bestimmungen für die kriegswirtschaftliche Lagerhaltung für Benzin erlassen habe. Als Mitverantwortlicher dafür, dass vor dem Kriege .zu kleine Vorräte an Benzin angelegt worden seien, soll Herr ,Dr. Imfeid in Betracht kommen, der zu jener Zeit Chef der eidg. Preiskontrollstelle war und als Fachmann für Benzinfragen des eidg. Volkswirtschaftsdepartementes für die kriegswirtschaftliche Lagerhaltung weitgehende Mitbestimmungsrechte hatte. Ihm wird vorgeworfen, dass er die Erteilung von Kontingenten für die Einfuhr von Benzin durch das Autogewerbe verhindert habe, obwohl dieses sich allen Bestimmungen über die kriegswirtschaftliche Lagerhaltung habe unterziehen wollen und als grösste Verteilerorganisation des Landes von verantwortungsbewussten Organen der Kriegswirtschaft nicht als uninteressant hätte beiseite geschoben werden dürfen. Das Autogewerbe beklagt sich ferner, dass ihm das Kriegssyndikat für den Import flüssiger Brennstoffe «Petrola», zu dessen Direktor Dr. Imfeid im Herbst 1939 ernannt wurde, verschlossen blieb. Damals versicherte der Chef der Sektion für Kraft und Wärme dem Autogewerbe persönlich, dass sich dieses Syndikat nur mit reinen Importfragen zu befassen habe. Inzwischen sind ihm aber nicht nur die zweckmässige Benzinverteilung im Inlande, sondern im Herbst 1940 auch die Uebernahme, Mischung und Verteilung samtlicher durch den Import und das Inland anfallenden Grundstoffe zur Verwendung für flüssige Ersatztreibstoffe übertragen worden, ohne dass man das Autogewerbe zu einer notwendigen und zweckmässigen Mitarbeit zugelassen hätte. Beim Kapitel gelangt der Verfasser des Exposes zu bittern Vorwürfen an die Organe des Kriegswirtschaftsamtes, die sich sagen lassen müssen, dass sie die Frage überhaupt zu spät und mit einer unerträglichen Langsamkeit an die Hand genommen haben. Ausserdem behauptet das Expose^ die kriegswirtschaftlichen Organe hätten, als sie in die Frage der Lösung der Ersatztreibstoffe endlich eingriffen, nichts zu einer positiven Hilfeleistung unternommen, sondern durch Verbotsmassnahmen — unter dem Vorwand, Ordnung zu schaffen, damit der Automobilist nicht zum Opfer einer «wahren» Erfinderinvasion fallen würde — alle bisher geleisteten Beiträge zur Lösung der Ersatztreibstofffrage auf Grund privater Initiative lahmgelegt. Das Autogewerbe ist der Auffassung, der Staat hätte an Stelle seiner Verbote alle bisherigen Leistungen der privaten Initiative, auch die bescheidensten Projekte, belohnen müssen, denn die Kreise des Autogewerbes hätten auf diesem Gebiete viel Geld, Zeit und Arbeit geopfert, nicht um zu Erfinderlorbeeren zu gelangen, sondern um ihren Arbeitern und Angestellten weiterhin eine bescheidene Existenzmöglichkeit zu bieten. Auch hier könne den Behörden der Vorhalt nicht erspart bleiben, sie hätten die beiden zu lösenden Fragen der Produktionssteigerung von Ersatztreibstoffen einerseits und der Organisation der Mangelwirtschaft anderseits verkehrt angefasst, indem sie sich vorerst um die in erster Linie in Frage kommende Produktionssteigerung um jeden Preis nicht kümmerten und an den Anfang ihrer Massnahmen die Organisation der Mangelwirtschaft stellten. So erklärten Vertreter der kriegswirtschaftlichen Organe noch zu Beginn des Herbstes 1940, es könne kein Alkohol importiert werden und die Einfuhr von Holzkohle sei so unsicher, dass vor dem Bau von Holzkohlengeneratoren gewarnt werden müsse. Trotz des bundesrätlichen Zollzuschlages auf Methylalkohol anfangs September dieses Jahres (der inzwischen wieder fallengelassen werden musste) brachte es die Privatinitiative fertig, Methylalkohol zu importieren, wenn auch in für die Gesamtwirtschaft bescheidenen Mengen. Holzkohle wird gegenwärtig in so ansehnlichen Mengen zu Ersatztreibstoffzwecken importiert, dass die Behörden dieser Tage sogar zur Kontingentierung geschritten sind. Das Autogewerbe hat anlässlich einer machtvollen und würdigen Kundgebung am 14. September in Bern auf seine Notlage, in die es unverschuldet geraten ist, aufmerksam gemacht und den Ruf nach Hilfe erhoben. Die Herbstsession der eidg. Räte zeitigte diesbezüglich verschiedene Postulate, die nun in der gegenwärtigen Dezembersession begründet und beantwortet werden sollen. Mit grosser Spannung sieht das Autogewerbe nach Bern. denn es ist wirklich der allerletzte Moment zum Handeln, wenn dieser Wirtschaftszweig vor dem sonst nicht mehr abwendbaren Ruin gerettet werden soll. An der Erhaltung des Autogewerbes aber hat beim heutigen Ausbau unserer Heeresmotorisierung die Armee ein eminentes Interesse, weil es ihr nicht gleichgültig sein könne, ob die Chauffeure, Mechaniker und übrigen Fachspezialisten, welche Autogewerbe Zur Notlage des Autogewerbes in der Schweiz Intensivierung des Ersatztreibstoffproblems ihr das Autogewerbe stellt, in andere Erwerbsbranchen abwandern und ihrer fachmässigen Berufstätigkeit entzogen werden. Wenn die Unternehmungen der Garage-Industrie mit ihren Einrichtungen für Unterhalt, Reparatur und Pflege der Motorfahrzeuge der Armee nicht mehr zur Verfügung stehen könnten, so müssten unsere verantwortlichen Truppenführer Feststellungen machen, die ins Stammbuch all jener gehören, welche glauben, unserem Lande durch eine Scheinsanierung der Bundesbahnen auf den Trümmern des Autogewerbes und der Garage-Industrie zu dienen. das Wenn man es auch vermied, der Verfügung des eidg. Volkswirtschaftsdepartements vom 27. November 1940 über die Einfuhr von Brennholz und Holzkohle eine grössere Publizität zu verleihen — sie gelangte lediglich auf dem Wege über das Handelsamtsblatt zur Kenntnis der Oeffentlichkeit — so hat dieser Erlass dennoch in den Kreisen des schweizerischen Autogewerbes eine unmissverständliche Reaktion ausgelöst. Weil der Ukas nämlich bestimmt, dass vom 1. Dezember 1940 an die Einfuhr von Holz und Holzkohle einer Bewilligung bedarf und dass diese nur dem Schweiz. Brennholz- Syndikat und dessen Mitgliedern erteilt wird. Aus welchen Ständen aber rekrutieren sich besagte Mitglieder? Ausschliesslich aus dem Holzhandel. Auf einen andern Nenner gebracht, bedeutet das nicht mehr und nicht weniger, als dass die Firmen der Autobranche beiseite geschoben werden. Die Einfuhr des Benzinersatzes Holzkohle bleibt daher (und das ist die Quintessenz) dem Holzhandel reserviert, einem Wirtschaftszweig also, der mit der Treibstoffversorgung nichts zu tun hat und, Onier» Kolben tlnd stanniert In (•IbMliifflickii. EUliifz.» tnf ib Wnlua mlnltrt. WmatJIck« Eitütrag dir kr WIM. Jafrran snktlul uinnilnin. XUfe Bald stehe ich vor dem Nichts... Ein geplagter Autogewerbler schreibt uns: Sie haben schon wiederholt auf die schwierige Lage im Autogewerbe hingewiesen, aber es gibt heute noch Leute, die keine Ahnung von der Not und Bedrängnis haben, in welche die Auto-Gewerbetreibenden durch die Treibstoffrationierung geraten sind. Ich bin Garagier seit 1912, also keiner mehr von den Jüngsten, habe schon die Nöte des letzten Weltkrieges in unserer Branche kennengelernt und dazu meine Diensttage gemacht, aber was wir heute durchmachen, übertrifft alles Dagewesene. Ich begreife, dass infolge der misslichen Einfuhrverhältnisse die Rationierungsschraube abermals angezogen werden musste, aber dass man behördlicherseits nicht mehr unternimmt, um die Ersatztreibstoffe zu fördern, verstehe ich nicht. Vollends will es mir nicht in den Kopf hinein, wenn man jetzt noch von Sonntags- und Nachtfahrverbot munkelt. Als ob es nicht gleichgültig fifa das AutoQeiaet&e? fügung des Volkswirtschaftsdepartements erging, am 29. Dezember nämlich, setzte der Bundesrat seine Antwort auf eine Reihe monateweit zurückliegender Eingaben der Strassenverkehrs-Verbände fest. Darin findet sich der Passus, die Umstellung eines Teils der Fahrzeuge auf Ersatztreibstoffe sollte dem Autogewerbe vermehrte Arbeitsgelegenheit, u. a. in Form des Verkaufs von Ersatztreibstoffen verschaffen. Wie sich die Anordnung des Volkswirtschaftsdepartements .damit zusammenreimt, springt in die Augen: sie bewirkt das genaue Gegenteil und schmälert die ohnehin schwer bedrohte Existenzbasis des Autogewerbes noch weiter, eben dadurch, dass es von den Holzkohlenimporten kurzerhand ausgeschaltet wird. Man weiss zwar bei den Behörden um die katastrophale Lage dieser Berufsgruppe, man versprach und versucht auch, ihr unter die Arme zu greifen, ja der Bundesrat verkündet sogar eine allgemeine Hilfsaktion. Indessen scheint das alles nicht zu hindern, dass das Autogewerbe zusehen darf, wie der bescheidene Verdienst aus der Einfuhr und dem Verkauf von Holzkohle zu Treibzwecken in andere Taschen fliesst, dieweil der Benzinverkauf praktisch so gut wie versiegt ist. Und noch eines schliesslich: Auch die Rücksicht auf den Strassenverkehr selbst gebietet es, dass die Abgabe von Holzkohle für Fahrzeugmotoren dem Garagisten usw. zugestanden werde. Der Automobilist will an seiner Fahrroute tanken können. Diese Möglichkeit aber gewährt ihm nur das wohlorganisierte Verteilernetz des Autogewerbes, nicht I dagegen der Holzhandel. auch nach der Auffassung kompetenter Stellen unserer Ersatztreibstoffwirtschaft, nichts damit zu tun haben sollte. Sprechen somit schon Gründe organisatorischer Natur gegen eine derart willkürliche, sachlich ungerechtfertigte Massnahme — man lasse doch die Kirche im Dorf! — so bietet sie darüber hinaus noch andere Aspekte, die dazu angetan sind, böses Blut zu erzeugen und die Wege unserer Kriegswirtschaft in ein sonderbares Licht zu tauchen. Fast genau zur gleichen Zeit, da die erwähnte Verwäre, ob man seine 10 Liter 75räppiges Benzin verfährt, wann man es für zweckmässig erachtet, sei es dann Nacht oder Sonntag. Man könnte bald glauben, man bekäme das Benzin geschenkt und musste weder Versicherung noch Steuern bezählen. Dabei sind unsere Garagennummern um ganze 50 Fränkli ermässigt worden (Kt. Zürich), also müssen wir quasi unser Werkzeug, das für uns unerlässlich ist, mit Fr. 350.— jährlich versteuern. Und dazu kommt noch eine extra hohe Versicherungsgebühr. Mit Bangen frage ich mich, wer nach Neujahr noch fahren wird, wenn es so weiter geht. Ich werde wohl diese Autobesitzer meiner sonst grossen Kundschaft an den Fingern einer Hand abzählen können. Was sollen wir Garagisten noch verdienen, wie sollen wir unsern Verpflichtungen nachkommen können? Zinse und Spesen laufen gleichwohl, die Lebenskosten sind erhöht und es beschleicht einem ein eigentümliches Gefühl, wenn man die Zeitungen zur Hand nimmt und lesen darf, dass den Staatsangestellten usw. Teuerungszulagen gewährt werden müssen. Was geschieht bei uns? Schon seit Jahren haben wir Abbau gehabt und jetzt so gut wie gar keinen Verdienst mehr. Heute stehe ich in einem Alter, wo ich, wenn ich Staatsangestellter wäre, bald pensioniert würde. Kommt nun nicht rasch eine B.esserung oder geschieht etwas für uns, so stehe ich vor dem Ruin. Ich habe meiner Lebtag gearbeitet was ich nur konnte und bin trotz allem in den letzten Jahren nicht mehr vorwärtsgekommen. Weil ich mit den Hypothekarzinsen etwas im Rückstand war, hat mir eine Bank bereits vor einem halben Jahr eine Hypothek gekündigt und mich auch prompt betrieben. Woher soll ich nun bei diesem Geschäftsgang Geld bekommen? Wer wagt Geld zu geben, wo et heisst, der Mann ist kein pünktlicher Zinser? Was ich in früheren guten Jahren erübrigen konnte, habe ich in das Geschäft gesteckt, und wenn mir nicht geholfen wird, stehe ich in meinen alten Tagen vor dem Nichts. Dabei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich mich schon längst bemüht habe, für meine grossen Werkstätten andere einschlägige Arbeit zu beschaffen, bis jetzt ohne Erfolg. Ist es da nicht bitter, wenn man zusehen muss, wie für andere gesorgt wird? Unbefriedigend! Die bundesrätliche Antwort auf die Eingaben der Strassenverkehrsinteressenten. Gegen Ende September wurde an dieser Stelle in einem Artikel «Schweigsame Behörden» dem Befremden, um nicht zu sagen Missbehagen darüber Ausdruck verliehen, dass sich der Bundesrat nicht dazu hatte durchringen können, die damals rund zwei Monate zurückliegenden Eingaben von Strassenverkehrsverbänden, die nach einer Lösung der durch die Benzinrationierung hervorgerufenen Probleme riefen, bis zu jenem Zeitpunkt zu beantworten. Im gleichen Moment unternahm es auch Nationalr-it Vallotton, vor allem im Hinblick auf die katastrophale Entwicklung der Dinge im Autogewerbe, den Bundesrat mit einer in der Volkskammer eingebrachten kleinen Anfrage zum Reden zu bringen. Allein, als wüsste diese nichts davon, dass die Welt in Flammen und uns selbst das Wasser am Halse steht, schlug er bei der Behandlung der Angelegenheit die offenbar geheiligten Wege angestammter amtlicher Prozeduren ein. Die Akten traten ihren Leidensweg zu «einlässlicher Prüfung» durch die zuständigen Departemente an, der schwerfällige Instanzengang feierte seine Orgien. Darob vergingen weitere zwei Monate, bis endlich am 29. November die Antwort auf die vom Sommer datierenden Eingaben bereinigt war und zum Versand gelangen konnte. Die bundesrätliche Antwort in extenso wiederzugeben — sie umfasst 6H Seiten — müssen wir uns versagen, so verlockend die Veröffentlichung dieses Dokumentes auch wäre. Denn sie würde urbi et orbi einen Begriff davon vermitteln, wie leicht man es sich gemacht hat und wie weit die Art und Weise der «Erledigung» der Angelegenheit davon entfernt ist, befriedigen zu können. Nichts einfacher allerdings, als rund vier Monate zuzuwarten, um hernach im Brustton der Ueberzeugung zu erklären: seht, das haben wir getan! In der Hauptsache nämlich beschränkt sich der Bundesrat in seiner Antwort auf eine Aufzählung dessen, was er bisher auf dem Gebiete der Steueranpassung, der Hilfe für das Autogewerbe und der Ersatztreibstoffe unternommen hat, lauter bekannte Dtoge, über deren Wert und Wirksamkeit die Meinungen allerdings weit auseinandergehen. • Als neu kann dabei einzig die Feststellung angesprochen werden, die zuständigen Departemente prüfen gegenwärtig die Durchführung? einer allgemeinen Hilfsaktion für das Autogewerbe, wobei der Bundesrat nichts versäumen werde, um angesichts der schwierigen Lage, in der sich dieser Gewerbezweig befindet, die Grundlage für eine solche Aktion so rasch als möglich zu schaffen. Einmal mehr bleibt der Bundesrat im übrigen taub gegenüber dem Begehren nach einer Herabsetzung der Obersteigerten Treibstoffzölle, mit der Begründung, es komme dem dadurch verursachten Kostenanteil an den Gesamtaufwendungen für den Fahrzeugbetrieb heute weniger denn je eine ausschlaggebend e Bedeutung zu. Ebensowenig könne die Verteuerung der flüssigen Treibstoffe eine Zollermässigung rechtfertigen, denn auch bei andern lebenswichtigen Importgütern sei es «in der Regel» nicht gelungen, der Preissteigerung durch Zollsenkungen zu begegnen. Dazu komme noch die Tatsache, dass auch der Bundesfiskus heute vor einer ausserordentlichen Beanspruchung stehe... Es musste schon mit merkwürdigen Dingen zugehen, wenn eine derart fadenscheinige Antwort, die jedes konstruktive Moment vermissen lässt und in der man vergeblich nach einem Programm Ausschau hält, von den Organisationen des Autoverkehrs und -gewerbes ohne weiteres geschluckt würde. Bereits ist denn auch die Zentralverwaltung des A. C. S. dagegen aufgestanden: in einem Brief an die Mitglieder der eidgenössischen Räte, dem sie ihre Studie «Das Auto, der unentbehrliche Helfer im wirtschaftlichen Wiederaufbau» beilegte, betont sie, dass der Benzinpreis gegenwärtig richtigerweise 52,8 und nicht 75 Rappen betragen sollte und dass es möglich gewesen sei, die Einfuhrzölle für Schweinefleisch von 50.— auf 10.— Fr. je Einheit herabzusetzen. Auch in der Via Vita gab die dürftige Antwort der Landesregierung Anlass zu einer Aussprache.