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E_1948_Zeitung_Nr.014

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ÄOT &WUH Di© Ädministratioo* Nr. 14 - BERN, Freitag, 19. März 1948 Fünfte Salon-Nummer Nummer: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Scbweizs ABONNEMENTS-PREISE: halbjährlich Fr. 6.30 jährlieh' Fr. 12.60 , Erscheint jeden Mittwoch . • REDAKTION und ADMINISTRATION: BreHenrainstr. 97, Bern Telephon (031) 2 82 22 • Pöstcheck III414 • Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Geschäftsstelle Zürich: USwenstrasse 51, Zürich 23, Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grandzeile oder deren Raum 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlnss Freitag 12 00 Uhr Im Banne der Höchstleistung Ein Rundgang bei den Sportwagen am Genfer Salon Das Aero-Coupe von Gatford Von « Grand Prix ». Im Laufe der Gespräche mit verschiedenen englischen Sportsleuten, die sich den Genfer Salon ansahen und unsere schweizerischen Ansichten kennenlernen wollten, landete man in den letzten Tagen stets wieder bei der alten Frage: Was ist ein Sportwagen? Die Engländer haben eine neue Art der Lösung gefunden. Diese Frage wird von ihnen genau so tabu erklärt wie Diskussionen über Politik und Religion. Dies mag ennet dem Kanal angehen; bei uns will man, so scheint es doch, endlich eine befriedigende Antwort auf diese Frage finden. Gibt sie der Genfer Salon? Nein. So wehig wie andere Jahre lässt sich eine scharfe Grenze zwischen den Tourenwagen, den sportlichen Touren- und den eigentlichen Sportwagen ziehen. Jeder Unterscheidung haftet irgendwie etwas Zufälliges an, und es würde uns gar nicht wundern, wenn selbst der eine öder 1 an4ere, Fabrikant wegen seiner Erwähnung (oder Nichterwähnung) in der nachfolgenden Aufzählung nicht mit uns einverstanden wäre ... Wie dem auch sei, unserer unmassgeblichen Meinung nach lassen sich unter den Wagen, die den sportlich gesinnten Fahrer interessieren, drei deutlich getrennte Klassen unterscheiden. Einmal die Rennwagen, die dieses Jahr in zwei Beispielen, einem Elfhunderter Simca-Gordini und dem bekannten Peugeot- 202-Darl'mat-Rekordfahrzeug (siehe Bilder in der vorletzten Nummer) vertreten sind. Dann die eigentlichen Sportwagen. Unter diesen verstehen wir solche, deren Fahrsicherheit und Fahrleistung weit über den entsprechenden Fahreigenschaften gleich grosser Normalpersonenwagen stehen, wobei allerdings ein Spielraum eingeräumt werden muss, der vom mit Kotflügeln, Windschutzscheibe etc., fliehe internationales Sportwagenreglement) versehenen Rennwagen bis zum abgeänderten, schneller gemachten Tourenwagen reicht. Vpö ,'den am Salon vertretenen Marken würden Unserer Ansicht nach dazu gehören, der Alfa^-Röm'eo- 2500-SS (als Grenzfall), die Cisitalia-Spbrttypen, die beiden gezeigten Frazer-Nash'-Zweisitzer, das Talbot-Lago-Grand-Sport-Ghassis, der MG-Midget, beide Maserati, der; Fiat- 1100-S und der Gatford. Als sportliche Tourenwagen möchten wir FahrzeugV definiert sehen, deren Fahrleistung eine sehr geringe Einbusse an Komfort voraussetzt, deren mit höherem konstruktivem Aufwand gebaute Fahrgestelle aber eine weitergehende Fahrsicherheit bieten, als dies beim normalen Serienwagen durchschriitÜich der Fall ist, ; ,^Als solche Fährzeuge würden wir hier (unverbindlich!) klassieren die Typen' Delahaye-135-M- Grand-Tourisme, den Hotchkiss-GSr3, den* Healey, den Bristol' und den Alfa-Romeo-.^ 2500-S. Eine Gegenüberstellung dieser beiden Kategorien zeigt dem interessierten: Leser, y/Q wir hinaus wollen: Die sogenannten; « sportlichen Tourenwagen » sind das Vorbild für den Serienwagen, soweit die Fahreigenschaften und die Leistungen in Frage stehen. Allerdings gehören einige hier nicht genannte Wagen wegen des überaus vorzüglichen Fahrkomfortes nicht in diese Klasse, obwohl sie sonst alle Voraussetzungen mitbringen. Was sind die gemeinsamen Merkmale der Nachkriegssportwagen, die nunmehr schon in einer ganzen Anzahl zu sehen sind? Nebenbei bemerkt ist es erfreulich, wie der Rückgang an lieferbaren Sportwagen aufgehalten zu sein Bei dieser viersilbigen Ausführung wird ein ähnlicher Unterbau wie beim zweisitzigen Roadster derselben Marke verwendet. Das ausgestellte Modelt besitzt einen 120-PS-Motor. scheint, denn obwohl nicht alle dieser Klasse angehörenden Marken am .Salon ausgestellt haben (mindestens fünf sind nicht vertreten), so nimmt ihre Zahl langsam-?^|Eme Tendenz isj auffällige Bei niedriger werdendem Hubvolumen steigen die Fahrleistungen ständig. Wasvftber ziwei-Liter Zylinderinhalt liegt, gehört schon fast zum Luxus; üpd zwei der schnellsten Fahrzeuge am Salon haben gerade genau zwei Liter. Die alten grossen Kompressormotoren und riesigen Maschinen finden nur noch einen Vertreter, der zudem schon gewichtsmässig eher in die moderne Richtung gehört. Ist der Kompressor überlebt? Hier irrt sich Genf wahrscheinlich, denn wir können mit dem besten Willen nicht glauben, dass das einzelne Gebläse, das wir neben einem Sportwagen als wahlweise einzubauendes Zubehör liegen sahen, der einzige Ueberrest einer ganzen Entwicklungsepoche darstellen soll. Anderseits gestehen wir gerne, däss die Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit auch der kompressorlosen Fahrzeuge für schweizerische, italienische oder irgendwelche anderen Verhältnisse mehr als genügend ist. Drei,Wagen sind ausgestellt, die man fast vondetäStange weg kaufen kann und die alle die 200-km/h- Grenze überschreiten oder doch fast erreichen. Kann man einen Einfluss der Sport- lind Rennwagen auf die Tourenwagen feststellen? Vielleicht. Kann man einen Einfluss der Tourenwagen auf die Sport- und Rennwagen feststellen? Bestimmt. Normalerweise greift der Konstrukteur, „der den Auftrag erhalten hat, seinen Rennwagen zu bauen, auf eine Tourenwagenkonstruktioh zurück und beginnt abzuändern. Zuerst kommt der Motor dran, dessen Höchstleistung bei einer viel höheren Drehzahl erwartet wird, der an Drehmoment gewinnen muss, was er an Elastizität abgibt, dessen Nokkenform steiler und Oeffnungszeit länger wird, dessen Kompression höher und höher steigt, bis.der Motor die» erwünschte Leistung abgibt. Dann kommen die neuen Getriebeübersetzungen dran; die Federung muss härter gemacht werden, einige Stossdämpfer dazu; vielleicht ersetzt man den Trägerrahmen durch einen mit Längsrohren; die Lenkung wird weniger stärk übersetzt, und der Sportwagen kann auf der Strasse beweisen, was er- wert ist. Und die Verbindung zwischen ihm und dem Tourenwagen? Auch diese ist vorhanden, denn der abgeänderte Normaltyp stellt das nie zu erreichende Endziel dar, den Polarstern, den der Tourenwagen einzuholen versucht. Wäre es möglich, die guten Eigenschaften des strassensicheren Sportwagens ohne Beeinträchtigung des Fahrkomfprtes und vor allem ohne wesentlich höhere Fertigungskosten zu erhalten, so wäre, wenigstens unter den europäischen Wagen, deren allgemeine Verbreitung ausser Frage gestellt. Wie die Dinge nun stehen, bleiben Höchstleistungen — und das ist schliesslich ja auch Das erste öffentliche Auftreten des Frazer Nash Diese Photo zeigt den von Touring karossierten offenen Zweisitzer mit dem etwas weniger hochgezüchteten 100-PS-Motor. An der eleganten Karosserie sind besonders der Uebergang von den Kotflügeln in die Seilenwand, die für Touring typische Kante und die ausgewogene Vorderfront bemerkenswert. Der hellgelbe, mit dunkelgrünem Leder abgesetzte Wagen ist ein Meisterstück sowohl in bezug auf sein Fahrgestell, den Motor wie den Aufbau. Das neue Nationale Sport.Reglement Zum erstenmal Nachwuchsfahrerschulung in der Schweiz Unsere Mitarbeiter besuchen die Galerie des,Genfer Salons Sportwagen im Bild Personenwagen aus verschiedenen Ländern Mit der Kamera auf den Personenwagenständen Italiens und der Tschechoslowakei