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E_1948_Zeitung_Nr.013

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AUTUMOBIL-REVUE Ml I i

AUTUMOBIL-REVUE Ml I i \\ UU1, 17. MAKZ CORPORATION Die Kaiser Frazer Wagen vereinigen in sieh alle bis heut« im Automobilbau erzielten Fortschritte Amerikanisch« Formschönheit und Komfort - Europäisch« Strassenhaltung Geschwindigkeit und Wendigkeit - Ausdauer und Sparsamkeit (12-13 Liter pro 100 km) Ihre in 1947 neuen und epochemachenden Stromlinien sind 1948 von der Konkurrenz aufgenommen und nachgeahmt worden Preise 1948 Kaiser Fr. 15900-, Frazer Fr. 16900.= m» Sehnellgang, Frazer Manhattan fr. T8 600= mit ScfineBgarig un3 Heizung Die beiden Modelle Frazer und Frazer Manhattan werden mit Schnellgang geliefert , Man schreibt uns Betr. unseren PRAZER-rPersonenwagen Soeben Ton einer unserer CrBsseren Aoelandefahrten surQckgelcehrt, »öcht«n wir Ihnen unsere Erfahrungen alt uaMrem VBAZZB-Ysgen bekanntgaben. Auf langen vnd aehleohten Strapsen lat da« Jahren «lt dem FSA2ZR angeneha. Dank ausgezeichneter Federung treten fttr den Pahrer und die Insassen nie £r»Ü\dungeeracheinangen auf. lieber den vergangenen, sehr helssen Sommer hat sieh der Wagen in den Bargen ausgezeichnet gehalten. Im Stadtverkehr ist er als groseer Wagen sehr •endig> auch in engen Gassen. Der Benzinverbrauch Ist selbst bei sehr hohen Geschwindigkeiten gering. Wir haben bis heute, innert 6 Konaten» total 32.000 km zurückgelegt, ohne geringste Störung. Wir sind Bit dem PRAZER B.ehr zufrieden und können Sie eu dieser Vertretung nur beglückwünschen. Hochachtungsvoll Automobil-Salon Genf, Stand 16 und 17 Generalvertreter für die Schweiz Commercial Corporation S.A. Rue du Rhone 92 Genf * SJEv.. AUTOMOBIL- SALON Stand 342 Die mobile Service-Station EMANÜEL> ist die vollkommenste, handlichste. Sie ist für jeden Camion- Besitzer unentbehrlich. 11 Service-Möglichkeiten 1. Pneu-Pumpe. . 7. Schmierung des Chassis auf Heber. 2. Motor-Reinigung. * 8. Schmierung des Chassis auf Elevator. 3. Graphitieren der Federn auf Heber. 9. Farbspritzen. 4. Druckluft-Reinigung. 10. Neufüllung der Schmierpistole. 5. Graphitieren der Federn auf Elevator. 11. Entleerung des Differentials. 6. Spezialschmierung der Wasserpumpe. . . Verlangen Sie eine vollständige Vorführung sowie Prospekte und Preis« an unserem Stand. Sofortige Lieferung ab Lager. Generalvertretung für die Schweiz: FAPA-BRUNO SA: TINI, LAUSANNE Rue Etraz, 11 - Telephon 21077/78

II. Blatt BERN, 17. März 1948 AUTOMOBIL-REVUE H. Blatt BERN, 17. März 1948 Plauderei am Kaminfeuer des Genfer Salons Eusebio und Choke's metaphysischer Salonbesuch In rasantem Steilflug gewinnt tle rasch H5he, geht dann nonchalant in eine neckische Rechtskurve über und dreht anschliessend einen etwas salopp anmutenden Looping. Nun sticht sie mit gespreizten Landekläppchen zu mir herunter. Knapp über Walze und Typenhebeln einfliegend, lässt sie ihr graziles Fahrwerk kokett herausgleiten, um auf einer Taste glatt zu landen. Oh nnergründliche Natur, auf dem Landeplatz steht gerade das Fragezeichen! So muss mich also eine ganz gewöhnliche Stubenfliege (musca domestica) daran erinnern, dass ich nicht deshalb in einem Zimmer von Genfs fünften Stökken hinter der Schreibmaschine sitze, um die Kür eines Insektes zu taxieren, sondern um in der Tiefe des Autosalons zu schürfen. Ganz einverstanden, so kann natürlich nichts Rechtes herauskommen, am allerwenigsten ein menschlich einigermassen vertretbarer Anfang. Ich fasse daher den Entschluss, die Arme zu entschränken. Doch wäre es mir peinlich, sollte da oder dort daraus eine Spitze gegen das zwischengelandete Biestchen abgeleitet werden: die ... «Initial »In« wirklich fabelhaft* Mschleunlgvng, wie wir sie vor der Berechnung des Leistungsgewichtes des Alfa- Renault keinem Wagen zugetraut hätten und die ausserordenlliche Gewichtsersparnis noch mehr betont... summenden Freunde einsamer Poeten (auch solcher mit Gänsefüsschen) sind mir durchaus sympathisch. Ein undefinierbares Geräusper zittert durch die Luft Es kommt aus weiter Ferne, von jenseits der Kaffeetassen, jenseits des Elektrokochers, jenseits der überfüllten Aschenbecher. Die Annahme hat viel für sich, es entstamme dem hinter Zeichenblöcken verschanzten Eusebio, zumal der Raum uns beide als einzige Personen birgt. Indessen vereitelt Rauchgeschiebe eine genaue Verifikation dieser Hypothese. Die Glühlampe baumelt gleich einem gerupften Huhn von der Decke herunter: sie ist machtlos. — Ja, ja, so geht's halt, wenn man zu rechtschaffen ist. Den ganzen Tag waren Eusebio und ich zwischen den ausgestellten Wagen auf Pirschgang. Damit hatten wir den Sehsinn ganz extrem verwöhnt; die Goldwaage unseres Gerechtigkeitsgefühles schlug aus und nötigte uns am Abendi wenig-: stens gegenüber Zunge und •Gaumen* den E,in+ druck- der Zurücksetzung; zu verwischen;. Nun, dieses Verwischen dürfen wir füglich als .geglückt betrachten. Dafür aber spräche jetzt der Reporter eines Cäcilienchores von € bedenklich vorgerückter Stunde». Zudem sind wir laut Migränenmittel «gesellschaftlich Überanstrengt», was wohl nicht zuletzt von gewissen klopffesten Flüssigkeiten herrührt. Zwar treten Ausfallserscheinungen erst sporadisch auf, Und behauptet, er habe heute Geburtstag, hat noch keiner von uns. Immerhin liegen Irregularitäten geringfügiger Natur im Bereich des Möglichen. Hinsichtlich aller daraus resultierenden Streitigkeiten erklären sich jedoch Zeichner und Schreiber zum vorneherein als vollumfänglich prozessunfähig. Den beiden Autosalom 47 und 48 ist. das Charakteristikum gemeinsam, ihr Gepräge nicht durch die Uniformen von Bahnbeamten zu erhalten. Ich habe deren nur drei entdeckt, die zudem bei näherem Betrachten gar keine waren. Man verschmerzt aber dieses Manko relativ leicht und geht über zur Tagesordnung, zu den Autos. Sie manifestieren dieses Jahr ganz besonders nachdrücklich die Emanzipation des Automobilbaues gegenüber der belebten Natur,. Bei dieser wies die Tendenz vom Wasser aufs Land und in die Luft; entwicklungsgeschichtlich sind die Vögel bekanntlich ja viel jünger als die Amphibien oder gar die Fische. Bei den Autos ist es gerade umgekehrt; da trat zuallererst eine gewisse Gattung von Tag- und Nachtschwärmern auf:, die sogenannten KotflügleVf'Im Laufe der Jahre machten dann ihre Flugorgahe mannigfache Wandlungen, durch; sie wurden zwar länger, schmiegten sich aber immer satter ah den Körper an, um schliesslich zu skurrilen, halb miteinander-verwachsenen" Gebilden zo de-^ generieren. Doch weiter ging die Entwicklung, und zwar so stürmisch, dass man die seit geraumer Zeit aufgetauchten Amphibien fast als Mutationen bezeichnen muss. Sie verleugnen kurzweg ihre Abkunft von den Kotflüglern und treten am diesjährigen Salon ganz breitspurig schon in rauherr Mengen auf. Flach ausgestreckt räkeln sie sich am Boden und lassen sich gnädig von eifrigen. Vertretern den Staub aus den blekkenden Chromgebissen wedeln. Die meisten von ihnen entrollten amerikanischen Fliessbändern, doch sogar das konservative England hat als Vorhut ein solches Amphibium, den Vangüard, nach Genf geschickt — Glücklicherweise fühlen sich diese Fahrzeuge auf dem Lande ausserordentlich heimisch, da man ihnen Vorderhand noch vier Rader beigesellt. Aber wie lange geht's wohl,-.bis die Neukonstruktionen gebieterisch, d^s nasse Element erheischen? Es empfiehlte sich auf alle Fälle, schon jetzt beidseitig unserer Strassen zweckdienliche Mäuerchen zu errichten, um sofort das ganze Strässenetz unter Wasser setzen zu können, sobald die bahnbrechenden Ultramödelle in der Schweiz eintreffen. Die Um- Kehren wir in die Gegenwart zurück: Obwohl die Wülste entlang den Seitenwänden noch nicht als Trimmtanks dienen, bieten sie dem Autobesitzer doch unschätzbare Vorteile, vor allem bei Grenzüberixitten. Die ganzen Schmuggelvorbereitungen reduzieren sich auf das simple Aburid Anmontieren der innern Abdeckplatten, und für die Zeiten, wo er noch Rumflaschen als Zündspulen tarnte, hat der Automobilist nur mehr ein kurzes, trockenes Lachen übrig. Bleibt er längere Zeit in einem Land, so kann er in seinen Detroiter Katakomben Champignons züchten und damit ohne weiteres das Benzin herauswirtschaften. — Hat übrigens schon jemand bemerkt, dass noch gar keine spezifische Bezeichnung existiert für dieses diffuse Gebilde, diese Kreuzung zwischen gefrorener Keilhose und Bohnenstickejetui, welches die abgeschmackten Kotflügel ersetzt? Hier bietet sich den Autopro- .. «allerdings dürften die Bremsen des lolls-Rovin, wie wir uns anlässlich einer kurzen Probefahrt überzeugen konnten, möglicherweise vielleicht noch etwas sanfter, wirken können. Die kürzeste Bremsstrecke war dagegen sehr bemerkenswert... Wandlung, z- B.. unserer Btückenrin römische Aquädukte wäre eifi ausgesprochen triviales Unterfangen. Die halbe Arbeit ist ja schon geleistet; man müsste nur noch die Zwischenräume der sogenannten Geländer mit einer finanziell ihteressäriten Kuratmasse "ausstreichen. In der Tre- 'mola*-wäretf-einige- Schleusen Vorzusehen, doch brächte ein Verkauf von Schokoiadetalern die Sache bestimmt zum Klappen. Bei den Niveauübergängen der Bahn würde der Verkehr einfach durch Umsteigen aufrecht erhalten. Dazu brauchte es halt etwas guten Willen. Allerdings fielen dann wahrscheinlich an der Zweihundertjahrfeier der SBB Worte, in deren Vergleich die letztjährige rhätische Festrede» als zärtliches Ballgeflüster erschiene. Gewiss, diese Gedankengänge sind reichlich komplexer Natur und stellen an Leser und Verfasser gleichennassen bedeutende Anforderungen, doch bei der hohen Waite (5. Stock), von der aus vorliegende Arbeit geschrieben-"wird, dürfen- sie nicht umgangen werden. duzenten die Gelegenheit, endlich wieder einmal einen plastischen Ausdruck zu lancieren. Das sollte Amerikanern oder Engländern nicht allzu schwer fallen. Aus dem deutschen Sprachgebiet ist er kaum zu erwarten. Man hat so seine Erfahrungen. Bei uns gibt es lauter spindeldürre Kipphebel, Kreuztraversen und Torsionsstabilisatoren. Auch die Dreiecklenker sprühen direkt vor Stimmung; z. B. der Engländer bezeichnet diese Teile der Vorderradaufhängung als « wishbönes» (= Wünschbeine). In der Brustpartie jedes Huhnes, bzw. Poulets gibt es bekanntlich einen gewissen, victoryförmig gegabelten Knochen. Er .besitzt die wundersame Kraft, dem, der ihn auf seinem Teller vorfindet, jeden Wunsch zu erfüllen und heisst deshalb Wunschbein. Auf Grund der gleichen Formen ist es naheliegend, Garage und Hühnerhof in diesem Falle einander freundschaftlich die Hand reichen zu lassen, wenigstens auf sprachlichem Gebiet. Aber dazu braucht es eben einen Techniker, der noch Technik und Natur mit dem himmelblauen Bande der" Phantasie zu verbinden weiss und sich nicht scheut, offiziell zu erklären, er fühle sich keineswegs als sublimierter Leitfaden der Trigonometrie, sondern * als sündhaftes Geschöpf, das bisweilen gebratene Güggeli ganz passabel findet Doch so weit reicht das Horizöntchen einer kurzgeschorenen Reissbrett-Eule natürlich nicht. Oder mit welchem Ernst sprechen wir von Schiebermotoren. Andernorts ist gleich aufgefallen, wie ähnlich der Schieber einem Aermel sieht, und flugs fand der Ausdruck «sleevevalve-engine » (« Aermelventilmotor ») überall Eingang. Ein anderes Beispiel: Manchmal geht die Rede von einer Hinterachse in « Banjo-Bauform ». Banjos hiessen ursprünglich die kleinen, primitiven Guitarren der Neger in Amerika. Diese originäre Bedeutung des Wortes wurde in unsern Tagen völlig verschüttet, und wenn heute einer im Verkehrsgetümmel eine Banjo-Hinterachse erblickt, fühlt er sich wohl kaum mehr auf eine Baumwollplantage der Südstaaten unter eine Gruppe singender Neger versetzt. — Die Einführung neuer, blumiger Sachbezeichnungen wäre sicher sengensreich, besonders heute, wo der hinterste Casserolier eines Flugplatzrestaurantes. zuerst eine Antrittsvorlesung über Kompressibilitätijeffekte der Luft bei Schallgeschwindigkeit halten muss. »».•ine gute Kippericonstruktion schweizerischen Fabrikates und ein Entsehaehtelungscopriolet mit hydrodynamischer ledienung sind nötig; bis man das Problem des Sonnenscheinwagens als gelöst betrachten darf ... Auch am diesjährigen Autosalon stehen die Chromverzierungen wieder im Kreuzfeuer heftig diskutierender Gruppen. Der Streit um das Pro und Contra ist uralt, und hoffentlich wird er nie beigelegt. Es steckt eben jeder Mensch in einer andern Haut und muss auf seine Facon glücklich werden. Der eine ist verliebt in ein Vamp, der andere in die Schlämmanalyse von Kopezky; der dritte fühlt sich, nach nationalökonomischen Studien an der Universität von Ohio, plötzlich zu pädagogischen Problemen hingezogen und wird Ping-Pong-Trainer in Miami Beach; und der vierte endlich freut sich riesig an einem chrombespickten Auto. Was ist denn