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E_1948_Zeitung_Nr.025

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24 AUTOMOBIL-REVUE

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Hr. 25 - Bern. 2. Juni 1941 vUrf&zAa&uti^'&ttf dki jdufötn0$#-/&vc€e Kreuz und quer durch das malerische Finnland Der Zauber, der Finnland umwebt, hat etwas derart Eigentümliches, Mysteriöses an sich, dass es sich wohl lohnt, ihm etwas näher auf den Grund zu gehen. Die ersten Eindrücke jedenfalls, die man beim Betreten dieses Landes empfängt, sind, gelinde gesagt, verwirrend. Ich ging im September des vergangenen Jahres mit meinem schwedischen Freund in Turku an Land und erinnere mich — nicht ohne eine gewisse Belustigung — des Pechs, das uns am ersten Tag schon widerfuhr. Wir hatten Stocks holm vier Tage zuvor an Bord einer kleinen, jeden Komforts entbehrenden Jacht verlassen. Da wir während der Ueberfahrt zu zweien Malen in einen jener furchtbaren Stürme hineingerieten, die im baltischen Meer so häufig sind, bedurfte es einer ungeheuren und ständigen physischen Anstrengung, um die höchst ungemütliche Situation zu überstehen. Unsere Kleider waren vom Meerwasser durchnässt und unsere Lebensmittelvorräte derart in Mitleidenschaft gezogen, da?s wir nicht darum herum kamen, einen Gros'steil über Bord zu werfen. Die Streichhölzer weigerten sich hartnäckig, zu trocknen, und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns kalten Kaffee zu Gemüte zu führen. Todmüde und hungrig, hatten wir beim Erreichen der Küste nur den einen Wunsch, in einem Hotel gut und reichlich zu essen und darauf in einem behaglichen Bett unsere matten Glieder auszuruhen. Am andern Tage würden wir dann mit der Bahn nach Helsinki fahren, wo uns das in Stockholm verfrachtete Auto und unsere Koffer mit den warmen Kleidern erwarteten, die wir so sehr benötigten. Es bedeutete daher 'für uns eine arge Enttäuschung, in Turku nichts, aber auch gar nichts von dem vorzufinden, wonach uns so sehr gelüstete. Nach dem intensiven Verkehr und dem amerikanisch anmutenden Reichtum Stockholms erschien uns Turku ebenso traurig wie düster. Hier hat der Krieg seine Spuren hinterlassen, und wenn auch die Stadt von keipem Luftbombardement heimgesucht wurde, so ist ihr Aussehen doch charakteristisch für alle jene Länder, die in den letzten Jahren gelitten haben. Gelb sind die Hausfassaden, die vergeblich einer Renovation harren. In den Strassen herrscht ein minimer Verkehr, denn Finnland fehlen nicht nur die Mittel, um die so dringende Erneuerung seines Wagenparks in die Wege zu leiten, sondern auch die Devisen für die Beschaffung von Benzin und Reifen, um die vorhandenen Fahrzeuge im Betrieb zu halten. Privatwagen bedeuten in dieser Stadt eine Seltenheit. Amerikanische Taxi alter und ältester Modelle, mit farblos gewordenen Karosserien und abgewetzten, zerrissenen Sitzen, beherrschen das Bild. Ausdruckslos sind auch die Gesichter der vorübergehenden Fussgänger, deren Kleidung jede Sorgfalt und Eleganz vermissen lässt. Ein aus Moskau kommender französischer Diplomat bemerkte eines Tages zu einem Finnländer: « Was mich verwundert, das ist die Tatsache, dass hier sämtliche Daktylös gekleidet sind wie die Frauen russischer Generäle •, worauf der Finne meinte: « Gewiss, doch wenn Sie nach Stockholm fahren, so gewinnen Sie den Eindruck, die dortigen Daktylos seien gekleidet wie die Frauen finnischer Generäle. » Was meinen schwedischen Kameraden und mich anbetrifft, so waren wir vom zurückhaltenden Charakter der Finnen recht unangenehm berührt. Des Finnischen unkundig, suchten wir uns in der schwedischen Sprache bei Passanten nach einem Hotel zu erkundigen, doch ohne sich die Mühe zu nehmen, uns ' zu verstehen, geschweige denn überhaupt zu antworten, machten sie sich davon. Schliesslich blieb uns nichts anderes übrig, als resigniert festzustellen, dass für uns ohne Ticket weder die Möglichkeit bestand, uns irgendwo tüchtig satt zu essen, noch ein Hotelzimmer aufzutreiben. So bestiegen wir denn einige Stunden später.— noch immer mit knurrendem Magen und zum Umsinken müde — den Zug nach Helsinki. Autotourismus im Land der 40000 Seen Spezialkorrespondenz der A.-R, Der Wahrheit zuliebe sei allerdings zugegeben, dass ich für diese Enttäuschung wenigstens teilweise die Verantwortung trug. Müdigkeit und Ungeduld sind nicht eben die besten Helfer beim Unterfangen, ein neues Milieu verstehen zu lernen. Vor allem aber gilt es, sich stets vor Augen zu halten, dass es sich bei Finnland nicht, wie bei der Schweiz, um ein Fremdenverkehrsland handelt, wo alles darauf bedacht ist, die Wünsche der Reisenden zufriedenzustellen. Finnland • ist ein an Gegensätzen reiches Land, darin man nicht allzu sehr auf Aeusserlichkeiten abstellen soll. Die finnische Gastfreundschaft ist, das habe ich nachträglich erfahren, keineswegs eine hohle Phrase, doch muss man sich bemühen, sie zu entdecken. Im Grunde genommen sind diese Passanten mit ihren finstern Mienen durchaus rechtschaffene Leute. Die finnische Ehrlichkeit ist sprichwörtlich, und ich zweifelte keinen Augenblick an der Wahrheit der folgenden Anekdote, die man mir erzählte: Ein Fussgänger verliert auf dem Trottoir seine goldene Uhr. Ein anderer sieht das, hebt sie auf, zieht sie auf,' damit sie nicht stille stehe und legt sie auf ein Fenstersims, wo sie ihr Eigentümer am Tage darauf wieder'findet. Nach dem Waffenstillstandsabkommen von 1944 hat sich Finnland wieder auf sich selbst besdhnen, indem es das Schicksal als ungerecht empfand, das man ihm zudachte. Trotz den furchtbaren Folgen der Kriegszeit und der beträchtlichen Reparationen, die es an die Sowjetunion zu leisten hat, beginnt sich das Land langsam zu erholen und versucht, mit allen Staaten, friedliche Beziehungen zu unterhalten. Der Mangel an Devisen macht sich wie andernorts bemerkbar, und so ist auf lange Zeit hinaus nicht damit zu rechnen, das» die Finnen- die Schweiz besuchen, so sehr dies in ihrem Wunsche läge. Dagegen setzen sie alles daran, Ausländer bei sich, zu empfangen, zu welchem Zweck 1 sie die Formalitäten auf das absolut Unumgängliche beschränkt haben. Es genügt vollauf, im Besitze eines Visums zu sein, um in Finnland einzureisen, worauf es jedermann frei steht, sich ohne jede zusätzliche Bewilligung auf finnischem Territorium zu bewegen, wie es ihm beliebt. Irgendwelche Autocar-Unternehmen kennt man dort nicht. Allen Reisenden jedoch, die das IJand im Automobil zu bereisen wünschen, vermag der « Suorhen Automobilisti Klubi» (der finnische b&$K$&fö&&&$$&^§§£3&^&$r Seenlandschaft in Westlappland (Kilpisiärvi). Automobil-Club) wertvolle Dienste zu leisten. Er besitzt in jeder wichtigen Stadt Filialen oder Korrespondenten, die jede nur denkbare Unterstützung gewähren, sofern man sie rechtzeitig verständigt. Durch den Club besteht die Möglichkeit, sich zwei Wochen im voraus Hotelzimmer reservieren zu lassen. Ihm liegt auch die Zuteilung von Oel- und Benzincoupons (20 1 pro 100 km) ob und ausserdem kann man sich seine Post an den Club senden lassen und was dergleichen Dienste am Fremden mehr sind. Während eines Monats habe ich die Strassen Finnlands im Norden und Süden befahren, wobei ich feststellen konnte, dass der Tourismus in diesem Lande nichts mit dem gemein hat, was man sich unter ihm in der Schweiz oder in Frankreich normalerweise vorstellt. Man müsste schon eher von einer gewissen Art Sport sprechen. Allen Anstrengungen zum Trotz,' die Finnland vor dem Krieg auf diesem Gebiet unternahm, ist es weit davon entfernt, über jenen touristischen Apparat, zu verfügen, den man hierzulande als Selbstverständlichkeit betrachtet. Gewiss, bis hinauf zum Polarkreis finden sich verschiedene ultramoderne Hotels, aber der Fall könnte geradesogut eintreten, dass man sich gezwungen sähe, eine Nacht in einer Herberge ohne messendes Wasser oder gar auf dem Polster seines Wagens verbringen zu müssen. Anderseits weist Finnland mit seinen 3,7 Millionen Einwohnern auf einer Oberfläche, die jene der britischen Inseln übertrifft, eine äusserst geringe Bevölkerungsdichte auf. Und in Lappland ist es durchaus keine Seltenheit, dass man eine Strecke von 200 km zurücklegen kann, ohne einer einzigen menschlichen Siedlung zu begegnen. Für abenteuerlich veranlagte Gemüter mag dies seinen Reiz haben, doch darf man die Möglichkeit einer Panne niemals ausschüessen und sollte daher stets über ausreichende Vorräte verfügen; damit man den Postcamion oder sonst ein Fahrzeug abwarten kann. Das Landschaftsbild ist infolge seiner Monotonie und Wildheit ganz dazu angetan, eine gewisse Enttäuschung auszulösen. Redet man von der Schweiz als dem Land der Berge, so erhält Finnland durch seine 40 000 Seen einen besonderen Stempel aufgedrückt. Nichts ist eintöniger und von einer herberen Schönheit zugleich als diese Seen inmitten riesiger Wälder. Den stärksten Eindruck machte auf mich indessen Lappland, wo zahlreiche Touristen, vor allem Engländer, vor dem Krieg ihre Ferien in beinahe völliger Abgeschiedenheit zu verbringen pflegten. Mit besonderem Genuss gibt man, sich an den ah Salm reichen Wasserläufen dem Fischfang hin. Sobald man bei Rovamimi, dort, wo man während vierzehn Tagen im Juni die Mitternachtssonne wahrnimmt, über den Polarkreis hinaus vorstösst, erhebt sich der Erdboden, und man erblickt in der Ferne die berühmten * tunturi •, jene Berge, die sich im Schein der Sonne rösar und purpurrot, ja violett färben. "Nicht weit davon, in Kemijarvi, finden wir die Bahnendstation, und 500 km weiter nördlich erreicht man das Nprdmeer. Vor dem Krieg bestand die Möglichkeit, bis Petsamö vorzudringen, doch haben die Russen seit 1944 wieder Hand auf diesen Landstrich gelegt, den sie seinerzeit den Finnen überlassen hatten. Die Touristen jedoch,