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E_1948_Zeitung_Nr.041

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AUTOMOBIL REVUE MTnrOCH,

AUTOMOBIL REVUE MTnrOCH, 22. SEPTEMBER 19« - Nr. 41 stammend. Er möchte der Raumnot in der Bahnhöfstrasse vor allem dadurch abhelfen, dass die Gehwege zum grössten Teil in Arkadenform unter die Häuser verlegt würden, während vor den Gebäudefronten nur noch offene Trottoire von 2,70 m Breite blieben. Der Rest der gesamten Strassenbreite würde so eingeteilt, dass beidseits einer Baumreihe in der Strassenmitte je eine 5,40 m breite Fahrbahn und an deren äusserem Rande ein Radfahrweg von, 1,55 m erstellt würde. Die Strassenbahngeleise kämen beidseits des Mittelstreifens zu liegen, so dass ausserhalb des Lichtraumprofils des Trams gerade noch ein genügend breiter schienenfreier Fahrstreifen übrig bliebe. Ist nun schon der Einbau von Lauben nach Berner Art in die Bebauung der Bahnhofstrasse für jeden Sachkenner eine Unmöglichkeit, so zeigt sich die wirklichkeitsfremde Denkweise des Verfassers vor allem in seiner verkehrstechnischen Vorstellungswelt. «Zwischen diesen Mittelbäumen » — sagt er nämlich — « entstünden Wagenparkplätze und Inseltrottoirs in rhythmischer Folge. » Aber er macht sich offensichtlich keine Sorgen darüber, wie ein Autofahrer seinen Wagen längsseits zwischen je zwei Bäume manöverieren, geschweige denn so aufstellen soll, dass nicht schon der erste der auf beiden Seiten im Dezimeterabstand vorbeisausenden Tramzüge sein Fahrzeug gegen den nächsten Baum schleudert. Bezeichnend für die -Leichtfertigkeit, mit der in der Schweiz allerhand Unberufene Verkehrsplanung treiben, ist der wahrhaft groteske Vorschlag, den Rütschi macht, um einer anderen Konsequenz seines Projektes auszuweichen. Nachdem man nämlich auf dem Reissbrett die Tramgeleise unmittelbar zu beiden Seiten einer Reihe von Bäumen angeordnet hat, stösst man schliesslich doch noch auf das nicht ganz bedeutungslose Problem, dass man die Fahrleitung des Trams nicht wohl durch die Kronen dieser Bäume führen kann. Was tut man da? Man schlägt kurzerhand vor, dass die Zürcher Strassenbahn von der Stromabnahme an einer Oberleitung zur unterirdischen Stromzuführung zwischen den Schienen übergehen soll, damit die 1400 m Bahnhofstrasse leistungsfähiger gemacht werden können. (Schluss folgt) Saisonschwankungen im Automobil-Aussenhandel Weiterer Rückgang der Importe im August Nachdem schon im Juli die Bezüge an neuen Automobilen eine kleine Rückbildung erfahren hatten, steht der August mit einer Abnahme der Importe um 733 Stück im Wert von 2,2 Mill. Fr. zu Buch. Die gleiche Erscheinung konnte schon letztes Jahre beobachtet werden, und im allgemeinen pflegt ja auch der Warenaustausch vom Juli auf den August zurückzugehen. Diese saisonmässigen Schwankungen haben sich seit der Vorkriegszeit deswegen noch verstärkt, weil nun auch die Industriearbeiter Ferien erhalten, was zur Folge hat, dass die Produktionskurven in den Sommermonaten sinken. Der Einfuhrrückgang erstreckt sich denn auch ziemlich gleichmassig auf alle Lieferländer, so dass in der Struktur der Einfuhr keine in die Augen springende Aenderung eingetreten ist. Wert Aue. 1947 Stück in Fr. *) Stück USA 877 6 927 043 571 Grossbritannien 376 2 438 055 564 Frankreich 268 1526 658 412 Italien 236 1773 307 143 Deutschland 105 657 408 7 Tschechoslowakei 12 79 357 22 Oesterreich 3 10 715 — Verschiedene 3 — — Total 1880 13 435 243 1719 *) Inkl. Einzel- und Ersatzteile. Die Auswirkungen der Ferienperiode kommen noch deutlicher bei der Inlandmontage zum Ausdruck, deren Tätigkeit gegenüber dem Juli genau auf die Hälfte gedrosselt war. Den An- EIN EXPERIMENT IN LUZERN: Fussgänger und Radfahrer sind im ganzen Lande herum die Sorgenkinder der Polizeiorgane. Es macht nun keineswegs den Anschein, als ob sich daran in absehbarer Zeit ohne äussere Einwirkung etwas ändern werde. Ein Auszug aus der Verkehrsunfallstatistik der Stadt Luzern für das Jahr 1947 redet in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache: Fussgänger Radfahrer Total davon Total davon gaben der Eidg. Oberzolldirektion ist zu entnehmen, dass in der Gewichtsklasse 800—1200 kg 47 Wagen aus in England fabrizierten Teilen zusammengebaut worden sind. In der Pos. 914c (Automobile über 1200—1600 kg) verminderte sich die Montage auf 59 Einheiten amerikanischer Herkunft, und in der Gewichtsklasse über 1600 kg beschränkte sie sich auf 19 Amerikaner. Wertmässig lieferte*" unsere Ausfuhr mit etwas über 1,1 Mill. Fr. fast dasselbe Resultat wie im Vormonat. Dagegen hat sich der Kreis der Abnehmer von Fahrzeugen wiederum erweitert. Ungeachtet der wenig sommerlichen Witterung hat sich die Reisezeit doch in einem Ansteigen des Treibstoffverbrauches deutlich bemerkbar gemacht. Die Aussenhandelsstatistik meldet nämlich die Verzollung von 26 184 t Benzin im Werte von Fr. 6 286 400. Diese Zahlen stellen neue Monatsrekorde dar, wurden doch die April-Einfuhren um 2150 t überboten. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres beträgt die Zunahme fast 2600 t. Erneut muss die Tendenz steter Erhöhung der Einstandspreise registriert werden, denn für den August ergibt sich ein handelsstatistischer Mittelwert von Fr. 24,01 pro Zentner, was nichts anderes heisst, als dass der Grenzpreis innert 12 Monaten um 4 Fr. oder ein Fünftel angestiegen ist. Eine neue monatliche Höchstmenge verzeichnet auch die Einfuhr von Dieselöl mit einem Quantum von 10 392 t, deren Beschaffung Fr. 2 082 299 erforderte. Fussgängerstapfen Kinder Kinder Leichte u. mittlere Verletzungen erlitten 88 23 144 23 Schwer verl. wurden 12 7 10 1 Getötet wurden. 1 1 3 0 Diese äussere Einwirkung, auf die oben angespielt wurde, erfolgte in den letzten Jahren in der Form strengerer Handhabung der Ver- • .V.-.'NW^r!;^ nen Fussgänger richtet Auf den Trottoirs werden, den Fussgängerstreifen zustrebend, Fussstapfen aufgemalt. Sie verfolgen den Zweck, diesen Verkehr für die Ueberquerung der Fahrbahn in die richtigen und speziell zu seinem Schutz angebrachten « Kanäle », die Fussgängerstreifen, zu leiten. Ob die Neuerung die Erwartungen erfüllen wird und kann, dürfte erst eine längere Erfahrungszeit lehren. Schon heute lassen sich jedoch auf Grund von Beobachtungen folgende vorläufige Bemerkungen dazu anbringen: Es erwies sich, dass bei trockenem Wetter die helle Farbe sehr wenig gut sichtbar ist. Eine aufdringlichere Farbe zur Erzielung besserer Kontraste dürfte sich daher wohl empfehlen. Allerdings verblassen auch grelle Farben mit der Zeit wieder und bedürfen einer periodischen Auffrischung. Gespräche mit Passanten führten III Ein Beispiel der Fussgöngerstapfen, womit u. W. die Stadt luzern erstmals in der Schweiz einen Versuch unternommen hat. Sie leiten den Fussgänger auf den Fussgängerstreifen hin und sollen ihn zu dessen Benützung veranlassen kehrsvorschriften durch die Polizeibehörden der verschiedenen Kantone und Städte. Im Kampf gegen die Disziplinlosigkeit legen nun die verantwortlichen Stellen erfreulicherweise das Bestreben an den Tag, immer wieder neue « friedliche » Wege zur Verbesserung der Verkehrssitten ausfindig zu machen. Beobachtungen in Luzern ergaben, dass sich im Maximum etwa 60 % der Fussgänger korrekter Ueberquerung der Fahrbahn befleissigen, während weitere 25 bis 30 % ungefähr in der Strassenmitte, meist rein zufällig, in die Schutzzone der Fussgängerstreifen gelangen, wogegen 10—15 % der Passanten die Strasse wohl in der unmittelbaren Nähe der Fussgängerstreifen kreuzen, diese aber nicht benützen. Die Polizeibehörde der Stadt Luzern hat nun einen Versuch in Gang gesetzt, der sich an die Adresse der widerspenstigen und hart gesottezu überraschenden Ergebnissen. Wahrend eine grosse Gruppe den Sinn der neu angebrachten Stapfen nicht erfasst hat, registrierte eine weitere Kategorie das Vorhandensein dieser Zeichen überhaupt nicht. Als weiterer wichtiger Punkt wird bei der Beurteilung des Wertes solcher Beschriftungen und Bemalungen die Tatsache zu berücksichtigen sein, dass die Aufmerksamkeit der Passanten gegenüber derartigen ständigen und mehr oder weniger vertrauten Eindrücken der Fahrbahn und des Gehweges abstumpft, womit diese Einrichtungen natürlich mit der Zeit an Wert wesentlich einbüssen. Die Zeichen dürften sich daher vor allem dann als wertvoll erweisen, wenn deren Anbringung nicht allzu grosse finanzielle Opfer erfordert, was bei der periodischen Auffrischung erlauben würde, ihnen jeweils ein anderes « Gesicht » zu geben oder sie durch neue zu ersetzen. AUS DEM PARLAMENT Zur Herbstsession des eidgenössischen Parlamentes Auf der Geschäftsliste der am letzten Montag eröffneten Herbstsession der eidgenössischen Räte begegnet man auch einzelnen Geschäften, welche die Interessensphäre des Automobilisten mehr oder weniger unmittelbar berühren. Die Ständekammer wie der Nationalrat werden die bundesrätliche Vorlage über die Umschulung von Mot. Ik.-Kompanien in Panzerjägerkompanien behandeln, wodurch der Mannschaftsbestand für die dringend notwendige Schaffung von Panzerjäger-Kompanien gesichert werden soll. Seit 1947 gelangen in Thun Panzerjägerrekrutenschulen zur Durchführung, deren Angehörige an den G 13, einem gepanzerten Raupenfahrzeug der Skoda-Werke, ausgebildet werden. Durchwegs alte Bekannte trifft man unter den Motionen, Postulaten und Interpellationen, welche der Bundesrat zu beantworten bereit ist. Sie figurierten schon auf der Geschäftsliste der Sommersession, blieben jedoch unerledigt liegen. Da wäre zunächst die hauptsächlich von den Unabhängigen unterstützte Interpellation Eggenberger, die sich danach erkundigt welche Massnahmen der Bundesrat gegen die «erschreckende > Vermehrung der Verkehrsunfälle zu ergreifen gedenke, die sich mit der Zunahme des Autoverkehrs eingestellt habe. Sodann lädt der Zürcher Gitermann den Bundesrat in einer Motion ein, Motorfahrzeuge, die als Luxusautomobile zu betrachten sind (wo fängt hier der Begriff Luxus an und wo hört er auf?), so rasch als möglich als Luxusware zu erklären und der Luxussteuer zu unterwerfen... trotzdem der Bundesrat in seiner Botschaft zur Bundesfinanzreform einen solchen Schritt klar und deutlich und mit einer ganzen Reihe von Argumenten ablehnt, deren Ueberzeugungskraft sich niemand entziehen kann, dem nicht Voreingenommenheit gegenüber dem Automobil den Blick trübt. Mit der Motion Grimm, die u. a. die Schaffung eines staatlichen Importmonopols für lebenswichtige Roh- und Hilfsstoffe sowie von Gütern des Massenkonsums anstrebt, hat sich die « AR » bereits kritisch auseinandergesetzt, zumal es kaum einem Zweifel mehr unterliegen kann, dass der Motionär eine Nationalisierung der Erdöleinfuhr im Auge hat, deren eine Konsequenz darin bestände, dass die gleichen Bundesbehörden, welche die Verantwortung für das Wohlergehen der SBB tragen, massgebenden Einfluss auf die Preispolitik des Erdölmarktes erhielten. Was der private Automobilismus bei solcher Konstellation noch erhoffen dürfte und wie es um dessen weitere Entwicklung bestellt wäre, ist bald ausgerechnet. Und das um so eher, als ja der Staat als alleiniger Einkäufer die Preise und die Verkaufsbedingungen festsetzen würde. "Nicht nur wäre er dabei an die offiziellen Preisnotierungen gebunden, könnte also nicht billiger einkaufen, sondern er müsste überdies noch einen sehr kostspieligen Transportapparat aufbauen. Summa summarum wären die Auswirkungen einer Nationalisierung der Erdölimporte, wie sie die Motion Grimm im Auge hat, auf der ganzen Linie negativer Natur; im Endeffekt würde sie nur ein Anwachsen der Teuerung, vor allem in Form einer weiteren Erhöhung der Fiskallasten auf dem motorisierten Strassenverkehr, nach sich ziehen. Davon aber hat dieser mehr als genug, und was er mit aller Entschiedenheit fordern muss, ist ein Abbau. Schliesslich nennt die Traktandenliste der laufenden Session noch die — bereits begründete — Interpellation von Moos über die Stellungnahme des Bundesrates zur dringend notwendigen Verbesserung der Verkehrsverhältnisse nach Engelberg. Ob allerdings das umfangreiche, nicht weniger als 46 Geschäfte zählende Bukett der Motionen, Postulate und Interpellationen erledigt werden kann, ist angesichts der übrigen Befrachtung der Ragstagung mehr als fraglich, und es könnte kaum überraschen, wenn die bundesrätliche Antwort auf die eine oder andere, möglicherweise sogar auf alle der den Strassenverkehr und die Automobilwirtschaft besonders interessierenden parlamentarischen Anregungen und Anfragen auch diesmal wieder ausbliebe. STRASSENBAF Für die Ausiallstrasse Winterthur—St. Gallen wurde vor zehn Jahren vom Zürcher Regierungsrat eine Bau- und Niveaulinienvorlage genehmigt und der zufolge ein Strassenprojekt mit einem Kostenbetrag von 3,55 Millionen Franken ausgearbeitet, dem die Winterthurer Stimmberechtigten im Herbst 1943 die Zustimmung erteilten. Die Vorbereitung dieses grosszügigen Strassenbaues erfolgte insbesondere zur Bekämpfung einer damals erwarteten Arbeitslosigkeit. Aus kriegswirtschaftlichen Gründen und wegen Ueberbeanspruchung des Arbeitsmarktes musste das Strassenprojekt bis heute zurückgestellt werden. Im Verlaufe neuer Studien durch den Stadtplanarchitekten stellte es sich heraus, dass die Bau- und Niveaulinienvorlage aus dem Jahre 1938 und damit die Vorlage vom Jahre 1943 keine günstige Grundlage für die Bewältigung des gewaltigen Verkehrs Winterthur—Ostschweiz und die Erschliessung der Baugebiete in Oberwinterthur darstellt. Der Stadtrat beantragt dem Grossen Gemeinderat nun eine neue Festlegung der Bau- und Niveaulinien und gleichzeitig die Ausarbeitung eines abge- ... man muss sie hören alle beide! Unsere Umfrage Vor wenigen Tagen hat die Stadt Aarau auf ihr 700j ähriges Bestehen zurückblicken können und dabei wohl nicht zu Unrecht ziemlich viel von sich reden gemacht. Es mag daher wohl am Platze sein, dass wir ihrer, freilich in etwas anderem Zusammenhang, auch in unserer Umfrage gedenken. Der Rechtsanwalt, den ich um seine Meinung über die Zustände im Aarauer Verkehrsleben bat, beklagte sich über die Disziplinlosigkeit der Radfahrer, vor allem der jüngeren Generationen. Und da er als Nichtautomobilist sich sehr häufig selbst des Velos als Fortbewegungsmittel bedient, weil aber auch ich selbst aus eigener Anschauung dieser Ansicht nur beipflichten kann, hielt ich es für angezeigt, gleich den höchsten Polizeimagistraten von Aarau zu diesem Thema zu interpellieren. Der Chef der Stadtpolizei betrachtet ebenfalls die Gilde der jungen Radfahrer als die falls die Gilde der jungen Radfahrer als das grösste Sorgenkind unter den Strassenbenützern. Zu ernsten Besorgnissen sei immerhin kein Anlass, da Aarau in der schweizerischen Unfallstatistik auch im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl in einem der letzten Ränge stehe. Ein anderes, weniger drastisches Indiz für die Disziplin auf der Strasse sei freilich die Zahl der Geschäftsverlegung Am 29. September ist die Zürcher Geschäftsstelle der «Automobil Revue» geschlossen. Ab 1. Oktober befindet sie sich Stampfenbachstrasse 40, Tel. (051) 26 96 77/78. Die Briefadresse bleibt unverändert Postfach Zürich 23. Bussenzettel. In dieser Hinsicht stehe es seit einiger Zeit nicht mehr gar so rosig, und ein recht beachtliches Kontingent der erwischten Sünder rekrutiere sich aus jugendlichen Radfahrern. Freilich zeichnen sich nach seiner Auffassung auch die Automobilisten nicht durch Übergrosse Korrektheit aus. Darüber, dass die Aarauer Verkehrsbedingungen den erhöhten Anforderungen nicht mehr gewachsen sind, sei man sich auch an höchster Stelle bewusst, und man strenge sich ehrlich an, Abhilfe zu schaffen, soweit dies möglich sei. Man dürfe jedoch nicht vergessen, dass in Aarau wie übrigens in jeder andern Kleinstadt nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen. So könne besonders der geringe Bestand des Polizeikorps (das übrigens noch viel zu sehr mit Verwaltungsaufgaben aller Art belastet ist) und die unter erschwerten Bedingungen durchgeführte Ausbildung der Polizeisoldaten auch bei allen Anstrengungen nicht zu dem erwünschten Erfolg führen. Um den Bedürfnissen gerecht werden zu können, müsste man die Polizei wesentlich verstärken. Der Sekretär der Sektion Aargau des ACS ist der Auffassung, dass in Aarau die Zahl der Unfälle wohl relativ gering ist, dass jedoch die Flüssigkeit des Strassenverkehrs sehr zu wünschen übrig lasse. Daran sei vor allem die Struktur des städtischen Verkehrsnetzes schuld, da selbst die grossen Durchgangsstrassen den heutigen Anforderungen nicht mehr zu genügen vermögen. Dass die Disziplinlosigkeit der Radfahrer oft zu begründeten Klagen Anlass gibt, bestätigt auch er. Eine Möglichkeit zur Abhilfe sieht er darin, dass die wenigen verfügbaren Polizisten gemeinsam und systematisch auf jenen Strassenabschnitten, auf denen sich erfahrungsgemäss die turbulentesten Verkehrsszenen abspielen, Verkehrssünder am Wickel fassen. Es sollte auf diese Weise gelingen, nach und nach an den berüchtigsten Ecken und Plätzen Ordnung zu schaffen und möglichst vielen Strassenbenützern korrektes Verhalten anschaulich beizubringen. Gewiss steht die Forderung nach Sicherheit im Verkehr an erster Stelle; allein, auch die Bedeutung einer flüssigen Verkehrsabwicklung darf nicht unterschätzt werden. Beide zu verwirklichen muss das Ziel aller interessierten Behörden und Verbände sein. Vorbildliche Disziplin und ein wohl ausgebautes Verkehrsnetz sind hiezu die erforderlichen Grundbedingungen. R. S. änderten Strassenbauprojektes mit neuen Kostenberechnungen, über das das Volk erneut zu entscheiden hätte. Die Finanzierung des neuen Ausbaues der Hauptausfallstrasse nach St. Gallen kann weitgehend durch Inanspruchnahme des Fonds aus Autogebühren und durch ordentliche Staatsbeiträge erfolgen. Es lässt sich schon heute voraussehen, dass der Ausbau der St. Gallerstrasse nach Genehmigung des neuen Kredites in drei Etappen vor sich gehen dürfte. Besonders dringend ist der Neubau von der Einmündung der Morgenstrasse bis zur Stadtgrenze. Die zweite Etappe umfasst vor allem die Verbesserung des Trasses zwischen Mühlebrücke und Unterführung. Bevor als dritte Etappe die Unterführung erstellt werden kann, ist zur vorübergehenden Umleitung des Verkehrs die Industriestrasse mit den Anschlußstrecken an die St. Gallerstrasse zu bauen. Insgesamt umfasst die Neuregelung den Abschnitt Mühlebrücke (innerorts) bis zur Gemeindegrenze Elsau. Lx.

Nr. 41 - MITTWOCH, 22. SEPTEMBER 1948 AUTOMOBIL REVUE SPORTNACHRICHTEN Drei weitere Rekorde für Gardner Der britische Sportsmann verbessert auf «Gardner-Special» drei internationale Sprinterrekorde der 2-Liter-Klasse Auf dem belgischen Teilstück Jabbeke-Aeltre der unvollendeten Autobahn Ostende—Istanbul, dessen hauptsächlichster Benutzer er ist, seit es nach Abschluss des zweiten Weltkrieges als Schauplatz für Rekordversuche auserwählt wurde, hat der englische Oberstleutnant A. T. überschreiten und damit die bisherigen, aus dem Jahre 1934 datierenden Rekorde zu zertrümmern. Die absolute Windstille erwies sich jedoch seinen Absichten als äusserst förderlich, so dass er schon bei der Hinfahrt den Kilometer mit die Zeit der Durchfahrt registriert wird, zu zerreissen. So musste Gardner die Strecke ein zweitesmal unter die Räder nehmen, wobei er neben den Rekorden über die Meile auch jene über die 5 km überbot. Nach diesem überaus erfolgreichen Unternehmen wurde das Fahrzeug in einem Lastwagen verstaut und die Piste einem 2,5-Liter- Riley-Roadster freigegeben, der mit einem Techniker der Firma am Steuer die beachtenswerte Geschwindigkeit von 156 km/h erzielte. Die seinerzeit angekündigte « Rekordwoche » hatte damit in etwas mehr als einer Stunde ihren Abschluss gefunden, so dass der belgische Fahrer Emile Cornet, der tags darauf mit einem — ihm von den Veritas-Werken zur Verfügung gestellten — 2-Liter-BMW-Veritas erschien, um sich der gleichen Rekorde wie Gardner « anzunehmen », vergeblich weder nach Offiziellen noch nach irgendwelchen technischen Installationen Ausschau hielt. Da schon heute so. gut wie feststeht, dass 1949 Graf Lurani mit einem abgeänderten « Nibbio» — der entweder mit einem 3-Zylinder- Guzzi- oder einem 4-Zylinder-Gilera-Motor ausgerüstet sein dürfte — zu Rekordversuchen in Jabbeke antreten wird, hat Gardner ebenfalls neue Angriffe auf die Bestzeiten der 500-cm'- Klasse in Aussicht gestellt, um einen von Lurani ihm gegenüber geführten « Schlag » sofort parieren zu können. Die neuen Rekorde, denen die Bedeutung von internationalen Klassen rekorden und nicht — wie in der Tagespresse einmal mehr zu lesen stand — von Weltrekorden zukommt, dürften von der FIA nach Prüfung der entsprechenden Dokumente wie folgt homologiert werden (alle Rekorde mit fliegendem Start): 1 Kilometer Hinfahrt 12,68 Rückfahrt 12,63" Mittel 12,655" = 284,472 km/h (Früherer Rekord von Mrs. Stewart auf Derby-Miller: 237,845 km/h.) 1 Meile Hinfahrt 20,52" Rückfahrt 20,94" Mittel 20,73" = 279,479 km/h (Früherer Rekord von Mrs. Stewart auf Derby-Miller: 237,845 km/h.) 5 Kilometer Hinfahrt V 05,47" Rückfahrt T 05,71" (Früherer Rekord Mittel von Mrs. Stewart 1" 05,59" auf = Derby-Special: 274,432 km/h 225,875 km/h.) Nationale Gelände- und Orientierungsfahrt Neuenburg Letzter Lauf um die schweizerische AutomobilmeisterschafJ >v Der Stromlinienwagen, womit Gardner vorige Woche mit Erfolg auf Rekordjagd ging « Goldie • Gardner am Dienstag, dem 14. September, seine angekündigten Rekordversuche und damit die kühnsten Erwartungen weit über- einem Stundenmittel von 283 km zurücklegte unternommen und dabei sozusagen auf Anhieb traf. Auf der Rückfahrt — bei Sprinterrekorden drei neue internationale Klassenrekorde unter ist bekanntlich der Durchschnitt aus zwei Fahrten in entgegengesetzter Richtung massgebend — Dach gebracht. Es handelt sich um die Bestzeiten über den Kilometer, die Meile und 5 km registrierten die Chronometreure sogar eine Geschwindigkeit von 285 km/h. Diese Leistung ge- mit fliegendem Start der Klasse E (1501—2000 cm 1 ), wobei Gardner in sein Stromlinienfahrzeug, zu dessen Aktiven bereits zahlreiche Re- es sich praktisch um die erste « Ausfahrt» des winnt an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass korde der Klassen 1500, 1100, 750 und 500 cm 1 « Gardner-Special» handelt, seit dieser durch zählen, diesmal den Prototyp eines neuen, kompressorlosen Jaguar-4-Zylinder-Sportmotors von wird. Gardner hätte denn auch zweifellos alle den Prototyp des Jaguar-Motors angetrieben 1970 cm" Hubvolumen montierte, der zwei obenliegende Nockenwellen und zwei Vergaser auflungnahme mit der Piste verbessert, wenn das Rekorde, auf die er es absah, bei der ersten Fühweist und etwas über 140 PS entwickelt. Fahrzeug das Ende der Meile nicht passiert Ursprünglich sollten die Versuche um die hätte, ohne den Faden, bei dessen Berührung sechste Morgenstunde steigen, doch sah sich Gardner gezwungen, sie auf 5 Uhr nachmittags zu verschieben, da ein feiner Regen herniederrieselte. Gewann man gegen Mittag immer mehr den Eindruck, die Wetterbedingungen würden einen ernsthaften Versuch am gleichen Tage nicht mehr zulassen und Gardner höchstens gestatten, eine kurze Probefahrt zu absolvieren, so klärte es gegen Abend ganz überraschend auf. Da sich auch der Wind legte, durfte sich der mehrfache englische Rekordmann für die Verwirklichung seines Vorhabens geradezu idealer Voraussetzungen erfreuen. Für seinen ersten Galopp wählte Gardner eine sehr hohe Hinterachsübersetzung, die ihm erlaubt hätte, bei 6000 T/min auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 275 km/h zu kommen. Gardner selbst glaubte indessen nicht, dass sein Motor diese Drehzahl erreichen •werde und hatte daher am Vorabend die Erklärung abgegeben, sein ganzes Trachten sei darauf gerichtet, die 150-Meilen/h-Grenze (ca. 240 km/h) zu ENGLAND Der Grosse Preis von England Alfa Romeo bleibt dem Rennen fern. Die Alfa-Romeo-Werke, die ursprünglich die Absicht hatten, am Grossen Preis von England, der am 2. Oktober auf dem Flugplatz von Silverstone stattfindet, mit drei Wagen an den Start zu gehen, werden dem Rennen, •wie wir vernehmen, endgültig fernbleiben. Den Ausschlag für diesen Entscheid dürfte vor allem der Umstand gegeben haben, dass in der Zwischenzeit der Grosse Preis von Monza, der das im Wiederaufbau begriffene oberitalienische Autodrom einweihen soll, auf den 17. Oktober festgesetzt wurde. Da das Alfa-Team in Monza begreiflicherweise nicht durch Abwesenheit glänzen will, anderseits aber die Frist für die Ueberholung der Fahrzeuge nach Silverstone als zu kurz erachtet wird, blieb dem Mailänder Werk nichts anderes übrig, als auf eine Teilnahme am ersten englischen Nachkriegs-Grand-Prix zu verzichten. Für das Rennen liegen übrigens bei Blattabschluss folgende Meldungen vor: England: Ansell, Walker, Harrison, Gerard, Hamsphire, Johnson, Mays, R. E. Ansell, Nixon und Bolster auf ERA, wobei Walker und Johnson den E-type steuern {Ansell und Walker fahren möglicherweise auf Maserati); Richardson auf ERA- Rilev; Brooke, ParneN, Hamilton, Gilbey, Salvador!, F Ashmore und Baring auf Maserati; Rolt auf Alfa Romeo; Watson auf Alta; Lord Selsdon auf Talbot und Baird auf Emeryson- Special. Frankreich: Chiron und Rosier auf Tal bot Italien: Sommer Viiloresi und Farina, der unter Umständen auf Ferrari in den Kampf zieht, auf Maserati. Schweiz: de Graffenried auf Maserati. Siam: ßira auf Maserati. Forderung der Fünfhunderter. Als Auftakt zum G. P. von England findet ein Lauf für 500-cm'-Wagen statt, die damit jenseits des Kanals erstmals Gelegenheit erhalten, an einem Rundrennen mitzutun. Distanz: 20 Runden = 76 Meilen oder 122,284 km. Startberechtigt: Höchstens 15 Konkurrenten. 15.00—18.00 18.45 19.30 05.30—07.00 Armee 0A-„ 0?1M*J*«1 Samstag, 25. September Wagenabnahme (College, de la Promenade) Empfang der Gäste und Offiziellen im Beau- Rivage Bankett im Beau-Rivage Sonntag, 26. September Wagenabnahme (Wer sein Fahrzeug erst am Sonntag früh vorführen will, hat dies dem Sekretariat rechtzeitig zu melden. Das Fahrzeug muss 07.00 10.00 ca. 12.00 17.00 18.30 Deport Rotonde Planskizze von Neuenburg mit den Angaben über Ort der Wagenabnahme, Start und Ankunft der Gelände, und Orientre- Programm NEUCHATEL zu diesem Zweck vor 06.00 im offiziellen Park stationiert sein) Erster Start am Quai Uopold-Robert Besammlung der Gäste und Offiziellen am Start Ankunft der ersten Konkurrenten. — Gymkhana auf der Place des Halles Schliessung der Ankunftskontrolle Preisverteilung im «Casino de la Rotonde» Die Nennungen Nationale Veranstaltung (für die Automobilmeisterfthaft zählend) Seyffer Robert Meilen M.G. Glauser Paul Bern M.G. Urben Werner Wagenhauson Citroen Renaud Charles Cortaillod M.G. « Chiodo > Lancia Schaad Hans Lausanne Fiat Balilla von Tscharner H. K. Bern Healey Hammernick Franz Birsfelden ß.M.W. Guillod Jules E. Chaux-de-Fonds Simca Leuthold Louis Chaux-de-Fonds Chevrolet Künzli Paul Ob.-Murflenthal Chrysler Dietrich Otto Basel Fiat Scherrer Albert Basel Hudson cPetert Nussbaomer Maurice Cnaux-de-Fonds Citroen Ford Vogt Andre R. Linaner Max Chaux-de-Fonds Binningen Mercury Simca Parthey Hubert Neuenburg H.R.G. Macchi Paul Luzern Skoda Kenk George« Basel Morris Schmocker Fredy St-Sulpio» Simca Hirt Peter Zollikon Lancia Bühler Fritz Zürich Fiat Roos Henri Wirrterrtior Fiat S Massara Marcel Bern Delahaye Wenger Fritz Bern M.G. de Terra Max ZolliVon B.M.W. Lehmann Paul Biel M.G. Hofmonn Emil Biel Lincoln Mühlheim Hans Biel Buick Hummel Edy Bern Citroen Paci Alfeo Chaox-de-Fonds M.G. Sargenti Florrndo Bern Delahaye Fortmann Hordy Münsingea M.G. Künzi Fritz Becn Lancia Küng Jürg Bern X. «Willy» Citroen Bosshard Walter Wintur Plymouth Beck Fritz Bern Citroen Gonthier Roland Bern Citroen Helbling Hermann Rapperswil Ford Friedli Hermann Bern Praga Gehrig Gaston, Dr. Mario NE Jeep Hohl Willy Bern Ford Klaus Kurt Zürich Austin Militär-Konkurrenz Täsdiler Alex Lustenberger Willi Sarmenstorf Zürich Jeep Jeep Pe>iat Henri Fahy J. B. Peugeot Ruef Adolf Solothurn B.M W Theiler Georges Zürich Austin Christen Walter Zürich Mercedes Pestalozzi Friedr. Zürich M.G. Kunz Hans Grenchen Sirrra Schorro Christoph Wahlen Peter Hindelbank Bern Jeep X. Die schweizerische Automobilsportsaison, die vor genau fünf Monaten mit der Zürcher Zuverlässigkeitsfahrt eröffnet worden ist, wird am kommenden Wochenende ebenfalls mit einem geländesportlichen Wettbewerb, und zwar mit der Gelände- und Orientierungsfahrt Neuenburg abgeschlossen, die im Rahmen der sportlichen Veranstaltungen zur Feier des 100jährigen Bestehens von Republik und Kanton Neuenburg stattfindet und insgesamt 55 Meldungen auf sich vereinigt, von denen 45 auf die nationale und 10 auf die Militärkonkurrenz entfallen. Ueber den Charakter der sonntäglichen Kreuz- und Querfahrt durch den Neuenburger Jura — etwas anderes ist unter der Bezeichnung einer « Tour du Canton » wohl kaum zu verstehen — lässt sich im voraus, wie bei allen Konkurrenzen dieser Art, so gut wie gar nichts sagen, wenn auch gewisse Anzeichen dafür vorhanden sind, dass es sich um alles andere denn eine Sinekure handeln wird ... Im Vergleich zu den bisherigen Geländeprüfungen bezeugen die Aktiven am Neuenburger Kriterium ein stark vermindertes Interesse, wofür die Erklärung zweifellos nicht zuletzt darin zu suchen ist, dass die Würfel in bezug auf die schweizerische Automobilmeisterschaft, für die Neuenburg als letzter Lauf der Saison zählt, bereits weitgehend gefallen sind, wiewohl Ueberraschungen nach wie vor sehr wohl im Bereich des