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E_1948_Zeitung_Nr.010

E_1948_Zeitung_Nr.010

Aü VUfi Nr. 10 - BERN, Mittwoch, 10. März 1948 Erste Salon-Nummer Nummer: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Schwelst ABONNEMENTS-PREISE: hilbjahrlicb Fr. 6.30 jährlich Fr. 12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION: Breitenrainstr.97, Bern Telephon (031)2 82 22 - PostcheekIIUH • Telegramm-Adresse: Aatorevne, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwensirssee 51, Zürich 23, Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achtgeepaltene 2 nun hohe Grandzeile oder deren Raum 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlnss Freitag 12 00 Uhr An der Schwelle des Genfer Salons Während der nächsten zehn Tage wird Genf wieder im Mittelpunkt der automobilistisch orientierten und interessierten Kreise sowohl der Schweiz als auch des Auslandes stehen. Morgen Donnerstag öffnet der 18. Internationale Automobilsalon seine Pforten, durch die wieder Zehntausende zur Heerschau der 'heutigen Autoproduktion hereinströmen werden. Nach mühevollen, arbeitsreichen Wochen, die nicht nur die Veranstalter, sondern auch die Aussteller und die Arbeiter im Palais des Expositions hinter sich haben, sind die Vorbereitungen heute abgeschlossen, und es gilt lediglich noch, die letzte Hand anzulegen, damit der grosse Moment der Eröffnung alles fertig finde. Gewiss ist der Salon seinem Wesen, Spiegelbild des heutigen Standes der Automobiltechnik und der zugehörigen Branchen zu sein, treu geblieben; doch das hindert nicht, dass er seine Vorgänger — auch den Salon 1947, der durch eine Rekordteilnehmer- und Besucherzahl glänzte — in bezug auf Internationalität, Ausstellerzahl und infolgedessen auch an räumlicher Ausdehnung um ein Beträchtliches übertrifft. Mit vollem Recht darf man ihm, wie es der Leitartikel in der letzten Nummer der « A.-R.» getan, als « Salon der Rekorde» bezeichnen, denn die nahezu 400 ausstellenden Firmen, 25 o/o «nehr als im letzten Jahr, erforderten einen provisorischen Neubau, wodurch die Gesamtfläche des Salons, alles bisherige in den Schatten stellend, auf nahezu 25 000 m 2 anwächst. Man setzt sich denn auch keineswegs dem Vorwurf der Uebertreibung aus, wenn man behauptet, dass Genf einen der ersten Plätze unter den Automobilsalons der Welt einnimmt, dass es aber vor allem hinsichtlich der Internationalität der Beschickung — 11 Länder sind vertreten — andere Veranstaltungen gleicher Art unbestreitbar und eindeutig überragt, womit es übrigens nur die Stellung bestätigt, die es vor dem Krieg in dieser Beziehung schon erworben hatte. So bietet der Genfer Salon einen Querschnitt durch die Produktion fast aller Personenwagen sowie eines nicht geringen Teils der Nutzfahrzeugmarken und vermittelt dadurch ein fast lückenlos geschlossene Schau dessen, was die MotoTfahrzeugindustrie der Welt Neues bringt. Wenn bei den Wagenmarken neben der Schweiz alle führenden Produktionsländer, nämlich England, Amerika, Frankreich, Italien, die Tschechoslowakei ihre Erzeugnisse nach der Rhonestadt entsenden, wozu noch Deutschland und Holland kommen, wenn daneben ausser der einheimischen auch die italienische Karosserieindustrie — welche in diesem Gebiete Hervorragendes leistet — durch je ein halbes Dutzend Firmen vertreten sind und wenn schliesslich die Zubehör- und Bestandteilbranche mit einer höchst eindrucksvollen Fülle von Erzeugnissen aller Art aufmarschiert, dann darf man getrost die Behauptung wagen, dass der Besucher in Genf einen Aufriss der Welterzeugung in einer- an Vollständigkeit grenzenden Reichhaltigkeit präsentiert erhält. Neben dem, was der Genfer Salon dem Besucher, sowohl dem Käufer eines Wagens als auch jenem, der es werden will, zu zeigen hat, neben seiner Mission technischer und'kommerzieller Natur steht seine Bedeutung als • Manifestation des Wirtschaftsfaktors Automobil. Welche Vitalität ihm innewohnt,. was für eine ständig wachsende Rolle es in unserem Lande als unentbehrliches, individuelles .Transp mittel spielt, in welchem Umfang es unsere satnte Volkswirtschaft durchdringt, darüber, haben die erst kürzlich vom eidg. Statistischen Amt veröffentlichten Zahlen zum Kapitel Motorfahrzeugbestand' im vergangenen Jahr einem jeden die Augen geöffnet, der sehen will. Was sich in diesen Ziffern spiegelt, das ist ein machtvoller Entwicklungsdrarag, ein nach den Kriegsjahren wieder neu erwachter und verstärkter Zug zum Motorfahrzeug hin, der denn auch dank der Besserung der Liefermöglichkeiten seine Früchte in einer Erhöhung unseres Parks um 17 % gegenüber dem Rekordjahr 1931 gezeitigt hat. Ende September 1947 standen in der Schweiz, um bei diesem Anlass nochmals daran zu erinnern, 115 000 Automobile und 37 200 Motorräder im Verkehr, was gegenüber der letzten Vorkriegszeit einem Zuwachs um 15 000 Wagen und 11000 Motorrädern gleichkommt Auch unter diesem Aspekt will der Salon, als Ausdruck des schweizerischen Motorisierungswillens und als Veranstaltung, welche diesem Willen neue Impulse verleiht, gewürdigt sein. Umgekehrt aber wird der Aufschwung, den der motorisierte Strassenverkehr bei uns im letzten Jahr genommen, auch seinerseits auf den Salon zurückstrahlen und mit dazu beitragen, dass er noch stärkerem Interesse begegnet als sein Vorgänger von 1947. Einmal mehr wird er seine Anziehungskraft auf Zehntausende und Hunderttausende ausüben, die in irgendeiner Beziehung zum Automobil stehen, sei es als Konstrukteure, Techniker, Händler, Verkehrsfachleute, sei es als wirklicher oder « Möchtegern »-Besitzer eines Wagens, denn sie alle beseelt der Wunsch, sich an Ort und Stelle ein Bild vom Jahrgang 1948 machen zu können. Was man nach den Ausstellungen von Paris und Brüssel von ihm erwarten darf? Unserer Auffassung nach vornehmlich eine Stabilisierung und Normalisierung. Ueber die Grenzen der Schweiz hinaus löst die Genfer Schau auch im Ausland ungewöhnliches Interesse DONNERSTAG, lf. MAERZ 1948 T OFFIZIELLER TAG 12.00 Empfang des Bundespräsidenten Celio sowie der eingeladenen eidgenössischen und kantonalen Behörden am Bahnhof Cornavin. 13.00 Eröifnunjjsbankett im Hotel des Bergues; Ansprachen von Bundespräsident Celio, Charles - Dechevrens, Präsident des Organisationskomitees und Staatsrat L. Casal, Präsident des Genfer Staatsrates. 15.30 Eröffnung des Automobilsalons im Palais des Expositions durch die Behörden. 16.00 Allgemeine Oeiinung lür das Publikum. 19.00 Torschluss. Freitag 12. März geöffnet von 9 bis 19 Uhr Samstag 13. März 9 bis 19 Uhr Sonntag 14. März 9 bis 19 Uhr Montag 15. März 9 bis 19 Uhr Dienstag 16. März 9 bis 19 Uhr Mittwoch 17. März 9 bis 19 Uhr Donnerstag 18. März 9 bis 19 Uhr 19 bis 23 Uhr Freitag 19. März 9 bis 19 Uhr Samstag 20. März 9 bis 19 Uhr Sonntag 21. MI» 9 bis 19 Uhr Eintrittspreis Fr. 3.—; Kinder unter 12 Jahren bezahlen Fr. 130. Znm Preise von Fr. 5.— ist eine Tageskarte erhältlich; sie gibt Anrecht aui zwei Eintritte am gleichen Tage. aus, in Europa wie in den Vereinigten Staaten. Abermals haben eine Reihe führender Persönlichkeiten der Automobilindustrie diesseits und jenseits des Atlantiks ihren Besuch in Genf angesagt; Fachleute und Fachjournalisten aus allen Himmelsstrichen werden sich in der Stadt am Letnan wieder Rendez-vous geben; eine französische Marke organisiert sogar eine Karawane mit ihren Wagen nach Genf. Wie sich denn überhaupt ganz allgemein ein lebhafter Besuch von Gästen und Interessenten aus fremden Staaten ankündigt, für welche der Genfer Salon ein Begriff ist, so dass die Stadt in den nächsten zehn Tagen einen Automobil-Areopag erleben wird. Und unsere Behörden begünstigen diesen Zustrom noch, indem sie für die Einreisen besondere Erleichterungen gewährt haben. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle Voraussetzungen für einen durchschlagenden Erfolg des diesjährigen Salons gegeben sind. Wir erhoffen ihn auch, zunächst weil ihn die Veranstalter als Belohnung für ihre Arbeit und Mühe verdienen, überdies aber, weil er seinem Wesen nach ja auch ein Erfolg für die Sache des Automobils ist. Was die Ausstellung in technischer Hinsicht bringt, was sie an Neuem präsentiert, schildert in einem resümierenden Ueberblick der Artikel im technischen Teil dieser Nummer. Das Programm des Genfer Salons Winke für Salonbesucher Das Auskunftsbüro befindet sich recht« in der Halle des Ausstellungsgebäudes. Wiederum wird während der Dauer dea Salons ein Autopostbüro aufgestellt. Es befindet sich in der Halle links. Alle dort aufgegebenen Korrespondenzen werden mit dem Entwertungsstempel und einem Sonderstempel «Salon International de 1'Automobile 1948» versehen. Das Präsidium und das Sekretariat-des Salons sind im Parterre de« Ausstellungsgebäudes rechts, auf der Seite der rue Bernard-Dussaud, untergebracht. Das Sekretariat ist täglich von 8.30—12.00 und von 14.00—18.00 Uhr geöffnet. * Wie in den vorhergehenden Jahren gewähren die SBB anlässlich des Genfer Salons für alle einfachen Billette mit Bestimmung Genf die freie Rückfahrt, unter der Bedingung, dass sie im Salon abgestempelt oder im Zuge, zusammen mit einer offiziellen Ausstellerkarte, vorgewiesen werden. Diese Vergünstigung gilt für alle Strecken, sofern der Fahrpreis mindestens Fr. 5.— in der zweiten und Fr. 3.50 in der dritten Klasse beträgt. Sie kann beansprucht werden: 1. Von allen Besuchern des Salons während der Zeit vom 9. bis 21. März 1948, doch kann die Rückreise nicht vor dem 11. März und nicht nach dem 23. März erfolgen. 2. Von den Ausstellern und deren Personal, gegen Vorweisung ihres offiziellen Identitätsausweises, für die Zeit vom 6. bis 25. März. Für alle weiteren Auskünfte wende man sich an die zuständigen, Stellen in den Bahnhöfen oder an das Sekretariat des Salons. DAS NEUE GESICHT DES GENFER AUSSTELLUNGSGEßÄUDES, wie M sich, bedingt durch die bouliche Erweiterung, welche der Automobilsalon erfordert«, beute präsentiert. (Photo Wassermann) Keine Steuererhöhung im Kt. Aargau Genf als Zentrum des Autosports Bundesfinanzreform und Automobil. Wirtschaft Hat sich die Stopp-Strasse bewährt? Neues von der Rapperswiler Seedamm- Strasse Was gibt es Neues am Salon? Internat. Konstruktions- und Fahrleistungstabellen 1948 Das Saurer-Vorwählgetriebe Der Michelin.« Metalic »-Reifen Beanspruchung von Kupplung und Bremse im Stadtverkehr