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E_1948_Zeitung_Nr.020

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All III WE Nr. 20 - BERN, Mittwoch, 28. April 1948 44. Jahrgang Niwner: 30 Rp. ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Schwell: ABONNEMENTS-PREISE: halbjährlich Fr. 6.30 jährlich Fr. 12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION: Breitenrainsir. 97. Bern Telephon (031) 2 82 22 - Postcheck III414 - Telegramm-Adresse: Antorevne, Bern Geschif Issteile Zürich: Löwenstrasee 51, Zürich 23. Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achlgespaltene 2 mm hohe Grnndzeile oder deren Raum 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inserateneohlase Freitag 12 00 Uhr Parkierungsprobleme in den Schweizer Städten Mit der raschen Vermehrung unseres Motorfahrzeugparks, welche das letzte Jahr gebracht hat und die noch immer anhält, verschärfen sich die Parkierungsnöte in den Innenquartieren und Geschäftsvierteln der grossen Schweizer Städte zusehends. Nicht nur wächst der Mangel an Parkierungsflächen ständig, wodurch die Abwicklung des fahrenden Verkehrs erschwert wird, es fehlt je länger desto mehr auch an ausreichenden Garagierungsmöglichkeiten. Immer wieder beschäftigen denn auch diese Verhältnisse, eine wahre crux des heutigen Verkehrslebens, die Gemeindeparlamente und die Verwaltungsbehörden, aber wirkliche Abhilfe auf weite Sicht zu schaffen erweist sich als eine ebenso schwierige wie kostspielige Aufgabe. Gestützt auf Informationen unserer Korrespondenten bei leitenden Persönlichkeiten der Polizei beginnen wir deshalb mit einer Serie von Berichten, die zu zeigen versuchen, was bisher unternommen wurde und weiter unternommen wird, um dieser Probleme Herr zu werden. Die Redaktion. (c.) Dass das Abstellen von Personenwagen während der Schweizer Mustermesse stets mit etwelchen Schwierigkeiten verbunden ist, die aber die Basler Polizei nach bestem Wissen und Gewissen mit Bienenfleiss, Ruhe und Zuvorkommenheit zu lösen versucht und löst, weis6 man. Unmöglich, auch dem Letzten eine Anzahl Schritte bis zu den Toren der Messe zu ersparen. Ganz Schlaue parken ja sowieso immer möglichst weit von der Messe weg und vertrauen ßich für eine kurze Fahrt der Trambahn an. Wie aber parkieren die Basler, wenn sie unter eich sind? Sie haben es auch nicht immer leicht. Man weise ja, dass Läden, Banken und Büros in der Innenstadt, in der unvermeidlichen Birsigrinne Hegen, die nun einmal beidseitig von recht steilen «Uferhängen» begleitet wird. Dadurch entsteht überall Enge, und dort, wo die grösste Nachfrage nach Parkierungsraum existiert, steht weitaus am wenigsten zur Verfügung. Nach Osten zu gibt's aber auf der Höhe des Hange6, « auf Burg » — dem heutigen Münsterplatz nämlich — herrlich viel Parkraum. Langsam aber sicher finden sich die Automobilisten, die längere Zeit ihre Wagen stehen lassen wollen, mit der kleinen Entfernung vom Münsterplatz zum Stadtinneren ab; sie ist nämlich klein. Zählungen ergeben, dass durchschnittlich 150 Wagen täglich auf dem Münsterplatz stehen, wo ältere Polizeileute, denen der Nachtdienst etwas Beschwerde verursacht, die Fahrzeuge vor den Schulbuben hüten, welche ja auf dem Münsterplatz stets stundenweise in rauhen Mengen wimmeln. Das Polizeidepartement hat sogar dort parkierende Automobilisten systematisch befragen lassen: Sie finden den Platz für den Zweck geradezu ideal. Bauprojekte für die Innerstadt. Parking in Basel In der Innerstadt wird nur durch die Ausführung baulicher Projekt« eine fühlbare Vermehrung von Parkierungsmöglichkeiten erzielt werden können. Der Rogierungsrat legt dem Basler Grossen Rate unter dem 21. April einen Ratschlag vor, der vorsieht, den B i r s i g, jenes Gewässer, welches dafür gesorgt hat, eine Talsohle mitten durch Grossbasel hindurch einzugraben, parallel mit dem Verlauf der äusseren Hälfte der Steinenvorstadt einzudecken. Das « Dach » des Baches soll in Eisenbeton, ä niveau mit den heute vorhandenen Fussgängerwegen, erstellt werden und Abstellraunr für rund 50 bis 60 Automobile schaffen. 10 cm hohe Randsteine sollen die Fussgängerwege vom eigentlichen Parkierungsraum abgrenzen; diese Trottoire und die nach der Art der Betonstrassen gestaltete Strassenoberfläche werden direkt in den Birsig entwässert. , •>. , - . Die Einfahrt zu dieserii Parkplatz wird vom Hotel «Merkur » her stattfinden; die Wagen sollen in schräger Richtung aufgestellt werden und stadtauswärts beim Lohhofsteg die Durchgangs6trasse (Steinenvorstadt) wieder erreichen. Die Zufahrt von der Klosterbergbrücke beim Hotel « Merkur » kann von der Steinenvorstadt oder von der Theaterstrasse her erreicht werden. Unterhalb dieser Klosterbergfcrücke 6oll ein kurzer Teil des Birsig ebenfalls noch überdeckt werden, und zwar in der Tiefe der Hotelfassade; dort werden, mit der Strassenoberfläche bündig, Zement-Velosteine eingelassen, um Raum für das Abstellen von 100 Velos zu schaffen; Motorräder sollen ebenfalls auf dieser neuen Birsigdecke Platz finden, und dieser Raum soll auch Von Automobilen zusätzlich beansprucht werden dürfen, sofern abends keine Velos mehr darauf Aufstellung finden sollten. Sollte es später wünschbar erscheinen, so könnte der Birsig bachabwärts noch um ein weiteres Stück eingedeckt werden. Für die gegenwärtig projektierte, erste Etappe verlangt die Regierung vom Rat einen Kredit in der Höhe von Fr. 292 000.—. Stand die Zahl der vierrädrigen Motorfahrzeuge in Basel am Ende des letzten Jahres auf etwa 7980, so schätzt sie der Vorsteher des Polizeidepartementes bi6 zum Ende des laufenden Jahres" 1948 vorsichtig auf rund 10000! Diese 2000 Fahrzeuge wollen auch gelegentlich parkieren. Dem Vernehmen nach ist die grosse Liegenschaft des Hotel «Storchen» bereits verkauft worden. Die Pläne von Architekt Rickenbacher beginnen ßich langsam zu konkretisieren; eine Finanzgruppe sucht sich zu bilden. Da mit der Realisierung des Garagierungs-, bzw. Parkierungsprojektes « Storchen » nach dem System der Verschiebegarage Baldwin Auger, London, eine gewisse Stadtkorrektion erzielt würde und da man anderseits schon an eine freie Durchfahrt zum hochgelegenen Westplateau denkt, was einer gewissen Erweiterung der «Allmend» gleichkäme, Hesse sich sogar eine finanzielle Partizipation des Staates am Vorhaben rechtfertigen und denken. Da und dort hört man, dass weitere anstossende Liegenschaften, sofern sie nicht im freihändigen Verkauf erworben werden könnten, gegebenenfalls expropriiert werden müssten. Das ziemlich umfangreiche Bauvorhaben auf dem bisherigen Handelsbankareal ist wohl so gut wie fertig projektiert; es r u h t aber, da sich, zum mindesten in Basel, noch kein Interessent gefunden hat, der es wagen will. Ein mächtiger Büroblock müsste entstehen; unterirdisch, mit Zufahrt am oberen Steinenberg, zögen sich Parkierungsräume darunter, und die Ausfahrt würde auf den Barfüsserplatz erfolgen. Die Nähe der grossen Banken, der Kunsthalle, des Kunstmuseums und des Stadtfheaters Hessen die baldige Ausführung jedoch als sehr erwünscht erscheinen. Im weiten Felde zu liegen scheinen noch die Pläne, "welche die ganze Parkanlage zwischen dem Strassburger Denkmal, beim Bundesbahnhof und dem Dewetteschulhaua buchstäblich «unterkellern» wollen, um hinterher den schönen, öffentlichen Garten wieder Genf ist nicht die einzige Stadt, in der die Parkierungsmöglichkeiten zu einem Problem geworden sind. Wenn sich dieses aber hier mit besonderer Schärfe stellt, so lässt sich das hauptsächlich auf zwei Umstände zurückführen. ; Einmal ist Genf immer noch de* Schweizer Kanton, der im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer die grösste Autodichte aufweist,, entfällt doch auf je 13 Einwohner ein Automobil. Die Folge hievon — eine starke Beanspruchung der Strasse — wird noch dadurch verschärft, dass Genf gleichzeitig nicht weniger als rund 85 000 Velofahrer besitzt. Eine besondere Schwierigkeit endlich bietet die geographische Lage der Stadt Genf, die um die hochgelegene Altstadt herum gelagert ist und durch die Rhone in zwei Teile getrennt wird. Dabei konzentriert sich das geschäftliche Leben und mit ihm auch der Verkehr gerade auf jene Partie, in der sich die Stadt zwischen dem Hügel der « Cite » und der Rhone zusammendrängt: auf die « Rues Basses » und die « Rue du Rhone ». Nimmt man hinzu, dass diese Verkehrsadern gleichzeitig in beiden Richtungen vom Tram befahren werden, so kann man sich leicht ein Bild von den Schwierigkeiten machen, die' das Parkieren hier bietet. Wenn auch infolge der naturgemäss reduzierten Fahrgeschwindigkeiten schwere Unfälle in diesen darüber anzupflanzen — Grünfläche mit Unterwelt! Die Pläne haben den Vorteil, dass sie sich ausführen lassen, wie auch immer in Sachen Neuanlage der ganzen Bahnhofstadtpartie entschieden werden mag. Sogar um den Klaraplatz in Kleinbasel schwirren gewisse Pläne betreffend unterirdische Parkierungsmöglichkeiten. Alle hier erwähnten Pläne kosten natürlich Geld, das Birsigprojekt allein Fr. 292 000.—. Eine zwanzigprozentige Erhöhung der Automobilsteuern hat der Basler Grosse Rat genehmigt; 6ie segelt unter der Flagge von «Zuschlägen » zur ordentlichen Autosteuer. Hiezu erklärt der Regierungsrat in seinem Ratschlag betreffend die Ueberdeckung des Birsig schriftlich: «Der Ertrag dieser Steuerzuschläge soll gesondert verwaltet und für notwendige Verkehrsverbesserungeji verwendet werden. Wir beabsichtigen, die Kosten der vorgeschlagenen Verkehrsverbesserung in der Innerstadt, di« durch die Birsigüberdeckung entsteht, diesem Sonderkonto zu belasten.» Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wie schön wird es sein, wenn einmal alle Kantone, und der Bund dazu, schriftlich erklären werden, daes sie gewillt sind, alle Einnahmen aus Zöllen, Steuern, Gebühren usw. für notwendige «.Verkehrsverbesserungen » zu verwenden. Bis zu .einem gewissen Grade tun es die Bundesbehörden ja zwar schon heute; nur fragt sich, ob sie nicht gar zu oft den «Verkehr» auf der Schiene im Auge haben, der die Fünfliber der Automobilisten kaltlächelnd gerne nimmt und brauchen kann .., Vom Parlcierungsproblem in Genf Strassen zu den Seltenheiten gehören, so fehlt es anderseits nicht an Verkehrsstockungen und kleinen Zwischenfällen, bei denen namentlich die Kotflügel und Stossfämger der beängstigend eng sich reihenden Autos die Kosten tragen. Angesichts dieser Verbältnisse haben die zuständigen Behörden Abhilfemassnahmen ins Auge gefasst. Dazu gehört die für das nächste Jahr vorgesehene Verlegung der die Rue du Rhone durchziehenden Tramlinie Nr. 2 (Geneve-PIage— Petit-Lancy bzw. Saint-Geo-rges in die Rues Basses, wo 6ie dann, zusammen mit der dort 'bestehenden Linie Nr. 12 (Carouge—Annemasse), auf der nördlichen Strassenseite verlaufen wird. Damit wäre der ganze Rest der Strasse für eine Automobil-Einbahn Richtung West-Ost mit Parkierungsmöglichkeit auf der südlichen Seite gewonnen, während die Rue du Rhone ganz dem motorisierten Verkehr in entgegengesetzter Richtung vorbehalten bliebe. Aber noch vor der Verwirklichung dieser willkommenen Neuerung sind bereits einige sofortige Massnahmen durch die Schaffung verschiedener neuer Parkplätze im Stadtzentrum getroffen worden. Um uns hierüber zuverlässige Angaben zu verschaffen, haben wir uns an die hiefür kompetentesten Stellen gewendet, nämlich den Chef der Genfer Polizei, Francois Vibert, und den dortigen Automobil- Chef Inspektor, Roger Marcelin. Aus den Auf- Automobilrennen in Genf: 08.00: Prix du Cinquantenaire (Nationales Sportwagenrennen) 10.00: Grosser Preis von Genf (Internationales Rennen für Wagen von 1100 ccm) 14.30: Grosser Preis der Nationen c (Internationales Rennen nach Formel I) Parkplatz auf der Place de l'lle in Genf. (Photo Joller, Genf) Autofreie Sonntage? Nationale Zuverlässigkeitsfahrt in Zürich Vorschau auf den 2. Grossen Preis der Nationen in Genf Wie funktioniert die Zeitmessung? Das Automobilwesen in Oesterreich Strasse und Schiene in Frankreich (II) Neuer Rekord im Welt-Automobilbestand Salon-Kurzteste 1948 Eine einfache Methode zur Berechnung des Uberholungsweges