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E_1948_Zeitung_Nr.030

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18 AUTOMOBIUtEVUE

18 AUTOMOBIUtEVUE MITTWOCH, 7. JLLI 1918 - Nr. 30 BRIEFE DER LESER AN DIE A.-R. Briefe über allgemein interessierende Fragen werden gerne zur Veröffentlichung entgegengenommen. Sie sind möglichst kurz zu fassen und an die Redaktion der « Automobil - Revue », ßreitenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eines Pseudonyms ist gestartet, wenn der Redaktion Name und Adresse des Absenders bekanntgegeben werden. Autofalle Horw-Kastanienbaum? Kürzlich wurde die «Automobil-Revue» vom Statthalteramt Luzern-Land mit Fr. 20.— gebüsst, weil ein Mitarbeiter in Nr. 23/1948 der «A.-R. » in einem Tourenvorschlag geschrieben hatte, die sog. verbotene Strecke Ka6tamenbaum-Winkel sei nicht « besonders bussengefährdet ». Er stützte sich dabei auf die Tatsache, dass dieses Strassenstück täglich, -namentlich sonntäglich, von vielen Automobilisten befahren werde, die in der Regel im Hotel Kastanienbaum oder St. Niklausen einkehren. Der Zufall wollte es auch, dass die Redaktion von den beigelegten Photos ahnungslos zwei von diesem idyllischen Seeweg auswählte. Immerhin war dieser aber in der Tourenskizze punktiert eingezeichnet. Das Statthalteramt Luzern-Land erblickte jedoch darin eine «Aufforderung zum Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen»! Selbstverständlich besteht grundsätzlich das Fahrverbot. Aber man soll doch im « Jahre der Besinnung » nicht so kleinlich sein, Schliesslich feiern wir ja gegenwärtig den hundertjährigen Bundesstaat und nicht die hundertjährige Bürokratie! -ö- 1899 kaufte ich meinen ersten Wagen Einer unserer Abonnenten, der als Automobilist in Ehren grau geworden ist, kramt in einem Brief ein paar Reminiszenzen aus den Anfängen seiner automobilistischen Karriere aus. «Meinen ersten Wagen», schreibt er, «kaufte ich im April 1899 von der Firma Weber in Uster. Der liegende Motor war im Heck angebracht, wobei die Kraftübertragung durch einen Riemen erfolgte, der die Eigenschaft besass, oft und gern zu reissen. Der Wagen hatte die Form eines « Chaisli », d. h. die beiden Vordersitze waren so angeordnet, dass die Passagiere dort mit dem Rücken zur Fahrrichtung fuhren. Zu Hupen brauchte ich nicht, denn der Motor machte allein genug Spektakel, und viele in St. Gallen nannten ihn nur den « Kochherd ». Nach einigen Stunden Fahrunterricht gondelte ich allein, bei heftigem Schneetreiben, nach St. Gallen. Täusche ich mich nicht, so war ich der zweite Automobilbesitzer in der Ostschweiz. Was für eine Einstellung die Polizei damals gegenüber dem Automobil an den Tag legte, mag die Busse beweisen, welche mir die Gemeinde Trogen aufsalzte, weil ich von Trogen nach Wald zu rasch um die Kurven gefahren sei. Zu rasch... und dabei machte mein Wagen auf jenen Steigungen höchstens 15—20 km/h. Verkehrsvorschriften für Autos gab es damals zwar noch nicht, so dass die Busse widerrechtlich war; doch was verschlug's schon? Uebrigens war eine Ausfahrt ohne Panne eine Seltenheit, und oft geschah es, dass ich mit Ach und Krach erst gegen Mitternacht nach Hause kam. Für diesen Wagen bezahlte ich seinerzeit 7200 Fr.; doch verkaufte ich ihn, ohne grO6se Abschiedsschmerzen zu empfinden, für 2500 Fr. Sein Nachfolger war ein 2-Zylinder-Clement-Bayard. Heute habe ich meinen siebenten Wagen — wieder einen Mercedes! Vermutlich als Erster habe, ich, beiläufig bemerkt, den Klausenpass im Auto « traversiert». Kurz darauf wurde die Strasse für Automobile gesperrt. 1910 tat ich mit meinem neuen 10-PS-Mercedes, den ich zehn Tage zuvor geliefert erhalten hatte, beim Bergrennen Rheineck—Walzenhausen mit und landete unter 39 Konkurrenten auf dem dritten Platz des Gesamtklassements, obwohl ich die Strecke nur einmal rekognosziert hatte, während andere bis zu zehn Trainingsfahrten absolvierten. Als eifriger Alpinist und Bewunderer der Berge habe ich mehrere hundert Alpenpässe bis annähernd 3000 m Höhe in allen Herren Ländern befahren. Noch heute macht es mir, trotz meines hohen Alters, Spass, am Lenkrad zu sitzen. J. H. Den motorisierten Strassenrowdies ins Stammbuch Am Freitag, dem 18. Juni 1948, befand ich mich auf der Heimfahrt aus dem Entlebuch in der Richtung Luzern. In Wolhusen ist die Barriere geschlossen; vor mir steht ein Amilcar mit französischem Nummernschild. Der hintere rechte Kotflügel ist stark demoliert, offenbar die Folge einer kürzlichen Kollision. Wie sich nach der Durchfahrt des Zuges die Barriere öffnet, entschwindet der Wagen, wie von der Sehne geschnellt, nach einigen Sekunden meinen Blicken. Seine Geschwindigkeit beträgt vermutlich über 100 km; zudem regnet es, so dass ich mir überlege, meinen Wagen einen Moment am Strassenrand zu stationieren, bis die Sicht auf die Strasse wieder besser ist. Nach dem Passieren von Malters, ungefähr auf der Höhe des Dorfes Littau, erblicke ich den erwähnten Amilcar ca. 15 m abseits der Strasse in der Wie6e draussen, nachdem er einen Betonpfosten, wie 6ie dort längs der Strasse angebracht sind, sowie eine Telephonstange glatt wegraeiert hat. Vor den Trümmern des Wagens steht die Fahrerin mit ihrem Hund, ohne die geringste Verletzung! Der Wagen hingegen 16t buchstäblich in drei Stücke zerrissen; die Vorderradachse 6amt Kühler liegt an einem Haufen» der Motor ist beim Getriebegehäuse abgetrennt, und der Hinterteil des Wagens führt gleichfall« ein diges Dasein. Der Unfall ist m. E. einzig auf das zu schnelle Fahren zurückzuführen, da die Führerin in diesem Regen und bei derart übersetzter Geschwindigkeit das Fahrzeug nicht mehr in der Hand hatte. xyz. (Auf derselben Strasse ereigneten sich übrigens binnen nicht einmal 48 Stunden noch drei weitere Unfälle, wobei indessen wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde. Durchwegs gerieten die Wagen ins Schleudern und landeten K zum Teil sich überschlagend, in der Wiese. Wenn das kantonale Polizeikommando Luzern in 6einer Meldung hierüber als Ursache dieser auffälligen Häufung gleichartiger Unfälle zu hohe Geschwindigkeit annimmt und daran die Warnung knüpft, bei nasser Strasse das Tempo entsprechend herabzusetzen, dann hat sie damit ihr Urteil wohl kaum voreilig gefällt, aber es entbehrt trotzdem nicht des Interesses, daS6 6ich daraufhin im « Luzerner Tagblatt » ein Einsender zum Worte meldete, dessen Darlegungen, weil 6ie diese Unfallserie noch von einem anderen Gesichtspunkt aus beleuchten, hier ebenfalls wiedergegeben seien, ohne dass wir die Führer der vier Unfallwagen etwa exkulpieren möchten: «In der Mitteilung des Kantonalen Polizeikommandos wird die Ursache der vier Autounfälle, die BÜCHER Die schönen Schweizer Alpcnstrassen (verlegt von Bruno Wagner, Zürich und Baden-Baden). Zu der bereits existierenden Literatur über unsere Alpenstras6en, die mit dem' Aufschwung der Autotouristik von neuem wieder ins Blickfeld des Wanderers per Rad treten, gesellt sich mit diesem Buch eine Publikation, die vor allem durch ihren reichen Bildschmuck gefällt. Michael Wolgensinger, der bekannte Photograph, hat dazu 31 Aufnahmen von teilweise sehr starker Eindruckskraft und prächtigem Stimmungsgehalt beigetragen, wiewohl nicht eine jede der 22 im Text behandelten Passstrassen auch im Bild erscheint. Mit geschickter Standortwahl erreicht er mitunter überraschende Effekte. In der Schilderung der einzelnen Strassen weiss der Verfasser, Bruno Wagner, Geschichtliches mit Geographischem, Natur- und Volkskundlichem und mit kunsthistorischen Hinweisen bei aller Sachlichkeit des Stils zu in sich geschlossenen Darstellungen zu runden. Leicht wirkende Federzeichnungen, welche das Satzbild umrahmen, ergänzen und beleben die graphische Gestaltung. Ein neuer Routenführer der PTT. In der Reihe der PTT-Routenführer ist ein neues Werkchen dieser Art erschienen, das Gurnijjel-, Gantrisch- und Schwarzenburggebiet umfassend. Vor allem-*ind es die-Einzeldarstellungen über Land und Leute, Geschichte, Geologie, Flora sich auf der schnurgeraden Strecke der Kantonsstrasse zwischen Blattenbrücke und Thorenberg ereigneten, ausschließlich der zu hohen Geschwindigkeit zugeschrieben. Wir hatten seihst Gelegenheit, an jenem Freitag und Samstag auf der nassen Strasse Richtung Luzern zu fahren. Wir mässigten in Anbetracht der bereits bekanntgewordenen Unfälle unser Tempo und waren nicht wenig überrascht, feststellen zu müssen, dass wir trotzdem die Herrschaft über den Wagen kaum behalten konnten. Trotz guter Reifen stellte er 6ich sofort quer zur Strasse, sobald das Gaspedal nur unbedeutend bewegt wurde. Ohne für die vier verunfallten Autolenker Partei ergreifen zu wollen, möchten wir doch die Frage aufwerfen, ob es nicht angebracht wäre, dass das kant. Baudepartement diesen Strassenteil einmal einer genauen Prüfung unterzieht. Wie wir uns sagen Messen, soll es vorkommen, dass mit der Zeit der Teer — der für Ausbesserungsarbeiten in die Löcher der Strasse gegossen wird — gewisse Ausscheidungen aufweist, die bei Regen direkt eine ernste Gefährdung selbst des vorsichtigsten Automobilisten hervorrufen können. Sollte diese uns gegebene Erklärung zutreffen, dann könnte 6ich wegen mangelhaften Unterhalts der Strasse für unsern Kanton eine Folge unliebsamer Haftpflichtfälle ergeben. ») usw. sowie viele prächtige Illustrationen, was der Publikation weit über das Touristische hinaus Gewicht verleiht. Besondere Abschnitte richten sich auch an die Fusswanderer, Bergsteiger und Skitouristen. In der zerschrundeten Gantrischkette wird Gipfel um Gipfel ausgiebig nach allen Richtungen für den sommerlichen und winterlichen Bergireund geschildert, und entsprechend verstanden es die Verfasser, dem Leser alle andern Regionen des mannigfaltig gegliederten Ländchens nahezubringen. Fahr-Theorie, von J. Brunner (Fahrlehrer der Firma Saurer). Bei der ständig zunehmenden Verkehrsdichte und den damit verbundenen Gefahren für die Automobilisten ist es selbstverständlich, dass an den Prüfling dementsprechend höhere Anforderungen gestellt werden. Als eine willkommene Hilfe für den angehenden Automobilisten darf das soeben im Verlag Alex Mumenthaler, Arbon, erschienene Bändchen des Fahrlehrers J. Brunner (Fahr-Theorie) angesprochen werden. Die Antworten auf Fragen über die Verkehrsvorschriften sind kurz und klar und beruhen auf langjähriger Strassenpraxis. Wer sich auf die Fahrprüfung vorbereitet, findet darin alles, was er wissen muss. Aber auch der Routinier kann sich in Zweifelsfällen Rat daraus holen. Die Illustrationen erklären die technischen Vorgänge der verschiedenen Organe de« Wagens. Vier Seiten mit farbigen Verkchrssignalen sowie ein Verzeichnis der schweizerischen Bergstrassen, Distanzen, internationale Kennzeichen und Fahrvorechriften vervollständigen das handliche Bändchen. AKTIENGESELLSCHAFT WERKE IN Ll EBEFELD - BERN ZÜRICH-BASEL-LAUSANNE Wir fabrizieren und liefern: womit 1 wir von der kleinsten Spe Anlagen mittelst Acetylen- Dissous oder Karbidapparat Komplette Sauerstoff- und Acetylen-Verteilanlagen für Gross-Schweissbetriebe. Schweisspulver- Zusatzmaterialien. Zubehör. V. Tognazzo - Automobile

Nr. 30 - MITTWOCH. 7. JULI 1948 AÜTOMOBIL.REVÜE * ^Ar* ** * * * * * + * * Auf Ihren Reisen, in den Ferien... Unterhaltung schützt vor Ermüdung! Autoradio hält das Reaktionsvermögen des Fahrers wach und schützt ihn so vor Gefahren. DER NEUE PHIUPS-AUT0RA010 (st nach ganz neuen Ideen entwickelt und weist wesentliche Vorteile auf) f. Kleine Abmessungen • einfache Montage 2. Mittel- und Langwellenbereich 3. Kräftige, naturgetreue Wiedergabt 4. Niedriger Stromverbrauch verwenden Sie immer CALTEX MOTOR OIL und CALTEX MARFAK Chassisfett Sie bieten sicheren Schutz auch bei höchster Beanspruchung. nächster Oelwechsel mit: CALTEX OIL AG. BASEL Mineralölprodukte für Höchstleistungen Dasn PHILIPS-AUTORADIO Modell 194& IST fnYkoniesstanterten RadlofachgeschSft und bei Qar^geji.yjijJ Autozubehör-Firmeo erhältlich. Preis Fr. 495." fe«Cl. eldg. Steuern an« Montage] Eine Sensation I PROM Stosstangen Die meistgekaufte Kerze der Welt, konstruiert auf Grund 40jähriger Erfahrung Di© Seiten-Elektrode Ist ängeschweisst, nicht bloss genietet. Gewährleistet beste Hitie-Ableitung vom ZUndköpf und verlängert so die .Lebensdauer. die neue Universalpasta Unentbehrlich Garantiort stets saubere und gepflegte Hände, auch nach der schmutzigsten Arbeit am Wagen Ohne Wasser und Seife Tuben zu Fr. 2,75 und 4,75 + Wust Erhältlich in Drogerien und Apotheken oder bei Ihrem Garagisten En gros für die Schweiz: im Auto in der Garage 0. LEGERET S.A., MONTREUX Pneuwechseln ein Kinderspiel! Nicht unter den Wagen kriechen - einfach Heber an Stosstange ansetzen, aufrecht stehen und heben mechanische Ausführung WEWERKA ZÜRICH 8, Kreuzstrassß 38 Telefon (051) 241626 Filialen in Bern und Lugano PFLEGEN Sie Ihr Aufo nur mit Alpha-Lack- Regcncrator Verwenden Sie nur Alpha, Sie überzeugen. Komplette Packung Fr.42.- H. Schawaldcr Wartstrasse 12 Wintcrthur P'NEUS für alle Traktoren Camions, Autos Motos, Velos Nagelschutz, Manchetten Reparaturen Pneuhaas FISCHER AG. GRENCHEN Bielstr. 4, Tel. (065) 8 55 21 Hydraulischer Typ Fr. 76.— Erhältlich in Garagen - en gros durch