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E_1948_Zeitung_Nr.016

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8 AUTOMOBIL.lt EVLE

8 AUTOMOBIL.lt EVLE MITTWOCH, 31. MÄRZ 1948 - Nr. 16 noch während der ersten Kriegsjahre fertiggestellt worden; was den Rest anbelangt, so nimmt der vorliegende Entwurf die Fortführung ungefähr zur Hälfte in Aussicht. Es handelt eich hier in erster Linie um die Strecke Salzburg—Linz—Wien—Ungarische Grenze, in die bereits über 300 Millionen Reichsmark investiert wurden. Der Ausbau dieser Ost—West-Achse erfolgt im Zuge der transkontinentalen Route London—Istanbul und bildet einen wichtigen Punkt des Zehnjahresprogramms. Wohl sieht die technische Durchführung nicht mehr den Bau einer 24 m breiten Farbahn vor, so wie er bei den deutschen Autobahnen üblich war, sondern man begnügt sich mit 12—14 m, doch ist jedenfalls die Einführung eines Mittelstreifens und die Ausschaltung sämtlicher Kreuzungen geplant. Auch die übrigen Autobahn-Teilstrecken, wie zum Beispiel die Südachse Salzburg—Villach—Italienische Grenze durch den Tauern, will man einstweilen nicht ohne weiteres abtragen; den entgültigen Entscheid hierüber soll in einem späteren Zeitpunkt fallen. In diesem Zusammenhang gewinnt der alte Plan des Katschberg- und Tauerntunnels, der im Zuge der deutschen Autobahn die beiden schweren Pässe des Katschbergs und der Radstätter Tau ern hätte ausschalten sollen, besondere Bedeutung. Der Katschbergtunnel mit ungefähr 7 km Länge wurde auch bereits im Jahre 1939 von beiden Seiten aus in Angriff genommen und die ersten Stollen bis Kriegsende auf ca. 2 oder 3 km vorgetrieben, so dass in wenigen Monaten die erste Verbindung hergestellt worden wäre. Indessen ist sie für Oesterreich augenblicklich, insbesondere infolge des vollkommenen Aufhörens des Touristenverkehrs von Norden her, in zweite Linie gerückt, und man begnügt 6ich mit einem Ausbau der Paßstrassen über die Höhen. Nichtsdestoweniger werden aber mit reduziertem Einsatz von Arbeitskräften die Stollen weiterhin betreut, um sie vor dem Verfall zu bewahren. Das Gebiet ringsum gleicht zwar schon mehr einer Goldgräbersiedlung, die plötzlich aufgegeben wurde. Von nicht geringerer Bedeutung und erstaunlicher Grosszügigkeit ist der zweite oder bautechnische Teil des Programms, der gleichfalls sowohl Strassenneubauteo als auch Ausbauten und Wiederinstandstellungen auf fast allen 'bestehenden Strassen vorsieht. Von den geplanten Neubauten liegen die meisten in dem bisher verkehrsarmsten Bundesland Tirol. Im Hinblick auf dessen Fremdenverkehr wie auf den Durchgangsverkehr gilt die Erschliessung neuer, unbekannter Alpentäler als eine der vordringlichsten Aufgaben in dieser Hinsicht, um damit neue Anziehungsmomente für den Touristen aus den westlichen Nachbarländern zu schaffen. An vorderster Stelle steht hier eine Strasse aus dem Grossen Walsertal nach Sdhröcken im Tal der Bregenzer Achse und anschliessend daran der Ausbau des Hochtannbergpae- 6 e 6, der mit einer Höhe von 1674 m zwar nicht an den Arlbergpass heranreicht, aber immerhin eine leichtere und schneefreie zweite Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol ermöglicht und damit auch in weiterer Hinsicht das Lechtal besser zugänglich macht. Allein diese kaum 12 km lange Strecke würde, unter Berücksichtigung der Arlberg-, Flexen- und Bregenzerwaldstrassen, mindestens ein halbes Dutzend neuer, leichter Tagestouren im westlichen Tirol und Vorarlberg, insbesondere für den motorisierten Schweizer Ausflügler, erschliessen. Nicht minder wertvoll erscheint der Ausbau der Gerlosstrasse von Gerlos nach Krimml, die in einzelnen Teilen wohl schon nahezu fertiggestellt ist, auf anderen Strecken, insbesondere auf der Passhöhe, aber die Neuanlage manchen Kilometers erfordert. Dadurch vermindert sich die Distanz zwischen Innsbruck und dem Südwesten um nicht weniger als 11 km. Die Schneefreihaltung dieser fast 1700 m hohen Paßstrasse wird zwar manche kleine Schwierigkeit mit sich bringen. So versuchten in den letzten Wintern amerikanische Besetzungsstreitkräfte, die Zufahrtsstraße Krimml— Gerlöshöhe durch den Einsatz von Raupenpflügen für den Jeepverkehr fahrbar zu machen, doch gelang dies nur teilweise. Indessen schenkt das Zehnjahresprogramm auch diesem Punkt grössere Aufmerksamkeit, wobei u. a. der Einsatz neuer Schneefräsen und motorischer Räumgeräte auf den wichtigsten Paßstrassen vorgesehen ist. Dies gilt insbesondere für den Arlberg und die Radstätter Tauern, abgesehen vom Brenner, den Rottenmanner Tauern und dem Semmering, die in den letzten Jahren keine Schwierigkeiten bereiteten. Weitaus den grössten Raum im neuen Strassenbauprogramm beansprucht der neuzeitliche Ausbau der bestehenden Bundesstrassen wie auch der mehr als 3000' km neuer Strassen. So zeigt eine Aufstellung, dass von den 4400 km Bundesstrassen des Jahres 1938 bisher kaum 2500 mit einem staubfreien Belag versehen und dass auch von diesen mehr als 1000 km, insbesondere im östlichen Teil Oesterreichs, reparaturbedürftig sind, da begreiflicherweise während der Kriegsund ersten Nachkriegszeit der Instandsetzung nicht das notwendige Augenmerk gewidmet werden konnte, anderseits aber die Beanspruchung durch schwere Lastwagen, Panzerfahrzeuge oder militärische Zugmaschinen auf ein Vielfaches der Vorkriegszeit anstieg. Nun besteht zwar die Hoffnung, diese Arbeiten im Rahmen des Strassenunterhalts mit dem normalen Budget durchführen zu können, das mit ca. 30 Millionen Schilling dotiert ist. Unvergleichlich höher wird aber die Modernisierung der Strassen zu stehen komen, denn hier ist nicht nur eine Belagserneuerung geplant, sondern eine Reihe von Arbeiten, die einem Neubau mancher Teilstrecken nahekommen. Zahlreiche scharfe Kurven und Engpässe bedürfen, insbesondere auf den Alpenstrassen, der Korrektur; die grossen Steigungen der Pässe müssen auf nicht mehr als ca. 12 % reduziert und die Fahrbahnen auf zwei- und dreispurigen Fern- und Schnellverkehr verbreitert werden. Dazu gilt es bei der zu erwartenden höheren Verkehrsbelastung durch den Fernlastverkehr zahlreiche neue Kunstbauten zu erstellen und schon bestehende zu verstärken, ganz zu schweigen von der Notwendigkeit, für den Touristenverkehr die Wegweiser, Signale und Kilometrierungen zu erneuern. Ein letztes Teilgebiet betrifft schliesslich die Einführung eines modernen Strassenhilfsdienstes auf den Hauptstrecken durch Errichtung von Tank- und Telephonstellen, Parkplätzen und auf den Paßstrassen durch Erweiterung des Wasserhilfsdienstes. Das zuständige Ministerium schätzt die Gesamtsumme für die Durchführung aller dieser Arbeiten, den Ausbau der Autobahnen mit inbegriffen, auf ca. 2 Milliarden Schilling heutiger Wertbasis, die neben den jährlichen 30 Millionen für den ständigen Unterhalt besonderen Budgetgeldern entnommen werden müssten. Mit einzelnen Bauvorhaben hat man in aller Stille bereits im Vorjahr begonnen. Das betrifft zum Beispiel für den Umbau der Teilstücke der Katschbergstrasse zu, die bald aufhören wird, ak steilste Bergstrasse der Alpen die Automobilisten zu schrecken. Die Arbeiten sind schon so weit im Gang, dass mit der Ueber den Flexenpass verkehren im Winter nur Raupenautos. Die Gerlosstrasse wird im Rahmen des 10-Jahresprogramms bis zum Jahr 1951 ausgebaut werden. Fertigstellung noch im Laufe des Jahres 1948 zu rechnen ist, womit dann der Katschberg nur noch mit 15 % Höchststeigung aufwarten wird! Auch im Ausbauprogramm richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Hartbeläge, mit deren Erstellung bereits in den nächsten Monaten begonnen werden 6oll. In diesem Zusammenhang ist der Mangel an Bitumenstoffen für Asphaltbeläge ebenso bezeichnend wie die Transportschwierigkeiten durch Treibstoff- und Fahrzeugverknappung. Auch die Arbeiterfrage spielt hier eine wichtige Rolle. Verhältnismässig am reichlichsten ist in Oesterreich noch Zement für Betonstrassen vorhanden. Die Zementwerke von Kichbichl und Mannersdorf könnten gemeinsam ohne weiteres 15 000 Tonnen liefern. Darin liegt auch der Grund, weshalb Betonstrassen in unserem Lande relativ billiger zu stehen kommen als in anderen europäischen Ländern. Unter jenen Strassenzügen, die als «Durchgangsrouten » dem Bundesstra6Sennetz eingegliedert werden, verdienen u.a. die Turracherhöhenstrasse, die Witter6teinstrasse und der Loiblpass besondere Bedeutung. Insbesondere die erstere ist auf dem Papier schon vollkommen fertig und dürfte in naher Zeit in Angriff genommen werden. Auch 6ie wird für Wintersport und Fremdenverkehr besondere Bedeutung erlangen. Ein eigenes Kapitel bilden im Rahmen des neuen Strassenbauprogramms die Neu- und Wiederherstellungsarbeiten an den Brücken und anderen Kunstbauten. Besonders erschwerend wirkt sich hier der Umstand aus, dass die Schäden durch Sprengungen und Bombentreffer während der Kriegszeit recht beträchtlich waren und insgesamt über 100 Objekte ausser Verkehr setzten. Durch Heranziehung aller verfügbaren Kräfte, oft auch mit primitiven Mitteln, ist bereits ein grosser Teil dieser Brücken, insbesondere in Niederösterreich, wiederhergestellt worden. Ziemlich stark mitgenommen wurde auch Oberösterreich, wo der Wiederaufbau dreier grosser Brücken vor der Vollendung steht und ebensoviele im Bau 6ind. Die übrigen Bundesländer folgen in kleinem Abstand. Die Brückenbauten des Jahres 1947 allein erforderten einen Aufwand von 12 Millionen Schilling, wovon ca. 7 Millionen auf Kriegsschädenbehebung, 5 Millionen auf Neu- und Umbauten entfallen. Insgesamt haben die Arbeiten am Bundesstrassennetz im ersten Jahre eines verstärkten Einsatzes mehr als 34 Millionen Schilling gekostet. Nach den Aeusserungen der massgebenden Beamten jedoch wird diese Summe noch immer gering sein jenen Beträgen gegenüber, welche der Strassenbau in den kommenden Jahren erheischen wird. Um die Aufbringung dieser Mittel nicht von den ausserordentlich'en Zuwendungen des Parlaments, also von politischen Faktoren, abhängig zu machen, spricht man neuerdings immer mehr von der Heranziehung der Strassenbenützer auf dem Weg i einer Erhöhung der Fahrzeug- oder Benzinsteuem. Es 6teht aber zu hoffen, dass eine gerechte Abwälzung nicht nach bürokratischen Gesichtspunkten erfolgt, sondern im Interesse der Motorisierung und der Wirtschaft Oesterreichs durch die Bildung eines Strassenbeirats garantiert erscheint, dem neben den Vertretern der Bundesländer und der Wirtschaftsinteressenten auch die Delegierten des eigens zu diesem Zwecke geschaffenen Strassenausschusses des Oesterreichischen Automobil- und Touringclubs angehören, der dem Bundesministerium bereits eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet hat. Die Erinnerungen an den Krieg — wie z. B. hier in der Ostzone eine Strassensperre — werden überall gründlich abgetragen. Wiederherstellungsarbeiten an Strassen und Brücken sind insbesondere in den westlichen Zonen häufig — und erfolgreich.

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