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E_1948_Zeitung_Nr.019

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zuwinkte. „Ohuho,

zuwinkte. „Ohuho, Miss, steigen Sie ein!" Ich stieg ein. Da fing er zu reden an und hörte nicht auf, bis ich ihm erklärte, es täte mir leid, aber ich müsse ihn jetzt verlassen. „Ich weiss zwar nicht, wer Sie sind", begann er, „noch ob Sie sehr berühmt sind, aber Sie sehen so aus, wie wenn Sie berühmt sein könnten. Ich fahre nämlich nur Berühmtheiten... Ach, und wenn Sie keine sind, dann mach ich eben eine Geschichte um Sie, wenn ich heut Abend meinen Kollegen rapportiere, wen ich wieder gefahren habe!... Greta Garbo sind Sie nicht, das brauchen Sie mir nicht zu sagen. Miss Garbo kenne ich gut., die fahre ich oft zum Park mit ihrem allzulang treu gebliebenen Doktorfreund. Ja, wenn ich der Doktor wäre, ich würde auch jeden Tag mit ihr im Park spazieren gehen! —Heute habe ich Grace Moore gefahren und während sie eine Arie übend summte, versuchte ich sie zu begleiten. Ich singe so gerne... und wir endeten mit einem Duett aus vollem Halse — that was real fun. — Aber was mir vor drei Tagen passierte? In meinen Taxi stieg ein Mann mit einem zwerghaften Jungen. Stellen Sie sich vor, der Junge war ein Affe. Er krächzte plötzlich los. Ich sang, er schlug sich mit den langen Affenhänden wild auf die Knie vor Freude und lachte grauenhaft laut Ich sang weiter. Er, mit einem Satz auf meine Rückenlehne, mich umarmend und zärtlich seinen Kopf an meinen Hals drückend. Mit seinen Fingern deutete er auf meinen Mund, sprang über den Sitz zurück und tanzte vor Begeisterung. Immer wieder kam er zu mir und schaute wie ich sang und schlug sich wieder auf die Knie... Wie ein Mensch, ganz genau so. Ich habe so viele Umwege gemacht, nur um länger mit dem Affen fröhlich sein zu können!" Martin, wenn Sie hier wären! Wenn Sie ein Neuyorker Taxichauffeur wären ? Oder nein, lieber nicht. Letzthin sind ein Taxichauffeur und ich nur durch ein Wunder einem grausigen Zusammenstoss entronnen... Denken Sie, in den ersten neun Monaten dieses Jahres 24 400 Tote allein durch Autounfälle. — Bleiben Sie lieber zu Hause, Martin, und halten Sie mir den Daumen. Ihre Marie-Louise Lüscher. Ausschnitt au» einer gewöhnlichen Straue New Yorks. Den ggiuen Tag rollen die Autos, Wagen an Wagen, vorüber. Kopfweh.Migräne.Zahnweh, Monatsschmerzen • wsm Fährt die Frau besser als der Mann? Mir bleibt aber auch gar nichts erspart! Nachdem ich mich seit einigen Jahrzehnten mit allen Fragen bezüglich Motorfahrzeugen und Strassenverkehr herumschlage, angefangen bei der einfachen Fahrzeugabnahme, der Führerprüfung und endigend bei der Bekonstruktion der Verkehrsunfälle, bekomme ich nun noch diese heikle Frage vorgesetzt Jetzt heisst es Farbe bekennen. So ganz leise habe ich die hehre Redaktion im Verdachte, mir das linke oder rechte Bein stellen zu wollen, um endlich einmal den bezaubernden Anblick eines durch technischen JCO. auf der Nase liegenden Sachverständigen geniessen zu können. Beantworte ich obige Frage schlicht und einfach mit einem Nein, dann können Sie sich wohl vorstellen, wie meine nicht gerade schönen aber dauerhaften Gesichtszüge unter den Fingernägeln der hochverehrten Kolleginnen des Volants Form und Ausdruck verlieren würden. Beantworte ich dagegen die Frage mit einem J a, so konzentriere ich alle Verachtung der männlichen Kollegen auf mich und ächze unter dem Beinamen eines Frauendieners. Nette Aussichten das..., und an allem ist die Redaktion schuld! Die will nämlich eine Antwort, welche zur Klärung der Geister beitragen soll, die bekanntlich je und je in hitzigen Diskussionen das Problem des weiblichen und männlichen Fahrzeuglenkers behandelten. Begreifen Sie jetzt, wenn ich sage, dass mir aber auch gar niöhts erspart bleibe? Frisch gewagt ist halb gewonnen ..., bange machen gilt nicht..., daher auf in den Kampf!! Bevor ich den Kampfplatz betrete, hülle ich mich vorsorglich in den Panzer der Sachlichkeit, schliesse mein Visier (wegen den Fingernägeln!) und ergreife das Schwert der Logik. Um auch gegen kleine, aber giftige Pfeile der männlichen Heckenschützen einen Schutz zu haben, stelle ich den Schild der Erfahrung vor mich hin, ..". und jetzt kann es lösgehen." " a ••'•" yii - In der ersten Runde stellt sich das Problem «Fahren» ganz allgemein als Gegner. Um Fahren zu können, ist die Beherrschunt der hiezu vorhandenen technischen Bedienungsvonrichtungen des Motorfahrzeuges notwendig. In diesen Belangen dürfte der Mann einiges voraushaben. Wie interessiert ER an allen technischen Sachen ist, geht schon aus seinem Verhalten gegenüber der Eisenbahn seines Sprösslings an Weihnachten hervor! SIE interessiert mehr die Form und Farbe der schönen Wägelchen, genau wie beim Automobil im grossen Format auch. SIE wird also etwas länger brauchen, um die Mysterien beim Kuppeln, Schalten, Gasgeben, Bremsen, Lenken usw. einigermassen und rein äusserlich zu erfassen. Wenn eine SIE darüber hinaus noch die internen technischen Zusammenhänge aller dieser Tätigkeiten schemenhalt erklären kann, dann gilt SIE für mich als Ausnahme der Regel und darf sich sogar darauf etwas einbilden. SIE glauben das immer noch nicht? Gut, nehmen wir einmal IHRE Nähmaschine. SIE wissen wohl, wie man einfädelt, wie man näht, ob Rund- oder Langschiffchen vorhanden sei und ob das « Ding » vorwärts oder rückwärts dreht Muss die Maschine jedoch geölt werden (und zwar an allen Teilen!) oder knallt der Faden oder die Nadel immer wieder ab, dann muss das technische Wunder, nämlich der Ehemann oder Bräutigam in Funktion treten. Sind SIE jetzt einigermassen überzeugt? ... Ja? ... Dann werden Sie begreifen, dass ich diese Runde, nämlich das «technische Fahren » zugunsten des Mannes buchen muss. In der zweiten Runde sei das Problem, gutes, oder noch besser gesagt, «korrektes Fahren» behandelt Korrektes Fahren setzt vorerst die Kenntnisse der geltenden Regeln voraus. Hier kann ich nun mit gutem Gewissen eine Lanze für SIE brechen (und ich bin wirklich froh darüber!). Die Erfahrung lehrt mich, dass SIE im allgemeinen zuverlässig die gesetzlichen Bestimmungen lernt und auch sinngemäss erklärt ER scheint hier etwas an Ueberheblichkeit zu leiden. Jedenfalls kennt ER ja alle Vorschriften ... und sogar noch besser als irgendein Sterblicher!! Werfen Sie bitte keine Steine, meine Herren, ich bin gepanzert mit Sachlichkeit und gegen Steine oder Südfrüchte absolut gesichert, Sie können es mir glauben! Das Spiel steht 1 :1, punktum! Nun ist aber korrektes Fahren nicht nur auf Grund des Wissens um die Fahrregeln erreichbar, sondern dieses Wissen und Können muss in die Praxis umgesetzt werden. Dieses Umsetzen ist nun aber eine Angelegenheit des Charakters. Eine hohe Moral, nennen wir z.B. das Pflichtbewusstsein, das Wissen um die hohe Verantwortung gegenüber den Mitmenschen als Strassenbenützer, kurz gesagt, die innere Sauberkeit diktiert das korrekte Fahren. In dieser Beziehung pro oder contra SIE oder ER zu entscheiden, fällt mir wirklich schwer. Ich neige zur Ansicht, dass beide Lager «gemischte» Elemente enthält Im Hintergrund höre ich das Stichwort < Alkohol». Es ist richtig, dass dieses Wörtchen und seine Auswirkung zuungunsten des Mannes ausgelegt werden kann. Wohl mancher ER glaubt gar nicht daran, dass die alkoholische Wirkung seine zuverlässige Pflichterfüllung mindestens hemmt, obwohl immer wieder von allen Seiten die Unfallberichte diese Tatsache feststellen- Nun gibt es aber auch bei der Frau Zustände, welche die zuverlässige Pflichterfüllung von Zeit zu Zeit hemmt... und SIE glaubt auch nicht daran, dass dem so ist! Machen wir es kurz, der Gang ist unentschieden, womit sich das Resultat auf 2 :2 erhöht! In der letzten Runde will ich die Trage des • Gefühls » etwas näher beleuchten. Hier betreten wir eine Ebene, welche noch viele unerforschte, zum mindesten wenig bekannte Gebiete enthält Ohne dem Berufs-Psychologen ins Handwerk pfuschen zu wollen, darf ich behaupten, dass Gefühl und damit die innere Stimmung einen nicht geringen Einfluss auf das korrekte Fahren ausübt Mehr gefühlsbetont, in gutem und schlechtem Sinne, handelt wohl unstreitbar SIE. Ich erinnere daran, dass es früher zum guten Tone gehörte, dass SIE gelegentlich ihre « Migräne » hatte, wenn die Laune diesen Schutzschild gegen unliebsame Erörterungen oder Handlungen gerade verlangte. Ich» gebe aber auch zu, dass solche Gefühlsregungen im Zeichen der berufstätigen Frau heute bereits Seltenheitswert besitzen. Abarten der früheren Migräne spuken aber auch heute noch hie und da in den meist hübschen Köpfchen der Frauen herum. Wenn auch feststeht, dass ER in dieser Richtung in dieser Beziehung weniger grossen Schwankungen zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt ausgesetzt ist so wäre ich voreilig, wenn ich die Runde schon zugunsten des Mannes ausgehen liesse. Schon oft durfte ich erfahren, dass eine gewisse Sensibilität schwere Unfälle verhütete! Dies hat etwa gar nichts mit Helseherei oder Aberglauben zu tun. Bei einiger Ueberlegung kommen Sie sicher zum selben Resultat. Auch die «»genannten « nervösen » Fahrer und Fahrerinnen gehören noch lange nicht in Bausch und Bogen zu den schlechteren Fahrzeuglenkem bezüglich Korrektheit! Viel schlimmer sind die Gefühls-Auswirkungen von Aerger und Verdruss im Geschäft und in der Familie. Diesen Beeinflussungen sind aber wieder ER und SIE in gleicher Weise ausgesetzt. Man kann wohl diese Runde mit der Feststellung abschliessen, dass: « Gut gelaunt (ohne Alkohol!), schon halb gefahren » ist Was IHM da und dort beim Fahren an Gefühl, in positivem Sinne gewertet abgeht, macht ER durch technische Routine wieder wett Die Umkehrung des Satzes gilt sinngemäss für SIE. Die Runde muss also, bei nicht allzu betonter Pedanterie, wieder unentschieden erklärt werden, womit das Endresultat 3 :3 feststeht Auf der Tribüne wird bereits hämisch gelächelt, aus den Leserreihen der Stehplätze hört man da und dort laute Pfiffe. Die Stimme aus einem Megaphon beschuldigt mich der Feigheit, da ich nicht pro oder contra eine oder andere Partei entschieden habe. Eine ad hoc gebildete Abordnung der weiblichen Fahrerinnen will mich davon überzeugen, dass SIE trotz allen Einwänden doch besser fahre als ER. Eine ebensolche Abordnung männlichen Geschlechts versucht das Resultat zu ihren Gunsten zu entscheiden. Vergebliches Bemühen, meine Herrschaften! Haben Sie meine Panzerung, meinen Schild, und meine Waffe vergessen? Wer immer noch nicht an das «Unentschieden» glauben will, lege sich die Frage vor, ob die «Masse aller SIE » und die « Masse aller ER » Auto fährt oder ob es nicht doch das Einzelwesen sei. Da nun aber weder die SIE's noch die ER's sich untereinander gleichen, ebensowenig kann Er oder SIE für ihr ganzes Geschlecht das bessere, genauer gesagt, korrektere Fahren als spezifische Eigenschaft geltend machen. Wer das begriffen hat, leidet mindestens nicht an Ueberheblichkeit und besitzt damit eine wünschenswerte Eigenschaft für das korrekte und, mit Glück, unfallfreie Fahren, sei es nun eine SIE oder ein ER. A. B., Ing. MONTBOVON (Greyerzerland) Hotel de Jaman Jeden sowie t «führt von L GRANDJEAN, Bwitzer offeriert Ihnen sein« feinen Menüs • Fr. 3.-, 4.-, 5.- und 6.- Tagt Bsuern-Gesalzenei, Forellen, Poulefs, das Menü ä Fr. 3.—: Schinken, Kartoffeln und Salat. Watermsn -Tinte wird nach Original • Rezepten in Zürich fabriziert und Ist erhältlich I« all** Papa, teriaa. werden die Vorzuge anerkannt und geschätzt Eine Goldfeder hinsichtlich Elastizität, Härte u. Spitze wie geschaffen für Ihre Hand verleiht Ihrer Handschrift die Merkmale Ihrer Individualitat und wird zumtreuesten Begleiter durch Ihr ganzes Leben. 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Kleine Fahrt in den Frühling Der Winter ist zu Ende und die grauen, nebligen Tage sind vorüber. Erst zaghaft, dann aber immer stärker hat sich der Frühling den Weg gebannt. Die warmen Sonnenstrahlen haben die zarten Frühlingsblumen aus dem Boden gezaubert, die Knospen brechen auf, und schon zeigt sich der Lenz in seinem schönsten Kleid. Die Singvögel haben den Weg zu uns zurückgefunden, und ein munteres Zwitschern und Jubilieren hebt wieder an. bereit, wir starten, fahren los, fahren los und laden Sie alle ein, uns zu folgen. Kaum haben wir das Stadtbild verlassen, treffen uns die ersten Sonnenstrahlen. Unversehens treten wir das Gaspedal etwas kräftiger durch, und unsere Maschhine gehorcht freudig diesem Befehl. Wie könnte es anders sein, unser Wagen läuft mit dem Wind um die Wette. Mensch und Fahrzeug sind eins, wie ein junges Vollblutpferd spielt der Motor mit seiner Kraft. "Raulen - Skizze. *ef langcnthsl Schloss Hailwyl. Mit dem Beginn dieser Jahreszeit eng verbunden ist das Schmieden kleinerer und grösserer Reisepläne. Der Wagen, der die kalte, nasse, unfreundliche, an Sonne arme Jahreszeit hindurch zum reinen Gebrauchsfahrzeug geworden war, soll nun wieder vermehrte Freude bieten. Unser Auto, der zuverlässige Kamerad auf unseren Strassen, soll uns in unbekannte Gebiete führen und uns ein grosses Stück Heimat, ein Stück'Welt vermitteln. Wir rüsten den Wagen, machen uns marschbereit und treten eine kleine Entdeckungsreise an. Heute wollen wir den Frühling erleben, heute wollen wir uns erfreuen und all dem Schönen, dem Wunderbaren, das uns das Erwachen der Natur zu schenken vermag; wir wollen uns erfreuen am Anblick der herrlichen Blütenpracht. — Es ist nicht allzu früh am Vormittag, unser Kamerad der Landstrasse steht Links von uns, m einiger Entfernung, erhebt sich der Jurakamm. nördlich der Aare, wir erkennen im feinen Dunst Grenchenberg, Weissenstein, Balmberg und die Lebern, jetzt öffnet sich ein Tor in dieser Wand, die Klus bei Balsthal. Rechts von uns erhebt sich das Hügelland des Berner Mittellandes, und im Hintergrund erkennen wir die verschneiten Anhöhen unserer Voralpen. Die blaue Tafel am Strassenrand gibt uns bekannt, dass wir Langenthai erreicht haben, ein Marktflecken mit stattlichen Gasthöfen, schönen Villen und gediegenen Bauteil. Hier finden wir eine sehr leistungsfähige Leinenindustrie, Maschinen- und Porzellärtfabrik. Trotz der einladenden Behäbigkeit der Landgasthöfe fahren wir weiter, verlassen die-grosse Strasse, Sankt Urban ist unser erstes Ziel. Dort entsteigen wir dem Wagen, um die bekannte Klosterkirche zu besichtigen. Alte Schnitzereien und ein prächtiges Chorgestühl legen Zeugnis ab von hoch entwickelter, handwerklicher Kunst vergangener Zeiten. Bereichert durch diesen Anblick altehrwürdigen Schaffens verlassen wir diese Stätte. Wir treten ins Freie, und schon umfängt uns herrlicher Sonnenschein. Saftig "grüiie Wiesen breiten sich wie ein Teppich vor uns aus,' die Obstbäume treiben kräftige Knospen, und .rächt, mehr lange wird es dauern, bis sie sich in' blendendem Blütenschmuck präsentieren. Die f leissigen Bienen summen hin und her, denn der Frühling hat auch sie zu emsiger Tätigkeit gelockt. — Frühlingsstimmung überall -£•' köstliche Jahreszeit -*- die Natur ist zu neuem tebe.n erwacht! "•'•" Mit den Wolken, die" hin und wieder die Sohne verdecken, jagen wir dahin und suchen uns.durch Wälder und Hügel, mit der guten Hallwag-Karte bewaffnet, den Weg nach Sürsee. Ueber Altbüron, Ebersecken, erreichen wir das Wiggertal, und von dort steuern wir direkt unserem nächsten Ziel entgegen. Plötzlich taucht links der Strasse der Mauensee mit dem idyllisch, auf einer kleinen Insel gelegenen Schloss auf, und schon landen wir, das Tor in der alten, zum Teil noch erhaltenen Stadtmauer passierend, vor dem historischen Rathaus in Sursee. Bevor wir uns ein Mittagessen in einer der vorzüglichen Gaststätten gönnen, machen wir einen kleinen Rundgang und lassen alle die herrlichen Sehenswürdigkeiten, die dieses Städtchn zu bieten vermag, an uns vorüberziehen. Nach einer gemütlichen Stunde .Rast fahren wir weiter, dem See, der sich leicht im Winde kräu- -selt, entlang nach Sempach, dem Schlachtort unserer Ahnen. Hier erinnern wir uns des Geistes und der Tapferkeit unseres Helden Winkelried. Natürlich besichtigten wir das Schlachtendenkmal, die Kapelle und das Beinhaus. Mit tiefen Gefühlen der Dankbarkeit gegenüber unseren Vorvätern ziehen wir weiter, nach Hildisrieden, doch von der Strasse aus lockt eine mit Blumen übersäte Wiese, an deren Rand ein munterer, kleiner Bach fröhlich sein Lied plätschert Wir folgen ihm ein Stück zu Fuss und werden dafür mit einem Strauss lieblicher Schlüsselblümchen und golden leuchtender Dotterblumen belohnt. Jetzt fahren wir weiter, nach Beromünster, dem Standort unseres Landessenders, dessen mächtiger Mast der Sendeantenne von weit her sichtbar ist. Ohne hier die verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie die Stiftskirche usw. aufzusuchen, steuern wir der Hochburg unserer Tabakindustrie, Menziken, Burg und Beinwil entgegen. Dem Hallwilersee folgend, der uns in kräftigem Blau entgegenlacht, erkennen wir in der Ferne das Schloss der Grafen von Hallwil und das Kurhaus Brestenberg, auf der andern Seite des Sees den Delphin. Weiter geht's, nach Lenzburg und auf die grosse Strasse Zürich—Bern. Inzwischen ist es Abend geworden, die Sonne ist hinter den Jurabergen verschwunden, wir kehren nach Hause zurück, mit Freude im Sladteingana in Sursee Herzen und froher Stimmung. Die Unternehmungslust und der Anblick vieler Sehenswürdigkeiten geben das Signal, solch herrliche Fahrten zu wiederholen. bm. Das prachtvolle Chorgestühl von St. Urban.