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E_1948_Zeitung_Nr.041

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24 AUTOMOBIL REVUE

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#m&iÄz^M*^/&4ftf£i € Wie eine Seele, die aus lautem Drängen / Dem Kreis der Vielen heimlich sich entstahl / So einsam stehst du...» Ein Münstertaler Dichterpfarrer, William Wolfensberger, hat seinem Val Müstair, dem bündnerischen Münstertal, diese stimmungsvolle Huldigung gewidmet. Sie ist keineswegs übertrieben. Schon dass wir über einen Berg müssen, um ins Münstertal zu gelangen, den Ofenberg, über die Passhöhe des Fuorn, ist Sinnbild dieser Taleinsamkeit. Denn wieviele Bande auch das Tal mit der übrigen Schweiz verknüpfen, es ist dennoch ein Fürsich, Valcava. die Pfarrkirch» etwas ganz Besonderes. Nur wollen wir nie vergessen, dass Einsamkeit nicht etwa Trostlosigkeit sein muss, sondern Geborgenheit sein kann. Wer, der von oben ins Val Müstair hinabgeschaut hat, hätte nicht bereits den Eindruck solcher Geborgenheit empfangen! Wie es daliegt zwischen seinen hohen Bergen, « phrasenlos gesagt: lieblich », wie Hermann Hitlbrunner einmal bekennt!! Seinen Grund durchströmt der Rambach, Schicksalsgewässer nicht nur, weil er die Landesgrenze überschreiten und seine Wellen der Etsch zuführen wird, sondern weil er das Blut der Kämpfer der Calvenschlacht in sich aufgenommen hat. « Es treiben die Leichen der Männer / Fort auf den Fluten des Rams ». So hat Simon Lemm Margadant, der in Guad überm Pischafall geborene Dichterhumanist des 16. Jahrhunderts, Melanchthons Freund, dessen Vater beim Sturm auf die Calvenschanze mitgefochten hat, in seiner « Raeteis » die Folgen des erbitterten Ringens Mann gegen Mann geschildert Die noch heute erklingende Totenglocke von Cierfs hat damals, 1499, geläutet, als die Schweizer Aufgebote zum' Kampf in der Calven talabwärts rückten. Cierfs ist nicht das höchstgelegene Münstertalerdorf — diesen Rang beansprucht Lü mit seinen 1918 m, am Passwege zum Costainasoder Scarlpass gegen das Unterengadin hin. Val Müstair Von Dr. Willy Meyer, Genf (Mit Aufnahmen des Verfassers) y&lfatn0$$-/&{M>t£ Aber Cierfs ist das oberste Dorf an der Munstertaler Hauptroute, der Ofenbergstrasse, der entlang sich nach .Osten auch alle anderen Ortschaften reihen, Fuldera, Valcava, Santa Maria und Münster, an der grossen Autostrasse, von der bei Santa Maria die Umbrail- und der anschliessenden StilfserJochstrasse abzweigen. Cierfs und Lü haben als nächste Münstertaler Zugangsorte zum Schweizerischen Nationalpark hervorragende touristische Bedeutung. Vom unterengadinischen Zernez, dem Ausgangspunkte der Ofenpaßstrasse, ist Cierfs 28,3 km, von der 2155 m hohen Passhöhe ist es nur 6 km entfernt. Der Abstand zwischen Cierfs, 1643 m, bis zum Grenzort Münster, 1248 m, beträgt noch 10,9 km. Die Umgebung von Cierfs ist noch Alpenrosengelände. Bis beinahe 1900 m hinauf aber gedeiht im Münstertale noch Getreide, bis nahezu 1400 m hinauf Obst, die Waldeshöhe übersteigt 2300 m. Unter den Blumen, denen das Münstertaler Klima zuträglich ist, nimmt eine Vorzugsstellung die Engadinernelke ein, die sowohl als beliebter,Fensterschmuck im Tale selbst erscheint als auch zum Verkauf nach ausserhalb gezüchtet wird. Cierfs, dessen Name übrigens auf das früher zahlreiche Vorkommen von Hirschen deuten soll, bietet einen Anblick, der sich talab wiederholt: den von Rufen, die schon viel Schaden angerichtet haben, und gegen die sich der Mensch durch Verbauungen schützt. Auch für die Dörfer Fuldera, 1641 m, und Valcava, 1410 m, gilt das. Hier mögen besinnliche Worte Wolfensbergers stehen, die man an der Kirche von Fuldera liest: • Wir sind die Stillen. Ob einmal in unseres Lebens engem Tal wir uns geliebt, gehasst: „. Ein jeder ging, früh oder spät, '•» 7 zuletzt in seine stille Statt.:, • zu einer Rast. Es blüht aus Zeit und Not und Leid gelassen gross die Ewigkeit empor in sel'ger Ruh. Ob rosigrot, ob arbeitsmatt, zuletzt in einer stillen Statt ruhst einst auch du. » Gewiss, ein beziehungsvoller Trost in einer Talschaft, die so oft wie das Münstertal — ja nicht nur in der Zeit des Schwabenkrieges! — zum Schauplatz von Feindseligkeiten geworden war. Valcava,. an der Einmündung des Hochtales von Rims mit dem köstlichen gleichnamigen Bergsee, Standort für die Besteigungen des Piz Lad, auch des Grenzkammes mit Piz del Lai, Punta di Rims und Piz Umbrail, hat die Bezeichnung beibehalten, die das Münstertal führte, bevor es nach dem Münster, dem Gotteshaus an seinem Ende, umbenannt wurde: Hohles Tal, (Val Caya). Das Wahrzeichen von Valcava ist seine Kirche, ein Barockbau mit stolzem, kuppelbekröntem Turm. Die Häuser des Münstertales haben leider nur mehr zum Teil den charaktervollen Typus des Engadinerhauses bewahrt, wie ihn gerade in Valcava sehr eindrucksvoll 1 das Gemeindehaus vertritt, mit einem Erker, zwischen dessen zwei Geschossen die Bündrterwappen angebracht sind; es stammt aus dem Jahre 1724 und hatte zu Bauherren die Familie Capol, unter deren Vorfahren jener Capol war, der an der Calven nächstens den Schlinigerberg überquerte, die feindliche Hauptstellung -umging und damit wesentlich zum Siege beitrug. Ein stattliches Wohnhans Hessen die Capol auch in Santa Maria aufführen. Santa Maria, 1388 m, ist der Hauptort des Münstertales. Seine Lage ist denkbar günstig: wegen der Uebergänge nach Bormio und nach Münster, Klosterkirche: Standbild Karls des Grossen Trafoi (Umbrail- und Stilfserjoch) und zum Ofenberg (Münsteralpen-Buffalora). So war Santa Maria seit je ein Mittelpunkt des Münstertaler Verkehrs und Tauschhandels. Als heimische Industrie entstand hier die Münstertaler Handweberei, deren Gespinste und Gewebe infolge gediegener und geschmackvoller Ausführung, unter Verwendung von teilweise sehr alten, schon so gut wie vergessenen Rezepten zum Färben der Stoffe, sich bestens einführten und eine erwünschte Einnahmequelle wurden. Der Wohlstand, den noch so manches behäbige Haus in den echt bündnerisch geschlossenen Gassen verrät, rührte, wie so oft in Graübünden, von dem Vermögen her, das sich Heimkehrer im Ausland erworben hatten. Die im Hauptbestand spätgotische, spitztürmige Pfarrkirche wurde im 17. Jahrhundert und neuerdings vor anderthalb Jahrzehnten gründlich renoviert. Das bedeutendste Gotteshaus aber, ein Bauwerk, das auch anspruchsvolle Vergleiche nicht zu scheuen braucht, das architektonische Glanzstück des Münstertales, steht in Münster, 1248 m, dem einzigen ausgesprochen katholischen Platze des Münstertales. Das dortige Kloster verdankt seine Entstehung Karl dem Grossen — wenn man einer legendären Ueberlieferung glauben will, als Dankesstiftung dafür, dass er und seine Gattin Hildegarde, auf dem Rückweg von der lombardischen Königskrönung, aus tödlicher Gefahr in der Nähe des UmbrailJoches errettet wurden. Wie dem auch sei, die Klostergründung durch den Monarchen darf als gesichert betrachtet werden, und sie geschah wohl im Anschluss an den Bayernkrieg, den er 785 siegreich beendete. Eine Inschrift über einer ihn darstellenden Statue des 12. Jahrhunderts, zwischen zwei Chornischen der Stiftskirche, bezeichnet ihn ausdrücklich als. « hujus monasterii fundator »,. als Gründer dieses Klosters. Das Kloster beherbergte anfänglich Mönche, war dann von 900 $ Munster, Konventsgebäude bis 1150 Doppelkloster für Mönche und für Nonnen, wurde Unzuträglichkeiten halber als Doppelkloster wieder aufgehoben und, während man die Mönche nach Marienburg bei Mals versetzte, den Nonnen überlassen. Die Benediktinerinnen wirken noch jetzt als Erzieherinnen. Der Klosterkirche haften im Aeusseren deutliche Züge ihrer karolingischen Epoche an, vor allem am Ostabschluss des Langhauses, den drei halbrunde Apsiden mit Blendbögen bilden. Das Innere wurde nach schweren Brandschäden, die ihm der Calvenfeldzug zufügte, zu dem feierlichen, dreischiffigen Räume umgebaut, zu dessen rhythmisch beschwingten Fächergewölben über runden Säulen und zu dessen reich mit Masswerk durchbrochener Emporenbrüstung man heute bewundernd emporblickt. Auch hier innen haben sich karolingische Reste, malerischer und bildhauerischer Dekor, gefunden; die Wandmalereien wurden ins Zürcher Schweizerische Landesmuseum verbracht. Mitsamt verschiedenen Wohntrakten im Norden und Westen, darunter einem das Langhaus unmittelbar flankierenden Gebäude mit Pultdach und. Zinnenbesatz, sowie einer nahegelegenen romanischen Heiligkreuzkapelle ergänzt sich die Münsterer Abteikirche zu einer imposanten Bautengruppe, deren erhabenen Hintergrund die Bergwelt des Umbrailpasses gestaltet. Der Wiesenplan, auf dem sie sich, vom gedrungenen Turm überragt, erhebt, zieht sanft und ohne natürliche Unterbrechung nach Taufers (Tubre), dessen Name einst im Monasterium Tubris mit dem von Münster verknüpft war, und wenn keine Zollhäuser, Grenzwächter und Grenzpfähle da wären, so führe man unmerklich vom einen ins andere Land. Dennoch ist eine Grenze vorhanden, die, wenn auch nicht als Naturhindernis, so doch geistig spürbar ist: in Taufers ist die « chara lingua » des Romanischen seit rund vierhundert Jahren erloschen; im Münstertale hingegen ist sie lebendig geblieben und hat teil an der Wiedergeburt, derer sie sich als vierte Schweizer Landessprache erfreut. Das und darüber hinaus eine ganze Anzahl weniger einschneidender weiterer Kulturmomente, die immerhin alle zusammen die gefühlsmässige Atmosphäre einer Landschaft beeinflussen, lassen merken, dass man am östlichen Rande Helvetiens angelangt ist. Da wäre es also, das Fürsich des Bündner Münstertales: auf drei Seiten Berge und auf der Vierten, wo nichts trennen würde, doch etwas Artanderes! Aber es ist schon recht, so, wie es ist, und die Münstertaler selbst sind damit zufrieden: mit dem, was sie abschliesst und sie selbst sein lässt, und mit dem, was zu ihnen hereinweht wie erfrischende Zugluft. Welt in der Welt, das ist das Münstertal. Die Kehrseite von Richard C. Seiler Munster, Benediktinerkirche mit karolingischem Apsiden und spätgotischem Turm; rechts {mit Pultdach und Zinnen) Wohngebäude. sfd. Als das grüne Wasser rings um den Wagen rauschend und gurgelnd in die Höhe schoss — schnell und endgültig, wie ein Rolladen fällt, nur in umgekehrter Richtung — sank Frau Betty in den Sitz zurück und machte ergeben die Augen zu. Es war zu Ende, es gab keine Aussicht? auf Entrinnen, und sie wollte die letzten Minuten ihres Lebens gefasst verbringen. Bereits hatten kleine Weilchen ihre Knie erreicht und krochen ihren Leib hinan, und es war ein ähnliches Gefühl, wie wenn sie schaudernd ins tägliche Seebad hineinschritt. Seitdem das Motorgeknatter mit einem seufzenden Gurgeln aufgehört hatte, war es still, und sie Vernahm deutlich das Glucksen des einströmenden Wassers und ein Pfeifen — von Luft vermutlich, die irgendwo durch die Spalten des geschlossenen Autos zischte. Sie schlug die Augen wieder^auf. Es war weniger dunkel als sie geglaubt hatte, grünliches Dämmerlicht herrschte, und am oberen Rand der Windschutzscheibe schimmerte ein milchigheller Streifen. «Der See ist hier mindestens zwanzig Meter tief», dachte sie. « Seltsam, dass die Sonne so weit hinuntermag.» Noch immer hielt sie das Lenkrad krampfhaft umklammert, wie seit jener bangen Sekunde, da sie über die Uferböschung hinweg gesteuert hatte, als der