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E_1948_Zeitung_Nr.023

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24 AUTOMOBIL-REVUE

24 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH 19. MAI 1948 - Nr. 23 ZU Sie gehen ins Cafe. Was trinken? Wie war's mit einem Grapülon ? Wein und doch kein Wein! Echter, herrlicher Traubensaft, weiß oder rot, wunderbar im Glase funkelnd 1 Der Traubenzucker, der in ..so reichem Maße im Grapülon enthalten ist, führt Ihnen Energien zu — Grapillon tut Ihnen gut! Achten Sie auf die Etikette mit dem Grapillon-Märmchtn ->nur dann sind Sie sicher, Grapillon zu erhalten. VERKAUFEN Lastwagen Fiat-Diesel feste Brücke 5 m, 6 Tonnen, Modell 1940. Maibach, der Wagen ist in tadellosem Zustand. 66978(23 REHM, Transporte, FR1B0URG. Telephon (037) 2 10 96. Weicher Transporteur mit oder ohne Konzession interessiert sich, auf lange Dauer täglich regelmässige Transporte mit 10-Tonnen-Lastzug durchzuführen? (Stets die gleiche Strecke, Nutzlast voll ausgefüllt.) Offerten unter Chiffre 67094 an die Automobil-Revue, Bern. 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JH 497 MC 1. 1 CHRYSLER-PLYMOUTH, 20 PS, 1936, 7,6 Zyl., Chassis Nr. 808 X2O7, Motor Nr. 651259-21. 1 DODGE-LIMOUSINE, 6pl., 1935/6, 6 Zyl., 20 PS, Chassis Nr. 668-15 Motor Nr 644843-2. 1 PEUGEOT, Typ 202 BH, 1946, 4 Zyl., 7 PS, Chassis Nr. 1002 081. 1 TATRA, Typ 87, 20 PS, 8 Zyl. V, Chassis Nr. 46111, Motor Nr. 218 052. Die Steigerungsobjekte können Donnerstag, den 20. Mai 1948, nachmittags 2—3 Uhr und am Ganttag von 2—3 Uhr in der obgenannten Garage besichtigt werden. Zürich, den 12. Mai 1948. Konkursamt Zürich (Altstadt) P. Fischer, Notar. — aßee auch leichteres Reinigen das ganze Jahr hindurch Sie werden erstaunt sein, wie mühelos Sie Ihre Frühjahrsreinigung mit einem der neusten Hoover-Modelle erledigen können, und Sie werden entzückt sein, wie gründlich die Arbeit geschieht. Für jedes Heim das passende Modell. Die Qualität dieser neusten Friedensmodelle ist höher als je. 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Hr. 23 -Bern, 19. Mai 1948 nein-nein, das muss was anderes sein. Theddy, schau mal nach, ob hinten rechts etwas los ist! — Ein Plattfuss!? Das ist die Höhe! Siehst du, Jochem, so geht es meistens: Wenn man sich auf etwas tüchtig vorbereitet, dann fällt's ins Wasser. Ganz abgesehen davon, dass solche, Familienausflüge mir sowieso nicht in den Kram passen! — Wie? Eine Autoausfahrt mit der ganzen Familie sei erholend? Wer hat das gesagt? Ich? Ich? Wirklich bedauerlich, lieber Jochem, dass du dich von der Aufregung, die meiner an und für sich schon nervösen Familie eigen ist, anstecken liessestl Tüv&tÄoJüiM^i&etf det jdufötrw$$-/f&(Kte, Sonntägliche Fahrt mit der Familie « und da sage ich immer, nichts ist erholender als eine Autoausfahrt mit der ganzen Familie. Gut übrigens, dass du da bist, Jochem. Sonst nehmen wir ja prinzipiell keine Fremden mit. — Selbstverständlich, immer nur Familie,-, nur Familie! Na, ja, diesmal also ausnahmsweise. Momentchen mal! Johanna, vergiss die Butterbrote nicht! Wie? — jawohl, Jochem ist da. Hat sogar zwei Flaschen Wein! — Drei? Nein, zwei! Wird doch reichen für uns drei Erwachsene. Wo ist Theodor? — Theodor! Theodoor! Du Schlingel, hast du Papis Automütze nicht mit runter gebracht! Donnerwetter, schon halb neun Uhr! Wie wird man fertig, wenn die ganze Familie mit soll. Dja, du Jochem hast gut lachen als Junggeselle. Bei uns ist es immer so, dass ich pünktlich auf die Minute bereit bin, aber meine Frau — Achtung, sie kommt — auch Johanna, ehe ich's vergesse — ja, der Jochem wartet schon seit ungefähr einer halben Stunde — oder also zehn Minuten, auf jeden Fall aber wartet er. — Ich kann doch nichts dafür, wenn das Bärbel seinen Sonnenschirm nicht findet. Ueberhaupt eine tolle Idee, auf eine Autofahrt einen Sonnenschirm mitzunehmen! Das ist die Erziehung, die Erziehung der Mutter, nota bene! — Ja, du, immer mit deinem ewigen «pas devant les enfants!» Einmal wird man doch auch seiner Meinung freien Lauf lassen dürfen. Abends kommt man — Jochem, was sehe ich, genagelte Schuhe? Wir wollen doch nicht auf einen Berg kraxeln. Mit Pantoffeln könnten -wir Autofahren. Alles, was zu Fuss geht, strengt mich an. Drum habe ich mir auch den Wagen zugetan und überdies — endlich, Bärbel! Den Sonnenschirm brauchst du aber wirklich nicht! — Ueberdies habe ich dir gesagt, Jochem, der Arzt hat mir das Gehen über 1200 m strengstens verboten. — Jawohl, er ist ausgezeichnet. Seine Rechnungen freilich auch. Hahahaha! Himmel noch einmal, wo steckt der Theodor wieder? Bärbel, ich habe doch gefragt, wo der Theodor steckt. Oh, diese Kinder! — Wie? Die Botanisierbüchse? Die habe ich doch erst vor einer Woche unten im Apothekerkästchen liegen sehen. Eine Ordnung haben diese Gofen, ich sage dir, eine Ordnung! Nur nicht sich ärgern, nur nicht sich ärgern! Gehen wir mal den Wagen aus der Garage herausholen. — Nein! Ihr bleibt hier. Bärbel, mach , dass Mutti den Picknick-Koffer bereit hält. X)ie Butterbrötchen? — Schon gefragt? — Also Jochem, komm! Unter uns gesagt — bsssst, nicht zu laut, die Fenster sind offen — so sonnig Johanna im gewöhnlichen Leben ist, auf sonntäglichen Ausflügen wird sie immer von einer mir völlig unerklärlichen Nervosität gepackt. Ich muss dann an den Witz denken von der Frau, die am frühen Morgen durch einen Kanonenschuss geweckt wird, im Bette hochspringt und — auch, guten Morgen, Herr Tröselhager. Auch schon auf! — Ja, endlich wieder mal ein sonniger Sonntag — natürlich mit der Familie! Auf Wiederschauen, Herr Tröselhager. Ich wollte dich nicht vorstellen, Jochem. Du weisst, der Tröselhager ist einer der lieben Nachbarn, die stets mit Wonne über ihre Gegenüber schnöden. Gerne verzichtet man auf derartige Bekanntschaften. Ein falscher Hund — Stemm' dich mal da links gegen die Garagetüre. Nein, links! — Weiter unten, mein Lieber, weiter unten! Verflucht schwer geht sie auf. — Hast du keine Kräfte mehr? Der Theodor hat's im Griff und er ist doch nur ein Junge. — Hüp! Feste drauf! — Noch einmal! — Halt, so geht's nicht weiter. Dreh' du mal den Schlüssel und ich stemme links. Es ist nur ein Kniff, aber den muss man raus haben. — Nein, Herr Tröselhager — sehr liebenswürdig, dass Sie zurückgekommen sind, aber mein Freund wird mir schon helfen. — Los! , Was? Waas, der Schlüssel ist abgebrochen! Jochem, du hast wohl heute morgen ein Stärkungsmittel verschluckt! Einen soliden Yaleschlüssel kann doch kein Mensch brechen. — Zeig mal her. Das ist doch — Herrgott, Theodor, was willst du hier? — Nein, hoffentlich bringt Papi die Garagetüre noch auf. Geh', spring ins Haus und sage, wir kämen sofort. — Da, Jochem, siehst du, schon ist die ganze Brut da. Bärbel — und Johanna, was hat es für einen Zweck, alles Zeugs bis vor die Garage zu schleppen. Uebrigens fehlt richtig die Decke. Soll ich wohl mit den weissen Hosen ohne Decke ins Gras sitzen? Das würde wieder eine niedliche Jodlerei abgeben. — Nun ja, Jochem hat den Schlüssel abgebrochen. — Aber Theodor, mische dich nicht ins Gespräch, wenn Erwachsene miteinander reden! — Was hast du gesagt? Die Garage sei gar nicht abgeschlossen? Schön, dann versuch' du mal unseren Kniff, Theddy. Also! Hast du gesehen, Jochem! Selbst ein kleiner Bub vermag etwas. — Jetzt aber weg von der Türe, sonst bring ich den Wagen wieder nicht raus. Jochem,- stell' dich' dort rechts hin, dass ich mit dem Hinterrad nicht in die Rosen fahre. Nein, dort, wo die Rosenstöcke stehen. So, es kann losgehen. Von Peter Pee Achtung! — Achtung! Jochem, geht's? Wo sind die Kinder? Was? Halt? Was ist denn nun wieder? Ach, der Picknickkorb! Johanna, muss denn der Picknickkorb ausgerechnet in der Fahrbahn stehen? Ihr seid ja heute wieder mal von einer Nervosität — so, und nun alles einsteigen. Jochem, du neben mir und Johanna mit den Kindern hinten. — Pass doch auf, Theodor, du hast mir beinahe deine elende Botanisierbüchse in die Augen gestossen. — Sind die Butterbrötchen — richtig, ich erinnere mich! — Aber Bärbel, muss das jetzt gerade sein? Seit 7 Uhr trampelt sie im Haus herum, aber ausgerechnet, wenn wir starten wollen, muss sie noch rasch mal irgendwohin gehen. — Theddy, warst du schon? Also! Es fragt sich nun natürlich, ob so ein grosser Hut auf deinem Kopf, Johanna, den Wind nicht verlockt, diskret gesprochen, zu spielen, d a .s heisst ihn abzureissen. — Andere Frauen binden sich ein seidenes Tuch um die Haare und sehen manchmal darunter direkt rassig aus. — Seidene Tücher? Haben wir doch en gros — überdies muss doch das Reststück deines letztjährigen Sommerkleides — ja, weissblau gestreift — immer noch in der Restenschublade sein. Wäre auch vortrefflich! Endlich das Bärbel! Flugs einsteigen! Steh' Mutter nicht auf die Füsse! Nun aber los. Adieu Herr Tröselhager — Kinder, winkt Herrn Tröselhager! — Habt ihr gewinkt? — Es ist immer gut, sich mit den Nachbarn zu vertragen. Findest du nicht auch, Jochem? — Was klappert eigentlich da links? Johanna, ist die linke hintere Türe geschlossen? — Ob sie geschlossen ist, richtig zu ist? Nicht? Das hat gerade noch gefehlt! Wenn möglich Jochems Weinflaschen! "Diese Sorglosigkeit, bringt mich noch ins Grab! Jawohl, Jochem, die Route ist genau studiert. Total fressen wir heute 242 km, davon ca. 85 km Paßstrassen. — Hm, zugegeben, ein tolles Programm, aber für meinen Wagen eine Kleinig-' keit. Habe schon ganz andere Touren gemacht. Erst vor 8 Wochen — nein, es mögen 9 sein — war ich — was ist nun wieder los? Die Badekleider vergessen? Kommt gar nicht in Frage, dass ich nochmals zurückfahre. Mutti wird doch nicht gesagt haben, dass wir heute baden gehen! Heute wird Autogefahren, und dass ihr Rangen es nur wisst: Wie viele arme Kinder würden sich die Finger einzeln lecken, wenn sie eine So schöne Autofahrt machen dürften! Dort an jener Kreuzung schoss kürzlich ein Radfahrer von links mir beinahe in den Wagen. Jawohl, von links! Seither fahre ich da immer sorgfältig — man kann nie wissen — da, wieder so ein Gigant der Landstrasse. Sperren Sie doch die Augen auf, Sie Kamel! — Hat er's wohl noch gehört, Jochem? Komisch, wie der Wagen nach rechts zieht! Das ist etwas ganz Neues! Man hat scheinbar das Gefühl eines unsichtbaren Magnets — nein- Tobby spazierte durch die Strassen Chicagos. Er war in ausgezeichneter Stimmung und seine Hand griff alle dreissig Sekunden an die linke Rocktasche. Er wollte sich nicht überzeugen, dass dort noch der Revolver stak; nein, Tobby hatte keinen Revolver, so unglaublich das für einen Spaziergänger in Chicago auch klingen mag. In der linken Rocktasche befand sich vielmehr ein kleines Bündel von Zehndollarscheinen, die Tobby auf zwar leichte, aber durchaus ehrliche Weise erworben hatte, was wiederum für den Schauplatz der Geschichte unglaublich erscheint. Die Sache war die, dass Tobby vor einigen Wochen in einem kleinen, in keinem Reisehandbuch mit einem einladenden Stern versehenen Bierlokal einem fluchenden Mann, dem das Geld für das Bier ausgegangen war, ein Los abgekauft hatte; mit diesem Los hatte nun Tobby einen Nebentreffer gemacht, der ihm aber immerhin ein kleines Bündel von Zehndollarscheinen brachte. Und dieses Geldbündel stak nun in der Unken Rocktasche, und Tobby überzeugte sich alle dreissig Sekunden, dass das Geld noch vorhanden war; denn die Geschichte beginnt schliesslich doch in Chicago. Seit drei Tagen war die gute Stimmung Tobbys nur durch einen Umstand getrübt worden; er fürchtete, dass ihm das Geld gestohlen werden könne. Und seit drei Tagen spazierte er durch Chicago und grübelte nach, wie er die Zehndollarscheine am besten und sichersten anlegen könne. Eigentlich wollte er nach Hollywood reisen; einer seiner Freunde hätte dort Glück gehabt. Er spielte in Hollywood kleine Rollen; in der letzten Zeit spielte er nur noch die Rolle des Pastors, der in den Filmen die jungen Paare zu trauen hatte. Tobby lachte, wenn er sich seinen Freund Jack als Pastor vorstellte, Jack> dessen Vergangenheit eigentlich so war, dass sich ein wirklicher Pastor der Seele Jacks hätte annehmen Sollen. Tobby wollte also auch nach Hollywood fahren. Nun hätte er mit dem Gelde einfach eine Eisenbahnfahrkarte zu lösen brauchen, um nach Hollywood zu kommen; er tat, es nicht, dehn sonst konnte die Geschichte von dem Welt-Auto nicht .erzählt werden. Plötzlich blieb Tobby \or einem.grossen Pia- Das Welt-Auto Zeichnung von Eve rroidevaux Von Dr. Josef Robert Harrer Kat: sjtehetiu' ßr "las: , f «Das Welt-Auto! Wir verkaufen Ihnen das erste:'Wirkliche internationale, unverwüstliche Auto, das Sie" Ihr Leben lang benützen können! Was nützt Ihnen der teuerste Luxuswagen, wenn Sie zum Beispiel in einem Präriedorf oder in Gumpoldskirchen (Austria) einen Defekt haben ? Bekommen Sie dort für einen Chrysler Ersatzbestandteile ? Wir sagen nein! Unser Welt-Auto aber ist in allen Bestandteilen auswechselbar. In allen Orten der Welt liegen die Bestandteile, so dass ein Defekt, eine Panne für Sie ein Vergnügen ist. In Köln oder in Singapore, auf Grönland oder in Kapstadt, in New York oder Hollabrunn brauchen Sie bei unseren Filialen nur zu sagen: ,Ich wünsche Bestandteil Nr. 6741' Und schon reicht Ihnen ein freundlicher Herr oder eine noch freundlichere Dame die Schraube, welche zum Verschluss des Bezintanks dient und eben die Nr. 674 hat. So ist es mit allen 2376 Bestandteilen. An Hand der Liste bekommen Sie alles zu Regiepreisen I Auf diese Weise ist unser Welt-Auto tatsächlich international und wirklich ein unverwüstliches Auto, das Sie Ihr Leben lang haben!» Tobby las das Plakat dreimal durch. Tobby hatte sich immer schon ein Auto gewünscht. Und Tobby kaufte sich auf der Stelle ein Welt- Auto ; er bezahlte 500 Dollar, einen lächerlichen Betrag für ein unverwüstliches Auto. Der Verkäufer sagte: «Sie sind der erste Käufer^ der unser neuestes Modell erhält. Wir verkaufen es Ihnen, weil Sie ein ungemein sympathisches Gesicht haben. Sehen Sie nur! Hier ist eine Signalvorrichtung, die Ihnen sofort anzeigt, welcher Bestandteil ausgewechselt werden muss. Vielleicht versuchen Sie eine kleine Probefahrt im Hofel» Tobby stieg ein. Er gab Gas, das Weltauto sprang los. Plötzlich gab es einen Krach. Tobby bremste. Auf der Signalvorrichtung erschien die Nummer 35. Der Verkäufer lief hinzu und sagte: «Hier in der Liste finden Sie unter Nr. 35 den Bestandteil ,Kolben Nr. 3'. Sie brauchen nicht mehr zu suchen. Sie wissen, dass der dritte Kolben ausgewechselt werden muss!» Der Herr grinste freundlich. Tobby meinte aber: «Das Auto ist doch neu? Wie kann nach zehn Metern der dritte Kolben entzwei sein? Das ist etwas schwach für die Lebensdauer!» «Nur ein Trick!» sagte der Verkäufer. «Wie sollten Sie sich sonst vom pünktlichen Funktionieren der Signalvorrichtung überzeugen können? Der Kolben wurde von uns absichtlich beschädigt!... Wir werden Ihnen den Kolben sofort auswechseln!» Es geschah. Tobby stieg wieder ein, grüsste und wollte fortfahren. Da rief der Verkäufer: «Einen Augenblick, mein Herr! Der dritte Kolben ist noch zu bezahlen! Nur der Regiepreis! Fünf Dollar!» «Aber Sie sagten doch —» wollte Tobby seine Antwort einleiten. «Also drei Dollar, mein Herr! Aber nur, weil Sie es sind!» Was spielten drei Dollar für eine Rolle, wenn man noch immer ejn kleines Bündel von Zehndollarscheinen in der Tasche hat! Tobby warf dem Verkäufer zwei Dollar zu, gab Gas und lärmte davon. Er war nun Besitzer eines Welt-Autos. Wenn in Singapore oder in Hollabrunn (Austria) auf der Signalvorrichtung eine Ziffer —. Was war das? Noch fuhr er in Chicago und schon zeigte das Signal die Zahl 467. Tobby bremste, sah in der Liste nach und fand, dass der Vergaser ausgewechselt werden müsse. Mit Mühe kam er bis zur nächsten Welt-Auto-Filiale. Er fluchte wie ein Neger mit einem Sonnenbrand. Er zahlte zehn Dollar und fuhr weiter. Tobby machte den grössten Fehler seines Lebens. Er hätte umkehren, er hätte der Firma das Welt-Auto hinwerfen sollen, dieses unverwüstliche Auto auf Lebensdauer. Er tat es nicht, er fuhr in der Richtung nach Hollywood, wo sein Freund Pastoren spielte. Als er sieben Wochen später nach Kingman, dem kleinen Städtchen in Kansas kam, war von dem ursprünglichen Welt-Auto nichts mehr da. Alle Bestandteile waren bereits durch neue ersetzt; das Bündel der Zehndollarscheine war sehr schmal geworden Tobby war in einer Verfassung, dass er dem Bürgermeister, der des »Weges kam, am liebsten den Hals umgedreht hätte. Aber dieser Bürgermeister, der nicht nur ein Dummkopf, sondern auch ein Freund der Technik war, von der er nichts verstand, trat auf ihn zu und sagte: «Ein schönes Auto, wirklicht Welche Marke? Ah, ein Welt-Auto! Ich sollte doch schon davon gehört haben!... Wo kann man ein solches Auto kaufen ? Mein alter Fordwagen gefällt mir nicht mehr!» Tobby strahlte. Er sagte leise: «Ich bin der Generalvertreter der Welt-Auto- Firma! Ich mache mit diesem Auto in den Staaten Reklame. Wenn Sie wollen, verkaufe ich Ihnen den Musterwagen, aber nur Ihnen, weil Sie so sympathisch aussehen... Ich werde einfach meiner Firma sagen, dass ein Senator den Wagen unbedingt kaufen wollte.» Der Bürgermeister war geschmeichelt und glücklich. Er zahlte 1000 Dpllar und meinte: «Wenn Sie mir den alten Fordwagen abnehmen wollen, Herr! Ich gebe ihn um zwei Dollar her!» So kam Tobby, vom Welt-Auto erlöst, in einem alten Fordwagen nach Hollywood. Bald durfte er neben Jack als ehrenwerter Kirchendiener kleine Rollen spielen. Und da diese fromme Tätigkeit sein Gewissen mahnte, schickte er dem Bürgermeister von Kingman die Liste mit den Nummern der Bestandteile des Welt-Autos.