Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1948_Zeitung_Nr.041

E_1948_Zeitung_Nr.041

AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 22. SEPTEMBER 1918 - Nr. 41 .Heute beginnt das grösste Langstreckenrennen der Welt: Der seinerzeit auf das Jahr 1941 angesetzte Grosse Preis von Südamerika, auf dessen Durchführung mit Rücksicht auf die Entwicklung der internationalen Lage verzichtet wurde, findet vom 22. September bis 31. Oktober nunmehr endgültig statt. Als Veranstalter zeichnet der argentinische Automobil-Club verantwortlich, dem für die Organisation der einzelnen Etappen ausserdem die Automobil-Clubs von Bolivien, Peru, Ecuador, Columbien, Venezuela und Chile zur Seite stehen. Im Gegensatz zum ursprünglichen Projekt, das die Austragung einer Parforcefahrt von Caracas nach Buenos Aires vorsah, wurde nach dem vorliegenden Reglement der Rahmen der Veranstaltung wesentlich weiter gezogen, indem nunmehr vom 22. September bis 12. Oktober als erster Teil der Konkurrenz ein Rennen von Buenos Aires nach Caracas und vom 24. bis 31. Oktober als zweiter Teil ein solches von Lima nach Aires in Szene geht, wobei für jeden der beiden Wettbewerbe ein separates Klassement erteilt wird. Das Programm lautet im einzelnen wie folgt 22. Ssptembe 23. Septembe 24. Septembe 25. Septembe 26. Septembe 27 Sepfembe 28. Septembe 29 Septembe 30. Seotembe 1. Oktober 2. Oktober 3. Oktober 4 Oktnher 5. Oktobe 6. Ok'obe 7 Oktobe 8. Oktobe 9 Ottobe 10. Oktobe II Oktobe 12. Oktobe 24 25 2* 27 ?8 29 30 Oktobe Oktobe Oktobe Oktobe Oktobe Oktobe Oktobe Oktobe Die teilnehmenden Konkurrenten werden in vier verschiedene Gruppen eingeteilt: a) Fahrer, die ein vom argentinischen Automobil-Club von 1933 bis 1947 organisiertes grosses Strassenrennen gewonnen haben; . v , b) Teilnehmer, die an den betreffenden Rennen mindestens einen Etappensieg zu verzeichnen hatten; c) Gewinner von Strassenrennen, die von andern Clubs, aber immerhin in Anlehnung an den internationalen und den interamerikanischen Sportkodex organisiert wurden; d) alle übrigen Fahrer. Der Start in Buenos Aires erfolgt um 24 Uhr 1. Astenso, Ford Coup* Buenos Aires — Caracas 1. Etappe 2. Etappe 3. Etappe 4. Etappe 5. Etappe 6. Etappe 7 Etappe 8. Etappe 9 Etappe 10. Etappe 11. Etappe 17. Etappe 13. Etappe 14. EtaDoe Lima — Buenos Aires 1. Etappe Lima—Arica Ruhetag in Arica 2. Etappe Arica—Antofagasta 3. Etappe Antofaqasta—La Serena Ruhetag in La Serena 4. Etappe La Sereno—Santiago de Chile Ruhetag in Santiago 5. Etappe Santiago—Buenos Aires 2. Huosasquiche, Ford Coupe 3. Forno, Ford 4. Bradley, Nash 5. Balte, Chevrolet Der Grosse Preis von Südamerika Buenos Aires—Salta Ruhetag in Salta Salta—la Quiaca La Quiaca—Potosl Potosi—La Paz Ruhetag ; n Lo Prz La Poz—Cuzco Ruhetag in Cuzco Cuzco—-Ayacucho Avacucho—Lima Ruhetag in Lima Lima—Tumbez Fahrt (neutralisiert) übei Golf von Guayaquil Ruhetag in Guayaquil Ouayaauil—Quito Quito—Popayän p oooyän—Bogota Ruhetag in Bogota Bogota—Cücuta Cücuta-—Merida Merirln—fnrnrns Rennen Arequipa—Lima RESULTATE: den Das ursprünglich für das vergangene Frühjahr in Aussicht genommene, aus verschiedenen, in der « AR » vom 23. Juni genannten Gründen jedoch abgesagte Langstreckenrennen von der peruanischen Kapitale Lima nach Arequipa hat, wenn auch in umgekehrter Richtung, am 24. Juli doch noch stattgefunden. Es stieg gewissermassen als peruanischer Ausscheidungslauf für den heute seinen Anfang nehmenden Grossen Preis von Südamerika. Als Schauplatz des 1086 km langen Rennens von Arequipa nach Lima diente der Pan American Highway, wobei der Start Samstag, den 24. Juli, um Mitternacht erfolgte. Am Ablauf erschienen 13 Konkurrenten, von denen lediglich fünf das Ziel erreichten, was allein schon zur Genüge dartut, dass es sich bei dieser Konkurrenz um alles andere denn eine Spazierfahrt handelte. Schon bald nach dem Start übernahm unser Landsmann Giovanni Studer, der sich in den rennsportlichen Veranstaltungen Perus wiederholt auszeichnete, die Führung. In Chala, d.h. ungefähr nach der ersten Hälfte der Strecke, lag er noch immer unangefochten in Front, musste jedoch seinen Treibstoffvorrat ergänzen, so dass Alvarado, einer der Favoriten, auf den ersten Platz vorrückte. Kurz darnach ereigneten sich — durch Nacht und Nebel begünstigt — verschiedene schwere Zwischenfälle. Alvarado fuhr in der Nähe des Dorfes Yauca mit übersetzter Geschwindigkeit in eine Kurve und wurde über die Strasse hinausgetragen, so dass sich sein Fahrzeug mehrmals überschlug. Der Fahrer selbst nahm persönlich so gut wie keinen Schaden, wogegen sein Coequipier eine leichte Gehirnerschütterung und einige Quetschungen erlitt. Indessen hatte der Unfall insofern ungeahnte Folgen, als die Scheinwerfer des umgekippten Fahrzeugs in die Unglückskurve hineinleuchteten und Studer blendeten, der unmittelbar darauf diese Stelle passierte. Auch er geriet von der Strasse ab und überschlug sich mit seinem Wagen. Doch während er mit dem Schrecken davonkam, blieb sein Beifahrer Emilio Vera Sänchoz tot liegen. Ein von Denegri gesteuertes Fahrzeug erlebte ein ähnliches Schicksal, doch lief für den Konkurrenten und dessen Begleiter alles verhältnismässig glimpflich ab. Das Rennen, aus dem schliesslich Astengo als Sieger hervorging, zeitigte folgende 11:47:44/ : 92,4 km/h 11:55:03,8 11:59:28,8 12:19:10,8 12:19:59 4 in der Nacht vom 21. auf den 22. September, wobei sich die Konkurrenten, denen die Startnummern innerhalb jeder Gruppe durch das Los zugeteilt werden, in der hievor aufgeführten Gruppenreihenfolge auf die rund 10 000 km lange Reise nach Caracas machen, während des Rennens zweiter Teil von Lima nach der argentinischen Kapitale über rund 5000 km geht. Da das Reglement Rennwagen sowie «Sport»- und « Grand Sport »-Wagentypen von der Teilnahme am Wettbewerb ausschliesst, sind praktisch nur Tourenwagen mit — was vorgeschrieben ist — geschlossener Metallkarosserie am Ablauf zugelassen. Immerhin werden Karosserien mit Schiebedach oder einem Dach, das nicht aus Metall besteht, nicht beanstandet, « sofern der Wagen im übrigen den Insassen im Falle des Ueberschlagens genügend Sicherheit bietet». Nach jeder Etappe, auf die nicht ein Ruhetag folgt, ist den Konkurrenten während vier Stunden Gelegenheit geboten, ihr Fahrzeug zu überholen; diese Frist reduziert sich für jene Teilnehmer, die am Etappenziel nach 8 Uhr abends eintreffen, denn spätestens um Mitternacht sind die Wagen im geschlossenen Park abzustellen, allwo die Vornahme von Reparaturen verboten ist. Ausserdem haben die Konkurrenten die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge an den Ruhetagen von 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends auf Herz und Nieren zu prüfen und für die nächste Etappe vorzubereiten. Sieger eines jeden der beiden Rennen (Buenos Aires—Caracas und Lima-Buenos Aires) ist der Fahrer, der die Distanz in der kürzesten Zeit bewältigt hat. Zur Ermittlung der benötigten Gesamtzeit werden die einzelnen Etappenresultate addiert. Für die Strecke Buenos Aires —Caracas sind als Preise insgesamt 240 000 arg. Pesos (ca. 210 000 Schweizer Franken), für die Strecke Lima—Buenos Aires 60 000 Pesos (ca. 55 000 Schweizer Franken) ausgesetzt. Im ersten Falle sind 100 000 Pesos (ca. 90 000 Schweizer Franken), im zweiten 25 000 Pesos (ca. 22 000 Schweizer Franken) für den Sieger bestimmt. Die Geschichte der schweizerischen Personenwagenindustrie Wer die Fachschriften jener Zeit durchblättert, dem fällt die breite Erörterung des Themas « Der Motor in der Armee » auf, und die vielen Manöverbilder bestätigen, dass der erste Weltkrieg von langer Hand vorbereitet wurde. Von dieser Aufrüstung zog auch die schweizerische Automobilindustrie erheblichen Nutzen; so hatte die zaristische Armee grosse Serien von Nutzfahrzeugen bei einem bekannten schweizerischen Werk bestellt. Sehr illustrativ ist eine Bemerkung im Jahresbericht des Vorortes des Schweiz. Handels- und Industrievereins für 1912: « Im Gegensatz zu den meisten andern Industrien hat der Ausbruch des Balkankriegs dem Motorlastwagenbau nicht nur keinen Abbruch getan, sondern eine Vermehrung der Aufträge gebracht. Gerade diese vielfachen Bestellungen der auswärtigen Militärverwaltungen liefern den Beweis, wie sehr in diesem Zweig gutes Schweizer Fabrikat geschätzt wird. Auch der Bau von Personenwagen wird als günstig geschildert. Die Nachfrage soll in einer Fabrik der welschen Schweiz die Produktion überstiegen haben. » Nach den Schüssen von Serajewo schien vorerst der schweizerische Automobilismus stark erschüttert zu sein. Wohl wurde für ein halbes Jahr ein Fahrverbot ausgesprochen und später durch die Treibstoffrationierung der Irrlandmarkt stark bedrängt, doch dafür erhielten die Unternehmungen aus dem Inlande und noch mehr von den kriegführenden Nachbarn Heeresaufträge in reichlichem Masse. In einer vom Schweiz. Bankverein herausgegebenen, aufschlussreichen « Rückschau über Handel und Industrie in der Schweiz von 1914 bis 1918 » findet sich ein Abschnitt über die Automobilwirtschaft: «Anfangs 1914 waren die schweizerischen Automobilfabriken mit bedeutenden Aufträgen versehen, sowohl für die Schweiz wie auch für die Ausfuhr. Man konnte demzufolge mit einer gedeihlichen Entwicklung der Fabrikation und befriedigenden finanziellen Ergebnissen rechnen. Die Kriegserklärung unterbrach plötzlich die Tätigkeit aller Werke und verminderte in hohem Masse den Automobilverkehr, infolgedessen auch den Automobilhandel. Das zur Verfügung der schweizerischen Automobilbesitzer gestellte Benzol, Benzin und Petrol sowie die Gummireifen nahmen stark ab. Die Industrie erholte sich ziemlich rasch, besonders unter dem Einfluss bedeutender Lieferungen an einige kriegführende Armeen, an unsere öffentliche Verwaltung und verschiedene Privatunternehmer. Die Arbeit wurde durch zahlreich auftretende Schwierigkeiten (Rohstoffversorgung und Arbeitskräfte) beeinträchtigt. Die grösste Schwierigkeit bot jedoch die Frage der Ausfuhrbewilligung, die jeden Tag durch neue Abmachungen komplizierter wurde. Die Herstellung von Elektromobilen hat während des Krieges stark zugenommen. Diese Wagen waren sehr geeignet für den Verkehr in den Städten, wo sie für kurze Entfernungen gute Dienste leisteten. » Einige Zahlen belegen die grosse volkswirtschaftliche Bedeutung der teilweise untergegangenen schweizerischen Automobilindustrie. Nach einer im Jahre 1913 durchgeführten Enquete waren durch die Herstellung von Motorfahrzeugen direkt und indirekt 20 000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt gewesen; deren Zahl dürfte im ersten Weltkrieg auf etwa 30 000 angewachsen sein. Während der höchsten Blüte, wahrscheinlich 1918, soll eine einzige schweizerische AutomobPfabrik im Laufe eines Jahres für mehr als 17 Mill. Fr. Aufträge an ü^er 500 inländische Firmen und Betriebe erteilt haben. Innert eines Jahres verdoppelte sich bei rückläufigen Importen der Ausfuhrwert von 14 auf 28 Mill. Fr., und er hielt sich bis 1918 auf dieser •seither auch nicht mehr annähernd erreichten Höhe. Einfuhr Ausfuhr Jahre PW IW Wert PW LW Wert Mill. Fr. Mill. Fr 1914 1915 1914 1917 '918 "7 9 '^20 1957 1933 194« Die Anfänge der Heeresmotorisierung

Nr. 41 - MITTWOCII, 22. SEPTEMBER 194» AUTOMOBIL REVUE Ein sportlicher Gebrauchswagen Eine Kupplung... weich wie ein Lamm So eine Kupplung wollen Ihre Kunden, die Automobilisten. Was liegt näher, als die kompletten Kupplungen, ja selbst die Schwungräder dazu, in den Service von Derendinger zu schicken! Wir haben alles dazu: neue Mitnehmerscheiben und gute Kupplungsbeläge, ganze Kupplungen oder neue Teile dazu, Ausrückgabeln und Ausrücklager — die nötigen Maschinen und das „know how", das wissen wie ZÜRICH. Stauffacheraual IS/20. Tel. (051) 271177 BERN. Belwtrasse 16 Telephon (03» 3 58 88 Di« tiiey-Wagen sind vor allem für jene Automobilisten bestimmt, die auch für ihre Alltagsfahrten auf die sportliche Note Anspruch erheben. Der Motor mit dem kugelförmigen Verbrennungsraum, den schrägstehenden Ventilen und den zwei Nockenwellen, das strassensichere Chassis mit dem synchronisierten Vierganggetriebe und der unabhängigen vorderen Torsionsfederung und die nach bester kontinentaler Tradition gewählte bequeme Karosserie geben dem Wagen eine Leistung, eine Strassensicherheit und einen Komfort, die schlechthin vorbildlich sind. Die Riley-Wagen sind nun mit 1H-Liter-Motor von 55 Brems-PS und mit 2J/£-Liter-Motor von 105 Brems- PS sofort ab Lager lieferbar. Generalvertretung für die Schweiz: J. & E. Waeny, Grand Garage, Wabern-Bern Telephon 5 26 22 Aargau: Paul Kaufmann, Sehönenwerd. Amriswil: A. Roth & Söhne. Basel: Henry Hurter, Schanzenstr. 13. Biel: E. Rieder, Ob. Quai 32. lo Chaux-de- Fonds: Paul Ruckstuhl, 21a, rue Leopold-Robert. Flawil: Garage Steinemann. Geneve: Montchoisy S.A., 68-70, rue Montchoisy. Luzern: Letzi-Garage, Koch Söhne GmbH., Hirschengraben 48. Schaff hausen: W. Fischer, Spitalstrasse 5. Sl.Gallen: Franz Klaiber, Sfernackerstr. 1. Solothurn: Fritz Weber, Bahnhofplotz. Tessint P Mazzuchelli, Lugano. Thon: W. de Berti, Kasernenstrosse 1. Waadt und Wallis: Maiestic S.A., 45, avenue de Morges. Yverdon: Gribi & Leuba. Zürich« i. H. Keller AG., Bahnhofstr. 1. BREMSEN KUPTLUHGEN DICHTUNGEN 6IRLING-DÄMPFEB Für Autogewerbe und Maschinen-Industrie Die weltbekannte Wagenwaschmaschine Lose Festsitze in Bohrungen von Radnaben oder Getriebekästen reparieren wir entweder durch die Auftragung der Bohrungen oder der Kugel- oder Rollenlagersitze Auch montierte Kugellager können wir auftragen ohne Demontage der Kugeln. Das hier gezeigte neueste Modell « New Niagara-Merlin Washer 1948 » zeichnet sich neben einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit vor allem durch einen aus. Wir unterbreiten Ihnen gerne unverbindliche Angebote für Maschinen mit einem Arbeitsschlauch oder zwei Schlauchanschlüssen. Schreiben Sie an die Lausanne, 70, rue de Geneve Telefon (021) 3 51 62/63 sehr geräuscharmen Gang Generalvertretung für die Schweiz Zürich, neue Riesbachpost Telefon (051) 24 21 51 Stahlharter Belag mit 240 Brinellhärte, gut bearbeitbar Keine Wärmeanwendung, daher kein Verziehen Absolute Haftfestigkeit. VERALIT-WERK Emil Rausser. Ina., Zürich 3 Weststrasse 81 Telephon (051) 33 6011 Clichäs Haliwag sind erstklassig bereits ab Fr. 260. Ganz besonders praktisch ist die Fernsteuerung, die das zeilraubende Zurückgehen zur Waage an der Wand vermeidet. Ein allseits durch Gummiüberzug geschütztes Fernsteuervenlil befindet sich im Schlauch kurz vor dem Pneunippel und dient zum Füllen, Messen vnd Ablassen. Die grossen Zifferblätter gestatten die Ablesung auch aus grösserer Entfernung. — Verlangen Sie unseren ausführlichen Prospekt. Utoauai 25. Tel. 244770 Ob. Graben 22, Tel. 25291 BASEL Luftwaagen ZÜRICH ilpiMiliMltllp ST - G * ILCT BERN