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E_1940_Zeitung_Nr.052

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II AUTOMOBIL-REVUE

II AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 24. DEZEMBER 19-W — N° 52 Eine Anekdote, mitgeteilt von Hans Immer wenn in Freundeskreis, in Gesellschaft oder am Wirtshaustisch das Gespräch auf die Astrologie gelenkt wird, und der eine oder andere auf nichts so hoch schwört wie auf die Richtigkeit seines Horoskopes, indessen andere den Wahrheitsgehalt einer solchen Seelen- und Schicksalsdiagnose bezweifeln, muss ich an die Geschichte von Casanova denken. Und wenn dann alle ins Feuer der Diskussion geraten sind, lege ich los: «Da wir gerade von Astrologie reden, so möchte ich Ihnen die Geschichte von Casanova bei seinem Aufenthalt in Grenoble erzählen. Der grosse Don Juan lernte da eine Familie Morin kennen. Der Chef dieser Familie war Jurist und hatfe eine Nichte, das hübsche Fräulein Roman, das Casanova ausnehmend gut gefiel. Sie war jedoch so sittsam und moralisch erzogen, dass Casanova bald einsehen musste, er könne da mit seinen erprobten Verführungskünsten nichts ausrichten. Bei der Unterhaltung mit der geschwätzigen Tante, die das Kind wie ein alter Drache bewachte und niemand in Fräulein Romans Nähe kommen liess, hatte Casanova Gelegenheit, in die Papiere der Umworbenen Einsicht zu nehmen. Flugs notierte er sich die Geburtsstunde und lenkte bei anderer Gelegenheit das Gespräch aufs Horoskopstellen. Schliesslich erbot er sich, den Damen das Horoskop zu stellen, was mit freudiger Zustimmung aufgenommen wurde. Nun begann er an Hand einer astronomischen Zahlentabelle und eines alten Schmöckers das Horoskop für Fräulein Roman zu stellen, um ihr folgendes zu eröffnen: sie werde in Paris ihr Glück machen, sie werde die Geliebte Ludwigs XV.,-aber der König müsse sie kennen lernen, bevor sie das 18. Lebensjahr erreicht habe, sonst werde das Schicksal eine andere Wendung, nehmen. Um seinen Prophezeiungen den Anschein der Wahrheit zu geben, streute er noch allerhand Begebenheiten aus dem bisherigen Leben der jungen Dame ein, Dinge, die er so bei gelegentlichen Gesprächen der Tante aufgeschnappt hatte.» Wenn ich bis hierher erzählt habe, so räuspern sich die Astrologen stets, für sie ist das Stichwort Der Bonifacio-Express rast mit der Stundengeschwindigkeit von 23 Kilometer durch das südliche Korsika. Seine zwei mittelalterlichen Waggons werden von einer Liliputlokomotive gezogen, die fortwährend angehalten und geölt werden muss, um die Strecke zu bewältigen. Wenn der Bonifacio-Express um zehn Uhr früh in Ajaccio wegfährt, weiss man niemals, ob er am Abend dieses Tages wohlbehalten in Bonifacio ankommen wird. Vor diesem Zug wird man gewarnt. Von den Freunden in Marseille, denn sein Ruf ist bis auf den Kontinent gedrungen, von den Reiseführern, Hotelwirten und Kellnern. Wiederholt sei er entgleist oder gar nicht angekommen, man werde darin seekrank, riskiere Ueberfälle durch die korsischen Banditen, der Zug sei schmutzig, der Kohlenstaub dringe in die Augen — kurz und gut, Auto oder Autobus seien bequemer. Ich bin trotzdem mit dem Bonifacio-Express gefahren, und ich habe es nicht bereut. Es mag beschwerlicher sein als mit dem Auto, aber man sieht so viel, dass man die Strapazen nicht bedauert. Im Bonifacio-Express war es, wo ich die unbekannteste Sehenswürdigkeit Korsikas kennenlernte. Anfangs, in der Tiefebene von Ajaccio, geht alles gut. Man fährt durch Stationen, wo schwarzgekleidete Frauen Stationsvorstand spielen, die den Bonifacio-Express zwischen ihrer häuslichen Tätigkeit abfertigen, sozusagen mit dem Kochlöffel in der Hand. Oft fährt der Zug einfach durch; wenn keine Passagiere warten, hält er gar nicht an, der Baseler gefallen, sofort beginnen sie zu schimpfen, das sej eben Charlatanerie, aber nicht wahre Astrologie die sei eine Wissenschaft usw. Aber ich lasse .mich dann jeweilen nicht aus dem Konzept bringen, sondern fahre in der Erzählung meiner Anekdote fort: «Casanova hatte bei der Anfertigung dieses Horoskopes den Hintergedanken, da er in nächster Zeit nach Paris zu fahren gedachte, und das Fräulein knapp vor dem 18. Geburtstag stand, man werde ihm das hübsche Ding anvertrauen und ihn als willkommenen Reisebegleiter engagieren. Es kam anders. Zwar rumorte die grossartige Prophezeiung im Kopf der Tante herum und setzte deren Phantasie in Bewegung. Die alte Dame frug sich, wie das zu bewerkstelligen sei, dass Fräulein Roman noch rechtzeitig nach Paris käme. Da fiel ihr unversehens ein, dass man in Paris noch eine entfernte Verwandte hatte, und dass sich die angehende Geliebte des Königs vielleicht dort ohne grosse Kosten unterbringen Hesse. Während all das erwogen wurde, musste Casanova plötzlich abreisen, und zwar nicht, wie er gehofft hatte, nach Paris, sondern nach Avignon und Marseille. Ueber andern Geschäften und Abenteuern vergass er die entzückende Roman, aber als er einige Jahre später nach Paris kam, erhielt er vom königlichen Hof ein Billett, in welchem ihn die Geliebte des Königs bat, ihr einen Besuch abzustatten. Fräulein Roman war das geworden, wasef prophezeite, ja man hatte sie sogar in den Adelsstand erhoben und dem König gebar sie einen Sohn. Ueberschwänglich dankte sie Casanova bei der Audienz für sein glänzendes Horoskop, -das •ihf den Weg zum Glück .geebnet hatte, v ..- .., ...,j Das ist die Geschichte von Casanova und seinem Horoskop für Fräulein Roman. Man kanndaraus die Lehre ziehen, dass ein entschiedener Wille, der auf ein vorgestecktes. Ziel losgeht, auch das scheinbar Unmögliche möglich machen karrt', vielleicht'.ist auch noch der Schluss daraus zu "ziehen, den Casanova bei anderer Gelegenheit aussprach: «Wenn's.. eintrifft, war's Prophezeiung," im andern Falle denkt.man nicht mehr daran.» Abenteuer im Bonifacio-Express Wenn Bern, dann Casino Schaffner wirft der Frau Stationsvorstand den Postsack vor die Füsse, sie macht es mit ihrem umgekehrt. Dafür bleibt der Express 30 Meter weiter auf offener Strecke stehefl; weil jemand einsteigen will. Ab und zu fährt man an einem brennenden Wald vorbei. Kleine Brände, von den Hirten gelegt, die in drei Tagen aufhören und den Boden fruchtbar machen sollen. Niemand schenkt ihnen BeJachtung. Von unten winkt das Mittelmeer herauf, die leichte, salzige Luft und verlassene, gespenstig anmutende Steindörfer gleiten vorbei. Ueber allem die Sonne des Südens. Weif hat gesagt, dass diese Fahrt unangenehm ist? Halt! Ein Ruck, noch einer, dann stehen wir. «Das ist nichts», sagt mein Abteilgenosse, «sie ölen die Lokomotive.» Derartige Aufenthalte scheinen hier an der Tagesordnung zu sein, zumal die Strecke jetzt in die Berge führt. Jetzt werden die Rucke immer häufiger, die zurückgelegten Wegstrecken immer kürzer. Mitten in einem Tunnel geschieht das Unausbleibliche: wir sind festgefahren. So sehr sich der Maschinist bemüht — vergeblich. Er bekommt die Lokomotive nicht flott. Die wenigen Reisenden steigen aus, fluchend und schimpfend tasten sie sich durch den stockdunklen Tunnel zur Maschine. Der Lokomotivführer kriecht beim Schein einer Blendlaterne auf den Schienen herum, Wenn man wenigstens aus dem Tunnel herauskönnte! Er versucht, die Bremsen zu lockern, nach rückwärts zu fahren, dabei flucht er französisch, korsisch und italienisch, und nach einer halben Stunde wissen wir, dass wir die Nacht in dem Tunnel verbringen müssen, falls wir es nicht vorziehen, bis zur nächsten Station zu gehen. Schweissbedeckt richtet sich der Lokomotivführer auf, stellt sich auf das Trittbrett des Wagens, um wie ein Richter das Verdikt zu verkünden: «Der Bonifacio-Express kann nicht weiter...» Draussen ist es indessen ebenso dunkel geworden wie im Tunnel. Es wird nichts anderes übrigbleiben, als die zehn oder fünfzehn Kilometer nach Popriano zu Fuss zu gehen. Der Wind heult und auf dem schmalen Weg liegen spitze, grosse Steine, über die man bei jedem Schritt stolpert. Die Freunde in Marseille haben doch recht gehabt... «Ich wohne in der Nähe», sagt jemand neben mir, «wenn es Ihnen recht ist, kommen Sie mit.» Mein Abteilgenosse. Es geht nichts über die korsische Gastfreundschaft. «Ich bin Philipp Fernande Colombo», stellt er sich vor. «Freut mich», sage ich und nenne meinen Namen. Er scheint betroffen, macht das Gesicht eines Schauspielers, der erwartet* mit Antrittsapplaus begrüsst zu werden und teilnahmslos empfangen wird. Aber weshalb sich darüber Gedanken machen? Colombos gibt es viele auf Korsika, wie Duponts in Paris und Browns in New York. Der Name sagt nichts ... Wir gehen in die Nacht hinaus. Es ist eine imposante Erscheinung, Philippe Fernande, gross, ungebeugt, mit wallenden weissen Haaren und einer echten korsischen Nase, Nur an den Händen erkennt man, dass er über siebzig sein muss, am Schritt nicht. Kaum kann man ihm folgen, so schnell geht er. Eine halbe Stunde sind wir schon unterwegs, fast eine Stunde. Wälder, nichts als Wälder, die Nacht ist stockdunkel und keine Menschenseele ringsum. Unwillkürlich gehen eiflem allerhand' Geschichten durch den Kopf, von, Räubern und korsischen Banditen,.. Eine Hütte, ein Licht, aus dem Dunkel bellt uns ein Hund an. «Wir sind da», sagt mein Begleiter. Ueber der Tür der armseligen Hütte hängt ein Schild. Zweimal muss ich es lesen, dreimal, um den Sinn des Wortes zu erfassen, hier im verlassenen Wald. Auf dem Schild steht: «Bar». In Frankreich bezeichnet man vom Florida- Dancing auf den Champs-Elysees bis zur Matrosenkneipe von Toulon alles mit «Bar», wo man etwas Trinkbares erhält. Es gibt seltsame Bars unter dem Himmel der Trikolore von Paris, Saigon, Madagaskar und Oran. Aber die seltsamste ist zweifellos das Etablissement des Herrn Philippe Fernande Colombo in den Wäldern von Pröpriano, zehn Kilometer weit von jeder menschlichen Behausung. Die Bar besteht aus einem Schankraum — zwei Weinflaschen bilden den « Schank» — und einem Hinterzimmer. Aha, wird man sagen, ein Hinterzimmer. Nein, kein solches Hinterzimmer! Kein Sdparee mit roten Lampen und schwellenden Polstern. Eine auffallend saubere Stube, in der drei Tische stehen. Auf jedem eine Unzahl Karten, Bilder, Zeitungsausschnitte, alte Stiche, fast ein Museum von Dokumenten; alle stellen nur einen Mann dar: Christoph Kolumbus. Erst jetzt erfahre ich, dass mein Gastgeber kein Geringerer ist als der Urenkel des Amerikaentdeckers. Erst jetzt verstehe ich den beleidigten Blick, als er sich mir vorstellte. Bedenken Sie doch: der Urenkel Christoph Kolumbus'! Er hatte und hat nur ein Lebensziel: zu beweisen, dass sein Ahnherr ein Korse war. Die Herkunft des Christoph Kolumbus ist noch umstrittener als die Homers. Ausser Calci auf Korsika, wo sein Geburtshaus — übrigens eine elende, verwitterte Baracke — gezeigt wird, nehmen noch Genua, Savona, Nervi, Cuccaro, Oneglia, Buggiasco, Pradella, Finale, Piacenza und Cogoletto die Ehre in Anspruch, ihn hervorgebracht zu haben. Philippe Fernande Colombo reicht mir ein. Zeitungsblatt, ein Exemplar der «Revue de Paris » vom 2. Mai 1841. Darin steht in klassischem Französisch, dass Kolumbus wohl in Genua geboren sei — da nämlich Korsika damals zu Genua gehörte, was unbestritten ist. Somit ist es einwandfrei bewiesen, dass Kolumbus der Landsmann Napoleons war. Enzyklopädien liegen herum, in denen man die betreffenden Stellen blau angezeichnet findet, Abschriften der notariellen Archive von Calvi... Nicolas Colombo, Filippo Colombo, Domenica Colombo, alle aus Calvi; der Trauschein von Francesco Colombo mit Rosa Fortuna; ein Stefano Colombo, ein Mario ... Welch schöne Ahnentafel mein Gastgeber hat! Sie reicht ohne Lücken und Unklarheiten bis zum Jahre 1500. Kann man noch zweifeln? Diese Dokumente sind keine Fälschungen. Ich bin im Hause des Urenkels. «Vor wenigen Monaten waren zwei Amerikaner bei mir», sagt er. «Sie kamen von einer Gesellschaft, Kolumbus-Gesellschaft, glaube ich, hat sie geheissen. Sie wollten das alles hier kaufen für viel Geld.» Er zeigt auf seine Schätze. «Ich habe den Vorschlag nicht angenommen. Da stellten sie mir ein anderes Angebot: Die Sammlung bleibt hier bei mir im Wald. Aber an Stelle meiner Hütte wird ein Haus gebaut, Museum und Hotel zugleich. Denn Sie müssen wissen, in diesem Hause haben schon meine Vorfahren gelebt und in dem Wald hat Christoph Kolumbus lange Zeit seines Lebens verbracht, im Wald von Pröpriano. Ich könnte Ihnen verschiedene Beweise dafür anbringen. Wir werden alles haben: einen Tennisplatz, Bäder, Musik, einen Golfplatz wie auf Ile-Rousse. Die Amerikaner werden alle herkommen, die Stelle zu sehen, wo Kolumbus gelebt hat...» «Und Sie?» fragte ich. «Ich werde weitersuchen und meine Sammlungen vervollständigen. Geld werde ich genug haben...» See TüeihaacfUs&aum dec JbeUtec Budapest ist diejenige Stadt in Europa, die die grösste Anzahl der Bettler besitzt. Im Winter wird die Zahl noch grösser durch die die Stadt durchziehenden Landstreicher. An einem Weihnachtsabend spielte sich dort folgende köstliche Begebenheit ab. Gegenüber einem der Bahnhöfe von Budapest befindet sich eine kleine Parkanlage, in der einige schöne Bäume stehen, unter ihnen ein grosser Tannenbaum. Einige Tage vor Weihnachten erblickte man, wie durch Zauberei, der Baum mit Weihnachtsschmuck behängt und am Fusse des Baumes stand ein Aushängezettel mit der Inschrift: «Weihnachtsbaum der Bettler vom Ostbahnhof, errichtet von Goencz, dem König der Bettler.> Das hatte einige Frauen der Nachbarschaft tief gerührt, und am Weihnachtsabend hingen sie an die Tanne mancherlei Würste, Kuchen, Früchte und Esswaren aller Art auf. Dieser Wohltätigkeitssinn der Frauen ist um so mehr zu schätzen, als sich der Mangel an Wohlhabenheit in allen Kreisen der Gesellschaft bemerkbar machte. Als überall die Weihnachtsbäume angezündet wurden, versammelten sich auch die Bettler von Budapest um ihren eigenen Baum. Die Geschenke wurden verteilt, gerecht und mit Anstand und Schicklichkeit, wie es sich an Weihnachten gebührt. Dann setzte sich die fröhliche Schar unmittelbar auf die vereiste Erde und die lustige Mahlzeit dauerte bis alle guten Sachen unter Lachen und Scherzworten verspeist waren. R. B.

N° 52 — DIENSTAG, 24. DEZEMBER 1940 AUTOMOBIL-REVUE KLolxl© aa/^Sü&Ut. %&£**%. &3.X1 TJxi±v&j?&&Ll&to±± Kohle verwandelt sich in Benzin! In den Forschungsstätten entwickeln sich verschiedene Verfahren, die Kohle in ein hochwertiges Benzin veredeln. Das Bild zeigt die Kohlehydrierung im Laboratorium. Kohlenforschung im Laboratorium. Zur Bestimmung des Heizwertes wird ein kleines Stückchen Braunkohle in einer Sauerstoffbombe elektrisch entzündet und die entstehende Temperatur gemessen. Wieviel Wärme spendet ein Brikett? Eines der Problem© der Höhlenforschung ist die Erforschung des eigentlichen « Heizwertes » der Kohle. Der Laborant stellt hier mit einer komplizierten Apparatur die günstigsten Heizwerte verschiedener Kohtensorten fest. Die Kohle ist in unserem Zeitalter neben den Erzen der wichtigste Rohstoff. Auf ihr ruht die gewaltige Entwicklung der Industrie, der Technik und des Verkehrs der grossen Kulturstaaten. Das Land, das in seiner Erde genügende Mengen Kohle birgt, braucht keine Sorgen um die Zukunft zu haben. "Zu den kohlereichsten Ländern der Erde gehört auch Deutschland, dessen Vorräte an Steinkohle auf 80 Milliarden Tonnen und an Braunkohle auf 57 Milliarden Tonnen geschätzt werden, Mengen, die jeglichen Bedarf an Treibstoffen zum Beispiel auf mehrere Jahrhunderte decken dürften. Kohle ist heute kein « Heizmittel» schlechthin mehr, sondern sie ist durch Wissenschaft und Forschung « veredelt» und zu einem der universellen Rohstoffe geworden. Der Forschung ist es gelun- gen, in jahrelanger Arbeit der Kohle, meist auf chemischer Grundlage, wertvolle, teils gänzlich neue Stoffe abzuringen. i. Als Nebenprodukt der Kohle wird zunächst Teer gewonnen, der nicht nur die Grundlage der Teerfarbenindustrie, sondern auch der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse ist. Weiterhin wird Benzol als Treibstoff und Ammoniak als Düngemittel aus Kohle erzeugt. Von grösster Bedeutung war die Kohlehydrierung zur Gewinnung sythetischen Treibstoffes und die Erzeugung des synthetischen Kautschuks < Buna > aus Kohle. Weiterhin ist Kohle der Ausgangsstoff zahlreicher plastischer Kunststoffe und auch der Seifenherstellung geworden. erkwürdigesum Weihnachten Seltsame lüeihnaditsqeschmke Es gibt Weihnachtsgeschenke, die nicht nur seltsam an sich sind, sondern auch in der Art, wie sie gegeben werden. Ein besonders eigenartiges Weihnachtsgeschenk erregte in hohem Grade die Neugierde des Direktors einer englischen Zeitschrift. Schon seit einigen zwanzig Jahren erhielt er alljährlich zum Weihnachtsaoend einen riesigen Sack, voll mit nagelneuen «six-pence»-Geldstücken angefüllt, mit dem Auftrag, den Inhalt unter alle armen Kinder zu verteilen, die das Weihnachtsfest in den Londoner Asylen verbringen mussten. Mit Waterman Schreibt man in dercjanzenWelt Seit langen Jahren, regelmässig und zur gleichen Stunde, brachte ein Diener, der stumm war wie das Grab, den Sack, der anfangs fünftausend Silberstücke enthielt. Von Jahr zu Jahr wurde der Sack immer grösser, in dem Masse, wie die Zahl der vom Schicksal enterbten Kinder sich vergrösserte. Vor vielen Jahren enthielt der Sack elttausend neue «six-pence»-Stücke. Man erfuhr erst viel später den Namen des hochherzigen Schenkers; sein Testament, bei seinem Jode, enthüllte sein Inkognito. Er hiess Francis Barry, gewesener Konsul und Deputierter im englischen Unterhaus. R. B. Die Schult des „lüeihnachtmanHes" In London gibt es eine Schule, in die nur Erwachsene aufgenommen werden, grösstenteils verheiratete Frauen und Männer. Das ist vollkommen erklärlich, denn der alleinige Lehrgegenstand in dieser sonderbaren Schule ist — der «Weihnachtsmann:». Die Kunst, den Weihnachtsmann so darzustellen. dass die-Kinder an seine Wirklichkeit glauben und dadurch d're Weihnachtsfeier derart zu gestalten, dass dieselbe sich in der Seele des Kindes und in seinem Gedächtnis als unauslöschliche und freudige Erinnerung fürs ganze Leben einprägt. — Das ist das Programm dieser Schule. Der Lehrkursus ist ziemlich umfangreich: ausser den Weihnachtsliedern, dem Baumschmuck und der schönen Gestaltung des Festes usw. enthält er auch ernstere Lehrgegenstände wie die Kunst des Verkleidens, die Prinzipien der Mimik und des Vortrags, die Kostüme und ihre Erhaltung, das Verfertigen von Spielsachen, Psychologie des Kindes und anderes. - Der Kursvs dauert drei Monate. Bei Beendigung wird ein besonderes Diplom ausgeliefert. R. B. ße* lüeihuachtsfänf&i Der Amerikaner ist, trotz seiner nüchternen und praktischen Lebensauffassung, durchaus nicht frei von allerhand Weihnachtsaberajauben. Ebenso wie in Europa, so herrscht zum Beispiel auch in Amerika der Glaube, dass derjenige, der einem anderen einen scharfen, spitzen oder geschliffenen Gegenstand schenkt, damit die Freundschaft zersticht oder zerschneidet. Um dieser unerwünschten Folge vorzubeugen, muss nun jeder, der ein solches Geschenk erhält, zum Beispiel eine kostbare Brosche oder Krawattennadel oder auch ein schönes Taschenmesser, dem Geber sofort einen Fünfer dafür einhändigen, damit die Weihnachtsfreude und die Freundschaft ungestört bestehen bleibt. Der Weihnachtsfünfer soll aber ja nicht in scherzhaftem Tone und Art gegeben werden, sondern muss direkt aus dem Geldbeutel genommen werden, well er sonst seine Wirksamkeit verlieren könnte. R.&. ßec accsste 1üeihnachts&atuH dec WeÜ Amerika ist das Land der Rekorde. Einen eigentümlichen Rekord hat San-Franzisko geschlagen, wo ein besonderes Komitee gebildet wurde zur Errichtung... des grössten Weihnachtsbaumes der Welt. —In den Wäldern Kaliforniens hat man eine siebzig Meter hohe Tanne gefunden. Das Herbeischaffen nach San Franzisko und das Aufstellen dieses riesigen Baumes war mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Man war genötigt, sogar die Hilfe einiger Ingenieure zu beanspruchen. Die Hauptaufgabe bestand darin, die Zweige des Riesenbaumes beim Transportieren unversehrt zu erhalten. Darum beschloss man, ihn in zwei Teile auseinanderzujagen. Jede dieser Hälften, fünfunddreissig Meter lang, wurde per Lastwagen zur nächsten Bahnstation gebracht, um vpn dort nach San Franzisko überführt zu werden. — Für diese Riesentanne wurde ein grosser Platz auf einer Insel geradeüber von San Franzisko, gewählt, auf dem die Weltausstellungen abgehalten zu werden pflegen. Der Baum wurde auf ein Schiff geladen. Um den Baum aufzustellen und zu befestigen, musste ein ganzes Gerüst aus Beton und Eisen aufgestellt werden. — In der Nacht vor Weihnachten wurde die grandiose Tanne angezündet. Das Leuchten ihrer Lichter sah man aus der Ferne von einigen Kilometern in der Runde. — Die Einwohner von San Franzisko waren überaus zufrieden mit diesem Weltrekord, den ihre Stadt errungen hat. B. Umtausdiredit bis zur Wahl der richtigen Feder Wal er ma n-Goldfedeni sind In Güte n. Dauerhaftigkeit unübertroffen. Hebel-, Vakuum-, Patronen-Konstruktion, mit nnd ohne Sichliensler. sebwarj und farbig ron Fr. 20.- an. In Gold bb Fr. 300.—. Fachkundige Bedien«. Zürich PosMraue 3 T«l. 35.710 Wenn man den Baum zu irüh gekauft hat! (Söndagsn.) Rache ist süss. « Können wir Ihrem Hund das Höschen nicht überprobieren? > c Um Gotteswillen — es soll doch eine Weihaaehtsüberraschung für ihn sein! » (Zeichnung: Gericke/Delke)