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E_1948_Zeitung_Nr.043

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16 AUTOMOBIL REVUE

16 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 6. OKTOHER 1948 - Nr. 43 käme (? Red.). Um einen Turbinenwirkungsgrad von 24 o/o zu erreichen, müssen die Teilwirkungsgrade von Kompressor und Turbinen 85 °/o betragen und die Turbineneintrittstemperatur muss 815° C erreichen. In grossen Einheiten sind diese Werte heute schon erreichbar. Der Luftverbrauch einer Gasturbine beträgt ca. 16 kg/PSh verglichen mit 3,2 kg/PSh beim Kolbenmotor. Berücksichtigt man noch den Kühlluftverbrauch des Kolbenmotors, dann wird der Totalluftverbrauch beider Anordnungen praktisch gleich. Die Hilfsaggregate einer Gasturbine umfassen Anlasser, Lichtmaschine, Oelpumpe, Brennstoff- und Einspritzpumpe sowie einen Brennstoffregler. Letzterer besteht bei der Einturbinenanordnung aus einem einfachen Brenn- 2 100- J: o X SO- Fig. 3 Drehmomentvertauf einäs Personenwagens in den Gangen, totaler Fahrtwiderstand und Leistungscharakteristiken der Gasturbine. Die Wirkungsgradkurve der posturbine gilt für eine Turbine, die bei der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs das gleiche Drehmoment abgibt wie der Kolbenmotor im 3. Gang (obere der Turbinenkurven). Die untere Turbinenkurve charakterisiert eine für besten Wirkungsgrad dimensionierte Turbine Stoffdrosselventil, während bei der Zweiturbinenanordnung ein etwas komplizierterer Regler angeordnet werden muss, was aber keine grossen Schwierigkeiten bereitet. Der Anlassvorgang ist relativ einfach. Fig. 3 zeigt das an den Rädern eines typischen Personenwagens in den drei Gängen verfügbare Drehmoment, resp. die diesem entsprechende Zugkraft, aufgetragen in Abhängigkeit der Fahrzeuggeschwindigkeit. Das wichtige Charakteristikum des Kolbenmotors ist ein wenig drehzahlabhängiges Drehmoment, wie dies der flache Drehmomentverlauf im 3. Gang darstellt. Für Start und Bergfahrt sind deshalb die Gänge 1 und 2 notwendig. Die Umhüllung der drei Gangkurven ergäbe eine Kurve, für die in jedem Punkt (d. h. bei jeder Fahrgeschwindigkeit) die Motorleistung dieselbe wäre. Diese Kurve stellt eine ideale Leistungsübertragung dar. Im gleichen Diagramm sind Drehmoment und Wirkungsgrad von Gasturbinenaggregaten aufgetragen. Der maximale Wirkungsgrad wird bei Saurer-Diesel- Lastwagen 6 t, Dreiseitenkipper, mit Schneugang, Typ BLD, Jahrgang 1935, neu revidiert, eventuell mit Langholzausrüstung, doppelte Seilwinde, Drehschemel, mod. Steuerb. Anhänger mit Aufladevorrichtung. Umständehalber sof. abzugeben, auf Wunsch mit langfristigem Arbeitsauftrag. 88659 Offerten unter Chiffre P 290-13 W an Publicitas, Winterthur. Privat verkauft 4türiees in ausgezeichnetem Zustand. 10 PS, Reparaturbelege für Fr. 3600.— zur Verfügung. Neu gespritzt, neu bereift, Radio, Heizung etc. — Verkaufspreis Fr. 12 800.—. Eventuell wird neuer Kleinwagen an Zahlung genommen. — Offerten erbeten unter Chiffre 70366 an die Automobil-Revue, Bern. 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Bei sehr geringer Geschwindigkeit kann das Drehmoment des Aggregates übrigens kurzzeitig durch Steigerung der Brennkammertemperatur erhöht werden. Bei Höchstgeschwindigkeit dreht die Turbine mit 20 000 bis 30 000 T/min, weshalb ein einfaches Reduktionsgetriebe notwendig ist. Für Rückwärtsfahrt muss ein Umkehrgetriebe vorgesehen werden. Zur Herstellung der Turbinenschaufeln stehen heute mehrere hitzebeständige Werkstoffe zur Verfügung; metallurgische Verbesserungen, keramische Schaufelüberzüge oder aus keramischen Werkstoffen hergestellte Schaufeln werden weitere Temperaturerhöhungen gestatten. Wenn die Lebensdauer eines Fahrzeugs auf 150 000 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h geschätzt wird, muss die Lebensdauer des Aggregates 2500 Stunden betragen. Legierungen, die bei einer Belastung von 21 kg/mm 2 und einer Temperatur von 730° C in 3000 Betriebsstunden nur eine Kriechdehnung von 1 Promille haben, stehen bereits zur Verfügung. Die Verluste innerhalb der Gasturbine umfassen Reibungsverluste, Gasverluste durch das Laufradspiel sowie Strömungsverluste durch falsche Ein- und Austrittswinkel am Laufrad, die dadurch entstehen, dass die Leistungsturbine mit variabler Drehzahl arbeiten muss, und schliesslich die Auspuffverluste. Wenn auch die Reibungsverluste innerhalb vernünftiger Grenzen gehalten werden können, verlangt die Forderung nach geringen Turbinenabmessungen die Anwendung hoher Drehzahlen. Die Gasverluste durch das Laufradspiel nehmen aber mit der ZU VERKAUFEN Standard 46 9 PS, wenig gefahren, wie neu. Weit unter Neupreis, evtl. Tauschgelegenheit. G. Kreit, Littau (Luz.). Telephon (041) 2 40 89. (P 43338 Lz) 88655 wie Motoren, Getriebe, Wellen. Räder, Achsen, Dynamos, Anlasser, Kühler sowie Federn und Chassis liefert ZU Ersatzteile für allere Automobile Hs. Zysset. Station. Zolhknfen. T« 7 00 11. VERKAUFEN Spezialkarosserie, 2/4 PL, schwarz/grün, 4 Zylinder, schnittiger Wagen. 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Es wird vielleicht noch lange Zeit bis zur Verwirklichung dieser Ziele verstreichen; aber es lä.sst sich schon heute die Möglichkeit voraussehen, mit einem einzigen Laufrad auszukommen, in dem Kompression, Verbrennung und Expansion vor sich gehen könnte. Es sei noch erwähnt, dass eine erfolgreiche Entwicklung des Gasturbinenantriebs dem Kolbenmotor nicht unbedingt den Todesstoss erteilen muss. Wahrscheinlich wird aber der Dieselmotor durch die Gasturbine schärfer konkurrenziert werden als der Ottomotor. (Quelle: « Automotive Industries ») Ungewöhnliche Motorkonstruktionen. Bei einem Motor mit gegenläufigen Kolben und gemeinsamem Verbrennungsraum soll die Bewegung der beiden Kolben nicht wie üblich durch Kurbel- und Zahnradgetriebe übertragen werden, sondern es ist zu diesem Zwecke eine Mechanik, bestehend aus zwei Kipphebeln und einer Nockenscheibe vorgesehen. Diese Mechanik ist nun nach der Erfindung so ausgebildet, dass einerseits im innern Totpunkt keine, anderseits im äussern Totpunkt eine ziemlich starke Phasenverschiebung der Bewegung der beiden Kolben gegeneinander entsteht. Es soll dadurch Einachsanhänger Der Prototyp für einen populären australischen Wagen wird zurzeit Strassenversuchen unterzogen. Es handelt sich um einen kleinen Zweisitzerwagen mit * Zweizylindermotor, der für weniger als etwa 4000 Franken verkauft werden soll, fallt er produziert werden kann 5,75 PS. 4-Ganß. 4türisr, m. Schiebedach, blaues Lederpolster, m. allem Zubehör, Spezialkarosserie, neue Kühlerdecke, Frostschutz- Schneeketten und Pneus,. Heizung, Frostschutzscheibe, Motor kom- karossiert, mit Auilauf- Werkzeug, sehr schöner, (Saurer-Chassis), 2 t, neuscheibe, plett revidiert, neue Kol-bremsben und Lager, Chassis Pneus 38/7, preiswert zu unfallfrei. 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Nr. 43 - MITTWOCH. 6. OKTOBER 194« AUTOMOBIL REVUE 17 DISKUSSION In einer geistreichen Stellungnahme zu Chaplins Film « Monsieur Verdoux » In der Filmbeilage der « National-Zeitung • stand kürzlich zu lesen: « Wer als Prophet oder eifernder Prediger auftritt, muss deutlich und einfach sprechen. Er darf sich nicht vor einer krassen Pointiertheit scheuen. Theodor Fontane hat das sehr schön und witzig formuliert: ,Wer ängstlich abwägt, sagt gar nichts. Nur die scharfe Zeichnung, die schon die Karikatur streift, macht eine Wirkung. Glauben Sie, dass Peter von Simens den ersten Kreuzzug zusammengetrommelt hätte, wenn er so etwa beim Erdbeerpflücken einem Freunde mitgeteilt hätte, das Grab Christi sei vernachlässigt, und es müsse für ein Gitter gesorgt werden?' » Ich hoffe, dem Rezept genügend zu entsprechen, wenn ich die Automobilausstellungen der Nachkriegszeit als « Salons der Hehler » nenne, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass da etwas eine eindeutige Stellungnahme erfordert und Handeln gebietet, was als nicht «in Ordnung » bezeichnet werden muss. Selbstverständlich handelt es sich bei den Ausstellern keineswegs um Hehler im Sinne des Strafgesetzbuches. Es gibt wohl keinen, der mit Wissen und Ueberlegenheit gestohlenes Gut veräussern würde, trotzdem sie es fast alle unbewusst tun. Gerade auf ihr Anstandsgefühl sei spekuliert, damit aus ihren Reihen selbst für Abhilfe gesorgt wird, wenn man ihnen erst einmal zum Bewusstsein gebracht hat, dass sie tagtäglich moralisches Unrecht begehen und unterstützen, das nur darum straflos ist, weil eine Gesetzeslücke den Geschädigten verwehrt, ihr gutes Recht zu fordern. Es handelt sich dabei um die Erfinder, die dem modernen Auto sein Gepräge gegeben haben, in erster Linie an Paul Jaray, den Schöpfer der Stromlinienkarosserie. Jaray war Oberingenieur der Zeppelin-Werft. Er errechnete und erforschte die von ihm so benannten « Stromlinienkörper ». Der eine oder der andere kann sich vielleicht noch an die ersten Zeppelinluftschiffe erinnern, die zigarrenförmig vorn und hinten spitz zuliefen. Jaray fand heraus, dass eine bestimmte Gestalt, der Stromlinienkörper, den geringstmöglichen Luftwiderstand besitzt. Schon 1921 übertrug er seine Erkenntnis auf das Automobil. Dabei erkannte er in kühnem Gedankenflug, dass das Automobil weder ein einfach erdgebundenes noch ein auf Rädern laufendes Luft-Fahrzeug ist, sondern ein Ding, das sich mehr oder minder zwischen Boden und darauf lastender Atmosphäre dazwischenschiebt, die Luft vorn teilt und hochhebt und hinter sich wieder sich heruntersenken und sich vereinigen lässt. Und er gab auch gleich die Methode an, wie die beste Form emnirisch im Windkanal ermittelt werden kann: durch Untersuchung eines Autosalons der Hehler? Zwillingsmodells. Dem Fachmann sind dies heute Gemeinplätze, Dinge, über die man kaum noch diskutiert. Der Autokäufer lehnt 1948 einen Wagen, der nicht wenigstens eine « Stromlinie » vortäuscht, als unmodern ab. Die Mode hat die Stromlinienkarosserie zu ihrer Sache erkoren und sie zur heute regulären Autoform gemacht. Ein niederer Luftwiderstandsbeiwert ist zum Verkaufsmoment geworden, wie früher etwa Vierradbremse oder Schwingachse. Aber da Genie und upermüdliche Arbeit dahinterstehen, so kostete es, bis das Stromlinienauto durchgesetzt war — um mit Churchill zu reden —, unendlich viel « Schweiss und Tränen ». Und jetzt, da es endlich soweit ist, sind die Patente erloschen, und der Erfinder, der für die Idee seine Persönlichkeit und Arbeitskraft eingesetzt hat, geht vollständig leer aus. Es gibt keinen Fabrikanten, der einem Erfinder, dessen Patente • abgelaufen » sind, eine Entschädigung für die Benützung seines Geistesgutes entrichten würde. Wer daher ein Fabrikat vertreibt, das solches Gut enthält, ist unbewusster und gesetzlich geschützter Hehler. Wenn die Oeffentlichkeit über die Verhältnisse im Patentrecht informiert wäre, würde sie nicht zögern, die völlig veralteten Gesetze durch bessere zu ersetzen. Leider ist versäumt worden, bei der kürzlichen Behandlung der anderen Urheberrechtsfragen auch das Erfinderrecht zu modifizieren; aber der Ausgang jener Kampagne, die vom Schweizervolk erfolgte Anerkennung der Berechtigung, dem Urheber und dessen Rechtsnachfolger einen Schutz seines Geistesgutes bis 80 Jahre nach seinem Tode einzuräumen, lassen vermuten, dass es auch der längst überfällig gewordenen Besserstellung des Erfinders seine Unterstützung nicht versagen wird. Man denke: Wer ein Lied komponiert und ein paar Verse dazu schreibt, kann das Couplet unbesorgt öffentlich vortragen; er kann es einem Verleger schicken, und niemand wird es wagen, es ihm zu entwenden. Es gehört ihm und den Seinen bis 80 Jahre nach seinem Tode; er hat, um dieses Recht zu erhalten, nicht die geringste Formalität zu erfüllen. Anders der Erfinder. Er muss ein Patent anmelden, das ihm bei Erfüllung gewisser Formalitäten und vor allem Zahlung von Jahr zu Jahr steigender Gebühren auf maximal 18 Jahre die Berechtigung gibt, darüber zu verfügen. Will er den Schutz nicht nur im Inland, sondern auch in fremden Ländern erhalten, so muss er langwierige Verfahren der Neuheitsprüfung über die Anmeldungen ergehen lassen und sie bezahlen. Die Anmeldung von « Weltpatenten » kostet im Handumdrehen 10 000 Fr., die aufzubringen sind, bevor das erste Patent im Lande in der Regel selbst auch nur einen Rappen Nutzen abgeworfen hatte. Folge: Verschuldung. Dann folgen Unsummen an jährlichen Gebühren zur «Aufrechterhaltung > der Patente, und, ist es ihm, wenn er Glück hat und seine Sache wertvoll ist. ECHTE STROMLINIE Jarays erster Stromlinienwagen, der 25 Jahre ölte Ley. — Darunter ein Mercedes-Benz aus dem Jahr 1937. Die guten Eigenschaften dieser Karosserien sind heute Allgemeingut geworden, soweit man es anwenden will! DER ASTON-MARTIN-ZWEIIITE* Nach langer Entwicklungszeit ist in England der Aston-Martin-Zweilifer-Sportwagen soweit gediehen, dass davon eine kleine Serie gebaut werden kann. Das Werk ist kürzlich vom Inhaber der bekannten Zahnradfirma David Brown erworben worden, der auch die Pläne und Prototypen des Lagonda-2V4- Liter angekauft hat. Das Bild zeigt den ersten zweisitzigen Serienwagen von Aston Martin, der als Cabriolet karossiert wurde Der technische Aufbau hat einige recht interessante Punkte, so das Rahmenfachwerk, das Chassis und Karosserieträger zugleich bildet, die Radaufhängung mit vorderen Längsschwinghebeln und Schraubenfedern hinten und vorn. Der OHV-Vierzylindermotor ist auf 7,25 verdichtet und leistet bei 4750 T/min. 90, PS. Der komplette Wagen wiegt rund 1000 kg Warn hundert — Industrien mit Milliardenumsätzen technisch revolutioniert haben, sitzt betagt, vergessen und krank in Fischenthal im Zürcher Oberland und ernährt sich kärglich von Expertisen. Die grossen Industriekonzerne betonen oft und mit Recht, wieviele Hundert Millionen sie in Versuchsanlagen investieren. Aber die grossen schöpferischen Geister, die Pioniere, deren Gedanken man womöglich solange eifrig bekämpft hat, als sie noch nicht « patentfrei» waren, beutet man skruppellos aus. Wenn Jaray nicht als ernster Ingenieur gehandelt hätte, sich nicht darauf beschränkt hätte, solide Grundsatzpatente zu nehmen, dann wäre er nach dem heute geltenden « Recht» besser daran. Er hätte sich z. B. die Bezeichnung « Stromlinie » schützen lassen können, die heute in keiner amerikanischen Reklame fehlen darf, wo vom Tauchsieder bis zur Schreibmaschine alles « streamlined » ist. Aber so muss er tatenlos zusehen, wie man von ihm einfach, ohne die geringste Gegenleistung, nimmt, ja oft genug auch noch, indem man den Ursprung verschweigt Bis zu einer allgemeinen Verbesserung der Verhältnisse für den Erfinder sollten in dem Falle Jaray die Nutzniesser aus sich heraus freiwillig etwas tun. Wieviele Fahrer hängen eine Mascotte in den Wagen, fest überzeugt, dass sie dadurch vor Gefahr bewahrt bleiben. Wenn man schon in Aberglauben «macht», dann sollte das Sprichwort « Unrecht Gut gedeiht nicht » beherzigt werden. Wer schafft deshalb eine Jaray-Plakette, die an keinem Stromlinienauto fehlen dürfte und Auskunft darüber gäbe, dass der Verkäufer oder Benutzer sich einer Anstandspflicht gegenüber diesem Pionier der Kraftfahrt entledigt hat? Wer einen Wagen für 10 000—20 000 Franken ersteht, der dürfte sich nicht hineinsetzen, bevor er nicht des einsamen Mannes in Fischenthal tatkräftig gedacht hat. « Kondensator » Generalrevision von Automotoren Zylinder ausbüchsen und feinbohren auf Kellenberger-Feinbohrwerk Kurze Lieferzeit! GEER.SCHLÄFLI, mech. Werkstätte, BERN Weissensteinstrasse 10 - Telephon 031) 51636 Ein- und mehrachsige ANHÄNGER für sämtliche Verwendungszwecke Spezialausführungen Kugeldrehkränze + Patent Für Autovardocka, Kuhlerhousson, Wagenpolster, Innenauskleidung Ist Daisy-Plastic endlich gelungen, sie zu realisieren, wird sie als Allgemeingut erklärt. Paul Jaray, dessen Ideen und Arbeiten — allerdings erst nach mehr als einem Vierteln ahrdas schönste und geeignetste Material: Abwaschbar, lichtecht, wasserdicht, unempfindlich gegen Kälte und Wärme Besser als jedes andere Material. In prächtigen Farben, 90-123 cm breit, prompt ab Lager lieferbar Alleinverkauf: J. J. DRITTENBASS, Splügenstr. 13, ST. 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