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E_1948_Zeitung_Nr.002

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AI bdLä UE Di«. Adminisfratioaü Nr. $ - BERN, Mittwoch, 14. Januar 1948 44. Jahrgang Nummer: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen scbweii: ABON N EM ENTS-PREISE: halbjährlich Fr. 6.30 fährlieh Fr.12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION s Breitenrainsir. 97. Bern Telephon (031) 2 82 22 - Poetcheck III414 - Telegramm-Adresse: Anlorevae, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenslrasse 51, Zürich 23 t Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achtgeepaltene 2 mm hohe Grnndzeile oder deren Raum 60 Rp. Grösaere Inserate nach SpczialUrif Ineeratenschlnss Freitag 12 00 Uhr Die Aufgaben der Medizin bei der Verhütung von Verkehrsunfällen Die Umstellung der Hudson-Werke anf ihr neues Modell Von Prof. Dr. Fritz Schwarz, Direktor des gerichtsärztlichen Instituts der Universität Zürich 1 Vorbemerkung der Redaktion: Die nach- ihre Fahrtüchtigkeit auftauchen, jederzeit zu einer stehenden Darlegungen stellen einen Auszug neuen technischen Prüfung und damit auch zu aus einer ebenso aktuellen als aukcMussreichen Abhandlung dar, welche der Direk- einer ärztlichen Begutachtung verpflichtet werden (Art. 9 MFG, Ziffer 5 und Art. 13 MFG,-Ziffer 2). tor des gerichtlich-medizinischen Institutes der Universität Zürich, Prof. Dr. F. Schwarz, Unter gewissen Voraussetzungen wird derärztliche Begutachter eine vernünftige Lösung": nicht über das im Titel umschriebene Thema kürzlich in den « Medizinischen Monatsheften > in der Ablehnung, sondern in der Erteilung-einer veröffentlicht hat. be schränkten Fahrb e willigung '. erblicken, d. h. in der Bewilligung für eine bestimmte Kategorie und für ein bestimmtes, den besondern Umständen entsprechendes bzw. angepasstes Fahrzeug, in der Regel ein Kleinfahrzeug. Man kann auf diesem Wege den Teilinvaliden weitgehend entgegenkommen. t\, 7 " Die Nachkriegszeit brachte uns die erwartete Zunahme des motorisierten Strassenverkehrs. Die Zahl der Fahrzeuge hat sich sprunghaft vermehrt, während der Zustand der Strassen annähernd gleich blieb. Zwangsläufige Folge dieser noch nicht abgeschlosseaen Entwicklung ist ein Anwachsen der Verkehrsunfälle. In noch grösserem Umfang haben sich jene Ereignisse vermehrt, die lediglich als Gefährdung der Verkehrssicherheit zu werten sind wie z. B. das Fahren mit inadäquater Geschwindigkeit, die Missachtung des Vortrittsrechtes etc. Die Notwendigkeit prophylaktischer Massnahmen ist unbestritten und wird von -allen Schichten ^unseres Volkes-als dringlich empfunden. Uebcr das« Wie > wird viel diskutiert und im Grunde genommen wenig, entschieden. Unsere Zeit sucht ihr Heil allzusehr in technischen Einrichtungen und Fortschritten: und viel zu wenig in der Erziehung des Einzelnen zur persönlichen Verantwortung. Das gilt auch im Strasse'ftVerkehr. Die Frage: Kann die Medizin etwas zur Prophylaxe des Verkehrsunfalles tun? scheint uns deshalb gerade heute, wo sich alle Kräfte zur Verbesserung der Strassendisziplin vereinigen, besonders aktuell. Grundsätzlich ist sie zu bejahen. Ein erster Weg, der oft empfohlen wird, besteht in der Analyse der Unfallsituationen nach medizinischen und psychologischen Gesichtspunkten und in der sich daraus ergebenden Aufklärung sämtlicher Verkehrsteilnehmer. Diese Methode dürfte jedoch ausschliesslich in der Hand des Veir kehrsfachmännes brauchbare Resultate erzielen; nur er verfügt über ein weitschichtiges Erfahrunjjsmaterial. Ein zweiter Weg ist viel bedeutungsvoller, nämlich die ärztliche Untersuchung und Begutachtung körperlich oder geistig nicht vollwertiger Motorfahrzeugführer. Dadurch gelingt es tatsächlich, eine Reihe ungeeigneter Bewerber bzw. Fahrer zeitweise oder dauernd auszumerzen. Das MFG vom 15. März 1932 und die Vollziehungsverordnung enthalten die Grundlagen und zeigen den Weg für das Vorgehen. Es sei insbesondere auf Art. 9 MFG verwiesen, der in Ziffer 2 lautet: Der Führerausweis darf nicht erteilt werden an Personen: die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben; die nicht urteilsfähig oder durch körperliches oder geistiges Gebrechen an der sichern Führung des Fahrzeugs behindert sind; die dem Tranke ergeben sind; die aus andern, durch die Bewilligungsbehörde zu, überprüfenden Gründen nicht geeignet er- '.. scheinen. Art.33VV bestimmt in Ziffer 2: Wenn Zweifel über die körperliche oder geistige Eignung bestehen, ist der Bewerber zur Untersuchung an einen von der Behörde zu bestimmenden Arzt zu weisen; die Behörde kann auch eine psychotechnische Prüfung anordnen. Bewerber, die das 65. Altersjahr über> schritten haben, müssen sich stets einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Ueber die Vornahme der ärztlichen Untersuchung wird das Justiz- und Polizeidepartement nach Fühlungnahme mit der Verbindung deV Schweizer Aerzte besondere Weisungen erteilen. Das Gesetz sieht in einer Reihe von Fällen die vertrauensärztliche Untersuchung des Bewerbers vor; auch Personen, die bereits im Besitz der Fahrbewilligung sind, können, sofern Bedenken über Die Verweigerung der Führerbewilligung aus ärztlichen Gründen erfolgt relativ:selten. Jene Exploranden, die auf Grund der medizinischen Begutachtung zugelassen werden, geben nach unserer Erfahrung keine .Veranlassung .zu vermehrtem behördlichen Efaischirejte»:- Trotzdem durch die -Begutachtungstätigkelf der Verirauensarztt^ur: ein verschwindend kleiner*-Prozentsatz von Bewerbern bzw. Fahrern vom Verkehr ferngehalten 1 ; werden kann, scheint uns diese Funktion der Medizin int Dienste der Prophylaxe notwendig und-. wertvoll. Auf einem drit ten-W e g leistet, die Medizin einen noch bedeutungsvolleren Beitrag zur Lösung des Problems, nämlich in der ' ; Diagnose der Alkoholwirkung bei den verschiedenen Verkehrsteilnehmern durch die klinische Untersuchung auf alkoholbedingte Störungen bzw. in der Durchführung der Alkoholbestimmuhg. Sich über die Rolle des Alkohok als Verursacher von Verkehrsunfällen ein zuverlässiges Bild zu machen, ist recht schwer; noch schwieriger, ja fast unmöglich, ist es, anzügeben, wie häufig,übermässiger Alkoholgenuss eine konkrete Gefährdung der Verkehrssicherheit herbeiführt. Wie der Arbeit Von juristischer Seite wird uns geschrieben: Die Tagespresse berichtete jüngst über eine Gerichtsverhandlung gegen einen 27jährigen Schriftsetzer aus Wädenswil, der in der Nacht ein fremdes 4plätziges Auto aus der Garage entwendet, sechs Freunde aus einer Kneipe abgeholt und mit diesen zusammen eine Strolchenfahrt unternommen hatte, die etwa von 2 Uhr nachts bis zum nächsten Mittag dauerte. Der Schriftsetzer wurde hierfür zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die sechs Mitfahrer gingen straffrei aus. Sie konnten überhaupt nicht angeklagt werden; denn Art, 62 des MFG bedroht nur den mit Strafe, der das Motorfahrzeug zur Schwarzfahrt in Besitz nimmt oder, wie das Gesetz sich wenig glücklich ausdrückt, Eine Lücke im MFG «ein Motorfahrzeug rechtswidrig zum Gebrauch aneignet, ohne dass der Tatbestand des Diebstahls erfüllt ist ». Von « aneignen » kann korrekterweise nicht gesprochen Werden, weil der Schwarzfahrer in der Regel den Willen hat, das Auto zurückzugeben oder es mindestens so zurückzulassen, dass es wieder in die Hände des Eigentümers gelangen kann. Es liegt furtum usus, d. h. Gebrauchsdiebstahl vor. Der Wortlaut des Art. 62 MFG bedroht merkwürdigerweise den schlimmeren Teil der Tat, nämlich das unerlaubte Fahren nicht mit Strafe, sondern nur die rechtswidrige Inbesitznahme. Diese Knappheit des Gesetzes führt zu zwei unbefriedigenden Konsequenzen Einmal wird auch der bestraft, der das fremde Auto aus der Garage nimmt mit dem Willen zu fahren, nachher aber nicht fährt, und zweitens bleiben die Mitfahrenden straflos. Die allein mit Strafe bedrohte rechtswidrige Inbesitznahme war nämlich bereits vollendet, als die Mitfahrer vom Täter zur Fahrt eingeladen wurden Es ist aber aus folgenden Gründen durchaus ¥üV die Entwicklung der neuen, In der letzten Nummer, ausführlich beschriebenen Hudson-Modelle und die Vorberelhmo *r fro Produktion odgfction hat das Herstellerwerk k die Summe von 16 Millionen. M $ investiert. Dieses Bild zeigt einen-der zahlreichen Auto- des neuen Sechszylindermotors bestimmt Ist. Es führt gleich- zeitig i 17 verschiedene Operationen an aehl acht Zylinderblöcken aus, die durch hydraulische Vorrichtungen In die B Bearbei- tungsstellung gebracht werden.. Für die Bedienung des links gezeigten Schaltbrettes genügt ein ma ,._ten; len, «in Mehrfach-Zylinderbohrwerk, k. , das für .. die Fabrikation Mann. von Solomon zu entnehmen ist, deren, Zahlen ohne Zweifel ein viel zu günstiges Bild vom tatsächlichen Geschehen.geben, wurde 1934 und 1935 bei den je ca. 20 000 Verkehrsunfällen mit je ungefähr 12200 Verunfallten, und 600 Todesfällen Angetrunkenheit beim F a h r e r (also nicht nur beim Motorfahrzeugfahrer) als Unfallursache festgestellt: 1934 in 480 Fällen oder bei 2,9 % der Fahrer, 1935 in 420 Fällen oder bei 2,7 % der Fahrer. Die tatsprechenden Zahlen für die F u s s - g änger sind: 1934 in 77 Fällen oder bei 4,6 % der Fussgänger, 1935 in 68 Fallen oder bei 4,6% der Fussgänger. wünschenswert, dass auch die Mitfahrenden bestraft werden können: Einmal wissen diese in der Regel, dass es sich um eine Schwarzfahrt handelt; denn es sind die Liebste oder die Freunde des Täters, und es ist ihnen bekannt, dass dieser kein Auto besitzt und auch keim Freunde hat, die ihm ein solches, borgen könnten. Sie sind sich auch im klaren darüber, dass der ihnen unbekannte Eigentümer des Autos ihnen diese Fahrt nicht erlau* ben würde. Es ist darum nicht einzusehen, warum sie für diese rechtswidrige Benutzung einer fremden, wertvollen, und durch diese Benutzung gefährdeten Sache nicht bestraft werden sollen. Zweitens würden so und so viele Strolchenfahrten unterbleiben, wenn die Mitfahrer wüssten, dass sie Bestrafung zu gewärtigen haben. Erfahrungsgemäss macht es dem Schwarzfahrer keinen Späss, allein zu fahren; er will sich als grosser Mann aufspielen, der Freunde oder Mädchen spazieren fährt. Weigerten sich diese mitzufahren, und oft genug täten sie das doch, wenn sie wüssten, dass sie sich strafbar machen, so würde auch der Autoentwender oft auf die Fahrt verzichten. Betrachten wir noch einmal den Fall, der die Anregung zu diesen Ausführungen gegeben hat, so ist es doch für das Rechtsgefühl ein unbefriedigendes Ergebnis, dass sechs Lümmel, welche ein fremdes Auto .zehn Stunden lang benützt und die bei unvernünftigem Rasen die Fussgänger gefährdet haben, unbestraft bleiben. Es gibt ein gutes, altes Rechtssprichwort, das sagt: «Mitgegangen, mitgehangen! » Der Art. 62 MFG sollte daher m.E. durch einen weiteren Absatz des Inhalts ergänzt werden:« Wer sich an einer Schwarzfahrt beteiligt, wissend oder vermutend, dass es sich um eipe solche Fahrt handelt, wird nach dem Maßstab der Abs. 1 und 2, jedoch milder als der Haupttäter, bestraft.» Auf die Gesamtheit der Unfallursachen ergeben sich für die Angetrunkenheit folgende Prozentsätze: 1934 2,6%; 1935 2,4%. 1934-wurden .bei den durch angetrunkene Fahrer verursachten Unfällen 334 Personen verletzt und 16 getötet; für das Jahr 1935 betragen die Zahlen 271 und 16. Bei den durch angetrunkene Fussgänger verursachten Unfälle betragen die Zahlen für 1934 76 bzw. 11, für 1935 59 bzw. 14. Ein etwas düsteres Bild ersteht aus den Zahlen der am. Zürcher Institut vorgenommenen Alkoholanalysen. Selbstverständlich erfordert der moderne Verkehr von jedem Partner vernünftiges Verhalten; auch der- alkoholisierte Fussgänger ist gefährdet und wirkt gefährdend. Die Massnahmen zur Verhütung des Verkehrsunfalles haben sich deshalb grundsätzlich auf alle Strassenbenützer, nicht nur auf die Motorfahrzeugführer, auszudehnen. Da jedoch der moderne Verkehr an die körperliche und. geistige Integrität des Motorfahrzeugführers die höchsten Ansprüche stellt und da der- letztere am häufigsten zum Verursacher von Verkehrs* Unfällen und Gefährdungen wird, sei im folgenden von ihm allein die Rede. MFG und Angetrunkenheit. Mehrere Gesetzesbestimmungen befassen sich mit dem angetrunkenen Motorfahrzeugführer, darunter namentlich: Art. 13 MFG, Ziffer 2: «... Der Führerausweis kann zeitweilig oder dauernd entzogen Staatsrechtlicher Rekurs gegen die Steuererhöhimg in Baselland , Sportnachrichten Die autotechnischen Lehranstalten der deutschen Ostzone Wird Frankreich ein Exportland für Benzin ? Die amerikanische Autoindustrie 1947 Umleitung oder Durchfahrt? Der Ford.Canada.Militärschlepper Unterhalt und Betriebskosten