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E_1948_Zeitung_Nr.033

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24 AUTOMOBIL-REVUE

24 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH. 28. JULI 1918 _ Nr. 33 NENCK1-KIPPER für 3-, 4- und 6-Tonnen-Lastwagen G A R N I Erstes Haus am Platz, vis-ä-vis Bahnhof. Komfortabel eingerichtet. Alle Zimmer mit Messendem Wasser; Privatbäder. Eigene Garage gratis; Park-' - platz. Zimmer ab Fr. 4.50. Telephon (092)5,2613.'Leitung: H. PellonJ. Kippanhänger für Traktor- u. Lastwagenbetrieb '«. & Brücken in Stahl oder Leichtmetall Kurze Lieferfristen Fabrikation: Garrosserie Langenthai AG., Langenthai 8 PS, Modell 1942, 4türige Limousine, mit Schiebedach etc., in erstklassigem Zustand, Preis Fr. 9800.—. 98952(33 Bellevue-Garage, Stadelhoferstr. 42, Zürich 1. Telephon 24 74 60. ZU VERKAUFEN U2B 1943 Tel. (063) 2 10 44 Militärausrüstung, 2,5—3 Tonnen. Bettenmann AG., Metallwarenfabrik,. Suhr b/Aarau. 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Hr.33-lern. 28. Juli 1948 6üi&tAa&u*ifif&t£ 7 dki ytfufätrwrfttf-f&t&te Das Automobil und die Wüste Drei hauptsächlich begangene Pisten fuhren quer durch die Sahara von den Ufern des Mittelländischen Meeres hinein ins Herz des dunklen Erdteils. Die westliche Route — via Colomb- Bechar und Bidon V nach Gao, die mittlere, die durch die Berge des Hoggar-Massivs führt, und die östliche via Tschadsee und Sudan. Diese wird jedoch heute kaum mehr begangen, da sie zu gefährlich ist. Die mittlere Route, die von Alger nach Kano führt, ist ca. 4600 km lang und dem Verkehr von Anfang Oktober bis Mitte Mai geöffnet. In den übrigen Monaten ist ein Befahren der Piste allzu gefährlich wegen der vielen Sandstürme, die alle alten Radspuren verwischen und zudecken, so dass selbst mit dem Kompass der Weg nicht mehr gefunden werden könnte. Eine staatlich unterstützte franz. Transportgesellschaft führt in Intervallen von mehreren Wochen Warenund gelegentlich auch Passagiertransporte auf diesen Routen durch, wobei die in der Wüste (Fahrt von Algier nach Congo) Spezialreportage von M. P. Jaeger. Auf der mit Kies und Steinen übersäten Slrasse im Hoggar-Gebiet. und entlang der Piste zerstreuten Forts und Siedelungen als Stützpunkte dienen. Auch privaten, abenteuerlich veranlagten Reiselustigen, die die Wüste im eigenen Wagen durchqueren wollen, steht das Reisen frei, sofern sie die nötigen Vorsichtsmassregeln treffen, sich über die nötige Erfahrung und Ausrüstung ausweisen können und mit der erwähnten Gesellschaft einen « contract de depannage » unterzeichnen. Sofern man Glück hat und die ganze Reise • am Schnürchen » verläuft, kann die Strecke in ca. 15—20 Tagen bequem durchfahren werden. Gegen Ende Februar in Alger eingetroffen, hatte ich mich entschlossen, die Nachkriegs- Fahrtmöglichkeiten in der Sahara mit eigenen Augen zu sehen und am eigenen Körper zu erleben. Während eines ganzen Monats gondelte ich auf allen möglichen Fahrzeugen kreuz und quer durch die Sahara und gelangte Ende März müde, aber wohlbehalten nach Kano in Nordnigeria. Das Kriegs-Alger ist eine Enttäuschung für jede fremden Besucher. Vulgär und lärmig inmitten herrlicher grüner Hügel, an einer weiträumigen, wunderbaren blauen Bucht gelegen, leidet es an demselben Krebsübel wie alle andern vom Kriege heimgesuchten Städte: Armut, Schwarzhandel, Laster und Kriminalität. Ich war froh, aus diesem Etwas herauszukommen, das weder europäisch noch afrikanisch ist. Noch einen letzten Blick warf ich auf die märchenhaft schöne Bucht, bevor mich der 7 y, -Tonnen- Renault-Zisternenwagen, der 7000 Liter Benzin nach El Golea in die Wüste brachte, durch die gefährlichen Chiffa-Schluchten und inmitten dichtbewachsener grüner Hügel an die mit Frühlingsblumen bewachsenen Abhänge der Atlas- Berge führte. Die anfänglich schöne, üppige und frische Landschaft wird nach Medea immer dürrer, die Vegetation immer spärlicher, und allmählich gleiten wir in den Bereich der Wüste. Die Sahara umfängt uns mit ihren staubigen, heissen Armen. Fünf Tage sind wir so unterwegs, nehmen arabische «blinde» Fahrgäste ein Stück weit mit und laden sie irgendwo im Bled wieder ab, rollen durch die schmutzigen, dicht bevölkerten Arabersiedlungen, schlafen in Passantenhotels, «guten» Europäerhotels, sind Gäste arabischer Siedler und trinken Tee im Zelte französischer Wüstentruppen. Die anfänglich ganz gute, schmale Asphaltstrasse geht in Laghouat in die Route Imperiale Nr. 1, Piste du Hoggar, über, und erst hier beginnt die eigentliche Wüstenstrasse. Das besondere Kennzeichen und die klassische Erscheinung der Piste ist die «•töle ondulee », die wellblechartige Oberfläche der Strasse, die sich einem Saharafahrer derart in Fleisch und Blut einlebt, dass er sich später beim Befahren normaler, glatter Strassen nicht mehr zurechtfindet. Die am Wege liegenden Wagenfedern, Pneustücke und andere Wagenteile zeugen von der mörderischen Art dieser « Strassen ». In Djelfa, der letzten «Stadt», die noch ein Kino ihr eigen nennt, läuft bei unserer Durchfahrt der Schweizerfilm «Marie-Louise». Was wohl der Araberknirps davon verstehen wird? Laghouat ist bereits eine typische Garnisonsstadt der Wüste. Stolz gekleidete Spahis spazieren in den staubigen Boulevards auf und ab, grell leuchten die weissgetünchten Häuser mit ihren flachen Dächern in der Sonne. Ueber eine ungeheuer weite steppenartige Ebene, die mit unzähligen, kreuz und quer verlaufenden Radspuren früherer Wüstenfahrer übersät ist, führt der Weg weiter Richtung Ghardaia, wobei man die freie Wahl zwischen zwei «Wegweisern» hat, den schnurgerade verlaufenden Masten der elektrischen Ueberlandleitung oder der Telegraphenlinie nach Ghardaia. Die einzige Abwechslung in dieser recht eintönigen Ebene ist das Bordj von Tilghemt. Ein Bordj ist eine Zufluchtstätte für Wüstenfahrer, wo früher die Kamelkarawanen abstiegen und heute der Autofahrer essen, trinken und schlafen kann, oft gegen recht gesalzene Rechnungen des Chefs dieser Siedlung, des Hausvaters, der zumeist ein Araber ist, wie auch zumeist nur eine arabische Familie ein solches Bordj bewohnt. Ghardaja ist eine ganz interessante Oasenstadt, ein Marktplatz erster Ordnung. Hier kommen die Karawanen aus allen Richtungen zusammen. Die vielen Waren und die Schwarzhändler aus dem Norden strömen durch das «Tor der Wüste» bei Laghouat nach Ghardaia; hier ist die Drehscheibe des südlichen Oasenhandels. Viel interessante Sehenswürdigkeiten bieten sich dem Durchreisenden; das Araber-, Mozabiten- und Judenquartier, der Marktplatz, das Minaret, von welchem der Muezzin die Ankunft der Ungläubigen verkündet, die Militärzitadelle mit der Kamelweide und vieles mehr. Ein gutes, europäisches Hotel bietet eine recht bequeme, aber auch teure Unterkunft. Die Piste nach El Golea führt hinauf auf die Höhe, von wo man einen ganz herrlichen Ueberblick über die Oase und die fünf verschiedenen Hügeldörfer hat, die Ghardaia umrahmen. Es sind sog. «heilige Städte», wo früher nur Mekka- Wallfahrer wohnten. Hier und dort sieht man verschleierte Mozabitehfrauen zwischen den weissen, engen Mauern umherschauen. Scheue Kinder spielen in ihren farbenfreudigen, bunten, weiten Kleidern im Sand. Dann sehen wir wieder den ganzen Tag lang nichts als Sand, Steine, dürre Hügel und trostlos leere Ebenen. Vielleicht dass hier und dort einige armselige, schwarze Nomadenzelte auftauchen. Oder dass einige flinke Gazellen vor unserem dröhnenden Ungeheuer das Weite suchen. Doch nichts stört sonst die tote Stille, das weite Nichts. Der Wüstenwind hat die Piste stellenweise ganz zugedeckt, so dass sich der Wagen oft seinen Weg neben der Strasse suchen muss. Oft muss man auch scharf aufpassen, um den Weg nicht zu verlieren, und hier üben die Steinhaufen ihren segensreichen Dienst aus, die von französischen und arabischen Genietruppen als Wegzeichen in unregelmässigen Abständen aufgestellt wurden. Trotz aller Vorsicht des wegkundigen und geübten Chauffeurs bleibt der Wagen verschiedentlich im tiefen Sande stecken, und dann heisst es aussteigen und graben. Schwitzend werden die Räder in der heissen Wüstensonne ausgegraben, die eisernen Leitern davorgelegt, und mit Müh und Not wird der schwere Wagen wieder flottgemacht. So erreichen wir am fünften Tage spätabends El Golea, eine Perle unter den Oasen der Sahara. Wie wohltuend ist hier das Ausruhen von den Strapazen der Wüstenreise! Inmitten Tausender von Palmen (die leider zu dieser Jahreszeit keine Datteln tragen), schöner Gärten und durch die Strässchen des Ortes fliessender Bächlein (ein Wunder in der Wüste!), inmitten von Oleander, Jasmin, Orangen und Rosenbäumchen liegt man auf dem Lehnstuhl des luxuriösen europäischen Hotels und glaubt zu träumen. Ein richtiger Garten Edens. Doch zum Unterschied von unserer Sage, dass der liebe Gott sich im Schatten eines solchen Gartens lustwandelnd von den Sorgen der Welterschaffung erhole, ist für die Araber der Garten Allahs die Wüste selbst: Hier kann sich Allah fern von allem Weltengetriebe der Ruhe und Besonnenheit hingeben. Ein Besuch in der Wohnung und im privaten Museum des berühmten Saharapioniers, Jägers und Afrikaners Colonel Augieras, ein bisschen Herumschnüffeln im Kzar, der uralten Festung der Wüstenbewohner hoch oben auf dem die Oase dominierenden Hügel erbaut, einiges Herumstreifen in der Oase selbst — das lässt die wenigen Ruhetage wie im Fluge verschwinden. Doch « mächtig ist der Ruf der Wüste ». Ich verlasse einige Tage später El Golea in einem Typischer Hoggarbera. Bei einem verlassenen Brunnen wird Mittagsrast gehalten. Das Innere eines verlassenen trockenen Brunnens. Ein verdursteter Esel, der teilweise in das Brunnenloch gefallen ist. Weaweiser in Tamanrasset. Die Konkurrenz de« Autos: Das Wüstenschiff. Die Eingeborenen sind Tuaregi. So schrieb ich während tagelangen Fahrten mein* krtchte.