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E_1948_Zeitung_Nr.016

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Autotransporte durch den

Autotransporte durch den Gotthard über Ostern erreichten neue Rekordhöhe Während der Ostertage 1948 hatten die SBB einen Andrang von Motorfahrzeugen zum Transport durch den Gotthardtunnel zu bewältigen, wie sie ihn in derartigem Umfang und Grad noch nie erlebt. Um es in Zahlen auszudrücken: In der Nord — Süd-Richtung befördert: Mittwoch, 24. März: Donnerstag, 25. März: Freitag, 26. Marx 1 . Samstag, 27. März: Sonntag, 28. März: Montag, 29. März: Total: 1543 Motorfahrzeuge In der Süd — Nord-Richtung «schleusten » die SBB durch den Gotthardtunnel: Mittwoch, 24. März: 44 Motorfahrzeuge Donnerstag, 25. März: 37 Motorfahrzeuge Freitag, 26. März: 43 Motorfahrzeuge Samstag, 27. März: 67 Motorfahrzeuge Sonntag, 28. März: 128 Motorfahrzeuge Montag, 29. März: 604 Motorfahrzeuge Total: 159 Motorfahrzeuge 515 Motorfahrzeuge 540 Motorfahrzeuge 143 Motorfahrzeuge 96 Motorfahrzeuge 90 Motorfahrzeuge Wenn das Total der « Rücktransporte » Airolo— Göschenen geringer bleibt als jenes in der umgekehrten Richtung, so erklärt sich dieses « Manko » damit, dass ein Teil der Wagen, die dem Ruf des Südens gefolgt waren, den Rückweg über Maloja und Julier genommen haben, dass wieder andere nach Italien weiter gefahren sind, dieweil der Rest sich schliesslich verlängerte Osterferien im Tessin Der kürzeste Monat des Jahres stoppte den seit dem vergangenen Herbst eingetretenen, leichten Rückgang in der Automobileinfuhr, nahmen doch im Februar die Importe gegenüber dem Januar wieder am rund 180 Einheiten oder 10 % zu. Die nahezu 2000 Stück im Werte von 15 Mill. Fr. entsprechen einer guten Verdoppelung der durchschnittlichen Vorkriegsbezüge. Das bereits im Ergebnis des ersten Monats im neuen Jahr erkennbare Anzeichen einer starken Konzentration auf die Anschaffung von Modellen amerikanischer Herkunft hat sich noch deutlicher ausgeprägt. Mengenmässig nämlich waren die USA mit nahezu drei Fünfteln an den Lieferungen beteiligt, und vom Einfuhrwert entfielen sogar 63 % auf sie. Dadurch entstand eine wesentliche Umschichtung in den vier Gewichtsklassen. Im Vergleich zum entsprechenden Monat des Vorjahres ergab sich in der untersten Position ein Ausfall von über 320 Wagen, während in den beiden Gruppen von 800—1600 kg mehr als 1400 Personenwagen, darunter allein 850 Amerikaner, verzollt worden sind. Von der Wiederzunahme haben in bescheidenem Umfang auch England und Frankreich profitiert, hingegen kamen Italien und die Tschechoslowakei nicht an das Januarvolumen heran. Wie stark die amerikanische Industrie Terrain aufgeholt hat, zeigt die Gegenüberstellung der Importziffern des Berichtsmonates mit dem Februar letzten Jahres. USA Grossibritannien Frankreich Italien Deutschland Tschechoslowakei Oesterreich Zusammen Wert Febr. 1947 Stück in Fr. *) Stück 1172 9459 694 569 432 2 609 671 243 1 740 077 118 896 610 8 183 862 8 61299 AKTUELLES 923 Motorfahrzeuge wurden 573 299 85 Das bisher einzige Inlandmontagewerk, welches im Betriebe ist, baute nach den Angaben der Eidg. Oberzolldirektion 50 in England fabrizierte Modelle mit 800—1200 kg Gewicht, 111 amerikanische Typen in der folgenden Klasse und weitere 50 Amerikaner, die je über 1600 kg wogen, zusammen. Von einer kleinen Belebung ist auch die Ausfuhr begünstigt worden; der Ertrag stieg nämlich von einer halben Million Franken im Januar auf über 950 000 Fr., womit er auch um eine Viertelmillion grösser ausfiel als im gleichen Monat 1947. Namentlich der Versand von Einzelteilen und Halbfabrikaten hat sich gesteigert, dagegen wurde nur ein Personenwagen nach Oesterreich und zwei Nutzfahrzeuge nach Holland exportiert. Die Einfuhr von Benzin wird amtlich mit 9513 Tonnen oder gut 2000 Tonnen weniger als im Januar ausgewiesen. Immerhin ist dieses Quantum um 2800 Tonnen grösser als im Februar letzten gönnte, denn auch heute noch finden sich in Airolo Wagen zum Verladen durch den Gotthardtunnel ein. Für beide Richtungen zusammen engibt sich damit während der Zeitspanne vom Mittwoch, dem 24. März, bis Ostermontag, dem 29. März ein Total von 2466 Motorfahrzeugen, welche die Autozüge durch den Gotthard benützten, verglichen mit einem solchen von 2189 im letzten Jahr. Damit hat dieser Verkehr während der vergangenen Ostertage eine neue Rekordhöhe erklommen, die dep 1938 mit 1517 beförderten Fahrzeugen erzielten Vorkriegshöchststand weit hinter sich lässt und seinerseits beredtes Zeugnis von der gewaltigen Entwicklung der schweizerischen Autotouristik seit Kriegsende ablegt. Starke Zusammenballungen ergaben sich am Karfreitag, da nahezu 550 Fahrzeuge nach dem Tessin verfrachtet sein wollten, in Gö6chenen und am Ostermontag bei der Rückkehr von über 60Ö Vehikeln in Airolo. Machten diese «rush hours » dem Bahnpersonal viel zu schaffen, so stellten sie anderseits der Automobilisten Geduld mitunter auf eine harte Probe. Alles in allem jedoch schickten sie sich, wie die Bahnorgane feststellten, mit viel Verständnis ins Unvermeidliche. Für das nächste Jahr fassen übrigens die SBB die Eventualität ins Auge, am Karfreitag zwischen 10 und 12 Uhr, da die Bahnanlagen durch eine starke Schnellzugsgruppe belegt sind, keine Autozüge in der Richtung Gö6chenen—Airolo zu führen und den Automobilisten nahezulegen, sich schon vor der Schnellzugsgruppe zum Verlad ihrer Wagen einzufinden. Wieder Zunahme der Autoeinfuhr im Februar 11768 1982 14 972 879 1559 *) Inklusive Ersatz- und Einzelteile. 26 Jahres. Für diesen Treibstoff gingen Fr. 2 075 693 ins Ausland, was nichts anderes bedeutet, als dass sich die Erhöhung des Einstandspreises von Fr. 21.27 auf Fr. 21.82 per Bruttozentner fortgesetzt hat. Ungewöhnlich stark war erneut der Import an Dieselöl, der 5068 Tonnen erreichte. Ist wirklich alles getan worden, was möglich war? Die Antwort des Nidwaldner Regierungsrates auf die Eingabe der ACS-Sektion Luzern und d^er TCS-Sektion Waldstätte (vgl. « A.-R. » Nr. 13), welche im Zusammenhang mit dem schweren Autounglück bei Hergiswil gegen die Baudirektiön des Kantons den Vorwurf der Nachlässigkeit hinsichtlich der Ergreifung von Sicherheitsvorkehren auf I der glatteis- und steinschlaggefährdeten Lopperstrasse erhob und darüber hinaus Anregungen für sofortige Abhilfemassnahmen formulierte, ist mit bemerkenswerter Promptheit eingetroffen. Schon drei Tage später lag sie vor, ein hochoffizielles Dokument, das in Kopie auch der Redaktion der «A.-R.» mit dem Ersuchen um Veröffentlichung zuging. Getreu dem Grundsatz « Man muss sie hören alle beede » geben wir deshalb im nachfolgenden das wieder, was Landammann und Regierungsrat des Kantons UnteTwalden nied dem Wald zu den Kritiken und Vorschlägen der genannten beiden Automobilverbände zu sagen haben: AUTOMOBIL-REVUE MITTTTOCH, SI. MÄRZ 1948 - Nr. 16 Erdölforschungen eine Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes? Man schreibt uns: In einer Kleinen Anfrage an den Bundesrat erkundigt sich Nationalrat Forel, ob eine Beteiligung oder eine Kontrolle einer südamerikanischen Interessentengruppe an Nachforschungen nach Petrolvorkommen nicht eine Gefahr für die Unabhängigkeit des Landes bedeute. Er weist dabei auf Verhandlungen eines deutschen Vertreters mit der Societe Anonyme des Hydrocarbures hin. Dazu ist zu bemerken, dass Verhandlungen mit der südamerikanischen Interessentengruppe nicht erst durch Vermittlung eines deutschen Erdölsachverständigen eingeleitet worden sind. Südamerikanisches Kapital ist an den Erdölbohrungen der Westschweiz schon längst beteiligt. Der deutsche « Vermittler » hat die deutschen Interessen des inzwischen verstorbenen Erdölindustriellen F. J.G. Vingerhoets wahrgenommen, der die Explorationen in der Westschweiz begründet hat. Zur Zeit sind Verhandlungen im Gange, um die Versuchsbohrungen in der Westschweiz weiterzuführen. Da hierfür schweizerisches Kapital in ausreichendem Masse nicht beschafft werden kann, werden weitere Kapitalinvestitionen von südamerikanischer Seite angestrebt, was im Interesse der Abiklärung der Erdölfrage unseres Landes zu begrüssen ist, Schweizerisches Kapital ist übrigens in Südamerika, z. B. in Argentinien, in der Erdölindustrie tätig, und es würde wohl ak unfreundlicher Akt eingeschätzt, wenn von schweizerischer Seit« der Beteiligung südamerikanischer Geldgeber an den Erdölforschungen in unserem Lande Schwierigkeiten in den Weg gelegt würden. Die Persönlichkeiten im Verwaltungsrat der Societe Anonyme des Hydrocarbures, der seinerzeit auch Oberstkorpskommandant H. Guisan, unser nachmalige General, mit Billigung des Militärdepartementes angehörte, bieten volle Gewähr, dass die schweizerischen Interessen gewahrt werden. Alle Fachleute sind sich darüber einig, dass die Abklärung der Erdölfrage unseres Landes nur mit wissenschaftlicher und technischer Mitwirkung ausländischer Oelgesellschaften gelöst werden kann, welche über die notwendigen geophysikalischen und technischen Geräte und Installationen verfügen. Eine ungerechtfertigte Beargwöhnung ausländischer Mitwirkung an der Suche nach Bodenschätzen in unserem Lande erscheint als geeignet, einen von schweizerischer Seite vernachlässigten Forschungszweig zu behindern, was wohl kaum im Landesinteresse liegt. Dr. J. K. STRASSENVERKEHR Die Ergebnisse der Basler Scheinwerferkontrolle Die von der Sektion beider Basel des Touring- Clubs der Schweiz während 16 Tagen durchgeführte öffentliche Scheinwerferkontrolle für Motorfahrzeuge hat zu sehr interessanten Ergebnissen geführt, die hiemit einer weiteren Oeffentlichkeit bekanntgegeben seien. Von den 1481 kontrollierten Motorfahrzeugen, worunter 59 Motorräder und 28 Camions, gaben 95 % zu Beanstandungen Anlass. 55 % der Mängel konnten an Ort und Stelle behoben werden, während die restlichen 45 % auf den sog. Mängellisten vermerkt und zur Behandlung an Reparaturwerkstätten verwiesen werden mussten. 78 % der Mängel bezogen sich auf die Scheinwerfer, 16 % auf die Stopp- und Schlusslichter und 6 % auf die Nebellampen. 65 % der mangelhaften Scheinwerfer waren zu hoch, 25 % zu tief und 10 % schräg eingestellt. Zu diesen Mängeln gesellte sich bei zahlreichen Fahrzeugen ein starker Spannungsabfall in der Beleuchtungsanlage. Aus dieser kurzen Zusammenstellung ergibt sich, dass ein auffallend hoher Prozentsatz der Beleuchtungseinrichtungen aller zirkulierenden Fahrzeuge den gesetzlichen Vorschriften nicht entspricht. Obschon nur 18,5 % der in Basel und Umgebung verkehrenden Automobile und Motorräder erfasst wurden, darf das erwähnte Resultat auf Grund einer Wahrscheinlichkeitsrechnung ohne weiteres auf die Gesamtheit der immatrikulierten Motorfahrzeuge übertragen werden. Wer also die Scheinwerferkontrolle versäumt hat, muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen, dass sich die Beleuchtungsanlage seines Fahrzeuges nicht in Ordnung befindet! Die Subkommisslon für Scheinwerferkontrollen prüft gegenwärtig die Frage, ob die Aktion im Verlauf der nächsten Wochen an einigen Abenden wiederholt und eventuell auf die basellandschaitliche Kantonshauptstadt Liestal ausgedehnt werden könnte. Inzwischen richten wir an sämtliche Automobilisten, die der Scheinwerferköntrolle 1948 ferngeblieben sind, den dringenden Appell, ihre Beleuchtungsanlage, vorweg die Scheinwerfer, beim nächsten Aufenthalt in einer Garage kontrollieren zu lassen. Eine solche Kontrolle muss sich auf die Einstellung der Scheinwerfer, auf deren Lichtwirkung, auf die Nebellampen, auf die Schluss- und Stopplichter sowie auf die Winker erstrecken. Von einem unbeleuchteten oder hängengebliebenen Richtungsanzeiger können im Prozessfalle einige Tausend Franken abhängen. Im übrigen wird nunmehr die Polizei zum Rechten sehen, und notorische Blender riskieren Verzeigung! seh. Die Antwort der Nidwaldner Regierung in der Angelegenheit « Verkehrssicherheit auf der Lopperstrasse » « Mit Schreiben ohne Datum (Poststempel Luzern 12.3. 1948) sind Sie unter Bezugnahme auf das schwere Autounglück vom 7. März an der Lopperstrasse in Hergiewil, beim Regierungsrat von Nidwälden zur Frage einer allseitigen Erhöhung der Verkehrssicherheit auf der Lopperstrasse vorstellig geworden. Sie bezichtigen die kantonale Baudirektion Nidwaiden der grossen Nachlässigkeit, da mit Rücksicht auf die aussergewöhnlichen Strassenverhältnisse auch aussergewöhnliche Vorkehrungen hätten getroffen werden sollen. Der Regierungsrat stellt zu diesen Eingaben mit aller Bestimmtheit fest, dass das Unglück vom 7. März 1948 in Hergiswil, das vier Menschenleben forderte, auf Grund der amtlichen Untersuchungsakten in keiner Weise auf eine Nachlässigkeit der kantonalen Baudirektion, sondern auf Selbstverschulden der Fahrzeuglenkerin zurückzuführen ist. Auf der Lopperstrasse ßind zur Verhütung von Unfällen, die nach menschlichem Ermessen erfor- Mach es anders! Schlangen Eigentlich könnte man es als ein Stück Romantik betrachten, wenn sich um die Fasnachtszeit herum die Jugend damit vergnügt, vorbeifahrende Autos mit bunten Papierschlangen zu verzieren. Aber bei aller romantischen Veranlagung meiner Grossmütter, die ihre Ausstrahlungen romantischer Vorstellungen bis auf ihren Enkel wirken Hessen — ich kann mich über diese Papierschlangen gar nicht freuen. Im Gegenteil, diese an eich harmlose Spielerei ist für mich ein Beweis, dass die Kinder auch nicht eise vage Vorstellung von den oft genug geschilderten Gefahren der Strasse haben. Fast betrüblicher ist es aber noch, dass viele Eltern, viele Lehrer und viele Polizisten sich offenbar gar nicht darum kümmern, wie die Kinder ihre Freizeit verbringen. Wie wäre es sonst möglich, dass die Kleinen und Kleinsten sich unbeaufsichtigt auf den Strassen tummeln können und dabei gar oft die Opfer von Verkehrsunfällen werden, von denen ein geradezu klassisches Beispiel vor kurzem in der Lokalpresse zu finden war: < In Mumpf geriet ein fünfjähriger Knabe unter ein durchfahrendes französisches Automobil, als er im Begriffe war, einen Papierstreifen vom Boden aufzuheben. Kinder vergnügten sieb nämlich damit, vor den durchfahrenden Autos Papierschlangen über die Strasse zu spannen; dabei lief der Knabe in das Fahrzeug hinein, wobei ihm beide Oberschenkel gebrochen wurden. Er wurde ins Bezirksspital verbracht.» Civis 6pectans. derlichen Vorkehrungen durch die kantonale Baudirektion je und je in vollem Umfang angeordnet und durch die Organe der Baudirektion auch durchgeführt worden. Der Regierungsrat erklärt ausdrücklich, dass die Baudirektion ihre Pflichten auch auf diesem Gebiete im wahren Sinne des Wortes erfüllt hat. Ihre Eingabe an den Regierungsrat ist am späten Abend des 12. März 1948 der Post übergeben worden. Sie ist am Vormittag des 13. März in den Besitz des Landammannamtes von Nidwaiden gelangt. Ohne die Antwort des Regierungsrates abzuwarten, haben Sie Ihr« Eingabe der Presse zur Veröffentlichung übergeben, und es sind denn auch die schweren Vorhalte gegen die Baudirektion Nidwalden bereits am 15. Merz in der Luzerner Presse erschienen. Dieses Vorgehen von Automobilverbandssektionen, die zur Förderung der allgemeinen Verkehrssicherheit mit den Behörden auf einwandfreier Grundlage Hand in Hand zusammenarbeiten sollten, richtet 6ich selbst. Mit vorzüglicher Hochachtung: Der Landammann: sig. Wyman. Der Landschreiber: Werner Wagner. » (Nachwort der Redaktion: Ihrem Inhalt nach vermag die Antwort des Regierungsrates nicht zu befriedigen, weil er es sich doch etwas allzuleicht macht. Er bestreitet die schweren Vorhalte gegen die Baudirektion kurzerhand pauschal und breitet seine schützende Hand über den kantonalen Baudirektor. Inwiefern dieser, wie behauptet, alles nach menschlichem Ermessen Erforderliche getan habe, um die notorische Unfallgefahr auf der Lopperstrasse zu verhüten, wird nicht gesagt, vielmehr alle Schuld am tragischen Unglück vom 7. März der Fahrerin zugeschoben. Von ausschlaggebender Wichtigkeit scheint in der rcgierungsrätlichen Stellungnahme in erster Linie die Ehrenrettung des Baudirektors zu sein, denn auf die Sache selbst, die von den Automobilverbänden geforderten und mit konkreten Vorschlägen untermauerten Sofortmassnahmen zur Vermeidung weiterer Unfälle auf der Lopperstrasse (die, wie erinnerlich, schon Anfang dieses Jahres ein Todesopfer forderte), darauf geht die Antwort mit keinem Worte ein. Diese Selbstgefälligkeit und -Zufriedenheit ist es, die angesichts der Schwere der den Behörden obliegenden Verantwortung Befremden erregt. Würde die Regierung wenigstens den Willen bekunden, aus den Unfallereignissen, deren Schauplatz die Lopperstrasse immer und immer wieder bildet, ihre Konsequenzen zu ziehen; aber ihrer Ansicht nach scheint dort alles zum Besten bestellt. Es geht jedoch um die Sicherheit, Gesundheit und das Leben von Menschen. Und so gesehen empfindet man die Antwort, die einfach jede Kritik und jeden Verbesserungsvorschlag als Antastung der Persönlichkeit des Baudirektors von sich weist, als unannehmbar. Vollends ist sie das dort, wo sie glaubt, die beiden Automobilclubs apostrophieren zu sollen, weil sie, ohne erst die Reaktion aus St ans abzuwarten, die Oeffentlichkeit durch das Mittel der Presse über ihren Schritt bei der Nidwaldner Regierung informierten. Wenn diese darob in Harnisch gerät und sich höchst ungnädig zeigt, obwohl die Unzulänglichkeit der von der Baudirektion gegen die Gefahren der Lopperstrasse ergriffenen Vorkehren allgemein bekannt war, dann drängt 6ich unwillkürlich eine Parallele mit jenem allerdings misslungenen Versuch des Baudirektors auf, einen der beiden Automobilclubs zum öffentlichen Widerruf einer Kritik in der Luzerner Presse zu veranlassen. Es ist denn auch anzunehmen, dass Eich diese beiden. Verfechter der Interessen des Straßenverkehrs durch die Haltung des Nidwaldner Regierungsrates nicht von dem Ziel abbringen lassen werden, das sie sich gesetzt haben.)

Nr. 16 - MITTWOCH, 31. MÄRZ 1948 AUTOMOBIL-REVUE Saison-Eröffnung am Ostermontag SPORTNACHRICHTEN Grosser Preis von Pau Pagani (Maserati) wiederholt seinen Vorjahrssieg - Pechvogel Sommer (Maserati) in der letzten von 110 Runden ausgefallen - Der neue 1,5-l-Simca von Gordini mit Wimille auf dem 5. Platz — de Graffenried (Maserati) Sechster Der 9 Grosse Preis von Pau als erstes Formelrennen des Jahres 1948 stand vollkommen unter dem Eindruck eines Zweikampfes zwischen den italienischen Maserati und den neuen 1,5-Liter- Simca, der mit allen Zeichen einer Sensation in Szene ging, schliesslich aber vom Italiener Pagani gewonnen wurde, welcher damit seinem Vorjahres- Nach dem unprogrammässigen Fahrtunterbruch Wim'illes erschien Sommer am leaderbard, wobei das Tempo zeitweilig eine gewisse Mässigung erfuhr, um sich freilich gegen Ende des Rennens neuerdings zu verschärfen. In der 78. Runde zeigte Pagani seinem Widersacher Giraud wiederum das Schlusslicht. Bei einem Boxenhalt von rund zwei Schweizer de Graffenried auf einem Maserati Enrico Plates, mit dem er ein achtunggebietendes Rennen fuhr, infolge verschiedener Boxenhalte auf dem sechsten Platz landete. W RESULTATE (110 Runden = 304,590 km) 1. Pagani, Italien, 1,5-l-Maserati 3:33:30 = 85497 km/h 2. Giraud-Cabantous, Frankreich, 4,5-l-Talbot 108 Runden 3. Pozzi, Frankreich, 4-l-Talbot 107 Runden 4. Rosier Frankreich, 4-l-Talbot 107 Runden 5. Wimille, Frankreich, 1,4-l-Simca 105 Runden 6. de Graffenried, Schweiz, 1,5-l-Maserati 100 Runden Die Anwärter auf den französischen Meistertitel 1948 Bekanntlich sahen die für die französische Automobilmeisterschaft 1948 in Kraft gesetzten Bedingungen vor, dass sich Fahrer, die sich um den Titel zu bewerben beabsichtigen, bis zum I.März bei der Sportkommission des französischen Automobil- Clubs- anzumelden hatten. Wie wir nunmehr erfahren, haben sich folgende 20 Fahrer, unter denen sich auch verschiedene weniger berühmte Grossen befinden, für die Meisterschaft eingeschrieben: Antonelli, Chaboud, Cbiron, Dorion; Gerard, Giraud-Cabantous, Grignard, Gmerin, Levegh, Loyer, Martin, Meyrat, Presset, Poazi, Rosier, Sommer, Trillaud, Varet und Wimille. Der Grosse Preis von Monaco findet, einer Mitteilung des organisierenden Automobil-Clubs von Monaco zufolge, am 16. Mai (•Pfingstsonntag) definitiv statt. Louis Chiron ist, wie er uns von seiner Hochzeitsreise, die nach Pau führte, mitteilt, vor einigen Wochen mit Fräulein Edith Jablonska aus Lausanne in den Hafen der Ehe eingedampft. Wir gratulieren! Das Rallye Paris—Cannes, dessen Austragung für die Tage vom 23.—26. März vorgesehen war, ist der prekären Lage in der französischen Treibstoffversorgung zum Opfer gefallen. Die Sternfahrt nach Burgund, die für den 23. Mai vorgesehen war, ist abgesagt worden. sieg in der Pyrenäenstadt einen neuen Erfolg anfügte. Während die Franzosen Sommer und Louveau, der Südländer Pagani und der Schweizer de Graffenried den bekannten 1,5-Liter-Maserati mit Kompressor ins Treffen führten, hat Gordini im Laufe des Winters eine gänzlich neue Version seines 8-Zylinder-Simca geschaffen, an der nicht nur der Motor von 1440 ccm Hubvolumen, sondern auch Chassis und Karosserie neu sind. Auf der Bahn von Linas-Montlhery soll der neue kompressorlose Anderthalbliter-Rennwagen angeblich eine Geschwindigkeit von über 200 km/h enzJelt und um die 93 PS entwickelt haben. Ganz besonders geeignet für die kurvenreiche, schwere und HOmal 'herunterzuspulende 2,769 km lange Strecke erwies sich diese Konstruktion mit dem Rosario- Sieger Wimille am Steuer, der im Training nahe an den' Vorkriegsrundenrekord von Caracciola bzw. Lang auf Mercedes-Benz herankam. Neben den drei Simcas mit Wimille, Prinz Bira und Scaron und den vier erwähnten Maseratis erschienen Chiron und Giraud-Cabantous auf zwei neuen 4,5-Liter-Talbot der Ecurie France am Start, während Pozzi, Rosier Und Trintignant auf den öltern 4-Liter-Typen dieser Marke in die Arena stiegen. Das Feld 1 der Startenden wurde vervollständigt durch Chaboud auf Delahaye, Martin auf Frazer-Nash und zwei Cisitalia mit Shell und Loyer, die jedoch alle vorzeitig ausschieden. Das Rennen stand vom Start weg Im Banne des erwarteten Duells zwischen Wimille auf Simca- Gordini und Sommer auf Maserati, der die Führung an sich gerissen hatte, sie aber in der 8. Runde an Wimille abtreten musste. Mit unheimlicher Geschwindigkeit und Wendigkeit tanzte Wimille durch das Karussell, und es löste etwelches Erstaunen aus, als er ungefähr nach dem ersten Drittel des Rennens (37. Runde) an die Boxe fuhr, wo er wegen eines Kerzendefekts insgesamt fünf Runden verlor. Hinter Wimille und Sommer schob sich Chiron bereits in der 5. Runde auf den dritten Platz vor, während um den 4. Rang zwischen Pagani und Giraud-Cabantous ein Kampf entbrannte, den sdrliesslieh der Italiener zu seinen Gunsten entschied.