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E_1948_Zeitung_Nr.032

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KUT Die rto-di.^cn-. REVUE Nr. 32 - BERN, Mittwoch, 21. Juli 1948 GctBßG SaUSßiS Nummer: 30 Rp. S"«® ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Schweiz) ABONNEMENTS-PREISE: Eine Woge der Empörung und schärfster Verurteilung ist wohl auch durch die Kreise aller anständigen Automobilisten gegangen, als sie die Kunde von dem schweren Verkehrsunfall vernahmen, der sich in der Nacht vom 11. auf den 12. Juli unweit Mülenen ereignete und wobei durch das unglaublich verantwortungslose Verhalten eines «Automobilisten» der Fahrer eines am rechten Strassenrand stehenden anderen Wagens getötet und ein Mitfahrer schwer verletzt wurde, währenddem der Urheber, als wäre nichts geschehen, weiterfuhr und erst am folgenden Vormittag durch die polizeiliche Fahndung ermittelt werden konnte. Solche Vorkommnisse rufen, weil sie die ganze Automobilistengemeinde und damit auch die weit überwiegende Zahl der korrekten und gewissenhaften Fahrer in Verruf bringen, in unseren Reihen mit Recht Entrüstung hervor. Immer wieder erhebt sich dabei die nur allzu verständliche Frage: Wer war es? Und die Oeffentlichkeit hat auch, 60 will uns scheinen, einen Anspruch darauf, den Namen solcher Uebeltäter zu erfahren, wenigstens wenn dessen Schuld so eindeu''g erwiesen ist wie im vorliegenden Fall. Wir sind denn auch der Sache nachgegangen und haben dabei die Auskunft erhalten, dass der Täter in der Person von Ammeter Fritz aus Mülenen ermittelt worden ist. Nach unseren Informationen hat er an jenem »Jachmittag mi* Freunden eine Spritzfahrt unternommen, wobei vermutlich auch dem Alkohol zugesprochen wurde. Der Unfall spielte sich so ab, dass die Insassen des in Richtung Spiez fahrenden Unglückswagens ihr Fahrzeug dicht am rechten Strassenrand — mit vorschriftsgemäss abgeblendeten Lichtern — anhielten, um eine Pneupanne hinten links zu beheben. Die beiden Mitfahrer waren damit beschäftigt, das Rad auszuwechseln, wobei der eine, Strodl, aof der Wagenseite stand, wiähhalbjährlkh Fr. 6.30 jährlich Fr. 12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION: Breitenrainstr.97, Bern Telephon (031)2 82 22 • Postcheck III414 • Telegramm-Adresse: Antorevne, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenetrasse 51, Zürich 23. Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grandzeile oder deren Raum 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlns» Freitag 12 00 Uhr Renortascn der «A.-R.» Der Sieger am nationalen Slalom-lance in Luzern Erlebte Verkehrszählungen Bei der Verteidigung seiner Interessen ist dei Motorverkehr durch Lücken in der objektiver Dokumentation behindert und darum beruht die Einschätzung seiner volkswirtschaftlichen Bedeu tung häufig mehr auf gefühlsmässigen Schätzungen als auf exakten Zahlen. Gegenwärtig scheint allerdings das Problem «Strasse—Schiene» aus dem einfachen Grunde nicht akut zu sein, weil die Bahnen in einem Masse von der Hochkonjunktur profitieren, das die Autokonkurrenz gar nicht spürbar werden lässt. Darin ist bereits die Tatsache enthalten, dass der Strassenverkehr an siel eben vorwiegend ergänzender, zusätzlicher odei neuer Verkehr ist, der die öffentlichen Transportmittel wettbewerbsmässig teilweise gar nicht berührt. Eindeutig steht fest, dass sich der Bestand, insbesondere an Nutzfahrzeugen und Motorrädern, gegenüber der Vorkriegszeit beträchtlich erweitert hat. Die Vermehrung der Fahrzeuge wirft nun die Frage auf, ob und in welchen Proportionen auch die mittleren Fahrleistungen eine Ausdehnung erfahren haben. Damit hängt die weitere Frage zusammen: Wie verteilt sich regional das Anwachsen des Verkehrsvolumens? Generell unterliegen nämlich alle Verkehrseinrichtungen im Laufe der Zeit gewissen Strukturänderungen, die hauptsächlich durch die Wanderbewegung der Bevölkerung ausgelöst werden. Die rein optische Wahrnehmung, wonach der Fahrrad- und Motorfahrzeugverkehr auf einzelnen Strassen stark angeschwollen ist, genügt für die Planung von Strassenaus- und Neubauten nicht; nur statistische Ermittlungen können zuverlässige Angaben für die Dimensionierung liefern. Zwei verschiedene, jedoch eng zusammenhängende Beweggründe haben das Programm für die dritten schweizerischen Strassenverkehrszählungen bestimmt, die seit dem Frühjahr im Gang sind. Zu der reinen Registratur der Qualität, die das Bedürfnis nach Erweiterung, Korrektion oder Ergänzung (durch Fahrradstreifen) eines bestimmten Strassenzuges eindeutig erkennen lässt, ist zum ersten Male noch der Versuch hinzugekommen, auch die Eigenschaften des Strassenverkehrs, die seine wirtschaftlichen Funktionen zum Ausdruck bringen, zu erfassen. Das interessante Experiment, auf Grund der Herkunft der Motorfahrzeuge ein zuverlässiges Bild über deren durchschnittlichen Aktionsradius aufzuzeichnen, bewog die Redaktion der «AR», unter Führung des sachkundigen Sekretärs der Vereinigung Schweiz. Strassenfachmänner, Dr. E. Vogel, als Beobachter in den Kantonen Zürich, Aargau, Luzern und Zug die erste Spezialzählung Bei dieser differenzierten Zählung werden alle Motorwagen (Personenwagen, schwere und leichte Lastwagen sowie die Cars) der 6ieben Kantone Zürich, Bern, Basel-Stadt, St. Gallen, Aargau, Waadt und Genf gesondert rubriziert. Daneben wird wie an den andern elf Zähltagen die konstante Dreiteilung in eigene, ausserkantonale und ausländische Fahrzeuge beibehalten. Ueberall erhielten wir von den Wegmachern oder Polizisten, die zu dieser statistischen Arbeit abkommandiert waren, die Auskunft, das Ablesen der Kennmitzuerleben, welche die Automobilisten häufig gar nicht bemerkt haben dürften. In diesem Jahr, da zwischen Kalender und Witterung eine Differenz von einem Semester zu bestehen scheint, bestätigt sich die Notwendigkeit, solche Enqueten über elf Monate zu erstrecken und der Sammlung des verkehrspolitisch wichtigen Materials drei von den insgesamt 14 Zähltagen zu reservieren. Der kühle 9. Juli mit stark bewölktem Himmel und zeitweilig feinem Regen zeigte die Abhängigkeit der Frequenz von der Witterung. So blieben in den Formularen die Rubriken für Cars fast überall gänzlich leer und auf einzelnen Alpenstrassen verhinderte Schneefall die Durchführung des Programms. Bereits dieser Grund verbietet es, jetzt schon konkrete Schlüsse aus den ZählergebnJ6Sen ziehen zu wollen; hingegen liess sich an den verschiedenen Stichproben, die übereinstimmende Fakten ergaben, der Zug der Entwicklung ablesen. Was die Besuche an den Zählstellen erkennen Hessen. Der erste, mit vier Mann besetzte z ü r c h e - rische Doppelposten an der Ausfallstrasse bei Schlieren erhärtete die bekannte Tatsache, dass sich am frühen Morgen der Strom von der Stadt hinaus ins Land ergiesst, um am Abend wieder zurückzufliessen. Getrennte Zählungen für jede Fahrrichtung erteilen genaue Aufschlüsse über die zeitliche Beanspruchung der östlichen und westlichen Fahrbahnhälften durch die einzelnen Fahrzeugkategorien. Im Kanton Zürich ist nahezu ein Fünftel des schweizerischen Motorfahrzeugparkes stationiert; kein Wunder also, wenn noch weit unten im Aargau ein Mann an der Zählstelle bemerkte, in den Tabellen hätte die Kolonne «ZH» breiter genalten werden dürfen, damit alle Wagen aus dem Züribiet «Platz finden». Der A a r g a u , wo 6ich die beiden Transversalen Nord-Süd und Ost-West schneiden, gehört zu den sog. verkehrspassiven Kantonen, deren Strassen vorwiegend durch kantonsfremde Fahrzeuge beansprucht werden. Die Ausscheidung von eigenem und fremden Verkehr ist im Hinblick auf die Neuverteilung der Anteile an Treibstoffzöllen, wie sie im Zuge der Bundesfinanzreform angestrebt wird, von grösster Tragweite. Mit einfachen Mitteln bringen die Organisatoren der Spezialzählungen ein Verfahren zur Anwendung, das die interregionale Verflechtung des Motorfahrzeugverkehrs durchleuchtet und* die längst erwünschten Unterlagen für einen neuen und gerechten Verteilungsschlüssel der Bundesbeiträge liefert. Beim der Slalom-lance vom vergangenen Sonntag in Luzern, wobei der Regen den Veranstaltern leider übel mitspielte, erzielte Zürcher Fischer auf seinem Simca-Gordini-Rennwagen als absoluter Sieger die beste Tageszeit mit 103,2 Sek. Unser Bild zeigt ihn in den ersten Toren des Parcours, durch die er sich flink wie ein Wieset wand. zeichen auf den Schildern bereite keine Mühe, so dass also genaue Erhebungen gewährleistet sind. Zur Erfassung der Sonntagabendspitze wird allerdings an einzelnen Brennpunkten eine doppelte Besetzung der Zählposten unerlässlich sein, wie wir sie in Zürich und im Aargau antrafen. Ein Mann diktiert seinem Kollegen, der die Eintragungen ins Journal besorgt, 6eine Beobachtungen. Ein dichtes und geschickt arrangiertes Netz von Zählposten hat der Kanton Aargau im Räume Lenzburg—Hunzenschwil—Suhr gewoben, der geradezu eine strategische Drehscheibe darstellt, um die Frequenzen getrennt für jede Richtung der Strassenzüge Lenzburg—Suhr, Lenzburg—Buchs— Aarau sowie die Ausstrahlungen vom Weiler Zum Verkehrsunfall im Kandertal renddem der Fahrer Jaberg sich hinter dem Auto beim zweiten Mitfahrer aufhielt, der mit dem Wagenheber hantierte. In diesem Augenblick nähte aus der Gegenrichtung Ammeter. Die Art und Weise, wie dieser nun den korrekt auf der rechten Strassenseite parkierten Wagen anfuhr, wiewohl er zum Kreuzen mehr als genug Platz hatte, lässt erkennen, dass das Unglück entweder auf übermässigen AlkohoLgenuss, auf ein allfälliges Einnicken am Steuer oder auch auf beides zurückzuführen ist. Schräg über die Strasse fahrend, verletzte er den auf der Wagenseite 6tehenden Strodl ziemlich schwer und schleuderte dann vermutlich mit dem Kotflügel den hinter dem Wag«n sich befindenden Jaberg etwa vier Meter weit weg, wodurch er dessen Tod verursachte. Trotzdem es A. offensichtlich zum Bewusstsein kommen musste, dass er eine schwere Kollision verursacht und dabei Mitmenschen gefährdet oder vielleicht sogar ein Menschenleben vernichtet hatte, setzte er seine Fahrt fort und machte sich damit einer unqualifizierbaren Handlungsweise schuldig, denn unter solchen Umständen wäre er verpflichtet gewesen, anzuhalten und umzukehren, um sich zu überzeugen, was geschehen sei. Dass auf diese ruchlose Tat, die ein Menschenleben ausgelöscht und einen andern Menschen mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht hat, eine exemplarische Strafe gehört, darüber gibt es nichts zu räsonieren. Das Interesse der Oeffentlichkeit verlangt unnachsichtliche Strenge und Ausmerzung solcher Fahrer aus dem Strassenverkehr. Der tragische Unfall liefert aber auch eine Illustration dafür, was für ungeheure Kräfte unter der Motorhaube eines Automobils schlummern und wie verheerend sie sich bei einem Zusammenstoss auswirken. Dessen muss sich jeder, der das Lenkrad führt, ständig und in allen Situationen bewusst sein. Schoren nach Rupperswil und nach Seon—Seethal festzustellen. Auf diesem Teilstück der Hauptader Bern—Zürich rollen zu zwei Drittel Personenwagen, die in andern Kantonen immatrikuliert sind, wobei das «ZH» klar in Führung liegt. Geradezu verlassen erschien an diesem trüben Werktag das Seethal und in Reinach konnte maa sich durchaus mit einer Hauptzählung begnügen, denn hier überwog der typische Lokalverkehr, gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Velospitze am frühen Morgen und über den Mittag. Der Kanton L u z e r n führt an sämtlichen 14 Tagen die detaillierten Spezialzählungen durch, die sich, wie wir das in Beromünster sahen, sehr gut mit Erhebungen über den Fussgänger- und. Fahrradverkehr von rein lokalem Umfang kombinieren lassen. Transit- und Lokalverkehr mischen 6ich im Knotenpunkt Sprengi. Hier erfahren wir von einem Luzerner Beamten, der bereits Vergleiche der ersten Resultate mit den letzten, aus dem Jahre 1936 stammenden Ergebnissen angestellt hat, einige interessante Details, die für die Veränderungen symptomatisch sein dürften. Luzern ergänzt nämlich die Spezialzählungen durch die separate Aufzeichnung der aus den Nachbarkantonen Zug, Schwyz, Ob- und Nidwaiden stammenden Motorfahrzeuge. Eine erste, noch unvollständige and natürlich summarische Auswertung ergab die bemerkenswerte und wohl allgemein vorhandene Erscheinung, dass die Frequenz im nahen Umkreis der Stadt um 50—120% höher ist als vor 12 Jahren. (Schluss auf Seite 21 Unser Aiitomobil-Aussenhandel im 1. Halbjahr 1948 Schönheitskonkurrenz und Slalom-lance in Luzern Der Grosse Preis von Frankreich Dyna-Panhard (Langstreckenprüfung) Die neuen amerikanischen Superballonreifen Autohandel und Autohändler in Berlin Der verkehrssicherste Staat der USA. Das Automobil nach der deutschen Währungsreform