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Nr. 2 / 2018

90 Jahre – modern wie nie! In der aktuellen Ausgabe der Schweizer Hausapotheke biegen wir ein ins Jubiläumsjahr. Unter anderem beleuchten wir wie es früher war. Als Vergleichsquelle diente unser Archiv..

Gesundheit in Blogform

Gesundheit in Blogform Gesundheit entsteht im Kopf Was geschieht mit einem Menschen, wenn er von heute auf morgen die Welt der Gesunden verlässt und fortan zu den Kranken zählt? Und nicht zu den heilbar Kranken, die mit der Hoffnung leben, eines Tages die Grenze zwischen gesund und krank wieder zu überschreiten und sich wie von einem bösen Traum erwachend wieder zu den Lebenden, den Gesunden zu gesellen? Wie sich dies anfühlt, habe ich vor zwei Jahren im Untergeschoss eines Spitals erlebt, als mir ein vermeintlicher Gott in Weiss nur widerwillig auf mein Drängen hin zu verstehen gab, dass ich auf Grund der Ergebnisse zweifelsohne von nun an der Gruppe der Kranken angehöre. Sprachlosigkeit, Verzweiflung, Wut, Tränen, Leere im Kopf und im ganzen Körper, bis auf die neuen Symptome, welche von nun an meine steten und gemäss Arzt chronischen Begleiter werden sollten. Die nächste Zeit war geprägt von Gefühlen der Wut, des Abschieds, des Unverständnisses. Von Eifersucht. Eifersucht auf die Gesunden, zu denen ich nun nicht mehr zählen werde. Nie mehr. Denn ich bin chronisch krank. Der erste Schock verflog nur langsam. Ich merkte es kaum, doch die Wut begann sich langsam in Trauer zu verwandeln. Ich schrie weniger, ich weinte mehr. Zwischen den Tränen erste Versuche, mich in meiner neuen Welt, der Welt der Kranken, zurechtzufinden. Mich in meinem neuen Körper, begleitet von unterschiedlichsten, täglich neuen und doch Stück für Stück vertrauteren Symptomen, zu arrangieren. Das war schwierig. Die Ärzte vermittelten mir, dass ich nun nicht mehr in der Lage sei, freie und eigene Entscheidungen zu treffen. Dieses Recht habe ich beim Verlassen der Gruppe der Gesunden abgeben müssen. Die Ärzte schienen nun als einzige zu wissen, was das Beste für mich wäre. Nebst meinen Arztterminen, Blutkontrollen und Pharmabroschüren stellte ich fest, dass sich in mir drin etwas zu regen begann. Zu Beginn nur sehr zaghaft, fast schüchtern, machte sich ein Gefühl breit, das sich von Tag zu Tag stärker entfaltete. Ich musste schon ganz genau hinhören, um es deutlicher wahrzunehmen und festzustellen: Nein, es war kein neues Symptom, wie ich anfänglich geglaubt hatte. Es fühlte sich warm, vertraut und hoffnungsvoll an. Es schien wie ein Gruss aus der so schmerzlich verlassenen Gruppe der Gesunden zu sein. Anfänglich dachte ich, es sei einfach das Bedürfnis, wieder gesund sein zu wollen. Sich nicht mit der neuen Gruppe anfreunden zu wollen, zu der ich nun gehörte, egal ob ich das möchte oder nicht. Schritt für Schritt stellte ich aber fest: Nein, so war es nicht. Die Gesundheit hielt wieder Einzug in mein Leben. Es war nicht so, wie man vielleicht denken könnte. Ich wurde nicht von einem Tag auf den anderen geheilt. Ich war nach wie vor mit chronischen Symptomen konfrontiert. Doch in meinem Kopf begann sich etwas zu verändern. Ich stellte fest, dass es trotz meiner Symptome Tage gab, an denen ich mich kräftiger fühlte als an anderen. An denen ich durch die Symptome weniger geschwächt war. Ich stellte zunehmend fest, dass es nur sehr wenige Menschen in meinem engeren und weiteren Bekanntenkreis gibt, die sich wirklich zur Gruppe der Gesunden zählen dürfen. Das eine oder andere Leiden, stärker oder schwächer, trägt jede und jeder mit sich herum. Ich begann mich zu fragen, wer sich das Recht nimmt, mich in die Gruppe der Kranken zu verdrängen, mir das Recht auf Gesundheit zu entziehen. Ich begann zu realisieren, dass ich es selbst in der Hand hatte. Zu welcher Gruppe ich mich zählen möchte, liegt ganz allein bei mir. Gesundheit entsteht im Kopf. Heute sehe es ganz deutlich: Es gibt nicht die Gruppe der Kranken und jene der (vermeintlich) Gesunden. Wir bewegen uns auf einem Kontinuum von krank zu gesund, welches unvermeidlich von körperlichen und psychischen Symptomen mitbestimmt wird. Meine persönliche Freiheit hingegen liegt darin, mir trotz der Diagnose eines chronischen Leidens ein Stück Gesundheit zu bewahren, es immer wieder herzustellen und jeden Tag aufs Neue zu entdecken. Ich lasse mir meine Gesundheit nicht nehmen, weder von einer Diagnose noch von Ärzten und am wenigsten von mir selbst. S.A. Ihre Meinung zum aktuellen Beitrag oder Ihre eigene Gesundheitsgeschichte in Blogform: blog@schweizerhausapotheke.ch 60 Schweizer Hausapotheke 2-2018

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