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E_1948_Zeitung_Nr.025

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II AIT0-HASAZ1N Ir.25

II AIT0-HASAZ1N Ir.25 Harry lächelte. «Ich sollte dich ein Prärieschaf nennen, Jack! Ich habe bereits zwei alte Rennautos billig gekauft. Mit einem der beiden werden wir siegehl» «Und mit dem zweiten?» fragte ich. «Mit dem zweiten bewirken wir, dass das eine Auto eben gewinnt Horch nurl Der Erfinder, der in Detroit mit mir die Zelle teilte, ist ein unbeholfener Mensch. Seine Erfindung funktioniert nur in der Theorie. Wenn ich den praktischen Beweis dazu Iiefere.ist er ein geroachter Mensch. Ich habe; ihn überredet, mir seine Erfindung für das Autorennen zu borgen.» , «Welche Erfindung, Harry?» «Welche Efindung? Richtig! Das muss ich dir doch sagen. Also hör zu! Ein kleiner Sendeapparat wird im Auto eingebaut; mit diesem Sender kann man die Motortätigkeit eines anderen Autos, das sich bis zu einer Entfernung von zwei Meilen befindet, so sehr beeinflussen, dass dieses Auto kaum die Hälfte seiner möglichen Geschwindigkeit erreicht. Verstehst du?» «Ich verstehe! Aber dann wird ja auch unser zweites Auto langsamer fahren; wenn ale, langsamer fahren, wie wollen wir den Sieg erringen ? » «Unser Auto, du Prärieschaf, wird eben gegen die Störsendung unempfindlich gemacht. Die Motorhaube wird innen mit einer Mischung von Oel und zerriebenem Pneumatikresten bestrichen ; das hält die Störwellen ab. Nun ? Alles verstanden ?» «Natürlich, Harry! Wenn wir dich nicht hätten! Und John soll nichts davon erfahren?» «Nein, solange er verliebt ist, wird er nicht eingeweiht. Er wird einfach den Siegeswagen fahren. Und wenn er fragt, warum wir die Motorhaube bestrichen ha,ben, sagen wir ihm, das sei ein Mittel gegen das Heisslaufen des Motors. Ein Verliebter wie John glaubt alles. Und nun wollen wir die Anmeldung schreiben!» Wir waren mit den zwei alten Rennwagen nach Palm Beach gekommen. John nahm nur unter der Bedingung teil, dass Bessie mitkommen durfte. Harry war wütend; aber schliesslich fand er sich darein. Er murmelte nur: «Eine Sportsache, bei der eine Frau zu tun hat, ist mir zuwider! Wir werden Pech haben!» Am Morgen des Rennens bestrichen wir die Motorhaube des Autos, das John fahren sollte. John sah neugierig zu und meinte: «Das Zeug stinkt! Wozu das alles?» «Hast du noch nie gelesen, du Prärieschaf, dass der Motor nicht so heiss läuft, wenn —» «Richtigl» sagte John, ohne hinzuhören und warf Bessie einen Blick-zu, der Harrys Finger zur Faust schloss. Aber er hielt sich zurück. Drei Stunden später war der Beginn des Rennens. Ich sass in dem Rennwagen, in dem wir den Störsender untergebracht hatten. Harry schärfte mir noch alles ein, dann begab er sich zu der Koje, in der unsere Ersatzreifen waren. Ich war aufgeregt. Wenn alles glückte und wir das Rennen gewannen, winkte uns der erste Preis im Betrage von 50 000 Dollars. Wir hatten scljon länger nichts mehr verdient; unsere Kasse war ziemlich leer. Was den Start und das Rennen erschweren sollte, war unser Glück; man fuhr nicht auf Zeit, sondern alle Wagen gingen gleichzeitig vom Start weg. Die weisse Fahne senkte sich; die Wagen fuhren los. Ich liess mir Zeit; ich sah, dass Johns Auto knapp Anschluss an die anderen Wagen hatte. Ich fuhr an unserer Koje vorbei; Harry winkte mir aufgeregt, neten ihm stand lächelnd Bessie und kokettierte mit einem Polizisten. Schnurgerade lag die breite Strasse vor mir. Ich schloss die Augen und setzte meinen Störsender in Betrieb. Vor meinem geistigen Auge sah ich bereits die Wirkung: Johns Auto fuhr plötzlich den anderen Autos vor, während diese langsamer wurden. Nervös griffen die einzelnen .Fahrer nach Hebeln und Knöpfen, aber es nützte nichts. Ihre Autos blieben zurück, ja, es war, als ob sie alle in einer Reihe langsam dahinschlichen.~ Wie eine "Reihe marschierender Soldaten kamen sie daher. Ich sah die Aufregung des Publikums, während mein Auto mit dem geheimnisvollen Störsender dieser ausgerichteten Reihe der geschlagenen Autos folgte wie ein treuer Hund. Jetzt aber musste ich die Augen öffnen; die Strasse musste bald eine Kurve haben. Und was sah ich? Ich traute meinen Augen nicht! Vor mir fuhr ein Auto; es war Johns Auto, Johns alter Rennwagen. Und ferne, kaum mehr zu bemerken, sausten die anderen Autos. Und sie fuhren nicht in einer Reihe; wie ich gehofft hatte, sie fuhren, wie es bei einem richtigen Autorennen zu sein hat, einer weiter vorne, einer mehr hinten... Hatte mein Sender einen Fehler? Ich untersuchte die Hebel, die Schaltungen! Alles war in Ordnung. Und jetzt sah ich auch, dass ein Auto, das auf einer Nebenstrasse fuhr, plötzlich langsamer wurde und stehen zu bleiben schien. Es war ein Auto, das nicht an dem Rennen teilnahm, das einen neugierigen Reporter bis zur Kurve bringen sollte. Dieser Umstand bewies mir, dass mein Störapparat funktionierte. Aber warum wirkte er nicht auf die Rennautos ?... Ich zerbrach mir nicht weiter den'Kopf. Als ich bei der zweiten Runde an Harry vorbeikam drohte er mir wütend mit der Faust. Ich zuckte die Achseln... Wir gewannen das Rennen nicht, John wurde Vorletzter, ich Xetzter. Harry fluchte, wie wir ihn noch nie gehört hatten. Er sagte: «Jack, ich erwürge dich! Warum hast du den Störsender nicht bedient ? » «Ich? ich tat, was ich konnte. Er funktionierte! Nur die Rennautos waren unempfindlich.» «Das verstehe ich nicht», schrie Harry; "Da trat John heran und sagte grinsend: «Habe ich nicht gleich gesagt, dass unsere beiden Autos nichts wert sind ? Wie konntest du,, Harry, überhaupt —•/> , ;,;,dv «Schweig, Prärieschaf aller Prärieschafet» John war beleidigt und fragte: ": 'V^^1:. «Wo ist Bessie?» «Bessie? Sie ist mrt einem Polizisteirrerschwundenl Sie lässt dich grüssen nnd lässt dir sagen, dass sie mit einem so schlechten Rennfahrer nichts mehr zu tun haben willl Gerechte Strafet» John seufzte. Da kam der Sieger des Rennens zu uns, schüttelte John die Hand und sagte: «Das war nett von Ihnen, dass Sie mir empfohlen haben, die Motorhaube mit diesem merkwürdigen Gemisch zu bestreichen! Mein Wagen fuhr wirklich tadellos, fast besser als sonstl Und da ich mich erkenntlich zeigen will, nehmen Sie von dem Preis, den ich erhielt zehn Prozent! Hier, mein Herr, sind 5000 Dollar!» Er lächelte und ging. .Harry starrte John an. «Es gibt Deutschschweizer und Ausländer, die in ihrem -Wagen die Gerade von Bellinzona über Giubiasco nach Cadenazzo mit einem guten ,80er 1 nehmen, den Monte Ceneri hinanklettern, im Schuss an Rivera, Taverne und Cadempino vorbeirasen und sich in Lugano vor einem Cafe in einen Strohsessel werfen und beim Anblick des San Salvatore und der blühenden Magnolien gestehen: ,Hier bin ich Mensch! — Fröölein, gänd mer no en halbe Nostrano...' Dann wartet man auf den Abend und auf die glitzernden. Lichter, wirft einen kurzen Blick zu den Sternen empor und landet je nach Laune und Portemannaie in einem Dancing, in einer Bar oder in einem ,Frässbeizli'. Man fühlt sich wohl zufrieden, prosaisch, und teilt das Glück mit all den andern, die mit der Bahn oder dem Velo nach der ,Citta d'amore' gekommen sind, um ein paar herrliche Tage unter Tessinern im Tessin zu erleben.» Freunde des Nordens! Wie Shakespeare Hamlet sprechen lässt «Sein oder nicht sein, das ist die Frage», so könnte ich die Frage zu obiger Einleitung etwas abgeändert stellen: «Wahr oder unwahr, das ist die Frage.» Ein alter Tessiner, Grotto-Wirt bei San Simone, hat mir vor Jahren in diesem Ton von den Deutschschweizern erzählt und etwas ironisch beigefügt, die Liebe der Deutschschweizer und Ausländer zum Tessin gehe durch den Magen. Dabei hat er gelächelt, wie-der. gute alte Pippo buono, der das Lachen innig;Hebte und -sich das Lächerliche voller Demut auferlegte, und ich wusste nicht, ob er mich zum' Narren halten wollte oder* aus tiefem Herzen zu mir sprach. Doch lassen wir den Alten und all jene, deren Liebe, zum Tessin nur in. Weinkrügen - und auf Salamitellern lebt und machen wir es wie jene Tessiner, die abseits der staubigen Strassen ihre Wege gehen. Locarno. Ruhe und Erholung. Nur auf einer Strasse Verkehr. Sie führt von Gordola über Minusio nach Locarno und teilt sich dann etwas ausserhalb von San Antonio nach Ascona oder hinein ins Tal der Maggia. Es scheint,als ob die Menschen um Locarno dieser Verkehrsstrasse entfliehen woHen, desn sie bauen immer mehr «Du hast Ihm gesagt, er soll die Motorhaube anstreichen ? » John sah dumm vor sich hin und sagte: «Ja, ich habe es ihm und allen anderen auch gesagt. Sie beschmierten Ihre Motorhauben... Warum hätte ich es nicht sagen sollen ? Ich halte ja von derlei Anstrichen gar nichts! Mein Wagen ist trotz des Anstrichs der vorletzte geworden... Nun ? Warum blickst du so schrecklich, Harry ? » Harry biss die Zähne zusammen. Er griff in die Tasche Johns und zog die 5000 Dollar heraus. Er sagte mit fürchterlicher Stimme: «Das ist die Strafe! Die weiteren 45 000 Dollar, die wir verloren haben, werden dir auch noch abgezogen werden, du Prärieschai!» Tessiner Frühlingsfahrt und mehr ihre Häuser an die Sonnenterrasse: Trinita, Orselia, Brione. Aber mit den Häusern ist doch noch eine gute Strasse entstanden, die in weitausgeholten Kehren nach Orselina führt. Link« liegt die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso, ein in Formen der Neurenaissance gehaltener Bau, dessen Inneres ein reich stuckierter Frühbarock verkündet Tausende und Abertausende sind nach hier gekommen, um u.a. eines der bekanntesten Gemälde Antonio Ciseris, die «Grablegung Christi», zu bewundern. Oder sie sind von hier über Orselina nach der Einsiedelei des S. Bernardo hinaufgestiegen, um die Wandmalereien, frei nach Luini, zu sehen. Es gibt hier im Tessin so viele Kunstschätze und Orte, von denen der rastlose Wanderer fast nichts weiss, oder die er einfach links liegen lässt Und so wissen auch manche, die in Locarno weilen, nicht, dass man über Orselina und Brione auf einer schmalen, aber noch recht guten Strasse nach einem reizenden "Nest im Val Verzasca ge- GletSCl) Schöne f enen im Schönweiterlandl Juntl Meine andere Jahreszeit vermag tet« der Juni tu geruhsamer Wanderung auf einsamen Waldwegen etniuladen. Lötschberg-Rundreise Berner Oberland — Wallis — Genferste Hotel Bhonerletfcher nad BeWeder« «ein Aufenthalt lohnt sich». Dinn Botel üfeuhorn, 1384 m Idealer ferienort, Dlllll Tannenwälder und Wiesen. Gute bürgerliche Küche. Pausch.-u. Familienarrangements. Pens. ab Fr. 13.60. Tel. SOS. Farn. G. Schmid. Prop. 1400 m Hotel Crolz d'Or * Poste Erstes Haus am Platze. Ausflüge und Spaziergänge. Sorgfältige Küche. Gebr. Werten. 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Kr. 25 Jansen kann: nach Mergoscia. Mergoscia ist ein typisches Tessinerdorf, wo man unter anderem auch Wert auf einen guten Tropfen, der hier an der Sonne wächst, legt. Wenn wir schon beim Wein sind, so wäre mancher Kenner, der schon einmal in Ponte Brolla, fünf Fahrminuten von Locarno entfernt, weilte, erbost, würde darüber kein Wort verloren werden. Hier bekommt man einen weissen, frischen, herrlichen Nostrano zu zarten Forellen. Hier «reilen auch die Sportsfischer, wo ihnen zwischen den grossen Steinplatten manch guter Fang zuteil wird. (Und schon habe ich mich ertappt. Der gute Grotto-Wirt hat also doch recht! Wenigstens ein Stück weit, denn Forellen und Nostrano gehören ins kulinarische Gebiet, das wir doch gar nicht streifen wollten— aber eben, einen -weissen Nostrano gibt es nicht überall in der Welt, und wenn man schon von Ponte Brolla sprechen muss, so soll auch dieses Weinwunder schlicht beigefügt werden.) Von Ponte Brolla gelangen wir ins Maggiatal hinein. Eine etwas holperige, aber interessante Fahrt. Wir fahren etwas leicht erhöht über dem Fluss, dessen wilde Wasser sich durch die Felsen zwängen und wo halsbrecherische Lauben an alten Häusern kleben. Ein Stück Romantik, abseits dem Verkehr. * Drei Fahrten gehören zu meinen schönsten, immer wiederkehrenden Erinnerungen. Von Ponte Brolla nach Camedo, von Ponte Brolla nach Russo, und von Ponte Brolla zurück über Losone, Arcegno, Ronco nach Brissago. Camedo liegt weit hinten im Centovalli. Die Strasse ist nicht mit Steinen belegt und es stäubt ordentlich, wenn wir sie über Intragna hinansteigen. Intragna überrascht uns mit seinem grossen Kirchturm, den die Steinmetzen Peduzzi und Torelli im Jahre 1765 bis 70 Meter (!) hoch gebaut haben. Daneben finden wir in der Kirche guterhaltene Malereien von Giuseppe Pedrazzi und in der Kapelle auf dem Monte d'Intragna ADTO-HASAZR Fresken aus dem 15. Jahrhundert — Die Fahrt führt uns hoch über den halsbrecherischen Brücken vorbei, über die der Tessiner nur geht, wenn er sich bekreuzigt hat. Tief unten liegt der blaue, ruhige Fuss. Ein herrlicher Anblick! Wir sind etwas erstaunt, dass wir auf der ganzen Fahrt nur den Fluss und reiche Tannenwälder sehen, aber keine Häuser und Ortschaften finden. Und doch ist auf der Karte dieser und jener Ort verzeichnet. Sie kleben hoch droben, über der Strasse, von Bäumen und Felsen verdeckt, abseits allen Verkehrs. Nur eine kleine, weisse Osteriä liegt in einer Kehre, und sie erinnert uns an alte Tage. Camedo ist Grenzstation. Hier warten die Wagen und hier wartet auch die Bahn, ehe sie .weiter nach Santa Maria hinunterfährt. Dort unten "zweigt eine Strasse, die sich den Bergen entlang windet, ab und führt nach Canobbio und zurück nach Brissago. Viele, die in Camedo weilten, sind dann die Strasse zurückgefahren, um noch einmal dieses stille Tal mit den Brücken und dem blauen Fluss zu bewundern.. Man muss sich hier Zeit nehmen. Die Landschaft verdient es, dass man den Blick von Zeit zu Zeit auf sie richtet. - Wer kennt nicht das Onsernonetal? Das Tal der Tessiner-Strohflechter? Einst hatten sie gute Tage, die Menschen hoch droben in Rüsso und Comologno. Das ganze Tal und die Meiensässe waren gelb. Hier wurde Stroh verarbeitet. Geflochten. Gewaschen, auf Wagen verladen. Hinunter, nach dem «borgo», wie man einen Marktfleck im Volksmund heisst, gebracht. — Heute ist fast alles leer. Grün sind die Weiden, grün die Matten. Aber da und dort beginnt' man sich wieder an die alte Industrie zu erinnern und im kömmenden Sommer wird jede zweite Frau, die im Tessin weilt, einen Strohhut aus dem Onsernonetal tragen «müssen». —Karl Victor von Bonstetten (1745—1832), ein liberaler Patrizier, lernte im Auftrag seiner amtlichen Stellung die Tessiner Landschaft kennen, und der Berner sagt vom Onsernonetal in einem seiner Briefe: «Da im ganzen Tal nur ein Fusssteig ist, so ist nichts belebter wie diese Flussstrasse durch den paradiesischen Garten, wo die entfesselte Natur mit allen Grazien ihrer ursprünglichen Freiheit ganz jugendlich alles belebte. So unvollkommen ist die Kultur in diesem Tal, dass ich ein Weib gesehen habe mit einer dreizakkigen eisernen Gabel den Rasen aufkratzen, während ich nicht weit in diesem Tal Vater und Mutter einen Pflug ziehen sah, den ein Kind führte...» (Aus W. A.Vetterli, «Früher Freund des Tessins».) Heute führt eine rechte Strasse das Tal hinauf, und es gibt Leute, die behaupten, all jene, die im Tessin weilen und keinen Fuss ins Onsernonetal setzen, würden die Schönheit der Tessiner Landschaft nicht voll in sich aufnehmen können. Nun, es mag sein. Wir treffen hier keine Blüten und Magnoliensträuche. Dafür aber eine üppige Vegetation, aus der die typischen Tessinerortschaften wie weisse Zinnen leuchten. * Wir fahren nach Brissago. Aber nicht hin und" zurück dem See entlang. Wir nehmen die Strasse über Losone und Arcegno, ein Dorf, das mitten im Heidekraut liegt und teilweise verfallen ist. Bald sind wir bei der alten Mühle, wo der deutsche Kunstmaler Henninger seit vielen Jahren lebt und wirkt, und bald darauf hoch über dem See auf der alten Römerstrasse, die sich gegen Ronco zieht. Ronco selbst ist einer der schönsten, malerischen Orte der Welt, eine Sonnenterrasse, wo sich im Frühling ein buntes Blühen offenbart. Hier oben kann man noch in aller Stille die Metamorphose der Natur erleben. Hier oben soll nach alten Erzählungen schon einer der Cäsaren mit seinen Legionen in der «Frühlingsfrische» geweilt haben, und auf der Alp Calzo Lugano und San Salvotore, vom Monte Bre aus gesehen. sollen die schönsten und reichsten Weinberge gestanden sein. Aber mit der Pest zog es die Leute von Ronco auch fort, hinunter nach Florenz, wo noch ihre Namen leben. Heute ist Ronco ein stiller Ferienort, einer der schönsten Aussichtspunkte am Lago Maggiore. Von hier führt eine sehr gute Strasse nach Porto Ronco, das unten am See liegt und von hier weiter nach Brissago. — Zurück fahren wir dem See entlang nach Ascona, das sich in den letzten Jahren zu seinem Nachteil verändert hat. Es ist moderner geworden. Man hat die Strasse erweitert und einen guten Parkierungsplatz angelegt. Aber, wie gesagt, damit hat Ascona von seiner heimeligen Atmosphäre etwas eingebüsst. Man sagt mit Unrecht von ihm, es sei ein Babylon, ein moderner Fremdenort. In den stillen Gassen und Winkeln lebt noch das alte Ascona, dort weilen noch die Fischer und Weinbauern. Und wenn es viele Menschn gibt, die glauben, es sei gegen die Gesetze der guten, bürgerlichen Erziehung, wenn man in Ascona gesehen würde, so kann dazu nur gesagt werden: «Wie es überall Sonne gibt, wenn man den Schatten meidet, so gibt es überall fröhliche, glückliche Menschen, unter denen man weilen kann, wenn man es versteht, sich abseits der «Ausgelassenen zu halten». Wer in Zürich weilt, schüttelt den Kopf, wenn man ihm weise machen will, wie lasterhaft Ascona sei. Es ist besser als manche Grossstadt; und all jene, die es einst berühmt machten, und den Berg über ihm, den Monte Veritä, zu ihrem Gott erhoben, weilen teilweise längst in einer anderen Welt oder leben nur noch in einer Erzählung, die mit den Worten «Lang, lang ist's her...» beginnt. I * In Ascona sind wir zu Hause. Malereien finden wir aus dem 16. Jahrhundert in der Kirche D5e Umwälzung im Haushalt: , und Geschirrabwasch-Maschine - ~» «Unbeschwert» photographieren Sie mit der leichten, kleinen und handlichen Univarsitatsstr. 69 Tel. (091) SB 0317 ein ausgezeichnetes Voigtländer-Fabrikat, mit der hohen optischen Leistung 1:3,5 gibt 18 oder 36 scharfe BiJder, in schwarz-weiss oder farbig Bitte »enden öl« mir den Thor • Prospekt. Bei Ihrem Photohändler! Preis inkl. Bereitschaftstasche und alle Steuern Fr. 402.25 Name; An Buseo A.G., Universitätsstrasse 69, Zürich 6