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E_1948_Zeitung_Nr.017

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AUTOMOBIL-REVUE

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II. Blatt BERN, 7. April 1948 AUTOMOBIL-REVUE II. Blatt BERN, 7. April 1948 «Antique Auto Show» in New York (Von unserefli New Yorker Korrespondenten) «Old 16», dar berühmte Locomobile-Rennvragen, der 1908 das Vanderbilt-Cup- Kennen gewann, erhielt auf der c Antique Auto Show > den ersten Preis als der < beste Wagen aus der Anfangszeit des Automobils >. Ein Ford-Touring, Jahrgang Als « antik » gilt nach amerikanischem Sprachgebrauch ein Gegenstand,, der mindestens 100 Jahre •1t ist. Notgedrungen nwisete von dem «Veteran Motor Car Club», der im März dieses Jahres in New York eine «Antique Auto Show » veranstaltete, diese Definition modifiziert werden. Als antik im Sinne dieser Ausstellung wurden Autos angesehen, die mindestens 25 Jahre alt waren. % dieser Wagen machten, zusammen mit drei oder vier Modellen des Jahres 1948, dem Publikum auf der < Antique Auto Show > ihre Aufwartung, In der Presse fand das Ereignis erhebliche Beachtung, vor allem deshalb, weil es sich um die erste seit dem Kriege veranstaltete Autoausstellung überhaupt handelte. Als solche bot sie wenigstens teilweise Ersatz für den Ausfall eines Automobilsalons. Im Mittelpunkt der Schau stand der 1907-Thomas-Flyer, der 1908 das Rennen New York —Paris gewann (vgl, den ausführlichen Bericht in « A.-R. > Nr. 5). Das älteste der gezeigten Modelle war ein «Locomobile» aus dem Jahres 1899. Ob die von der Ausstellungsleitung gemachte Bemerkung zutrifft, dass maschinell und in bezug auf Solidität der Konstruktion manche der Veteranen bestimmten Modellen der Gegenwart überlegen sind, sei hier nicht näher untersucht, doch scheint hiefür die Tatsache zu sprechen, dass mehrere Dutzend unier den * Antiken » noch heute Dienst tun. Mit Ausnahme eines Wagens, der Dampfantrieb besitzt (und deshalb der Gefahr des Einfrierens auf dem Transport nicht ausgesetzt werden sollte), erreichten alle * Teilnehmer» das Ausstellungsgelände mit eigener Motorenkraft. Selbstverständlich verliefen diese Fahrten nicht ohne Zwischenfälle; oft und oft sammelte sich so viel neugieriges Volk auf den Strassen, dass der Verkehr aufgehalten wurde. Andere Wagen entzogen sich solchen Aufläufen, riskierten aber damit, die Höchstgeschwindigkeitsgrenzen zu überschreiten. Wie aus Augenzeugen- und Polizeiberichten hervorgeht, haben einige der Veteranen, u. a. ein Rolls-Royce 1914, ein Cadillac 1915 und ein 1915-Crane-Simplex (dessen Anschaffungspreis 33 000 Dollar betrug] auf der Anfahrt höchst beachtliche Durchschnitte erzielt. Natürlich war dies nur möglich, weil die Maschinen von ihren Eigentümern — nicht nur für Ausstellungszwec'ke — mit grös6ter Sorgfalt gepflegt wurden. Der Gesamteindruck läsfit sich in zwei Feststellungen zusammenfassen. Erstens vermittelte die «Antique Auto Show» einen ausgezeichneten Ueberblick über die Entwicklung von Chassis und Karosserie im letzten halben Jahrhundert und zeigte, wie die Funktion allmählich über Tradition •und Dekoration die Oberhand gewann. Die früheste,n Modelle gehören noch eindeutig in die Postkutschenära [manche haben sogar noch eingebaute Halter für Peitschenstiele). Um 1910 beginnt indessen der Siegeszug des Funktionellen. Welche Folgen es für einen Fabrikanten hatte, wenn er diese Entwicklung nicht erkannte, veranschaulicht vielleicht . am besten ein International-Harvcster aus Ein Delaunay-Belleville Victoria 1912. tfhoio Arthur Schuh, Reodina) dem Jahre 1913, der noch immer die Formgebung des vorigen Jahrhunderts aufwies, während andere Wagen des gleichen Jahrgangs bereits in das Zeitalter des modernen Autos hinein gehören. Von insgesamt 1500 Automobilfabrikanten der letzten 50 Jahre sind rund 1480 auf der Strecke geblieben. Covert, Pierce, Pope Hartford, Franklin, Northern, Wayne, Maxwell, Rambler und zahlreiche andere Marken sind nur noch auf historischen Ausstellungen zu sehen. Zu den Museumsstücken gehörte übrigens auch ein Duryea 1905, und Mr. M. J. Duryea, der Sohn von Charles E. Duryea, der schon 1892 ein brauchbares Auto konstruierte, schwang das Szepter über der Schau. Die zweite Festeilung scheint der ersten zu widersprechen. Die Entwicklung von der Postkutsche zum Stromlinienwagen ist zwar augenfällig, aber Vorbemerkung der Red.: Der nachstehende Artikel des Generaldirektors de# Verbandes der amerikanischen Autoindustrie war für eine unserer Genfer Salon-Nummern vor-/ gesehen, traf jedoch.ru spät ein, Wir möchten ihn aber, mit Rücksicht auf seinen interessanten Inhalt und auf die Zusammenhang«, die er aufdeckt, unseren Lesern nicht vorenthalten und bringen ihn daher ,zum Abdruck. 1 In einer Radiosendung H erinnerte der Chef des |1| europäischen Nachrichtendienstes des CBS, Ho- |1| ward K. Smith, uns'Amerikaner kürzlich an un- !§ [ sere Dankesschuld gegenüber den Schweizern. « Die Schweiz »,. sagte er, «schuf vor 550 Jahren | die Staatsform der Republik und blieb während drei Jahrhunderten das einzige Land der Welt, da6 sich zu dieser Regierungsform bekannte, bis .Amerika ,. si« 1776 ebenfalls übernahm. » Dabei hob, Smith auch hervor, dass gemessen an der Einwohnerzahl, aus der Schweiz mehr amerikanische Bürger hervorgegangen sind, als aus jedem anderen unabhängigen Land. Von den Prominenten unter ihnen nannte er Albert Gallatin, «Amerikas zweitberühmtesten Schatzkanzler », und Capt, Johann- August Sutter, auf dessen kalifornischer Farm im Jahr 1849 der Gold-Rush seinen Anfang nahm, der bei Erweiterung des Bereiches unserer Nation über den ganzen Kontinent eine so bedeutsame Rolle spielte. «In der Gegenwart sind die bekanntesten Äb- sie besitzt doch keinen absolut fundamentalen Charakter. Was einem am Amerikaner Wagen 1948 besonders auffällt, ist ein Uebermass an Chrom. Was einem am Auto von 1908 am meisten aufffällt, ist ein Uebermass an Messing. Gewiß« hat das Publikum seinen Geschmack geändert. Vor einem halben Jahrhundert fand es ein Metall schöner, heute ein anderes. Auf Metallzierden als solche will es aber nicht verzichten. Der guten alten Zeit trauert jedoch niemand nach. Obwohl einzelne sentimentale Besucher bedauerten, dass sie ihr Vorjahresmodell nicht gegen einen guten alten Cadillac eintauschen konnten (!). ist doch die Bemerkung bezeichnend, die ein Geschäftsmann beim Verlassen der Ausstellung machte: « Sehr interessant, aber ich wünschte, ich hätte schon meinen neuen Packard. > E. B. Das Schweizer Erbe Amerikas Von Georges Romney, Generaldirektor der «Automobile Manufacturers Association» kömmlinge dfcT Schweiz, General Dwight D.Eisentwwer und der frühere Präsident Herbert Hoovers»; fugte Smith bei. ..* M. Smith hätte ferner darauf, hinweisen können, dass Amerika den Weltruf für seine Leistungen auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen wie der industriellen Produktion und des Transportwesens in hohem Masse schweizerischem Erbe verdankt. Eine Reihe von Geschichtsforschern hat nämlich herausgefunden, dass unsere Fähigkeiten in den Belangen der Massenproduktion und -beförderung zum guten Teil vom handwerklichen Können jener schweizerischen und pfälzischen Auswanderer stammen,' die sich während der Kolonialzeit, in Pennsylvanien ansiedelten und deren Nachkommen unter dem Namen « Pennsylvania-Holländer» bebekannt wurden. -Diese Leute waren Handwerker, manche darunter Büchsenmacher. Zu ihren bekanntesten Erzeugnissen gehörte das Pennsylvänjagewehr, das General Washingtons undisziplinierter Armee ermöglichte, in der Revolution den Sieg zu erringen und das in der Folge die Erorberung der Wildnis durch die amerikanischen Truppen beschleunigen und erleichtern half. Von den Arbeitsmethoden und der Technik dieser Büchsenmacher ausgehend und sie weiter verfeinernd, schuf später Eli Withney die Grundlagen für die amerikanische Massenproduktion. • . •• - In der Domäne des Transportwesens • hat Amerika' von der Schweiz ebenfalls ein reiches Erbe mit • erhalten. Unter den geschickten Händen schweizerischer und pfälzischer Siedler entstand der berühmte « Conestoga »-Wagen, das erste ausschliesslich amerikanische Fahrzeug. Schweizer Ingenieure waren in hervorragendem Masse am Bau unserer Bahnen und Brücken, an Flusskorrektionen wie an der Erstellung unserer Staudämme und Kraftwerke beteiligt. Aber die Auswirkungen dieses ..von der Schweiz überkommenen Erbes,haben sich — bezeichnender vielleicht als alles andere — am. stärksten, in der Entwicklung jenes Beförderungsmittels manifestiert, das für die Vereinigten Staaten so charakteristisch ist: des Motorfahrzeugs. Sofern der gegenwärtige Prodükliohsrhythmus anhält, tritt im Läufe dieses Jähre's der Zeitpunkt ein, da das Total der in den USA hergestellten Motorfahrzeuge die Greoze der 100 Millionen überschreitet. Bei der Erreichung dieses Marksteins sollten wir uns eine Atempause gönnen, um auf die Anfänge dieses Werks zurückzublicken und dessen Ursprüngen nachzugehen. So oder so müssen wir dabei unsere Dankesschuld gegenüber jenen Handwerkern aus dem Herzen Europas anerkennen. Ihre manuelle Fertigkeit, wie sie sich in den Kindheitsjahren unserer Republik in der Herstellung • erheblicher Mengen von Feuerwaffen, Uhren und anderen Präzisionsinstrumenten äusserte, formte das Vorbild für die Massenproduktion, die, nachdem sie sich in der amerikanischen Autom »bilindustrie Eingang verschafft, zur Revolution und Evolution des Straßentransportes führte, wovon die Ausbringung des hundertmillionsten Fahrzeugs nur e i n Symbol verkörpern wird. Es lassen sich aber darüber hinaus noch andere Symbole zitieren. Heute verschafft der motorisierte Stra&senverkehr, mit Einschluss aller verwandten Gebiete, mehr als acht Millionen Personen, will sagen je einem auf sieben Arbeitnehmern, Verdienst und Brot. Vor kurzem ist die verblüffende Tatsache enthüllt worden, dass, abgesehen von der Landwirtschaft, die Lastwagenchauffeure heute als die stärkste einzelne Berutsgruppe der ganzen Nation zu gelten haben. Ihre Zahl übertrifft das Total der übrigen Transportarbeiter im Verhältnis von drei zu eü«. In Verbindung damit kommt dem Umstand vielleicht eine gewisse bezeichnende Bedeutung zu, dass der erste Lastwagen, der festgestelltermassen die Vereinigten Staaten von Ozean zu Ozean durchquerte, ein schweizerisches Fahrzeug war. Bei der Würdigung der Gründe der Leistungen unserer Nation auf diesem Gebiet müssen wir, so glaube ich, dem beipflichten, was Mr. Smith mit den Worten umriss, dass jenen, die sioh ihre Freiheit bewahren wollen, um ihre Mitmenschen in einer Atmosphäre des Friedens zu dienen und ihr Wohlergehen zu siehern, das Studium' schweizerischer .Lebensart bedeutsame und wertvolle Aufschlüsse erteilt. Amerikanische Voraussage: 1948 nur 10