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E_1948_Zeitung_Nr.005

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 4. FEBRUAR 1918 - Nr. 5 Deutschland Der 20 000. Volkswagen fertiggestellt Am 15. Januar wurde im Volkswagenwerk bei Fallersleben der 20 000. Volkswagen der Nachkriegsproduktion fertiggestellt. Das Werk steht bekanntlich unter englischer Leitung und lieferte bisher auch in grossem Umfang Wagen für die Militärregierungen der verschiedenen Zonen. Von der Produktion des Jahres 1948 6oll, wie man rechnet, eine Steigerung auf 2500 Stück pro Monat erfahren. Der Wagen kostet zur Zeit in Deutschland ca. 5000 Mark. Volkswagen-Export nach Holland und Belgien Die Niederlande haben die nötigen Dollardevisen für die Einfuhr von 1000 (eintausend) Volkswagen bereitgestellt. Ein Teil der Fahrzeuge ist bereits geliefert worden. Das Volkswagenwerk hat in Holland eine eigene Vertretung errichtet. Belgien, das gegenwärtig als dollarstark bezeichnet werden kann, ist ebenfalls sehr an einer Einfuhr von Volkswagen interessiert und 6oll etwa 5000 Fahrzeuge erhalten. Ausserdem ist die Einrichtung eines Reparatur- und Wartungsdienstes beabsichtigt. Bei einer weiteren Steigerung der Produktion ist auch ein Export nach der Schweiz und Skandinavien ins Auge gefasst. Der Exportpreis von 750 Dollar franko Grenze für den. Volkswagen wird, wie die Leitung des Werkes glaubt feststellen zu können, vom Ausland als gerechtfertigt und tragbar empfunden. Ueberdies bezeichnet man in Wolfsburg die Nachfrage aus ganz Europa als ausserordentlich rege. Enaland Kurzmeldungen aus aller Welt Eine Quelle, die nie versiegt In dem auf 1. Dezember 1946 abgeschlossenen Berichtsjahr flössen dem britischen Schatzamt Bussengelder im Gesamtbetrag von rund 300 000 Pfund zu, die aus 196 512 Vorzeigungen wegen Nichtbeachtung der StrassenveTkehrsvo-rschriften resultierten. 29 469 Fahrer wurden der Geschwindigkeitsüberschreitung in Dörfern und Städten schuldig befunden, wofür 6ie mehr als 40 000 Pfund zu berappen hatten. In 19 912 Fällen war es unbeherrschtes Fahren ganz allgemein, das die Hermandad veranlasste, eine Busse zu beantragen, wodurch die Taschen der betreffenden Fahrzeuglenker ebenfalls um rund 40 000 Pfund erleichtert wurden. Und endlich verhängten die Behörden über 2007 gewissenlose Elemente, die betrunken oder doch offensichtlich angeduselt am Steuer sassen, Geldstrafen von durchschnittlich 10 Pfund. Ferguson contra Ford Der bekannte irische Traktorenkonstrukteur Harry Ferguson hat bei einem amerikanischen Gericht gegen die Ford Motor Company eine Schadenersatzklage im Umfange von 62 % Millionen Pfund anhängig gemacht, die er damit begründet, dass der Ford-Konzern — entgegen einer Abmachung mit dem im letzten Frühjahr verstorbenen Henry Ford — seine Erfindungen kopiert habe, indem er im Juli 1947 eine Nachahmung des Ferguson-Traktors herausbrachte. Henry Ford II. weist diese Anschuldigungen in einer Erklärung zurück, die u. a. besagt: «Die ungeschminkte Wahrheit über dieses Abkommen ist die, dass es Ferguson zu einem Multimillionär machte und die Ford Company rund 6% Mill. Pfund kostete. » Oesterreich Oesterreich plant Automobilsalon Obgleich dem österreichischen Automobilisten das neue Jahr keine Erhöhung seiner Benzinzuteilung brachte, so bescherte es ihn immerhin mit der Aussicht auf die Wiedererstehung der Wiener Automobilausstellung, die bereits für das Frühjahr 1948 geplant ist, wobei man die zweite Hälfte April nennen hört. Es gilt als sicher, dass auch die österreichische Automobilindustrie an dem Projekt teilnehmen wird, dem die Oeffentlichkeit grösstes Interesse entgegenbringt. Die Käufer dürften zwar dünn gesät sein und meist Fahrzeuge zu sehen bekommen, deren Anschaffung für sie frommer Wunsch bleiben mu6s. Zugleich trifft die Kunde von einer Umgestaltung der Automobilsteuergesetze ein, womit sich derzeit die zuständigen Stellen beschäftigen und deren Ziel die Ersetzung der heute geltenden Hubraumsteuer durch eine Treibstoffsteuer bildet. Unverständlich klingen in diesem Zusammenhang die Pläne einzelner Bundesländer, eigene Verkehrssteuern einzuführen, was unausweichlich einen Wirrwarr heraufbeschwören und der Doppelbesteuerung Tür und Tor öffnen und eine Rückkehr zu jenen Zeiten bedeuten würde, da an jeder Landesgrenze von sämtlichen Fahrzeugen Steuern erhoben wurden. Es ist zu hoffen, dass sich in den Ländern noch genügend einsichtsvolle und weitblickende Kreise finden, die sich solchen Vorhaben mit letzter Energie entgegensetzen. Ü.S.A. Autofabriken sichern ihre Stahlversorgung Die Studebaker Corporation hat mit einem Aufwand von über 7 Millionen Dollar eine amerikanische Stahlgesellschaft erworben, um die gegenwärtige Monatsproduktion von 20 000 Wagen beibehalten zu können. Ueberdies wird dieser Kauf Studebaker auch in die Lag« versetzen, seinen monatlichen Ausstoss erheblich rascher ata früher angenommen auf 25 000 Stück zu steigern. Auch Packard hat etwas im Tun, um 6eine Stahlblechversorgung zu verbessern, und wenn das Arrangement zustande kommt, kann die Gesellschaft, nach einer Aussage ihres Präsidenten Christopher, im laufenden Jahr 50% mehr Wagen herausbringen als 1947. Vermutlich hilft sich Packard mit dem Kauf oder der Pacht eines Walzwerkes. Bei Kaiser-Frazer ist der Erwerb eines Stahlwerks bereits Tatsache; Hudson hat ebenfalls kürzlich Teile eines solchen gepachtet, währenddem Ford sich schon seit vielen Jahren selbst mit Stahl versorgt. Grossgaragenprojekt unter dem Hudson Austin M. Wolf, einer der ersten Fachleute auf dem Gebiet de« New Yorker Verkehrswesens, schlug auf der Tagung der « Society of Automotive Engineers > in Detroit vor, die geplante Erstellung eines Tunnels unter dem Hudson, der Manhattan und Brooklyn verbinden soll, mit der Anlage einer Riesengarage unter dem Fluss zu verbinden. Nach Wolfs Ansicht liegen 6elb6t die exorbitanten Kosten eines derartigen Projekts noch immer unter den Summen (wahrscheinlich mehrere Milliarden Dollar), die New York ausgeben müsste, um entsprechende Garagenbauten und Verlegungen von Strassenzügen durchzuführen. E. B. Schlauchlose Reifen Die Goodrich Co. führt seit einiger Zeit eineingehende Versuche mit einem schlauchlosen Reifen durch, für dessen Herstellung u. a. ein Gummi zur Verwendung gelangt, der während des Krieges entwickelt und erprobt wurde und vollkommen luftundurchlässig ist. Zwischen den innern und äussern Teilen des Reifens sowie unter der Lauffläche und den Seitenflächen findet sich eine dicke Schicht des neuen Gummis, die nicht nur ausserordentlich widerstandsfähig gegen Hitze, sondern auch unempfindlich gegen Kälte ist und sich selbst gegen jede Verletzung durch noch so scharfe Objekte schützt. Die absolute Dichtigkeit der erwähnten Gummieinlage hat zur Folge, dass der Pneudruck praktisch ad infinitum gleich bleibt. Neubedarf in den USA: 6 Millionen Autos Wartefristen bis 18 Monate Wie die « Society of Automotive Engineers » mitteilt, beträgt nach zuverlässigen Schätzungen der Bedarf an neuen Autos in den USA gegenwärtig rund 6 Millionen Personenwagen. Der wiederholt vorhergesagte Preiseinbruch auf dem Altwagenmarkt ist weder eingetreten noch zu erwarten, obwohl die Preise heute etwas tiefer liegen als vor einem Jahre. Hinzu kommt, dass das ungewöhnlich kalte Winterwetter viele Autobesitzer veranlagst hat, selbst neue Modelle zum Verkauf anzubieten; auch die — sachlich kaum begründeten — Gerüchte einer langfristigen Behzinverknappung dürften zu einer gewissen Kaufunlust beigetragen haben, die jedoch nicht überschätzt werden darf. Die Wartelisten der Händler 6ind, nach einer Mitteilung der New Yorker Zeitung «PM», womöglich noch länger als im Vorjahre. Folgende Fristen werden (natürlich für Amerika) genannt: Ford und Chevrolet: 14 Monate; Plymouth und Studebaker: 18 Monate. Nur Kaiser-Frazer-Wagen 6ind ohne Warten erhältlich, da die Produktion so in Schwung gekommen ist, dass sie etwa dem Bedarf entspricht. (Einer der grössten Kaiser-Frazer-Vertreter bietet jedem Käufer einen Gratisflug nach Willow Run an, wo er seinen Wagen selbst in Empfang nehmen kann.) E. B. Eine neue Initiative der «Internationalen Handelskammer» Gemeinsame Normen für die Dimensionierung und die Gewichte von Lastwagen, (Von unserem Pariser Koorespondenten) Die wachsende Bedeutung des internationalen StraSiSenverkehrs hat die «Internationale Handelskammer » in Paris dazu veranlasst, eine Vereinfachung der komplizierten Verwaltungsformalitäten und der für die Zulassung von Lastwagen bestehenden Bestimmungen anzustreben. Die am 21. Januar unteT dem Vorsitz von Etienne du Castel, dem Vizepräsidenten des Strassentransportkomitees der IHK in Paris, abgehaltene Sitzung hat sich mit all diesen Problemen beschäftigt und insbesondere die Verschiedenheit der Normen betreffend die Dimensionen und Höchstgewichte der die Grenze überschreitenden Lastwagen zum Gegenstand ihrer Beratungen gemacht. So lassen beispielsweise einzelne Länder mit schmalen Gebirgsstrassen für Nutzfahrzeuge nur eine Maximalbreite von 2,20 m zu, während Nachbarländer 2,50 m gestatten. Daraus entstehen Schwierigkeiten nicht nur für den Strassentransport an sich, sondern auch für den Automobilbau. Aus diesem Grunde hat das Komitee in einer Resolution allen beteiligten Regierungen empfohlen, in Zukunft folgende Nonnen für den Bau von Lastwagen festzulegen: Höchst- Höchst- Kategorie länge breite gewicht m m 2 Achsen: 19 t; 3 Ach- Einzelfahrzeuge 12 2,50 Lastenzüge 24 2,50 sen und mehr: 26 t 3 Achsen: 45 t Maximalbelastung pro Achse: 13 t Das Komitee beschloss im weiteren die Durchführung einer Untersuchung über die Schwierigkeiten, die sich bisher dem Betrieb regelmässiger internationaler Autocar- und Camionverbindungen entgegenstellten. Zu diesem Behuf wird es einen Textentwurf für eine Revision der internationalen Bestimmungen über Straßenverkehr und Lastwagentransporte aus dem Jahr 1926 vorbereiten. Dr. W. Bg. SIMAZAG. Gotthardstrasse 6 {Claridenhof] Telephon (051) 276616/276577 Zürich Direkter Import Generalvertretung Trailer Ist

Nr. 5 - MITTWOCH, 4. FEBKUAK m» AUTOMOBIL-REVUE FABRIK FÜR FIRESTONE PRODUKTE AG., PRATTELN