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E_1948_Zeitung_Nr.010

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE M>TT«,ii(i;. i|. MM:/ |oin _ \|- AUTOMOBIL-SALON GENF STAND 342 (Erdgeschoss) BECME TURIN EMANUEL TURIN BECMA-Richtungsanzeiger können ohne weiteres für alle Modelle Rat, Lancia, . Alfa-Romeo etc. verwendet werden Grosses Lager, Lieferung jederzeit Alle EMANUEL-Produkte werden an unserem Stand ausgestellt. Verlangen Sie eine Vorführung der berühmten fahrbaren Autostation, welche 11 Arbeitsgänge in einem einzigen vereinigt. Alleinvertreter für die Schweiz: FAPA - BRUNO SANTINI - LAUSANNE Rue Etraz 11 - Telephon 21077/78 DER MODERNE DIESEL-INDUSTRIE-TRAKTOR Ausgestellt am Genfer Automobil-Salon, Stand Nr. 125 Vom kleinsten bis zum grössten Modell //nCAAsviätvf Irurrfric^in lintarU*.* HANS HURLIMANN Erste schweizerische Traktoren- und Motoren-Werke WH .tTAALLEN T*\ IM-HAHAA

II. Blatt BERN, 10. März 1948 AUTOMOBIL-REVUE II. Blatt BERN, 10. März 1948 Was gibt es Neues am Salon? Neue Marken — Neue Modelle NEUE MOTOREN Doch kehren wir zurück zum Hauptthema unserer Betrachtung, zum Salon. Wenn die folgenden Zeilen das erklärliche Interesse an allfällig am Salon ausgestellten Neuheiten stillen helfen wollen, so nehmen sie nicht etwa die Beschreibungen der fast unübersehbar zahlreich gewordenen Stände vorweg; die kommenden Nummern der -« A.-R. », die in erster Linie dem Salon gewidmet sind, sollen die verschiedenartigen Gruppen der ausgestellten Gegenstände gliedernd behandeln. Hier möchten wir vielmehr die Frage «Was gibt es Neues » beantworten helfen. Bei einer so gestellten Fassung müssen erklärlicherweise die bekannten Wagen etwas zurückstehen; sie kommen später dran! Auf etwa einem Drittel der Personenwagenstände wird man Marken oder Modelle antreffen können, die bisher in die Schweiz noch nie oder in ganz vereinzelten Exemplaren wähernd den letzten Wochen eingeführt worden sind. Die übrigen Marken zeigen bekannte, nicht oder nur wenig abgeänderte Fahrzeuge. Unter den «Neuen» sind einige typische Gruppen zu unterscheiden, die verschiedene Kreise von Interessenten anziehen werden. Wirklich neugeschaffen sind eine Anzahl Vertreter einer Gruppe, die wir den neuen europäischen Mittelklasswagen nennen möchten. Wir bezeichnen damit jene Nachkriegskonstruktionen, die danach streben, einen höheren Standard von Leistungen, Geräumigkeit, Fahrsicherheit und Aussehen mit weitgetriebener Wirtschaftlichkeit sowohl im Anschaffungspreis wie im Unterhalt (Benzinverbrauch) zu verbinden, Fahrzeuge, die im Leistungsgewicht an den Amerikaner, in der Sicherheit an den Sportwagen, im 'Aussehen an die Spezialkarosserie und im Verbrauch an den Kleinstwagen herankommen wollen. Nicht alle Neuschöpfungen erreichen diese Ziele gleich gut, doch ist das Streben danach deutlich zu erkennen. Davon profitiert zu guter Letzt der Fahrer und seine Passagiere, die Anspruch darauf haben, dass auch der Mittelklasswagen die dank der technischen Fortschritte möglichen Ergebnisse ohne allzuhohe Preise sich zu eigen macht. KLEINE FRANZOSEN BOITEL: Niedriges Gewicht von 400 kg, DKW-Zweitaktmotor von IS PS Bremsleistung und entsprechend gutes Leisfungsgewicht sind die Hauptmerkmale des letzten Modelies eines langen Entwicklungsganges. DOLO: Frontantrieb, Boxermotor, Plexiatglasbedachung an einem originellen französischen Kleinwagen, der auch als Achtzylinder entwickelt wurde. JUDEN; Fortschrittliche, durch theoretische Studien untermauert« Konstruktion, ein wertvoller Beitrag für den billigsten Zweisitzervolkswagen. Von den Vertretern dieser Kategorie brauchen Wir unseren Lesern den Standard Vänguard nicht mehr vorzustellen, der nach seinem eklatanten Erfolg am Brüsseler Autosalon in Genf der Oeffentlichkeit zum zweitenmal vorgeführt wurde; namens und auftrags ihrer Leserschaft hat die « A.-R. » anlässlich der kürzlichen Reise nach Coventry ja bereits Bekanntschaft mit diesem modernen Engländer geschlossen. Der Jowett Jave- 1 i n gehört zweifellos in dieselbe Kategorie, wenn er auch technisch in vielen Dingen noch etwas weiter geht als der Standard. Auch hier das Streben nach Gewichtsreduzierung, grossem Innenraum und kleinen Aussendimensionen, alles Dinge, die uns infolge unserer Verkehrsverhältnisse besonders sympathisch sind. Als dritten Wagen dieser Klasse möchten wir den Tatraplan nennen, den wir bereits anlässlich des Prager Salons im letzten Herbst kurz behandelten und der die erfolgreiche Tatra-Konstruktionsformel auf einen kleineren, der Mittelklasse auch preislich angehörenden Typ überträgt. Neue kleine Viersitzer der Klasse um 5 bis 6 PS sind keine zu verzeichnen, wenn tnan nicht den seit kurzer Zeit in der Schweiz eingetroffenen Austin A-40 dazu zählen will, ein Fahrzeug, das die fortschrittliche Tendenz innerhalb der englischen Grossindustrie ausgezeichnet verkörpert und dank seinen Merkmalen vor allem in den USA einen starken Erfolg erzielte. In dieser Klasse ist dagegen das Wiedererscheinen zweier Vertreter Deutschlands erwähnenswert, die allerdings beide Vorkriegskonstruktionen darstellen: der kürzlich in der « A.-R. » beschriebene Opel Olympia sowie der beinahe sagenhaft gewordene, deutsche Volkswagen, der ja nunmehr in der Schweiz bekanntlich vertreten ist. Der Angriff der Verfechter neuer Ideen im Kleinstwagenbau hält an, und in Genf werden einige in der Schweiz bisher noch nie gesehene Marken dieser Gruppe anzutreffen sein, die in gewisser Beziehung das geistige Erbe der Cyclecars übernommen haben, mit dem nach dem ersten Weltkrieg eine Popularisierung des Automobils und seine Verbreitung innerhalb neuer Käuferschichteh versucht wurde. Es wäre sicher vielen heutigen Allgemeingut gewordenen Ideen adäquat, wenn sich eine Form finden lassen würde, die auch dem Manne «nit bescheidenen Mitteln das Halten eines kleinen Motorfahrzeugs für sich und seine Familie ermöglichen würde. Von den bisherigen Versuchen sind nicht unbedingt die neuesten die erfolgreichsten; einige Wagen, die wir schon gesehen haben, die bisher aber noch nicht in Serie gebaut werden konnten, dürften nun nach Ueberwindung unzähliger Schwierigkeiten durch die Hersteller und nach einer langen Geduldsprobe der möglichen Käufer in Bälde lieferbar werden. Von den Marken, die man weder am letzten Genfer Salon noch auf der Strasse bisher sehen konnte, sei einmal der französische B o i t e 1 erwähnt, dessen Schöpfer sich seit langen Jahren der Idee des wirk-, lieh wirtschaftlichen, dabei aber fahrtüchtigen Kleinstwagens gewidmet hat. Der Zweisitzer, den man in Genf sehen werden kann, stellt das Ergebnis von wohl mehr als zehnjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit Boitels dar. Seine Formel besteht, kurz zusammengefasst, in der Verwendung des bekannten DKW-Zweitakttnotors in einem bloss 400 kg wiegenden Zweisitzer, womit auch in der Klasse der Kleinstwagen ein Vertreter des guten Leistungsgewichtes anzutreffen sein wird. In seiner Kategorie dürfte diese Konstruktion deshalb aussergewöhnlich lebendig sein. Vorerst noch als P r ö t 6 t y p , aber in Tat und Wahrheit die Schöpfung eines international bekannten Ingenieurs, gehört der noch kleinere Juli e n zu den seltenen Automobilen, die in gewisser Beziehung zum Ausdruck der angewandten Wissenschaft, verbunden mit technischer Intuition, geworden sind; oft bedarf es noch des Dolmetschers in die Sprache wirtschaftlicher und industrieller Gegebenheiten, die diesen Schöpfungen der « reinen Technik » vielleicht etwas Gewalt antun, bevor aus der hervorragenden Idee ein ebenso hervorragendes Automobil geworden ist. Von den italienischen Fährzeugen dieser Klasse bekommen wir den Moretti-La Citazu sehen, dessen Schöpfer sich die Aufgabe gestellt hat, einen « Kleinwagen de Luxe » zu bauen, eine DER TATRA-VIERZYLINDER Am letzten Salon noch als kleines Holzmodell ausgestellt, wird nun der neue Zweiliter-Tatra dieses Jahr in persona gezeigt. Dieser Heckmotorwagen besitzt einen leichten, kurz gebauten Vierzylinderboxermotor, der durch ein Axialgebläse luftgekühlt wird. Als Zweiliter-Maschine leistet er etwas über 50 Brems-PS. AUSTIN A-40 Eine Schhiflzelchriung des neuen Deinen Vierzylindermotors; mit dem der Austin A-40 ausgerüstet wird. Als obeiigesteuerte Maschine von 1200 cm' Hubvolumen leistet sie 40 Brems-PS und markiert deshalb einen weiteren Schritt in der Entwicklung Austins vom konservativen Kleinwagen zum modernen, lebhaften Fahrzeug. Forderung, die beim Fahrzeug minimaler Dimensionen schon deshalb äüsserst schwierig zu erfüllen ist, weil die menschlichen Abmessungen sich leider nicht proportional mit den Steuer-PS eines Fahrzeugs reduzieren lassen. Der kleine La Cita ist aber tatsächlich sehr schmuck geraten. Eine Originalität der Linienführung wie der Konzeption wird man einem weiteren Neuankömmling nicht absprechen", dem französischen D o 1 o , hinter dem ebenfalls, eine grosse, seriöse technische Entwicklungsarbeit steht. Unsere Leser hörten von dieser Schöpfung erstmals vor rund anderthalb Jahren, als ihre Märkenbezeichnung noch Hera lautete; seither hat die Firma Fortschritte zu verzeichnen und ist im Begriff, dank des Erwerbs der früheren Pariser Lancia- Werke, die Produktion aufnehmen zu können. Der grössere Typ der gleichen Marke, ein Achtzylinder-Boxermotor von wenig über 1 Liter Hubvolumen und sehr niedrigem Gewicht, leitet uns über zur Klasse der technischen Pioniere im Autobau, den Wagen, die man seit Kriegsende in erster Linie an den Autosalons, noch nicht aber auf den Strassen Europas sehen kann. Die Bedeutung dieser Prototypen, denn um solche handelt es sich zum Teil wenigstens dabei noch, darf nicht unterschätzt werden. Nicht nur sind bei manchen die Chancen für die Aufnahme der Serienproduktion im Wachsen, sondern sie bleiben auch weiterhin Mahner und Ansporn zum Zeichen, dass wir trotz aller Standardisierung noch lange nicht am Ende der Technik angelangt sind; Man wird deshalb gerade auf diesen Ständen zahlreiche Ideen verwirklicht finden, die man, nicht immer vielleicht auf der gleichen Marke, nicht immer vielleicht in genau gleicher Form, in einigen Jahren als selbstverständlich kaum mehr beachtet. Als Pionier par excellence möchten wir Emile,Claveau bezeichnen, der seit gut zwei Jahren daran arbeitet, seinen Claveau «Descartes» fertigzustellen, bis heute aber derart viel Schwierigkeiten und Verständnislosigkeit zu überwinden hatte, dass er es erst bis zum Bau eines Antriebsaggregats gebracht hat. Wir werden uns mit diesem Mann wie mit diesem Wagen noch ausführlicher zu befassen haben; vorerst sei nur festgestellt, dass, seine TECHNISCHE LECKERBISSEN CEMSA F-ll: Italienische, moderne Konstruktion eines hocheleganten Frontontriebswagens, der Ausdruck eines einheitlichen Konstruktionsplanes. DREHMOMENTWANDLER: Modell des Broekhouse-Qrehmomen»- wandlers, der auf dem Invicta-Chassis zu sehen sein wird. VOLKSWAGEN REDIyJVUSj Der deutsche VW, 1938 herausgekommen, 1939—1945 im «Kriegsetnsatz>, heute als wohlfeiler, moderner Viersitzer mit Luftkühlung, Boxermotor, Vollschwingachsen.