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Nr. 2 März/April 2018

90 Jahre – modern wie nie! In der aktuellen Ausgabe der Schweizer Hausapotheke biegen wir ein ins Jubiläumsjahr. Unter anderem beleuchten wir wie es früher war. Als Vergleichsquelle diente unser Archiv..

Das Geheimnis der

Das Geheimnis der Zufriedenheit «Wessen Geist nicht erschüttert ist inmitten von Leid und inmitten von Freude, ist frei von Begehren. Wer frei ist von Vorlieben und Angst und Zorn, ist ein Weiser mit gefestigter Einsicht.» (Bhagavadgita II, 56) Unser Leben pendelt für gewöhnlich in der ganzen Bandbreite von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt; denn die einen Ereignisse und Situationen machen uns glücklich, andere unglücklich. Gerade im Alltäglichen erleben wir dieses Auf und Ab ständig: ein unerwartetes Geschenk – der Ehepartner vergisst den Hochzeitstag; ein lustiger Abend mit Freunden – ein Streit mit den Nachbarn; Vorfreude auf die Ferien – massive Flugverspätung; eine Lohnerhöhung – der Diebstahl der Brieftasche. In diesem Spannungsfeld von Angenehmem und Unangenehmem, von Geliebtem und Verhasstem bewegen wir uns tagtäglich – und halten es für normal. Denn oft wird gesagt, auch die Tiefs gehörten nun einmal zum Leben… Ja, sie gehören zum Leben, weil wir es zulassen. Doch es müsste nicht so sein. Der Baum der Erkenntnis Von einer höheren Warte aus betrachtet, sind die Ereignisse und Situationen an sich nämlich weder freudig noch leidvoll. Erst unsere Betrachtungsweise, unsere individuelle Bewertung macht sie für uns zu erwünschten oder unerwünschten. Die symbolische Deutung der Schöpfungsgeschichte aus dem Alten Testament zeigt uns dies in eindrücklicher Weise. Adam und Eva lebten im Paradies auf Erden und waren vollkommen glücklich. Sie kannten keine Bedürfnisse und kein Leid, sie bekamen alles, 32 Schweizer Hausapotheke 2-2018 was sie brauchten. Gott hatte ihnen einzig die Frucht des Baums der Erkenntnis von Gut und Böse verboten. Aber sie pflückten und assen sie, und von dem Moment an besassen sie die Fähigkeit der Unterscheidung. Während zuvor alles gleichermassen gut gewesen war, empfanden sie nun einiges als gut, also erwünscht, und anderes als böse, also unerwünscht. Diese Eigenschaft gaben die Urmenschen an ihre Nachkommen weiter, sodass die «Erbsünde» nun auf uns allen lastet: Wir halten die einen Dinge für schön und die anderen für hässlich, die einen für gut und die anderen für schlecht, die einen für angenehm und die anderen für unangenehm. Erstere wollen wir, letztere wollen wir nicht. Damit fängt das Leiden an: Wir sind unzufrieden, wenn wir nicht haben, was wir begehren und wenn wir bekommen, was wir verabscheuen. Der Ausweg, die Rückkehr ins «Paradies», ist im Grunde genommen ganz einfach: Wir müssen aufhören zu werten und Unterschiede zu sehen. Es muss uns einerlei sein, ob wir reich oder arm, gesund oder krank sind, in einer harmonischen Partnerschaft leben oder allein. Das Diktat von Lust und Unlust Selbstverständlich ist jedem von uns lieber, wenn er reich und gesund ist, wenn er geliebt wird und mit allen in Frieden lebt. Und natürlich ist es nicht einfach, schwere Schicksalsschläge gleich zu bewerten wie einen Sechser im Lotto. Doch seien wir ehrlich: Wie oft im Leben treffen sie uns? Womit wir uns meistens herumquälen, sind die alltäglichen Verdriesslichkeiten. Im Allgemeinen handeln wir nämlich nach dem Prinzip von Lust und Unlust. Es gibt eine Menge Dinge, die wir gerne tun und ebenso viele, die wir ungern erledigen. Dadurch wechseln wir fortwährend zwischen Freude und Widerwillen. Indem wir künftige lustvolle Vorhaben wie den Feierabend, eine Party, den Urlaub herbeisehnen, öffnen wir der Enttäuschung und der Frustration Tür und Tor: Falls die Wirklichkeit dann nicht unserer Vorstellung entspricht oder wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Noch mehr Gedanken und Empfindungen verschwenden wir oft an Unangenehmes; denn immer wieder müssen wir ja etwas tun, wozu wir keine Lust haben – und wir wissen alle, wie missmutig wir uns beim Verrichten solcher Tätigkeiten fühlen und wie lästig es ist, wenn diese noch vor uns liegen. Ganz zu schweigen von der Energie, die wir ins Aufschieben und Umgehen investieren. Bedenken wir, dass der grössere Teil des Tages aus Pflichten besteht: Wie traurig, wenn es uns nicht gelingt, daran Freude zu finden! Wir vergeuden dann einen Teil unseres Lebens lustlos und kläglich.

Ins_Fortevital_Staerkung_HausApo_210x139_9.15_d+f.indd 1 08.09.15 12:45 Durch Gleichmut zur Zufriedenheit Es ist menschlich, dass wir die einen Dinge anderen vorziehen. Doch dadurch sind wir dem «Drama des Lebens» mit seinem Auf und Ab unterworfen und weit entfernt von der anhaltenden Zufriedenheit. Um dem zu entgehen, müssen wir lernen, alles gerne – oder zumindest gleichmütig, ohne Abneigung – zu tun. Das ist gar nicht so schwer, es braucht nur ein bisschen guten Willen und etwas Ausdauer, bis sich dieses Verhalten als Gewohnheit in uns eingeprägt hat. Wir halten uns einfach strikte an eine simple Regel: Ich mache stets das, was gerade ansteht. Ob im Haushalt, im Beruf oder in der Freizeit: Wenn wir sehen, dass etwas getan werden sollte (und wir sehen es, alles andere sind faule Ausreden), dann tun wir es, ohne Aufschub und vor allem ohne Widerwillen, mit Gleichmut. Beispiele: ● Es ist keine Milch mehr da. Ich gehe einkaufen – und denke nicht: «Trinken wir den Kaffee halt für einmal ohne». ● Ich sehe das volle Ablagekistchen. Ich ordne die Papiere und hefte sie ab – und finde nicht, eine andere Aufgabe sei wichtiger, weil sie mir lieber ist. Desgleichen verfahren wir mit den äusseren Umständen, die wir nicht beeinflussen können. Beispiele: ● Ich hatte einen Ausflug geplant, nun ist aber das Wetter schlecht. Ich bin nicht enttäuscht oder verfalle in Trägheit, sondern bemühe mich, die Freizeit anders zu gestalten. ● Widerfährt mir etwas, was mir eigentlich nicht gefällt, so mache ich mir bewusst: «Es hat bestimmt einen Sinn, es ist nicht schlimm, was kann ich dabei lernen und Positives daraus machen?» ● Entwickelt sich ein Vorhaben nicht wie gewünscht, so relativiere ich und sage mir: «Es ist doch nicht so wichtig; wie es gekommen ist, stimmt für mich ebenfalls.» Wir werden Gleichmut nicht von einem Tag auf den anderen erlangen; wie bei allen unseren Veränderungen müssen wir an uns arbeiten. Wenn es uns aber nur schon gelingt, die Wertung in solchen unwichtigen, banalen Situationen abzuschaffen, sie gelassen anzunehmen und zu handeln, wie es gerade erforderlich ist, ohne Unlust, Frustration, Verärgerung und andere negative Empfindungen, sind wir der immerwährenden Zufriedenheit ein grosses Stück näher gerückt. Dieser Artikel beruht auf dem Buch von Karin Jundt: «Karma Yoga – Auf dem sonnigen Weg durch das Leben». Website der Autorin: www.karma-yoga.ch Karin Jundt ist Autorin und Verlegerin von Fachbüchern über Selbstliebe, Karma Yoga und Spiritualität. STÄRKT UND VITALISIERT FORTEVITAL ® Stärkungsmittel mit Ginseng, Ginkgo, Vitaminen, Mineral stoffen und Spuren elementen. Verbessert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Fortevital Stärkungsmittel ist erhältlich als Tonikum oder als Kapseln à 30, 60 & 120. Dies ist ein Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage Rezeptfrei erhältlich in Apotheken und Drogerien. Zulassungsinhaberin: Tentan AG, 4452 Itingen, www.tentan.ch Schweizer Hausapotheke 2-2018 33