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E_1948_Zeitung_Nr.013

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AU Administration» Mr. 13 - BERN, Mittwoch, 17. März 1948 Vierte Salon-Nummer Nummer: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Behw.Ui Fr. 6.30 jährlich Fr. 12.60 Enchelnt fadea MHtwoeh REDAKTION nnd ADMINISTRATION: Breitenrainstr.97. Bern Telephon (031) 2 «2 22 - Pottcheck III414 • Telegraauo-Adremi Antorevne, Ben Geschäftsstelle Zürich: Löwenttratse 51, Zürich SS, Telephon 28 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die »chljespaitene 2 nun hohe Grnndzeile oder deren Raum 60 Rp. Grönere Inserate nach Spezialtarif Ineeratenschlns« Freitag 12 00 Uhr Die Nachkriegskarosserie Betrachtungen über Serien- und Spezialaufbauten am Salon 1948 Zwei Meisterwerke der schweizerischen und italienischen Karosseriebaukunst Dieses Jahr gibt es, Ben Akiba zum Trotz, verschiedentlich Neues unter der Sonne, die durch die Dachverkleidung in die lichte Halle des Genfer Salons strömt. Die Nachkriegskarosserien sind angekommen, noch nicht auf jedem Stand sichtbar, aber bei vielen Ausstellern vertreten. Die Serienkarosserie der meisten Wagen hat breite, durchgehende Sitzbänke, einen guten Kofferraum, eise Motorhaube, die vom Armaturenbrett aus geöffnet wird, keine Kotflügel oder nur noch kleine Erinnerungen an ihre Vorgänger. Ihre Sicht ist durchschnittlich gleich gut (in einigen Fällen wesentlich besser, in verschiedenen aber auch schlechter) wie jene der Vorkrieg6wagen; die Scheinwerfer sind in den vorderen Ueberre*ten der Kotflügel eingelassen. Kleine Verbesserungen entzücken den angehenden Käufer, so beleuchtete Kofferräume, Türtaechen mit wirklichem Platz, gut verstellbare Sitze; andere Details werden den Besitzer nach einigqr • Zeit etw«* ärgern, vie z. B. Hintertüren, die zu wenig öffnen, Handlbremshebel, bei deren Betätigung man sich die Knöchel blutig schlägt. Batterien, die 'vom den Kärosserieblechen verdeckt sind. Der Luftwiderstand sinkt langsam, die Linien sind oft recht gut; man kann Fortschritte konstatieren und sieht anderseits, dass auch für 1949 noch Verbesserungen möglich sind. Die Spezialkaroaserien sind durch das schweizerische und italienische Element 6ehr 6tark vertreten, die französischen und englischen Firmen nur in einigen Exemplaren. In der Kühnheit der Linie, der Originalität der Gesichter und Farbenzusammenstellungen, kurz von der «Haute-Coutttre »-Seite des Karosseriebaues aus betrachtet, schiessen die Italiener den Vogel ab; die schweizerischen Firmen sind teilweise in ruhig-sachlicher Eleganz, Gediegenheit der Ausführung und Liebe zum unauffällig gepflegten Detail nicht zu übertreffen. Die neuen schweizerischen Schöpfungen, besonders die bestgeratenen Modelle, erfüllen den Besucher mit Stolz über die Leistungen unserer Firmen. Die vergessene Stromlinie. Ein Ueberblick über die gezeigten Serienkarosserien führt zu einigen unerwarteten Ergebnissen. Man weiss, dass die heute teilweise schnellen Tourenwagen «trömungsmässig günstige Karosserieforxnen haben müssen, soll der Treibstoffverbrauch. nicht allzustark ansteigen und die Motorleistung auch wirklich in Fahrgeschwindigkeit übersetzt werden und nicht nur zur Kompression der vor dem Fahrzeug geschobenen Luftsäule dienen. Der Luftwiderstand hängt nun von der sogenannten « Stirnfläche », d. h. dem grössten Querschnitt des Wagens, und seinem Luftwiderstandsbeiwert ab, der durch, die Gestaltung (geneigte Scheibe, abgerundete Konturen, glatte Haut, verschalter Boden etc.) bestimmt wird. Darf man mit gutem Gewissen feststellen, dass immerhin in einigen Fällen eine Reduktion des Beiwertes erzielt wurde, so sei anderseits darauf hingewiesen, dass die Stirnfläche gewachsen ist, weil die Wagen mehr in die Breite gingen als niedriger wurden. Ein Grund mehr, dass die Beachtung des Luftwiderstandes heute noch wichtiger ist als früher. (In diesem Zusammenhang wird bei anderer Gelegenheit noch etwas zu bemerken sein; als kleine Vorbereitung sei an die Besucher des Salons, Leute vom Fach wie « blasse » Fahrer, die Frage gestellt: Wer hat die Stromlinienkarosserie erfunden?) Der Untertitel dieses Abschnittes mag manchen angesichts der rundungsreichen. Flächen am Salem unverständlich erscheinen. Untersucht man aber die heutigen Karosserien auf ihre «trömungstechnische Güte, so stellt man fest, dass sich wohl ein modischer Einfluss aus dem Flugzeugbau feststellen lässt, der sich immerhin eng an die Aerodynamik anlehnt, dass er aber rasch verschwindet, wo es wirklich gelten würde, richtig Ern*t mit der Sache zu machen. Ganz wenige Ausnahmen können ab wirkliche Stromlinienfahrzeuge angesprochen werden, so die Tatras, der Fiat-1100-S aW Sportcoupi, in gewissem Maas noch der eigenartig karossierte Do'lo, dann aber geht es rasch über rar Halb-, Pseudo- und Modejouroal-Stromlinie. Hier wSre noch viel fruchtbar« Zusammenarbeit zwischen Flugzeug- und Automobilingenieurea denkbar. A Damit sei die A«#etik d«r Wa 420 Austin-A-40-Personenwagen den Hafen von Manchester mit Bestimmung USA. Dieser Transport allein bringt Grossbritannien Devisen im Ittrage von nahezu einer halben Million Dollars ein. mit Waben macht, tut dieses nur, um xa zeigen, dass er nicht mit dem Strom schwimmen, will, nicht aber aus eigenem schöpferischem Antrieb. Selbst so edle, schlanke Gesichter wie dasjenige des grossen Delahaye oder des CEMSA können ihre Verwandtschaft mit USA nicht verleugnen. Wer die letzten Entwürfe ansieht, kann aber konstatieren, dass die abschwächende Kur, der die europäischen Spezialkarosserien die amerikanischen Ideen unterzogen haben, im Ursprungsland nicht unbeachtet geblieben ist und gelegentlich einmal in ruhigeren Entwürfen ihr sichtbares Ergebnis erhalten wird. Und in der Zwischenzeit mag sich auch die ausseramerikanische Welt endgültig daran gewöhnt haben, dass beim Autofahren etwas Talmischmuck vorn mit herumgeführt werden muss. Wenn nachstehend versucht wird, die ausgestellten Karosserien der Spezialfirmen im einzelnen zu würdigen, so vor allem deshalb, weil die. Mannigfaltigkeit der Objekte es als wünschbar erscheinen lässt, deren gemeinsame wie unterschiedliche Merkmale als typisch für 1948 festzuhalten. In mancher Beziehung stellen die Spezialkarosserien ja Manifestationen wirklich künstlerischen Empfindens dar. Unser Kameramann knipst am Genfer Salon Schweiz, und ital. Spezialkarosserien Eusebio und Choke's metaphysischer Salonbesuch Fahrleistungs- und Konstruktionsdaten der englischen Personenwagen Die englischen Personenwagen an der Genfer Schau im Bild Eingabe der Autoverbände zur Frage der Verkehrssicherheit auf der Unglücksstrasse des Loppers