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E_1948_Zeitung_Nr.034

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6 AUTOMOBIL-REVUE

6 AUTOMOBIL-REVUE MrrnrocH, 1, AIJGLST ] von der Kurvenwand noch schneller wurde und ausserdem durch das « Schneiden > auch noch einige Meter gewann. Wie nun Neubauer 1924 beim Training zum «Grossen 1 Preis von Italien > dieses «Zeit und Raum > sparende Manöver auch mit dem niedriger gebauten Achtzylinder versuchte musste er erkennen, dass auch donnernde Rennwagen nicht alle über einen Kamm zu scheren und mit der gleichen Technik zu fahren sind. Das Fahrzeug schoss zwar programmgemäss in die Gerade, dann aber — und das war nun nicht mehr so programmässig — erlaubte es sich einen bösen Tanz. Es begann ebenso rhythmisch wie niederträchtig zu schlenkern, um dann plötzlich nach links auszubrechen. Blitzschnell — aber mit dem nötigen Feingefühl! — hatte Neubauer korrigiert... Jetzt tanzte der Wagen nach rechts — nach links — und dann rechts, links, rechts . Genau so schnell hintereinander musste der Mann am Steuer mal links, mal rechts kontern, so dass er schliesslich ler sagte es selbst) wie der Affe am Leierkasten drehte. Die Kurbelei hatte allerdings keinen Zweck mehr Plötzlich wendete sich der Wagen und raste rückwärts auf einen dicken Baum zu. Nun reagieren Rennfahrer schneller und richtiger als andere Führern"swe : sbesitzpr so dnss der Baum verschont blieb. Dann aber gab's einen Rumps, Sand spritzte auf und regnete auf Fahrer und Beifahrer herab, die etwas benommen zwar, aber doch unversehrt in ihren Polstern hockten. Auch dem Dritten im Bunde, dem Rennwagen, war nichts passiert, aber fahren konnte er trotzdem n ; cht mehr Wie einp Wip'ie schaukelte er auf dem Umgrenzungswall der Monzabahn, und seine vier Räder hatten den gewohnten und für sein Weiterkommen so notwendigen Kontakt mit dem festen Boden verloren. So fand si° Mpis'er'Krauss als er "-^ besoTiten Herzens auf die Suche nach den überfälligen Rennfahrern gemacht hatte: Er stoppte seinen Personenwagen ab, holte Luft und fragte: «Ja, Herr Neuhauer, wollen S'e sich schon bei Lebzeiten ein Denkmal setzen?» H. G.-W. England Für die Benutzung des Silverstone-rlugplatzes zu Rennzwecken (siehe «A.-R.» Nr 31 vom 14. Juli) liegt nun die Bewilligung des britischen Luftfohrtministeriums vor, die auf ein Jahr befristet ist. Wie an dieser Stelle bereits ausgeführt wurde, beabsichtigt der RAC, auf diesem Aerodrom am 2. Oktober nächsthin einen en-glischen Grand Prix zum Austraq zu bringen, izu dem 25 Konkurrenten zugelassen werden sollen. Man SDricht auch schon von einer Beteili- gimg der Affa-'Komeo-W«rfcmor>n$ohaft, wobei möglicherweise einer der startenden Wagen mit einem britischer» fahrer am Steuer in den Kampf ziehen wird. Frankreich Grosser Preis von Comminges Ein Sieg VWoresis auf Maserati. In SainNGaudens gelangte am letzten Sonntag auf einer Rundstrecke von 11,005 km Länge der Grosse Preis von Comminges für Automobile zum Austrag, der einen enormen Publikumserfolg EU verzeichnen hatte. Der Grosse Preis der Rennwagen ging über eine Distanz von 30 Runden = 330,150 km. Der Kampf stand durchwegs im Zeichen einer erdrückenden Ueberlegenheit des Italieners Villoresi, der einen 1,5-Liter-Maserati mit Zweistufengebläse ins Feld führte. Die im ersten Teil des Rennens herrschende Hitze verursachte zahlreiche Ausfälle, so dass von 25 gestarteten Konkurrenten nur deren sieben bis ins Ziel durchhielten Villoresi übernahm vom Start weg die Spitze und fuhr bis zur achten Runde bereits ©inen ansehnlichen Vorsprung heraus. Hinter ihm folgten Giraud-Cabantous, Raph und der Schweizer de Graffenried. Kurz darnach musste Giraud-Cabantous infolge Materialschadens die Waffen strekken, und einige Runden später notierte man Ausscheidungen am laufenden Bande, weshalb bei Halbzeit nur noch 9 Fahrer im Treffen lagen. Vil'loresi sah sich nunmehr zur Ergänzung seines Treibstoffvorrates gezwungen, wofür er 57 Sekunden benötigte, doch wurde seine Spitzenposition dadurch nicht einen Augenblick gefährdet. Hierauf legte Chiron einen prächtigen Zwischenspurt hin, indem er in der 17 Runde unsern Landsmann de Graffenried und gleich darauf auch seinen Markengefährten Rosier hinter sich wies. In der 25. Runde sah sich « Toulo > wegen eines nicht näher präzisierten Defektes zur Aufgabe geizwungen. Gleichzeitig setzte leichter Regen ein. Indessen brachte der weitere Rennverlauf nicht grundsättzlich Neues mehr, obwohl Raph a^les versuchte, um sich dem Leader zu nähern, der den Grand Prix mit einem Vorsprung von rund 4'A Minuten unter Dach brachte. DAS KLASSEMENT 1. Villoresi, Italien Maserati 2:17 -.453 = 150,3« km/h 2. Raph, Frankreich Talbot 2:16:16,2 3. Chiron, Monaco Talbot 29 Runden 4. Rosier Frankreich Talbot 29 Runden 5. Meyrat, Frankreich Delahaye 28 Runden 6. Pagani, Italien Maserati 27 Runden 7 Simon, Frankreich Delahaye 24 Runden Schnellste Kunde: Villoresi mit 4:12,8 = 156,716 km/h. Italien Bergrennen Aosta—Grosser 5t. Bernhard Bei prachtvollem Wetter fand am letzten Sonntag das Bengrennen auf der 33,9 km langen und eine Höhendifferenz von 1890 m überwindenden Paßstrasse Aosta—Grosser St. Bernhard statt, an dem so gut wie alle bestehenden Kategorien- und Gruppenrekorde in Grund und Boden gefahren wi>rden. Bei den Rennwagen der Formel 2 verbesserte Stuck auf Cisrtalia 1200 den aus dem Vorjahr stammenden absoluten Streckenrekord Braccos von 26'43,0" auf 24" 26,4", während Bracco seJfoer auf einem 2-Liter^Maserafi die bisherige Sportwagenbestzeit Scagliarini« von 27*31,2" auf 24' £5,0" herunterschraubte. Die Gruppe der Sportwogen bis 1100 ccm Hubvolumen sah auch de*i Waadtländer -Leuenberger (Riex) auf Rat-Balilla- M.ille-MigI'ia-1935 am Start, der sich in achtunggebietender Fahrt mit einer Zeit von 31'28,6" an vierter Stelle «zu klassieren vermochte. Der auf einer Healey-Limousine in der Sportwagengruppe über 1500 ccm gestartete Lausanner Nessi fiel m St-Rherny mit defekter Hinterradaufhängung aus. DIE BESTEN RESULTATE Sportwagen bis 750 ccm: 1. Branca A. (Fiat 5001 29:56,8 = 67,920 km/h; 2. Fiorio S. (Fiat 500), 30:13,2. Sportwagen bis 1100 ccm: 1. Scagliarini G. {Crsitalia 11001, 25:14,4 = 80,586 km/h; 2. Bertone N. (Fiat-Stanguellini), 28:04,0; 4. Leuenberger A., Schweiz (Fiat). Sportwagen bis 1500 ccm: Solo «Cyrus> (Aurora), 27:57,4 = 72,755 km/h. Sportwagen über 1500 ecm: 1. Bracco G. (Maserati 2000), 24.-55.0 = 81,631 km/h; 2. Biancherti (Ferrari 2000). 26:47,6. Rennwagen, Formet 2: 1. Stuck H. (Cisitalia 1200) 24:26,4 = 83,224 km/h; 2. Bonetto (Cisitalia 1200) 24:49,2. Der 1,5-Liter-Ferrari-Rennwagen vor Probefahrten Der Bau des 1,5-Liter-Ferrari-Kompressor-Rennwagens ist in den Werken von Maranello soweit gediehen, dass in den nächsten Tagen mit der Aufnahme der Probefahrten gerechnet werden kann. Diese sollen anlässlich des Trainings zum Rundrennen von Pescara durchgeführt werden. Enzo Ferrari hofft, am Grossen Preis von Italien, der am 5. September in Turin stattfindet, mit zweien dieser Wagen an den Start gehen zu können. Dabei steht schon heute fest, dass einer davon dem Franzosen Sommer anvertraut wird. Raid des polnischen Automobil-Clubs Vom'25. Juni bis 4. Juli 1948 veranstaltete der polnische Automobil-Club seine XIV Zuverlässigkeitsfahrt für Automobile, die international beschickt war und eigentlich einen Zweikampf zwischen Polen und Tschechoslowaken darstellte und deren Ergebnisse erst jetet veröffentlicht wurden. Die Automobile waren in 6 Klassen eingeteilt, die Strecke in 6 Etappen, von denen eine durch die Tschechoslowakei, die übrigen durch Polen führten. Die kürzeste Etappe mass 349 die längste 853 km. Die wichtigsten polnischen Städte, wie Warschau, Krakau, Zakopane, Wroclaw, Posen und der Hafen von Gdynia wurden berührt. Die Streckenführung war stellenweise ausserordentlich schwierig, führte zum Grossteil über Gelände und durchs Gebirge, viele Strassenobschnitte waren in sehr schlechtem Zustand. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten betrugen je nach Hubraumklasse 40—60 km/h. Die Ueberlegenheit der Tschechoslowaken war überwältigend. Von 89 gestarteten Fahrzeugen wurden 56 (63,7%) klassiert, während 33 (37,3%) ausfielen. Nimmt man die tschechoslowakischen Wagen separat, so zeigt es sich, dass von 27 Teilnehmern 22 (81,4%) klassiert wurden, während bloss 5 (18,6 %) ausschieden. EWS. Briefe über allgemein interessierende Fragen werden gerne zur Veröffentlichung entgegengenommen. Sie sind möglichst kurz zu fassen und an die Redaktion der « Automobil - Revue », Breitenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eirvss Pseudonyms ist gestattet, wenn der Redaktion Name und Adresse des Absenders bekanntgegeben werden. An Chiffre 1 — °° Wer die «Automobil-Revue » aufschlägt, der wandert mit seinem Blick auch durch den Inseratenteil, denn igross ist die ZaM derer, die ihren Wagen verkaufen oder einen solchen kaufen möchten. Dass die meisten solcher Inserenten ihre Anonymität wahren wollen und ihre Anzeigen deshalb chiffriert aufgeben, ist ebenso begreiflich wie praktisch, denn jeder hat Freunde, die es ihm gönnen, wenn er den Wagen verkaufen kann und solche, die es ihm gönnen, dass er ihn verkaufen muss ... Nach Erscheinen des Inserates unter Chiffre soundso nehmen siah dann bestimmt einige Leser die Mühe, 6ich hin- und eine Offerte aufzusetzen: « An Chiffre soundso. Ich hätte Interesse an Ihrem Wagen...» oder: «Ich offeriere Ihnen meinen Wagen etc.: Hochachtungsvoll Theodosiu« Gwunderli.» Dieser Herr Gwunderli gibt aber seine volle Adresse an und wartet sehnlichst auf eine Antwort. Er wartet und wartet, fedoch umsonst, denn er ahmt nicht, dass Chiffre soundso, der die freundliche Offerte prompt erhalten und seinen Wagen verkauft oder gekauft hat, keineswegs gesonnen ist, eich weiter um Herrn Gwunderli zu kümmern und die Offerte kurz und schlicht in den Papierkorb versenkt. Es wäre aber doch blos« Anstand voo Chiffre soundso, sich trotzdem die kleine Mühe zu nehmen und Herrn Gwunderli mit einer Postkarte zu 10 Rappen kund und zu wissen zu tun: «Ich kann Ihre Offerte nicht berücksichtigen. Hochachtungsvoll Chiffre soundso. » Herr Gwunderli ist nämlich sicher auch für eine negative Antwort dankbar. « War doch noch ein anständiger Herr, Chiffre soundso », wird er für sich denken. Sollte die Auffassung wirklich so schief und abwegig sein, dass es, wenn man einen Wagen für X-tausend Franken erstanden oder verkauft hat, auf die Auslage für eine oder für zehn Postkarten nicht mehr ankommt? Schliesslich könnte doch einmal der umgekehrte Fall eintreten, dass Chiffre soundso an die Stelle von Herr Gwunderli tritt... Chiffre XYZ Unerfreuliches von einer Italienfahrt Vor kurzem fuhr ich mit meiner Familie und einem hier ansässigen Italiener nach Italien. Unser Ziel war Verona, doch blieben wir infolge' Differentialdefektes in Bergamo stecken. In dieser Situation hatten wir keine andere Wahl, als unsern Mercedes in einer dortigen Garage unterzubringen und die Heimreise per Bahn anzutreten. Wir fuhren über Mailand—Como und glaubten, mit einer Bescheinigung des Garagisten via Chiasso Tschechoslowakei BRIEFE DER LESER AN DIE A.-R. heimwärts zu gelangen. Indessen belehrte man uns eines anderen. In Como durften wir vorerst eine volle Stunde warten, bis die Zöllner wussten, was sie wollten. Als man uns dann die Pässe und das Tagesvisum mit dem Stempel «Passieren» aushändigte, glaubten wir, es sei nun soweit. Plötzlich aber erschien der Chef auf der Szene und begehrte nochmals die Papiere zu sehen. Zu unserm Erstaunen schrieb er quer über den Stempel « annullato » und empfahl uns, bei der im Tagesschein vorgeschriebenen Zollstelle Oria bei Gandria einzureisen. Protest hin oder her, wir mussten den Weg hinunter in die Stadt Como antreten, wo wir uns zuerst nach dem Abgang eines Cars via Menaggio erkundigten. Er war jedoch, weil uns die langen Diskussionen auf dem Bahnhof viel Zeit gekostet hatten, bereits weggefahren, so dass wir einen Taxi nehmen mussten. Abgesehen von den Unkosten empfanden wir das Verhalten der Zollorgane in Como als reine Schikane. Beiläufig sei noch vermerkt, dass Automobilisten aus dem Kanton St. Gallen wegen des « Liktorenbündels » im Kantonsvrappen ihres Nummernschildes Unannehmlichkeiten riskieren. Während eines kurzen Haltes in der Provinz umstellten uns sofort einige junge Burschen und riefen «fascisti, fascisti >, bis ein Kundiger dazukam und die Leute aufklärte, es handle 6ich um das Kantonswappen von St. Gallen. st. Die hupenden Ausländer Wie wäre es, wenn den ausländischen Automobilisten bei Grenzübertritt ein kleines mehrsprachiges Merkblatt übergeben oder an die Windschutzscheibe geklebt würde, besagend, das6 es 1. in der Schweiz üblich 6ei, wenig, d.h. nur dann zu hupen, weim es die Verkehrssicherheit erfordert, und 2. dass das Gesetz den Automobilisten vorsichtiges Fahren zur Pflicht machte? Die Franzosen, Holländer und Italiener sind sich an ihre Ueiberlandstrassen gewöhnt; sie fahren deshalb sehr oft im Schnellzugstempo durch unsere Dönfer und Städte und gefährden Schulkinder und Passanten. Wäre diese Anregung nicht der Prüfung wert? A.H. Sekundenmeter statt Stundenkilometer Mit anhaltendem Interesse verfolge ich Ihren unentwegten Kampf für allgemeine Verkehrsgesittung in Ihrem geschätzten Blatt. Speziell der Hinweis im Artikel « Zum Verkehrsunfall im Kandertal» («A.-R. » Nr. 32): «Der tragische Unfall liefert aber auch eine Illustration dafür, was für ungeheure Kräfte unter der Motorhaube eines Automobils schlummern und wie verheerend sie 6ich beim Zusammensto6S auswirken» brachte mir die vielen Fälle einer langjährigen Schadenabteilungs- Versicfoerungs-Praxis in Erinnerung, deTen Ursache zu hohe Geschwindigkeit und Nicht'beherrschung des Fahrzeugs bildeten. Wie manchmal bekam ich dabei zu hören: « Ich bin mit 60—70 km, also massig, gefahren. > «Darf ich Sie fragen, wieviel Sekundenmeter dies ausmacht? » «Das weiss ich nicht! » bekam ich fast regelmässig zur Antwort, auch von Automobilisten, die sich sonst in Sachen Auto sattelfest fühlen. Wenn ich den betreuenden Fahrern erklärte, dass sie bei 60—70 kmfh. mit 16,8 bis 19,6 Sekundenmetern gefahren seien, dann staunte mancher ungläubig. Dass vielen Fahrern das Bedürfnis nach der Herstellung einer Beziehung zwischen den Stundenkilometern ihres Zählers und der « flüchtigen Sekunde » bis zum Eintritt eines Unfalles mangelt, wer will es ihnen verübeln? Dass die meisten Fahrer aber den Sinn für die praktische Nutzanwendung einer ihnen geläufigen Kenntnis besitzen, darf ich auf Grund meiner Erfahrung annehmen. Deshalb sollten vor allem die Polizei und die richterlichen Behörden dazu übergehen, Sekundenmeter und nicht mehr Stundenkilometer als Norm für die Feststellung von Geschwindigkeiten zu verwenden- Znm mindesten dürfte bei den Fahrprüfungen das strikte Wissen gefordert und als moralische Verpflichtung in die Fahrpraxis mitgegeben werden, dass 100 Stundenkilometer einer Geschwindigkeit von 28 m pro Sekunde entsprechen. Das trüge zur Unfallverhütung vielleicht ebenso viel bei wie der ominöse MFG-Art. 25 Unbestreitbar bildet der Beigriff « Weg pro Sekunde » keine Schwierigkeit. Das Schätzen von Strecken bis zu 100 m dürfte den Strassenbenützern irgendwie zugemutet, zum mindesten leicht gelernt werden. Jeder Laie bestätigt mir, daßs er den Begriff « Sekundenmeter » für die Angabe einer Geschwindigkeit 'begrüssen, bzw dem bis jetzt üblichen Stundenkilometer aus Gründen der Einfachheit vorziehen würde. Sollte die Erhebung dieses Begriffs « Sekundenmeter» im Motorfahrzeugverkehr zur Norm nicht die Einsicht in « die ungeheuren Kräfte, die unter der Motorhaube eines Automobils schlummern», weiter fördern helfen? E. H. Vorfahren bei schweren Lastwagen Ich schliesse mich gänzlich der Anregung von Autofahrer F. H. in der «A.-R. > Nr. 33 an, dass nämlich, was die Benützung des Rückspiegels zur Beobachtung von eventuell vorfahrenwollenden Fahrzeugen anbetrifft, eine allgemeine Vorschrift erlassen werden eollfe. Ich selbst wurde in einen schweren, jedoch glimpflich verlaufenen Unfall verwickelt, deT mit diesem Problem zusammenhängt. Um diesen Hergang kurz zu schildern: Ort: Ca. 4 km lange, schnurgerade Asphaltstrasse {allerdings stark 'bombiert mit unregelma6- sigem, schlechtem StrassenfoelaS). Hergang: Fahrgeschwindigkeit meines Wagens ca. 80—90 km/h. Vor mir, ca. auf 100—200 m Entfernung, ein schwerer Diesellastwagen mit einem Tempo von ca. 40—45 km/h vorschriftsmäs- 6ig ganz rechts fahrend. Ich gebe mittels meiner kräftigen Hupe (amerikanischer Wagen) Vorfahrsignal. Die linke Strassenseite ist völlig hindernisfrei. Der Lastwagen bleibt weiterhin ganz auf der rechten Seite, so da6s ich annehmen kann, er habe mich gehört und gebe freie Bahn. Ich entschliesse mich deshalb vorzufahren und bringe meinen Wagen, immer noch hupend, auf die ursprüngliche Fahrgeschwindigkeit. Als ich mich auf ca. 20—30 m Entfernung vom Lastwagen befinde, weicht dieser brüsk nach links aus und schneidet mir den Weg vollständig ab (es bleiben ca. 80 cm Raum zwischen dem linken Strassenrand und dem Lastwagen, und dies auf einer 6,8 m breiten Strassef). Trotz sofortigem, kräftigem Abstoppen konnte ich eine Kollision mit dem Lastwagen nicht mehr verhindern. Der Anprall mit dessen Rückseite war noch so heftig, dass mein Wagen links aus der Strasse geworfen wurde und einer kleinen Böschung wegen auf der Wiese umkippte. Grosser Materialschaden an meinem Wagen, glücklicherweise aber praktisch keine Verletzungen. Am Lastwagen entstand Schaden von ca. Fr. 30.—. Was war geschehen? Der Lastwagenchauffeur hatte, wie er behauptete, mein Hupen nicht gehört und war einem parkierenden Lieferwagen ausgewichen. Letzteren hatte ich nicht sehen können, weil er gänzlich durch den Lastwagen verdeckt war. Hätte jedoch der Lastwagenchauffeur oder dessen Beifahrer vor dem Ausweichmanöver einen Blick in den Rückspiegel igeworfen, so hätte er den ganzen Unfall, der wie durch ein Wunder ohne tragische Folgen verlief, mit Leichtigkeit vermeiden können. Das Vorkommnis zeigt, dass unbedingt Mittel und Wege gefunden werden müssen, die das gefahrlose Vorfahren bei schweren Lastwagen gewährleisten. Persönlich halte ich das Ueberhören einer starken amerikanischen Hupe bei weit geöffneten Fenstern ( wie es im vorliegenden Falle zutraf) in der Führerkabine dieses Diesellastwagens kaum für möglich, auch wenn der Motor noch so geräuschvoll ist. Ich wäre jedem dankbar, der mir seine diesbezüglichen Erfahrungen via Redaktion der « A.-R. > mitteilen könnte. Im weitern beweist der Hergang des Unfälle m. E. noch eine andere dringende Notwendigke f nämlich die: Lastwagen, vor allem schwere, welche den nachfolgenden Autos die Sicht nach vorne stark verdecken, sollten eine Einrichtung besitzen die dem Chauffeur ermöglicht, nach rückwärts zu melden, ob die Stras6e zum Vorfahren frei 6ei oder nicht. Das kennte mit Leichtigkeit und ohne groese Kosten, z.B. durch Betätigen einer grünen Lampe, geschehen, die, hinten angebracht, als obligatorisches Zubehör vongeschrieben werden mösote. (Wenn ich richtig orientiert bin, besitzen die ital ; - nischen Lastwagen ähnliche Signale). Oder ds-a musste man den Beifahrer verpflichten, mit der Hand ein Signal zu geben, wie es bei MilitärfaV.'- zeugen vorgeschrieben ist. F. n.

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