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E_1948_Zeitung_Nr.020

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 28. APRIL 1948 - Nr. 20 BIANCHI-DIESEL 4 TONNEN Der bekannte, bestbewährte italienische Lastwagen Als Chassis oder karossiert kurzfristig lieferbar Noch einige Kantonsvertreter gesucht! Auskünfte durch den Inspektor für die Schweiz: F. Pickert, Bern Tillierstr. 4 - Tel. 2 85 88 Neuestes Zylinder- m Messwerkzeug EXACTA Vorteile: Zentriert sich selbst • Direktes Ablesen des Masses • Rasches Messen an verschiedenen Stellen durch Verschieben und Drehen. Messbereich: Typ I 60-106 mm Typ II 100-180 mm Unverbindliche Vorführungen durch EXACTA Messwerkzeuge ZÜRICH Hardturmstrasse 88 Tel. (051) 23 58 07 AKTIENGESELLSCHAFT WERKE IN LIEBEFELD. BERN ZÜRICH-BASEL-LAUSANNE Wir fabrizieren und ieferh: Besonders geeignet für Laboratorien, graphische Betriebe, chemische Industrie, etc. Schlagartige Löschwirkung ohne jegliche Beschädigung des Löschgutes. sind wieder sofort lieferbar Blei- u. Kadmium-Nickel-Akkumulatoren für Automobile, Lastwagen und Motorräder Der wirtschaftliche und zuverlässige Dieselmotor ?yt>s s A3 am Zylinder:!;::»! 1/30: PS ^p«?>U*i4?Zi(lioc^iSH5f40 PS t^e:i^a;6: : :^«nderp:U Ö2/60' PS Wir befassen uns ebenfalls mit der Instandstellung von Akkumulatoren jeder Marke und jeden Typs zu den günstigsten Bedingungen IOEBUKOH-VILLIKGERI S.A., Yverdon WERKZEUGMÄSCHINENFABRIK OERLIKON BÜHRLE & CD. ABTEILUttB MOTORENBAU ZQRICH-OERUKON TELEFOH (051) 46S404

III. Blatt BERN, 28. April 1948 AUTOMOBIL-REVUE EL Blatt BERN, 28. April 1948 Das Automobilwesen in Oesterreich Ob's etwas nützt? Oesterreichs Ingenieure werden in der Regel nicht unter denen genannt, die das Motorfahrzeug erfunden haben. Das erste Gebilde, das man als primitives Auto bezeichnen konnte, stammte aber aus Wien; e6 war die Konstruktion von Siegfried Markus, dessen Wiege freilich in Mecklenburg gestanden hatte, der sich aber in der Donaustadt ausbildete und seine weit vorausschauende Konstruktion schuf. Seine Zeitgenossen allerdings vertreten 6ie nicht als umwälzende Tat, Oesterreich gehörte zu den Ländern, in denen frühzeitig eine richtiggehende Automobilindiustrie entstand. Die Marken, die schon VOT der Jahrhundertwende oder unmittelbar nach dieser in der alten Monarchie aufkamen, hatten Weltruf: Nesselsdorfer Waggonfabrik (später Tatra), Graf & Stift, Austro-Daimler, Puch, Laurin & Klement, RAF, Austro-Fiat, nicht zu vergessen die Elektromobile von Lohner. Auf den österreichischen Alpenfahrten, die unbestreitbar die schwersten Gebrauchsprüfungen der Zeit vor dem ersten Weltkrieg waren, errangen die österreichischen Fabrikate, an der Spitze Austro-Daimler, wahre Triumphe. Merkwürdigerweise blieben aber die Schöpfer dieser Konstruktionen meist ungenannt. Aus der Frühzeit des österreichischen Automobilbaus war mehr oder weniger nur der Name Ferdinand Porsches international geläufig, und eigenartigerweise in erster Linie durch seine (•allerdings geniale) Erfindung des Radnabenmotors für Elektrowagen und seine Schöpfung des unseres Wissens ersten benzinelektrischen Fahrzeugs, also durch seine Arbeit an Fahrzeugen, die recht bald zum Aussterben bestimmt waren. Dagegen wurden Porsches Leistungen auf dem Gebiete der Konstruktion von Verbrennungsmotoren und Kraftfahrzeugen im üblichen Sinne nicht so stark beachtet. Der neuzeitliche Automobilbau indessen ist untrennbar mit den Namen einer Reihe von österreichischen Konstrukteuren verflochten, die aber auch meist erst dann zu den bekannten Männern im « Bau » wurden, als sie ausserhalb der Grenzen ihrer Heimat wirkten. Porsches Name erfuhr in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen auch seine gros6e Auffrischung, afe dieser Oesterreicher als technischer' Chef von Daimler (bzw. später, nach der Fusion von Daimler-Benz) neben einer Reihe von Gebrauchswagen eine Konstruktion wie den S-Wagen schaffen konnte (aus dem allmählich die Typen SS, SSK und für Rennzwecke SSKL entwickelt wurden). Dieser SS und seine Nachfolger waren eigenartige Fahrzeuge. Am besten charakterisierte sie Rudolf Caracciola, der von seinem Rennwagen meist als von seiner «Lokomotive » sprach. Ein schweres Ding, hart in der Bedienung, aber von unverwüstlicher Zähigkeit und Zuverlässigkeit, dabei mit einer Spitzengeschwindigkeit ausgestattet, die es ihm erlaubte, lange Zeit gegen die leichten Dinger von Alfa mit Erfolg anzutreten — freilich in der feinnervigen Hand eines Caracciola. Später, aU ersein eigenes Konstruktionsbüro gegründet hätte, entwickelte Porsche mit seinem Chefkonstrukteur und Landsmann Rabe den Auto-Union-Heckmotorwagen, eine technische Glanzleistung, und aus dieser Arbeitsgemeinschaft stammt auch der Volks- Wagen, heute ein gesuchter Gebrauchstyp, aber einstweilen nur in geringer Stückzahl lieferbar. Die Vertreter der ultramodernen Konstruktionsschule waren vor diesem Weltkrieg die Tatra- Werke. Diese eigenartigen und ebenso genialen Konstruktionen wa»en das Gedankengut gleichfalls eines Oesterreichers, Ing. Ledwinkas, dem in Uebelacker ein Spezialist des luftgekühlten Motors zur Seite stand, gleichfalls ein Oesterreicher. Der kleine Steyr 50, später in verbesserter Form als Typ 55 bezeichnet, war eine Schöpfung von Ing. Jentschke, der nachher die Konstruktionsabteilung von Adler übernahm und dessen Ideenreichtum der stromlinienförmige 2,5-Liter entstammte. Grossen Plänen Jentschkes, der einen richtiggehenden « Baukastenwagen » auf dem Brett fertig hatte, machte der Ausbruch des Krieges einen Strich durch die Rechnung. Bei Daimler- Benz wirkte in stillster Zurückgezogenheit ein Wissenschaftler, Köhler, einer der grössten Köpfe im neuzeitlichen Motorenbau, ebenfalls aus Oesterreich stammend. Man könnte noch viele nennen, die aus diesem für grosszügige Planungen zu kleinen Land ausziehen mussten in die Fremde und die sich um die Weiterentwicklung des Motorfahrzeugs grosse und grösste Verdienste erworben haben. Dem nicht mit der Eigenart der österreichischen Verhältnisse Vertrauten muss es scheinen, als ob inzwischen eine Sterilität im konstruktiven Schaffen die frühere Schöpferkraft des österreichischen Ingenieurs abgelöst hätte. In Wirklichkeit I. Sterilität des konstruktiven Schaffens liegen die Dinge aber doch etwas anders, doch das kann nur in ideeller Beziehung als Trost gewertet werden, nicht aber in tatsächlicher. Gewiss werden in den KonstruktionsTäumen der noch bestehenden österreichischen Finnen Entwicklungsarbeiten fortgeführt. Konstruieren ist aber letzten Endes nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, nämlich zum Bau von noch wirtschaftlicheren, noch sichereren und noch leistungsfähigereren Fahrzeugen. Wer soll aber im heutigen Oesterreich die Früchte der Konstruktionstätigkeit ernten können? Das Motorfahrzeug verkörpert einen Gebrauchsgegenstand, bei dem in erster Linie der Preis entscheidend ins Gewicht fällt. Dieser wiederum ist eine Funktion der Bauserie. Zwar ist zugegebenermassen der heute im Betrieb stehende Fahrzeugpark Oesterreichs zum Grossteil sehr .ersatzbedürftig, und die für die Erneuerung erforderlichen Fahrzeuge zählen fraglos nach vielen Tausenden. Der Markt ist aber doch recht beschränkt, und nach einer Scheinkonjunktur während zwei oder drei Jahren würde er wieder auf seinen eigentlichen, der Bevölkerungszahl und dem (in Oesterreich auf absehbare Zeit hinaus recht bescheidenen) Einkommensniveau Umfang schrumpfen. entsprechenden Es ist verständlich, dass sich bei dieser Sachlage bisher noch kein Werk dazu entschliessen konnte, ein neues Modell aufzulegen und, bei der Unsicherheit der heutigen Wirtschaftsverhältnisse, das hohe Risiko auf sich zu nehmen. Das ist aber nur eine Seite dieser Frage. Die andere wiegt nicht minder schwer: Mangel an Produktionsmitteln und Fehlen der Lieferanten. Keine einzige Fabrik Oesterreichs war im Autobau autark, keine einzige hatte die Produktionsmittel, um alle Teile — es sei dabei noch gar nicht an Ausrüstungsteile und die Zubehör gedacht—selbst erzeugen zu können. Wichtige Aggregate, wie beispielsweise Getriebe oder zumindest die Getrieberäder, gleicherweise^ Treibachsen, Kardanwellen und Bremseinrichtungen würden Jon Spezialfabriken bezogen. Die Bezugsquellen Oesterreichs lagen so gut wie ausschliesslich in Deutschland, ebenso auch für die Ausrüstungsteile (Vergaser, bzw. Einspritzanlagen, elektrische Apparatur, Karosserieteile etc.) und für die allgemeine' Zubehör. Oesterreich besass, wenn auch Steyr für bestimmte Modelle selbst Karosserien in Ganzstahlbauart herstellte, kein einziges Presswerk, das eine verbältnismässig billige Belieferung mit Karosserieteilen ermöglicht hätte. Auch diese Preßstüoke aus Deutschland. kamen Von diesem früheren Lieferanten ist Oesterreich abgeschnitten. Ein Ersatz lässt sich im näheren Umkreis kaum finden, der Bezug aber in Hartdevisen (vornehmlich Dollar) ist für die österreichische Wirtschaft derzeit undiskutabel. Gewiss sind Produktionsmittel bereits neu angeschafft worden; es laufen auch noch weitere und ziemlich umfang- Mit fortschreitender Normalisierung der italienischen Wirtschaft kann auch dem Strassennetz wieder volle Aufmerksamkeit zugewendet werden. Man verbindet in Italien dabei die traditionelle Liebe für schöne Strassen mit den bisher lange nicht im notwendigen Umfange durchgeführten Wiederherstellungs- und Erneuerungsarbeiten. Dabei trägt sich das Ministerium für öffentliche Arbeiten mit der Absicht, eine Reihe von grosszügig gedachten neuen Strassen zu erstellen. D.ie wichtigste davon soll eine neue Verbindung von Neapel nach Bari von 268 km Länge sein, die zur wirtschaftlichen wie der verkehrspolitischen Erschlies- 6ung des italienischen Südens beitragen soll. Gleichzeitig plant man eine Autostrasse von Savona über Turin nach Aosta, die auch für die Schweiz eine gewisse Bedeutung erlangen kann. Und sodann soll jetzt endlich der Strassenring um Rom, der schon vor Kriegsausbruch geplant war, in Angriff genommen werden. Für alle diese Arbeiten hat das Ministerium einen Kostenbetrag von 32 Milliarden Lire errechnet, wovon ein Teil bereits bewilligt ist. ITALIEN - 'Zustand der Staatsstrassen. Bei Berücksichtigung der aussergewöhnlichen Belastungen, welche die italienischen Staatsstrassen während der Kriegszeit zu ertragen hatten, ist man jedesmal über deren guten Zustand überrascht. Das geht den Italienern so und noch mehr eigentlich den fremden'Autotouristen, die jetzt in kleiner Zahl Italien wieder besuchen. 8250 km Staatsstrassen wurden durch den Krieg schwer Engtand, das auf dem Gebiete der Verkehrserziehung und der verkehrstechnischen Massnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit als Vorbild gelten darf, versucht einen neuen Weg, um Fussgänger mit « langer Leitung > sinn- und augenfällig auf die Existenz von Fussgängerstreifen aufmerksam zu machen. Die britischen Verkehrsspezialisten sind der Meinung, es heisse auf halbem Weg stehen bleiben, wenn man sich mit der Markierung besagter Streifen auf der Strasse selbst begnüge. Durch weithin sichtbar aufgemalte Fußstapfen auf den Trottoirs wird auch den Fussgängern der Weg zu den sicheren Passagen gewiesen. Die Methode mag bei der weit besseren Verkehrsdisziplin der Engländer Erfolg verheissen, ob sie aber auch beim Schweizer mit seiner Eigenwilligkeit, um nicht zu sagen Renitenz, wirken würde, das bleibe dahingestellt. reiche Aufträge zur Ergänzung des Maschinenparks, um gewisse Teile (insbesondere Zahnräder) im Lande selbst herstellen zu können. Aber auch dann erscheint das Problem noch nicht gelöst. Die Herstellung der vielen Ausrüstungsstücke könnte unmöglich in Oesterreich auf einer 60 breiten Basis erfolgen, dass die mit diesen ausgestatteten Fahrzeuge zu einem, vernünftigen Gestehungspr|Si6 g-ebauj- werden könnten?" Oesterreichs Fahrzeugindustne wird also unbedingt von Aü rungen abhängig bleiben müssen, was gleichbedeutend mit erheblichen Devisenopfern, bzw. der Steigerung der Inlandsprqduktion zur Schaffung von Kompensationswaren ist. Zu dieser Produktionssteigerung fehlen aber, wenn auch gerade im abgelaufenen Jahr sehr schöne Fortschritte erzielt wurden, doch die Voraussetzungen, solange der Staatsvertrag nicht unterzeichnet und Oesterreich kein freies Land ist. Ueber die allgemeine Produktionssteigerung kurz einige Hinweise, wobei dem Aussto6s im Jahre 1947 die entsprechenden Vergleichszahlen des Vorjahres (in Klammern) zur Seite gestellt sind: Steinkohle 178 148 (104 965) t, Braunkohle 2 835922 (2 402125) t, Hüttenkoks 319190 (106884) t, Stromerzeugung (im Inland verfügbarer Strom nach Abrechnung von Ausfuhr) 2811 (2369) Mill. kWh, Eisenerz 882 806 (460100) t, Roheisen 277 905 (57 867) t, Rohstahl 356 607 (187 004) t, Aktivität im Strassenbau und weitere 6500 km leichter beschädigt. JBis heute konnten davon 6400 km der zerstörten Abschnitte und 3900 km der weniger beschädigten Strecken wieder instandgestellt werden. Die zerstörten Brükken sind fast alle wieder repariert oder von Grund auf neuge'baut. Im übrigen sieht das 1946 aufgestellte Programm noch die Erneuerung weiterer 3450 Strassenkilometer vor. Diese Arbeiten sollen jetzt durch den Einsatz mehrerer tausend Arbeiter sehr stark beschleunigt werden. Blick au! das Heilige Jahr. Die Italiener versprechen 6ich viel von dem Heiligen Jahr 1950, das nach ihrer Ansicht zahllose Touristen aus aller Welt anlocken wird. Wie die Staatsbahnen, die ihr Programm auf diese Tatsache abgestellt haben, so versucht auch die italienische Strassenverwaltung bis zu diesem Zeitpunkt alle wichtigen Strassenzüge, die ein Fremder in Italien befahren könnte, in einen vorbildlichen Zustand zu bringen. Seit Sommer des vergangenen Jahres ist die | Strassenverwaltung übrigens wieder zu friedensmässiger Pflege der Strassen übergegangen. Die grossen Routen werden täglich kontrolliert, Verkehrshindernisse beseitigt, die Strassenränder in guter Ordnung gehalten, bei Glatteisgefahr im Winter gesandet und durch einen besonderen Warndienst auf die Gefahr aufmerksam gemacht, denn die Italiener sind bemüht, den ausgezeichneten internationalen Ruf, den sie wegen ihrer vorbildlichen Strassen genossen, wieder herzustellen, lpk. In Viktoria (Australien) werden die Verkehrspatrouillen d«r Polizei versuchsweise mir Kleinbild-Kameras ausgerüstet, um auf frischer Tat ertappte Verkehrssünder durch das Mittel des Bildes überführen zu können. Ob das Experiment eine wirkliche Besserung der Verkehrssitlen zu bewirken vermag? Schüesslich kann die Polizei, auch die motorisierte, nicht allgegenwärtig sein und nicht jeden Verkehrsmissetäter auf ihren Film bannen. Immerhin sieht sie aber, ständig auf dem Motorrad unterwegs, mehr— ganz abgesehen davon, dass allem schon ihr Auftauchen genügt, um < Verkehrswildlinge > zur Vernunft zu bringen. Ertappt sie aber Sünder auf frischer Tat, warum dann eigentlich erst noch den Apparat zücken, ansltatt den oder die Uebelfäter sogleich zu stellen, oder ihn, w« wenn nötig, zu verfolgen? Walzwerkerzetignisse 236 753 (122171) t, Rohaluminium 4544 (1035) t. Auch die Fahrzeugindustrie hat erhebliche Fortschritte gemacht. Es wurden u. a. 4595 (1422) Motorräder* 1484 (378) Lastwagen und Busse, 390 (0) Landwirtschaftstraktoren hergestellt. Zu all den angeführten Schwierigkeiten kommt noch eine weitere, und sehr ernste hinzu, nämlich die Autarkiebestrebungen von Ländern, die früher gerne und in beachtlichen Mengen österreichische Motorfahrzeuge abnahmen. In Polen wird ia^diesen Wochen die Produktion eines Leichtmotorrades anlaufen, von dem schon im ersten Jahr einige Tausend erzeugt werden sollen, Polen baut auch seit einigen Monaten schon mit «teigenden Produktionsziffern Landwirtschaftstraktoren und will in Kürze den Lastwagenbau aufnehmen. Aus Jugoslawien kommen Nachrichten von einem industriellen Ausbauplan, der auch die Herstellung von Camions umfassen soll. In Rumänien versteigt man sich sogar so weit, neben Lastwagen auch Personenwagen bauen zu wollen, wobei von zwei verschiedenen Typen berichtet wird, die angeblich serienreif sein sollen. In Ungarn befindet sich au6- ser einer laufenden Motorradproduktion auch der Personenwagenbau im Anfangsstadium. Nicht weniger als drei Werke haben schon den Lastwagenbau aufgenommen oder beschäftigen sich eingehend mit diesem Problem. Wo sich Lücken in der Versorgung dieser Länder zeigen, dort springt die tschechoslowakische Industrie- sofort ein, die sofort nach Kriegsende ihren Produktionsapparat in Gang bringen konnte. Die Frage, ob jedes konstruktive Schaffen in Oesterreich eingestellt worden sei, ist also müssig! Es wird konstruiert, es sind Köpfe, die dieser Aufgabe gewachsen sind, in Oesterreich nach wie vor vorhanden. Das Konstruktionsbüro Porsche arbeitet im Bundesland Kärnten, einstweilen allerdings in erster Linie für ausländische Arbeitgeber. Jentschke soll auch im Lande, Uebelacker angeblich bei MAN tätig sein Wie er, so ist auch Ledwinka fern seiner ursprünglichen Heftnat. Es heisst, dass er — nach langer Haftzeit — wieder im Tatra-Werk, allerdings in ganz untergeordneter Stellung, tätig sei und man darüber wachen soll, dass dieser geniale Konstrukteur nicht andere Länder mit seinem Können beglücken könne. Was in Oesterreich konstruiert wird, bleibt vorläufig allerdings brotlose Kunst. Es sind aber Kräfte am Werk, wieder eine bescheidene eigene Industrie aufzubauen und sie so auszurüsten, dass sie trotz der Schwierigkeiten erfolgreich den, Serienbau aufnehmen können soll. Bis aber die erste Neukonstruktion von einem laufenden Band auf die Landstrasse entlassen werden kann, wird noch einige Zeit vergehen. Im Mai findet übrigens in Wien ein kleiner Autosalon statt, über den an dieser Stelle ein Bericht erscheinen wird. Dann dürfte es möglich sein, genaue Angaben darüber zu machen, wie sich inzwischen der Teilebau und die Erzeugung von Zubehör irr Lande selbst entwickelt haben.