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E_1948_Zeitung_Nr.010

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 10. MAKZ 19« - Nr. U Die Anordnung der Stände im Parterre des Genfer Ausstellungsgebäudes AKTUELLES In absehbarer Zeit keine linksufrige Vierwaldstätterseestrasse Im Zusammenhang mit einer Erklärung zur Frage des Baues einer Strasse Seedorf—Bauen befasste eich im urnerischen Landrat Landammann Arnold kürzlich auch mit dem heutigen Stand der Angelegenheit «linksufrige Vierwaldstätterseestrasse ». Und was er darüber bekanntgeben konnte, berührt weiteste am Autotourismus interessierte Kreise, so da6s es 6ich rechtfertigt, seine Eröffnungen mit jener Ausführlichkeit wiederzugeben, die sie bei ihrer Tragweite verdienen. Wohl gab das Urner Volk 1938 seine Zustimmung zum Bau einea 2,60 m breiten Gütersträsschens längs des Urnereees von Seedorf nach Bauen, wohl gewährte es auch den hiefür erforderlichen Kredit, allem die Verwirklichung des Vorhabens verzögerte sich, namentlich seitdem 1939 das Projekt einer linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse von Buochs über Seelisberg nach Bauen und Altdorf aufgetaucht war. Damit änderte sich für -die Gemeinden am linken Seeufer die Situation insofern, als sie sich angesichts dieses Planes mit einer Verschiebung des Baubeginns an der Güterstras6e einverstanden erklärten. Ständig warf von jenem Augenblick an die grosse «Linksufrige» ihre Schatten auf den Bau des Gütersträsschens und legte ihm Schwierigkeiten in den Weg, ständig blieben wichtige Fragen unabgeklärt, auch als der Bund die Inangriffnahme der grossen Durchgangsstrasse nach Kriegsende vorläufig ablehnte. Um der Ungewissen Lage ein Ende zu bereiten, erkundigte sich der Urner Landrat im Mai letzten Jahres beim Bundesrat, ob Aussicht darauf bestehe, dass die projektierte linksufrige Vierwaldstättereeestrasse in absehbarer Zeit ausgeführt werde, Am 6. Februar 1948 (i), nach wiederholten telephonischen und persönlichen Demarchen, traf endlich die Antwort ein. Sie ist eine Bestätigung, oder genauer gesagt, eine noch schärfere Formulierung des vorläufigen Neins, das der Bundesrat schon im Dezember 1946 bei der Behandlung des Postulats Muheim im Ständerat ausgesprochen hatte. Erklärte damals Bundesrat Etter, er könne dem Postulanten keine grossen Hoffnungen machen, weil vor der Erstellung neuer Alpenstrassen die bestehenden ausgebaut werden müssen und weil es gelte, das Rütli vor einer Strasse zu schützen, «deren Verkehr den Zauber des Nationalheiligtums zerstören könnte », so klingt es heute aus der bundesrätlichen Antwort noch deutlicher und enschiedener ablehnend. Erscheinungsweise und Inhalt der während der Dauer d«s Genfer Automobil-Salons DI« «Automobil-Revue» gibt während des Salons fflnf Sondernummern bereits, die {»de in sieb abgeschlossen einzelne Gebiete behandeln. Die Abonnenten erhalten sämtliche Nummern zugestellt, während sich für die Kioksbezüger angesichts der zu erwartenden Nachfrage eine Vorausbestellung empfiehlt 1. SALONNUMMER — MITTWOCH, 10. MAERZ. Illustrierte Vorschau auf den Genfer Salon. Eine neuartige Uebersicht über den Personenwagenbau. Das Saurer - Vorwählgetriebe. Michelin « Metalic » — ein nener Nutzfahrzeugreifen, i'' 2. SALONNUMMER — FREITAG, 12. MAERZ. Salon: Die Eröffnung. Rund um die Ausstellung. Amerikanische Personenwagen: Uebersicht. Besuch der Stände. Bilder vom -Salon. Konstruktions- and Fahrleistungstabellen. Technik: Die Wagen am Salon — analysiert. Das Hydramatic-Getriebe. 3. SALONNUMMER — MONTAG, 15. MAERZ. Nntzfahrzeuge: Der Strassentransport im Nachkriegseuropa. Besuch der Stände von Lastwagen, Traktoren, Anhänger, Nutzfahrzeugkarosserien'. Bilder der Nutsfahrzeuge. Preislitte der Lastwagen nnd Traktoren des schweizerischen Marktes. c Das als Arbeitsbeschaffungsmassnahime im Auftrage des Bundes ausgearbeitete Projekt einer Durchgangsstrasse von Buochs nach Flüelen—Altdorf » — liest man da — « dürfte für längere Zeit keine Aussicht haben, verwirklicht zu werden. Die Kosten... wurden bekanntlich auf 39,5 Mill. Fr. berechnet, ohne Berücksichtigung der seit 1939 eingetretenen Erhöhungen der Preise und Löhne. Wir glauben, dass weder die beteiligten Kantone noch der Bund in absehbarer Zeit in der Lage wären, eine solche Strassenbaute zu finanzieren. Auch falls sich der Bund zur Durchführung eines zweiten Alpen6trassenprogramms enUchliessen würde (für dessen Finanzierung der Bundesrat jetzt einen Beschlussesentwurf zuhanden der eidg. Kammern ausgearbeitet hat. Red.), käme die Ausführung einer so teuren Neuanlage nicht in Frage, da die Kredite in vollem Ausmass für den Ausbau des bestehenden Strassennetzes verwendet werden müssten, Ob der Bau der linksufrigen Vierwaldstätterseestrasse in ein allfälliges späteres Alpenstrassenprogramm aufgenommen werden könnte, lässt sich heute nicht beurteilen.» Das ist eine Sprache, die ein jeder versteht und die keinen Zwsifed über das vorläufige Schicksal Französische Personenwagen: Technische Uebersicht. Besuch auf den Ständen. Salon-Bilder. Konstruktions- nnd Fahrleistungstabellen. 4. SALONNUMMER — MITTWOCH, 17. MAERZ. Karosseriebau am Salon: Die Serienkarosserie 1948. .Besuch bei den Spezialkarosserien. Bilderseite. - Englische Personenwageni England und der Genler Salon. Standbesuche. Bildseite. Konstruktions- und Fahrleistungstabellen. Choke nnd Eusebio am Salon. 5. SALONNUMMER — FREITAG, 19. MAERZ. Italienische, tschechische, deutsche Personenwagen. Uebersicht Ober die Tendenzen. Standberichte, Bilderseiten. Konstruktions- nnd Fahrleistungstabellen. Zubehör am Genfer Salon: Qie Zubehörindustrie 1948. Besuch der Stände (Zubehör, Garageeinrichtungen, -service, Bereifungen, elektrische Ausrüstung, Treibstoffe). der linksufrigen. Vlerwaldstättcrseestrasse übrig lässt. Aber wenn der Bundesrat auch noch für einige. Zeit keine Möglichkeit sieht, an deren Ausbau heranzutreten, 60 darf das auf keinen Fall hejssen,' dass die Verwirklichung des Werkes nun ad calendas graecas verschoben sei. Damit würden sich die daran mittelbar und unmittelbar interessierten Kreise wohl kaum,stillschweigend abfinden. •,• " . AUTO UND FISKUS Motorfahrzeugbesteuerung im Kanton Aargau Keine Erhöhung der Steuern! Mit «einer Botschaft Nr. 3288 vom 17. Oktober 1947 hatte der Regierungsrat des Kantons Aargau dem Grossen Rate Aenderungen in der Besteuerung der Motorfahrzeuge beantragt. Diese Botschaft hat in der Sitzung des Parlaments vom 5. März folgende Erledigung gefunden: 1. Der Regierungsrat eah die Aufhebung der Steuererleichterung für Personenwagen mit 11 und mehr PS vor, die während wenigstens fünf Jahren im Verkehr standen and während wenigstes« drei Jahren im Kanton Aargau voll versteuert wurden. Der Gros«« Rat ist diesem Antrag nicht gefolgt; er hat eich vielmehr mit 63:18 Stimmen für die Beibehaltung dieser Steuererleichterung ausgesprochen. Die Beibehaltung der bisherigen Ordnung liege im Interesse der Motorisierung der Armee; ausserdem erschien sie dem Grossen Rat« auch deshalb angezeigt, weil die Post ihre Tarife wesentlich erhöht hat und sich viele Betriebe Autocars anschaffen, um die Arbeiter transportieren zu können, 2. Dem Antrag des Regierungsrates auf Herabsetzung der Steuer für Fahrräder mit Hilfsmotoren von Fr. 25.— auf Fr. 15.— wurde zugestimmt. 3. In gleicher Weise hat sich der Grosse Rat für die Aufhebung der Ermässigung der Gebühr für Händlerschilder ausgesprochen. Somit ist inskünftig für jedes Schilderpaar die volle Gebühr von Fr. 300.— für Automobile und Fr. 80.— für Motorräder zu entrichten. 4. Die Gebühr für die Handänderung (Personenund Lastwagen) von bisher Fr. 20 ist auf Fr. 5.— herabgesetzt worden. 5. Die Besteuerung der Traktoren wird entsprechend dem Antrag des Regierungsrate« wie folgt neu geordnet: Für Traktoren und ArbeiUmaschinen, die ausschliesslich in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft verwendet werden, ist nur eine jährliche Gebühr von Fr. 50.— zu entrichten. Motormähmaschinen, -pflüge und -binder etc., die nicht mehr als 10 km pro Stunde fahren, sind gebührenfrei. Werden sie auch als Zugmittel verwendet, ist eine Gebühr von Fr. 15.— zu entrichten. Sowohl der Regierungsrat als auch der Grosse Rat haben von einer allgemeinen Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer abgesehen. Eine solche Erhöhung wäre nach Ansicht beider Rite mit Rücksicht auf den hohen Benzinpreis nnd au! die andern erhöhten Unkosten, welche die Wartung der Motorfahrzeuge erfordert, nicht gerechtfertigt E« wurde auch festgestellt, dass eich die Gebührensätze für Personenwagen im Kanton Aargau ohnehin an der obern Grenze bewegen. In diesem Zusammenhang seien auch die Bemühungen der Sektion Aargau des ACS erwähnt, welche — wie man sieht mit Erfolg — auf die Beibehaltung der bisherigen Gebührenordnung abzielten. N.

Nr. 10 - MITTWOCH, in.Mutz ioin AUTOMOBIL-REVUE SPORTNACHRICHTEN GENF als Zentrum des Automobilsportes Ein RUckbiick auf 50 Jahre sportlichen Geschehens Mit dem internationalen Automobilsalon, der morgen Donnerstag in der Stadt des Völkerbundes unseligen Angedenkens seine Tore öffnet, weicht die Sektion Genf des ACS erstmals von der bisherigen Tradition ab, die darin bestand, dass sie alljährlich im Rahmen der Genfer Schau eine automobilsportliche Veranstaltung, sei es ein Kilometerrennen, sei es eine Sternfahrt, sei es, wie während der zwanziger und zu Beginn der dreissiger Jahre, gar beides zusammen aufzog. Die Gründe, die zu diesem bedauerlichen Entscheid führten, haben wir an dieser Stelle vor einigen Wochen auseinanderauch bei uns erstklassige Fahrer ausbilden, welche bis jetzt fehlen, und der regsame Autosport wird seine Rückwirkungen nicht verfehlen, gemäss dem Vom Grossen Preis der Voituretten, Meyrin 1931... Am Start zum Ausscheidungslauf der 1,5-Liter-Voituretlen vor dem Cafe de l'Aviation. In der ersten Reihe von links nach rechts: Senechal (Delage), Veyron (Bugatti), der Sieger dieses Vorlaufs und Dr. Avondet (Bugatti). Hinter ihnen haben Basa- donna (Alfa Romeo) und Gaupillat (BugattiJ und in der dritten Reihe, ganz < am Hag >, J. Kessler (Alfa KRomeo) Aufstellungf genommen. Axiom: Ohne einen ausgiebigen Autosport kein Fortschritt der Autotechnik und der Autoindustrie ... daher wollen wir alle Hebel in Bewegung setzen, dass die schweizerische Autamobi'Iindustnie alljährlich ihr einheimisches Rennen erhält. > Nun, sie erhielt es, und dafür gebührt das Verdienst nicht zuiletzt den initiativen Genfern, die sich 1907 nicht davon abhalten Messen, ein Faucille-Bergrennen zu inszenieren, in welchem* ihr Vorstandsgesetzt und dürfen es uns daher versagen, neuerdings darauf •zurückzukommen. Dagegen sei die Gelegenheit, dass wir den Sportteil der «A.-R. > während des Salons heuer nicht der Berichterstattung über sportliche Konkurrenzen zu reservieren haben, beim Schopf gefasst, um einmal einen Rückblick zu werfen auf die überaus rege und erspriessliche automobilsportliche Aktivität, die die Genfer Sektion des ACS seit den ersten Tagen ihres Bestehens entfaltet hat und noch immer entfaltet. Den Zeitpunkt für einen solchen historischen Exkurs erachten wir um so eher für gekommen, als im Herbst dieses Jahres gerade ein halbes Jahrhundert verflossen sein wird, seit sich in Genf eine Handvoll « Chauffeure» zusammengeschart hat, um unter der damals treffenden Bezeichnung «Societe d'encouragement pour le developpement de l'automobiüsme en Suisse > den heutigen Automobil-Club der Schweiz aus der Taufe zu heben. Es würde freilich allzuweit führen, wollten wir uns unter die Geschichtsschreiber begeben und die Veranstaltungen, die in der Rhonestadt in Szene gingen, lückenlos aufzeichnen. Man vergesse eines nicht: Genf war während langen Jahren nicht nur Sitz des ACS, sondern automobilistischer Brennpunkt der Schweiz schlechthin, wobei zahlreiche Anlässe von der Sportkommission des Zentralclubs organisiert wurden und die Sektion Genf als verantwortliche Organisatorin verhältnismässig selten in Erscheinung trat. So müssen wir uns denn darauf beschränken, die Erinnerung an die wichtigsten Wettbewerbe wachzurufen. Von der Jahrhundertwende bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges Als erste sportliche Veranstaltung organisierten die Genfer 1901 eine Zuverlässigkeitsfahrt auf einer 99 km langen Strecke, die H. Patry auf einem 7-PS-Fahrzeug mit rund 25 km/h gewann. Im selben Jahre stieg ein Bergrennen Trelex—Saint-Cergue, das Barbey auf Daimler in 17'10" = knapp 35 km/h als Sieger sah. Nachdem man 1903 erstmals ein Kilometerrennen mit fliegendem Start durchgeführt hatte, brachte 1904 »ine gesteigerte Tätigkeit, wurde doch das Kilometer-Iance nicht nur wiederholt und der Vorjahresrekord von 90 auf 115 km/h hinaufgeschraubt, sondern neben zwei Gymkhana im Park von Eaux- Vives und in Ploinpalois abermals eine Bergprüfungsfahrt ausgetragen, und zwar in Cologny, wo Dr. Keser auf Mors mit 3 :43,8 die beste Tageszeit fuhr Nach einer Formel, die das Gewicht des startbereiten Fahrzeuges, das Hubvolumen und die gefahrene Zeit berücksichtigte, entschied O. Pfister auf'Peugeot im Jahre 1906 die erste Wettfahrt auf den Marchairuz um die Coupe Monod zu seinen Gunsten, während aus einer Brennstoffkonkurrenz, die ein 128-km-Circuit in Savoyen zum Schauplatz hatte (Klassement auf Grund des Verbrauchs pro 1000 kg Gewicht), Ernst auf einem Wagen seines Namens siegreich hervorging. Unter dem frischen Eindruck des Erfolges dieser Spartanlässe schrieb die «A.-R.» in einem «Schweizerisches Automobilrennen und einheimische Industrie» betitelten Aufsatz: «Es ist dem ACS hoch anzurechnen, dass er des öftern schon die Initiative zu Wettfahrten ergriffen hat, und wir können nur rufen: vivat sequens! Dann werden sich allmählich mitglied H. Firmenich auf Humbert mit der Zeit von 27'20" obenausschwang. Die Wiederholung dieses Rennens im Jahre 1908 erfolgte nach einer komplizierten Formel, bei der die Zylinderzahl, die Bohrung in cm, das Wagengewicht inkl. Passagiere, die Zeit in Sekunden und die Durchschnittsgeschwindigkeit in m/sec eine Automatische Kompressorengruppen Wiederum sind — diesmal auf dem Secheron-Circuit — 1,5-Liter-Wagen am Ablauf, deren «Physiognomie> sich jedoch in der Zwischenzeit von Grund auf geändert hat. An Stelle von Bugatti gibt die Alfetta den Ton an, die hier — mit Trossi, Wimille und Farina, dem nachmaligen Gewinner des Grand Prix — die vordersten Startpositionen im Schlussrennen besetzt hält. Dahinter (Nr. 46) Nuvolari auf Maserati und Varzi auf Alfa Romeo. Rolle spielten. Formelsieger wurde der Franzose 1912, F. GriHet auf Fourllaronj die Tagesbestzeit schuf nämlich wiederum Gilly—Burtigny mit Fleury auf Tournier auf Pic-Pic in 11'24". Pic-Pic (3 :51,0) als Tagessieger und das vom Auto- Eine zweijährige Pause Hess neue Pläne heranreifentier—Treize Arbres mit Nigg auf Fiat (4:20,0) als Touring-Qub vorbereitete Saieve-Rennen Monne- 1910 Schnellstem. fand auf der Strasse Rolle—Nyon ein Kilometerlance mit anschliessender Bergprüfungsfahrt Gilly— 1913 Bei der Wiederholung dieses Rennens im Jahre Burtigny statt, die mit 32,2" = 111,820 km/h, bzw. 3'44,8" = 54,448 km/h beide zu einer Beute des triumphierte Corte auf Cotfin-Desgouttes mit 5 :13,8, bekannten Opelfahrers Joerns wurden. und im Kflometerrennen mit stehendem Start, das Als Organisator eines KUometer-lances in Eau- aus Anlass der Durchfahrt der automobilistischen Tour de France im April morte im Jahre 1911, bei dem Charles Nigg (Fiat) auf das vielbestaunte Stundenmittel von 145 km kam, trat ausnahmsweise der TCS auf. Zwei Be.rgrennen kalender des Jahres NOVA 1914 auf der Strosse von Eaumorte die erste Auflage erlebte, schoss Hoffer auf Hispano-Suiza mit 46,4" den Vogel ab. — Der wenige Monate darauf ausj gebrochene erste Weltkrieg verunmöglichte einstweilen die Verwirklichung weiterer Pläne. Schon ein gutes halbes Jahr nach dem Ab-von g/ossem praktischem Wert mit Rücksicht auf die gegenwärtig sehr hohen Benzinpreise. » Stocker legte auf Diatto mit 88,150 km die grösste Distanz zurück, während Bodmer (Marmon) auf Grund einer besondem Wertungsformel am besten abschnitt. Das Fauoi'lle-Rennen von schluss der Feindseligkeiten hob sich in Genf der Vorhang über dem sportlichen Geschehen der Zwischenkriegsperiode mit der Bergprüfungsfahrt Gilly—Burtigny vom I.Juni 1919, darin Meynet auf Hispano-Suiza mit 4:21,2 den Lorbeer erhaschte. 1920 wartete mit einem 5-Liter-Verbrauchswettbewerb auf, dem die « A.-R. » in ihrem Vorbericht folgende träfe Glosse widmete: « Er ist sehr interessant und für 7—15 und 40 Atmosphären NOVA-WERKE JUNKER & FERBER - Badenerstrasse 412 • ZÜRICH • Telephon 2758 35 • ... zum Grossen Preis der Nationen, Genf 1946 figurierten auf dem Sport- Die sportliche Hochkonjunktur der zwanziger Jahr* 1922 vereinigte mehrere illustre Gäste am Start, u.a. den nachmaligen Weltrekordinhaber Rene Thomas auf Delage, der sich mit 10'28" den ßrevo-Pokal holte; den Faucille-Becher gewann in der neuen Rekordzeit von 9:57,4 der Voisin-Fahrer Piccioni. Ins Jahr 1923 fiel die erste Salon-Sternfahrt mit sechs verschiedenen Ausgangspunkten, wobei es eine Distanz von 275 km mit 30—35 km/h zu bewältigen galt und das Klassement nach einem einfachen Punktsystem unter Berücksichtigung der absolvierten Strecke, des Fahrzeuggewichts, des Zylinderinhalts und der Zahl der beförderten Personen erstellt wurde. F Koch, Luzern, auf Fiat vermochte sich an die Spitze der Rangliste zu setzen. Anderntags stieg das KHometer-lance in Eaumorte erstmals in beiden Richtungen; Thomas auf Delage erzielte mit 21,6" = 169 km/h die Tagesbestzeit, und die Tourenwagenkategorie sah Malardier (Slim) mit 31,9" = 113 km/h in Front. — Das Faucille-Rennen stand im Zeichen der Trauer um den im Training verunglückten Italiener Lampiano und brachte einen von Beck auf 2-liter-Bugatti aufgestellten neuen Sfrekkenrekord von 9 : 39,3. Das Novüm von 1924 bestand in der Durchführung eines Grossen Preises der 1,5-Liter-Voituretten und Cydecars auf einem 9,3 km langen Dreieckkurs in Meyrin vor den Toren Genfs, der qualitativ hervorragend beschickt war Lee Guiness auf Talbot erreichte über die vorgeschriebene Distanz von rund 400 km ein Stundenmittel von 112,7 km. Im Rahmen des im März erstmals international aufgezogenen Autosalons gelangte die Sternfahrt (Sieger E. Koch, Luzern, Fiat) nach unverändertem Reglement zum Austrag, und am Kilometer-Iance Eaumorte an dem man die drei heute geläufigen Fahrzeugkategorien zum erstenmal separat wertete, verbesserte Thomas seine Vorjahresleistung um mehr als 20 % Rennwagensieger: R. Thomas (Delage) 17,6" = 203,5 km/h Sportwagensieger: Alfter IBugatti) 30,4" = 118,42 km/h Tourenwagensieger: Schmidt (Alfa Romeol 31,3" = 114,83 km/h In Anlehnung an die Bestimmungen seiner beiden Vonläuferinnen stieg auch das Salon-Rallye 1925 (Erster: A. Gut, Luzern, Fiat), und als Kategoriensieger im fliegenden Kilometer von Eaumorte klassierten sich bei den Rennwagen: Divo (Delage) 18,075" = 197,5 km/h bei den Sportwagen: Ortmans (Panhard) 23,2" = 155,0 km/h bei den Tourenwagen: Fontaine (Cottin) 30,0" = 120 km/h 1926 trug man sich mit dem Gedanken, das KÜometerrennen auf eine breitere und vor allem günstigere An- und Auslaufmöglichkeiten bietende, im Bau befindliche Strasse zwischen Grand-Lancy und Certoux zu verjegen. Bodenbewegungen verzögerten indessen die rechtzeitige Beendigung der Bauarbeiten, weshalb man — trotz Verschiebung des Salons auf den Juni — wieder mit Eaumorte vorliebnehmen musste, wo die Kategorienbestzeiten wie folgt lauteten: Rennwagen: Kracht (Bugatti) Sportwagen: Merz [Mercedes K) Tourenwagen: Merz (Mercedes Kl 21,6' = 166,66 km/h 24,5" = 146,94 km/h 24,7" = 145,70 km/h Der erste Preis für die Sternfahrt, bei der zwischen Rolle und Prangins eine Kilometerprüfung mit stehendem Start eingeschaltet wurde, wanderte neuerdings an einen Luzerner (Haas auf Delage». Im Rallye von 1927, dessen Bestimmungen im Sinne einer Erschwerung erstmals Geheimkontrollen zur Ueberwachung der Geschwindigkeiten vorsahen, war F, Meyer, Mar-