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E_1948_Zeitung_Nr.010

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 10. MÄRZ 1948 - Nr. 10 Dia Newton-Zentrifugalkupplung, eine automatische Vorrieh' hing am Armstrong-Siddeley. Formel (sechsplätzige Limousine, selbsttragend, Frontantrieb, 8 Zylinder in V, 12 Steuer» PS, 900 kg) für den tnittelgrossen europäischen Familienwagen schon jetzt befruchtend gewirkt hat. Claveau wird in Genf ausstellen. Vota Doppelgespann CEM.SA - Caproni und Isotta-Fraschini haben unsere Leser schon anlässlich des letzten Pariser Salons gehört; diese beiden hochinteressanten Wagen, konstruktive Gegenpole, irgendwie aber, wenn auch nicht in der Wahl der Mittel, im Ziel und in der Methode, so doch im Geiste verwandt, gehören zum Schönsten, was man je an Automobilausstellungen sehen konnte. Wenn auch bereits in Produktion, so gehört der englische Invicta dazu, da er als erster serienmässiger Personenwagen mit einem stufenlosen hydraulischen Drehmomentwandler ausgerüstet wurde, der als vollautomatisches Getriebe arbeitet. Ein für die Schweiz neues Getriebe, die vollautomatische Hydramatic - Kraftübertragung von General Motors, wird voraussichtlich an drei Marken dieses Konzerns, nämlich Pontiac, Oldsmobile und Cadillac gezeigt werden. Diese technisch wichtige Neuerung soll an anderer Stelle während des Salons gewürdigt werden. Wenn wir im Rahmen dieses Artikels von den amerikanischen Wagen nur wenig berichten können, so liegt dies darin, dass die erwarteten Neuerscheinungen Tucker und Playboy in ihrer Entwicklung noch nicht so weit vorgeschritten sind, als dass sie am AutomobUsalon gezeigt werden könnten, dass ferner einige Modelle 1948 schon ziemlich verbreitet sind und schliesslich die grossen Konzerne keine geänderten Ausführungen zu zeigen haben. Auf seine Rechnung wird auch der Liebhaber sportlicher Fahrzeuge kommen, von denen der englische F r a z e r Nash, der technische Nachfolger des BWM 328 sowie der niederländische, mit Ford-Bestandteilen und einem hochgezüchteten Motor versehene G a t f o r d für unser Land Neuerscheinungen darstellen, CisiUlia und Healey sind beide mit neuen Karosserietypen vertre- .Sicherheitsventil tlnterdrucfcveftH Dnrek-Servo zur I. JalousiehUHgiint If Das geschlossene Kühlsystem beginnt sich einzubürgern und ist in Genf ani Hegley zu sehen. B#i dieser neuen Anordnung kann Dampf erst entweichen, wenn der Dampfdruck das Sicherheitsventil zu öffnen vermag. Hauptvorteile: Erhöhung des Siedepunktes besonders bei Bergfahrten; kleinere Wasserverluste. ten, während der Talbot-Lago-Grand-Sport, den wir in Paris bewundert hatten, als Chassis zu sehen sein wird. * Verstärkte Bedeutung wird dieses Jahr dem Sektor Personenwagenkarosserien zukommen, dessen Vertreter ausschliesslich schweizerischer und italienischer Herkunft sind. Während es hier nicht notwendig sein dürfte, den hohen Stand und die führende Stellung unserer Karosseriefirmen näher zu umschreiben, so dürften dennoch die letzten Schöpfungen der bekannten Spezialisten, von denen einige wirkliche Meisterwerke sind, grosses Interesse finden. Die italienische Industrie, deren Erzeugnisse unseren Lesern ebenfalls nicht unbekannt sind, zeigt auf einem sehr grossen Gemeinschaftsstand die neuesten Erzeugnisse einer ganzen Anzahl ihrer Firmen. Mit gegen 50 Ständen wird die Gruppe der Nutzfahrzeuge einen wesentlich repräsentativeren Charakter besitzen, als dies in früheren Jahren der Fall war. Der grosse Bedarf an Liefer- und Lastwagen aller Art führte dazu, dass sich der Markt in letzter Zeit stark erweitert hat, da die schweizerische Industrie, deren Produkte nach wie vor technisch als Maßstab für Vergleiche gelten, ihr Potential leider nicht derart vergrössern kann, um mit der teilweise doch vorübergehenden Nachfrage Schritt zu halten. So werden denn die Vertreter der ausländischen Nutzfahrzeugfirmen, vor allem die amerikanischen, englischen, französischen und italienischen Marken, ebenfalls Beachtung finden. Im grossen und ganzen wird man bei den schwereren Typen ein Vorherrschen des Dieselmotors in verschiedenen Varianten feststellen können; bedeutende Fortschritte sind in den Nutzfahrzeugkarosserien zu verzeichnen, bei denen die Belange von Komfort und Linie vermehrte Beachtung finden. Das Bedford-ldsrwagenfahrgestell wird mit Motorhaube^ Torpedo und Windschutzscheibenrahmen geliefert und Vonn in der Scfcweir karouiert werden. •!• Zugänglichkeit am Lastwagen: Einfacher Ausbau des Dieselmotors am Fiat 626 N. Eine Vorschau auf die Gruppen Zubehör, Garageartikel, Treibstoffe etc. erscheint fast unmöglich. Verhältnismässig selten wird man hier absolute Neuigkeiten antreffen, dagegen stösst man auf eine Reichhaltigkeit des Angebotes, die einen längeren Besuch bestimmt rechtfertigt. Es wird die Aufgabe unserer Rundgänge sein, die gezeigten Objekte dieser wie auch der übrigen Gruppen etwas näher zu beschreiben. Vor etwa 25 Jahren war es üblich, jeden Salon, vor allem die jährliche Ausgabe des Pariser Salons, mit einem Schlagwort zu charakterisieren. So sprach man vom Salon der Vierradbremsen, demjenigen der Schwingachse, des Ballonpneus, der Achtzylinder etc. Während wir letztes Jahr unsere Genfer Ausstellung den «Salon der langen Lieferfristen » nannten, so hat sich heute die Situation in der Belieferung derart gebessert, dass man heute mit einigem Recht vom < Salon der normalisierten Verhältnisse» sprechen kann, denn wir stehen heute wiederum deutlich am Beginn einer Periode, in der das Spiel von Angebot Und Nachfrage wieder normal und gesund zu spielen beginnt. In Genf gibt es Wagen, die man nicht nur ansehen, sondern auch kaufen kann. OLDSMOBILE .ö& '•V. V:;V:CHEVRÖLET Schweizerische Qualitätsarbeit CHEVROLET - PONTIAC - OLDSMOBILE - BUICK - VAUXHALL. Dies sind die Automobilmarken, welche durch die General Motors Suisse S. A. in ihrer modernen Fabrik in Biel montiert werden. — Qualifizierte schweizerische Arbeitskräfte bürgen für sorgfältige Durchführung der Montage, Malerei und Fertigstellung, bis zur endgültigen Inspektion der fahrbereiten Wagen. Anpassung an die schweizerischen Verhältnisse Die, General Motors Suisse S.A. kann, da in der Schweiz ansässig, die speziellen Wünsche Jer hiesigen. Kundschaft berücksichtigen. Stets bestrebt, sich das Vertrauen der Kundschaft zu erhalten, hat unser Unternehmen den Verkauf seiner Produkte seriösen Vertretungen übergeben, mit denen sie eine Zusammenarbeit aufrecht erhält. Unser« Vertreter werden sich glücklich schätzen. Sie am Internationalen Automobil-Salon in Genf am Stand der General Motors zu empfangen, um Ihnen die neuesten Wagenmodelle zu zeigen. Service-Stationen in der ganzen Schweiz Ein grosses Netz von General-Motors-Service-Stationen erstreckt sich über die ganze Schweiz. Sie sollen sich stets über fachgemässe und preiswerte Arbeit ausweisen können. Das reichhaltige Ersatz» '-'Hager in der Fabrik in Biel ergänzt die' nigen ihrer Vertreter, erlaubt eine rasche Lieferung zu festen Preisen für die ganze Schweiz.

Nr. 10 - MITTWOCH, 10. MÄRZ 1948 AUTOMOBIL-REVUE 11 Eine neuartige Übersicht über den Automobilbau des Jahres Internationale Konstruktions- und Fahrleistungstabellen 1948 Ergänzungen zur < Katalognummer > in den kommenden «A.-R. »-Salonausgaben Ak Ergänzung, ihrer Salon-Berichte veröffentlicht die «A.-R. » in den Sondernummern während des Genfer Salons eine nach Ländern gegliederte Tabellenreihe über die ausgestellten Personenwagen, die, soviel bekannt ist, in dieser Form bisher noch nicht zur Verfügung stand. Unsere Leser sind davon orientiert, da6s die wichtigsten technischen Daten aller Personenwagen der Weltproduktion jeweils in der auf den Salon erscheinenden «Katalognummer der Illustrierten Automobil- Revue » annähernd vollständig zusammengestellt werden. Daneben interessieren jedoch sowohl den Käufer wie auch den Gewerbler, besonders aber den technisch Interessierten und den Ingenieur, eine Anzahl weiterer Merkmale, die normalerweise in keinem Katalog enthalten sind. Die « A.-R. » hat deshalb auf den Salon weitere Tabellen vorbereitet, die folgende Daten enthalten: a) Konstruktive Angaben: — Spezifische Motorleistung (PS pro Liter); — Leistungsgewicht (kg pro max. Brems-PS); — spezifisches Hubvolumen (Liter pro Tonne Wagengewicht); — mittlere Kolbengeschwindigkeit (m pro sec); — theoretisch angesaugte Gemischmenge (pro km und Tonne); — spezifische Bremsfläche (cm ! pro Tonne). b) Fahrleistangsdaten: — Geschwindigkeit in den Gängen bei 1000 T/min; — Drehzahl bei 100 km/h; — Geschwindigkeit bei der Höchstleistung; — Geschwindigkeit beim maximalen Drehmoment. e) Kennziffern: — Elastizitätskennziffer E; — Temperamentskennziffer T. Diese Tabellen, die vom technischen Dienst der «A.-R. » vorbereitet worden sind, bilden ein Zeichen des Vertrauens, das wir in unsere Leserschaft setzen. Wir haben immer und immer wieder betont, dass alle Merkmale, Konstruktionseigentiümlichkeiten und Kennzeichen eines Wagens 6ich nie nur entweder positiv oder negativ auswirken, sondern dass sich die Güte einer Konstruktion in der Art der getroffenen Kompromisse zwischen verschiedenartigen und nicht zu vereinbarenden Forderungen äussert. Dies gilt in ganz besonders hohem Masse von diesen Daten, die nicht unmittelbar dazu geeignet sind, den Wert eines Wagens zu bestimmen, wohl aber helfen, ein Bild seiner Eigenheiten im Rahmen der heute üblichen Bauweise zu erhalten. Es dürfte deshalb angezeigt sein, diesen Tabellen die nachstehenden Erläuterungen vorauszuschicken, die gleichzeitig für alle Tafeln in den Nummern 12, 13, 14 und 15 Gültigkeit besitzen. Konstruktive Angaben, Spezifische Leistung, Dieser Begriff ist identisch mit der Liter- oder Hubraumleistung und wird in PS pro Liter ausgedrückt. Je höher die spezifische Leistung, um so besser die Ausnützung des Hubvolumens, aber auch um so weiter wurde die Züchtung des Motors getrieben. Höhere Drehzahl führt normalerweise leicht zu höherer Literleistung, wobei über die « wärmemsusige * Auswertung der Treibstoffenergie noch nichts ausgesagt wird, weshalb man oft auch die Grosse «Literleistung pro 1000 Touren» bestimmt, von der wir allerdings abgesehen haben. Leistung6g e w i c h t. Das Leistungsgewicht wird in kg Wagengewicht pro PS (max. Motorleistung) ausgedrückt. Vom Leistungsgewicht hängt vor allem die Beschleunigungsfähigkeit wie auch die Bergfreudigkeit eines Wagens ab. Um den Unterschied des Leistungsgewichtes bei leerem und beladenem Wagen, der bei Kleinwagen besonders ins Gewicht fällt, aufzuzeigen, sind in dieser Kolonne zwei Werte angegeben, von denen sich der erste auf den trockenen Wagen (alle Tanks leer) bezieht, der zweite aber auf den fahrbereiten, mit zwei Personen beladenen Wagen mit vollem Benzintank und übrigen Behältern. Das Leistungsgewicht spielt für schweizerische Verhältnisse eine grosse Rolle, da ein Wagen mit Kraftreserve weniger hoch beansprucht wird als ein solcher, der stets auf Höchstdrehzahl arbeiten muss, um den Wagen die verlangte Beschleunigung oder Steigfähigkeit zu vermitteln. Spezifisches Hubvolumen. Ein günstiges Leistungsgewicht kann auch ein Wagen erzielen, der einen an sich kleinen Motor besitzt, dessen hohe Verdichtung und Drehzahl aber eine derart beträchtliche Leistung ergibt, das6 der Wert kg/PS dennoch vorteilhaft ausfällt. Für den gewöhnlichen Tourenwagen fällt aber auch ins Gewicht, ob der Motor für die geforderte Fahrleistung und übliche Zulast ein genügend grosses Hubvolumen besitze. Diese Frage wird durch den erwähnten Wert beantwortet, der in Liter (Hubvolumen) pro Tonne (Wagengewicht) ausgedrückt wird und sich auf den unbeladenen Wagen mit leeren Behältern bezieht. Ein allzu günstiger Wert Tesultiert wohl in einer ausgezeichneten Fahrleistung, ergibt aber einen unwirtschaftlichen Betrieb. Mittlere Kolben Geschwindigkeit. Diese Grosse 6teht mit der zu erwartenden Motorabnützung in einem gewissen Zusammenhang. Je kleiner dieser Wert, um so günstiger (bei sonst gleichbleibenden übrigen Verhältnissen) für die Lebensdauer. Die Kolbengeschwindigkeit (und zwar die mittlere, da 6ie ja im Motor tatsächlich pro hal'be Umdrehung zwischen zweimal Null und Abb. 1 « Drosselmotor »- Charakteristik mit hohem Drehmoment bei niedriger Drehzahl, abfallender Drehmomentkurve und ab- Eerundeter Leistungskurve, 'rosse Differenz zwischen ni und ni, gute Elastizität., Zur Elastizitäts-Kennziffer c Abb.2 i •:•. Gerade Drehmomentkurve, gleichmässig steigende Leistungskurve. Differenz zwischen m und ni mittelgrosi, mittelgrosse Elastizität. einem Höchstwert schwankt) wird unter zwei Bedingungen angegeben, nämlich bei der Drehzahl, die laut Fabrik der Motorhöchstleistung zugeordnet ist, 6owie bei einer Motordrehzahl, die einer Fahrgeschwindigkeit von 80 km/h im direkten Gang entspricht. Sie wird wie folgt berechnet: 30 wobei bedeuten: Vkm = mittlere Kolbengeschwindigkeit in m/sec, s = Kolbenhub in m, n = Motordrehzahl pro Minute. Theoretische angesaugte Gemischmenge pro Kilometer. Dieser scheinbar komplizierte Begriff bezeichnet in Wirklichkeit eine leicht verständliche Grosse, nämlich [ das gesamte Luftvolumen (und damit auch die- Treibstoffmenge bei bestimmter Vergasereinstellung)^ die der Motor pro Kilometer Fahrstrecke, nach unserer Tabelle im direkten Gang, ansaugt. Diese Zahl nennt man technisch korrekt den Luftdurchsatz. Da ein schwerer, grosser Wagen normalerweise bei sonst gleichen Verhältnissen ein grösseres Volumen ansaugen wird als ein kleines Fahrzeug tgrÖ6serer Motor oder kleinere Hinterachsübersetzung), wurde aus diesem Wert auch der Luftdurchsatz pro Tonne bestimmt. Im allgemeinen zeigt diese Grosse verhältnismässig wenig Differenzen von Marke zu Marke, ein Beweis dafür, wie nahe sich die einzelnen Konstruktionen gekommen sind. Spezifische Bremsfläche. Dieser Wert wird definiert als Bremsbelagfläche in cm* pro Tonne Wagengewicht. Je grösser der Wert, um so günstiger an und für sich die Bremseigenschaften bei sonst gleichbleibenden Umständen. Anderseits bedeuten grosse Bremsen schwere, ungefederte Massen an den Rädern und können.sich etwas ungünstig auf die Lenk- oder Fahreigenschaften auswirken. Fahrleistungsdaten. Ges c hw indigkeit in den Gängen bei 1000 Touren/min, Für alle Getriebegänge wurde die Fahrgeschwindigkeit bei 1000 Touren/min bestimmt. Durch eine einfache Multiplikation ist es möglich, die Geschwindigkeit bei jeder Motordrehzahl festzulegen. So kann man leicht die Maximalgeschwindigkeiten in den unteren Gängen ausrechnen, wobei allerdings bei den meisten Wagen ein Ueberdrehen über die Tourenzahl, bei der die Höchstleistung erreicht wird, möglich ist Die Genauigkeit dieser Angaben ist nicht vollkommen, da der Rollradius der Reifen nicht immer einwandfrei ermittelt werden konnte. Drehzahl bei einer Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h. Der reziproke Wert der obgenannten Zahl kann zur Bestimmung dieser Zahl herangezogen werden. Sie wurde für alle Gänge ermittelt, in denen angenommen werden darf, dass 100 km/h erreichbar sind. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Wagen erlaubt, Unterschiede im Drehzahlbereich festzulegen. Geschwindigkeit bei der Höchstleistung. Liegt dieser Wert verhältnismässig niedrig, so handelt es sich um einen Wagen mit gutem Anzugsvermögen, aber für lange, schnelle Touren nicht sehr günstiger Uebersetzung; liegt er zu hoch und fast bei der wirklich zu erwartenden Höchstgeschwindigkeit, so kann man den Wert bei sportlichen Wagen als richtig bezeichnen, während er bei Tourenwagen entweder das Bedürfnis nach mindestens vier Gängen ausdrückt oder aber auf nicht überdurchschnittliche Beschleunigungs- und Bergsteigefähigkeitswerte im direkten Gang schlies- 6en lässt. Geschwindigkeit beim höchsten, Drehmoment. Bekanntlich besitzen normale i Motoren das höchste Drehmoment bei Verhältnis- j massig niedriger Drehzahl; nuT Sport- und Rennwagen sind mit Motoren ausgerüstet, deren Drehmoment erst bei hohen Drehzahlen 6ein Maximum erreicht. Ein Wagen, dessen maximales Drehmoment schon bei niedriger Geschwindigkeit im direkten Gang abgegeben wird, zieht gut an, ist elastisch und verlangt seltenes Schalten, wird aber dafür auf Ausdrehen in den Gängen weniger stark reagieren. Es handelt sich somit um die Feststellung, ob der Motor eher, drehzahlfreudig ist oder in die Kategorie der vor allem von den amerikanischen Ingenieuren gebauten « Drosselmotoren » gehört. Kennziffern. Die beiden den Tabellen beigegebenen Kennziffern sind ein Versuch, zwei für die Schweiz besonders wichtige Grossen, die Elastizität und die Rasse, zahlenmäesig festzuhalten; Elastizitätskennziffer 100 200 T/min 300 E. Mit dieser n, n, mkg kam Abb. 3 Ausgesprochen hochgezüchteter Motor mit steinender Drehmomentkurve. Differenz zwischen ni und ni ganz klein; schlechte Elastizität. Zahl wird der Versuch gemacht, die Elastizität des Wagens besonders bei niedrigen Drehzahlen festzuhalten. Sie wird wie folgt definiert: E =—— (dimensionslos) n i wobei bedeuten ni = Motorendrehzahl in T/min bei der höchsten Motorleistung und n» = Motordrehzahl beim höchsten Motordrehmoment. Typische, voneinander verschiedene Motorkurven (Charakteristiken) zeigen die beigegebenen Diagramme. Ein Motor mit möglichst groseer Differenz zwischen n t und ÜJ kann als elastisch bezeichnet werden, während ein Motor mit kleiner Differenz zwischen den beiden Werten stets auf Touren gehalten werden muss (häufiges Schalten), damit er Leistung abgibt. :, TemperamentskennziHer T. Nicht nur die Elastizität; sondern auch die im Verhältnis zum Wagengewioht verfügbare Motorleistung beeinflusst die Lebhaftigkeit eines Wagens, sein Temperament, Die Temperamentskennziffer T sei deshalb wie folgt definiert: Elastizitätskennziffer 0,1 X Leistungsgewicht je grösser also die Temperamentskennziffer, um so lebhafter und elastischer zugleich der Wagen. Dabei sei aber berücksichtigt, daas zwei Wagen mit ganz verschiedenen Eigenschaften (der eine mit ausserordentlich elastischem Motor, der andere mit besonders günstigem Leistungsgewicht) dieselbe Temperamentskennziffer besitzen können. Es ist notwendig, über den zu erwartenden Genauigkeitsgrad der Tabellen einen Vorbehalt anzubringen. Sowohl viele Werkangaben wie auch andere wichtige Grossen (vor allem Rollradius der Reifen etc.) sind schwierig zu eruieren und noch schwieriger zu kontrollieren. Da sie nicht immer auf den gleichen Voraussetzungen beruhen, ist es nicht möglich, eine absolute Genauigkeit zu erzielen, wenn auch eine solche angestrebt wurde. Diskussionsbeiträge zu den Tabellen sind uns sehr willkommen. Br. TECHNISCHE NEUERUNGEN Eine neue automatische Differentialsperre Bei den meisten Last- und Personenwagen werden die Hinterräder über ein gewöhnliches Differentialgetriebe von der Kardanwelle her angetrieben. Kommt der Wagen in eine Lage, wo eines der Hinterräder den Boden nicht zu fassen vermag, so wird die ganze Motorleistung von der Kardanwelle auf das frei drehende Rad abfliessen, d. h. der Wagen kann sich nicht mehr von der Stelle bewegen. Diesen Nachteil hat man durch den Einbau von Sperrvorrichtungen -zu beheben gesucht. Wie die Zeitung «La vie automobile •» berichtet, hat kürzlich J. G. Koblence ein automatisch sperrendes Differential patentieren lassen. Dieses Getriebe hat den Vorteil, dass es bei normaler Geradeausfahrt und selbst noch bei Fahrt in engen Kurven wie ein normales Differential arbeitet und die Sperrwirkung erst beim Schleudern eines Rades auftritt. Das patentierte Differentialgetriebe ist im Schnitt dargestellt. Wie üblich besteht es aus dem von der Kardanwelle angetriebenen Gehäuse 13, den beiden freien Rädern 9 und 10 und den Antriebsrädern 5 und 6. Neu sind nur die mit den freilaufenden Rädern starr verbundenen Ritzel 11 und 12, die mit ihnen kämmenden Räder 7 und 8 und die Freiläufe 3 und 4. Die Freiläufe sind so gebaut, dass, wenn z. B. die Welle 2 langsamer dreht als das Rad 8, der Freilauf nicht sperrt. Sperrwirkung tritt erst ein, wenn die Welle -2 schneller dreht. Das Uebersetzungsverhältnis zwischen den Rädern 11 und 8 ist nun so gewählt, dass bei Fahrt auf der Gerade'n die Welle 2 mit etwa l.lmal kleinerer Drehzahl umgeht als das Rad 8. Wird nun eine sehr enge Kurve gefahren, so wird die Welle 2, die mit dem kurveninnern Rad verbunden ist, noch immer mit kleinerer Drehzahl umlaufen als das Rad 8. Obschon die Differenz der Drehzahlen viel kleiner als bei der Geradeausfahrt ist, so tritt doch keinerlei Sperrung des Freilaufs 4 ein. Erst wenn das mit der Welle 2 verbundene Rad keine richtige Bodenhaftung 1 mehr hat, das Rad also durchbrennt, kann die Drehzahl der Welle 2 grösser werden als die Drehzahl des Rades 8, worauf der Freilauf 4 sperrt. Vom Moment der Sperrung an geht wiederum Kraft auf die Welle 1, und der Wagen kann sich mit Hilfe des andern Rades weiter bewegen. Sobald beide Räder wiederum gute Bodenhaftung haben, wird die Sperre automatisch gelöst. Die Sperrung erfolgt also vollkommen automatisch. Irgendwelche zusätzlichen Betätigungsorgane beim Sitz des Lenkers sind nicht notwendig. Die Sperrung arbeitet auch bei Rückwärtsfahrt, nur sperrt bei Durchbrennen des mit der Welle 2 verbundenen Rades der gegenüber liegende Freilauf 3 das Getriebe. . -dy- Schnee< ketten > aus Gummi Eine neue Schnee« kette », die aus Gummi besteht, ist unter dem Namen « Gripco » erhältlieh. Die Herstellerfirma (Stevens Safety Grip in Lackawanna, N. J.) behauptet, dass diese Kette, die in Wahrheit ein breites, mit einer Reihe von Schlitzen versehenes Gummiband ist, den ganzen Winter auf dem Reifen gelassen werden kann; bei Schnee oder Glatteis werden in die Schlitze metallene Haken gesteckt, die das Band in eine Metallkette verwandeln. Ultraviolettlampen für Garagetoiletten Von den amerikanischen Westinghouse-Werken sind Sterilisierungslampen auf den Markt gebracht worden, die für öffentliche Toilettenanlagen in Garagen und Tankstellen bestimmt sind und angeblich nach 60 Sekunden eine 99prozentige Keimfreiheit verbürgen. Da in dem ausserordentlich starken Konkurrenzkampf zwischen Tankstellen die Hygiene der «restrooms» als Zugmittel benutzt wird, sind bereits zahlreiche Tankstellen mit Ultraviolettlampen ausgestattet worden. Ein Mikfohärteprüfungsapparat In der Autoindustrie werden jetzt Mikrohärteprüfungsapparate für Stahl benutzt, die es möglich machen, die Härte des Materials auf Grund mikroskopischer Untersuchungen festzustellen, ohne dass die untersuchte Stelle später als solche kenntlich ist. Im Prinzip handelt es sich darum, die nur wenige Tausendstel Millimeter betragende Einbuchtung zu messen, die ein mit einer Diamantenspitze versehenes Gewicht von wenigen Gramm auf einer spiegelglatt geschliffenen Stahlplatte hinterlässt. Betrieb mit zwei Treibstoffen verschiedener Klopffestigkeit Eine interessante Anregung ist auf der Tagung der «Society of Automotive Engineers » von W. M. Holaday, einem Ingenieur der Socony-Vacuum-Gesellschaft, gemacht worden. Nach Mr. Holaday beschäftigen sich mehrere namhafte Autofabriken mit Versuchen, Maschinen herzustellen, die durch zwei Benzintanks gespeist werden. Während der eine Tank mit gewöhnlichem Benzin gefüllt ist, enthält der andere ein Hochoktangemisch, das nur dann benutzt wird, wenn die Maschine infolge von Steigungen oder zwecks schnellerer Beschleunigung besonderen Beanspruchungen ausgesetzt ist; in allen anderen Fällen wird dem Motor gewöhnliches Benzin zugeführt. Lösemittel für Benzinverunreinigungen Nach einer Mitteilung des «Scientific American » 16t unter dem Namen «Tank Kleen» eine Flüssigkeit erhältlich, die eine nahezu restlose Reinigung des im Tank befindlichen Benzins durchführt. Die lösbaren Kohlenwasserstoffverbindungen werden in ein Gemisch übergeführt, das mit dem Benzin zugleich verbrennt; die unlösbaren Stoffe werden in den Kolloidzustand übergeführt und daran gehindert, sich im Tank oder Motor festzusetzen. Angeblich hat « Tank Kleen » noch die Eigenschaft, Metall nicht anzugreifen, eine Ansammlung von Wasser innerhalb des Brennstoffsystems zu verhindern, einem Einfrieren der Benzinleitung entgegenzuwirken, das Starten im Winter zu erleichtern und eine Reinigung der Ventile und des Vergasers zu ermöglichen, ohne dass diese entfernt werden müssten. E. B.