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E_1948_Zeitung_Nr.037

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AUTOMOBIL RcVUC Die Redaktion; Nr. 37 > BERN, Mittwoch, 25. August 1948 44. Jahrgang Nummer: 30 Rp. i^aa-i^-g-Tasisjfel ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen Schweiz: ABONNEMENTS-PREISE: halbjährlich Fr. 6.30 jährlich Fr. 12.60 Erscheint jeden Mittwoch REDAKTION und ADMINISTRATION: Breitenrainstr. 97, Bern Telephon (031) 2 82 22 - Poetcheck III414 • Telegramm-Adresse: Autorevne, Bern Geschäftsstelle Zürich: Löwenstrasse 51, Zürich 23. Telephon 23 97 43 INSERTIONS-PREIS: Die achlgespallene 2 mm hohe Grnndzeile oder deren Ranm 60 Rp. Grössere Inserate nach Spezialtarif Inseratenschlose Freitag 12 00 Ihr Sind Verletzungen bei Zusammenstössen verhütbar ? Ergebnisse von Untersuchungen'in den USA ÄHB Im « Journal of the American Medical Association » findet sich ein ausführlicher Artikel von Dr. Ciaire L. Straith, Leiter des Instituts für plastische Chirurgie am Harper Hospital in Detroit, worin die Frage der Häufigkeit von Verletzungen und Todesfällen bei Fahrern und Insassen von Autos untersucht wird. Der Verfasser kommt auf Grund eingehenden statistischen Materials zu dem Schluss, dass entgegen einer weitverbreiteten Ansicht der Fahrer den sichersten Platz im Auto innehat. Lenkrad, Lenksäule und Pedale stellen zwar Gefahrenquellen dar, die bei den anderen Plätzen wegfallen, aber umgekehrt schützt das Lenkrad vor den ausserordentlich gefährlichen Zusammenstössen mit Drei typische Arten von Verletzungen von Mitfahrern: Links: der Kopf wird vorwärts geschleudert und durchbricht die Windschutzscheibe. Schnittwunden an der Kopfhaut und am Nacken sind in der Regel die Folge — Mitte : Diese Art des Aufschiagens führt sowohl zu Schnittwunden durch die Schsibensplüler als auch zu Quetschwunden im Gesicht. — Rechts: Quetsch- und Risswunden sind die Folge des Aufschlagens auf die Knöpfe, Schalter u. ä. am Instrumentenbrett. Windschutzscheibe und Armaturenbrett. Daraus ergibt sich zweierlei: Zum einen sind die Verletzungen des Fahrers durchwegs leichterer Natur; in der Regel bestehen sie aus Riss-, Quetsch- und Schnittwunden am Kinn, Verletzungen des Brustkorbs und der Knöchel. Zum andern sind Unglücksfälle mit tödlichem Ausgang für den Fahrer viel seltener als für die Passagiere. Das offenbart eine typische Statistik: In einem Monat, da in Detroit die Insassen von 232 Wagen verunglückten, gab es nur 13 Fälle, in denen zwar der Fahrer, nicht aber die Mitfahrenden verletzt wurden. Umgekehrt wurden 219 Fälle registriert, in denen die Passagiere Verletzungen davontrugen, nicht aber der Fahrer! Unter den Mitfahrenden 6ind jene am meisten gefährdet, die, sich auf dem Sitz neben dem Fahrer befinden. Ihre Verletzungen führt man auf drei Typen von Aufprall auf das Wageninnere zurück. Beim ersten wird der Mitfahrende so nach vorne geschleudert, dass sein Kopf gegen die Windschutzscheibe prallt und sie, bei besonders starkem Anprall, zertrümmert. Charakteristisch hiefür sind schwere und schwerste Verletzungen von Schädeldecke und oberem Gesichtsdrittel. Beim zweiten Typ wird der Kopf erst gegen die Windschutzscheibe geschleudert und prallt dann nach unten ab. Dabei werden vor allem Nase, Backen und Kiefer in Mitleidenschaft gezogen, weil sie auf die Knöpfe, Hebel. Aschenbecher usw am Armaturenbrett aufschlagen. Beim dritten Typ erfolgt der Beispiel einer Schutzeinrichtung gegen Verletzungen, die dadurch entstehen, dass bei Zusammenstössen der Kopf des Mitfahrers gegen das Armaturenbrett geschleudert wird. Die Vorrichtung iässt sich an jedem Wagen anbringen; sie ist an Scharnieren aufgehängt, um die Zugänglichkeit des Handschuhkästchens nicht zu beeinträchtigen und bietet Kindern wie Erwachsenen guten Schutz. Anprall unmittelbar auf das Armaturenbrett. Am wichtigsten ist vielleicht die Feststellung, dass dieser Typ von Unfall am meisten Todesopfer unter Kleinkindern fordert, die entweder auf dem Sitz stehen oder von ihrer Mutter auf dem Schoss gehalten werden. An spezifischen Vorschlägen zur Abwendung der schweren Folgen solcher Unfälle verdienen die folgenden Beachtung: Den Fahrern (namentlich den jüngeren, die das grösste Kontingent an Verkehrssündern stellen) muss eingeschärft werden, dass sie selbst verhältnismässig sicher sind, dass sie jedoch ihre Mitfahrer gefährden. Mütter sollten sich einprägen, dass Babys, die auf dem Schoss gehalten werden, den schwersten Unfällen ausgesetzt 6ind. Endlich wird empfohlen, da6 Armaturenbrett mit einem Gummibezug oder dergleichen zu polstern, alle scharfen und vorspringenden Knöpfe und Kanten zu beseitigen und, wenn möglich, die Windschutzscheibe an Scharnieren aufzuhängen, die bei einem Anprall von innen her nachgeben, bevor det Anprall stark genug ist, um das Glas zu zertrümmern. * Das gleiche Thema behandelt auch ein in den '« Mechanix Illustrated » erschienener Artikel, der eine Auswertung der wissenschaftlichen Untersuchungen am Forschungsinstitut für «Absturzoder Kollisionsverletzungen» beim New Yorker Cornell-Medical-Center darstellt. Auf Grund genauer und gewissenhafter Analysen ist man dort zur Erkenntnis gelangt, dass durch die Beseitigung besonders gefährlicher Teile der Inneneinrichtung eines Wagens wie auch des Pilotensitzes in einem Flugzeug mancher tödliche Unfall verhütet werden könnte. Phantastisch anmutende Tatsachen zur Belegung der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Körpers gegen die bei einem Zusammenstoß auftretenden Kräfte sind dabei ans Tageslicht gekommen. Danach genügt es, dem Körper auch nur eine halbe Chance zu geben — und er wird selbst einen Zusammenprall von ungeheurer Wucht aushalten. Gestützt auf seine Erfahrungen und Beobachtungen bei Hunderten von Flugzeugabstürzen und Autozusammenstössen hat der Direktor des genannten Instituts, Mr. De Haven, erklärt, er ziehe ein Stück glattes Blech einer dicken Matratze als Schutz gegen die Folgen eines Aufpralls im Flugzeug oder einer Kollision im Auto vor. Weshalb? Weil es, wie er sagt, beinahe unmöglich ist, dass der menschliche Schädel beim Aufschlagen auf eine nachgebende Blechfläche zertrümmert wird. Anders dagegen, wenn der Kopf eines Menschen gegen einen harten Gegenstand auf dem Armaturenbrett schlägt: Dann springt der Schädel wie eine Eierschale. Dramatisch verlaufende Unfälle untermauern diese Schlussfolgerungen, fügt Mr. De Haven bei. So stürzte ein Mann annähernd 15 Stockwerke tief und trug nicht einen einzigen Knochenbruch davon. Wieso? Er landete auf der Motorhaube und den vorderen Kotflügeln eines Autos, und diese Blechfläche dämpfte den Fall aus der Höhe. Ein Wunder ist das nach den Erklärungen der genannten Forscher nicht. Die Antwort liegt im Bau des menschlichen Körpers, der riesigen Kräften zu widerstehen vermag, wenn sie nicht lokalisiert 6ind, Im obenerwähnten Fall verteilte sich die Gewalt der Sturzkräfte auf fast den ganzen Körper. Das Karosserieblech wurde über 20 cm tief eingedrückt. Zwar dauerte der Aufprall nur einige Sekundenbruchteile, aber während dieses Augenblicks verteilte 6ich die Stosswirkung dank dem Nachgeben und der Wiederan6pannung des Blechs. Eine Matratze auf der Strasse hätte den Tod des Mannes nicht abzuwenden vermocht. Sie wäre zu rasch und zu leicht zusammengedrückt worden, und die Wirkungen des Sturzes auf den «unnachgiebigen » Strassenbelag zu brechen. Nach den weiteren Erläuterungen Mr. De Havens beginnt das Blech im Moment der ersten Berührung zu arbeiten. Es bremst die Wucht des Aufpralles allmählich, auch wenn der ganze Vorgang sich in Bruchteilen einer Sekunde abspielt. Ein anderes Beispiel; Eine Frau sprang aus dem 10. Stockwerk eines New Yorker Miethau6es herunter. Sie kam flach auf den Rücken in einen kleinen Garten zu liegen. Ein geglückter Selbstmord? Nein, nur ein gebrochenes Gelenk und einige Quetschungen. Im Boden blieb der Abdruck ihres ganzen Körpers zurück, 12 cm tief, ein Beweis dafür, dass die Verteilung der Kräfte des Falls auf eine grosse Fläche ihres Körpers das Leben der Frau gerettet hatte. Eine weitere Illustration zu dieser Feststellung bildet der Sturz eines Mannes aus noch grösserer Höhe. Zu seinem Glück fing ihn das Dach eines parkierten Wagens auf, wobei Kopf und Schultern die ganzen Kräfte aufnahmen. Wohl kriegte das Dach eine tiefe Einbuchtung ab, der Mann jedoch erlitt lediglich einen Schlüsselbein- hmeh. AKertnaiis wirkte ^a« B1er.fi als Retter. Diese und zahlreiche andere Fälle anscheinend wunderbaren Entrinnens vor dem Tode hat das « Crash-Injury Institute » zum Gegenstand einlässlicher Studien gemacht, wobei ihm die Tatsache zustatten kam, dass hier die Geschwindigkeit des fallenden Körpers genau berechnet werden kann und dass die Analysierung des ganzen Vorganges sich einfacher und leichter gestaltet. Schlägt der Kopf eines Automobilinsä6sen oder eines Fliegers gegen die Fläche des Instrumentenbrettes, dann genügt dessen «Nachgiebigkeit» im allgemeinen, um den Anprall auf grosse Partien des Schädels zu verteilen. Die Abbremsung des Nach-vorn-Geworfenwerdens erfolgt relativ stufenweise. Ragt aber Sie haben eine Chance, die Folgen von Zusammenstössen zu mildern oder zu verhüten, wenn Sie sich so verhalten, wie dieses Bild zeigt. Als Fahrer legen Sie sich über das Lenkrad, als Mitfahrer lehnen Sie sich gegen das Instrumentenbrett und Passagiere auf dem Rücksitz legen sich, mit dem Rücken nach vorn, auf den Boden. 32 m ist hier ein Mann aus einem Fenster gestürzt, ohne einen einzigen Knochenbruch davonzutragen. Er fiel auf die Kühlerhaube und die Kotflügel eines Wagens, wobei die Wucht des Falles auf eine grosse Fläche verteilt wurde. umgekehrt ein selbst kleines und leichtes Insirument auf dem Spritzbrett hervor, so trifft es den Schädel mit der Wucht eines Schleudergeschosses, dessen Geschwindigkeit jener des Autos oder des Flugzeugs im Augenblick des Aufpralls entspricht. In Tat und Wahrheit steht das Armaturenbrett still, und es ist des Fliegers oder des Autoinsassen Kopf, der sich noch immer vorwärtsbewegt. Bei einem Unfall ist von allen. Teilen de6 menschlichen Körpers der Kopf am stärksten Verletzungen ausgesetzt. Wir können, sagt De Haven, einen Unfall, der Arm-, Beinbrüche usw. verursacht, überleben. Sie sind verhältnismässig unbedeutend; aber ein kräftiger Schlag auf den Kopf genügt, um das Bewusstsein auszulöschen. Cornells Forschungen weisen denn auch mit zwingen- Von unten nach eben zeigen diese Darstellungen die mit abnehmender Ausdehnung wachsende Gefährlichkeit von Oberflächen beim Aufschlagen des Kopfes. Je kleiner die Oberfläche, desto schwerer die Verletzungen. der Deutlichkeit darauf hin, dass diese Art von Verletzungen mehr Tote auf dem Gewissen hat als alle anderen zusammen. Unser erstes Streben muss deshalb darauf gerichtet sein, diesen Körperteil des Fliegers und de« Auto- Amerikanische Sealed-Beam-Scheinwerfer müssen ab Neujahr 1949 verschwinden Weiterhin Anziehen des internationalen Autotourismus nach der Schweiz Das Nationale Malojarennen Der Fiat 500 B Land-Rover, ein neues Mehrzweckfahrzeug Situation und Aussichten des deutschen Strassenverkehrs in der Westzone Lage und Zukunftsaussichten der französischen Pneuindustrie Brief aus der Tschechoslowakei'