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E_1948_Zeitung_Nr.014

E_1948_Zeitung_Nr.014

nicht anders recht und

nicht anders recht und billig — das Vorrecht einer kleinen Anzahl von Fahrzeugen, die wir nachstehend besuchen wollen. Selbstverständlich interessiert uns ganz besonders der Frazer Nash, der zu den ganz wenigen absoluten Neuheiten gehört, von dem wir* schon verschiedentlich Bilder und Photographien veröffentlicht haben, und der nun in Genf zum erstenmal öffentlich gezeigt wird. Man erinnert sich, dass die Grundkonstruktion des BMW 328, von dem Frazer Nash vor dem Krieg die Lizenz besass, zum Teil übernommen wurde, dass aber die Hinterachse nunmehr durch Torsionsstäbe statt durch Halbelliptikfedern abgefedert wird, und dass die Höchstleistung des Motors auf 122 PS (ausgehend von 80) gesteigert werden konnte. BMW selbst hatte eine ähnliche Leistungssteigerung bereits am sogenannten Typ « Mille Miglia » im Jähre 1940 vorgenommen. Auf dem Stand, wo die Brüder Aldington herrschen, finden wir einmal einen offenen Zweisitzer mit einer Karosserie von Touring, die erste wirklich elegante Nachkriegs-Sportkarosserie in der Art der Vorkriegs-« Vollblut »-Wagen. Dieses Chassis besitzt den « nur » auf 100 PS gezüchteten Motor, der zur sehr komfortabel ausgestatteten Karosserie ausgezeichnet passt, da dieser Wagen bestimmt nicht für Rennen gedacht ist. Die hellgelbe Farbe kontrastiert angenehm mit der züchteten Ford-Motor, der einen Magneten sowie Doppelvergaser besitzt. Schade, dass die Anordnung mit drei Scheinwerfern nicht überall gesetzlich erlaubt ist, denn die von Gatsonides gewählte Art der Beleuchtung dürfte für einen schnellen Sportwagen bei Nachtfahrten ein Maximum an Betriebssicherheit geben. Neben dem ausgestellten Typ wird Gatsonides noch den amerikanischen Ardun-Ford-Motor einbauen, der hängende Ventile, Leichtmetallzylinderkopf mit Kühlungsrippen und ein sehr hohes Verdichtungsverhältnis besitzt und nach Werkangaben nicht weniger als 175 Brems-PS abgibt. Damit hätte der Gatford eines der besten Leistungsgewichte der heutigen Wagen und eine entsprechende gute Beschleunigung. Der Finish des gezeigten Wagens ist recht gut, und wir können uns vorstellen, dass ein solcher Typ einen sehr grossen Erfolg erzielt, wenn er preislich entsprechend angesetzt wird. Gehen wir weiter kreuz und quer durch die ist die Telephonnummer des Standes der «Automobil-Revue » am Genler Sabn. Er befindet sich im Parterre, rechts vom Haupteingang. Unser Stand hält sich auch für die Vermittlung von Rendez-Yous zur Verfügung. Sofern Sie der Redaktion oder der Administration etwas mitzuteilen haben, verlangen Sie also Telephonnummer Ausstellungshalle und verweilen uns auf dem | Stand von Maserati,- dem Hauptquartier von Vater und Sohn Orsi, den Lenkern, der Geschicke der Modeneser Firma. Letztes Jahr war es der Anderthalbliterwagen des . Hauses, eine völlig geheimgehaltene Neukon- | struktion, mit -dem sich die Dreizack-Firma einführte und gleich die Aufmerksamkeit des ganzen Publikums und besonders der Fach- j weit fand. Heute ist es wohl der zweisitzige ' Zweiliter-Grand-Sport-Wagen, der die jungen ' Sportbegeisterten (wir sahön auch Grauköpfe . mit vor Begeisterung glühenden Köpfen) an- | zieht. Der sowohl für Sportwagenrennen wie auch für die Anlässe der Formel B für Rennwagen geeignete Typ schmiegt sich fast dem Baden an und reicht kaum über die Kotflügel hinaus. Die Inneneinrichtung ist sehr einfach j gehalten, wie es sich für einen Wagen geziemt, bei dem mit Gramm gegeizt wird. Bei einer mutmasslichen Höchstleistung von etwa 130 PS und einem Gewicht von ca. 650 kg dürfte die Maximalgeschwindigkeit 200 km/h übersteigen. Das daneben stehende Coupe von Pinän Farina erscheint ganz ungerechterweise etwas j zurückgestellt, denn die nunmehr fliessenden Hecklinien dieses Anderthalblitertyps haben | den schon bestechend schönen Wagen noch schöner, allerdings auch etwas praktischer gemacht. Ganz von anderem Kaliber äst Toni Lagos Jüngster, der Talb ot-L ago -Grand- Sport, wo wir mit dem Chassis aus Paris: Wiedersehen feiern. Nochmals besticht die zusammengeballte Energie des kompakten Zweinockenwellenmotors von 4M Liter Hubvolumen, 190 Brems-PS und an die 200 km/h Geschwindigkeit, die Stossdämpferbatterien und der steife Rahmen sowie die niedrige Bauweise. Welch ein Wagen für die grosse Fahrt, welch ein Wagen auch für einen « Test »... dunkelgrünen Leder - Innenauskleidung, die über den Rand der Karosserie umgeschlagen ist und mit einem gelben Streifen durchsetzt wurde. Die Sitze erhielten beide kleine Seitenlehnen in Form von Dreiecken, die die Insassen beim Kurvennehmen in den Hüften gut halten. Die stark nach hinten geneigte Windschutzscheibe sowie die Kotflügel erinnern an die schönsten Sportwagenkarosserien, beispielsweise auf dem Alfa-Chassis 2900 mit zwei Kompressoren, die in diesem neuen Sportwagenaufbau einen Nachfolger gefunden haben. Der 120-PS-Motor (übrigens wie der schwächere Motor ebenfalls mit drei Vergasern ausgerüstet) wird in einem als Prototyp zu verstehenden Fabrikzweisitzer gezeigt, bei dem versucht wurde, die kotflügellose Tankform anzuwenden. Am anderen Ende des Salons stossen wir auf einen weiteren Neuankömmling, den holländischen Gatford, der seinen Namen vielleicht bald in G a t s o ändern will, zumal es sich um einen unter- Verwendung von Ford- Bestandteilen gebauten, vom niederländischen Sportfahrer Gatsonides lancierten Wagen han- Nicht jedermann kann sich einen Lago- Grand-Sport halten. Dass aber ein Sportfahrzeug auch in die Reichweite einer bescheideneren Börse gelangt, dafür sorgt der Nuffield- Konzern mit dem ewig jungen M G - M i d - g e t, der dieses Jahr in frischem Hellgelb gezeigt wird. Die Konstruktion dieses Fahrzeugs benötigt keinen besonderen Kommentar; es ist weitherum genügend bekannt. Er wähnt sei aber der Kompressor, mit dem der Midget auf Wunsch ausgerüstet werden kann, weil dieses Aggregat mit wenig Aufwand eine fühlbare Mehrleistung ermöglicht, ohne das vorbildliche Verhalten des Motors zu trüben. Gerade an der unteren Grenze, um als.wjrk-; delt. Ausgestellt wird ein Sportcoupe mit licher Sportwagen klassiert zu werden, ste{it Plexiglasverschalund uqd dem auf 120 PS ge- der A1 f a - R o m e o - 2 5 0 0 - S S. .Nicht etwa. (022)4 63 93 (022)46393 Mit dem «A.-R.»-Zeichenstlft in der Salon-Halle Oben linkt: Die Heckgestolluna der Brlrtol-Serlenkarosserie wurde etwas geändert, der Kofferraum vergrößert und unten aufgehängt, das Reserverad aussen angebracht und heue Stoßstangen entwickelt. Oben rechts i Typisch für den Komfort des grossan Austin sind die drei vorderen und die hintere abklappbare Armlehne. Unten linkst Die Scheinwerferanordnung am Gatford, dessen mittleres Licht für schnelle Nachtfahrt vorgesehen ist. Die beiden seitlichen Scheinwerfer sind tief genug angeordnet, um Nebellampen überflüssig zu machen. dass er zu wenig schnell wäre, denn die 105 PS seines Sechszylindermotors verleihen dem nicht sehr schweren Wagen eine beträchtliche Fahrleistung, aber die Ausstattung und der Fahrkomfort des zugegebenermassen nur zwelbis dreisitzigen kurzen Wagens sind so nahe am guten Tourenwagen gelegen, dass man sich fragt, welche Klassifizierung die richtige ist. Auf dem kurzen Chassis treffen wir am Salon das Coupe der Karosserie Touring, die Superleggera-Konstruktion mit einer Sitzreihe und breiter « Kabine ». Ein ausserordentlieh schöner Wagen, dieser « Alfa-Pinin-Farina», wie ihn ein amerikanischer Freund kürzlich nannte. Er wird nunmehr mit Lenkradschaltung und breiter Sitzbank gebaut und weist im übrigen die unveränderten Merkmale des Zweieinhalbliter-AIfa-Romeo auf. Auf dem Stand der grössten italienischen Autofabrik ist dieses Jahr ebenfalls ein Sportwagen ausgestellt, der F i a t - 11 0 0 - S, ein zweisitziges Stromliniencoupe, dac wir unseren Lesern vor etwa einem halben Jahr ausführlich vorgestellt haben. Während der Aufbau dieses schnellen Fahrzeugs bekannt sein dürfte, möchten wir nochmals auf die übrigens hier im Bild gezeigte Ausrüstung der Vordersitze und insbesondere des Führersitzes zu sprechen kommen, weil sie ein wirkliches Verständnis für die Bedürfnisse des schnellen Fahrers verraten. Dass ein stromlinientechnisch richtig geformter Wagen auch schön aussehen kann, beweist der 1100-Sport einwandfrei. AUTQMOBIL-REVUE FREITAG. 19. MXllZ 1948 - Nr. 14 Zufälligerweise am Schluss, aber in der vordersten Reihe der Nachkriegssportwagen stehend, ist der Cisitalia zu nennen, den wir in Genf in drei Ausführungen, nämlich dem klassischen Ausstellungsstück, dem Coupe Pinin Farina, dem offenen, zweisitzigen Spyder, sowie einem zweisitzigen Cabriolet von den Stäbilimenti Farina begegnen. Ein lebendig gewordener Schulbubentraum, so benannten wir letztes Jahr den neu herausgekommenen Maserati. Dieses Jahr möchten wir einen ähnlichen Vergleich auf den Cisitalia anwenden, dessen Linienführung wirklich den Vorstellungen eines Ultra-Sportwagens entspricht, wie ihn sich nur ganz Enragierte (in Fachkreisen « Würmer» genannt) denken können. Kleine Details, wie die nicht zu hohen Seitenflossen der Kotflügel, das kleine Ventilationsflügelchen und anderes mehr verraten, dass es bei der Konstruktion des Cisitalia tun das Erreichen eines ernsten Zieles, ging. Damit hätten wir unseren Rundgang bei den wirklichen Sportwagen beendet. Die sogenannten « sportlichen Tourenwagen » sind unseren Freunden fast alle bekannt. Der Bristol erscheint erstmals mit den zwei italienischen Karosserien, deren Linien und Ausstattung so gut geraten sind; der H e a 1 e y zeigt Rund um den Salon Der deutsche Volkswagen, der für des Genfer Salon angemeldet war und dessen Erscheinen viele mit Spannung und Neugier erwarteten, ist ausgeblieben, wie wir hören, weil die Bedingungen für die Importmöglichkeiten noch nicht genau abgeklärt und festgelegt sind. Indessen darf man annehmen, dass der Import dieses Wagens binnen nicht allzulanger Zeit in Gang kommen werde. Bei der britischen Handelskammer Am Dienstag hat die britische Handelskammer in der Schweiz ihre Mitglieder zu einem zwangslosen Cocktail im Hotel des Bergues vereinigt, der vor allem dazu bestimmt war, die Beziehungen unter den einzelnen Mitgliedern enger zu gestalten. Nach einer Einführung durch den Präsidenten, .Herrn-Maurice Galland (Lausanne), richtete der Handelsattache in Bern, Mr. W. fiarph&m, einige Worte an die Versammlung, wobei er seiner Genugtuung über -die Vertretung Grössbritannlens am Genfer Salon Ausdruck gab. Zusammenarbeit der schweizerischen Austin-Vertreter Wie bereits letztes Jahr, so fand auch während des Salons 1948 eine Zusammenkunft der schweizerischen Vertreter der Austin Motor Co. statt, die wiederum führende Persönlichkeiten de» Werk« in Kontakt mit den schweizerischen Verhältnissen und Bedürfnissen brachte. Den Vorsitz des offiziellen Bankettes wie auch der nachherigen freundschaftlichen Diskussion über verschiedene aktuelle Probleme führte wie gewohnt der schweizerische Austin-Importeur Emil Frey (Zürich), der die englischen Gäste wie die schweizerischen Glieder der Austin-Familie begrüsste, Gegenstand der Aussprache war vor allem da6 neue Modell A-40, das in der Schweiz und besonders am Salon einen bemerkenswerten Erfolg erzielt hatte. Von den anwesenden englischen Gästen ergriffen das Wort G. W. Harrimao, der Betriebsdirektor der Austin-Werke, ferner A. 0. T o o - k e y, der Direktor der Austin Export Corp. Der letztes Jahr anwesende Generaldirektor von Austin, L.P.Lord, Hess sich wegen einer wichtigen Geschäftsreise nach Südamerika entschuldigen. In seiner Ansprache machte Emil Frey einige interessante Angaben über die bisherigen Lieferungen der Austin-Werke in die Schweiz, die sich in kurzer Zeit einen bedeutenden Teil des schweizerischen Marktes gesichert haben. STRASSEN UND VERKEHR Wenigstens einmal das! Kurven der Strasse Gersau—Brunnen werden, korrigiert. Wenn die eidgenössischen Baubehörden dem Kanton Schwyz unlängst die Bewilligung für den Ausbau der schlimmsten Kurven im Zuge der Strasse Gersau—Brunnen erteilt haben, so erklärt sich diese Mitwirkung des Bundes damit, das« die Mit Rücksicht auf die Stoffülle erscheint die Ausgabe der < Automobil-Revue > vom kommenden Dienstag, 23. März, Nr. 15, als sechste Salonnummer das feinziselierte Bertone-Cabriolet sowie die Duncan-Limousine neben dem Serienroadster, doch haben beide Marken keine Aenderungen von Belang zu verzeichnen. Hotchkiss baut noch immer den seriösen 3^-Liter-Motor von früher, und Talbots Lago-Record gehört eher in die Klasse der Tourenwagen, in Anbetracht seiner Grosse. Delahaye bringt neue Karosserien auf den 3^-Liter-Typ sowie das Ausstellungschassi* des kommenden 4&-Liter-Modells, das nun bald in Produktion gehen wird. Von den Rennwagen haben wir die beiden kleinen Simca erwähnt und abgebildet, und den Bugatti-Motor mit lK-Liter und Kompressor, der für die neuen Rennwagen bestimmt sein soll, haben wir schon zur Zeit des Pariser Salons 1946 abgebildet. Man sieht: Wie jede andere Besucherkategorie, so kommt auch der Sportfreund voll und ganz auf seine Rechnung. Der Genfer Salon bietet eben jedem etwas. genannte Strecke zum Alpenstrassenprogramm zählt, der Bund an die Arbeiten daran also einen Beitrag leistet. Beim Kurvenausbau, womit im kommenden Herbst begonnen werden soll, handelt es sich um die Erweiterung der drei gefährlichsten Kurven durch Abtragung der Felsen, anders ausgedrückt somit um eine Verbesserung der Sichtverhältnisse. Ueber den Rahmen lediglich lokaler Korrektionen gehen die geplanten Arbeiten nicht hinaus, aber solche Retouchen sind angesichts der ' heutigen Verhältnisse auf jener sehr stark frequentierten Strasse besser als gar nichts, zumal noch Jahre und Jahre verstreichen mögen, bis deren Vollausbau Wirklichkeit wird. Auf jeden Fall hört der Automobilist mit Befriedigung davon, dass 6ich auf die Fahrsaison 1949 hin zum mindeste» die giftigsten Kurven jener schon lange ausbaubedürftigen, für den heutigen Verkehr viel zu schmalen Strecke in verbessertem Zustand präsentieren werden. Wieder die «berühmte» Brücke ob Schiers Sie erinnern sich noch der verschiedenen, namentlich während des Jahres 1946 in der < A.-R.» erschienenen Einsendungen und Artikel, worin sich Kritik am völlig ungenügenden Zustand der Prättigauerstrasse, namentlich aber an den Verhältnissen bei der « berühmten » Fuchsenwinkelbrücke oberhalb Schiers Luft machte? Diese Kritik, die mit dem Begehren nach einer Korrektur jener gefährlichen Stelle Hand in Hand ging, stützte sich auf sehr beweiskräftige Grundlagen: auf Photographien nämlich, welche von wiederholtem Unfällen zeugten und die in der Drastik ihrer Sprache eindringlicher als viele Worte die Notwendigkeit einer Korrektur im Sinne einer gewissen Streckung und Erweiterung der auf die Brücke führenden Kurve veranschaulichten. Was tick dort -nur seit dem Wiederaufleben des Autoverkehrs naoh Kriegsende an mehr oder weniger schweren Unfällen schon ereignet, hat ihr des Namen einer Autofalle eingetragen. Und dass sie diese Bezeichnung offenbar nicht zu Unrecht führt, bestätigt eine Meldung"der «Prätigauer Zeitung», wonach dort kürzlich wieder zwei Wagen zusammengeprallt seien. Personen wurden glücklicherweise keine verletzt, wohl aber entstand bedeutender Sachschaden « Wir müssen » — schreibt das zitierte Blatt hie zu — «erneut festhalten, dass diese Brücke einen schweren Gefahrenherd bedeutet und dem Autoverkehr, für den sie nicht gebaut wurde, nicht genügt. > 'Hoffentlich genügt aber die nie endende Serie von Unfällen, um zu bewirken, dass die bündnerischen Behörden, welche der Angelegenheit schon vor anderthalb Jahren ihre Aufmerksamkeit schenkten und eine Lösung prüften, nun endlich zur Tat schreiten. AKTUELLES Der Bundesrat wird um Auskunft ersucht... Während.der vergangenen Sessionswoche des eidgenössischen Parlaments sind dem Bundesrat u. a. auch eine Anzahl kleiner Anfragen aus dem Gebiete der Automobilwirtschaft eingereicht worden. So will Nationalrat Schaller wissen, welche Resultate die von eidgenössischen Instanzen durchgeführten Studien über die Erstellung von Pipe-lines in der Schweiz, bzw. über eine eventuelle Unterstützung der Bestrebungen zur Heranführung von Pipe-lines bis an die Schweizer Grenze ergeben haben. Nationalrat Grimm erkundigt sich, ob und inwieweit der Bund Vorarbeiten für seine Stellungnahme zum Projekt eines Montblanc-Durchstiches getroffen habe, währenddem Nationalrat F o r e 1 ein Problem von volke- und wehrwirtschaftlicher Bedeutung anschneidet, wenn er folgende Anfrage formuliert; «Ist es dem Bundesrat bekannt, dass ein« südamerikanische Wirtschaftsinteressengruppe durch Vermittlung eines deutschen Vertreters mit der «Socüte Anonyme des Hydrocarbures», die von Oberst Petitpierre präsidiert wird, Besprechungen aufgenommen bat? Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass die von dieser Gruppe bezweckten Nachforschungen nach Petrolvorkommen in der Schweiz direkt die Interessen der Landesverteidigung berühren und dass eine Beteiligung oder eine Kontrolle des Auslandes über solche Nachforschungen eine Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes bedeuten? *

Ar. 14 - FREITAG, 19. MÄRZ 1918 AUTOMOBIL-REVUE SPORTNACHRICHTEN Schweizerische Autosport-Gesetzgebung Das neue Nationale Sport-Reglement Volle fünfzehn Jahre sind es her, seit das auf den 1. Januar 1931 in Kraft gesetzte Nationale Sportreglement des Automobil-Clubs der Schweiz, das an die Stelle des Reglementes von 1927 getreten war, die letzte gründliche Bereinigung erfahren hat. Wohl erwies sich das Reglement von 1933 in verschiedener Beziehung schon bald als überholungsbedürftig, doch verzichtete man einstweilen darauf, eine grundsätzliche Neubearbeitung in die Wege zu leiten, sondern traf vielmehr eine Lösung in dem Sinne, dass man die Abänderungen, die sich aufdrängten, «ratenweise > vornahm und ab 1938 jährlich die sogenannten Sportreglemente herausgab, darin neben den Sonderreglementen zu den einzelnen sportlichen Veranstaltungen und weitern Vorschriften die wichtigsten Artikel des nationalen Reglementes und seines Anhangs A in einem < Allgemeinen Reglement > zusammengefasst waren. Wer sich sportlich zu betätigen wünschte, fand in diesem jährlichen Vademecum, wie es zuletzt im Jahre 1947 erschienen ist, alle geltenden Bestimmungen vereinigt, die er zu beobachten hatte und sämtliche Rechte und Pflichten umschrieben, die eine Teilnahme am Sportbetrieb für ihn mit sich brachte. Auf die Dauer konnte dieses Nebeneinander von verbindlichen Vorschriften, wie es im Nationalen Sportreglement samt Anhang A, im erwähnten Allgemeinen Reglement, in den verschiedenen, von der Nationalen Sportkommission erlassenen zusätzlichen Vorschriften und in den Sonderreglementen bestand, freilich nicht befriedigen. Als daher die N.S.K. anlässlich ihrer Berner Tagung vom 20. November 1947 beschloss, für 1948 eine Neuausgabe des Nationalen Sportreglementes vorzubereiten und damit im Paragraphenwald, der den Sportbetrieb allmählich zu überwuchern drohte, Ordnung zu schaffen, da durfte sie der vorbehaltlosen Zustimmung aller automobilsportlich interessierten Kreise gewiss sein. Sie durfte dies um so mehr, als sie mit der Veröffentlichung einer verbesserten Auflage des Nationalen 'Reglementes einen grundsätzlich neuen Weg zu beschreiten beabsichtigte, indem sie — wie wir in Nr. 50 der A.-R. vom 26. November 1947 ausführten — ins Nationale Sportreglement nur noch jene Bestimmungen aufzunehmen gedachte, denen mehr oder weniger bleibender, gewissermassen gesetzlicher Charakter zukommt, während in einer alljährlich unter dem Titel «Sportreglemente 19..» herauszugebenden Publikation die Vollzugs-Vorschriften bzw. Ausführungsbestimmungen zum Gesetz veröffentlicht werden sollen, die von Jahr zu Jahr ändern bzw. ändern können, nämlich der nationale Terminkalender, die Sonderreglemente der einzelnen Konkurrenzen, das Meisterschaftsreglement, die Vorschriften der N.S.K. über die Fahrzeuge, den Treibstoff, den Kompressor, das Frisieren der Tourenwagen u.a.m. Als Ergebnis dieser Bemühungen um die Schaffung eines schweizerischen Automobilsportgesetzes ist nun dieser Tage als handliches, 160 Seiten starkes, zweisprachiges Bändchen im Kleinformat das gegenüber 1933 in Anlehnung an den internationalen Sportkodex stark erweiterte Nationale Sport-Reglement, Ausgab« 1948 erschienen, das sich in zwanzig, insgesamt 236 Artikel umfassende Kapitel gliedert. Angesichts der Mannifaltigkeit der behandelten Materie müssen wir uns darauf beschränken, den Inhalt der einzelnen Kapitel mit ein paar knappen Strichen zu skizzieren. Sporthoheit - Nomenklatur Sportveranstaltungen und deren Organisation Von den Sportbefugnissen des ACS, die der NSK übertragen sind, ist in Kapitel I die Rede, darin unseres Wissens zum erstenmal der Aufgabenkreis der NSK detailliert umschrieben wird. Wer Bescheid wissen will, was man unter FIA und CSI, unter einem Rennen, einem Rekord mit stehendem Start, unter einer Vorgabe und unter drei Dutzend weitem Begriffen versteht, denen man im Sportbetrieb immer wieder begegnet, der zieht Kapitel II zu Rate, das der Erklärung der sportliehen Nomenklatur reserviert ist. Kapitel III enthält Grundsätzliches über die Sportveranstaltungen als solche, über deren Sonderreglemente und die Bestimmungen, die sie im einzelnen enthalten müssen, während in Kapitel IV die Vorschriften über die Organisation der verschiedenen Arten von Sportveranstaltungen und deren Drum und Dran vom Nachsuchen der Bewilligung für die Durchführung über die Anmeldung der Fahrer, die Herausgabe eines offiziellen Programms bis zur Ausrichtung von Preisen niedergelegt sind. Strecke - Training - Fahrzeugkontrolle — Start — Rekorde Ueber die Wahl und die Messung von Strecken, die einer Veranstaltung zugrunde liegen, ist in Kapitel V, über das Training und die Abnahme der Fahrzeuge vor, bzw. deren Kontrolle nach dem Wettbewerb in Kapitel VI und VII Näheres ausgesagt. Von den Startoperationen und all dem, was es bei ihnen zu beachten gilt, handelt Kapitel VIII, wogegen Kapitel IX den Verlauf der Veranstaltung (Boxenhalte und sonstige Unterbrüche der Fahrt, FahrerwechseJ, Signalgebung, Bekanntgabe der Resultate etc.) reglementiert. Den Rekorden, ihrer Vorbereitung in formeller Hinsicht und ihrer Anerkennung durch die NSK ist Kapitel X gewidmet. Konkurrenten — Fahrer — Fahrzeug* — Funktionäre Kapitel XI ordnet die Bestimmungen betreffend der Bewerber und Fahrer, d. h. alle Fragen, die mit der Klassifizierung (in Berufsfahrer, Experten und Amateure) und mit der Lizenzerteilung in Zusammenhang stehen. Im nächsten Kapitel erfolgt die Klassierung der Fahrzeuge in Kategorien (Touren-, Sport- und Rennwagen) und in Hubraumklassen gemäss der internationalen Klasseneinteilung sowie eine genaue technische Umschreibung der drei Wagenlfategorien, zu denen sich neu die Gruppe der geländegängigen Fahnzeuge gesellt. Ausserdem werden Bestimmungen über die Suspendierung, bzw. Disqualifizierung von Automobilen aufgestellt. Im umfangreichen Kapitel XIII sind die Pflichten der Sportkommissäre, des Rennleiters, der Zeitnehmer, der technischen und AbnahmekommissSre, der Zielrichter, der Streckenkommissäre und weiterer Funktionäre an den einzelnen Veranstaltungen festgelegt. ACS-Sportqbzeichen und Schweizer Meisterschaft. Kapitel XIV betrifft die Verleihung des Sportabzeichens des ACS, Kapitel XV die schweizerische Automobilmeisterschaft, wobei u. a. grundsätzlich festgestellt wird, dass die NSK jährlich bestimmt, ob ein oder mehrere schweizerische Automobilmeister ernannt werden und gegebenenfalls für 11, rue General Dufour Tel. 4 22 30 Der schwedische Meister im Schlittschuhsport, Ake Seyffarth, der sich an den olympischen Winterspielen in St. Moritz eine goldene und eine silberne Medaille holte, hat sich Kürzlich erstmals ans Steuer eines Midget-Car gesetzt und bei einem Kennen auf einem Eisstadion in Stockholm auf Anhieb einen Klassensieg errungen. welche Kategorien, welche Sportveranstaltungen für die Meisterschaft zählen und welches der Bewertungsmodus ist. Die Detailbestimmungen sind — wie unsern einleitenden Ausführungen entnommen werden kann — in den jährlichen Sportreglementen zu finden. Proteste — Strafen — Berufungen Ueber die offiziellen Ausweise an Sportveranstaltungen orientiert Kapitel XVI, über die Protestformalitäten Kapitel XVII, über die Sanktionen, die die NSK als Folge einer Verletzung der Reglemente treffen kann, Artikel XVIII, über die Appellationsmöglichkeiten Artikel XIX, während das zwanzigste und letzte Kapitel des von der ACS- Delegiertenversammlung am 11. Dezember 1947 prinzipiell genehmigten und auf I.Januar 1948 in Kraft gesetzten neuen Nationalen Sport-Reglementes die Voraussetzungen nennt, unter denen die NSK das Recht besitzt, das Reglement abzuändern. Ein Sachregister ergänzt das Reglement, zu dem die Ausführungsbestimmungen in Form der « Sportreglemente > auf das kommende Wochenende zu erwarten sind. Kleber- Colombes Alleinvertretung aer GENF Societe des Pneumafiques et caoutchouc manufacture KLEBER-COLOMBES B.F. Goodrich Co. 34-36 Neumühlequai Tel. 28 3737 Akron (U.S.A. ZÜRICH Ein Ausbildungskurs des SAR für Nachwuchsfahrer und Aktive am 17-/18. April in Thun, bzw. Bern. Zu zweien Malen haben sich im vergangenen Jahre Rennfahrervereinigungen des Auslandes der Schulung des Fahrernachwuchses angenommen. In Frankreich war es die AGACI, die auf der Rennbahn von Lin-as-Montlhery einen praktischen Schulungskurs durchführte, während in Italien die Initiative von der ASAI, dem Automobilsportverband, ausging. Hier wie dort, vor ollem aber in Italien, wo man die Sache in Mailand auf regionaler Basis so organisierte, dass man einem über mehrere Monate sich erstreckenden theoretischen Kurs ein kurzes Praktikum unter Anleitung berühmter Meister des Volants folgen Hess, waren die Bemühungen von schönen Erfolgen gekrönt. Wenn nun der vor kurzem aus der Taufe gehobene Schweizerische Automobil - Rennsportclub (SAR) seinerseits die Initiative ergreift, um einen Beitrag zur Förderung des Nachwuchses im einheimischen Autosport zu leisten, indem er, wie aus einem an die Lizenzierten des Jahres 1947 gerichteten Zirkularschreiben hervorgeht, am Samstag, den 17., und Sonntag, den 18. April 1948, ©inen Ausbildungskurs für Nachwuchsfahrer und Aktive in Thun, bzw. Bern durchführt, so darf eine solche Aktion in unsern Automobiisportkreisen eines regen Interesses gewiss sein, zumal da sie einem wirklichen Bedürfnis entspricht. Sie dürfte um so lebhafterem Interesse begegnen, als es der Leitung des Kurses, mit der der Senior unserer Aktiven, Jean Studer (Bern) betraut wurde, gelungen ist, für die Behandlung der einzelnen Themen bekannte Leute vom Fach zu gewinnen. Ihre Mitarbeit im Rahmen dieses Kurses haben zugesichert: 1. Ueber allgemeine Sportausbildung i a) Reglementierung des Autosportes: W. Bratscher, Sekretär der NSK, Bern. b) Wagenabnahme: F. Dannecker, Chef des Techn. Dienstes des ACS, Bern. c) Rennorganisation: W. Ed. Huber und F. Christen, ehemaliger, bzw. heutiger Rennleiter des Grossen Preises der Schweiz in Bern. dl Organisation der Boxe und Boxendienst: Rudolf Caracciola, Ruvigliana. 2. Ueber die Strasse: Beläge und Adhäsion: Dr. E. Zipkes, Zürich. 3. Ueber Technik: a) Allgemeine Fahrzeugkunde: R. Braonschweig, Maschinen- Ingenieur ETH, Bern. b) Kolben und Lager: Th. Willi, Autotechniker, Bern. c) Treibstoffe: Dr. ing.-chem. M. Brunner, Zürich. d) Reifen, M. Zöhrer i. Fa. R. u. E. Huber AG., Pfäffikon ZH. el Vorbereitung des Wagens: Rudolf Caracciola, Castagnola-Ruvigliana. 4. Ueber die Grundlagen der Fahrkunst: R. Braunschweig, Masch.-Ing. ETH, Bern. 5. Ueber Rennpsychologie: Auswirkungen des Charakters auf den Rennsport: Rudolf Caracciola, Ruvigliana. N Ausserdem sieht das Programm, das wir in einem spätem Zeitpunkt veröffentlichen werden, Demonstrationen von Rudolf Caracciola, Hptm. Rutishauser (Thun) und J. Studer vor. Wie die Liste der zur Behandlung kommenden Themen zeigt, ist dieser Kurs keineswegs nur für den Nachwuchs bestimmt. Er dürfte vielmehr auch den Aktiven wertvolle technische Kenntnisse sowie interessanten, praktischen Anschauungsunterricht vermitteln und verdient daher einen Massenaufmarsch. Um den Kurs möglichst vielen Interessenten zugänglich zu machen, wurde das Kursgeld trotz bedeutender Kosten äusserst niedrig, d.h. auf Fr. 10.-, angesetzt, gleichzeitig, ob der Kurs nur an einem oder an beiden Tagen besucht wird. Anmeldungen sind bis Donnerstag, 25. März 1948, an den Leiter des Kurses, J. Studer, Beundenfeldstrasse 23, Bern, zu richten. Teilnahmeberechtigt sind übrigens nicht nur Aktiv- und Passivmitglieder des SAR, sondern auch weitere Freunde des Automobilsports. Der Preis von Bern ist nunmehr für den 4. Juli, wo er im Rahmen des Berner Grand-Prix-Meetings zur Durchführung gelangt, grundsätzlich in den internationalen Sportkalender aufgenommen worden, doch steht noch nicht fest, nach welcher Formel er steigt.