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Nr. 2 März/April 2018

90 Jahre – modern wie nie! In der aktuellen Ausgabe der Schweizer Hausapotheke biegen wir ein ins Jubiläumsjahr. Unter anderem beleuchten wir wie es früher war. Als Vergleichsquelle diente unser Archiv..

Kleines Organ – grosse

Kleines Organ – grosse Wirkung! Viele wichtige Körperfunktionen werden durch die Schilddrüse reguliert. Ein kurzer Überblick über Aufgaben, mögliche Erkrankungen und Therapien der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist in etwa so gross wie eine Baumnuss und befindet sich im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes. Mit ihren beiden Seitenlappen gleicht sie in ihrer Form einem Schmetterling, dessen Flügel sich an die Luftröhre schmiegen. Schlüsselfunktion beim Stoffwechsel Zwei lebenswichtige Hormone werden in der Schilddrüse gebildet: das Trijodthyronin (T3) und das Tetrajodthyronin oder auch Thyroxin (T4). Diese werden ins Blut abgegeben und können so ihre Funktion ausüben. Zur Produktion der Hormone benötigt die Schilddrüse Eiweiss und Jod. Da der Körper das Jod nicht selber herstellen kann, ist er auf die Aufnahme von Jod aus der Nahrung angewiesen. T3 und T4 regulieren den gesamten Stoffwechsel und bestimmen, ob dieser auf Hochtouren oder auf Sparflamme läuft. Energieverbrauch, Kreislauf, Körperwärme, Mineralstoff- und Wasserhaushalt, Sauerstoffverbrauch, Magen- Darm-, Nerven- und Muskelfunktionen, Sexualität und Fruchtbarkeit sind von der Funktion der Schilddrüse abhängig. Auch auf die Psyche wirkt sich das kleine Organ aus, indem es das seelische Wohlbefinden beeinflussen kann. Während des Wachstums steuert es zusätzlich die geistige und körperliche Entwicklung. Erkrankungen der Schilddrüse Schilddrüsenerkrankungen sind nicht selten und in den meisten Fällen ungefährlich und gut behandelbar. Zu den häufigsten Problemen zählen die Schilddrüsenüberfunktion, die Schilddrüsenunterfunktion sowie die Vergrösserung der Schilddrüse. Teilweise sind diese Erkrankungen erblich veranlagt. Wenn nahe Verwandte betroffen sind, ist die Gefahr, dass man selber auch erkrankt, erhöht. Schilddrüsenerkrankungen sind oft nicht einfach zu erkennen. Der Grund liegt darin, dass viele Symptome nicht sehr spezifisch und zu Beginn auch wenig ausgeprägt sind und deshalb oft zuerst auf andere Erkrankungen oder Ursachen schliessen lassen. Vermutet man hingegen eine Schilddrüsenerkrankung, lässt sie sich oft schnell und eindeutig diagnostizieren: Der Arzt kann das Organ von Hand abtasten oder mit Ultraschall untersuchen sowie die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmen. Schilddrüsenüberfunktion Eine Überfunktion der Schilddrüse wird im Wesentlichen durch zwei Auslöser verursacht: durch die Basedow’sche Erkrankung, bei der bestimmte Antikörper die Schilddrüse zu unkontrollierter Produktion von Schilddrüsenhor- 54 Schweizer Hausapotheke 2-2018

monen anregen oder durch sogenannte «Heisse Knoten». Das sind Gewebeveränderungen in der Schilddrüse, die vermehrt Jod aufnehmen und Schilddrüsenhormone freisetzen. Mögliche Symptome einer Überfunktion sind Nervosität, Unruhe, innere Anspannung, ungewollter Gewichtsverlust, Herzrasen, Durchfall und Schwitzen sowie Schlaflosigkeit mit einhergehender Erschöpfung. Die Behandlung kann mit Tabletten erfolgen, die die Produktion der Hormone hemmen. Manchmal ist auch eine operative Entfernung der «Heissen Knoten» oder eine Radiojodbehandlung sinnvoll. Schilddrüsenunterfunktion Wenn in der Schilddrüse zu wenig oder keine Schilddrüsenhormone mehr gebildet werden, laufen viele Körperfunktionen auf Sparflamme. Folgende Symptome können darauf hinweisen: Antriebsschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Frieren, verlangsamter Puls, Gewichtszunahme und Verstopfung. Bei Kleinkindern können auch körperliche und geistige Entwicklungsstörungen auftreten. Meist ist eine Unterfunktion die Folge einer Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Die Behandlung besteht darin, die fehlenden Hormone in Tablettenform einzunehmen. Hierbei ist es wichtig, die richtige Dosis zu ermitteln, was manchmal längere Zeit braucht. Vergrösserte Schilddrüse Vor allem durch eine zu geringe Jodzufuhr kann ein Struma (Kropf) entstehen. Hier ist die Schilddrüse vergrössert und häufig bilden sich Knoten, die nicht zwangsläufig von aussen sichtbar sind, sich aber durch ein Druck- und Engegefühl am Hals bemerkbar machen können. Als Therapie werden Jod- und Schilddrüsenhormontabletten eingesetzt. Unterstützend sollte man auf jodiertes Salz und auf Nahrungsmittel, die Jod enthalten (vor allem Fisch und Meeresfrüchte oder auch Milchprodukte) zurückgreifen. Christiane Schittny ist Apothekerin und Betriebsleiterin. Seit 15 Jahren arbeitet sie als Fachjournalistin für diverse Printmedien. Arzt und Forscher Dr. Carl Spengler Wenn die Pollen fliegen Sorglos durch den Frühling mit Original Spenglersan ® Staphylococcus aureus comp. Starten Sie mit der Anwendung jetzt steinberg pharma Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder Drogerie beraten. Original Spenglersan ® Produkte – seit 20 Jahren erfolgreich in der Schweiz steinberg pharma AG, CH-8400 Winterthur Schweizer Hausapotheke 2-2018 55