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E_1948_Zeitung_Nr.032

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20 AUTOMOBIL-REVUE

20 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 21. JULI 1948 - Nr. 32 (wbg.) Nach tagelangen Beratungen und endlosem Hin und Her gab der französische Ministerrat den Treibstoffverteilungsbehörden die Ermächtigung; sofort 40 Liter Benzin als ausserordentliche Ferienration an jeden französischen Automobilisten zu verteilen, der einen regulär immatrikulierten Personenwagen fährt. Damit ist ein Konflikt gelöst, der die gesamte französische Automobilwelt monatelang in- Aufregung .versetzte und eine Missstimmung unter den Strassenbenülzern schuf, die in keinem Verhältnis zu den Ersparnissen an Devisen stand, welche durch die gedrosselten Petroleüminrport« und die Sparpolitik der Regierung erzielt worden sein sollen. Diese hart erkämpfte Konzession gegenüber dem französischen Automobiltourismus darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, das6 von einer Wiederherstellung des Systems regelmässiger Monatszuteilungen, wie es bis zum September des vergangenen Jahres bestand, keine Rede sein kann. Ministerpräsident Schuman hat in einer'seiner letzten Reden— ein in der Automobilgeschichte Europas seltener Fall — offiziell vor jedem verfrühten Optimismus auf treibstoffwirtschaftlichem Gebiet gewarnt, und zwar, um «diejenigen Automobilisten, Auf die berechtigte Frage: « Wann kann ich mir wieder frei und ahne amtlichen Formelkram einen Wagen kaufen? » gab Generaldirektor Pierre Boulanger von der S. A. Andre Citroen an der letzten Aktionärversammlung eine Antwort, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig Hess. « Eine sterile Planwirtschaft, welche die öffentliche Meinung mehr und mehr verurteilt », so sagte Boulanger wörtlich, «wütet in einem Industrie- 6ektor, der uns besonders nahe liegt, und wenn zum Beispiel kürzlich in einer Ministerialverordnung der Nutzfahrzeugmarkt grundsätzlich von den Fesseln der'Zwangswirtschaft befreit wurde, so beschränkt bereits ein anderer Artikel der gleichen FRANKREICH Vorläufige Lösung des Benzinkonflikts Endlich 40 Liter für die Ferienautomobilisten [Von, unserem Korrespondenten) Paris. 15. Juli. in rranicreien dran Ben. behüten ». ... aber zu erhöhten Preisen. Dass der Fiskus bei dieser Gelegenheit ein Geschäft machen würde, war vorauszusehen. Die Regierung hat zugleich mit ihrer generösen Geste beschlossen, d«n inländischen Benizimpreis mit sofortiger Wirkung von 27.05 fFr. auf 32 fFr. pro Litei zu erhöhen und für Auslandsautomobilisten eine Sonderregelung einzuführen, die das Sy»tem, wie üblich, kompliziert. Es wird nämlich von nun an eine Unterscheidung zwischen « extrakontinentalen » und « kontinentalen » Ausländern gemacht. Der Nord- oder Südamerikaner, der nach Frankreich kommt und seinen Wagen mitbringt, zahlt in Zukunft, genau wie der Inländer, den niedrigen Preis von 32 fFr. pro Liter, alle kontinentalen Automobiltouristen dagegen, und ebenso die Extrakontinentalen, die ohne eigenen Wagen nach Europa kommen, haben lediglich ein Anrecht auf 40 Liter zum niedrigeren Preis von 32 fFr., während sie für die restlichen Bezüge — also 160 Liter für die 200-Liter-Ration und 460 Liter für die 500- Liter-Ration — einen Preis von 57 £Fr. pro Liter bezahlen. Wenn die Regierung glaubt, dass sie damit dem Benzinschwarzhandel Einhalt gebieten wird, so irrt sie sich allerdings. Wir kommen auf die auf eine Wiederherstellung der Benzinfreiheit dieses Thema an anderer Stelle zurück. von ihren .Illusionen Für die Freiheit der französischen Automobilwirtschaft Eine Rede Generaldirektor Boulangers von den Citroen-Werken Verordnung diese Freiheiten derart, dass nichts mehr davon übrig bleibt. Man denkt dabei unwillkürlich an den Witz Henri Fords, der vor 20 Jahren schon gesagt haben soll: « Der Kunde kann für seinen Wagen jede Farbe wählen, vorausgesetzt dass sie schwarz ist...» Was nun die Personenwagen anbelangt, die 1939 85 % der französischen Automobilproduktion ausmachten, so ist leider nicht der geringste Fortschritt in der Richtung nach einer Lockerung des Kontingentierungssystems zu verzeichnen. Die «autoritäre Zuteilung» dauert in ihrer ganzen Langsamkeit weiter, und am französischen Binnenmarkt werden nach wie vor nur ganz unzureichende Mengen von Personenwagen verteilt. Im vergangenen Jahr gingen .73,8 % aller französischen PeTBonenfahrzeug« nach dem Ausland, 9,5 % nach den Kolonien, und nur 16,7% wurden an den Inlandsmarkt geliefert. » Nachdem Generaldirektor Boulamger dann die englische Automobilindustrie zum Vergleich herangezogen und die weit vernünftigeren planwirtschaftlichen Methoden der britischen Regierung als vor- -fcildlich bezeichnet hatte, kam er zu dem Ergebnis, dass die gegenwärtige französische Automobilplanung }ede produktive Aufbauarbeit, jeden Fortschritt ausschliesse. Deswegen 6ei die französische Privatindustrie aber nicht zum Untergang verurteilt. Sie werde auch weiterhin Ehre Pflicht tun. Doch bestehe die erste und wichtigste Voraussetzung für eine Rationalisierung der Produktion und damit für eine Wiedererstarkunig der fraazöeisehen Automobilkonstruktion am Binnen- und Weltmarkt in der sofortigen Berücksichtigung und Belieferung der inländischen Automobilisten. Zu glauben, dass eine Industrie wie die Automobilindustrie allein von Export leben könne, sei ein fundamentaler Irrtum. Man müsse aber auch andere Irrtümer beseitigen, z. B. das Autogewerbe, an dessen Organisierung die Automobilkonstrukteure selbst -interessiert seien, wieder zum Zuge kommen lassen, anstatt den Schwarzmarkt der «occasions» zu begünstigen. Schliesslich sei es auch unumgänglich, die Schranken zu beseitigen, welche den Güterverkehr auf der Strasße hemmen und sich nicht länger an die abwegige Vorstellung zu klammern, die Bahnen können mit ihren 8000 Stationen und ihrem Strassenzuhringerdieost 36000 Gemeinden im Frankreich versorgen. Boulanger schloss seine Ausführungen (die sich, wie wir mit Befriedigung feststellen, bis ins Kleinste mit der von der « Automobil-Revue » verfolgten liberalen Politik decken) mit den Worten: «Der Franzose will ein freier Mensch sein. Er beansprucht für sich und seine Fabrikate das Recht des unbehinderten Verkehrs. Er weis die Unabhängig-: keit zu schätzen, die ihm sein Automobil im Gegensatz zu den Sammeltransporten des Staates verschafft, und er hat ein um so grösseres Anrecht auf diese Freiheit und diese Unabhängigkeit im Straßentransport, als die Automobilindustrie dem Staate Milliarden an Steuern einbringt, ohne ihn auch nur das geringste zu kosten, » Zum Abschluss dieser wichtigen Kundgebung vor der französischen Automobilöffentlichkeit sei daran erinnert, dass der Verband der französischen Automobilkonstrukteure vor einigen Monaten bereits durch den Mund Baron Petiets erklären Hess, die französischen Fabriken würden 6ich im kommenden Herbst nur dann am Salon de l'Automobile beteiligen, wenn bis dahin die Freiheit des Automobilhandels wiederhergestellt sei. Die Leitung der Citroen-Werke steht seit drei Jahren in der vordersten Front derjenigen, die für die Aufhebung deT Automobilzwangswirtschaft kämpfen. Ob ßie ihr Ziel erreicht, wird sich schon in den nächsten zwei Monaten weisen müssen. wbg. Noch einmal: Schwarzhandel mit Devisenbons (Von unserem Pariser Korrespondenten) Wiewohl die Regierung 6ich jetzt endlich Bereit gefunden hat, den französischen Automobilisten 40 Liter für die Ferien zu verabfolgen, ist damit den Mißständen auf dem Schwarzen Markt keinesfalls ein Riegel vorgeschoben. Diese 40 Liter bleiben für eine Ferienreise natürlich ein Tropfen auf einen heissen Stein. E6 wird wohl kaum einen französischen Fahrer geben, der mit diesen 40 Litern allein seine Ferienreise unternehmen kann. Wenn ,man dem amtlichen Wortlaut der neuen Treibstoffbezugsbedingungen für Ausländer folgt, so wird klar, daes der Benzinintetessent, der bei der «Banque de France» Bons kauft, nicht einmal einen Wagen zu besitzen braucht, sondern dass es genügt, wenn er seinen ausländischen Pass vorzeigt. Diese Bestimmung ist natürlich' aus der Ueberlegung heraus erlassen worden, da&s auch demjenigen Ausländer, der 6ich in Frankreich einen Wagen leihen will oder mit jenem eines inländischen Freundes fährt, der Bezug von Benzin gegen Devisen ermöglicht wird. Aber man darf sich fragen, wie und von wem (etwa vom Garagenbesitzer?) kontrolliert werden soll, ob der Betreffende das Benzin auch wirklich selbst verfährt? Wir wollen in diesem Zusammenhang auf das in der letzten Nummer bereits erwähnte Beispiel nur deswegen zurückkommen, um uns noch einmal gegen das Prinzip eines « Benzindirigismius » zu wenden, der praktisch zu jeder sinnvollen Planwirtschaft entgegengesetzten Ergebnissen führen miuss. Man verstehe uns recht. Es soll hier nicht behauptet werden, dass die Mehrzahl aller nach Frankreich einreisenden Automobilisten, notorische Benzinschwarzhändler sind oder gar, dass die Schweizer Automobilbesitzer etwa genau so en bloc verdächtigt werden sollen, wie dies seinerzeit ganz offiziell durch die berüchtigte, aber völlig unwirksame Zwangswechselverordnung der französischen Regierung geschah. Wir verstehen den Standpunkt des Finanzministers. Ihm kam es bei der Schaffung der Devisenbenzinbons in erster Linie darauf an, dem Stabilisierungsfonds der Bank von Frankreich während der Sommermonate regelmässiSe Zuschüsse an hochwertigen, ausländischen Währungen, vor allem an Dollar und Schweizer Franken, zu beschaffen. Aber wenn auch nur 50 % deT den Ausländern zugeteilten Benzinmengen unter der Hand an Inländer abgegeben und zu einem Preise bezahlt werden, der zwischen 80 und 100 fFr. pro Liter schwankt, so haben wir es hier mit einem versteckten Devisenschwarzhandel zu fun, der den Schweizer Franken auf einen Kurs von ca. 290 £Fr. emportreibt! Man versteht nicht, warum dem Ausländer, deT nach Frankreich kommt, nicht einfach — nach italienischem Vorbild — gestattet wird, 6eine Devisen so zu verkaufen, wie und wo er will, d. h. zum bestmöglichen Kurs, anstatt auf dem umständlichen Wege über die Benzindevisenbons zu einer Prozedur zu gelangen, die für die Erschütterung der Stabilisierungsgrundlagen der französischen Währung weit verhängnisvollere Folgen haben kann als jeder direkte «Parallelhandel» in ausländischen Währungen. Lugano Gd Garage Ferrari & Crescionini Modernste, neuzeitliche Garage am Platze Stefano Franscini 8 Tel. 2 36 35 Bern ßeUeitu* ^ahoqt 4.Q. Casinoplatz Tel. 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