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E_1948_Zeitung_Nr.017

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Nochmals die

Nochmals die Lopperstrasse Was wird gegen die Steinschlaggefähr getan? Wir erhalten folgende Zuschrift: < Ich habe den Artikel über die Lopperstrasse in der letzten Nummer der « A.-R. » gelesen, und da ich beim -letzten grossen Unglück zufällig auch hinzukam, verfolge ich diesen Fall mit besonderem Interesse. Meine Gedanken über die von Ihnen veröffentlichte Antwort der Regierung von Nidwalden bringe ich hier besser nicht zu Papier... Um die Steuererhöhung im Kanton Zug Das Motorfahrzeug soll jährlich 61000 Fr. mehr «schwitzen» Als gegen Ende des letzten Jahres auch im Kanton Zug die Regierung mit der Absicht hervortrat, die Verkehrssteuern im Hinblick auf die Erfordernisse des Strassenausbaues heraufzusetzen, da bezog der Spitzenverband des-zugerischen Strassenverkehrs in einer Tagung eindeutig Stellung gegen die regierungsrätliche Vorlage, weil sie den Motorfahrzeugbesitzern eine übermässige und teilweise sogar untragbare fiskalische Belastung zumute. Dabei erklärte der Verband, der motorisierte Strassenverkehr müsse, wenn man seine Fiskalleistungen ak Gesamtheit würdige, grundsätzlich jede Erhöhung der Autosteuern ablehnen, anderseits aber zeigte er sich angesichts der Dringlichkeit gewisser Strassenkorrektionen im Kanton Zug bereit, Haad zu einer angemessenen Heraufsetzung der Steuern zu bieten. Die äusserste Grenze des für ihn Annehmbaren fixierte er in einem Gegenvorschlag an die Regierung genau, jiicht ohne sich geeignete Massnahmen vorzubehalten, sofern diesem keine Rechnung getragen werden sollte. AKTUELLES Bei meinen häufigen Fahrten auf der Strecke Luzern—Engelberg habe ioh die Wahrnehmung, gemacht, ., dass seit dem schweren Unglück vom 7. März die Automobilisten besagte Lopperstrasse mit offenkundiger Vorsicht, um nicht zu sagen Angst passieren. In den letzten Tagen hatte' ich wieder in jener Gegend zu tun und nahm mir vor, auf der nassen, glitschigen Strasse langsam und doppelt vorsichtig zu fahren. Es war ungefähr 12.30 Uhr; tückisches Glatteis bemerkte ich wohl nirgends, dagegen zahlte ich etwa zehn bis zwölf kleinere und grössere Steine, die von den Felswänden des Loppers auf die Fahrbahn gesaust waren, Dem Strassenbenützer blühen also zweierlei nette Aussichten: er kann beim Fahren unverhällnismässig leicht ins Schleudern geraten —- mit welchen Folgen, das lehren massenhafte Beispiele — oder er kann das Opfer des Steinschlags werden. Was gedenken die Nidwaldner Regierung und im besonderen die Baudirektion gegen diese ständige Gefährdung des Straßenverkehrs zu unternehmen? Haben sie noch nie etwas von Schutzeinrichtungen, von Mauern und dergleichen gehört? Ich hoffe, dass doch alles menschenmögliche getan werde, um solche dauernde Gefährdungen iu bannen. A. L. » Es scheint auch uns an der Zeit zu sein, dass der Kampf nicht nur gegen die Glatteis-, sondern ebenso gegen die Steinschlaggefahr auf der Lopperstrasse aufgenommen wird. «Kampf > sagen wir mit voller Ueberlegung, denn ohne scharfe Auseinandersetzungen wird es bei der selbstherrlichen Einstellung des Nidwaldner Baudirektors und bei seinen Versuchen, die Sache so darzustellen, als ob er bereits alles ihm Zumutbare vorgekehrt hättet nicht abgehen. Neben Sachschaden hat der Steinschlag am Lopper auch Todesopfer und Verletzte auf dem Gewissen. Jeden Tag liegt — wofür der ofoen wiedergegebene Brief eine Bestätigung liefert — eine Menge grös6erer und kleinerer Steine und « Brocken» auf der Lopperstrasse, und man muss eich nur wundern, dass sich bis heute nicht mehr .schwere Unglücksfälle ereignet haben. Jedenfalls verlangt die Bedeutung dieser Strasse als Teilstück der direkten Zufahrt von Luzern und aus dessen Einzugsgebiet nach Furka, Grimsel, Susten, Berner Oberland usw. dass kein Mitter unversucht bleibt, um die Steinschlaggefahr auf ein Minimum zu reduzieren. Was bei Bahnanlagen möglich ist (Gotthard-, Rhätische Bahn u. a. m.), muss auch bei Strassen durchführbar sein. Beim Absuchen der Hänge und Felsen oberhalb der Strasse am Lop-. per nach losen Steinen, worauf sich der Nidwaldner Baudirektor zum Beweis dafür beruft, dass die notwendigen Massnahmen zur Verhütung von Steinschlag getroffen seien, darf es 6ein Bewenden allein nicht haben. Weitere Schutzeinrichtungen für den Strassenverkehr, wie z. B. Verbauungen oder Ueberdaphungen 6rad unerlässlich, und nur ihre/ sofortige Erstellung kann Regierungsrat Joller vor der schwerwiegenden Frage nach der Verantwortung für eventuelle Unfälle bewahren. Was un6 anbelangt, so würden wir uns durch nichts davon zurückhalten lassen, sie gegebenenfalls in aller Oeffentlichkeit aufzurollen. Wer gleich dem Verfasser dieser Zeilen der grössten Schweizer Stadt 6chon längst gerne auch auf dem Gebiete der Verkehrserziehung die führende Stellung zuerkannt hätte, die sie in so manchem anderen Bereiche des öffentlichen Lebens unseres Landes innehat, der erlebte dieser Tage eine freudige Ueberraschung. Zwar wusste man seit einiger Zeit, dass gleich St. Gallen, Bern und anderen Gemeinden nun auch Zürich zu einer systematischen Verkehrterziehung seiner Schuljugend übergegangen sei und zu diesem Zwecke über zwei ihrer sonstigen Obliegenheiten entbundene Stadtpolizisten verfüge. Jetzt aber, nach verhältnisjnSssig kurzer Anlaufzeit dieses grossen Erziehungswerkes, konnte Stadtrat Dr. E. Landolt, der Schulvorstand der Limmatstadt, bereits zu einer Vorführung des neuen Unterricbtszweiges vor der Sach- und Tagespresse einladen und zeigen, dass Zürich den früheren Rückstand gegenüber anderen grossen Gemeinwesen des Landes rasch und erfolgreich aufgeholt hat. Notwendigkeit der Verkehrserziehung. In seinen temperamentvollen Begrüssung6worten ging Stadtrat Landolt von der richtigen allgemeinen Zielsetzung der Schule aus, unsere Jugend int Verein mit dem Elternhaus zu lebenstüchtigen Menschen heranzubilden. Dabei ist die Grenzlinie zwischen den Aufgabenkreisen von Heim und Schule nie 6charf zu ziehen. Sie verlagert sich nach den Anforderungen des Lebens immer wieder aufs neue, gleich wie die Entwicklung den beiden, Erziehungsgemeinschaften ja stets auch neue Pflichten überbindet, die sie vorher nicht gekannt hatten, weil der betreffende Komplex neuer Erscheinungen des privaten und öffentlichen Daseins vorher nicht da war. So verhält es sich nun gerade bei der Verkehrserziehung, die erst durch das Motorfahrzeug zu einem dringenden Gebot der individuellen und kollektiven Menschenbildung geworden ist Und die nach der « Schonzeit » des zweiten Weltkrieges neu zur gebieterischen Notwendigkeit wurde, seitdem das Auto seinen. Platz im'Verkehrsraum mit Macht zurückerorbert hat. Im Kantonsrat kam die Angelegenheit nun kürzlich aufs Tapet und entfachte eine lebhafte Diskussion. Wenn dabei die Mehrheit des Parlament« der Regierung, deren Projekt Mehreinnahmen aus den Autosteuern in der Höhe von vollen 80000 Fr. vorsah, die Gefolgschaft versagte, so wollte sie damit wohl zum Ausdruck bringen, dass der Fiskus die Steuerschraube gegenüber dem Motorfahrzeug nicht einfach nach Belieben anziehen darf (zumal es, alles in allem betrachtet, heute schon eine gewaltige Belastung trägt). Anderseits vermochte jedoch auch der Spitzenverband der Motorfahrzeugbesitzer mit seiner Forderung, es bei Mehreinnahmen int Ausmass von 40 000 Fr. bewendet sein zu lassen, nicht durchzudringen, ebensowenig aber auch der Antrag der Kommission, .wonach die Neufestsetzung der Steuern 51 000 Fr. eingebracht hätte. Mehrheitliche Zustimmung fand scfoliesslich «in Antrag, der die Verkehresteuern in der Weise «neu regelt», dass der Staat daraus 61 000 Fr. pro Jahr mehr löst. Allerdmgs bleibt die Angelegenheit weiter auf der Tagesordnung, denn es gelang in der letzten Sitzung des Kantonsrates nicht, die Vorlage durchzuberaten. Ob sich die Strassenverkehrsinteressenten mit der geschilderten Lösung abfinden werden, die immerhin wesentlich über das hinaufgeht, was sie als annehmbar bezeichnet und vorgeschlagen hatten, miies die Zukunft lehren. sam ans Werk, und wenn sich die Lehrerschaft ihrer grossen Aufgabe bewusst war, so erkannte und anerkannte man seitens des Lehrkörpers doch auch von allem Anfang an, welche wertvolle Unterstützung gerade die Autorität des Lehrers durch die Mitwirkung des uniformierten Lehrers im Verkehrsunterricht erfährt. So trat denn die Stadtpolizei dem Schulamt zwei ihrer Leute ab, die frühere Lehrer 6ind. Der Präsident der Kreisschulpflege Waidberg, Dr. F. Zellweger, entwickelte in einem kurzen Referat den Aufbau des grossen Unterrichtswerkes. der Zürcher Stadtschule im Dienste der Verkehrsdisziplin und Verkehrssicherheit, Die—Einführung des Schulkindes in den neuen Unterrichsstoff ist dem Klassenlehrer anvertraut, wozu ihm die Schule die an dieser Stelle kritisch gewürdigte « Anleitung » des verstorbenen K. Helbling und das grosse «Handbuch» von Direktor Britschgi vom TCS zur Verfügung stellt. Das Verhalten auf der Strasse wird nicht als ein neues Fach für sich behandelt, sondern als Gegenstand der verschiedensten traditionellen Fächer, in denen die mannigfachen Erscheinungsformen und Probleme des Strassenverkehrs wirkungsvoll abgewandelt werden können. Erst nach dieser Vorbereitung erscheint dann eines Tages der Polizeimann in der Schule, um mit der Klasse praktisch zu arbeiten, sei es am Modell, sei es dräussen auf « richtigen » Strasse. Welchen Eindruck das Auftreten des uniformierten, Polizeimannes als Verkehrsinstruktor auf die jugendlichen Gemüter maoht, .erweist sich ganz besondere, wenn die Schüler in einem. Aufsatz die Erlebnisse anlässlldh der polizeilichen Unterweisung verarbeiten. Nach diesen beiden Einfuhrungsreferaten trat nun in Gestalt von Pm (Polizeimann) E. Josef der uniformierte VetkeUrsinstruktor auf den Plan, um mit einer gemischten Klasse von Zwölfjährigen zu zeigen, wie man in Zürich der Jugend die Kenntnis der Verkehrsvorschriften und Das grosse Modell der Kreuzung Bahnhofstrasse/Uranlaslrasse des Zürcher Schulamtes für den Verkehrsunterricht der Schuljugend. Haus und Schule wurden sich ihrer Verantwortung' und ihrer Obliegenheiten, wie sie aus dieser Entwicklung hervorgehen, erst nach und nach bewusst, und mit einem weiteren Verzüge erst setzten dann die praktischen Massnahmen zur Erfüllung der Pflichten ein, die einmal erkannt waren, Diese Entwicklung ging nicht überall gleich rasch vor sich, und Zürich beispielsweise brauchte etwa6 länger, bis der grosse Apparat seiner Polizei und seiner Schule zu spielen begann, um die städtische Jugend wirksam gegen die Gefahren der Strasse zu wappnen. Besonders zu begrüssen ist es, dass man in Zürich jenes gelegentlich festzustellende Stadium der Verkehrserziehung der Jugend übersprang, da Polizei und Schule sich um ihren Teil der schönen Aufgabe streiten und AUTOMOBIL-REVUE MimrocH, 7. APRIL 19« - Nr. 17 Verkehrsunterricht an Zürichs Schulen Eine freudige Botschaft Prestige- und Autoritätsfragen im Vordergrunde stehen. Man ging in einträchtiger Arbeit gemeinderen Befolgung beibringt. Ein kurzes Frage- und Antwortspiel um die vielen Verkehrszeichen, die in .Originalgrösse vorgezeigt wurden, belegte die Schulung in Signalkunde. Dabei erwiesen sich die Schüler als recht gute Kenner dieser Formen- und Farbenzeichen-Gesellschaft blecherner Verkehrslenker. Der Verfasser dieses Berichtes empfand seit jeher die Einteilung besagter Zeichen in Verbot«-, Gebots- und Hinweissignale — und was es an solchen noch-geben mag — als reichlich akademisch; so wie Pm Josef aber diese Signalklassen prägnant auseinanderhielt und insbesondere die rote Farbe der besonders wichtigen Fahrverbote aller Art unterstrich, schien ihm diese Einteilung plötzlich gar nicht mehr so ungeschickt. Noch eindrucksvoller kam jedoch die in Zürich angestrebte Anschaulichkeit des Verkehrsunterrichtes zur Geltung, als Josef 6eine Schülerechar Mach es anders! Zeichen der Zeit ? Etwa« nach der Mittagstunde — der Verkehr ist nicht überaus dicht — stehen zwei ältere Damen mit einem ebenfalls bejahrten Gefährten vor einem Platz in Zürich. Sie möchten den Platz überqueren, stehen am Trottoirrand vor dem Fussgängerstreifen und warten auf eine günstige Gelegenheit; offenbar macht ihnen das Gehen etwas Mühe. Geduldig bleiben sie stehen, bis die Fahrbahn frei ist. Jetzt wagen sie sich auf die Strasse, ängstlich streben sie dem gegenüberliegenden Trottoir zu; da eaust in scharfem Tempo ein Auto knapp vor ihnen vorbei, und ersehrocken ziehen sie sich auis sichere Plätzchen auf dem Gehsteig zurück. Noch einige Male wiederholt «ich der Vorgang; Autos, Velos und Motorräder fahren unbekümmert auf den Fustgängerstreifen zu, ohne ihr Tempo zu massigen oder gar Miene zum Anhalten zu machen. .Die drei eingeschüchterten Leutchen getrauen sich schoo gar nicht mehr auf den Fussgängerstreifen. Doch jetzt erbarmt sich ihrer ein Polizist; er fasst ritterlich eine der Frauen am Arm und geleitet alle drei sicher über die Strasse. Und vor dem Polizisten oder vielleicht auch vor seiner Uniform haben die Automobilisten, die Radfahrer und die Motorräder Respekt. Wie es "das Gesetz vorschreibt, halten sie vor dem Fussgängerstreifen an und warten, bis die sich darauf befindenden Personen das andere Trottoir erreicht haben. Ist es ein Zeichen der Zeit, dass so viele Leute vergessen haben, das Alter zu ehren, die Frauen zu respektieren, Anstand zu wahren oder das Gesetz auch dann zu achten, wenn gerade kein Hüter der öffentlichen Ordnung in der Nähe ist? Wir alle müssten uns schämen! Civis speetans. (Es ist wirklich beschämend, zu sehen, was für eine Rücksichtslosigkeit viele, allzuviele Automobilisten den Fussgängern gegenüber an den Tag legen, die sich auf dem Streifen befinden oder im Begriffe stehen, ihn zu betreten, wenn « erJ> am Volant naht. Wieweit die Dinge in dieser Hinsicht gediehen «ind, zeigt die Ueberraschung ja Verblüffung auf den Gesichtern der Fussgänger, wenn mal ein Automobilist vor dem Streifen freiwillig anhält, anstatt sich, koste es was es wolle, noch schnell durchzuzwängen. Red.) und die übrigen Gäste der Demonstrationsstunde nunmehr an die beiden ModeUtiscbe führte, die zu diesem Zwecke aufgebaut waren. Mit Hilfe von Lehrer E.Fischer, der im Anschauungsunterricht der Zürcher Schule an Hand aller möglichen Modelle eine führende Rolle spielt, sind an der Limmat in der Tat sehr zweckmäßig© Darstellungsmittel für die Verkehrserziehung geschaffen worden. Einerseits ist ein eigentlicher Modellbaukasten entstanden, der mit Einzelelementen allereinfadhster Art (Häuserklötze, Troitoirstücke, Strassenböschungen. Bahnschranken, Signale, Fussgängerstreifen aus Messingblech usw.) die Erstellung beliebiger Strassenabschnitte, -einmündungen und -kreuzungen erlaubt, wo mit kleinen Figuren jede denkbare Verkehrssitualion «gestellt » werden kann. Anderseits wurde ein grosses Modell des bekannten Verkehrsknotenpunktes an der Kreuzung Bahnhofstrasse/Uraniastrasse samt 'Einmündung des Rennweges gebaut, das dem Unterricht durch die" gedankliche Verbindung mit einem jedem Zürcher Schulkind bekannten konkreten Brennpunkte des Verkehrsgetriebes jeder Uebung eine ganz besondere Anschaulichkeit vermittelt. Und an diesen beiden Modellen nun wickelte sich unter Josefs lebendiger, verstohlen-schalkhafter Führung ein edler Wettstreit unter den zwanzig Buben und Mädchen ab, so viel Wissen um den Strassenverkehr wie möglich an den Tag zu legen. Das Baukastenmodelf stellte eine städtische und eine ländliche Strassenkreuzung dar, an denen die so schwierigen Vortrittsregeln repetiert wurden und man sich wieder einmal die Geheimnisse der Kennzeichnung der vortrittsberechtigten Hauptstrassen durch blaue Wegweiser und durch Nummernschildchen an den Ortstafeln durch den Kopf gehen Hess. An der Uraniakreuzung aber war ein regelrechte« Verkehrstheater aufgebaut, wo Fussgänger, Radfahrer, Autos und Strassenbahnen alle nur denkbaren Sünden gegen die Verkehrsgebote vorführten und es galt, sämtliche Figuren wegzunehmen, deren Stellung irgendeiner Vorschrift des Gesetzes widersprach. Die Anlage der ganzen Uebung erlaubte es den Gästen des Schulamtes für diesmal leider nicht, auch dem praktischen Verkehrsunterricht im Schulhof oder auf der Strasse zu folgen. Schon heute aber kann 6elbst ein Beobachter, der nicht gern Vorscbusslorbeeren austeilt, der Zürcher Schule das Zeugnis ausstellen, dass sie sich mit Eifer, Geschick und Erfolg um den Anschluss an die Spitzengruppe der schweizerischen Gemeinwesen im Rennen um die Verkehrserziehung der Jugend bemüht Und was wäre eine verdienstvollere Aufgabe für Schule und Polizei, als unsere Jugend, die Zukunft unseres Volkes, vor den Gefahren der Strasse zu bewahren, die ausser dem Hause doch unser aller wichtigster Lebensraum ist? H. W. Thommen.

iSr. 17 - MITTWOCH, 7. APRIL 1918 AUTOMOBIL-REVUE SPORTNACHRICHTEN Saisoneröffnung in Sicht Nach dem Ausfall der traditionellen Sternfahrt ^um Genfer Salon gebührt heuer den Zürchern die Ehre, die einheimische Renn- und Gejändesportsaison am Sonntag, den 25. April mit der Nationalen Zuverlässigkeitsfahrt zu eröffnen, zu der die Ausführungsbestimmungen soeben erschienen sind. Die den Touren- und Sportwagen reservierte Konkurrenz umfasst folgende Wettbewerbe: a) Nationale Sportveranstaltung für Inhaber einer internationalen Lizenz (zählt für die Automobilmeisterschaft und das Sportabzeichen des ACS),- b) Geschlossene Militärveranstaltung für Angehörige der mot. Trp. (reserviert für Wagen mit vier Plätzen); c) ACS-InterSektionskonkurrenz um. d) Nationale Zuverlässigkeitsfahrt Zürich Genf, 2. Mai. Die Vorbereitungen für den in 314 Wochen stattfindenden Grossen Preis der Nationen in Genf laufen auf vollen Touren, wobei in 23 Kommissionen nicht weniger als 350 Personen organisatorisch tätig sind. Alles in allem sind an den Vorarbeiten um die 1000 Mann beteiligt. lieber den gegenwärtigen Stand der Meldungen gibt folgende Liste Auskunft, die mit Sicherheit voraussehen lässt, dass sich am ersten Maisonntag auf der Secheron-Rundstrecke vor den Toren der Vöikerbundstadt spannungsgeladene Kämpfe abspielen werden: GROSSER PREIS DER NATIONEN (Formel 1, 80 Runden = 237,2 Kilometer) Italien Italien Schweiz Italien Schweiz England USA Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich Frankreich England Frankreich Frankreich Siam Sonntag, den 25. April 1948 Was die Ausführungsbestimmungen besagen den «Jezler »-Wanderpreis (offen für Equipen von drei Fahrern); Geschlossene S e kti o n s ve r a n sta I - t u n g für Mitglieder der ACS-Sektion Zürich. Meldungen zum einfachen Nenngeld [Fr. 25.— für Veranstaltung a), Fr. 15.— für Veranstaltung b) und Fr 10.— für Veranstaltung d)] sind bis Donnerstag, 15. April, 18 Uhr, solche zum doppelten Nenngeld bis Montag, 19 April, 18 Uhr, unter gleichzeitiger Einzahlung des betreffenden Betrages auf Postcheckkonto Zürich VIII 3944 an das Sekretariat der Sektion Zürich des ACS, Waisenhausstrasse 2, Zürich, zu richten, wo die Anmeldeformulare bezogen werden können. Die an Hand der Dufourkarte 1 :100000, Blatt Zürich, sowie von Krokis, Photos oder besondern Wegmarkierungen zu befahrende Strecke im nordöstlichen Teil des Kantons Zürich misst ca. 130 km und .folgt Strossen verschiedener Klassen. Sie ist in Abschnitte eingeteilt, die mit zwischen 15 und 50 km/h variierenden Durchschnittsgeschwindigkeiten oder innerhalb einer im Marschbefehl genau angegebenen Zeitspanne zurückzulegen sind. Die Konkurrenz dauert ca. 5 Stunden. Neben dem Fahrer darf nur ein Mitfahrer an Bord sein, wobei sich die Organisatoren vorbehalten, auf einem Streckenabschnitt zur Lösung einer bestimmten Aufgabe den Fahrer allein im Wagen zu belassen. Der Marschbefehl, der nicht für alle Fahrer identisch zu sein braucht und die Angaben über die zu befolgende Route, die Stundenmittei und die möglichen Zeitkontrollposten enthält, wird zusammen mit der Dufourkarte am Start — auf dem Militärflugplatz Dübendorf — abgegeben. Ausserdem erhält jede Mannschaft eine Kontrollkarte, die den Kontrollposten zur Eintragung der Durchfahrtszeiten, bzw. des Durchfahrtsvisums vorzuweisen ist. An den DurchfahrtskontroUen, die mit blauer Fahne markiert sind, ist anzuhalten und die Passage vom Kommissär auf der Karte visieren Grosser Preis der Nationen Villoresi Ascori de Graffenried Plate E. Kaufmann Macklin Schell . Chaboud Chiron Giraud-Cabantous Rosier Comotti Louveau Varet Gordon Sommer Wimille Bira Maserati 1498 K Maserati U98 K Maserati 1498 < Maserati 1498 K Maserati 1498 K Maserati 1493 K Maserati 1498 K Delahaye 4500 Tal bot 4500 Talbot 4500 Tal bot" 4000 Talbot 4000 Tal bot 4000 Talbot 4000 Lancia 3960 Ferrari 2000 Simca 1440 Simca 1440 (Es sind maximal 16 Fahrer startberechtigt. Ausschlaggebend für die Zulassung zum Rennen sind die Trainingszeiten — Durchschnitt aus den drei sehne Isten Runden.) GROSSE» PREIS VON GENF (1100 ccm, 70 Kunden = 207,550 km) Loyer Frankreich Cisitaiia 1089 de Sauge Frankreich Cisitaiia 1089 Robert Frankreich Cisitaiia 1089 Klempener Frankreich Cisitaiia 1089 Basadonna Schweiz Cisitaiia 1089 Bernheim Schweiz Cisitaiia 1089 Schell USA Cisitaiia 1089 Wimille Frankreich Simca 1089 Bira Siam Simca 1089 Scaron Frankreich Simca 1089 Gordini Frankreich Simca 1089 Rosier Frankreich Simca 1089 Fischer Schweiz Simca 1089 Marazza Italien Fiat 1089 K (Es sind maximal 16 Fahrer startberechtigt.) NATIONALES SPORTWAGENRENNEN (34 Runden = 100,810 Kilometer) An diesem Rennen sind 12 Fahrer startberechtigt, und zwar ist vorgesehen, je 4 in den Klassen F 11101—1500 ccm), E (1501 bis 2000 ccm) und D (2001—3000 ccm) starten zu lassen. Bereits liegen auch hier zahlreiche Meldungen vor, die wir nach Ablauf der Nennfrist (14. April für das nationale Rennen, 9 April für die internationalen Veranstaltungen) bekanntgeben. Abschliessend sei an die aus Anlass des Rennens aufgezogene Lotterie erinnert, deren erste Preise wir in der letzten Nummer genannt haben. Lose zu Fr. 1.— sind bei unserer Redaktion erhältlich. Die Liste der preisberechtigten Losnummern wird nach erfolgter Ziehung in der c A.-R. > veröffentlicht. zu lassen, für den betreffenden Halt erfolgt keine Zeitneutralisation. An den durch eine gelbe Fahne gekennzeichneten Zeitkontrollen dagegen wird die Zeit von der Ankunft bis zur Weiterfahrt neutralisiert. Für jede zwischen zwei Zeitkontrollen liegende Strecke wird die Zeitmessung separat vorgenommen, so dass also Zeitdifferenzen (Verspätungen oder zu frühes Eintreffen an einer Zeitkontrolle) auf dem nächsten Teilstück nicht ausgeglichen werden können. Der Wechsel des Stundenmittels muss nicht unbedingt mit einer Zeitkontrolie zusammenfallen. Als offizielle Zeit gi|t jene des Start-Chronometreufs. Die Bewertung geschieht wie folgt: Für feden nicht passierten Kontrollposten werden 500 Strafpunkte und für jeden auf einer falschen Strosse angesteuerten 250 Punkte belastet. Jede halbe Minute izu frühes oder zu spätes Eintreffen hat 8 Strafpunkte zur Folge, wobei jedoch angebrochene halbe Minuten als Toleranz gelten und somit nicht bewertet werden. Um es an einem Beispiel zu verdeutlichen: Angenommen, ein Fahrer habe die Kontrolle um 14.10 Uhr zu erreichen, treffe jedoch erst um 14.12.10 Uhr, d.h. volle zwei Minuten zu spät ein. In diesem Falle würde er mit 4.mal 8 = 32 Punkten bestraft, ebenso, wenn er schon um 14.07.50 Uhr ankäme. Die Errechnung der Soll- Durchfahrtszeit ist Sache des Fahrers. Als Unterprüfung ist eine von Start bis Ziel übersichtliche Strecke von weniger als 1 km — deren genaue Länge nicht bekanntgegeben wird — in einer vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit zurückzulegen. Für jede volle Sekunde, die von der Idealzeit abweicht, werden 3 Strafpunkte berechnet. Die Bestimmungen sehen auch die Möglichkeit der Einschaltung eines Kilometerre'nnens mit stehendem Start vor, dessen Resultate separat bewertet werden, d.'h. sie 'haben keinen Einfluss auf die Punktbewertung der Zuverlässigkeitsfahrt. Lediglich 5m Falle von ex aequos wird das Resultat des Kilometer arrete berücksichtigt. Für die beste Zeit des Rennens wird je ein Speeiafpreis für Fahrzeuge bis 2 Liter und für solche über 2 Liter Hubvolumen sowohl bei den Tourenwagen als auch bei den Sportwagen abgegeben. Das Schlussklassement unterscheidet weder nach Fahrzeugkategonien noch nach Amateuren und Experten. Eine getrennte Bewertung von Touren- und Sportwagen erfolgt nur bei allfälligen Sonderprüfungen/Die Punktbewertung ist somit für alle Teilnehmer die gleiche. Sieger wird der Fahrer, der die geringste Zahl von Strafpunkten aufweist. Erreichen zwei oder mehr Fahrer die Die gestreckte S-Kurve im Beaumont-Park, durch die v/ir hier Chaboud (links) auf Delahaye und Pagani auf Maserati, den nachmaligen Sieger, flitzen sehen. Wenn am Grossen Preis von Pau, der am Ostermontag die europäische Rennsaison.einleitete, von 16 Gestarteten nur deren 6 das Ziel erreichten, also 62,5 % auf der Strecke blieben, so ist dies, wie wir von einem unserer französischen Mitarbeiter erfahren, vor allem darauf zurückzuführen, dass die Mehrzahl der Wagen für den Kampf auf einer Strecke, auf der Bremsen, Aufhängung, Steuerung, Getriebe und Motor in ausserordentlichem Masse beansprucht werden, völlig ungenügend vorbereitet war. Aber auch die physische Form der Konkurrenten scheint in mehr denn einem Falle zu wünschen übrig gelassen haben. Zündungsdefekte und Kenzenschäden ereigneten sich am laufenden Band und hatten das Ausscheiden verschiedener Koryphäen auf dem Gewissen. Wenn sich auch bei den gleiche Punktzahl, so entscheidet für die Rangfolge erstens das kleinere Hubvolumen und zweitens das bessere Resultat des separat bewerteten Kilometerrennens. Abnahme und Einteilung der Fahrzeuge im Jahre 1948 Nach Art. 128 des Nationalen Sportreglementes werden die Fahrzeuge für die nationalen Veranstaltungen in die drei Kategorien «Tourenwagen», « Sportwagen » und « Rennwagen > eingeteilt. Die tatsächliche Klassierung der Fahrzeuge, und zwar vor allem der « sportlichen Tourenwagen >, hat immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten Anlass gegeben, da die tatsächlichen Grenzen stark verwischt sind. In Erkenntnis dieser Schwierigkeiten hat Amerikanischer Forschergeist, gepaart mit Schweizer Qualitätsarbeit, geben dem Schweizer FIRESTONE-Reifen sein besonderes Gepräge. Was Wunder, dass er sich stets grösserer Beliebtheit erfreut. Fahren auch Sie Jirestone FABRIK FÜR FIRESTONE-PRODUKTE AG. P RATTE LN Zum Grossen Preis von Pau neuen 1440- ccm - Simca Gordinis eine mangelnde Vorbereitung bemerkbar machte, so lag hier freilich ein Fall von höherer Gewalt vor, war es doch nicht gelungen, das Spezialmetall für die Kipphebel rechtzeitig aufzutreiben. Dies war umsomenr zu bedauern, als sich die neue Simca-Konzeption als ausserordentlich rasch und ebenso wendig erwies wie der 1100-ccm-Wagen des vergangenen Jahres. R. Richtigstellung: Im Bericht über den Grossen Preis von Pau in der letzten Ausgabe der < A.-R. > hat sich der Druckfehlerteufel insofern betätigt, als er von einer « neuen Version des 8-Zy!inder-Simcas > statt des 4-Zylinders kündete. der ACS die Ernennung von technischen Kommissären vorgesehen, um die einwandfreie Einteilung und Abnahme der Fahrzeuge an sportlichen Wettbewerben zu garantieren. Unter dem Vorsitz von Dr. Carl Napp, Präsident der NSK fand am 2. April 1948 in Bern eine erste Fühlungnahme der zukunftigen technischen. Kommissäre statt. Die.Sitzung diente vor allem der Aufstellung von Richtlinien für die Wagenabnahme und der Einteilung gewisser «GrenzfäHe» als Sportoder Tourenwagen. Folgende Charakteristiken waren im einzelnen Fall für den Entscheid massgebend: Leistungsgewicht (kg/PS),., Literleistung (PS/l), Zylinderkopf, Nockenwelle, Vergaserzohl, Elastizität des Motors, Karosserieform, Sitzreihenzohl. Die Veröffentlichung dieser Liste von- Fahrzeugen überhobt den Art. 10 der Vorschriften der NSK nicht, sondern legt nur die Einteilung dieser Typen für 1948 fest. Marke Typ A. C. J-Vergoser-Limousine u. Cabriolet Alfa Romeo 2500 S 2500 SS Allard 2-Plätzer, offen 4-Plätzer, offen und Cabriolet BMW Baumuster 326 und 327 Baurmjster 327/328 Baumuster 328 Bristol 400/85 A 400/85 B Bugatti Typ 57 Cisitaiia Delahaye Ferrari Fiat fiat-Stanguellini Gatford Healey Hotchkiss 3,3 I, Typ 57 S, 57 C und 57 SC alle Typen alle 3,5-1- und 4,5-l-Typen Ausnahme: 175 S 12-Zylinder 2-Plärzer offen mit leichter Sportkorosserie. gleichöltig ob 3,5-1- oder 4,5-l-Typ Sport Inter alle Typen Ausnahme; 1100 S alle Typen Ausnahme: < Spiv > Grand Sport, 4-Plätzer Grand Sport, 2-Plätzer HRG Leo Francis 1,5-Liter, 2-Plätzer Maserati A 1500 2000 SS-Jaguar alle Typen Ausnahme:: 2-Plätzer, offen Talbot Lago Record und Special Lago SS, 2-Plätzer, offen Lago Grand Sport Kategorie Toure,n Touren Sport Sport Touren Touren Sport Sport Touren Sport Touren Sport Sport Touren Sport Sport Sport Sport Sport Touren Sport Sport Sport Touren I-crt Touren Sport Sport Sport Sport Sport Touren Sport Touren Sport Sport Der wiedergegebenen, unter Vorbehalt der Genehmigung durch die NSK aufgestellten Liste kommt nur provisorischer Charakter zu. Das Jahr 1948 bildet gewissermassen ein Uebergangsstadium. Die Erfahrungen dieser Sportsaispn werden Ende des Jahres verwertet, und sie dürften wahrscheinlich dazu führen, dass für 1949 ein bedeutend schärferer Maßstab bei der Einreihung der einzelnen Fahnzeuge angelegt werden wird. Infolge der vorgechrittenen Saison konnten diesmal noch nicht alle Fragen gründlich abgeklärt werden, so dass die NSK sich zu einer vorläufigen Einteilung entschied. Dieser strengere Maßstab wird nicht nur angewendet werden bei der Einteilung der Fahrzeuge in die drei Kategorien, sondern ebenso bei den Vorschriften über das Frisieren der Tourenwagen. So werden voraussichtlich die Mög- Mohkeiten zum Frisieren von Tourenwagen im Jahr 1949 beträchtlich eingeengt werden, insbesondere dürften die Speeialzylinderköpfe nicht mehr zulässig sein. Mehr als 175 Anmeldungen sind bis Montag früh — dem Schlussfermin — für die Teilnahme am AusbHdungskurs des Schweizerischen Automobil-Rennsportclubs (SAR) eingegangen, der am 17 u,gd 18. April 1948 in Thun und Bern stattfindet. .. Kleinwagenrennen im Genfer Velodrom Am vergangenen Wochenende fand im Genfer Velodrom ein internationales Kleinwagenrennen statt, bei dem sich der Italiener Pesci und einige Schweizer ähnlich wie im vergangenen Oktober auf der Oeriikoner Rennbahn mit einigen Fial- Siata-Wagen in einem Verfolgungsrennen und einem Hauptfahren massen. Im Verfolgungsrennen siegte der Zürcher Jaeger vor Manfredini, Ro ! ;