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E_1948_Zeitung_Nr.043

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12 AUTOMOBIL REVUE

12 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 6. OKTOBER 148 - Nr. 43 Silverstone Aerodrome, 3. Oktober. Bei grandiosem Wetter und in Anwesenheit eines Publikums, wie es in Grossbritannien einem mototsportlichen Anlass nie so zahlreich beigewohnt haben dürfte — man spricht von 120 000 Zuschauern —, wurde hierzulande am vergangenen Samstag zum erstenmal wieder seit Donington 1938 ein Grosser Automobilpreis ausgetragen, und zwar auf einer auf den Hartpisten des Flugplatzes von Silverstone (zwischen London und den Midlands) abgesteckten, 6,114 km langen Rundstrecke, die 65mal zurückzulegen war (397,423 km). Kurz vor 2 Uhr mittags — nachdem John Cobb, der Inhaber des absoluten Automobilweltschnelligkeitsrekordes, die Piste abgefahren und damit offiziell freigegeben hatte — nahmen am Start 25 Konkurrenten aus England, Frankreich, Italien, Siam und der Schweiz in folgender Reihenfolge Aufstellung: Johnson ERA-E Holt A-Romeo Richardson ERA Hamilton Moserati Gilbey Maserati Gertfrd ERA Waker ERA Bolster ERA Mays ERA Salvadori Maserati Etancelin Talbot Rosier Talbot R. Ansell Maserati SPORTNACHRICHTEN Grosser Preis von England in Silverstone Ueberlegener Doppelsieg von Villoresi und Ascari auf Maserati Abstand zwischen sich und das übrige Feld, wobei sie es sich in Ermangelung jeglicher ernsthaften Konkurrenz leisten durften, zur Ergötzung des Publikums abwechslungsweise die Führung zu übernehmen. Die Talbot-Mannschaft stand von dem Moment hinweg unter einem Unglücksstern, als Comotti — keine 25 Minuten nach Beginn des Kennens — nach zweimaligem Boxenhalt mit einem Bremsschaden aufgab. G. Ansell und Hamilton auf einem ERA, bzw. 6-Zylinder-Maserati gerieten in einer Kehre aus der Bahn und wurden nicht mehr gesehen. In der 9. Runde führte Villoresi mit einem Gesamtdurchschnitt von 120,047 km/h, während eine Runde später Ascari »/« Sekunden vor seinem Stallkollegen lag. Villoresi war der Führung vorübergehend verlustig gegangen, da er in der Seaman-Spitzkurve an die Das Tandem Ascari/Yilloresi auf Maserati in der ersten von 6S Kunden Parnell Maserati Watson Alta Villoresi Maserati de Graffenried Maserati Comotti Tal bot Nixon ERA Bira Moserati G. Ansell ERA Ascari Maserati (Spezialbericht) Chiron Talbot Harrison ERA Hampshire ERA Wenn die beiden Vertreter des Maserati- Stalles mit den letzten Startplätzen vorliebnehmen mussten, so erklärt sich dies damit, dass sie nach einer Tag- und Nacht-Nonstopfahrt ab Mailand zu spät zum Training eintrafen, jedoch auf Grund einer besondern Erlaubnis Gelegenheit zu einer nachträglichen Kontaktnahme mit der Piste erhielten, wobei Ascari die schnellste Runde fuhr. Beim Senken der Startflagge setzte sich Chiron entschlossen an die Spitze, gefolgt von de Graffenried, Parnell und Johnson, dieweil Villoresi und Ascari sich äusserst geschickt durch das rasch in die Länge gezogene Feld « durchfrassen ». Während der Monegaske nach der ersten Runde noch führte, verzeichnete man auch schon die ersten Ausfälle. Einmal lag Leslie Johnson auf dem E-type-ERA, dessen Arbeitsweise schon im Training zu wünschen übrig gelassen hatte, mit Achsbruch fest, und Parnell, der wie Villoresi und Ascari einen der neuen Maserati vom Typ 4CTL steuerte, traf das Missgeschick, dass ein auffliegender Stein die Benzinablaßschraube am Treibstofftank zerschlug, so dass sich all das köstliche Nass auf die Piste ergoss. Villoresi preschte indessen unerhört schnell über die Piste und fuhr — offensichtlich vom Wunsche beseelt, 30 rasch als möglich zur Spitze aufzuschliessen — in der vierten Runde mit 122,477 km/h das höchste bis dahin erzielte Stundenmittel pro Runde. Die Verdrängung Chirons vom Leaderbord wurde gleich darauf Tatsache, und in der 6. Runde hatte auch Ascari seinen Platz hinter Villoresi eingenommen. An dritter Stelle notierte man Chiron, an vierter Bira und weiter zurück Etancelin. Rasch legten die Mannen vom Maserati-Team einen grössern Umzäunung geraten war. Der Ruckstand Cmrons betrug in diesem Zeitpunkt 50 Sekunden. Ungefähr gleichzeitig suchte Mays mit Kerzenschaden die Boxen auf, an denen auch Etancelin mit einem Kühlerdefekt auftauchte, wodurch Gerard auf seinem 12 Jahre alten ERA auf den fünften Platz vorrückte. Da der Belag einiger Kurven immer glitschiger wurde, konnte nicht vermieden werden, dass verschiedene Fahrer meist harmlose Rutscher tätigten oder aber in den Strohballen landeten. In der 25. Runde führte Ascari immer noch mit einigen Wagenlängen Abstand auf Villoresi, und auf dem dritten bis fünften Platz registrierte man Bira, Chiron und Gerard. Um 15.20 Uhr, als Etancelin die Weiterfahrt endgültig einstellte, rollte der inzwischen wieder in Front gegangene Villoresi zum Tanken an die Boxe, um schon nach 35,6 Sekunden wieder loszurauschen. Ascari hielt sich volle 87 Sekunden an den Boxen auf, wobei freilich zu sagen ist, dass er auch zwei Reifen •wechselte und ausserdem Oel und Wasser nachfüllen liess. Nicht lange nachdem er sich wieder auf die Strecke begeben hatte, verlor er übrigens ein Auspuffrohr. de Graffenried, der bis dahin sehr regelmässig im Rennen gelegen, erschien schliesslich mit rauchendem Kühler an der Boxe, fuhr aber weiter, allerdings nicht ohne Benzin und Wasser getankt zu haben. Als Mays am Ersatzteillager stoppte, da stieg unter der Motorhaube seines ERA ein verdächtiges Räuchlein auf; der Wagen wurde denn auch sofort hinter die Boxen abgeschoben. Chiron, dessen Talbot Oel verlor, blieb unterwegs stecken, weshalb von vier gestarteten Wagen dieser Marke lediglich derjenige Rosiers im Rennen verblieb. Infolge eines Boxenhaltes wurde schliesslich auch Bira zurückgeworfen, so dass sich nach 40 Runden folgende Reihenfolge ergab: Villoresi, Ascari, Rosier, Gerard, Harrison. Kurz darauf sah sich Harrison wegen eines Ventildefekts zur Aufgabe gezwungen — Gilbey erreichte das Schicksal in Form eines Getriebebruches; Villoresi und Ascari legten nochmals einen Tankhalt ein. Gerard gelang es um die 50. Runde, an Rosier vorbeizugehen und sich — mit Rücksicht auf den Jahrgang seines Fahrzeuges eine glänzende Leistung — definitiv den dritten Rang zu sichern. Im übrigen waren die Positionen nunmehr durchs Band weg bezogen, und Villoresi und Ascari hefteten für Maserati einen Doppelsieg an die Fahne, der nie auch nur einen Augenblick lang in Fräse gestanden hatte. Der Start. Bereits sind die Spitzenreiter der Kamera entwischt, weshalb sich auf unserm Bilde IParnell und Bira (beide auf einem Maserati des neuen Typs 4 CTL) und Walker auf ERA in Front befinden Resultate (£5 Runden ä 6,114 km •= 397,423 1. VHloresi, Italien (Maserati) 2. Ascori, Italien (Moserotf) 3. Gerard, England (ERAI 4. Rosier, Frankreich ITalbot) 5. Bira, Siom iMaserati) 6. Bolster, England (ERA) 7. Hampshire, England (ERA) 8. Salvadori, England (Maserati) 9. de Graffenried, Schweiz IMaserati) 10. Nixon, England (ERA) 11. K. E. AnseJI, England {Maserati) 12. Walker, England (ERAI km) 3 h 18" 0,3 116,228 km/h 3 h 18' 17,0 64 Run-den 64 Runden 63 Runden 63 Runden 60 Runden 60 Runden 59 Runden 58 Runden SO Runden Dem Grand-Prix-Rennen ging ein Lauf für 500-cm'-Rennwagen über 13 Runden = 79,5 km voraus, den Rhiando auf Cooper mit einem Stundenmittel von 97,634 km vor Cooper auf Cooper gewann. Internationale Rennen in der Schweiz T Q4Q Dem Vernehmen nach wird der ACS an der morgen stattfindenden Pariser Sitzung der int. Sportkommission im internationalen Terminkalender für 1949 Daten für folgende Rennen auf Schweizer Boden reservieren lassen: Grosser Preis der Schweiz in Bern (3. Juli); Malojarennen (ein Augustsonntag); ACS BERN. Fuchsjagd. Als dritte Veranstaltung dieser Saison führte die Sektion Bern Jes ACS am letzten Samstag ihre traditionelle Fuchsjagd durch, die als dritter Lauf um iie bernische Automobilmeisterschaft zählte. Der »tart erfolgte bei der Tribüne an der Murtenstrasse in Intervallen von drei Minuten. Von lier führten die Spuren von Reineke Fuchs quer durch den Bremgartenwald am Glasbrunnen vorbei, über die Haienbrücke in den Raum von Herrenschwanden, Kirchlindach, Uettligen, Meisirch, Säriswil, Murzelen, von wo er sich gegen Gümmenen zurückzog, um schliesslich im Fuchsbau in Laupen auf seine Jäger zu warten. Die gezeigten Leistungen dürfen als sehr zufriedenstellend gewertet werden, fanden doch alle Verfolger, allerdings mit mehr oder weniger Zeitaufwand, den Fuchs. In Klasse A setzte sich von Tscharner an die Spitze mit einem beträchtlichen Vorsprung auf Glauser und Massara. In Klasse B feierte Wenger einen neuen Erfplg, indem es ihm damit gelang, die dritte aufeinanderfolgende Fuchsjagd zu gewinnen. Die bernische Automobilmeisterschaft geht nun ihrem Höhepunkt entgegen. Glauser konnte seine Spitzenposition etwas festigen, während von Tscharner auf den zweiten Platz vorgestossen ist. Erst der Slalom in Thun (31. Oktober) wird allerdings die Entscheidung bringen. Titelanwärter sind einzig noch Glauser, von Tscharner und Fritz Künzi. Bei normalem Verlauf der Dinge sollte jedoch Paul Glauser kaum mehr zu schlagen sein. Beste Resultate: * Klasse A: 1. H.-K. von Tscharner (Healey, 86,7 P.; 2. Paul Glauser (Studebaker), 96,3 P.; 3. Marcel Massara (Delahaye), 99,2 P.; 4. Rolf Dellsperger (Citroen), 118,0 P. Klasse B: 1. F. Wenger (Morris), 98,4 P.; 2. Roland Suter (Fiat), 107,6 P.; 3. Gottwald Sahli (Delage), 108,6 P.; 4. Walter Binz (Jeep), 114,9 P. Gruppenwettbewerb: 1. «Blitz» (Roland Suter/Paul Glauser/August Scheibler), 345,0 P.; 2. « Mafosa » (Hardy Fortmann/Marcel Massara/Florindo Sargenti), 355,1 P. ZÜRICH. Autoslalom in Dübendorf. Vor dem Martinimahl muss noch in kurzer Frist das Meisterschaftsprogramm unter Dach gebracht werden, und so folgte schon drei Wochen nach dem hill climb am Pfannenstiel das Miniaturrundstreckenrennen auf dem Militärflugplatz Dübendorf. Aus den Hartbelagflächen der Flugzeughallenvorplätze und den Rollwegen liess sich in der äusseren Form eines Rechtecks eine Strecke von 1,6 km Länge kombinieren, wobei mehrere künstliche Hindernisse zu wiederholten und teilweise recht scharfen Richtungswechseln zwangen. So bestand die untere Wende in einer engen Haarnadelkurve, während in der Mitte eine kreisähnliche Schlinge zu fahren war. Immerhin hatte man die für alle Fahrzeuge gleich breiten Tore so aufgestellt, dass ordentlich flüssige Fahrten ermöglicht wurden. Da die Starts in kurzen Intervallen erfolgten, belebten zur Freude der zuschauenden Angehörigen der 41 Teilnehmer meistens 2—3 Wagen den Schauplatz. Es wurden zwei Läufe ausgetragen, wobei die bessere Zeit für die Schlusswertung zählte. Diese Wiederholung erwies sich als sehr erwünscht, weil sich nämlich in der ersten Runde ein relativ hoher Prozentsatz von Konkurrenten Strafsekunden aufgeladen hatte. Bei den unter 2 Minuten liegenden reinen Fahrzeiten machten sich Zuschläge von 10 Sekunden für das Umwerfen von Kontrolltoren oder sogar von 20 Sekunden für das Befahren der Grasfläche natürlich empfindlich bemerkbar. In allen vier Klassen belegten indessen Fahrer, die beide Runden fehlerfrei absolviert hatten, die vorderen Ränge. Der erste Preisträger der Tourenwagengruppe bis 1500 cm 1 , K. Klaus, verzeichnete für die beiden Läufe einen Unterschied von lediglich V«, Sekunden, während sich B. Huber bei der Wiederholung an zweite Stelle schieben konnte. Auch in der grösseren Tourenwagengruppe fiel die Entscheidung erst bei der zweiten « Runde •, indem es W. Bosshard gelang, nahezu 5 Sekunden einzubringen und den provisorisch führenden Helbling, der mit einem neuen Ford- Coupe antrat, auf den zweiten Platz zu verdrängen. Das familiäre Duell, das den Ausgang bei den 1 y 2 -Liter-Sportwagen kennzeichnete, entschied Rudolf Seyffer ebenfalls erst in der zweiten Runde zu seinen Gunsten, als er 3,2 Sekunden einsparte. Sein Bruder Robert, der den gleichen MG steuerte, notierte für beide Läufe dieselbe Zeit. Mit einer glänzenden Leistung klassierte sich K. Aebli als Tagessieger, denn unter Berücksichtigung der Strafsekunden, die sein schärfster Rivale A. Campolongo im ersten Anlauf eingeheimst hatte, stand Aebli mit 1' 42,0", bzw. 1' 39,6" bei beiden Läufen an der Spitze des Gesamtklassements. Ausser Konkurrenz durchfuhr R.Fischer am Grosser Preis von Lausanne (ein Septembersonntag). Coupe du Salon in Montlhery Organisiert vom Automobil-Club de l'IIe-de- France und der Union Sportive Automobile finden am 10. Oktober auf der Bahn von Linas— Montlhery folgende Rennen statt: a) die internationale Coupe du Salon für Rennwagen der Formel 1, die 48 Runden ä 6,2834 km = 301,603 km zu bewältigen haben. Für dieses Rennen liegen bis zur Stunde u. a. Meldungen der Ecurie France (Chiron, Giraud- Cabantous und Mairesse auf Talbot), der Ecurie Mundia (Chaboud, Levegh und Rosier auf Talbot), von Louveau und Varet auf Maserati, von Görard und Versini auf Delage, von Grignard auf Talbot, von Meyrat auf Delahaye und von Martin auf Frazer-Nash/BMW vor. Auch der Genfer Ramseyer auf Maserati figuriert auf der Nennliste. b) ein internationales Rennen für Sportwagen, die in den Wertungsgruppen bis 1500 cm', 1501—3000 cm* und über 3000 cm 3 zusammengefasst werden und deren Pensum 24 Runden der gleichen Strecke = 150,801 km beträgt. Fahrzeuge mit Kompressormotoren werden mit einem Hubraumzuschlag von 100 % bedacht. Volant des Simca-Gordmi-Rennwagens den Slalom in 1' 33,6" und 1' 31,8". Die besten Resultate Tourenwagen bis 1500 cm«! 1. Klaus Kurt (Austin) V sz,ar: 2. Huber Bruno iFiot) )'54,4"; 3. Bühler Fritz (Fiat) T 56,8"; 4. Christen Max (Fiat) l'S7,8"; 5. Stocke* Theo (Topolino) 2'0S" Tourenwagen über 1500 cm': 1. Bosshord Wolter fCitroen) l'S2,2"; 2. Helbling Hermann (Ford) T 53,0"; 3. Schlotterbeck R. (Citroen) 1'53,4"; 4. Lutz Franz (De Sotot V 55,2"; 5. Joe* Carl (Citroen) 1'57,2" Sportwagen bis 1500 cm*: 1. Seyffer Rudolf (MG KomprJ V 42,4"; 2. Seyffer Robert (MG Kompr.) l'45,0"; 3. Hirt Felix (Riley) 1'45,2"; 4. Bär Otto IMG) T 46,6"j 5. Hirt Peter (Lancia) T 48,6". Sportwagen über 1500 cm': 1. Aebti Kaspar (BMW) V9,tT (Tagesbestzeit); 2. Dattner Alfred (BMW) 1" 42,4"; 3. Minor&tti Aldo (Alfa Romeo) T 56,2"; 4. Daetwyler W lAlta Romeo) 1'56,15"; 5. Campolongo E. (BMW) 2'01,0" Hors concours: Fischer Rudolf (S'wnen Gftrrftfih T*31.8". BRIEFE DER LESER AN DIE AR. Briefe über allgemein Interessierende Fragen werden gern« zur Veröffentlichung entgegengenommen. Sie sind möglichst kurz zu fassen und an die Redaktion der c Automobil-Revue », Breitenrainstr. 97, Bern, zu senden. Die Verwendung eines Pseudonyms ist gestattet, wenn der Redaktion Name und Adresse des Absenders bekanntaegeben werden. Zur Benzinzuteflung in Frankreich Wer von der Schweiz aus nach oder durch Frankreich fährt, der sei in zwiefacher Hinsicht gewarnt: 1. Tut man gut daran, seine Fahrt zeitlich sehr genau zu berechnen und einzuteilen, da die Schalter der Filialen der Banque de France, wo die Benzincoupons gegen Schweizer Franken erhältlich sind, nur von 10—12 Uhr vorund 2—4 Uhr nachmittags geöffnet sind; 2. nehme man Schweizer Franken in möglichst kleinen Noten mit, da die Banque-de-France- Filialen sich glatt weigern, grössere Noten zu wechseln, trotzdem sie Schweizer Geld haben. Der Schreibende fuhr unlängst von Aarau nach London, wobei er die Schweiz um 11 Uhr vormittags in Les Verrieres verliess. Da sein Wagen in England registriert ist, hätte er somit erstmals in Besangon Benzincoupons kaufen können. Es traf sich aber, dass er kurz vor 1 Uhr in Besanpon anlangte und nicht bis 2 Uhr dort warten wollte, bis die Bankschalter aufgingen. Die nächste Stadt, wo Benzincoupons zu haben waren, war Chaumont. Er beschloss somit, bis Chaumont weiterzufahren, zumal er seinen Tank in Les Verrieres noch angefüllt hatte. Hätte er Chaumont vor 4 Uhr nicht erreicht, so hätte er sein Tagesziel Reims, wo im Hotel Zimmer bestellt waren, nicht erreichen können, da ihm der Brennstoff ausgegangen wäre. Wer einen Blick auf die Karte wirft, kann ermessen, -wie er fahren musste, um tatsächlich drei Minuten vor 4 Uhr vor der Banque de France in Chaumont halten zu können. Der Schalterbeamte liess den Schreibenden genau 35 Minuten warten, bis er von ihm überhaupt Notiz nahm. Unterdessen drehte er sich Zigaretten, schrieb ein Briefchen, unterhielt sich mit Kollegen und brachte es tatsächlich fertig, den wartenden Kunden — der harte Währung brachte — zu übersehen, als ob er Luft gewesen wäre. Da draussen punkt 4 Uhr die Tore geschlossen worden waren, war der Schreibende der einzige auf Abfertigung wartende Kunde. Als er endlich gefragt wurde, was er 'wünsche, sagte er, er möchte 80 Liter Benzincoupons haben. Sein Wagen ist ein 3%~ Liter-Jaguar, und die 80 Liter hätten ihn spielend nach Dünkirchen zum Kanaldampfer gebracht. Unglücklicherweise hatte er bloss eine Hundert-Franken-Note in Schweizer Währung bei sich. Der Schalterbeamte in Chaumont aber sagte sofort, wechseln könne er nicht. Darauf aufmerksam gemacht, dass er bündelweise schweizerische Zwanzigernoten auf dem Schalter liegen hatte, antwortete er barsch, er könne diese nicht als Wechselgeld benützen. Er zwang somit den Schreibenden, für seine Schweizer Hunderternote 320 Liter Benzin zu kaufen, wofür er ihm die Coupons aushändigte. Schon in Reims und später nochmals in Dünkirchen wurden ihm dann, völlig ungefragt, ausgezeichnete Angebote für die überschüssigen Benzincoupons gemacht. Er setzte sie selbstverständlich zum besten Kurse ab und half damit, gezwungen durch die unvernünftige Haltung des Beamten der Banque de France, dem Schwarzen Markt. Die Zuteilungsart, so wie sie gegenwärtig gehandhabt wird, ist nichts anderes als ein staatlich betriebener Skandal. Sollte mit diesem ausgeklügelten System, das der Banque de France harte Währung einbringt, beabsichtigt worden sein, den Schwarzen Markt lahmzulegen, so hat « der Zweck der Uebung denselben verfehlt •. G. K. (London).

Nr. 43 - MITTWOCH, 6. OKTOBER 1948 AUTOMOBIL REVUE 18 Sw?ss waten ppecfäbnl Eine Kupplung... weich wie ein Lamm Die Ril*y-Wag*n verdanken ihre aussergewöhnlichen Eigenschaften zu einem guten Teil den Erfahrungen, welche die Riley-Werke während des Krieges mit der präzisionsweisen Herstellung von Flugzeugmotoren gemacht haben. Sie dürfen darum von diesen Wagen mit Recht vieles verlangen, vor allem dann, wenn Sie einen Gebrauchswagen mit ausgesprochen sportlichem Einschlag suchen. In Charakter und Form sind diese Fahrzeuge die würdigen Nachkommen von Vollblutschöpfungen. Die Riley-Wagen sind nun mit IH-Liter-Motor von 55 Brems-PS und mit 2^-Liter-Motor von 105 Brems-PS sofort ab Lager lieferbar. So eine Kupplung wollen Ihre Kunden, die Automobilisten. Was liegt näher, als die kompletten Kupplungen, ja selbst die Schwungräder dazu, in den Service von Derendinger zu schicken! Wir haben alles dazu: neue Mitnehmerscheiben und gute Kupplungsbeläge, ganze Kupplungen oder neue Teile dazu, Ausrückgabeln und Ausrücklager — die nötigen Maschinen und das „know how", das wissen wie. Generalvertretung für die Schweiz: J. & E. Waeny, Grand Garage, Wabern-Bern Telephon 5 26 22 Aargau: Paul Kaufmann, Schonenwerd. Amriswil: A. Roth & Söhne, lasel: Henry Hurter, Schanzenstr 13. Bieli E. Rieder, Ob. Quai 32. La Chaux-do- Fonds: Paul Rucksiuhl, 21a, rue Leopold-Robert. Flawil: Garage Steinemann. Geneve: Montchoisy S.A., 68-70, rue Montchoisy. Luzern; Letzi-Gorage, Koch Söhne GmbH., Hirschengraben 48. Schaffhausen: W. Fischer, Spitalstrasse 5. St. Gallen: Franz Klaiber, Sternackerstr. 1. Solothurn: Fritz Weber, Bahnhofplatz. Tessin: P Mazzuchelli, Lugano. Thun: W. de Berti, Kasernensiras$& ]. Woodt und Wallis: Majestic S.A., 45, evenue de Morges. Yvftrdon: Gribi & Leuba. Zürich: J. H. Keller AG. Bahnhofstr. 1. iztfRICH, SUuffachernual 18/20. Tel. (051) 2711 77 RN. Beinstrasse 16 Telephon (031) 3 58 88 BREMSEN KUPTLUNGEN DICHTUNGEN GIRLING-DÄMPFER AUTOMOBILISTEN ACHTUNG! Der Auto-Waschhandschuh aus echtem Lammfell, kurzhaarig, macht das Wagenwaschen und Champonieren zur Freude. Er schützt Sie vor kaltem Wasser, Rheumatismus und Verletzen der Hände; ist hygienisch. An Preis und Qualität unübertroffen Auto-Waschhandschuh Original \a inkl. Wust Fr. 15.60 Auto-Waschhandschuh, wasserdicht und auswechselbar, la, inkl. Wust > 22.80 Neu aufgezogene Felle und Imprägnieren, inkl. Wust > 12.50 Auf Wunsch Musterlieferung. Wiederverkäufer gesucht. F. SIMON, BASEL 15 T.I.