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E_1948_Zeitung_Nr.004

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Mäj Die Administration! mg Nr. 4 - BERN, Mittwoch, 28. Januar 1948 44. Jahrgang Nummer: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Schweiz: ABONNEMENTS-PREISE: halbjährlich Fr. 6.30 jahrlich Fr. 12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION: Breitenrafnstr. 97, Bern Telephon (031) 2 82 22 - Poatcheck III41J - Telegramm-Adresae: Anlorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Zürich 23, Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 nun hohe Grnndzeile oder deren Rsni» 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlnss Freitag 12 00 Uhr 1947 ein Rekordjahr der Autoeinfuhr der Schweiz 27000 Wagen im Wert von über 171 Millionen Franken verzollt Der Frazer-Nash-Sportzweisitzer Durch ein ungewöhnlich hohes Dezemberresultat war 1946 das bisherige Maximum der Automabileinfuhr, das seit 1927 mit 11 360 Wagen zu Buche stand, sozusagen noch im letzten Moment auJ 11433 Einheiten gesteigert worden, 60 dass also ein neuer Rekord die Nachkriegsperiode des Motorfahrzeug-Aussenhandels eröffnete. Schon nach wenigen Monaten des vergangenen Jahres stand indessen fest, dass der während des Krieges aufgestaute Nachholbedarf sowohl hinsichtlich der Stückzahl wie des Wertbetrages zu Importziffern führen werde, die als wohl einmalige Erscheinung sämtliche früheren Daten weit hinter 6ich lassen. Unter solchen Uniständen blieb das merklich abgeschwächte Fazit des Dezembers 1947 ohne grösseren Einfluss. Im letzten Monat des Jahres sanken unsere Bezüge auf unter 2000 Stück, und zwar verzeichneten namentlich die beiden unteren Gewichtsklassen beträchtliche Rückgänge. Davon wurde in erster Linie Frankreich betroffen, das sogar seinen angestammten dritten Rang an Italien abtreten musste. Dagegen erreichte die Einfuhr von «Amerikanern » ein neues Monatsmaximum. Zusammen 1986 • Inkl. Ersatz- und Einzelteile. Nachdem bereits in den ersten sechs Monaten sämtliche früheren Jahresresultate überflügelt worden waren; stand mindestens eine Verdoppelung der Einfuhr in Aussicht. Die Zunahme fiel indessen noch grösser aus, weil allein im zweiten Halbjahr rund 14 000 Wagen zur Verzollung gelangten. Während im Durchschnitt der Jahre 1930/39 jährlich knapp 10 000 Automobile hereingekommen sind, hat eich der Import 1947 fast verdreifacht, denn die Oberzolldirektion meldet das Eintreffen von 27 006 Fahrzeugen im Wert von 171,4 Mill. Fr. Die Aufteilung des Jahrestotals nach den vier Zollpositionen ergibt: Bis 800 kg 800—1200 kg 1200—1600 kg über 1600 kg Importe im Dezember: land Stück Wert in Fr. • USA 1085 816? 243 Grossbritannien 528 8 383 044 Italien 190 1 521 885 Frankreich 164 929 831 Tschechoslowakei 10 62 096 Deutschland 9 80120 8246 8992 6274 3494 Gewicht in Zentner 61 939 90 888 91 967 103 535 14 2S3 776 Jahresimport nahezu verdreifacht Stück Wert in Fr. 33 443 343 50 075 087 44 487 265 43 438 158 27 006 171 443 853 Rein quantitativ setzten sich somit die Automobilimporte zu nahezu zwei Drittel aus leichteren Modellen und zu einem Drittel aus schweren Typen und Camions zusammen. Für die Wagen mit weniger als 1200 kg Gewicht ist aber nicht einmal die Hälfte de6 ganzen Einfuhrwertes transferiert worden; die «gewichtigeren > Fahrzeuge kosteten mehr. Gegenüber 1946 ist sodann festzustellen, dass sich die Importe in den oberen Gewichtsklassen relativ stärker vermehrt haben als in den Gruppen bis 1200 kg. Diese Erscheinung erklärt 6ich daraus, dass unter den drei Hauptlieferanten die USA ihre Lieferungen verhältnismässig am stärksten zu steigern vermochten, was insofern normal ist, als dei amerikanische Export vorletztes Jahr durch die häufigen Streiks wiederholt behindert gewesen war. Die Vereinigten Staaten haben ihre führende Position auf dem schweizerischen Markt, die sie seit dem Ende des ersten Weltkrieges eingenommen, konsolidiert, wobei allerdings der Abstand zu andern Bezugsländern nicht mehr so gros6 ist wie in den drei6siger Jahren. Zur Kopfgruppe gehört jetzt auch Grossbritannien, das im zweiten Semester Frankreich auf den dritten Platz verwies. Seit 1946 holte ferner unser südliches Nachbarland ganz beträchtlich Terrain auf, hat es doch seine Stückzahlen um fast da« Zwölffache vermehrt. Land Stück Wert in Fr. • USA. 9528 69 613160 Grossbritannien 8257 48 510 330 Frankreich 6806 36 968 879 Italien 1835 11658119 Tschechoslowakei 433 2 916 155 Deutschland 111 965 805 Oesterreich 14 Verschiedene 22 Zusammen 27 006 • Inkl. Ersatz- und Einzelteile. Umschichtung unter den Importländern Immer deutlicher zeigt es sich, dass bei unseren Autokonsumenten England das Erbe der einstigen deutschen Industrie angetreten hat. Um diese Verschiebung richtig würdigen zu können, muss man sich in Erinnerung rufen, dass die britische Industrie im Zeitraum 1920—1939, also in zwanzig Jahren, nur 7881 Automobile in der Schweiz verkauft hatte. Nun sind in einem einzigen Jahr 400 Stück mehr abgesetzt worden. Frankreich hat seinen 1926 mit 3742 Wagen aufgestellten Jahresrekord um gut 3000 Stück oder 80 % übertroffen, und die von den USA früher gelieferte Höchstmenge, 6994 Wagen im Jahre 1929, erfuhr eine Steigerung um 2500 Fahrzeuge oder 35 %.' Anderseits blieb Italien hinr ter seinem besten Exportjahr 1926 noch mit 265^ Wagen zurück. Wenn auch die Tschechoslowakei mengenmäßig mit nicht sehr bedeutenden Anteilen vertreten ist, so sei doch darauf aufmerksam gemacht, dass sie im Jahre 1947 hundert Wagen mehr nach der Schweiz verkaufte als im Zeitraum 1930 bis 1939. Hatten vor dem Kriege vorwiegend vier Länder, darunter drei Nachbarstaaten, die Schweiz mit Personenwagen versorgt, so ist nun wegen des Ausfalls der deutschen Produktion eine ausgeprägte Konzentration auf drei westliche Herkunftsgebiete (USA, Grossbritannien und Frankreich) eingetreten, die zusammen über neun Zehntel unseres gestiegenen Bedarfes deckten. Aus der prozentualen Aufteilung der Importe gehen die Umlagerungen klar hervor: Durchschnitt USA Frankr. Deutschi. Italien England 1920—1939 39,6% 20,9% 16,8% 16,1% 4,5% 1947 35,6% 25,2% 0,4% 6,8% 30,6% Bei Berechnung nach dem Wert verschiebt sich das Bild etwa*, denn nach diesem Kriterium entfielen genau 40 % unserer Käufe auf die USA, an England gingen 28,5% und an Frankreich 21,5%. Für den Februar 1948 ist eine Vollversammlung des « Comite des transports interieurs » der « Commission economique pour l'Europe » der UNO vorgesehen. Sie wird vor allem Kenntnis nehmen von den Ergebnissen der Beratungen der zahlreichen Arbeitsgruppen, die auf dem Gebiet des Eisenbahnwesens, der Binnenschiffahrt und des Strassenverkehrs eingesetzt wurden und sich über den Gang der weiteren Arbeiten schlüssig werden müssen. Wir können hier nur eine Uebereicht über die den Strassenverkehr Fragen vermitteln. interessierenden Bereits wurde an dieser Stelle über die Resultate der Beratungen jener Arbeitsgruppe berichtet, die sich mit den kurzfristigen Fragen zu befassen hat. Eine erste Session fand in der ersten Dezemberwoche 1947 statt; in einer zweiten, kurzen Sitzung am 9. Januar 1948 wurde versucht, das im Vormonat Erreichte zu vertiefen und auszubauen. Im Prinzip hatte sich diese Gruppe auf eine Vereinbarung geeinigt, wonach vorläufig für das erste Halbjahr 1948 den Straßentransporten Transitfreiheit gewährt wird und auch der Verkehr von Land zu Land sich möglichst ungehindert abwickeln solle. Unter den Staaten, die sich für liberalste Verkehrsabwicklung einsetzten, befindet sich auch die Schweiz, die hiefür soeben einen praktischen Beweis erbracht hat mit dem Bundesratsbeschluss über die Zulassung von bis zu 2,40 m Eine Seitenansicht des schnellsten englischen Sportwagens, einer Weiterentwicklung des BMW-328-Zweiliters. Als offener Sportwagen ist er für die Teilnahme an Rennveranstaltungen der internationalen Sportkategorie geeignet und könnte auch an den Rennen nach der zweiten Formel (500 cm' mit. 2 Liter ohne Kompressor) starten. Weitere Bilder dieses Wagens auf Seite 15 dieser Nummer. (Bild «The Autocar>) Als zu Zwecken der Arbeitsbeschaffung Mitte der dreissiger Jahre die Inlandmontage aufgenommen wurde, erstreckte sie sich bald auf zwei amerikanische Konzerne und den Zusammenbau deutscher Wagen. Vorläufig hat aber erst das der General Motors gehörende Montagewerk in Biel seinen Betrieb wieder aufgenommen, das nach Angaben der Aussenhandelsstatistik letztes Jahr total 1860 Wagen zusammensetzte. Darunter befanden sich 468 Modelle der Gewichtsklasse 800 bis 1200 kg aus einer englischen Filialfabrik, 1030 Amerikaner in der Gruppe 1200—1600 kg und 362 überseeische Vehikel mit mehr als 1600 kg. Fortschreiteade Verteuerung Mehr als proportional zur Zunahme der Stückzahlen stieg die Kurve des Einfuhrwertes nach oben, liegt er doch um annähernd 100 Mill. Fr. über dem Höchstbetrag, der 1926 74,8 Mill. Fr. erreichte. Dabei muss man sich* allerdings vor Augen halten, dass sich auch 1947 die Preisspirale weiter gedreht hat. Einigermaseen zuverlässige Beobachtungen lassen sich durch die Ermittlung der Preise pro Kilogramm Leergewicht gewinnen. Die Anwendung dieser einfachen, aber aufschlußreichen Methode muss sich indessen auf die ersten drei Tarifpositionen beschränken, weil in der Kategorie über 1600 kg auch die Ersatz- und Einzelteile erfasst werden. 1938 1946 1947 bis 800 kg 2.7 Fr./kg 4.8 Fr./kg 5,4 Fr./kg 800—1200 kg 2,9 Fr./kg 3,8 Fr./kg 5,5 Fr./kg 1200—1600 kg 2,8 Fr./kg 4.8 Fr./kg 4.9 Fr./kg Nimmt man den Stand von 1938 als Basis, so resultiert bei den kleineren Typen eine Verteuerung um ziemlich genau das Doppelte, und in der mittleren Gewichtsklasse beträgt sie 75 %. Diese Werte liegen höher als 1946; wo allerdings die Im- Aus der Europäischen Transportkommission Aufgaben der Arbeitsgruppe für kurzfristige Fragen. breiten Lastwagen auf allen wichtigen Durchgangsstrassen, In der Januarkonferenz wurde beschlossen, bei allen europäischen Staaten eine Erhebung durchzuführen, um festzustellen, welche Formalitäten in jedem Falle für den Grenzübertritt und Transit verlangt werden. Dem Sekretariat der Wirtschaftskommission in Genf sind diese Angaben bis 1. März 1948 einzureichen; es wird sie in einem Bericht zu Händen der mitwirkenden Staaten verarbeiten, der Gegenstand weiterer Unterhandlungen dieser Arbeitsgruppe im nächsten Frühjahr bilden wird. Auf der Grundlage eines solchen Dokumentes werden wahrscheinlich in der Folge zusätzliche Erleichterungen und Vereinheitlichungen erzielt werden können. Diese Gruppe hat auch einen Entwurf für die Regelung der Transporte durch-und nach der Bizone in Deutschland verabschiedet, der mit dem 1. Februar 1948 in Kraft tritt. Er bringt wesentliche Erleichterungen nicht nur hinsichtlich der dabei zu beachtenden Formalitäten, sondern auch für die Beschaffung von Treibstoffen, Schmieröl. Reparaturdienst etc. Endgültig wurde auch die Liste der Durchgangsstrassen bereiftigt, die in der britisch-amerikanischen Zone dem internationalen Strassenverkehr geöffnet und im Prinzip von ausländischen Lastwagentransporten auch einzuhalten sind. (Schluss auf Seite 2) porte von gebrauchten Armeefahrzeugen und Jeeps teilweise einige Schwankungen verursacht hatten. Bei der Beurteilung der Preisentwicklung gilt es gerechterweise aber auch den auf den technischen Fortschritten beruhenden qualitativen Verbesserungen angemessen Rechnung zu tragen. Der Bundesfiskus als grosser Nutzniesser Eine derartige Hausse im Autohandel, wie sie das Jahr 1947 auszeichnete, kann kaum lange fortdauern. Mit der Sättigung des Marktes dürften sich die Einfuhren auf einem etwas tieferen Niveau stabilisieren, das aber vermutlich doch über dem Mittel der Vorkriegszeit liegen wird. Inzwischen hat natürlich auch der Fiskus von diesen gewaltig erhöhten Umsätzen profitiert: der gesamte Zollerlös, den im verflossenen Jahr der Motorfahrzeugverkehr abgeworfen hat, dürfte den Rekordbetrag von 110 Mill. Fr. übersteigen, wohlverstanden der Zoll allein!' In erster Linie erbrachten die Zölle auf Fahrzeugen (Automobile und Motorräder) mit 47—48 Mill. Fr., voraussichtlich also 25 Mill. Fr. mehr als im besten Jahre 1929 mit 21,8 Mill. Fr. Und aus. der Belastung der Treibstoffe sind schätzungsweise 62 Mill. Fr. in die Bundeskasse geflossen, nämlich ca. 53 Mill. Fr. aus dem Benzinzoll und 9 Mill. Fr. aus dem Dieselölzoll. Dazu kommen noch die Warenumsatzsteuer und die zollstatistischen Gebühren. Der motorisierte Strassenverkehr dürfte somit ein gutes Viertel sämtlicher Zölle aufgebracht haben und ist damit unzweifelhaft berechtigt, sein Begehren um vermehrte Verwendung der Fiskalerträgnisse für Strassenbauzwecke zu erneuern. Die Automobilausfuhr 1947 Genau genommen liest sich die Ausfuhr von. Motorwagen lediglich nach den Stückzahlen exakt erfassen, während der Ertrag die Resultante einer Sammelposition ist, die neben Fahrzeugen zum überwiegenden Teil den Versand von Einzelteilen und Halbfabrikaten umfasst. Im Hinblick darauf, dass die bestehenden Werke zur Deckung des Inlandbedarfs noch für einige Zeit genügend ArbtSt haben, besteht für sie kaum eine Notwendigkeit, das Auslandsgeschäft zu forcieren. Mengenmässig hat denn auch die letztjährige Ausfuhr von 73 Nutzfahrzeugen den Vorkriegsstand nicht überschritten, und es ist leicht einzusehen, dass dieser Sektor auf das finan- Die korrekte Benützung der Fahrbahn Sportnachrichten Der internationale Autotourismus der Schweiz im Jahre 1947 Belgischer Autoimport 1947 Aussichten für die US-Automobilindustrie Tatra «87 »-Prüfbericht Hillman Minx 1948 Der Frazer-Nash-Sportwagen